Habe in einem anderen Beitrag folgendes Gelesen und möchte mir selbst einmal darauf antworten.
"Ach, ja ich kann nicht nur mal eben spielen. Dann hatte ich es. Es sind mMn. immer 2 Aspekte die wir verstehen sollten , einmal die Sucht selbst und einmal was dahinter steckt, was ist so schlimm das wir nicht aushalten können und wir uns ins Spiel flüchten ?"
Was steckt bei mir dahinter ?
Es soll definitiv verdrängt werden.
A.: meine finanzielle Unabhängigkeit
Diese wird natürlich auch durch meine Sucht bestimmt, allerdings war es zu Zeiten wo ich wenig bis nicht gespielt habe auch immer so, dass mein Geld nie wirklich reichte ( Unterhalt und Fahrtkosten nach Hamburg sind schon ca. 750 € / Monat). Das spielen sollte mir vorgaukeln, ich könne mir die Situation leichter gestalten, hätte ich nur "jetzt" mehr Geld, allerdings ohne die grundlegende Situation wirklich ändern zu müssen. -> Verdrängung man muss neues lernen und evtl nochmal von vorne anfange, was keine Schande aber doch schwierig ist, und Arbeit bedeutet.
B.: meine familiäre Situation mit meinem Sohn der so weit weg wohnt
C.: meine beruflicher Misserfolg ( und auch ständiger Vergleich mit anderen)
Punkt C.1. ein Punkt ist, dass ich kaum eine Traumvorstellung davon habe, was ich beruflich machen will ( das waren meist solche Sachen wie darauf hin arbeiten, das man "reich" wird. Ich bin in einer sehr reichen Gegend zur Schule gegangen, sodass meine Schulkollegen, in riesigen Vielen wohnten, und mir unser Zuhause recht popelig vorkam. Mein Verhältnis zur Lebensrealität vieler Leute war von Anfang an ein bisschen gestört, da es ja nicht für alle "normal" ist, sowohl bei Mutter als auch Vater ( Scheidungskind) je in einem Haus zu wohnen und ca. 4 Mal im Jahr in den Urlaub zu fahren. finanziell ging es allen sehr gut bis einigermaßen. Nur konnte ich das in jungen Jahren nicht sehen ( erstes "abgelegtes " Auto meines Vaters durfte ich fahren - während meine Schulfreunde einen neuen Audi zum 18. bekamen.
2000 € Führerschein Sparbuch zum 18. bekommen, für die Ausbildung/ Studium 20.000 € unter verwaltung meiner Eltern bekommen, 20.000 € geerbt aktuell in meiner Verwaltung aber unter der Hand meines Vaters.
Für die meisten ist das nicht normal und für mich war es quasi wenig, weil ich immer "nach oben " bzw. nach rechts und links geschaut habe, bloß nie nach unten.
Dieses leicht gestörte Verhältnis zu Geld ist jetzt deutlich gestörter, A. durch das Spielen, und B. dadurch, dass ich mit sehr intensiv mit dem Thema Geld an sich auseinandergesetzt habe.
Das ist wirklich sehr verstörend. Mit einigen Erkenntnissen, wie zum Beispiel, Geld ist eigentlich nicht real ( es gibt nur ca. 5% des gesamten Geldes als Bargeld der Rest ist nur theoretisch da.
Geld ist verbriefte Schuld.
Geld entsteht aus dem Nichts. Wenn eine Bank einen Kredit von der EZB benötigt, sagen wir 200.000.000 € dann drückt dort jemand auf einen Knopf und das Geld ist da, einfach geschaffen. Die Anfragende Bank muss natürlich Zinsen darauf zahlen, sodass ein großer Teil der Wirtschaftsleitung der Welt nur darauf ausgerichtet ist, Zinsen / Schulden zu erwirtschaften.
Bei vielen solcher Sachen, wäre ich froh gewesen diese nicht zu wissen, da es das Leben einfach einfacher lässt. So weiß man nun, das alles bloß ein riesiges Kartenhaus ist, bei dem wir kollektiv nun schon Zwei Finanzkrisen ( 2008 und Corona ) vor uns herschieben weil wir Sie einfach weggedruckt haben.
Wahrscheinlich ist auch ein Teil meiner Sorgen dabei, dass es einfach nicht besser werden kann, und wir auf jeden auf sehr viel schlechtere Zeiten zusteuern. bzw. Rezession/Depression.
Ein Teil von mir dachte auch schon in jungen Jahren daran, dass es sich eh kaum lohnt richtig loszulegen, weil sowieso alles am Arsch ist.
Hier sehe ich es (bzw. versuche ich es jetzt so zu sehen, dass) ich A.: eh nichts daran ändern kann, mich nur darauf einstellen kann ( Gelder nicht in Derivaten /Aktien zu halten sondern Kriesenwährungen und "hartes Geld" halten (BTC, GOLD, Silber)
B.: wenn ich es nicht ändern kann, mache ich das beste daraus. Aktuell sehe ich , dass ich mich beruflich nicht Wirklich bewege. Ich habe zum kochen den Skill Vertrieb, leicht ausgebaut, und beginne diesen August meine Bankkaufmann Lehre.
Eigentlich witzig, ich hatte mir gesagt entweder es funktioniert mit den Cryptos bis Februar oder ich beginne nochmal eine Lehre / Studium, (bessere Situation für meinen Sohn als einen Hänger als Vater, der im Haus seiner Oma wohnt)
Nun habe ich durch das spielen ( bewusst oder unbewusst ?

) meine Cryptos gegen die Wand gefahren, sodass ich die Ausbildung annahm. Und eigentlich freue ich mich auch darauf wieder neue Sachen zu lernen, auch wenn ich dadurch nicht schnell reich werde, kann ich doch Leuten helfen, gute finanzielle Entscheidungen zu treffen.
(Früher hatte ich mich mit 18 Jahren schon auf Ausbildungen bei Banken beworben, war aber so beeinträchtigt durch meinen damaligen Drogenkonsum, dass mich dort keiner wollte. Wahrscheinlich wollte ich schon lange unterbewusst, auch wenn ich immer etwas anderes als meine Eltern machen wollte " etwas eigenes", doch von dieser Welt auch akzeptiert werden und Verantwortung übertragen bekommen, in der meine beinahe ganze Familie gearbeitet hat (Mutter Bankkauffrau, Vater Devisenhändler, Opa Revisionär & Betriebsrat)
Aktuell frage ich mich wie ich meine Skills dann für andere Leute einsetzen kann:
Wir haben A.:
ehrenamtliche Schuldnerberatung und
B.: Personaltraining ( habe auch Fitnesstrainerschein A & B und Ernährungsberatung gelernt)
.
Ein Knackmoment den ich in den letzten Tagen hatte bei einem nächtlichen Spaziergang ( kann die letzten Tage schlecht einschlafen) hatte war dass ich immer dem Geld hinterhergerannt bin.
Und Nie hatte ich "genug".
Folglich Lief ich dem Geld hinterher, und das Geld lief vor mir weg.
Somit muss ich nun umdenken und mich darauf konzentrieren, eine Arbeit zu finden, die ansatzweise Spaß macht, und mit Sinn erfüllt, (siehe Punkt A&B letzter Absatz), und dann wird das Geld schon von ganz alleine kommen.