nicht wollen sondern machen!
Moin Medea,
mit dem Satz hast Du es auf den Punkt gebracht. Als ich erst in den Depressionen und später im Spielen gefangen war, war genau das mein Problem. Ich dachte oft ich wolle zwar, ich mache es aber besser nicht, weil oder aber....Anstatt mir mein Leben mit beiden Händen zu nehmen, habe ich den inneren Tod im Spielen gewählt. Es war wie Selbstmord aus Angst vor dem Tod.
Nachdem ich mit dem Spielen aufhörte, den Tod schon vor den Augen hatte, da hatte ich schon mal eine Sache geschenkt bekommen, ich hatte keine Angst mehr. Wovor sollte ich noch Angst habe? Mehr als mein Leben kann ich nicht verlieren.
Das machen ist ja schon mal gut, was aber auch nicht so einfach war, was wollte ich überhaupt. Mein Lieblingssatz zu dem Thema, "Wenn ich nicht weiß wo ich hin will, dann darf ich mich nicht wundern, wenn ich eines Tages irgendwo stehe, wo ich nie sein wollte"
Auch meine Möglichkeit zu wissen wo ich überhaupt hin will hat im laufe der Zeit stark abgenommen. Ich habe mich ja eh immer dagegen entschieden. Um wieder zu lernen was ich überhaupt möchte, wer ich eigentlich bin, dafür gehe ich auch heute noch gerne in die Meetings. Überhaupt ist die Zeit mit Freunden die mich seit Jahrzehnten begleiten der schönste Ort zum sein. Egal ob ich müde bin, Kopfschmerzen habe, ich gehe immer hin, ich weiß, hinterher geht es mir besser.
Im kleinen zu wissen was ich machen möchte ist ja noch einfach. Aber im grossen ist es erstens nicht einfach und es hat mir auch ganz schön meine Grenzen aufgezeigt. Als ich mich entschieden habe, noch mal studieren zu wollen, da musste ich erstmal meine Fachhochschulreife machen. Mit 28 schon eine Herausforderung. Meinen Job zu kündigen, mich dort anzumelden, alles noch einfach, was aber wenn ich es nicht schaffe. Kann ich das überhaupt ertragen? Das war zum Beispiel etwas, worüber ich viel im Meeting geredet habe, bis ich meine Antwort gefunden hatte. Sie war wie Dein Zitat. Meine heutige Frau habe ich in Hannover kennen gelernt. Ich wohnte in Hamburg. Wir waren zusammen, dann zog Sie wegen dem Job nach Kiel, dann nach Schweden. In Schweden war Ihr Traumjob, ich wusste das schon bevor wir zusammen waren, dass das Ihr Traum war. Sie wäre tatsächlich wegen mir in Deutschland geblieben, aber ich wollte natürlich meiner Liebsten auf keinen Fall bei Ihrem Traum im Wege stehen. Keine einfachen Entscheidungen die da zu treffen waren, auch als Sie dort war ging es teilweise noch mit schwierigen Entscheidungen weiter. Kein ganz glatter Weg, aber um Klarheit zu finden, habe ich immer darüber im Meeting gesprochen. Ich habe heute in vielen Dingen viel Klarheit, ich weiß genau was ich will. Ist vielleicht auch etwas, was im alter sowieso kommt. Auf der anderen Seite lerne ich oft Menschen kennen, die diese Klarheit nicht haben.
"Nicht wollen sondern machen" für mich einer der Schlüssel in die Suchtfreiheit.
Taro