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Autor Thema: Seit Donnerstag weiß ich von der Spielsucht meines Mannes

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Hallo zusammen,

Am Donnerstag (2 Tage vor meinem 13. Hochzeits- und 23. Jahrestag) habe ich von der Spielsucht meines Mannes erfahren. Aufgeflogen ist er nach Jahren, weil ich mich mit dem Thema Eigentum beschäftigt habe und die Konten einsehen wollte, die mich Jahre lang nicht interessiert haben, da ich ihm vertraute und auch im Hauptkonto gesehen habe, dass die Sparraten entsprechend abgingen. Während er "erleichtert" ist, aufgeflogen zu sein, da er bereits depressiv ist und mir mehrfach Abschiedsbriefe geschrieben hat, geht es mir beschissen (ihm allerdings auch).

Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht, alles worauf wir um die 10 Jahre gespart haben, für das wir gearbeitet haben und auch verzichtet haben ist weg. Meine Ziele, die jetzt eigentlich erreichbar waren, scheinen nun unerreichbar, wodurch mir jetzt der Antrieb fehlt. Ich esse nur noch wenig, wie man an der Uhrzeit sieht, schlafe ich schlecht, will eigentlich nicht mehr aufstehen und mache es nur, weil wir Kinder haben. Ich sehe keinen Grund mehr zu arbeiten und auch nicht mein Studium zu beenden...
Ich war zu keinem Zeitpunkt sauer, was ich unnormal finde, ich habe Mitleid mit ihm und mache mir Sorgen um ihn...
Zeitgleich war eine meiner ersten Reaktionen, mir eine Übersicht zu verschaffen, zu schauen, ob wir ne Chance haben was wiederzubekommen. Das hat ihn sehr verletzt, weil er meinen Aktionismus so verstanden hat, dass mir das Geld wichtiger ist, als er. Aber so ist es nicht! Mir ist das Geld an sich "egal", sonst hätte ich ihn direkt vor die Türe gesetzt. Was mir nicht egal ist ist, was es uns an Lebensqualität gekostet hat, es zu erwirtschaften. Und in erster Linie habe ich es gemacht, weil ich mich total machtlos fühle, ich habe nichts gemerkt, ihm vertraut und jetzt!? Es zieht mir den Boden unter den Füßen weg. Es hat mir so viel Sicherheit gegeben, dass ich selbst als ihm vor 4 Monaten gekündigt wurde (betriebsbedingt), ich ganz ruhig und zuversichtlich war.
Bevor ich mir einen Überblick verschafft habe, habe ich uns einen Termin in einer Beragungsstelle gemacht und mit ihm gesprochen. Mehr konnte ich meiner Meinung nach nicht für ihn tun, zu diesem Zeitpunkt. Und da meine Gefühle ihm gegenüber Achterbahn gefahren sind, musste ich was tun um mich abzulenken bzw Ordnung ins Chaos zu bringen. Ich habe keine Ahnung, wie es für uns als Paar weitergehen wird, ich habe ihm nur versprochen, dass ich ihn so gut wie möglich dabei helfen werde, gesund zu werden. Ich gehe auch nicht davon aus, dass unsere Beziehung vorher daran kaputt gehen wird, aber ich habe schon Angst, dass sie u.a. daran scheitern wird, dass ich egal, was wir finanziell wieder erreichen werden, immer denken werde, dass es eigentlich so und so viel sein müsste. Im Moment heule ich noch jeden Tag, weil selbst so Kleinigkeiten, wie sich die Nägel zu machen, mich daran erinnern, dass wir auf vieles verzichtet haben um zu sparen. Ich bin zu geizig in ein Nagelstudio zu gehen und selbst zum Friseur gehe ich nur 2 mal im Jahr (für Frauen i.d.R. eher untypisch) weil ich ein Ziel vor Augen hatte, dass definitiv wichtiger ist, als dumme Nägel und Haare und dafür habe ich gerne auf einen so unnötigen Luxus verzichtet. Versteht mich nicht falsch, dass ist einfach nur ein ganz banales Beispiel. Ich bin kein oberflächlicher Mensch.

Heute war übrigens schon der Beratungstermin und um ehrlich zu sein, ich weiß nicht was ich erwartet habe... einerseits bin ich erleichtert, weil er mit mir hin ist und auch bald wieder hin geht, andererseits ist mir zu wenig "passiert". Außerdem keimte in mir tatsächlich auch die Hoffnung auf, dass wir tatsächlich was wiederbekommen könnten. Vordergründig ist zwar für mich, dass er Hilfe bekommt, aber es würde mir persönlich viel Helfen, weil ich dann später nicht aufrechnen und damit die Beziehung belasten würde und es mir vermutlich auch wieder Hoffnung für unsere gemeinsame Zukunft geben würde. Ich habe ein großes Problem damit, etwas aufzugeben, so lange auch nur ein Funke Hoffnung besteht. Das geht bei mir durch alle Lebensbereiche, ich kann keine Dinge, keine Menschen und auch kein Geld aufgeben, ohne nicht jede Chance genutzt zu haben.

Ich denke, ihr könnt an meinem Beitrag erkennen, dass im Moment viel in mir vorgeht und meine Stimmung/Emotionen schwanken stark zwischen Sorge/Mitleid und stark sein für meinen Mann und der Trauer um verlorene Lebensqualität und Zukunftschancen.

Ich habe hier einige Beiträge gelesen und leider habe ich in meinem ersten Besuch hier keinen gefunden, in dem die Beziehung die Spielsucht überlebt hat. Ich würde mich über jeden Kommentar und Tipp von euch freuen, ganz besonders über die, wie man es schafft, dass die Beziehung dieses ganze Drama übersteht.
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« Letzte Änderung: 19.08.2025 03:58:20 von Zitrone »
 
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Moin Zitrone!

Willkommen hier bei uns im Forum, erstklassig, dass du deine Gedanken und Emotionen verschriftlicht hast.

Zunächst möchte ich dir sagen:
Ich bin selbst pathologischer Spieler und bin nach wie vor mit meiner Frau und den Kindern glücklich zusammenlebend - also nichts ist unmöglich, aber der Weg dorthin ist oft steinig, die Krankheit Spielsucht ist heimtückisch.

Ich versuche mal deine Gedanken zu ordnen:
Es ist keine Schande, jahrelang nichts von der Sucht des Partners zu merken und plötzlich vor einem gewaltigen Scherbenhaufen zu sitzen, Vorwürfe gegen sich selbst, á la ich hätte es früher merken müssen oder ich kenne meinen Partner nach Jahren immer noch nicht, sind völliger Quatsch, Spieler sind Meister der Tarnung und Täuschung - wir versuchen unseren Schatz (die Sucht) zu schützen, um weiterspielen zu können. Dabei geht es einerseits ums Entfliehen von der Wirklichkeit und zum anderen um das verlorenen Schaden wieder gut zu machen (zumindest reden wir uns das ein).
Zitat
Heute war übrigens schon der Beratungstermin und um ehrlich zu sein, ich weiß nicht was ich erwartet habe
Wer hat auf diesen Termin bestanden, du oder er?
Grundsätzlich ist es nicht damit getan einen oder mehrere Beratungstermine wahrzunehmen oder eine Therapie zu machen usw. es geht darum, ob er sein Problem, die Sucht auch tatsächlich angehen möchte oder ob er jetzt einlenkt, um dich zu beruhigen und innerlich schon nach der nächsten Gelegenheit zum Spielen sucht.
Wichtig: nur er allein kann den Weg der Abstinenz gehen, klar kannst du ihn unterstützen, aber nur er kann das tun. Hilfestellungen muss er sich selbst einholen, Beratung, Forum, SHG, Therapie, was auch immer ihm hilft auf seinem Weg, aber Lippenbekenntnisse bringen fortan nichts, er muss tätig werden, sein Verhalten grundlegend ändern, ist er dazu bereit? Das weiß leider niemand.
Dies ist nun eine große Prüfung für eure Beziehung und ja, du sagtest es schon, leider gewinnt am Ende zu oft die Sucht, aber dies ist kein Gesetz, ich kenne viele, die den Weg heraus gefunden haben, noch ist also nichts verloren.
Du musst jetzt zunächst mal dein Leben ordnen und auf dich schauen, dein Leben kannst du beeinflussen, seines leider nicht. Dein Vertrauen ist futsch logischerweise, rede mit ihm und stelle klar, dass du seinen Weg nur mit Stillstand der Sucht weitergehen kannst und wenn die Weichen auf Spielen stehen zukünftig, setze dich mit dem Gedanken auseinander, deinen Weg mit deinen Kindern ohne ihn zu gehen!
Kopf hoch Zitrone,
aT

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Moin Zitrone,
auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum.

Ich selbst bin spielkrank, habe irgendwas um die 30 Jahre gespielt und bin nun seit 10 Jahren spielfrei.

Deine "Geschichte" wiederholt sich leider immer wieder.
Der übliche Ablauf ist:
Dein Spieler
verspricht Gott und die Welt und macht aber nichts
Manipuliert derart, dass du dich schuldig fühlst
Hat dir nur das "notwendigste" offenbart, der große Rest kommt nach und nach unter Druck
Du stößt darauf, dass er dich 23 Jahre lang belogen und betrogen hat.
Das verlorene Geld ist hier noch das kleinste Übel
Manche kaufen sich ein großes Auto und fahren es zu Schrott. Versuch es auf diese Weise zu sehen. Weg ist weg.

Ich habe mich vor 10 Jahren entschieden mein Leben komplett umzukrempeln.
Dazu gehört schon deutlich mehr als ein paar Lippenbekenntnisse.
Ich haben mein näheres Umfeld komplett informiert, bei allen denen ich je Schaden zufügte versucht, dieses wiedergutzumachen
Viele Menschen blieben dabei auf der Strecke, die mit meiner "Wahrheit" nichts mehr zu tun  haben wollten. Da war der Schaden zu groß.
Meine Frau musste ab dem Zeitpunkt nie wieder fragen, wo Zeit oder Geld verblieben sind. Ich legte alles offen, Tag für Tag.
Alleine um ihr die Frage "Wo warst du" oder "wieviel Geld hast du ausgegeben" zu ersparen.
An dieser Stelle könnte jetzt ein dickes Buch geschrieben werden, was ich alles in meinem Leben geändert habe.

Tatsächlich konnte meine Frau nach einigen Jahren (!!!) langsam wieder Vertrauen zu mir fassen.
Heute führen wir eine respektvolle und glückliche Ehe und sind  bald 22 Jahre verheiratet.
2 Ehen davor mit 2 Kindern verliefen allerdings ganz anders. Eher wie oben beschrieben.

Die Kurzfassung  ist:
Dein "Spieler" muss alles dafür tun, Nichtspieler zu werden. DIes kann nur durch Taten geschehen. Worte sind da Schall und Rauch.
Dies kann nur mit großen Änderungen einhergehen.
Du musst das alles wollen und vor allem verstehen, dass dein "Spieler" ein Leben lang Spieler bleiben wird.

Also ja, es gibt Ehen die das "überleben". Und es gibt Ehen, die durchaus glücklich dabei sind.
Oftmals ist aber eine Trennung auch ein guter Neuanfang.

Helfen kann ein Außenstehender einem süchtigen übrigens nicht.
Das muss schon alles von ihm selbst kommen.
Jede gutgemeinte "Hilfe" ist oftmals eher kontrakproduktiv.
Man kann bestenfalls unterstützen.
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Hallo ihr beiden,

Vielen Dank für eure Nachrichten!

Wir hatten das Thema spielen vor sehr vielen Jahren in kleinem Umfang bereits. Wir haben eine zeitlang auch gemeinsam gespielt, allerdings in unregelmäßigen Abständen, nur zum "Spaß" und mit wirklich kleinen Beträgen. Das Thema war dann damals, dass er im Halbjahres Abstand kleine 4 stellige Beträge verspielt hat. Dann war jahrelang Ruhe, ich habe ihn über lange Zeit, auch auf seinen Wunsch hin kontrolliert, bis ich ihm irgendwann wieder vertraut habe. Mit den Kindern war das Thema endgültig durch (vor 10 Jahren). Angefangen hat es wohl wieder vor 4 Jahren, weil er wohl in Aktien investiert hat und mit dem Spielen Verluste Reinhold wollte.

Er ist froh darüber, dass er aufgeflogen ist, hat selbst gesagt dass er Hilfe braucht, mich aber darum gebeten den ersten Anruf zu tätigen und ihn zum ersten Termin zu begleiten. Er hat im Vorfeld, also bevor er mir alles gesagt hat, alle Accounts geschlossen. Alles was er mit erzählt hat, stimmt bislang, jedenfalls was ich bisher kontrollieren konnte.

Das mit dem Geld kann ich leider nicht so entspannt sehen, da es 125.000 Euro sind und es harte Arbeit war, so weit zu kommen. Außerdem wurde es mir ja einfach so entrissen, auch wenn es mein Partner war. Er hat das Geld abgehakt, weil er selbst schuld ist. Ich kann das nicht, weshalb ich tatsächlich überlege, zu einem Anwalt zu gehen. Ich habe gesehen dass dies in diesem Forum nicht gerne gesehen ist, aber in erster Linie aus Sicht der Spieler gesehen wird. Also bitte entschuldigt, dass das dennoch meine Gedanken sind. Er hat mir jetzt die volle Verantwortung bezüglich unserer Finanzen zugeschrieben, will dass ich alles verwalte und ist mit allem einverstanden, was ich diesbezüglich entscheide.

Was kann ich denn eurer Erfahrung nach zum jetzigen Zeitpunkt erwarten? Ich denke, mehr als ehrlich zu sein, sich Hilfe zu suchen, die Verantwortung über die Finanzen abzugeben, kann ich wohl nicht erwarten. Oder wie seht ihr das?

Ich weiß dass es ihm leid tut, er es nicht in böser Absicht gemacht hat und es ihm unendlich leid tut, aber es ist auch für mich hart und ich will ihn eigentlich nicht mit meinem befinden belasten, auch wenn mir das nicht sonderlich gut gelingt.
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zuallererst: Bitte kümmere dich gut um dich selbst. Mach die Nägel, gönn dir einen Friseurtermin – du verdienst es!

Ich kann mich in vielen Dingen, die du beschreibst, wiedererkennen. Es erinnert mich an meine eigene Situation damals. Aber ich möchte dir ans Herz legen, dass es nicht deine Aufgabe ist, jemanden zu retten. Der Spieler muss selbst die Verantwortung übernehmen – und zwar alleine. Es liegt nicht in deiner Hand, die Dinge zu ändern. Solange das Fundament nicht stabil ist, wird sich wenig verändern. Es verschiebt sich nur.

Eines der wichtigsten Dinge in einer Beziehung fehlt mittlerweile: Vertrauen. Und ohne dieses Vertrauen fehlt auch die Sicherheit.

Während ich deine Worte lese, merke ich, dass mir einige manipulative Muster auffallen. Dinge, die du vielleicht noch nicht so wahrnimmst, weil du noch mitten im Prozess bist. Aber nach all den Jahren, in denen ich selbst in einer ähnlichen Situation war, habe ich gelernt, solche Signale zu erkennen. Mach dir bitte bewusst, dass die Initiative von ihm ausgehen muss – und dass er die Verantwortung dafür alleine tragen muss. Du kannst ihn unterstützen, zum Beispiel bei der Terminbuchung oder vielleicht dem ersten Gang zu einer Beratungsstelle. Aber dieser Weg gehört ihm allein.

Er hat dir die Verantwortung übertragen, und damit beginnt ein Prozess, der von Kontrolle und Misstrauen geprägt sein kann. Überlege dir gut, ob du diesen Weg weiter mitgehen möchtest.

Wie schätzt du selbst die Situation ein, wenn du rechtliche Schritte wegen des verlorenen Geldes einleitest? Das Geld wird nicht zurückkommen. Aber was wird das für eure Beziehung bedeuten? Wird sie noch standfest sein, wenn das Vertrauen ohnehin schon auf der Kippe steht?

Fred hat dir bereits wichtige Punkte genannt. Ein Spieler wird immer nur so viel preisgeben, wie es für den Moment notwendig erscheint. Und wir möchten unbedingt Glauben was sie sagen. Wir möchten unbedingt das "alles wieder gut wird." Sei einfach nur gewappnet für den worse case.
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Grüß Dich

Wir haben eine zeitlang auch gemeinsam gespielt, allerdings in unregelmäßigen Abständen, nur zum "Spaß" und mit wirklich kleinen Beträgen.

Für Dich war es Spaß, für IHN war es SUCHT

Er ist froh darüber, dass er aufgeflogen ist, hat selbst gesagt dass er Hilfe braucht, mich aber darum gebeten den ersten Anruf zu tätigen und ihn zum ersten Termin zu begleiten.

Mein erster Gedanke hierzu war "Feigling" , ich habe ein wenig überlegt, ich kann es nicht anders ausdrücken auch wenn ich mir noch so viel Mühe gebe

Er hat das Geld abgehakt, weil er selbst schuld ist.

Ich hab hier viel gelernt, ich denke nicht das es das bewusstsein ist "er ist selber schuld" sondern das Geld keinen Wert für Ihn hat - außer zum zocken

weshalb ich tatsächlich überlege, zu einem Anwalt zu gehen. Ich habe gesehen dass dies in diesem Forum nicht gerne gesehen ist, aber in erster Linie aus Sicht der Spieler gesehen wird.

Ich weiß nicht was du wie wo wann von wem gesehen hast, wenn es für DEIN Wohlbefinden GUT ist - dann mach das !

Er hat mir jetzt die volle Verantwortung bezüglich unserer Finanzen zugeschrieben, will dass ich alles verwalte und ist mit allem einverstanden, was ich diesbezüglich entscheide.

Einerseits gut - andererseits hat das auch Grenzen , vor allem "er ist mit allem einverstanden" <- Komplette Verantwortung an DICH abgegeben

Was kann ich denn eurer Erfahrung nach zum jetzigen Zeitpunkt erwarten?

SO gefragt würde ich sagen, gar nichts ... Die richtige Frage wäre eher - Was erwartest DU ?

Ich weiß dass es ihm leid tut, er es nicht in böser Absicht gemacht hat und es ihm unendlich leid tut, aber es ist auch für mich hart und ich will ihn eigentlich nicht mit meinem befinden belasten, auch wenn mir das nicht sonderlich gut gelingt.

Und wie die ganze Zeit nimmst du ihn in schutz, entschuldigst sein verhalten und iiiiirgendwann zum schluß erwähnst du dann mal das es DIR überhaupt nicht gut geht...

...

Hallo Zitrone, ich habs jetzt mal etwas anders mit dem Antworten versucht um nicht zu ausschweifend zu werden. Ich bin Ralf,50, und das spielen begleitet mich mein Leben lang, erst mit Konsolenspielen in frühester Kindheit und irgendwann mit 18 bin ich in Der Spielhalle gelandet.
Mittlerweile bin ich seit über 10 Jahren in Behandlung, seit oktober 2023 Automatenfrei (in etwa) und seit dem 19.05.25 auch spielfrei (hier allerdings keine Casinos um Echtgeld weil ich denen nicht traue, Browserspiele halt) was den Pc betrifft. Nichtsdestotrotz hab ich mir vor 2 Wochen oder so mal wieder ein Lottoschein geholt nachdem ich übelsten Druck hatte weil ich das Geld auf meinem Konto los werden musste irgendwie, es hat mich massiv gestresst. Ich hatte danach immer noch reichlich geld (war ja nur n zehner) , bin dann mit meiner Frau einen Teppich kaufen gefahren und habe den Rest meines Geldes auf Ihr Konto überwiesen denn da kann ich nicht ran ohne sie da sie die Pins bekommt.

Was ich mit dem kurzen Auszug sagen möchte, hinter MEINER Sucht liegen noch ganz andere Dinge "als nur sucht", mein viel größeres "Problem" ist, das ich keinen Bezug zu geld habe und vor meiner Frau immer von der Hand in den Mund gelebt habe; selbst in meiner Kindheit aber das ist eine andere Baustelle.

Fakt ist, ER muss zwingend ins HANDELN kommen OHNE das Du Ihn ans Händchen nimmst und er muss begreifen das Du nicht seine Mutter bist sondern eine GLEICHWERTIGE Partnerin die auch Sorgen und Nöte hat. !

Ich hoffe das war diesmal halbwegs angemessen was ich geschrieben habe und bekomme nicht wieder eins auf n Deckel
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8.12.1974 :) Schlechter geht immer, BESSER aber auch :)
 
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Auch euch beiden vielen Dank!

Ich würde mir durch den Versuch etwas zurückzuholen erhoffen, dass ich mich weniger machtlos fühle, dass ich weiß, dass ich zumindest in diesem Punkt alles getan habe, was ich konnte. Und ich hoffe natürlich, dass ich tatsächlich etwas bekomme. Zur Beruhigung, Sicherheit, für meine Ziele, für meine Kinder, vor allem aber, weil ich wünschte, ich könnte die Zeit damit zurückdrehen und auch, damit ich ihm das nicht irgendwann vorhalten werde. Ich habe einerseits das Gefühl, irgendwas tun zu müssen, andererseits würde ich das Bett im Moment ohne meine Kinder nicht verlassen.

Und ja, er hat offensichtlich kein Verhältnis zu Geld. Seine Familie hatte auch nie Geld. Auf die Frage, warum er das Geld zurückgewinnen wollte, wenn es ihm doch egal ist, sagte er, dass er es zurück wollte, weil er weiß dass es für mich wichtig ist.

Ich weiß im Moment nicht weiter. Ich kann nicht mal meinen Familie unter die Augen treten. Ich weiß nicht was ich sprechen soll, er will nicht dass es jemand weiß. Auch wenn er sagt, dass ich machen soll, was mir gut tut, denke ich, wenn es jemand wissen soll, muss er es erzählen. Ich will ihn nicht bloßstellen oder damit verletzen, aber ich kann jetzt schon nicht mehr. Ich war zuvor schon angeschlagen. In den letzten Monaten hatten wir viel mit Krankheit, Tod meiner Oma und seiner Kündigung zu kämpfen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass noch mehr Pech auf mich zukommt. Ich dachte, wir hätten das Tal mit seinem neuen Job durchschritten.
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Er beruhigt dich nur ... ich sehe da null Aufhörwillen ...
Er macht doch nichts... Du machst ein bisschen und er macht mit.
Bald kommt, dass die Therapie nichts bringt, er es alleine schafft.
Wir schaffen das doch etc.
Alles bla bla ... leider
Familie und Freunde sollen nix wissen. Sonst könnte er dich nicht so gut steuern. (manipulieren)
Wenn er was erreichen wollte, wäre er mindestens. Schon 2 oder 3 mal in einer Selbsthilfegruppe gewesen, bei der caritas und sonstwas.
Keine Stunde würde mit abwarten gefüllt sein. Warum auch ?

Was immer du mit Geld zurückholen meinst ,.. Du kannst hier schreiben was du möchtest. Malta vollstreckt keine deutschen Titel mehr. Die Zeiten sind vorbei. Man kann das nicht ungeschehen machen.
Scheiss auf diesen nutzlosen Energiefresser und steck die Kraft die dir bleibt in dich und deine Familie
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Ich danke dir für deine Nachricht. Ich kann mir gut vorstellen, dass du damit recht hast. Du hast da sicher auch mehr Erfahrung mit. Dennoch hoffe ich, dass du dich täuschst.
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So leid es mir tut Zitrone ich muss leider - NUR zu DEINEM BESTEN- auch in die Kerbe rein haun damit du WACH wirst.

Schreib das Geld ab und Ihn gleich mit !!!

Ich bin heilfroh das meine Frau noch an meiner Seite ist und viel viel mit mir durchgestanden hat ABER ich habe mich von Anfang an BEWEGT !

Immer hab ichs irgendwie hinbekommen bis ICH eingesehen habe SCHEISSE ICHhab da ein Problem was ich NICHT alleine lösen kann, hab alle Konten geräumt direkt am ersten und bin zu meinem Arzt und dort zusammengebrochen.

Sorry, wer Kinder hat und es schafft 125000 - Einhundertfünfundzwanzigtausend!!! unter die Leute zu bringen der ist WIKRLICH Krank und sollte gestern schon mit ner Zahnbürste in ner Psychatrie sein !!!

ICH darf das so schreiben - ich hab mich einweisen lassen...

Ich wünsche DIR ganz ganz viel Kraft für DICH einen weg zu finden und am Rand, auch DU als Angehörige kannst Dir in Beratungsstellen Hilfe holen und SOLLTEST das auch zwingend tun - Es ist NICHTS verkehrtes daran !!!!!

EDIT: sorry für die Härte, Kinder triggert mich immer und erinnert mich an ein Pärchen was mal in derSpielhalle war und sie sagte zu ihm "Jetzt haben wir das ganze Kindergeld verzockt, wenn jetzt nicht was passiert haben wir ein Problem" , zzgl. meine eigene Kindheit, nimm es bitte ERNST was ich geschrieben habe, aber nicht persönlich
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8.12.1974 :) Schlechter geht immer, BESSER aber auch :)
 
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Ich fürchte auch, dass ich Hilfe brauche.
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Wie ist denn eure Erfahrung was das Thema damit offen umzugehen angeht? Ist es für euch als Betroffene/Angehörige gut gewesen oder wäre es im Nachhinein besser gewesen, wenn jemand aus der Familie von euren Problemen gewusst hätte?
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Da mein Mann damals überall Geld geliehen hat - Familie, Freunde, Nachbarn …..da ich ja auch das Geld/Konten usw.  verwaltet habe - habe ich mit offenen Karten gespielt- auch um mich und die Kinder zu schützen. Klare Grenzen gesetzt das ich nicht für die Rückzahlung der Schulden zuständig bin wenn sie ihm dann auch noch weiter Geld leihen. Es ist mir wahnsinnig schwer gefallen und ich hab mich so geschämt.
Komisch , es ist einfach zu sagen wenn jemand psychische Probleme hat, Alkoholkrank ist oder andere Drogen nimmt - aber Spielsucht klang für mich immer nach Abgrund - soooo unangenehm das zu sagen …. Heute nach der Trennung ist es nicht mehr meine Aufgabe irgendwas zu sagen.
Ich fühle mich aber natürlich auch nicht mehr mitverantwortlich.
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Ich fürchte auch, dass ich Hilfe brauche.

Ich möchte dir gerne noch was dazu sagen, auch zu deinem letzten Post. Da ich allerdings mit dem Handy unterwegs bin und erst morgen Vormittag wieder am PC sitze, verschiebe ich die Antwort auf morgen. Es ist doch etwas mühsam übers Handy.
Du bist nicht allein. 🌸
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Wie ist denn eure Erfahrung was das Thema damit offen umzugehen angeht? Ist es für euch als Betroffene/Angehörige gut gewesen oder wäre es im Nachhinein besser gewesen, wenn jemand aus der Familie von euren Problemen gewusst hätte?
Meiner Menung nach sollte die Familie eingeweiht werden, wenn ein entsprechendes Vertraunsverhältnis besteht - die Sucht sollte kein Geheimnis mehr darstellen.
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