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Autor Thema: Mein "Leben" mit der Sucht

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T
Mein "Leben" mit der Sucht
OP: 06.08.2025 14:19:49
Hallo,

Ich bin kraftlos, müde, am Ende und ich kann nicht mehr.
Der Grund ist meine ausgeprägte und anhaltende Spielsucht, die mich nun seit etwa 3 Jahren innerlich und äußerlich auffrisst.

Angefangen hat der Horror mit einem harmlosen Besuch in der Spielbank, geendet ist das Ganze  bei -50.000€ (Ersparnisse, keine Schulden).
Mein Alltag besteht seit Jahren aus täglichem Spielen in diversen online Casinos aus aller Welt.
Mit Ein- und Auszahlungen, die dem Zahlungsverkehr einer Firma ähneln. Mit dem Unterschied, dass ich am Ende IMMER bei 0 oder noch weniger stehe.
Emotional betrachtet ist das eine Art Achterbahn. So fühlt es sich manchmal an. Doch in Wirklichkeit geht es konstant nur noch weiter nach unten. Bei Verlusten mache ich mir Vorwürfe, kann kaum schlafen, bekomme tagelang nichts mehr geregelt und es geht mir wirklich schlecht. Bei "Gewinnen" werde ich nervös, kann an nichts anderes mehr denken und verspiele alles innerhalb weniger Tage oder Stunden wieder.
Dann beginnt der Kreislauf von vorne.

Hin und wieder habe ich diesen Zyklus in der Vergangenheit zeitweise unterbrochen. Rückblickend betrachtet ging es mir da auch immer deutlich besser.
Doch nach wenigen Tagen oder Wochen kam wieder der Tag X und ich habe da weitergemacht, wo ich aufgehört habe.

Was habe ich bisher unternommen? Ich habe mit einer Beratungsstelle telefoniert, zu einem Termin kam es bisher aber nicht.
Das soll und wird sich zukünftig aber ändern!
Ich hatte in den letzten Monaten gleich 2 mal einen sensationellen "Gewinn" von je 15.000€.
Und beide Male habe ich das gesamte Geld und noch mehr komplett wieder verspielt.
Obwohl ich mir jeden Tag fest vorgenommen habe, dass das definitiv nicht passieren wird, ist es doch passiert.
Mir ist dadurch noch einmal viel tiefer bewusst geworden, dass ich alleine im Kampf gegen die Spielsucht vollkommen hilflos und machtlos bin. Ich schaffe es nicht. Es geht nicht. Es nimmt einfach kein Ende.

Rationale Überlegungen, wo mich das Ganze eines Tages hinführen wird, kommen leider ebenso wenig in meinem Gehirn an.
Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich mich wirklich ernsthaft frage, ob und wie ich diese Krankheit, diese unerträgliche und zerstörerische Seuche jemals wieder loswerden kann.

Ich schreibe jetzt hier vielleicht wie jemand, der zwar ziemlich tief unten ist, aber endlich erste Schritte in die richtige Richtung unternimmt.
Doch in 1-2 Stunden versuche ich vermutlich wieder wie ein ferngesteuerter und bessessener Roboter an Geld zu kommen, um Spielen zu können.
Es fühlt sich an, als hätte ich 2 Persönlichkeiten.



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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#1: 06.08.2025 20:47:53
Hallo Timo und herzlich Willkommen im Forum,

es ist natürlich nicht einfach aus diesem Kreislauf zu kommen, im nächsten Casinobesuch ja nur ein kleinerer Bruchteil im Vergleich zu deinen
bisherigen Gesamtverlusten zu riskieren, in der Hoffnung wesentlich mehr zu gewinnen.
Was sich im Ganzen aber eh relativiert, weil es halt nichts zu gewinnen gibt beim Glückspiel für einen path. Spieler.
Es bleibt alles eh nur Spielgeld und jeder Gewinn bringt nur etwas Ruhe, weil halt das Weiterspielen dadurch wieder gesichert ist.
Was dabei alles in deinem Kopf stattfindet weißt du ja selbst.
Dass du diesem Kontrollverlust beim spielen nicht gewachsen bist scheinst du ja selbst zu erkennen...beim Glückspiel bist du machtlos Timo.

Also nun der Blick nach vorne.
Diese Krankheit wirst du event. nie mehr los, was unwichtig ist...weil auch damit kann man sehr gut Leben.
Ich selbst spielte 30 Jahre lang und ja, es gab auch fantastische Gewinne, was aber nur dazu geführt hat mein Ende aus dieser Sucht
ewig zu verlängern.
Du bist nicht unten, sondern nach diesen Jahren endlich mal oben.
Du schreibst darüber und teilst dich mit, erweitere diese Möglichkeit unbedingt.
Z.B. in einer Selbsthilfegruppe in deiner Nähe, dort könntest du auf Augenhöhe dich mit anderen austauschen.
Dadurch entsteht auch neue Motivation, du bist ja nicht alleine damit.

Diese magnetische unbändige Anziehungskraft spielen zu müssen, Gelder aufzubringen, Lügen,
verheimlichen und es wird ja niemals besser in deiner eigenen Sklaverei.
Suche dir auch treue Gefährten, Familie oder gute Freunde und weihe sie ein, dies könnte ein weiterer starker Halt sein.
Blockiere deine Sehnsucht nach dieser Flucht ins neue Spiel.
Und sperre dich aus, aus den Casinos, expl. mit einer Sperrdatei.
Telefonate mit Beratungsstellen sind nur zielführend wenn es zu einer Terminabsprache kommt.
Führe ein Haushaltsbuch über deine Einnahmen und Ausgaben, widme dich in deiner Freizeit einem Hobby.
Du könntest auch deine Finanzen an jemanden abgeben, Zugang zu Konten etc...die dann verwaltet werden ( Finanzmanagement).

Und es gäbe noch viel viel mehr zu tun an hilfreichen Möglichkeiten.
Bist du bereit dazu ?
Es klingt etwas als hättest du aufgegeben und zwar in den positiven Dingen.
Du hast etwas besseres verdient als dieses Drecks Zockerleben, du musst dies erst begreifen und dass alles mit dir fällt oder steigt.
Glaubst du es wird ein furchtbarer Kampf von dieser Sucht loszukommen, "nur" weil dein Suchgedächtnis dich erneut leiten könnte ?
Um von der Spielsucht wegzukommen muss man meist nichts weglassen, sondern oft nur etwas dazu tun.
Vergessene Werte, Emotionen, Verbundenheit oder was auch immer.

Ein "höre auf damit" wäre daher viel zu profan.
Wachse weiter in deinem eigenen Verständnis, versuche dich zu belohnen ..täglich mit dem Nichtspielen.
Ich warte erst einmal ab, was noch kommt von dir.

Liebe Grüße   
   
             

   
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« Letzte Änderung: 06.08.2025 23:13:52 von Jacky1 »
 
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#2: 08.08.2025 15:26:37
So, nun bin ich 2 Tage spielfrei und etwas klarer im Kopf.
Ich will definitiv jetzt den Weg in die Abstinenz antreten. Nächste Woche ruft mich eine Beratungsstelle bezüglich eines Termins zurück, ebenso habe ich mich nach Selbsthilfegruppen umgeschaut.
Ein Anfang.

Ich fühle mich wirklich motiviert, die einzelnen Schritte zu gehen.
Dazu gehört auch, dass ich mich wieder voll und ganz auf meine Arbeit konzentriere. Das erfüllt mich, gibt mir Halt und ist ein enorm wichtiger Baustein für mich, um mein Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken.

Ich muss in der nächsten Zeit natürlich auch fleißig arbeiten, um die durch meine Spielsucht verursachten finanziellen Probleme in den Griff zu kriegen.
Auch das ist eigentlich keine große Sache. Bei der nächsten Zahlung in 14 Tagen kann ich alle offenen Rechnungen bezahlen. Dann stehe ich in dieser Hinsicht bei 0.

Jetzt kommt das Problem: Ich habe Reserven. An die komme ich aktuell nicht heran.
Das Geld muss ich in den nächsten Wochen aber frei machen, da ich es für meine selbstständige Arbeit benötige (An- und Verkauf von Elektroartikeln).
Ich muss liquide sein, sonst kann ich kein Geld verdienen.

Die Vorstellung, dass ich über einen regelmäßigen Geldfluss und ein gutes Plus auf dem Konto verfüge, bereitet mir derzeit aber Kopfschmerzen.
Zumal ich ganz am Anfang meines spielfreien Lebens stehe.

Ich muss also schnellstmöglich lernen, wieder vernünftig mit meinem Suchtmittel Geld umgehen zu können.

Irgendwie fühlt sich das ein wenig schwierig an.

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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#3: 09.08.2025 00:53:29
Moin Timo

Wenn Dir der Gedanke an das viele Geld solche Probleme macht such Dir jemand dem Du vertraust und gib die Kontrolle ab. Es ist weder ein wegrennen, noch versagen oder sonstwas, es ist eine GROßE Hilfe die dr ein oder andere am Anfang einfach braucht.

Ich hatte mal ne Weile nur noch 5 Euro Taschengeld die Woche mit meine 50 lenzen und um den Rest ( einkauf und so) hat sich ausschliessnlich meine Frau gekümmert. Ich bin schon ewig an meiner "entscheidenden letzten Baustelle" - das liebe Geld...

Es macht mir sehr viel Druck wieder ein eigenes Konto zu haben, eine eigene Ec- Karte und nach ca gut 2 Monaten (bin mir nicht ganz sicher) hab ich mir nun wieder ein Lottoschein gekauft.

Ich hab zwar mein Geld auf m Tageskonto wo es gut liegt - kann es aber ebendso gut umbuchen aufs Girokonto.

Jetzt macht es mir wieder so viel Streß das ich vorhin mit meiner Frau gesprochen habe. Zum einen kaufen wir einen neuen Teppich den wir eh brauchen und zum anderen hab ich noch etwas auf Ihr Konto überwiesen was ich dann auf Ihr Tagesgeldkonto umbuche. DA allerdings geht das nur mit meiner Frau zusammen da ich ohne Sie keine Pins bekomme.

Im Moment hab ich 30 Euro im Portemonaite die ich allerdings am 19.08 brauche um mein Physiorezept zu bezahlen, also ich kann und darf es nicht ausgeben. Ob es funktionieren wird, ich weiß es nicht, dennoch versuche ich es und wenns nicht klappt, ja mein gott dann ist es schief gegangen und ich muss noch weiter runter schrauben und wieder halbwegs von vorne anfangen
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8.12.1974 :) Schlechter geht immer, BESSER aber auch :)
 
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#4: 11.08.2025 20:29:11
Den Tipp kann ich nur weitergeben, und hilft gerade in den ersten Wochen sehr bis man gefestigter ist.
Habe meinem Bruder meinen TAN Generator gegeben, sodass ich quasi Telefon Banking betreibe, aber es funktioniert. Eine Last weniger und Mehr Kapazität sich um sich selber kümmern zu können. Das Geld macht nichts und jemand anders macht soweit alles was notwenig ist.

Kopf Hoch! Es kann besser werden.
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#5: 12.08.2025 15:14:16
Ich werde meine Finanzen definitiv abgeben bzw. strikt überwachen lassen, sodass ich nicht mal eben über ein paar 100€ verfügen kann.

Ansonsten habe ich riskante Zahlungsdienstleister (e-wallets) gekündigt und online banking habe ich auch nicht.

Heute Abend besuche ich zum ersten Mal eine SHG für Spielsüchtige & Angehörige.

In 14 Tagen habe ich einen Termin bei einer Beratungsstelle.

Es sind ein paar erste Schritte auf einem langen und steinigen Weg.
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#6: 12.08.2025 18:48:58
Hallo Timo,

...wow, was issen jetzt los ?
Du hast den Turbo gezündet ...sehr gut.
Vielleicht möchtest du dann hier darüber berichten wie es dir heute Abend in der SHG ergangen ist. 

Grüß dich
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#7: 13.08.2025 22:31:11
Ich gebe jetzt tatsächlich Vollgas und gehe die jeweiligen Punkte an.
Das liegt auch daran, dass ich mir schon vor längerer Zeit eingestanden habe, dass ich spielsüchtig bin. Demnach habe ich mich hin und wieder mit meiner Krankheit auseinandergesetzt.
Aber natürlich nie ernsthaft oder konsequent.

Die SHG hat mir gut getan. Zum ersten Mal konnte ich hautnah mit Menschen sprechen, die das selbe Problem wie ich haben und auch dagegen ankämpfen.
Ebenso war es sehr befreiend, offen und ehrlich alles zu gestehen gegenüber Menschen, die das vollkommen verstehen  und nachvollziehen können.

Ich fühle mich aktuell sehr gut und glaube, dass ich auf einem guten Weg bin.
Dennoch nehme ich das keineswegs auf die leichte Schulter.
Ich habe unzählige Spielpausen und Unterbrechungen hinter mir.
Ich weiß, wie schnell ich wieder komplett aus der Bahn geworfen werden kann.
Deshalb arbeite ich in den nächsten Wochen an allen erdenklichen Strategien, um dem Glücksspiel konsequent fern zu bleiben.
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#8: 14.08.2025 18:56:16
Hallo Timo,

auch von mir ein herzliches Willkommen in dem Forum.

Die ersten Zeilen lesen sich super, wie Jacky schon schrieb, Turbomode on! Finde ich klasse, nur rate ich auch zur Vorsicht. Schnell ist man überfordert und bricht alles ab und landet noch tiefer. Ist jetzt überhaupt nicht auf dich bezogen, aber mache Schritt für Schritt, da du die Sucht nicht von heute auf morgen besiegen kannst. Aber du hast schon viele sehr gute Ansätze, du weißt was zu tun ist, sodass ich dir gar keinen richtigen Tipp geben kann :)

Vielleicht doch noch ein Tipp der mich tagtäglich begleitet:

Spiel nur heute nicht, fokussier dich nur auf heute, und morgen dann aufs Neue, Tag für Tag. 24h Spielfrei, jeden Tag aufs Neue!

Freue mich auf deine weiteren Beiträge

Liebe Grüße
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#9: 19.08.2025 20:48:43
Hallo,

Jetzt bin bzw. war ich schon über eine Woche spielfrei. Habe extrem viel geschafft, beruflich und privat. Ich habe mich so gut und motiviert wie lange nicht gefühlt.
Alles lief gut, hatte schon realistische Pläne, wie alles in den nächsten Wochen und Monaten weitergehen soll.

Und trotzdem bin ich gestern rückfällig geworden.

Ich habe keineswegs vor, jetzt wieder in ein tiefes Loch zu fallen und weiter zu spielen.
Im Gegenteil, ich will das gar nicht. Während des Rückfalles hatte ich zu keinem Zeitpunkt Spaß oder einen Kick. Ich dachte mir nur: "Ich will das eigentlich nicht".

Es fühlt sich wieder so an, als wären alle Anstrengungen der letzten Tage und Wochen vollkommen umsonst gewesen.
Jetzt sind neue Geldprobleme da und meine ursprünglichen Pläne passen vorne und hinten nicht mehr.

Ich hasse diese scheiß Sucht bis zum Mond.
Ich kann es selber kaum fassen, dass ich wieder gespielt habe...
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#10: 19.08.2025 21:04:26
Hallo Timo,

offen und ehrlich zu sich selber zu sein ist sehr wichtig, dass scheinst du ja zu sein.

Was hat dich getriggert, dass du wieder gespielt hast? Stell dir selber die Frage! Was kannst du tun, damit dies nicht nochmal passiert? Es gibt sehr viele Möglichkeiten!

Werf jetzt nicht alles hin, egal wie schlimm im Moment alles zu sein scheint, es wird besser. Du musst nur dran bleiben, und darfst niemals aufgeben.
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#11: 19.08.2025 21:47:44
Hi Timo,

Turbo gezündet und trotzdem gespielt - die Sucht ist tückisch.
Ich empfehle dir morgen in der SHG darüber zu berichten....

Grüß dich aT
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T
Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#12: 19.08.2025 21:56:01
Danke für eure Antworten. Ich weiß, dass ich noch an einigen Stellschrauben drehen muss.

Eines meiner größten Probleme ist aktuell einfach der Umgang mit Geld. Insbesondere, wenn es online verfügbar ist, z.B. auf Paypal.
Ebenso muss ich lernen, anders mit Stress umzugehen.
Diese Kombination hat tatsächlich zum gestrigen Rückschlag geführt.
Ist aber selbstverständlich meine eigene Schuld, niemand hat mich gezwungen oder gedrängt.
Ich übernehme die volle Verantwortung und werde zukünftig noch ernster handeln.
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#13: 20.08.2025 00:22:30
Hallo Timo,

nach wenigen Tagen steckst du natürlich noch mitten drin.
Irgendetwas ist es immer, Stress...oder verfügbare Geldmittel.
In erster Linie weil du spielsüchtig bist, dem Suchtdrang nachgibst entgegen deinem ganzen Wissen und den unzähligen schlechten Erfahrungen.
Und ja du musst lernen damit umzugehen, mit dir und deinen Emotionen, "vermeintliche Versuchungen" hingegen werden immer bleiben.
Alex hat dir geschrieben niemals aufzugeben, aufgeben als Option würde dich zerstören...du weißt das aber.

Deine Pläne und Vorhaben spielfrei zu werden, da geht es nun weiter.
Dies ist ja nun mehr als ein positives Signal, in ein spielfreies Leben zu wachsen.
Diese Sucht nährt und lebt alleinig durch dich selbst, genau so wie damit gut Leben zu können.

Weißt du, wenn ich früher spielen ""mußte"" habe ich es einfach getan, egal was ich für Pläne hatte oder schon an Hilfsangeboten angenommen habe. Und von den unzähligen Dingen die ich machte oder vor hatte, um von dieser Sucht loszukommen.
Da waren einige steinige Wege dabei , manche ging ich halbherzig an und andere sehr konzentriert......
Letzten Endes war meine finale Erlösung dieses ""muss"" zu neutralisieren.
Als aktiv süchtiger Mensch ""musste"" ich immer alles....dies und das...
Heute darf ich es !

Kopf hoch Timo, weiter geht es.

Grüß dich
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#14: 20.08.2025 12:10:55
Hi Timo

Ich bin eh kein Freund von Digitalisierung, was mich wahrscheinlich vor Onlinecasinos gerettet hat, hat mich nie intressiert.
Gestern bekam ich einen Anruf von meiner Bank, "schönen guten Tag, wir machen einen Neukundencheck" - ich hab erst scheck verstanden ( bank=scheck XD ) und fragte nach was Sie möchte. Sie wollte einen Termin vereinbaren -Video oder in der Bank-, da sagte ich direkt : NEIN video geht schon mal gar nicht, worum geht es überhaupt ? Sie sagte dann sie checken inwiefern ich apps und so n kram benutze und was mir bekannt sei.

Ich wurde total "wuschellig" und sagte, nein, nein, nein, danke das will ich gar nicht wissen, ich will das nicht ich brauch das nicht und wurde tierisch nervös.
Sie lachte recht nett und sagte dann Ok, dann ist das ja deutlich erledigt das ich das nicht möchte und verabschiedete sich.

Da das alles sehr frisch ist bei Dir kann ich Dir nur empfehlen, lösch Paypal und all den Kram, man BRAUCHT es nicht, es ist reine Bequemlichkeit.

Ich hatte Anfang des Jahres bis Mai ein kostenloses Browsergame gespielt (auch nur ein Ersatz) und irgendwann hat es sich wieder eingeschlichen, ein paar KLICKS hier, ein paar KLICKS da und schwupps n 10er, n 20, ach komm n fuffi geht noch bis 100 dann is aber schluß,... Nach viel hin und her mit meiner Bank geht auch das nicht mehr, hat mich/uns dennoch wieder n Haufen geld gekostet was UNNÖTIG war, hauptsache weg ist es.

Ich glaube den Zeiten entsprechend ist dieser ganze Onlinescheiss noch viel viel schlimmer und man verliert noch mehr den Bezug zu Geld da man ja letzenendes nur ein bischen rumklickt, mal hier mal da, ich halte das für richtig gefährlich und man muss und sollte alles sperren was nur geht.
Ich "arbeite" nun schon über 10 Jahre daran, es wird immer besser, immer weniger aber die "verführung" lauert überall... 
 
 
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8.12.1974 :) Schlechter geht immer, BESSER aber auch :)
 

 
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