Spielsucht Soforthilfe Forum (SSF)

Spieler & Angehörige => Tagebuch => Thema gestartet von: Alex am 15.05.2017 22:00:58

Titel: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 15.05.2017 22:00:58
Hallo liebe Forenmitglieder,

ich habe durch meine 10 Jährige Spielsucht sehr viele Freunde verloren, da mir das Spielen wichtiger war als alles andere.

Am Ende eines Tages fehlt die Person, der man gerne mitteilen würde, was man geschafft hat, wie erfolgreich der Tag war etc.

Ich denke aufgrund der Spielsucht bin ich auch die längste Zeit als Single durch das Leben gegangen.

Da ich unglaublich gerne meine Gedanken mit irgendwem oder irgendwas  (ja manchmal war es auch hilfreich mit dem Stein in unserem Garten zu sprechen) teilen würde, habe ich beschlossen ein kleines Tagebuch zu eröffnen. Mal alles von der Seele schreiben und um mal in der Zukunft alles Revue passieren lassen.

Ein Tag über die Spielsucht, ein Tag über meine Zukunft, ein Tag vllt auch mal was Dunkles aus der Vergangenheit.

Verfolgt es, nimmt an meinen Gedanken teil, kommentiert. Lasst uns gemeinsam für eine bessere Zukunft sorgen.

Liebe Grüsse
Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 15.05.2017 22:34:54
Hey Alex,

ich bin dabei und höre gerne zu!  ;)

Schön, dass Du nun hier bist! Kein Wort wird missachtet, egal in welcher Form!

Nun zählt aber zunächst Deine Gegenwart.... Das heute und jetzt ist der Grundstein einer langfristigen Stabilisation! Vergangenes ist oft nicht veränderbar, aber man kann lernen dies zu akzeptieren.... und die Zukunft kann man durch die Gegenwart formen, jedoch bleibt genug Freiraum für Unvorhersehbares: was gut ist, so lange man die nötigen Werkzeuge nicht mehr aus der Hand gibt!

Weiter so  8)

Liebe Grüße

MiLu
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 15.05.2017 22:53:07
Da fällt mir ein gutes Sprichwort ein:

Es gibt nur zwei Tage in deinem Leben, an denen du nichts ändern kannst! Der eine ist gestern und der andere ist morgen.

Ich stimme dir voll und ganz zu.

Vielen Dank.

Liebe Grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 15.05.2017 23:27:58
Hallo Alex89,

Natürlich werden wir gerne daran teilnehmen,auch wenn Du neu hier im Forum bist.
Zu "unserer" Familie gehörtest Du eh immer.
Wir lernen voneinander,erleben und erfahren es gemeinsam,was wir so erlebten.
Und sehen weiter,jeden Tag aufs neue.

Und wir schreiben es auf!

Liebe Grüße     
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 18.05.2017 20:52:32
Wow,

die Tage vergehen momentan wie im Flug. Morgen ist der Termin bei der Suchtberatung und ich hab echt Schiss :/
Man weiß absolut nicht, was einen da erwartet. Ich habe mir viele Gedanken gemacht wie es ablaufen wird, aber im Endeffekt habe ich 0 Plan. Glaub ich bin echt froh, wenn ich das überstanden habe...

Ansonsten habe ich die letzten Tage total die gemischten Gefühle. Mal geht es mir total gut, ich genieße die Dinge, die ich während der Sucht erst gar nicht wahrgenommen habe, sei es die Sonnenstrahlen, mein warmes Bett oder einfach die frische Luft nach dem heutigem Regenschauer. Mal das krasse Gegenteil. Mir geht's beschissen, ich glaub nicht an mich. Denke die ganze Last erdrückt mich. Ich habe Angst, zu scheitern, wieder rein zu rutschen in die Sucht. Wirke überfordert, weil ich so viel an meiner Lebensweise ändern muss. Aber wenn ich mich abends ins Bett lege, dann atme ich tief durch und denke mir: Du hast den Tag spielfrei überlebt.

Warum haben wir nur zugelassen, dass uns die Sucht in so ein Loch gebracht hat.. Warum wird einem erst klar, dass man krank ist, wenn man schon so tief gefallen ist. Natürlich gibt es einen Weg aus diesem tiefen Loch. Es wird extrem schwer, fast unmöglich. Aber wenn man den Kampf nicht angeht, dann hat man schon verloren.

In diesem Sinne, auf weitere 24 spielfreie Stunden.

Ich wünsche euch und euren Lieben ein schönes Wochenende.

Gruß Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 19.05.2017 00:38:21
Hallo Alex89,

Dein Beitrag liest sich ja schon etwas dramatisch.
Nicht mehr spielen zu gehen und irgendwann kaum noch daran zu denken.
Ist dann alles gut ? .....sage es mir.

Diese Hürde zu überwinden und gegen sein unglückbringendes Verlangen anzugehen.
Sollte doch mit Hoffnung und Zuversicht angegangen werden.
Ängste wieder in Dein altes Muster zu verfallen...gut so.
Selbst ein gesunder Mensch hätte doch die gleichen Ängste,wenn er daran denken würde.
Wie es ist sein ganzes Geld und sich selbst dabei zu verlieren.

Alex,ich bin bei Dir,wir sind bei Dir,viele sind bei Dir.
Du bist es mir,uns,vielen wert.

Fuck auf diese Vergangenheit.
0 Plan ist tausendmal besser,als Deine alten Pläne...ein Fortschritt.  :)

Nehme es locker,nicht Deine Krankheit und auch nicht Deine Angst eventuell zu scheitern.
Sondern Dein zukünftiges Leben!
Es wird Dir noch so vieles geben,freue Dich darauf.

Allerdings gelingt es mir ja auch nicht so häufig...große Fresse halt. 

Wunderbar,dass Du Dich hier mitteilst.

Kopf hoch...

Grüß Dich       
 

     
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 19.05.2017 10:17:53
Guten Morgen Alexander!

Ich hoffe, du kannst dir beim Gespräch mit dem Suchtberater neue Impulse holen. Ein mulmiges Gefühl ist es immer, wenn man beginnt offen über sein Problem zu sprechen, erst recht von Mensch zu Mensch, da ist der Gang in ein Forum ein Klacks dagegen. Aber du wirst sehen, wie befreit du danach raus gehen wirst und tief im inneren merkst, das dies die richtige Entscheidung war, obwohl sie schwer gefallen ist!
Hilfe ist dazu da, angenommen zu werden und zu spenden wenn die Zeit dafür gekommen ist!

aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 19.05.2017 16:58:15
Puh, ich habe es geschafft. Ich hab sicher 10 Minuten im Auto gesessen weil ich Schiss hatte rein zu gehen.

Und ich muss sagen, es war halb so schlimm. Die Frau war sehr einfühlsam. Wir haben fast 3 Stunden geredet. Über die Vergangenheit, die Sucht selber und die Zukunft. Ich konnte echt offen mit ihr sprechen, so ein Typ bin ich ja mal gar nicht. Früher hab ich alles in mich rein gefressen.

Wir haben direkt den nächsten Termin gemacht. Freitag in 2 Wochen. Ich glaub ich hätte noch 5 Stunden weiter quatschen können. Es hat einfach gut getan die Probleme mit einem anderen Menschen zu teilen. Es ist wirklich eine Last von mir gefallen.

Jetzt weiß ich das ich mich mehr mit mir beschäftigen muss. Ich darf nicht vor meinen Problemen flüchten. Als Spieler ist man vor seinen Problemen geflüchtet, indem man in die Spielo gegangen ist.

Ich muss euch danken, denn ihr habt mich heute begleitet und mir echt den nötigen Schwung gegeben, da durch die Tür zu gehen.

aT, ich habe definitiv neue Impulse erhalten, neue Kraft, weiter zu machen.

Jacky, ich kann deine Frage nicht beantworten :/ ich habe noch keine Vorstellung, wie es is wenn man länger Abstinent ist und kaum noch daran denkt. Aber ich denke schon, dass dann so manches besser ist. Ich werde dir die Frage beantworten wenn es soweit ist. Ich bin auf jeden Fall bereit, diesen Weg zu gehen und ihn zu packen.

Gruß Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 19.05.2017 17:06:17
Servus Alex,

na das liest sich doch klasse! Du hast Dich nun überwunden und dies wird sich lohnen!

Bzgl. deiner Frage: "Warum haben wir nur zugelassen, dass uns die Sucht in so ein Loch gebracht hat"

Ich würde diese erstmal so stehen lassen, denn weitaus wichtiger ist doch die Frage: "Warum solltest Du es zulassen jemals wieder an diesen Punkt der Ausgangsfrage zu kommen?".

Dass nun vorerst ein Gedankenchaos herrscht, ist durchaus gesund: so hast Du 10 Jahre die Gefühle mittels Spielen unterdrückt bzw. vermieden. Nun hast Du für Dich entschlossen, dass dieses Mittel wegfällt. Jetzt heißt es mit all den positiven und negativen Erlebnissen, Gedanken und Gefühlen eigenmächtig umzugehen, ja diese sogar erstmal wieder überhaupt zu empfinden....

Du bist auf einem sehr guten Weg!

Alles Gute weiterhin

Liebe grüße

MiLu
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 23.05.2017 21:18:53
Hallo Leute,

ich habe nun schon 2 Wochen geschafft, in denen ich spielfrei geblieben bin. MiLu, deine Aussage klingt mehr wie logisch und einleuchtend. So hat man viele Jahre seine Gefühle durch die Sucht verdrängt. Nun beginnt quasi ein neues Leben. Ich fühle mich wie ein kleines Kind, das die Welt nun aus einem ganz anderen Blickwinkel sieht. Vieles erscheint mir neu. Kein Scherz, ich habe am Wochenende einen Film geguckt, den ich schon X Mal gesehen habe, doch es haben sich in mir ganz andere Gefühle entwickelt, wie es früher einmal war. Ich habe viel mehr gefühlt als sonst (der Film bedeutet mir sehr viel)

Man fängt an, sich an das neue Leben zu gewöhnen, und es ist echt ein schönes Leben, weil so vieles einem so neu vorkommt. Ich hoffe dass dieses Gefühl länger andauert, denn das stärkt mich bei meinem Kampf gegen die Sucht.

Ich gehe mittlerweile öfters spazieren, nehme Dinge in der Natur wahr, die mich vorher null gejuckt haben. Ich bin jeden Tag hier im Forum, und lese fleißig mit. Mir fehlt leider die Zeit, um jeden Tag was neues zu Posten. Es gibt zu viele Dinge, die jetzt nachgeholt werden müssen.

Auf 24 weitere spielfreie Stunden

Grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 25.05.2017 23:14:37
Hallo Alex,

dann entdecke alles was es zu erleben gibt,nichts ist neu von diesen Dingen.
Sie waren schon immer da...nur Du halt nicht.

Schön Dir hier folgen zu dürfen.
Wie heißt eigentlich dieser Film ?

Grüß Dich. 
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 26.05.2017 12:13:55
Das Streben nach Glück mit Will Smith

Ein toller Film, der auf einer wahren Geschichte basiert.
Hat viele Parallelen zur Spielsucht finde ich. Wenn man den Willen hat dann kann man alles erreichen.

Gruß Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 02.06.2017 13:16:11
Hallo Leute,

mein Gott wie schnell vergeht denn bitte die Zeit? Früher wollt man ja schnell älter werden aber mittlerweile fragt man sich einfach nur wo die Zeit geblieben ist.. furchtbar.

Viele Updates habe ich jedoch nicht und genau das ist mein aktuelles Problem. Es verläuft meiner Meinung nach alles so schleppend. Okay, ich bin immer noch spielfrei (meine zweitlängste Zeit) allerdings bin ich jetzt nicht viel weiter wie vor 1 Woche. Die Spielsperren sind durch, das Verhältnis zu meiner Mutter wird von Tag zu Tag besser. Ich lauf wieder mit Geld rum (nur mit kleinen Summen). Aber ich selbst finde ich tue noch zu wenig, oder ist dies bloss Einbildung?? Setze ich mich vielleicht zu sehr unter Druck. Ich lese hier oft, man muss sich mir der Krankheit und sich selber beschäftigen. Aber was genau soll ich noch tun? Ich denke Tee trinken und abwarten ist nicht der richtige Weg oder?

Die nette Frau von der Caritas hat meinen heutigen Termin streichen müssen, leider. Ich hatte mich schon sehr aufs Treffen gefreut. Jetzt muss ich wieder 2 Wochen warten bis zum nächsten Treffen.. Dabei wollte ich sie heute fragen wo und wann shg statt finden.

Hoffe euch geht es gut
Ich wünsche jedem ein schönes langes Wochenende
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 02.06.2017 13:51:22
Hallo Alex,

wenn jemand auf Dauer erkrankt ist und damit Leben muss,passt er entweder alles seiner Krankheit an oder er fügt seine Krankheit einfach in sein Leben.

Es gilt halt Dinge zu beachten,am Anfang der Spielfreiheit sicherlich etwas intensiver und mit Nachdruck.
Eben in dieser Phase wird das Umfeld so gut es geht angepasst.
Mit der Zeit bekommt man aber eine gewisse Erfahrung und wird freier dadurch.
Der Teufel wird hier nicht an die Wand gemalt,aber es ist gut zu wissen,dass es ihn gibt.

Bei Höhenangst meidet man Türme.
Bei Arachnophobie Spinnen.
Aber hohe Gebäude und Kleintiere begegnen einem dennoch ab und zu.
Selbst durch abwarten und Tee trinken,würde sich nichts daran ändern.

Du sollst Dein Leben leben,dass Du sagen kannst.....
"Ja,ich führe mein Leben und so ist es gut."

Mache alles was dafür notwendig ist,nicht mehr und schon gar nicht weniger.
Schleppend ist in Deinem Falle nur ein zeitlicher Begriff.
Aber hinterher wirst Du eh wieder sagen können, Zitat Alex: "...wo die Zeit geblieben ist"      :)

Grüß Dich
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 06.06.2017 09:46:40
Zitat
Viele Updates habe ich jedoch nicht und genau das ist mein aktuelles Problem. Es verläuft meiner Meinung nach alles so schleppend
Einmal kann das Leben an einem vorbei rasen und ein andermal kommt einem eine Minute vor, wie 3 Stunden, z.B. wenn man auf etwas wartet!? Wartest du auf etwas bestimmtes? Oder besser was hattest du erwartet? Wenn du passiv bist, passiert nichts!
Zitat
Okay, ich bin immer noch spielfrei (meine zweitlängste Zeit) allerdings bin ich jetzt nicht viel weiter wie vor 1 Woche
Auf was bezieht sich das noch nicht viel weiter? Was heißt, du tust zu wenig!? Du bist spielfrei und das ist sehr, sehr gut! Jetzt gilt es die Zeit anstelle des Spielens mit anderem zu füllen! D.h. du sollst dich natürlich auch mit dem Spielen auseinandersetzen, das kann man sehr fein innerhalb einer SHG, aber natürlich sollst du auch andere Dinge tun, die dir gut tun (Hobbys, Arbeiten, Urlaub, etc). Werde aktiv und lebe dein Leben! Gestalte dein Leben, wie es dir passt und wie du glücklich bist. Spieler wirst du bleiben, aber damit kann man leben, sehr gut sogar, solange man abstinent bleibt! Immerzu warten, bis der nächste Suchtberatungstermin kommt, ist zu wenig!
aT
p.s.: Listen, über SHG Gruppen findet man auch im Netz, wenn man möchte...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 06.06.2017 23:18:54
Danke für eure Antworten, die mich sehr zum nachdenken angeregt haben. Ich hab eure Beiträge gefühlte 100 mal gelesen, und ich bin beeindruckt, wie sehr fremde Menschen einem aus der Seele lesen können.

"Das Umfeld wird der Spielsucht so gut wie möglich angepasst"
Ja Jacky, genau das habe ich die letzten Wochen gemacht, als Selbstschutz. Ich vermeide jeglichen Kontakt zu Leuten, die da noch voll drin hängen. Ich meide meine Stammlokale, wo das Spielen ein Teil meines Aufenthaltes war.

Ich hoffe so sehr dass du mit der Aussage, dass man mit der Zeit freier wird und die Spielsucht nur noch ein Teil seines Lebens wird auch recht hast.

Aber man liest viel, wo die Spielsucht einen doch wieder einholt und man wieder voll drin hängt.. Und dann fragt man sich, wieso geht es bei dir so leicht und andere scheitern x mal an dem Versuch, abstinent zu bleiben. Okay, bei mir sind es erst 4 Wochen, das Ganze ist noch viel zu frisch, um sich mit dem erzielten Erfolg auszuruhen. Doch es gibt keine 100 %ige Anleitung, wie man es auch weiterhin durchziehen kann.

Zu deinem Post aT:

Ja, ich erwarte was bzw. Ich warte auf was bestimmtes. Und zwar erwarte ich, wahrscheinlich zu schnell, dass ich mein Leben wieder normal fortführen kann, ich erwarte, dass die Spielsucht nur noch ein Teil von meinem Leben wird und nicht mein Leben beherrscht. Aber ich weiß selbst, dass ich noch ganz am Anfang bin und dass alles seine Zeit braucht.

Ich hab gedacht, der schwerste Schritt ist es, sich Hilfe zu suchen, aber das ist falsch. Hilfe habe ich jetzt durch meine Mutter, die Selbstsperren und die Suchtberatung. Aber wenn ich sehe, was mir noch bevorsteht, habe ich den Eindruck, daß ich scheitere..

Der Weg in die SHG ist für mich momentan noch unvorstellbar, das Geständnis vor meinem Dad ebenfalls. Ich fühle mich noch gar nicht bereit für diese Schritte, doch ich weiss auch, dass ich diese nicht ewig nach hinten schieben kann.

Momentan fehlt mir der letzte Schubser dafür. Ich habe doch schon so einiges selber in die Wege geleitet, warum ist es jetzt so schwer weiter zu machen?

Ich weiß es nicht.. Wirklich nicht

Gute Nacht liebe Leute
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Olli am 07.06.2017 06:40:19
<schubs>  :D
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 07.06.2017 06:59:42
Zitat
Aber wenn ich sehe, was mir noch bevorsteht, habe ich den Eindruck, daß ich scheitere..
Das ist oft der Grund warum wir Spieler "nur für heute" spielfrei bleiben und morgen wieder! Solange du dir abends im Bett sagen kannst: "Heute war ein guter Tag, ich habe nicht gespielt, dann war es ein verdammt guter Tag für dich!" Belaste dich nicht mit der restlichen Zeit deines Lebens, lebe JETZT! Und wenn ich sage Leben heißt das nicht, im stillen Kämmerchen zu warten, dass es plötzlich "Klick" macht und dann alles wieder so ist wie es früher einmal war! Die Sucht hat dich verändert - klar - positiv, negativ, wie auch immer, das Leben geht weiter und dir ist offen, es zu leben wie immer du möchtest! Ich kann deine Angst vor der SHG verstehen, wie hatten sie alle, aber schau dir die Berichte von Stefan, Kevin, etc. an, sie haben diesen Schritt erst jüngst getan und ihre Angst war völlig unbegründet und sie gingen gestärkt aus diesen Sitzungen raus. Klar kostet es Überwindung, aber es lohnt sich. Wenn es dir nicht gefällt oder nicht passt, kannst du jederzeit gehen, bzw musst du, wenn du möchtest, auch gar nichts sagen, sondern nur mit dabeisitzen. Die anderen Spieler werden deine Sucht verstehen und akzeptieren (letzteres übrigens auch 95% aller anderen Mitmenschen). Sie können dir Wege aufzeigen, wie du deine Krankheit in dein Leben einpflanzen kannst, ohne, dass sie dich andauernd belastet!
insofern:
Zitat
<schubs>  :D
Gute Idee! Ohne dich drängen zu wollen, mach alles in deinem Tempo, aber sei gewiss, dass sich dein Problem nicht von alleine lösen wird, wenn du dich zuhause abschottest! Die SHG wird dir die Augen öffnen, nimm diese Hilfe an, wenn sie in deiner Nähe angeboten wird!
aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Olli am 07.06.2017 11:59:03
Hi!

Zitat
Aber wenn ich sehe, was mir noch bevorsteht, habe ich den Eindruck, daß ich scheitere..

Ich muss die Tage ein wenig im Garten buddeln.
Der Boden ist hart und mein Rücken wird sich bedanken.
Die Überwindung es überhaupt anzufangen ist groß.

Doch ich brauche nicht alles an einem Tag erledigen.
Vielleicht schaufele ich morgen 20 Schüppen und übermorgen nur 10.
Das mache ich dann so lange, bis ich es abgearbeitet habe.

Niemand hetzt mich. Es sind keine Termine daran gebunden.
Niemand erwartet, dass ich es mache. Ich mache es für mich.
Ich mache es in meinem Tempo.

Wenn das Loch fertig ist, dann muss ich dort hinein Kantsteine setzen.
In die Kantsteine werde ich eine Betonplatte gießen.
Darauf werde ich Betonplatten kleben und verfugen.

Ist dies erledigt, werde ich mein Gartenhäuschen bestellen und mit meinem Schwager zusammen aufstellen.

Das ist alles zusammen viel Arbeit. Bröselt man es aber auf, dann gibt es viele kleine Erfolge - nenne sie von mir aus Meilensteine.

Genau so funktioniert auch Dein Genesungsweg.

Du machst das schon ...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 07.06.2017 15:04:25
Wenn das Loch fertig ist, dann muss ich dort hinein Kantsteine setzen.
In die Kantsteine werde ich eine Betonplatte gießen.
Darauf werde ich Betonplatten kleben und verfugen.

Wenn Du nun noch eine gerüttelte Kiesschicht und eine PE-Folie (zum Schutze des Betons vor Frost- und Nässeschäden)
event. noch eine Stahlmatte miteinbringst...könnte es sogar was werden.  :)

Aber ich bin mir ganz sicher,Du machst dass schon gut.

Grüß Dich

Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Olli am 07.06.2017 19:57:58
 :D

Aber sicher, Jacky ...

Wollte jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen ...

 :D
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Fred am 07.06.2017 20:37:28
Doch ich brauche nicht alles an einem Tag erledigen.
Vielleicht schaufele ich morgen 20 Schüppen und übermorgen nur 10.

Wieviel Jahre hast du deine Auffahrt brach liegen lassen ... waren es 6 oder 7 ???
Jaja ... es gab Milliarden Gründe ...

Olli  8)
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Olli am 07.06.2017 20:46:24
Nein Fred ... es gibt nur einen Grund: Ich warte auf meinen Schwager.
Dies nun leider seit 4 Jahren.

Jetzt hat er eine gute Provision bekommen, da will er erst eine Garage bauen.

 :(
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 14.06.2017 19:44:06
Hallo liebe Leute,

mir geht es momentan soooo was von gut, ich kann es gar nicht in Worte fassen. Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut gefühlt. Schon alleine daran sehe ich, dass es Sinn macht, weiter zu machen. Weiter Stein für Stein zu legen. Danke dir Olli für diesen schönen Vergleich. Du hast meine Sichtweise ein Stück weit geändert. Ich lebe den heutigen Tag, nicht den morgigen und nicht den gestrigen! Heute versuche ich 24 Std spielfrei zu bleiben, das ist meine Grundlage, alles weitere was ich heute schaffe, ist ein Bonus. Die letzten Tage bin ich nur noch Briefe am abheften, Briefe von den Spielhallen und Casinos in denen mich meine Beraterin gesperrt hat. Unfassbar wie viele Höllen es gibt.. Die gehören alle verbrannt in meinen Augen.

Ich habe mir Gedanken gemacht, was eine SHG betrifft und ich bin bereit diesen Schritt zu gehen. Im Prinzip ist es ja nichts anderes wie das Forum hier. Man sitzt mit Menschen, die eine ähnliche Vergangenheit haben, man kann sich austauschen und Erfahrungen sammeln. Ich habe am 30. den Termin bei meiner Beraterin, und die will mit mir persönlich nochmal drüber sprechen. Werde auf jeden Fall darüber berichten :)

Zu den Neuankömmlingen, die meine Geschichte auch ein wenig verfolgen. Ich kann euch nur raten, Hilfe anzunehmen. Auch wenn ihr denkt, ihr schafft es alleine, es ist fast unmöglich. Aber wenn man Hilfe annimmt, ne Beratungstelle aufsucht, sich Sperren lässt und sich mit anderen Menschen darüber austauscht, dann geht es alles viel einfacher! Und Hey, wozu soll man es sich schwer machen, wenn man es sich auch leichter machen kann?! Und da brauch sich keiner zu schämen, es ist eine Krankheit und es kann jeden treffen!

Ich wünsche euch einen schönen Feiertag.
Ich hab jetzt 4 Tage frei 👌

Grüüüüüsse euch
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 14.06.2017 19:49:46

Hallo Alex,

ich freue mich sehr über Deinen Entschluss! Du hast absolut Recht: das HEUTE zählt - denn das spielfreie Hier und Jetzt wird in ein gutes MORGEN führen .....

Alles Gute weiterhin und Daumen hoch  :)

Liebe Grüße

MiLu
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 24.06.2017 15:53:17
Hallo liebe Forenmitglieder,

ein kleines aber feines Update von meiner Seite. Ich war am Mittwoch mit ein paar Kollegen einen trinken. Wir waren bowlen und haben ein paar Bier getrunken. In diesem Laden steht ein Automat, und ich war seit dem 09.05. wieder zum ersten Mal in unmittelbarer Nähe eines Spielautomaten. Und habe ich gespielt? Nein, ich hab nicht mal drüber nachgedacht, auch nach 3 Bier nicht. Früher hat mich der Alkohol quasi von alleine zum Spielen verleitet. Diesmal nicht, diesmal war ich der Gewinner, jeah  8)

Ansonsten gibt es nicht viel neues, arbeiten, essen, schlafen. Alltag halt 😇 hab seit Monaten die Reparaturen an meinem Auto verschoben, weil nie das Geld dafür da war, gestern war es so weit, Ölwechsel, hinten neue Bremsen und neue Filter. Endlich. Und, das schönste, das Geld auszugeben hat nicht weh getan, weil es für was sinnvolles war.

Freitag geht es nochmal zur Beraterin. Meine to Do Liste zur Abstinenz ist kleiner geworden, aber zwei Dinge sind mir sehr wichtig: in eine shg gehen und die Aussprache mit meinem Dad. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich im Juli den ersten Punkt abhaken werde, aber das Gespräch mit meinem Vater, uufff, ich glaube ich packe das nicht. Hab echt Angst davor. Vielleicht wird es mir mit der Zeit leichter fallen, aber momentan ist dieser Schritt noch zu gross. Ich werde es tun wenn ich mich dafür bereit fühle, sei es nach ner Woche, nach einem Monat oder nach einem Jahr.

Jetzt geht es erstmal raus zum grillen :)

Schönes Wochenende euch allen

Updates folgen :)

Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 24.06.2017 21:38:27
Hallo Alex,

schön dass Du uns berichtest.

Der Vater:
Du wirst entscheiden wann,wem und wie Du etwas zu sagen hast.
Wenn man vor etwas Angst hat sollte man es nur tun,wenn es eine Notwendigkeit bedeutet.
Du bist der Herr Deiner Seel,nichts wird mehr erzwungen.
Denn Zwänge hattest Du doch schon genug in Deinem Leben.

Schön dass Du da bist.

Liebe Grüße   
         
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 26.06.2017 10:05:26
Guten Morgen Alex,

vor 3 Wochen klang das noch so:
Zitat
Der Weg in die SHG ist für mich momentan noch unvorstellbar, das Geständnis vor meinem Dad ebenfalls. Ich fühle mich noch gar nicht bereit für diese Schritte, doch ich weiss auch, dass ich diese nicht ewig nach hinten schieben kann.
Jetzt:
Zitat
aber zwei Dinge sind mir sehr wichtig: in eine shg gehen und die Aussprache mit meinem Dad. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich im Juli den ersten Punkt abhaken werde, aber das Gespräch mit meinem Vater, uufff, ich glaube ich packe das nicht.
Setze dich nicht unter Druck, es kommt die Zeit, wo die Kraft und den Mut haben wirst mit deinem Vater zu reden. Jetzt im Moment zählst erstmal du alleine, spielfrei für heute!
Ich freu mich mit dir!
aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 03.07.2017 19:27:22
Hallo, ich grüße euch.

Vielen Dank für eure Meinungen. Auf der einen Seite stimme ich euch zu 100% zu. Aber auf der anderen Seite sehe ich mich auch verpflichtet dazu meinem Vater endlich die Wahrheit zu sagen, denn ich wohne immer noch in seinem Haus und je länger ich warte, umso länger belüge ich ihn auch quasi. Einer Person etwas zu verheimlichen ist in meinen Augen fast so schlimm wie lügen. Naja egal, der Tag wird irgendwann kommen, wenn ich stark genug dafür bin.

War am Freitag wieder bei meiner Beraterin. Sie sagte, sie kann meine Energie richtig spüren. Und so fühle ich mich auch, ich fühle mich nach wie vor von Tag zu Tag immer wohler in meinem neuen Leben.

Und siehe da, auf einmal klappt es auch wieder mit den Frauen, grins. Seltsam, in den letzten Jahren gab es so gut wie keinen Kontakt zum anderen Geschlecht. Aber ich muss mich da noch etwas abbremsen, denn ich muss erstmal mein Leben auf die Reihe bekommen, bevor ich meine Vergangenheit einer Frau anvertrauen kann. Nur kann man seine Gefühle in der Hinsicht leider nicht kontrollieren.

Was das Thema shg angeht, hat sich meine Vermutung leider bestätig. In meiner Nähe gibt es leider keine gut funktionierende und aktive shg. Aber meine Beraterin hätte gerne eine. Wäre natürlich klasse, wenn man die Leiterin dann auch noch kennt. Also warte ich damit noch, bis sie diese startet.

Jetzt gehe ich noch ein wenig Sport machen, wo es übrigens auch richtig Berg auf geht. Vllt bekomme ich die plautze doch noch weg bis zum Urlaub, ich bin zuversichtlich! ;)

Bis dahin! Alles erdenklich Gute euch allen.

Lg Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 04.07.2017 00:44:39
Hallo Alex,

Vorsicht vor den Frauen,auch sie können ein Laster werden.
Orientiere Dich lieber an den Sport,er ist immer gut zu Dir.  :)
(Keine zu bewertende Aussage)

Das wird Alex,man kann es gut erkennen.

Grüß Dich 
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 09.07.2017 16:03:18
Du hattest recht..
Jetzt hab ich mich auf die Frau eingelassen und Boom, gestern hat sich mich fallen gelassen und mir ein Korb gegeben. Bei der letzten Frau war es genauso, und ich bin rückfällig geworden.. Jetzt war ich eben wieder kurz davor. Die selben Gedanken, was macht es für ein Sinn. Man bemüht sich und wird eh wieder aufs Neue enttäuscht. Und jedes mal der selbe satz: "es lag nicht an dir"

Aber ich bin heute weiter wie damals, mir ist klar das es MEIN Leben ist. Ich bleibe heute stark, und gehe nicht spielen.

Ich schreibe lieber hier, lasse meinen Gedanken freien Lauf. Die Frau ist einfach dumm, so einen wie mich findet sie nicht nochmal!

Liebe Grüsse
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 09.07.2017 18:09:47
Hey Alex,

lass Dich nicht entmutigen! Du willst doch spielfrei deinetwillen sein und für niemanden sonst. Respekt, dass Du dich hier so offen mitteilst..... Denke Dir einfach immer wieder: es gibt keinen Grund spielen zu gehen...weder in guten noch schlechten Momenten. Mach Dich nicht abhängig von derartigen Situationen, auf welche man keinen Einfluss hat. Was meinst du, wieviele Anläufe ich immer brauche bis jemand kapiert, dass ich gar nicht so verkehrt bin. That's Life ;-)

Kopf hoch und weitermachen.....

Ähhhhhm also spielfrei bleiben.

Alles Liebe

MiLu
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 09.07.2017 18:11:40
Hallo Alex,

Rückschläge gehören dazu,im privaten so wie im beruflichen Bereich.
Wer könnte schon von sich behaupten,dass alles immer so lief wie man es auch wollte.

Gerade in Verbindung mit einem neuen Partner,Freundin,Geliebte...was auch immer der Titel wäre.
Und mal aus einem fernen Blick meiner Vergangenheit,manche "Verbindungen" hätte ich mir wahrlich ersparen können.
Schade für die ganze Zeit und den damit verbundenen Aufwand,nicht nur für mich.
Egal ob es nur eine "magische" Nacht oder einige Wochen unter Schmetterlingen waren.
Egal wer nun wen verlassen hatte.
Und auch Scheißegal warum es so war.

Alex,wo kämen wir hin wenn wir nicht jenes Risiko eingingen.
Einen Menschen zu suchen,dem man vertrauen - und seine Gefühle teilen könnte.
Und wenn es nicht passt von einer Seite aus,dann geht es halt nicht.

Nichts sollte Dich wieder zum Spiel bewegen.
Nur eines:
"Wenn Du es möchtest,also wirklich möchtest,dann mache es halt."

Aber nicht aus einem Grund heraus der nur dazu dient.
Seiner Abhängigkeit zu frönen !

Du hast es erkannt,Alex!

Liebe Grüße 
   
   
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Olli am 09.07.2017 18:51:04
Hi Alex!

Zitat
Die Frau ist einfach dumm, so einen wie mich findet sie nicht nochmal!

Aha ... mit so einem Spruch hast schlicht Du sie nicht verdient.
Ich finde dieses Herabsetzen der Frau und Dein Hervorheben für eine Partnerschaft, ob sie jetzt geklappt hat oder nicht, nicht in Ordnung.
Ich lege Dir aber hier zugute, dass Dich das schwer getroffen hat.

Du darfst verletzt und enttäuscht sein. Aber bitte nicht so ...

Immerhin schön zu lesen, dass Du nicht spielen warst. Danke fürs ehrliche Teilen.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 09.07.2017 20:31:37
Ja es hat mich schwer getroffen.
Seit 2 Monaten ging alles steil Berg auf und dann sowas. Und dabei habe ich gedacht es ist  DIE Frau..
Den letzten Satz von mir habe ich nur geschrieben weil ich sauer war.. Natürlich ist diese Frau nicht dumm und womöglich kann sie selbst nichts dafür, denn wenn es nicht klickt macht dann ist es so..

Vielleicht könnt ihr mir ein Rat geben, auch wenn dieser nichts mit Spielsucht zu tun hat.

Man muss im Leben für das was man will kämpfen, und ich will diese Frau. Jetzt sagte sie zu mir, dass sie sich nicht vorstellen könnte, dass sich bei ihr außer Freundschaft noch mehr entwickeln kann. Ich denke ich komme mit einer reinen Freundschaft nicht parat. Soll ich sie nun abhaken und die Freundschaft ablehnen oder soll ich anfangen dafür zu kämpfen.

Aaaah, ich bin so durcheinander :(
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 09.07.2017 21:07:57
Ich denke, dass es schon ok ist, wenn man sich mal in der Wortwahl vergreift, v.a. in emotionalen Momenten.... hauptsache, du hast ihr das so nicht gesagt, denn das wäre in der Tat vermutlich nicht gerecht! Allerdings zeigt dein Verhalten nun, dass du Gefühle zeigst, zulässt und in der jeweiligen Verfassung ausdrückst: das ist ein riiiiiiiesen Fortschritt! So hat damals das Zocken doch alles verschluckt...

Zu deiner Frage: sie scheint ehrlich und direkt zu sein: kein Wunder, dass du sie magst .... man sollte natürlich in erster Linie ihre Gefühle akzeptieren. Ich bin kein Fan von dem Satz: man muss für das kämpfen, was man will.... denn dies kann einen oft dazu verleiten, das Wesentliche zu vergessen und andere Möglichkeiten zu übersehen, zu verbissen an Geschehnisse heranzutreten. Gib ihr und auch dir den Freiraum... trefft euch ruhig und bau keinen Druck auf: entweder es wird mehr aus Freundschaft oder eben nicht .... bring Geduld mit, aber auch die Charakterstärke ein eventuelles Nein zu respektieren. Manche Dinge brauchen wahrlich ihre Zeit, denn wir sind keine Maschinen.... jeder hat das Recht auf eine freie Entscheidung, auch nach einiger Zeit (denn erst dann kann man ja meist überhaupt entscheiden).

Nutze deine Chancen, die sich Dir bieten, jedoch sei so klug, zu verstehen, wenn es keine Chance gibt .....

Liebe Grüße

MiLu
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 09.07.2017 22:20:20
Hallo Alex,

..................
Vielleicht könnt ihr mir ein Rat geben, auch wenn dieser nichts mit Spielsucht zu tun hat.
..................

Man muss im Leben für das was man will kämpfen, und ich will diese Frau.

Man kann nicht immer alles bekommen was man möchte.
http://www.spielsucht-soforthilfe.de/index.php/topic,174.msg2733.html#msg2733 (http://www.spielsucht-soforthilfe.de/index.php/topic,174.msg2733.html#msg2733)

Und wenn schon!

Mache Dir keine Gedanken über Dinge die Du eventuell nicht bekommen könntest.
Sondern versuche alles dafür,sie zu bekommen.
Denn nur dann kannst Du Dir sicher sein,ob Du überhaupt eine Chance hattest.

Grüß Dich

Nachtrag:
Merke gerade dass es das Gegenteil ist von MiLus Ausführungen.
Aber bin mir schon bewusst,dass beides seine Berechtigung hat.   
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 09.07.2017 22:25:44
Ich danke euch!

Ihr seid tolle Menschen
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 10.07.2017 00:18:16
..... so wie du auch, Alex!

Ich denke, dass meine Worte nicht gegenteilig von Dir, Jackson, sind. Nur anders....

Ich habe gelernt, dass Kampf auch bedeuten kann: runter mit den Offensivwaffen, Liegestuhl auf, hineingesetzt, so sein wie man ist, nichts erzwingen, Bierchen und Augen auf, beobachten und dann situativ aus dem Bauchgefühl heraus richtig handeln  8) Geduld, aber auch konkrete Entscheidungsfähigkeit sind verdammt gute Wegbegleiter....
Dies haben mich hier einige Menschen gelehrt sowie eine mir wichtige Person (nun von oben herabsehend) und das Leben halt selbst...  Jeder kann seine Form des würdevollen  'Kampfes' für diese wichtigen Dinge erkunden.... Irre, aber doch wertvoll....

Liebe Grüße

MiLu
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 12.07.2017 22:21:57
Hallo liebe Leute,

ich muss mir leider meinen Frust von der Seele schreiben.. Mir geht es seit dem Wochenende total beschissen.. Die ganze Energie, der ganze Wille, die ganze Lebenslust hat sich in Luft aufgelöst. Mir kommt es so vor als hätte mir die Frau den Boden unter den Füßen weg gerissen.

Ich habe im Moment keinen Kontakt mehr zu ihr. Ich kann das nicht, ich kann nicht auf Freunde tun wenn da mehr wie nur Freundschaft ist.

Jetzt liege ich hier und stelle mir die Frage, ob es an mir lag. Ob sie gemerkt hat, wie kaputt ich innerlich bin. Die Sucht hat mich verändert, körperlich als auch geistlich. Ich frage mich ob man das überhaupt reparieren kann. Ich merk es selber, ich lache nicht mehr so viel, habe viel weniger Humor wie früher und bin auch viel distanzierter geworden. Am Montag hatten wir ein Fest in der Firma. Alle haben gelacht, sich nett unterhalten. Nur ich saß da zeitweise regungslos, total abwesend und es gab Momente, in denen ich einfach nur da weg wollte.

Die Spielsucht hat mich verändert. Es gibt kaum einen aus meinem Freundeskreis, den es interessiert, wie es mir geht, deshalb schreibe ich hier ins Forum. Es ist teilweise verständlich, in den letzten 10 Jahren habe ich mich auch für niemanden interessiert. Es ging nur um mich und meine Spielsucht.

Doch wie alles reparieren? Den ersten Rückschlag hatte ich jetzt wegen dieser Frau. Dieser war schon heftig und brachte mich fast wieder vor den Automaten. Doch ich bin stark geblieben, doch was ist wenn 5 weitere Rückschläge kommen? Gefühle bei anderen Menschen zeigen, Freundschaften knüpfen, alles bringt Risiken, wie enttäuscht oder verlassen zu werden. Soll man denn nun solche risiken in so einer gefährlichen Phase der Abstinenz wirklich eingehen? Beim Spielen hat es nichts gebracht, wenn man es riskiert hat, ging es zu 99 % in die Hose.

Ich muss diese Phase irgendwie überstehen.. Hier zu schreiben hilft mir dabei.

Schönen Abend euch allen
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 12.07.2017 23:19:53
Hallo Alex,

dieses mal keine Durchhalteparolen von mir,kein gut zureden und kein streicheln.
Was ist denn so schlimmes passiert?
Sein Geld halt über Jahre aus dem Fenster geworfen,machen andere auch.
Den Laufpass bekommen,wie so viele andere auch.

Messe Dich nicht daran,Alex!

Wir sind kranke Menschen und wenn schon.
Süchtige Kreaturen die kein Halten kennen beim Glücksspiel.

Das ganze hat Dich verändert,sicherlich.
Spurlos geht so etwas nicht an einem vorbei.
Doch das Leid ist nun vorbei,das Spiel ist nun vorbei.

Ich kenne Deine Teilnahmslosigkeit und Tiefen sehr gut.
Doch ich habe mir etwas erschaffen,einen Modus den ich immer abrufen kann.
Ich nenne ihn "coole Sau".
In ihn fliehe ich,wenn es nicht mehr zum aushalten ist.

Die Spielsucht hat Dich nicht verändert,nur die Folgen aus Deinem Verhalten.
Da kommt mir doch ein Gedanke,was aber nun wenn diese Folgen ja nun ausbleiben,bzw. ganz andere sind ?

Ach Scheiß drauf,so ganz ohne Aufmunterung schreibe ich hier keinem.
Das alles gehört nun mal dazu,Du wirst es bewältigen,Du hast keine andere Wahl.
Also Kopf hoch und mitten durch die härteren Zeiten,nur dieser Weg führt wieder zu den Guten.

Grüß Dich 




 
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 13.07.2017 10:14:17
Guten Morgen Alex,

Negativerlebnisse gehören zum Leben, der Trick ist, sie abzuhaken und weiterzumachen.

Warum sollte eine Frau mit dir eine Beziehung eingehen, wenn sie keine (Liebes)Gefühle für dich empfindet!? Im Gegenteil, finde ich es nur fair und anständig von ihr, dies gleich am Anfang kund zu tun, als dich über einen langen Zeitraum zappeln zu lassen und dann am Ende abzuservieren! So weißt du, wo du stehst und kannst dich wieder auf andere Dinge konzentrieren!
Du kannst andere Menschen nicht nach deinen Wünschen ändern! Was glaubst du, wieviel Körbe ich bisher in meinem Leben bekommen, sowohl von Frauen, als auch von Personalern bei Bewerbungs- und Gehaltsgesprächen. Rückschläge waren das für mich nicht, sondern Lebenserfahrungen aus denen ich lernen durfte! Ich habe weitergemacht, bin positiv geblieben und habe nun auch einen schönen Job und eine wundervolle Frau! Nicht weil ich unabdingbar danach gesucht habe, sondern weil es eben "passiert" ist.

Positiverlebnisse gehören ebenso zum Leben, der Trick ist, sie anzunehmen und über einen gewissen Zeitraum zu konservieren!

Ändere deine Sichtweise und sehe nicht alles zu eng! Du hast über Jahre nicht am sozialen Leben teilgenommen, erwarte jetzt nicht von deinem Umfeld, dass sich alle nur noch für dich interessieren. Geh weiter Schritt für Schritt zurück ins Leben, es kommt nicht alles auf einmal, aber sukzessive wirst du vieles wiederbekommen, das du verloren hast.
Heute spielfrei und morgen wieder!
aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Olli am 13.07.2017 11:56:18
Hi Alex!

Eine kleine Aufmunterung ...

Zitat
Die Sucht hat mich verändert, körperlich als auch geistlich.

Trägst Du jetzt ne Kutte? Und wann steht das Gelöbnis für Dein Zölibat an?

 ;D  :P  ;D
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 13.07.2017 21:20:37
Und wann steht das Gelöbnis für Dein Zölibat an?

Dann hätte sich zumindest das mit den Frauen mal erledigt.


Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 15.07.2017 13:59:48
... Das Leben ist kein Wunschkonzert...
Manchmal geht es eben auch mal Berg ab.
Es ist einfach schön, wenn man nicht alleine Berg ab gehen muss. Aus diesem Grund bin ich ja auch hier. Es tut gut, wenn Leute auf dich eingehen und man weiß, daß man das nicht alleine machen muss.

Früher alles rein gefressen und verdrängt, jetzt den Frust einfach raus lassen...

Natürlich wird der Tag kommen, wo ich ein Hacken hinter das Thema setzen werde. Aber es ist ein Prozess, der mir sehr zu schaffen macht. Das war schon immer so bei mir, was das Thema Frauen angeht.

ich ziehe auch etwas positiv daraus, der Rückfall in die Spielwelt ist ausgeblieben. Daraus entnehme ich, dass ich stärker geworden bin.

Jetzt weiß ich, wie ich damit umgehen muss, wenn ich nochmal einen Korb kassiere.

Also doch kein Rückschlag, sondern eine Erfahrung die ich mit ihr gemacht habe. Eine Erfahrung, die meine Abstinenz fördert!

LG Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 15.07.2017 17:56:00
Hey Alex,

eine klasse Selbstanalyse, die Du hier lieferst!

Du ziehst wirklich sehr wichtige und logische Schlüsse aus den Negativerfahrungen, um jene zukünftig richtig einzusetzen...

So brauchst Du die Spielwelt nicht, Du wirst mit deinem Leben und mit dessen Sonnen- und Schattenseiten gut zurechtkommen: da bin ich mir sicher!

Weiter so  8)

Liebe Grüße

MiLu
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 15.07.2017 18:00:27
Danke dir MiLu,

Ich denke aus jedem negativem Erlebnis kann man etwas positives rausfiltern

Heute die nächsten zwei Rückschläge:

Mein Hund hat mir so barbarisch in die Nase gebissen, sodass mir wohl oder übel eine Narbe bleibt.
2 Stunden später wollte ich meine Playstation 4 anmachen, es tat sich nix, Playsi im Arsch, -.-

Ich nehme es mit Humor, der liebe Gott möchte wohl, dass ich nur arbeiten gehe und Sport mache.

Ich wünsche euch einen schönen erholsamen Samstag.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Olli am 15.07.2017 23:53:43
Hi Alex!

Für mich sind das keine Rückschläge.

Es ist vollkommen normal, dass so etwas passiert.
Ja selbst das mit dem Hund ... mein Vater musste sich mal an der Augenbraue nähen lassen.
Es war unser Yorkshire Terrier blue ...
Frage nicht, wie der Fiffi da rein beißen konnte ... 8)

Heute war ich auch etwas unaaufmerksam ... habe mich auf meine Fernbrille gesetzt.
Die Brille ist schon beim Optiker und die kleine Halterung austauschen wird mal eben 50 ? kosten.

Jetzt laufe ich die ganze Zeit mit meiner Lesebrille rum ...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 25.07.2017 18:16:17
Hallo Leute,

ich wollte euch hier nur mal schöne Grüsse aus Lloret da lassen. Bin seit gestern hier bis nächste Woche Donnerstag.

Hier ist leider beschissenes Wetter!  :(
Aber soll besser werden ab morgen  :D

Schön mal komplett abzuschalten zu können.
Dennoch muss ich täglich hier rein schnuppern.

Liebe grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 07.08.2017 18:54:44
Guten Abend ihr lieben,

mein Urlaub ist vorbei, heute der erste Arbeitstag.. Und ja, der Alltag hat mich wieder.. Nur hat der Urlaub Spuren hinterlassen. Hab ein Kampfgewicht von 106 kg erreicht  :o
Aus diesem Grund habe ich heute eine Eiweißdiät begonnen. Ich hab mir kein Gewicht als Ziel gesetzt, sondern in 4 Wochen das bestmögliche zu erreichen. Schön wäre es, unter 100 zu kommen, aber kein Muss. Jeder Kilo wird ein Erfolg. Nun ja, im Oktober geht's nämlich nochmal 7 Tage auf Gran Canaria  :D nochmal die Chance zur Strandfigur.. Wenn es nicht klappen sollte, dann für nächstes Jahr auf jeden Fall :)

Die vergangene Reise hat mir sehr gut getan, ich konnte richtig abschalten, hab das Thema mit der Frau abgehakt und kann mich nun wieder voll und ganz auf mich konzentrieren. Freue mich auf den nächsten Termin bei meiner Beraterin. Muss allerdings noch warten, bis sie aus dem Urlaub zurück ist.

Ich habe mir weitere Ziele für mich gesetzt, die ich gerne erreichen möchte. Das Erreichen wird mein Selbstwertgefühl und meine Lebensfreude stärken. Ich habe jetzt die nötige Energie, den Willen, die Zeit und die Geduld um mich mit mir selber zu befassen. Stück für Stück in ein besseres Leben. Jetzt kann ich es schaffen.

Liebe Grüsse aus der Eifel
Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 08.08.2017 12:25:49
Hi Alex,

danke für dein Update! Liest sich gut !  ;)

aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 09.08.2017 19:19:16
Danke aT,

so fühlt es sich auch wirklich an..
Ich sehe Licht am Ende des Tunnels, und das Licht wird immer stärker und heller. Ich freue mich auf meine Zukunft, viel zu lange habe ich in der Vergangenheit gelebt. Jeden Tag passiert etwas Gutes, wenn ich ins Bett gehe, denn ich bin spielfrei.. auch heute versuche ich spielfrei zu sein.

Gruss
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 09.08.2017 19:49:17
Hallo Alex,

es ist echt toll, in diesem Tagebuch von Dir lesen zu dürfen.
Man durchlebt es in Gedanken mit, so viel Potential.

Ein Diamant den Du nun selbst schleifst,schon lange unbezahlbar.

Grüss Dich   
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 17.08.2017 21:12:16
Hallo meine Freunde ,

heute bin ich 100 Tage alt. Wie soll ich es nennen? Das Fundament? Der erste bestiegene Berg? Ganz egal wie ich es nenne, ich bin stolz auf mich und habe mich heute belohnt. Ich bin glücklich! Ich habe etwas erreicht. Wenn ich zurück blicke, auf die vergangenen Tage, dann habe ich durchaus viele Schritte in ein neues Leben gemacht. Ja, es ist an der Zeit ein kleines revue zu machen.

Bevor ich beschloss, mein Leben zu ändern, ging es nur abwärts, Schulden häuften sich von Tag zu Tag. Das hart verdiente Geld, was ich mir erarbeitet habe, verschleuderte ich in ein paar Tagen, manchmal sogar in paar Stunden in den Automaten. Mein Alltag bestand aus Lügen. Sei es die Lüge , wieso ich auf der Arbeit so fertig war, die Lüge, wieso ich am Wochenende keine Zeit für meine Freunde hatte oder die Lüge zuhause, weil ich wieder die halbe Nacht vor dem Automaten saß. Lügen, Lügen und nochmal Lügen. Aber ich war ein Meister drin. Immerhin etwas, was ich damals gut konnte. Ich lief in kaputten Schuhen rum, hatte tshirts, die mir zu klein waren und hab 0 auf mein äusseres geachtet. Alles war Nebensache. Eine Sache war nur wichtig: wie komme ich schneller an Geld, wie kann ich schneller vor den Automaten. 1 Tag Urlaub nehmen, die Nacht durchmachen oder halt dann den Samstag Abend. Scheiss egal. Zeit habe ich nur fürs spielen gebraucht.

Dann machte es bei mir Klick. Irgendwas sagte in mir Stop. Hör endlich auf. Pack dein Leben an. Ich habe es gemacht und mache es immer noch. Ich hab mich in das Forum integriert, wurde hier aufgenommen, als wäre ich ein Familienmitglied. Danke nochmal dafür! Ich habe den wichtigsten Personen von meinem Problem berichtet von A bis Z. Ich habe regelmässig Termine bei einer Suchtberatung. Habe mich im Umkreis von 200 km Sperren lassen und habe angefangen mich mit mir selber zu beschäftigen. Neue Klamotten, neue Schuhe, achte auf mein Äusseres und habe sogar eine Diät seit letzter Woche am laufen, die bis jetzt sehr erfolgreich war. Ich lerne den Umgang mit dem Geld, nach wie vor Dank meiner Mutter , weil sie die Kontrolle über meine Ausgaben hat. Endlich keine Lügen mehr, endlich keine schlaflosen Nächte, keine Schweissausbrüche oder Panikattacken. Ich habe noch einen weiten Weg vor mir. Aber den werde ich mit der Hilfe von meiner Famile, Freunden und auch mit eurer Hilfe gehen, da bin ich mir sicher. Meine Schulden sind reguliert, in 4 Jahren habe ich keine mehr. Dies ist ein Ziel von vielen. Schritt für Schritt packe ich es an. Es fühlt sich so gut an. Die Gedanken ans Spielen haben sich so sehr minimiert. Es gibt einfach zu viele andere schöne Gedanken, an denen ich fest halte, an die ich glaube!

Endlich ist das Leben wieder lebenswert! Mit den guten und schlechten Tagen! Auch aus schlechten Tagen lassen sich positive Dinge heraus ziehen. Früher nicht. Früher gab es nur die Flucht in die andere Welt!

Ich bleib am Ball! Ziehe weiterhin meine Diät durch und mein nächstes grösseres Ziel ist es schuldenfrei zu werden , und dann endlich in meine erste eigene Wohnung ziehen!

Heute bin ich 100 Tage geworden!

Danke fürs lesen

Grüsse
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 17.08.2017 21:48:38
Hey Alex,

du kannst Dir gar nicht vorstellen wie sehr ich mich mitfreue!

Ich gratuliere Dir und wünsche mir, dass Du daran immer anknüpfen kannst! Manchmal wünschte ich mir auch, dass ich mehr unternehmen könnte als nur motivierende Worte niederzuschreiben. Am liebsten würde ich die gesamte Spielindustrie niedermetzeln, ja brutal zerstören und ausrotten... aber das geht leider nicht. Umso mehr weiß ich Eure Kraft zu schätzen, um aus dem Spiel zu kommen!

Gehe Deinen Weg und lasse Dich nie mehr so in Ketten legen.... das wäre so schade!

Sei wirklich stolz suf Dich!

Du bist einer, der das schafft!

Respektvollen Gruß

MiLu


Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 18.08.2017 00:46:02
Hallo Alex,

hervorragend, kennst Du das Spiel Galgenmännchen ?
Du spielst es gerade ..nur Rückwärts.

ich freue mich mit Dir und MiLu mit.

Grüss Dich   
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 18.08.2017 23:24:59
Jacky ein treffender Vergleich, genau so fühlt es sich auch an.

Danke dir Milu für deine motivierenden Worte. Du tust damit so viel gutes, weil ich weiss, dass diese vom Herzen kommen. Diese Worte helfen einem unglaublich viel! Es ist schön, sowas von Menschen zu hören, die man eigentlich überhaupt nicht kennt, die aber dennoch einem total nah sind.

Danke Leute
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 29.08.2017 22:09:32
Hallöle,

ich hoffe es geht euch allen gut? Ich möchte meinen Post heute mit einem Songtext beginnen..

[Part 1 - PA Sports]
Mach dir dein Kopf frei und lade die Energie
Richte die Antenne wieder
Auch wenn dich das Leben in die Enge trieb
Ich seh das dich die Probleme privat brechen
Aber du must jeden Tag retten sobald dich die Sonnenstrahlen treffen
Junge du bist topfit (Yeah)
Gib dir den Beat von Gjana Khan im Mercedes Cockpit und dein Kopf nickt
Heb den Arsch hoch, dein Leben geht grad los
Alles was versäumt wurde kannst du heute nachholen
Junge, du musst einer von den Machern sein
Leg mal dieses Kinderbutterfly in den Schrank
Du bist krass allein (allein)
Was bringt dir das, wenn du mit Freunden auf hart machst
Geh lieber trainieren bist du Fäuste aus Stahl hast
Wer will dich verarschen, deine Würde ist unantastbar
Jeder Bastard will dich testen aber du bist tapfer
Bist du der Frau nicht gut genug lass die Schlampe gehen
Jeder falsche Mensch ist 'ne Erfahrung für dein ganzes Leben

[Hook - PA Sports & Kianush]
Das ist Energie
Wir pushen dich wieder hoch, aus einer kaputten Wohnung nach oben, teil die Vison
Nimm die Energie
Dein Körper wird wiederbelebt, mit diesem Packet, digitales Vitamin-C
Eine Packung Energie von meiner Melodie
Lass mal die Welleschieberei bevor die Geister dich in den Keller ziehen
Energie
Drück auf Play und du spürst diese Energie
Die Energie, die Energie

[Part 2 - Kianush]
Bruder, zu viele negative Dinge die dich immerwieder nach unten ziehen
Der Unterschied zwischen dir und den, ist das du dein Mund verschließt
Spürst du die Energie die grade durch deine Adern geschossen kommt
Auf der Straße getroffen von bösen Blicken
Wie konntest du das nur zulassen, das sie dich zu Boden drücken
Deine innere Stärke verleiht dir einen großen Rücken
Mach dich wieder frei du must deinen Körper wieder aufbauen
Bevor die Zeit kommt und dieser Mörder dir dein Traum raubt
Bündel deine Power für den Kampf wie ein Shaolin
Unter deiner Haube hast du Dampf wie ein Audi (Yeah)
Bruder lass mal die Pafferei
Statt Ganja in den Taschen hast du Sportsachen und 'ne Flasche Wasser bei
Schäm dich nicht für deine vergossenen Tränen
Sie trocknen mit jedem Atemzug, von der Gosse geprägt
Ich schreibe dir diesen Brief in einer bitteren Zeit
Du bist nicht allein [?] lies was zwischen den Zeilen

[Hook - PA Sports & Kianush]

[Part 3 - PA Sports & Kianush]
Das hier ist Energie für jeden da draußen der nicht mehr weiter weiß
Also verschwende dein Leben nicht mit dem Zeitvertreib
Kleinigkeiten die dich daran hinderten dich aufzubauen
Zu viele falsche Ratten die dir grinsend in die Augen schauen
Ball deine Fäuste und halt deine Freunde auf Distanz
Filter die besten raus und beuge dich keinem Kampf
Bäume sind stille Zeugen, die immer grade sind
Drück aufs Gaspedal und du spürst die Fahrt im Wind
Während alle am Schlafen sind bist du noch wach
Den in jeder Zelle dieser Erde steckt die pure Kraft
Die Zukunft hat für dich was großes geplant
Oder leb dein Leben weiter, so wie es war..................


Meine Deutschrap-Phase habe ich eigentlich hinter mir, *grins*,
aber dieses Lied hat mich die letzten Wochen während meiner Diät oft begleitet.
Es gab mir wirklich "Energie" und Kraft und den Willen weiter zu machen.

Ich wurde als Kind in der Schule oft gehänselt, weil ich eine größere Nase habe.
Ich habe die ganzen Sprüche geschluckt, dadurch litt mein Selbstbewusstsein.
Irgendwann hat es sich gebessert, man wurde älter und die Hänselein ließen nach, blieben aber nie ganz aus.
Da mein Selbstbewusstsein "gekränkt" war und die Spielsucht irgendwann dazu kam, ging es komplett unter.
Denke, dass dieses auch der Grund war, wieso mich keine Frau attraktiv fand.
(Dies ist das erste Mal, dass ich über dieses Thema spreche)

Gott sei Dank habe ich es erkannt. Gott sei Dank habe ich es eingesehen, dass es immer schlimmer wird!
Ich bin mittlerweile ein neuer Mensch! Ich arbeite täglich an mir, in 3,5 Wochen habe ich mich von 106 kg auf 101 kg gekämpft.
5 Tage habe ich noch, um die 100 kg Marke zu knacken, und darunter zu kommen. Ich schaffe das! Und wenn nicht, der Erfolg ist dennoch rießig.

Ich bin heute spielfrei. In den letzten Wochen gab es kaum Momente, an denen ich ans Spielen gedacht habe. Der Suchtdruck ist weg und falls dieser sich mal zeigt, dann geh ich einfach eine Runde im Wald laufen. Tolles Gefühl, wenn die Sonne untergeht, und man die frische Luft im Wald atmet, die Vögel zwitschern hört, und rundherum alles vergessen kann, dann weiß man, was LEBEN bedeutet.

Ich bin fest davon überzeugt, dass ich diesmal den Weg aus der Sucht schaffe!

Danke
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 06.09.2017 20:58:18
Guten Abend,

am Sonntag habe ich meine Eiweissdiät beendet, mein persönliches Ziel habe ich nicht erreicht. Ich bin dennoch stolz auf mich, weil ich etwas vom Anfang bis zum Ende durchgezogen habe. Immer habe ich Dinge abgebrochen, weil ich nur das Spielen im Kopf hatte. Ich habe 100,8 kg auf der Waage gehabt. Ich bin mega Happy, und werde weiterhin auf meine Ernährung achten, sodass ich auch ohne Diät die 100 kg Marke knacke.

Ich habe in einem Post geschrieben, dass ich mir weitere Ziele gesetzt habe. Heute kann ich ein weiteren Hacken setzen. Seit dem ich ein kleiner Junge bin, wollte ich ein Tattoo. Selbst ein Gutschein von meiner Familie brachte mich nicht näher an die Erfüllung dieses Traumes. Viel zu schade war es, Geld dafür auszugeben. Mit 300 Euro könnte man doch viel mehr Spass in einer spielo haben! Mit dem Gewinn könnte ich mir doch ein viel grösseres und schöneres Tattoo stechen. Und wenn er mal da war , der Gewinn, dann ging er doch wieder viel zu schnell weg. Nun ja, ich war heute beim tättowierer und habe einen Termin fix gemacht, am 15.12. ist es so weit. Und dieses Tattoo wird eine riesige Bedeutung haben, es wird mich immer an mein neues Leben erinnern.

120 Tage sind es jetzt mittlerweile, unglaublich.. Von Tag zu Tag öffnen sich neue Türen, Türen die mich immer stärker machen. Das Leben bringt so viel positives mit sich mit. Leider sieht man es nicht, wenn man die meiste Zeit vor dem Automaten sitzt.

Am Freitag habe ich ein Meeting mit meiner Beraterin. Ich freue mich darauf! Ich werde darüber schreiben.

Bis dahin

Eine schöne spielfreie Zeit euch allen
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 14.09.2017 20:32:55
Hallo Leute,

heute mal kein Update von mir. Ich hab einfach das Bedürfnis etwas zu posten bwz. zu schreiben. Ich hab mich vor kurzer Zeit in einem anderen Forum angemeldet, weil ich mich gerne mehr mit dem Thema Spielsucht beschäftigen möchte.. Ich hab dort viele Geschichten gelesen, Geschichten die mir verdammt viel Angst machen. Die Leute berichten, dass sie Therapien, Shgs, etc. hinter sich haben, und dennoch wieder mit dem Spielen angefangen haben. Es hat mich regelrecht schockiert! Und gleichzeitig stell ich mir selber die Frage: Was ist, wenn es bei dir auch so sein wird? Was ist wenn du nicht auf Dauer abstinent sein wirst? Wenn du irgendwann wieder in diesen Teufelskreis rutschst? Ich war mir eigentlich relativ sicher, dass ich auf einem sehr guten Weg bin, dass ich wieder am Leben teilnehme. Es entspannt sich alles, die Schulden bauen sich ab. Das Vertrauen baue ich wieder auf. Was wenn die Schulden weg sind, wenn das Leben wieder "einfacher" wird. Die Gedanken ans Spielen verblassen, die Gedanken an die schwerste Zeit meines Lebens werden auch irgendwann verblassen. Was ist dann? Wenn dann der Moment kommt, wo es mich auf einmal packt.. bin ich doch noch nicht so weit wie ich gedacht habe? Kann ich doch noch nicht akzeptieren, dass die Spielsucht nur ein Teil meines Lebens war, sondern dass die Spielsucht mein Leben beeinflusst? Komisch, dieser Blickwinkel.. Aber im Moment bekomme ich diese Gedanken nicht aus meinem Kopf.. Nächstes Jahr möchte ich ausziehen, die Kontrolle durch meine Mutter über meine Einnahmen und Ausgaben fallen weg. Ich bekomme meine Bankkarte wieder. Muss dann auf eigenen Füssen stehen. Werde ich dann soweit sein? Bin ich überhaupt bereit dafür? Uff.. Was ist denn heute nur los? Wieso habe ich so viele Fragen? :/
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Fred am 14.09.2017 21:57:42
Wieso habe ich so viele Fragen? :/

Weil du unsicher bist .. und wer wollte es dir verdenken.

Was ist, wenn du morgen einen Autounfall hast und beide Beine verlierst ?

Solange du daran denkst, dass dieser kleine "Suchtteufel" in deinem Hirn immer und jederzeit zuschlagen kann, solange wirst du nicht darauf reinfallen.

Darum werfe ich mal ganz locker meinen Rat in die Runde. Entspann dich und freue dich auf deine Zukunft.
Alles andere geht in Richtung Kaffeesatz.

Nur nie vergessen ... das kleine "Ding" in dir ist immer da ... wenn du es fütterst wird es schnell wieder mächtiger.
Und füttern kann schon ein Rubbellos an der Tankstelle sein ... ein gewonnener Drink beim Billiard ... etc.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 15.09.2017 00:11:48
Hallo Alex,

ich finde Deine Gedanken gar nicht so überflüssig.
So hat jeder diese Gedanken, der einmal etwas schlimmes erlebt hat oder eine schwere Krankheit hatte.
Noch einmal einen dieser Schicksalsschläge zu durchleben müssen.

Doch dieses ..unser Schicksal lässt sich lenken.
Und wenn Du eines Tages wieder einen starken Suchtdruck verspüren solltest, rennst Du dann blindlinks in Dein neues Verderben ?
Weil Du dann keine andere Chance mehr hättest ?
Und wenn Du dann wieder spielst, wäre dann wirklich wieder alles verloren ?

Alex,Du musst nicht auf eigenen Füssen stehen, sondern Du darfst es.
Dann kannst Du wieder Geld abheben, auf den Kopf hauen , sparen oder halt wieder verspielen.
Und was es auch sein sollte...alles könnte in einer Tragödie enden..manches davon halt wahrscheinlicher.

Du gehst jetzt diesen Weg, er macht Dich stark.
Ängste begleiten uns eh alle, doch wir sind nicht mehr unwissend.
Wenn es wieder einmal droht aus dem Ruder zu laufen, bist Du gewappnet.

Was auch alles diese Spielsucht sein sollte, der Träger bestimmt den Kurs.
Und nicht das Schicksal.

Grüß Dich 

 
 
   
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Olli am 15.09.2017 05:50:33
Guten Morgen Alex!

Also ... ich würde mir Sorgen machen, Wenn Du diese Gedanken nicht hättest.

Du lebst im Jetzt und keiner kann sagen, was nächsten Monat, nächstes Jahr oder in 10 Jahren sein wird.

Genesung ist ein Prozess. Er dauert ein Leben lang an.
Daher habe ich für mich entschieden, jeden Tag ein wenig dafür zu tun.
Das ist nicht anstrengend - das tut nicht weh - es macht sogar Spaß.
Damit pflege ich meine Achtsamkeit.
Es ist die Achtsamkeit im Jetzt.
Denn das Jetzt kann ich beeinflussen. Ich kann es steuern.

Es ist, wie ein Boot auf einem Fluss zu steuern, wo ein paar hundert Meter entfernt ein Wasserfall ist.
Halte ich Abstand, dann gerate ich nicht in den Sog des Wasserfalls.
Gehe ich unter Deck um ein Nickerchen zu machen ... lerne ich kurzzeitig mit meinem Boot das Fliegen, vervor es mit mir heftig auf der Oberfläche der Realität aufklatscht, oder sogar zerschellt.

Ist der Wasserfall nicht allzu hoch, dann wird mir und meinem Bioot auch nicht viel passieren.
Es gibt kein Zurück. Kein Boot lässt sich einen Wasserfall hinauf steuern.
Aber der nächste Wasserfall kommt bestimmt. Wie hoch der sein wird, kann ich nicht sagen.
Ich kann ihn nicht sehen, da ich ja auf dem Wasser schippe.
Würde ich näher heran fahren, dann begäbe ich mich in Gefahr vom Sog erfasst zu werden.
Also halte ich wieder Abstand ... und bleibe Achtsam ... in meinem Steuerhaus ...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 28.09.2017 10:41:34
Hallo Leute,

sorry, dass ich nie wirklich auf eure Beiträge eingehe.
Sie sind sehr hilfreich, ich mache mir viele Gedanken über eure Antworten!

Zitat
Und wenn Du eines Tages wieder einen starken Suchtdruck verspüren solltest, rennst Du dann blindlinks in Dein neues Verderben ?
Weil Du dann keine andere Chance mehr hättest ?
Und wenn Du dann wieder spielst, wäre dann wirklich wieder alles verloren ?

Nein, wäre es nicht. Als ich meine erste Abstinenzphase hatte, hätte ich jetzt mit JA geantwortet.
Aber mittlerweile kann ich mit voller Überzeugung mit NEIN antworten.
Ich bin vorbereitet, ich habe mich damit auseinander gesetzt. Ein Rückfall wird mich nicht in den Teufelskreis bringen.
Wenn es dazu kommen sollte, dann werde ich daraus lernen und es versuchen, besser zu machen.

Zitat
Solange du daran denkst, dass dieser kleine "Suchtteufel" in deinem Hirn immer und jederzeit zuschlagen kann, solange wirst du nicht darauf reinfallen.

Genau den Punkt habe ich früher anders gesehen. Ich habe gedacht, der Teufel verschwindet irgendwann, und ich werde mich damit nie mehr beschäftigen müssen. Aber so ist es nicht, und so wird es nie werden. Er lebt in mir, er gehört zu mir. Nur lass ich mich nicht mehr von ihm verarschen. Ich weiß nämlich, dass ich ihn unter Kontrolle habe. Für heute zu mindestens.

Ich habe das selbe Thema mit meiner Suchtberaterin besprochen. Sie brachte mir das Beispiel eines trockenen Alkoholikers. Die Gefahr ist überall da, überall bekommt man Alkohol, wenn man es möchte. Und es wird sich auch nichts ändern. Alkohol wird es immer geben. Genauso ist es mit Casinos. Man kann sich davor schützen, aber man kann diese nicht vernichten.

Auch dein Beispiel Olli, sehr treffend formuliert. Wenn ich in die Stadt spazieren gehe, dann laufe ich an vielen Spielos vorbei. Ich kann aber unmittelbar vorher die Seite wechseln. Oder eine andere Straße nehmen. Die Möglichkeiten sind IMMER gegeben.
Zitat
Denn das Jetzt kann ich beeinflussen. Ich kann es steuern.


Mein Weg wird immer klarer. Die Risiken zu stolpern minimieren sich. Ich passe auf. Ein Schritt nach dem anderen.

Ich bin glücklich
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 14.10.2017 11:45:23
Hallo ihr Lieben,

mein letzter Post ist schon paar Tage her, aus dem Grund wollte ich mich mal melden.
Mir geht es gut, ich bin immer noch spielfrei :)
Es geht weiterhin Stück für Stück ins neue Leben.

Letzte Woche war ich mit ein paar Freunden auf Gran Canaria.
An einem Abend haben wir alle gut getrunken, und dann ist es passiert:
Ich habe mich mit einem gut unterhalten und habe ihm von meinem Problem erzählt.
Und siehe da, er hat relativ locker reagiert, hat mir seine Hilfe angeboten.
Wie soll er denn schon reagieren, es betrifft ihn ja nicht. Aber es hat so richtig
gut getan, darüber zu sprechen, auch wenn ich es sowohl hier als auch in der Suchtberatung mache.
Es ist wieder was anderes, mit Leuten darüber zu sprechen, die rein gar nichts damit zu tun haben.
Ich habe zwar ein bisschen Angst, dass es es nicht für sich behalten wird, aber da stehe ich drüber,
denn das Ganze zählt zur Vergangenheit.

Mein nächstes Ziel rückt immer näher. Das neue Jahr als spielfreier Mensch starten.
10 Jahre hat es nicht funktioniert, diesmal wird es klappen! Es ist nichts besonderes,
dennoch fühlt es sich wie ein rießiger Schritt an.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende

liebe Grüße
Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 14.10.2017 22:27:08
Hallo Alex,

alles ist ruhig, alles ist gut....
gibt es überhaupt einen perfekten Umgang mit seiner Spielsucht  ?
Eine perfekte Abstinenz...ein perfektes Leben ?

Absolut klasse seinen Freunden auch von seinen Sorgen erzählen zu können.
Absolut klasse dass Du es auch hier machst.

Bald bekommst Du ja Dein neues Tattoo auf Deine Haut.
In Deinem Herzen trägst Du schon eines.
Und ich finde es wunderbar.

Liebe Grüße       
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 16.10.2017 07:33:46
Hi Alex,

bald bist du ein halbes Jahr spielfrei. Du beschäftigst dich mit deiner Sucht, hörst immerfort in dich hinein und bist wachsam. Das Leben kommt zurück und du nimmst es mit offenen Armen an! Dein Weg wird weitergehn bis weit über die Jahreswende hinaus, wenn du weiterhin klar geradeaus blickst. Ich freue mich mit dir!
Danke für dein Update!

aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 14.11.2017 10:44:29
Hallo ihr lieben,

soooo, mittlerweile habe ich das halbe Jahr geknackt! * freu *
Mir geht es sehr gut, die Gedanken ans Spielen haben sich fast auf 0 minimiert.
Toll, nicht mehr daran denken zu müssen! Aber ich bin dennoch vorsichtig und achtsam.
Ich habe es letzten Monat geschafft, 25 Euro auf mein Sparbuch zu legen, weil ich zum aller ersten Mal noch Geld übrig hatte am Monatsende. (wohl gemerkt zum ersten Mal in den letzten 10 Jahren soweit ich weiss). Es ist nicht viel, aber es ist der richtige Weg. Nächsten Monat ist Weihnachten, es war immer schrecklich für mich. Ich konnte nie wirklich schöne Geschenke kaufen für meine Familie. Das Geld war mir zu schade! Ich könnte das Geld doch besser investieren, um mehr zu gewinnen, und damit dann noch tollere Geschenke zu kaufen. Und wenn es dann funktionierte, dann wurden keine tollen Geschenke gekauft. Es wurde weiter gespielt, bis natürlich alles weg war. Ich habe Weihnachten gehasst, ich habe mich so schlecht gefühlt, als die Geschenke überreicht worden sind. Alle haben sich gefreut, haben gelacht, Lebensfreude ausgestrahlt. Nur ich nicht, ich war in meiner eigenen Welt, mit den Gedanken, nächstes Jahr läuft es anders. Nächstes Jahr spiele ich nicht mehr.

Ich bin glücklich, weil ich sagen kann, dass es dieses Jahr anders laufen wird! Und ich freue mich wie ein kleines Kind darauf! Ich freue mich auf die Zeit mit der Familie und nicht mehr vor diesem Automaten, diesem Geldfresser! Am 15.12. bekomme ich mein Tattoo, am 17.12. habe ich Geburtstag. Eine tolle Zeit steht mir bevor! Ich habe euch viel zu verdanken, ohne dieses Forum wäre ich vielleicht nicht da, wo ich jetzt bin!

VIELEN DANK!
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 14.11.2017 11:23:57
Hey Alex,

alle Daumen, die ich besitze, sind oben!

Das ist so schön zu lesen und ich gönne Dir dieses Erleben von ganzem Herzen!

Sei weiterhin immer wachsam, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Abstinenz echt hoch!

Bleib dran ....

Alles Gute

MiLu
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 14.11.2017 13:54:38
Hallo Alex,

Nächsten Monat ist Weihnachten, es war immer schrecklich für mich. Ich konnte nie wirklich schöne Geschenke kaufen für meine Familie. Das Geld war mir zu schade! Ich könnte das Geld doch besser investieren, um mehr zu gewinnen, und damit dann noch tollere Geschenke zu kaufen. Und wenn es dann funktionierte, dann wurden keine tollen Geschenke gekauft. Es wurde weiter gespielt, bis natürlich alles weg war.

So viel Geld hättest Du eh nie gewinnen können um Deiner Familie etwas zu schenken, was sie dieses Weihnachten von Dir bekommen.
Einen liebenswerten, ehrlichen und offenen Menschen an ihrer Seite.

Wenn hier jemand zu danken hat sind es wir, lieber Alex.
Unendlichen Dank, gerade für Deinen letzten Beitrag.

Grüß Dich

     
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 15.12.2017 14:15:42
Hallo,

es ist soweit. Heute um 15:30 Uhr bekomme ich mein erstes Tattoo. Komisch, ich bin total nervös, freue mich aber gleichzeitig rießig auf das Resultat. Das Tattoo wird mich immer an dieses schwere Jahr erinnern und mir gleichzeitig Mut machen in der Zukunft. Es ist ein Symbol für die Liebe zu meiner Familie. Sie stand immer zu mir , obwohl ich nicht immer der gute Junge war, obwohl ich sie mit meiner Sucht so dermassen enttäuscht und verletzt habe.

Nun bin ich über ein halbes Jahr spielfrei. Ich lebe ein anderes Leben, ein besseres Leben. Das nächste Ziel nähert sich rasend schnell. Spielfrei ins neue Jahr starten. Ich gehe nicht mehr so regelmässig zur Suchtberatung. Nicht weil ich es nicht will, sondern weil die Therapeutin gesagt hat, ich bin auf einem sehr gutem Weg. Ich weiss, dass sie da ist und das ich jederzeit zu ihr kommen kann. Habe aber auch vor, mich im Januar nochmal mit ihr zusammen zu setzen.

Ansonsten ist alles Gut bei mir. Arbeit läuft, den verlorenen Freundeskreis baue ich Stück für Stück wieder auf. War im November 3 mal mit ner grösseren Gruppe unterwegs. Es war toll, ich konnte es mir leisten. Das Verhältnis zu meiner Mum wird auch immer besser. Ab und zu fragt sie mich ob ich gespielt habe. Ich weiss nicht warum aber ich reagiere gereizt darauf. Im Endeffekt tut es mir leid, weil ich weiss, dass sie sich nur sorgt. Ich wünschte ich hätte ihr das nie angetan. Leider wird sie es immer in ihrem Kopf haben. Sie hat einen Sohn, der spielsüchtig war, der eine 5 stellige Summe verspielt hat. Es tut mir so unendlich leid.. ohne ihre Hilfe hätte ich es aber nicht geschafft. Ich hoffe sie kann irgendwann dennoch sagen, dass sie stolz auf mich ist, trotz der 10 jährigen Spielsucht. Ich werde alles mögliche tun, um ihr dieses Gefühl zu vermitteln. Ich will es schaffen, ich will nie wieder spielen! Gestern habe ich es mal wieder geschafft, und heute schaffe ich es auch!

Ich wünsche euch frohe Weihnachtstage mit euren Lieben
Geniesst das Beisammensein! Es gibt doch nichts schöneres

Liebe Grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Olli am 15.12.2017 17:18:46
Hi Alex!

Danke, dass Du Deine Freude mit uns teilst.

Die Frage, ob ich gespielt hätte, kenne ich ...
Ebenso den Schmerz, den Du da verspürst.

Ich vermute einmal, dass es das (berechtigte) fehlende Vertrauen ist.
Schließlich machen wir ja was für unsere Genesung und arbeiten hart daran.
Vielleicht erwarten wir ja sogar ein wenig Anerkennung?

Das wird schon ...
Auch diese Fragen werden weniger werden und die "Normalität" nimmt immer mehr Raum in unserem Leben ein.

LG
Olaf
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 15.12.2017 22:00:02
Hallo Alex,

alles hinterlässt natürlich auch Spuren, Dinge die man wieder richtig stellen sollte, Vertrauen zu beweisen.
Ich war dabei immer unglaublich ungeduldig, übte sogar regelrecht Druck aus .. fast wie ein Hypnotiseur.
Es hat nicht funktioniert.

Wunden brauchen Zeit zu heilen um auch keine hässlichen Narben zurück zu lassen.
Heute bin ich es nicht mehr der drängt, eher derjenige der zurückhaltend agiert.
Und dies funktioniert.

Deine Mutter und Du sind ein Team, ihr wart es schon immer.
Nun aber endlich miteinander.
Danke für Deinen Beitrag, ich empfand ihn für mich selbst als sehr emotional.

Und das neue Tattoo gut eincremen.  :)

Grüß Dich       
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 21.12.2017 06:57:02
Guten Morgen Alex,

mit Freude lese ich zur Zeit deine Updates, ich freue mich mit dir über deinen grandiosen Weg.

Das Thema Vertrauen wird dich immer wieder einholen, egal wie lange du abstinent bist. Auch ich kann schlecht damit umgehen, dass viele (unter anderem auch meine Mutter) in mir den Spielsüchtigen sehen. Ich reagiere auch ärgerlich, aber ganz ehrlich, wer kann es den lieben Anverwandten und Freunden verdenken, nachdem sie so lange belogen und hintergangen worden sind!?

Ich war gestern bei meiner Mutter und habe ihr mein Weihnachtsgeschenk vorbei gebracht, also, das Geschenk, das ich von ihr bekomme (kauf ich immer selbst, weil sie nicht mehr so gerne raus geht). Sie fragte, was es denn gekostet hat. Ich nannte den Preis und sie fragt, ob sie es überweisen solle. Ich sagte, sie könne es mir auch bar mitgeben. Und dann war es wieder da, urplötzlich, dieses Misstrauen in ihren Augen. Ein zögern, das mehr als 1000 Worte sagte. Sie vertraut mir nicht und hat Angst, dass ich es verzocke. Wut steigt in mir auf und Enttäuschung, Wut über das Misstrauen meiner Mutter und Enttäuschung über mich selbst, weil ich dafür verantwortlich bin. Die Situation ist wie sie ist, ich muss weiter an mir arbeiten. Das Geld hat sie mir dennoch gegeben, aber sie hatte, denke ich, kein gutes Gefühl dabei...

Durch meine Sucht habe ich einen hohen Preis bezahlt, es ist wie es ist!

Glücklich bin ich trotzdem! ;-)

aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 09.02.2018 16:39:43
Hallo liebe Forenmitglieder,

mein Gott ist das schon wieder so lange her, seit meinem letzten Beitrag.
Wahnsinn. Das schönste ist, es geht mir von Tag zu Tag besser. Ich lebe,
bin gesund und bin spielfrei. Die Gedanken ans Spielen verfolgen mich
überhaupt nicht mehr. Ich bin jedoch nach wie vor vorsichtig und wachsam.
Es werden sicher Momente kommen, wo ich mit dem Thema konfrontiert werde,
wichtig ist es, dann einen klaren Kopf zu haben und es abprallen zu lassen.
Es ist erschreckend wie viel Werbung für Spielhallen, Online Casinos etc. gemacht wird.
Egal auf welchem Sender man ist, der Zuschauer wird damit bombardiert. Furchtbar.

Es macht mich so traurig, wenn ich hier die Beiträge der Neuen lese, es wirft mich direkt zurück in meine Vergangenheit. Zum Glück bin ich ein paar Schritte weiter, und ich möchte jedem nochmal den Mut machen, das Problem anzupacken. Es ist möglich, da wieder raus zu kommen. Man muss es nur selber auch wollen.

Es macht mich auch sehr traurig, dass sich so viele Leute nicht mehr melden. Es ist so schade, viele waren doch schon auf dem richtigen Weg. Warum fällt man dann zurück in das Loch. Na ja, leider kann man diesen Personen nur helfen, wenn Sie es selber auch wollen.

Zurück zu mir, ich bekomme kein Taschengeld mehr. Meine Mum hat nach wie vor meine EC-Karte. Am Anfang des Monats darf ich Geld abheben, und kann es dann selber verwalten. Die EC Karte gebe ich ihr dann wieder zurück. Es klappt hervorragend, und das wichtigste ist: Es war ihre Idee. Ich habe mich bereit gefühlt, und ihr zugestimmt. Dieses Ereignis hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin und mit meiner Familie auch Fortschritte mache. Es hat mich so glücklich gemacht. Nicht mehr lang, dann werde ich wahrscheinlich das Jahr voll haben. Heute werde ich es aber schaffen, spielfrei zu bleiben.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
Bis zum nächsten Post

lg Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Olli am 09.02.2018 17:50:53
Hi Alex!

Ich möchte an dieser Stelle gar nix sagen ... nur schweigen und genießen!

Dankeschön!
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 09.02.2018 23:21:36
Hallo Alex,

nochmal muss ich es betonen....

Die Zusammenarbeit zwischen Dir und Deiner Mutter ist grandios.
Welcher Anvertraute könnte sich auch besser eignen, als der Mensch der immer für einen da ist.
Und nicht nur Du erlebst dadurch Deine Spielfreiheit als einen Erfolg, sondern ihr beide.
Und vor allem entsteht nun wieder neues und fundiertes Vertrauen.
Heute wäre ich immens glücklicher, hätte ich früher diesen Weg gefunden.

Würde "Sorgensohn" Nr. 1 zu mir kommen und mich darum bitten, so konsequent an seiner Seite stehen zu dürfen......
Trotz Deiner einst verursachten Sorgen, machst Du nun Deiner Familie ein wunderbares Geschenk.
Etwas stolz, Dich hier zu haben.

 Grüß Dich

     
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 08.05.2018 22:46:22
Hallo ihr Lieben,

entschuldigt, dass ich mich in letzter Zeit kaum beteiligt habe.
Ich wünschte ich könnte einen Grund nennen, aber ich kann es nicht.
Es ist eigentlich nicht fair, denn ich habe durch das Forum und vor allem durch euch mittlerweile schon so viel falsch in richtig gemacht in meinem Leben. Auch geben, nicht nur nehmen, so heisst es doch. Viele haben mir so viel Aufmerksamkeit und Zeit geschenkt, haben mich motiviert und sich die Mühe gemacht, mir zu antworten. Ihr seid tolle Menschen! Ich werde mich bemühen, wieder aktiver zu sein, um vor allem Neulinge zu motivieren am Ball zu bleiben.

Ich bin heute schon den ganzen Tag nervös, es ist ein besonderer Tag für mich. Das erste Jahr ist voll. Ein wertvolles und wichtiges Jahr. Keinen Cent habe ich seit dem 09.05.17 in einen Automaten geworfen. Nun ja, jetzt denke ich darüber nach, wieso ich das ausgerechnet hier mitteilen möchte. Dafür sprechen mehrere Gründe. Zum einen meine Gefühle, wie Stolz und Freude. Zum anderen möchte ich mich gerne an diesen Tag erinnern, nicht nur morgen und übermorgen, auch nach 5 oder 10 Jahren (hoffe so lange bleibt dieses Forum erhalten). Ein weiterer in meinen Augen wichtiger Grund ist, mit diesem Beitrag anderen Menschen Mut und Hoffnung zu geben. Man kann wirklich alles schaffen, wenn man es will.

In diesem Jahr habe ich eine fünf stellige Summe an Schulden getilgt. Ein Gewinn ohne Risiko. Es war zwar nicht immer einfach. Ich musste auf Dinge verzichten, konnte mir nicht alles kaufen, was ich wollte, aber ich habe das Geld nicht dafür genutzt, um Automaten zu füttern. Ich werde noch zwei bis drei Jahre brauchen, bis das Minus weg ist, aber ich war noch nie so optimistisch, wie jetzt, dass ich es überhaupt mal schaffe. Darauf bin ich mega stolz, und das Gefühl kann einem kein Automat der Welt geben.

In diesem Jahr habe ich gelernt, wie wertvoll Vertrauen ist. Wie schmerzvoll es ist, Vertrauen zu missbrauchen und wie schwierig es ist, dieses wieder aufzubauen. Auch da bin ich auf einem guten Weg, doch auch das braucht noch seine Zeit. Aber auch da bin ich optimistisch wie noch nie, da ich gesehen habe, wie gut es einem tut, die Resultate zu sehen.

Menschen anzulügen und zu betrügen belasten den Körper. Schlaflose Nächte, Panikattacken und Schweissausbrüche sind Resultate eines pathologischen Spielers. Auch das habe ich hinter mir gelassen und habe lange gebraucht, bis die Alpträume nachgelassen haben. Mittlerweile kann ich sagen: ich fühle mich wohl, ich bin glücklich und kann wieder in den Spiegel schauen ohne mich dabei zu hassen.

Die Uhr tickt nicht mehr gegen mich (.. die Dauer bis zum nächsten Gehalt.., ...die Wartezeit bis die Spielo öffnet.., etc.) Nein, die Uhr tickt nicht mehr gegen mich, ich lebe die Zeit. Und das ist in meinen Augen wertvoller als ein Jackpot im Casino. Ich könnte noch ewig weiter schreiben, aber dann artet der Beitrag aus.

Danke, dass ich hier die Möglichkeit habe, diesen wundervollen Tag mit euch teilen zu dürfen.

Ich freue mich


Grüsse

Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Fred am 09.05.2018 07:18:11
top :)
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 09.05.2018 08:39:07
Alex,

es ist verdammt gut zu wissen, dass du hier unter uns weilst!

Gönn dir heute was schönes, du hast es dir verdient!

aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Olli am 09.05.2018 11:27:41
Hi Alex!

Zitat
Es ist eigentlich nicht fair, denn ...

Brauchst Du etwa jetzt einen Ersatz, um Dir ein schlechtes Gewissen einzureden?  ;D

Es wird schon seine Gründe haben, dass Du ewas weniger schreibst:
1. am Leben teil nehmen ...
2. am Leben teil nehmen ...
3. am Leben teil nehmen ...
...

Das ist doch viel wichtiger, als solch ein Forum.
Wenn ich also mal nichts von Dir höre, dann freue ich mich ebenso mit Dir, als wenn Du täglich neuen Usern schreibst.

Du bist nur Dir selbst verpflichtet!

Zitat
Nun ja, jetzt denke ich darüber nach, wieso ich das ausgerechnet hier mitteilen möchte.

Nun ja - ich denke mal, dass WIR als Gruppe diesen Jahrestag weit mehr zu würdigen wissen, als jeder Nichtspieler.  :D

Daher: Happy Secondbirthday!  ;D
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: sstteeffaann am 09.05.2018 15:10:15
Hallo Alex,

ich erkenne mich in Deinen Zeilen wieder - auch ich bin hier nicht der große Schreiber vorm Herrn - aber fast jeden Tag hier um zu schauen, ob es etwas gibt, wo ich meinen Senf mit abgegeben möchte oder mich einfach an der Motivationstabelle zu erfreuen.

Ansonsten gilt bei Dir, genau wie bei Dir, das, was Oli geschrieben hat - das Leben genießen.

Ich wünsche Dir weiterhin viele genussvolle Lebensmomente.

LG
Stefan
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 09.05.2018 22:35:38

..... Hey, hier kommt Alex, Vorhang auf für Deine 'Supershow'.... die toten Hosen haben Alex ein Lied gewidmet  ;)

Ich widme Dir meinen vollsten Respekt und v.a. Freude über Deinen Verlauf!
Als Nichtspielerin vermutlich nicht gleich nachempfindend, aber würdigend allemal  8)

Alles Liebe

MiLu
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 27.08.2018 20:54:24
Hey Leute,

wie schon beim Grillevent erwähnt, werde ich bald in meine eigene Wohnung einziehen. Das ging jetzt alles ziemlich schnell. Eigentlich wollte ich erst ausziehen, wenn ich meine Schulden abbezahlt habe. Aaaaber, die Wohnung ist letzte Woche frei geworden, daneben wohnt mein bester Kumpel und die Wohnung hat mir sehr gut gefallen. Sie ist Top renoviert und liegt mitten in der Innenstadt. Also Top Lage.

Ich geh mit gemischten Gefühlen an die Sache ran. Auf der einen Seite freue ich mich echt riesig. So ein großen Schritt habe ich mir eigentlich noch nicht zu getraut. Auf der anderen Seite habe ich auch mega Panik, auch was das Thema Geld betrifft. Hab echt Angst dass es nicht ausreicht. Denn im Moment bezahle ich nur ein Drittel von dem, was auf mich zu kommt.

Werde mir das mal 1-2 Monate angucken, und wenn nötig noch einen Nebenjob suchen, bis die Schulden abbezahlt sind.
Vllt habt ihr ja ein paar Tipps für mich, worauf ich in der ersten Zeit achten muss. Es ist alles fremd für mich.

Aber genug in Hotel Mama gelebt.

By the way.. nach wie vor spielfrei

Lieben Gruss in die Runde!

Achja und ganz viel Spass allen bei dem Event!
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 27.08.2018 21:54:51
Hallo Alex,

dass ist eine neue gewonnene Qualität in Deinem Leben.
Sie kostet etwas mehr Geld und wenn schon, Du kennst am besten Dein Etat.

Dieser Schritt in eine Selbstständigkeit unterliegt schon einigen Pflichten.
Ohne diese zu Erfüllen würde es ein kurzes Vergnügen werden.

Einen Finanzplan über Einkünfte und anliegende Ausgaben wäre schon sehr sinnvoll.
Dies würde Dir Deine Angst sicherlich etwas nehmen oder erst so richtig entfachen.  :)
Es muss unbedingt auch finanzierbar sein!

Wenn man sich riesig freut sollte man es sich realisieren.
Du kannst doch nun abschätzen, ob das Geld reicht oder auch nicht.

Als Du noch spieltest reichte es doch für gar nichts, nicht einmal zum Spielen selbst.

By the way....

Liebe Grüße
     
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 28.08.2018 06:48:14
Moin Alex,

das sind ja tolle Pläne, jedoch solltest du dir schon vorab überlegen, ob das Geld reichen wird. Es hilft da eine Schlichte Einnahmen-Ausgaben Tabelle. Wenn es nicht reicht, dann bleib noch eine weile länger bei deiner Mutter, du kannst auch später noch ausziehen. Geldmangel durch überhöhte Kosten können einen ordentlichen Druck aufbauen. Dieser kann dich negativ auf deinem Weg beeinflussen. Gut und realistisch überlegen, was du dir leisten kannst. Es kann ja auch nicht Sinn und Zweck einer eigenen Wohnung sein, dass du dir sonst gar nichts mehr leisten kann, bzw deiner Schulden nicht mehr tilgen kannst....
Alles Gute dir!

aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 28.08.2018 22:24:38
Vielen Dank für eure Antworten.

Ich habe es wohl ein wenig falsch formuliert.
Ich habe mir selbstverständlich Gedanken gemacht, was meine finanzielle Lage betrifft. Sämtliche Kosten kann ich decken, es bleibt genug übrig für Essen und Freizeit etc. Natürlich kann ich nicht jede Woche feiern gehen, oder mir jede Woche neue Klamotten kaufen, selbst für Urlaub wird es denke ich die nächsten 2 Jahre nicht ausreichen. Es wird vielleicht nicht ganz einfach, ich werde lernen müssen mehr aufs Geld zu achten, aber ich fühle mich bereit, diesen Schritt zu gehen.

Ich habe für mich selbst beschlossen, bis zu meinem 30. Lebensjahr auf eigenen Füssen zu stehen. Dies ist auch ein Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt.

Die Schulden werden sich immer mehr minimieren. Und dann werde ich umso glücklicher sein, wenn ich die Phase überstanden habe.

Würde ich noch spielen, wäre ich diesen Schritt ganz sicher niemals gegangen. Es zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Liebe Grüsse
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 17.05.2019 13:32:13
Hey Alex,

Verspätet um eine Woche, aber dennoch aller Ehre wert: Glückwunsch Alex, für 2 Jahre spielfrei, super Sache!

aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 08.01.2020 22:27:19
Hallo..
ich bin wieder zurück..
Es ist viel passiert in letzter Zeit.. viel positives, leider auch negatives..
Ich weiss gar nicht wo ich beginnen soll..
Fangen wir mit den positiven Dingen an..
Ich bin am 01.09.18 ausgezogen und wohne seitdem in meiner eigenen Wohnung. Ich hab nach wie vor keinen Cent in einen Automaten eingeworfen... ich hatte ein paar Beziehungen.. bin erwachsener geworden.

Leider überwiegen im Moment die negativen Dinge. Dumm, dumm, dumm.
Sportwetten.. Einmal probiert und schon sitzt du wieder im Teufelskreis.

Schreibe morgen mehr.. genauer was passiert ist. Positiv ist dass ich es früher gemerkt habe wie bei den Spielautomaten.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 08.01.2020 22:59:32
Hallo Alex,

schön wieder von Dir zu lesen, gerade jetzt!
Nein, der Teufelskreis rotiert noch nicht, jetzt wieder intensiv da weiter machen wo Du am 4 Januar zurückgegangen bist.
Kein Grund in irgendeiner Weise aufzugeben oder sich dort wieder zu finden.

Jetzt erst recht, einmal an den Kopf geklatscht und weiter gehts mein Freund.
Immer weiter...nicht zurück, Makel erkennen, erkunden und beheben/umgehen...daran arbeiten.
   

Grüß Dich   
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Fred am 09.01.2020 19:36:51
Sportwetten.. Einmal probiert und schon sitzt du wieder im Teufelskreis.

Hallo Alex, schön dass du noch hier bist.
Ich gehe mal davon aus, dass du den Teufelskreis zwischenzeitlich wieder verlassen hast und es bei "einmal probiert" geblieben ist.
Man muss das nicht als "Rückfall" sehen. Viele nennen sowas "Vorfall" und wenn es dann bei dem jeweiligen "einmal" bleibt und man sofort wieder gegensteuert, dann gehört sowas zum Lernprozess dazu.

Sportwetten haben ja mit "Sport" eher weniger zu tun. Richtiger Sport ist da sicher besser für dich.

Magst du schildern, was passiert ist ?`

Trotzdem "Hut ab", dass du hier bist und darüber schreibst.
Wäre ja auch zu einfach, wenn es so einfach wäre.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 09.01.2020 20:12:12
Hallo ihr Lieben,

leider war es nicht nur ein Vorfall. Es zieht sich jetzt über ein Jahr. Nichts habe ich scheinbar dazu gelernt. Es begann alles Ende 2018. Mein Kumpel brachte den Vorschlag, mal zusammen Sportwetten auszuprobieren. Wir gucken beide gerne Fussball und in jeder Werbung kommen 15 Clips von Sportwetten. Ekelhaft. Ich hatte direkt ein mulmiges Gefühl und dachte mir, ach wird schon. Was soll denn schon passieren. Wir haben beide zusammen ein Konto erstellt. Jeder 50 Euro.. super, dann gibt es nochmal 100 Euro geschenkt als Bonus. Die ersten Tage/Wochen haben wir mit dem Geld gut spielen können ohne nochmal was rein zu stecken.. nur hat alles irgendwann ein Ende. Naja dann haben wir zusammen nochmal eingezahlt. In der Zwischenzeit hatte mein Kumpel ein zusätzliches Konto erstellt, da ihm das alles zu lange gedauert hat. Als die 2. Einzahlung auch weg war, war es fürs gemeinsame Konto vorbei. Puh.. Glück gehabt dachte ich.. 1-2 Wochen später habe ich auch ein Konto eröffnet. Es war alles so harmlos für mich. Ich dachte ist ja just for fun. Bisschen mitfiebern beim Fussball gucken... wenige Zeit später waren mir die kleinen Gewinne nicht mehr ausreichend. Ich setzte mehr, verlor mehr. Irgendwann dachte ich, während des Wettens. Komm probier das Onlinecasino aus. Slots.... Ich verlor komplett die Kontrolle. Alles was ich in den letzten 2 Jahren dazu gelernt habe vergaß ich wieder.. Es wurde immer schlimmer. Noch schlimmer als damals mit den Automaten. Natürlich. Man liegt auf der Couch und muss nicht mal aufstehen. 100 Euro sind via onlineüberweisung innerhalb von 3 Sekunden auf dem Konto. Anfang Oktober folgte der Besuch zur Bank. Ein Kredit musste her (hatte mittlerweile Schulden) Kredit abgeschlossen Schulden bezahlt. Tageslimit gemacht. Der größte Fehler den ich in diesem Jahr gemacht habe.. natürlich habe ich einen Kredit genommen wo noch ein bisschen Geld über blieb. Verzockt.. Im November bekam ich 160 Euro Rückzahlung vom Strom. Habe 3.500 Euro damit gewonnen. 3 Tage später war es wieder weg.

Es ist viel viel viel schlimmer wie am Automaten zu hängen. Es gibt kein Limit. Keine Buchungspause etc. Ich hab mich bei diversen Casinos gesperrt. Und dennoch gab es immer wieder neue wo ich mich angemeldet habe.

Den ganzen Dezember habe ich gespielt. Weihnachten, Silvester und Neujahr. Und erst am Sonntag wurde mir plötzlich bewusst, ej Moment mal. Sowas hast du schon mal durch gemacht.

Ich hab 3 Tage nicht mehr geschlafen. Ich schäme mich so dass ich es habe soweit wieder kommen lassen. Fragen über Fragen. Wie konnte es soweit kommen können? Hab ich nix gelernt in den letzten 2 Jahren? Mein Leben fing an sich zu normalisieren. Und jetzt komme ich mir vor als wäre ich genau da wo ich war bevor ich in dieses Forum kam.

Ich weiss nicht wie ich das jetzt anpacken soll. Wie ich mich schützen soll. Das Internet ist so gross. Jeden Tag gibt es ein neues Onlinecasino. In Jeder Werbung kommen 178262 Clips davon.

Habt ihr Tipps 😥

Das ist die knallharte Wahrheit..
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 09.01.2020 22:52:39
Hallo Alex,

Du hinterfragst Dich ja schon selbst und es ist gut dass Du ehrlich hier alles schreibst.
Besser wird es aber dadurch alleine nicht.
3500 Euro bei Sportwetten zu verlieren, in drei Tagen....
In jeder dieser Werbung der Wettanbieter wird darauf hingewiesen, zu was es führen kann.
Und Du Alex, hast es ja eh schon gewusst.

Durchatmen.
Was alles passiert ist, ist ja nun geklärt.
Du hast keinen Plan und erwähnst die ganzen Zugriffmöglichkeiten auf das Glücksspiel.
Diese kannst Du nicht verändern, doch Du kannst etwas an Dir ändern.
Warum versuchst Du es eigentlich immer noch alleine ?   
Den Webblocker erwähne ich jetzt gar nicht, denn die Blockade ist alleinig in Dir.

Auf gehts, willst Du etwa warten?
Komm schon Alex, schreib darüber ....nicht über das Spielen, sondern über Dich.
Genau so wie Du es früher hier getan hast.

Oder gebe halt auf, ohne es zu merken.
Gemeinsam Alex, hier oder irgendwo anders.


Liebe Grüße
   

   
 
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 09.01.2020 23:12:46
Danke Jacky für deine Worte..

..ganz ehrlich.. es war so leicht damals.. ich bin zur Caritas gegangen, habe 3-4 Sitzungen gehabt. Mir wurde geholfen und ich wurde überall gesperrt. Klar hätte ich spielen können aber ich hätte erstmal 200-300 km fahren müssen. Bin ich nicht, wollte ich nicht. Ich hatte Verstärkung. Meine Mutter hat mir sehr viel geholfen. Dann beschloss ich, weil ich mich bereit fühlte, auszuziehen. Alleine in eine Wohnung. Es ging. Ich zahlte Miete, ging einkaufen, stand auf meinen eigenen Beinen. Was will man mehr wie eine eigene Wohnung. Dennoch fühlte ich mich die meiste Zeit einsam. Ich dachte ich hab hier jeden Tag Action, jeden Tag Freunde hier, jeden Tag was zu tun. Aber so war es nicht. Vielleicht war das der Auslöser fürs Wetten. Wenn's langweilig war wettete ich. Macht vllt Sinn. Aber das ist sicher nicht die Lösung für das Problem. Ich kann ja jetzt nicht wieder zu meinen Elterm ziehen.

Ja jacky, im Moment probier ich es alleine. Alles alleine. Weil ich alleine bin. Am Montag habe ich meine Suchtberaterin angeschrieben. Sie ist in Rente, also nicht mehr da. Es gibt Ersatz.. eine neue Person, der man sich erstmal anvertrauen muss....
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 10.01.2020 00:21:12
Alex,

hier vertraust Du Dich ja auch an und kennst uns ja gar nicht.
Unmengen an Potential sind zu erkennen bei Dir und darum...
Vertraue ich in Dich, Du wirst einen guten Weg gehen.
Jeder kann es doch erkennen in Deinen Beiträgen, Arsch hoch Alex.
Du brauchst kein Wunder....Glaube, glaube an Dich.
Von wegen alleine....

Grüß Dich     
 
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Taro am 10.01.2020 07:52:47
Moin Alex,

die viele freie Zeit wollte auch bei mir mit prallem Leben gefüllt werden. Das hatte ich nicht gelernt. Inspiration dafür habe ich mir in der SHG geholt. Gleichgesinnte denen es genauso geht habe ich dort auch getroffen.
Der Unterschied zwischen Daddelkäster, Sportwetten, Pokern und Casinos ist mir fremd. Wo ich mein Geld versenke ist mir egal, spielen bleibt spielen.

Bei meinen Rückfällen habe ich eine ähnlich hohe Summe in DM versenkt. Daher sehe ich das schon deutlich als Rückfall und einen Hilfeschrei aus  Deinem innersten. Ein Vorfall schaut anders aus.

Der Vorteil in der SHG ist, da geht niemand in Rente, sie ist Personen unabhängig und immer da.

Taro
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jkler am 10.01.2020 16:19:53
Hallo Alex, das sind ja nicht so tolle Neuigkeiten.

Aber ich da ganz nahe bei Taro. Ein Vorfall wäre evtl für mich das erste Konto. Hätte danach ein Schluss stattgefunden könnte man über einen Vorfall evtl sprechen. Aber alles weitere war totaler Kontrollverlust und damit Spielsucht. Somit ein Rückfall. Aber irgendetwas hast du vllt übersehen damals, was dich hindern könnte dauerhaft in Abstinenz zu leben. Da du es könntest weißt du ja. War ja schon unterwegs. Aber halb so schlimm dann eben jetzt. Also forsche warum du wieder gezockt hast und nicht von Anfang an nein gesagt hast.

Kopf hoch
Gruß Jkler
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 11.01.2020 17:16:47
Hi Alex,

puh, das ist harter Tobak, den du hier auf den Tisch bringst! Das ist tatsächlich ein Rückfall par excellence!

Wo das Geld letztendlich verballert wird, ist zweitrangig, du hast die Kontrolle verloren, weil du spielkrank bist, so einfach ist das. Es geht jetzt darum zu analysieren, wie es dazu gekommen ist! Der Weg muss optimiert werden, an manchen Stellen ausgebessert. Du hast gespielt, obwohl (dir selber) klar ist/war, dass du nicht mehr (und zwar für immer!!!) damit umgehen kannst...

Ein wichtiger Schritt, du hast alles jetzt offen gelegt, wenngleich viel zu spät, mal wieder. Deine Lohrbeeren haste zum Fenster raus geworfen, jetzt beginnt ein neuer Weg für dich.

Durch deinen Auszug hast dir jetzt noch mehr Freiraum (auch zum Spielen) geschaffen, im Nachhinein ein Fehler. Auch wenn ich mich an dieser Stelle wiederhole: Die Öffnung deinerseits gegenüber deiner Familie sehe ich als notwendig an, genauso wie die Begleitung der ersten spielfreien Jahre durch eine SHG. Du kannst dich nicht gegen jedwene Werbung abschotten, völlig unmöglich. Du musst lernen damit zu leben. Wenn du es momentan als akut ansiehst, übertrage dein Geldmanagement an deine Mutter.

Es hört sich für mich nach einer Mischung aus Leichtsinn, Langeweile und fehlender Hilfestellungen an, die dich zurück in die Sucht geführt haben. Jetzt geht es darum Freunde, Familie und eine SHG mit ins Boot zu holen, neben deiner Therapeutin. Alleine ist und bleibt keine Lösung, die zum Erfolg führen wird, Alex!! Schließe den Kreis aus Forum und Therapeutin durch genannte Komponenten, dann wird es was, ganz sicher, du hast gezeigt, dass du es kannst, jetzt geht es darum aus Fehlern zu lernen!

Die Reise beginnt erneut, Alex,

Gruß und wachsam bleiben,

aT

Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: medea888 am 13.01.2020 07:43:41
Guten morgen Alex,

habe gerade deine ganze Geschichte gelesen.
Schön und dennoch unendlich traurig.
Ich bin auch im zweiten Anlauf. war sogar einige Jahre spielfrei. und habe mich auch gefragt, wie konnte ich da nur wieder rein geraten.
Beim Lesen deines Beitrags, ist es mir dann wieder eingefallen, komisch dass es mir vorher nicht aufgefallen ist. Ich bin auch über ein anderes Spiel wieder rein geraten, vorher nur OC gespielt und dann online Pokern, aus irgendeinem Grund war ich der Annahme, dass kann mir nicht schaden. Leider ist es nicht dabei geblieben, denn Pokern hat mich schnell gelangweilt und dann hab ich in deren OC gewechselt... so kam das bei mir wieder.
Und nun, aufstehen und weitergehen. Und rausfinden,wie sowas nicht wieder passieren kann.
Im Grunde wissen wir beide, welche Schritte wir nun gehen müssen und wir müssen diesmal noch besser lernen, dass wir nun mal spielsüchtig sind und das auch immer bleiben werden. Wir müssen achtsamer werden.
Hoffe du schreibst hier weiter - denn das hilft und alle hier wollen Dir und mir helfen.
Gruß Medea
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 14.01.2020 19:01:55
Danke für eure Posts und Aufmerksamkeit.

Sorry, dass ich erst jetzt wieder schreibe. Ich hab mir ein paar Tage Zeit gelassen um das vergangene Jahr nochmal Revue passieren zu lassen. Habe mir überlegt was die Auslöser für diesen heftigen Rückfall waren und wie ich dies in Zukunft besser meistern kann. Ich habe nach einer gewissen Zeit einfach das Thema Spielsucht total vernachlässigt. Ich war nicht mehr aktiv im Forum, habe mich nicht mehr mit meiner Therapeutin getroffen und mir auch 0 Gedanken mehr gemacht. Ich habe angefangen ein ganz normales Leben zu führen. Es ging ne Zeitlang gut, sehr gut sogar. Bis zu diesem Tag wo ich mich beim Wettanbieter angemeldet habe. Selbst da habe ich niemals damit gerechnet, dass man so schnell wieder rein rutschen kann. Ich habe es auch nicht für möglich gehalten, dass Wetten süchtig machen können. Haben sie mich ja auch nicht, im Gegenteil. Es wurde mir so langweilig damit dass ich mich dann dem oc zugewandt habe. Somit deute ich, dass die Wetten nur das Sprungbrett waren. Naja ein Rubellos kann genauso gut alles wieder ins Rollen bringen. Dies war mir einfach nicht bewusst. Ich hab nicht drüber nachgedacht und muss jetzt mit den Konsequenzen leben und Strategien entwickeln damit sowas nie wieder passiert. Sei es ein Rubellos, ein Lottoschein oder eine Partie Kicker um Geld. All diese Dinge müssen gemieden werden, um das Risiko zu minimieren damit ein noch größeres Fass aufzumachen.

Die Reise beginnt erneut wie du schon sagst aT. Aber diesmal geht die Reise bis an mein Lebensende.. denn ich werde immer krank bleiben. Ich werde nicht eines Morgens wach werden und gesund sein. Dieser Überzeugung war ich leider vor meinem Rückfall.

Ich habe drüber nachgedacht welche Schritte ich nach meinem Rückfall gehen werde. Ich habe mir viel vorgenommen, allerdings will ich mich nicht unter Druck setzen.

Aber, Schritt für Schritt möchte ich gerne irgendwann alles abgearbeitet haben. Ich habe Zahlungen via Handytan auf 0 herab gesetzt. Ich kann somit nicht mehr per Sofortüberweisung einzahlen. Ich habe mich bei allen ocs gesperrt. Natürlich gibt es diese wie Sand am Meer. Man ist schnell irgendwo angemeldet.  Ich hab mich hier geöffnet und möchte es hier weiterhin tun. Auch wenn ich mir dann irgendwann einbilde, dass das Schreiben nicht mehr erforderlich ist. Es schadet nicht und kostet auch nix. Ich habe nach ner shg gesucht und möchte nächste Woche Mittwoch hin gehen. Ich muss zwar 30 km fahren aber ich möchte es probieren. Ich habe mich letzte Woche einem guten Freund anvertraut. Ihm meine Schuldensliste lückenlos präsentiert. Er hat mir seine Hilfe angeboten. Ich habe mich geschämt aber hab mich danach erleichtert gefühlt.

Als ich das erste Mal beschloss spielfrei zu werden, war ich hilflos und total unklar im Kopf.

Jetzt fühle ich mich aber besser gewappnet und hoffe dass mir sowas nicht mehr so schnell passiert.

24h möchte ich spielfrei bleiben. Das schaffe ich auch! Ein Stück weit auch durch euch!

Liebe Grüsse
Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Fred am 14.01.2020 20:04:51
Als ich das erste Mal beschloss spielfrei zu werden, war ich hilflos und total unklar im Kopf.
Jetzt fühle ich mich aber besser gewappnet und hoffe dass mir sowas nicht mehr so schnell passiert.

Gern würde ich eine Menge dazu schreiben, aber ganz simpel ausgedrückt.
Du weißt was zu tun ist, du kennst die Risiken und Fallstricke, du reflektierst total offen deine Schwachstellen.

Du hast einen klaren Weg und nötige Dinge bereits in die Wege geleitet.
Das ist also kein übliches Rumgeseier und Wehklagen, sondern knallharter Existienzkampf von jemandem der Leben will.

Alex, immer schön hierbleiben und erzählen, denn "viele Augen sehen mehr als 2 Augen".

Es ist einfach eine Absicherung für dich selbst. Auch wenn ich selbst grad meine eigene Forumsmüdigkeit hier propagierte, zeigt mir doch dein Beispiel es nicht zu vernachlässigen. Und dafür danke ich dir.

Kopf wieder hoch ... ich glaub hier sind alle sicher, dass du recht kurzfristig wieder auf der richtigen Spur bist.
Alex, du machst das !
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 14.04.2020 18:51:58
Hallo Alex,

einer unserer meistgelesenen Threads.

Willkommen zurück im Club der Hunderter.

100 Tage wieder spielfrei....gut gemacht.

Liebe Grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 27.07.2024 21:16:42
Hallo ihr lieben,

da bin ich wieder. Im Moment zu feige um in den Spiegel zu schauen, aber so verzweifelt und am Ende meiner Kräfte, dass ich nun hier schreibe.

Ich habe es nicht geschafft, ich bin gescheitert. Ich stehe nun vor dem Nichts. Nächsten Monat wird meine Wohnung gekündigt, ich hab so gut wie mein Job verloren und bin total überschuldet.

Ich hab mich die letzten Jahre nicht mehr unter Kontrolle gehabt, habe weiter gespielt, alles ausgeblendet was ich durch euch und die Beratung gelernt habe.

Nun steh ich wieder an dem Punkt, wo ich schon so oft stand. Hilflos, verzweifelt und kraftlos.

Mehr kann ich gerade nicht schreiben, außer dass ich wieder da bin, und ihr wahrscheinlich alle total enttäuscht seid, das mein Weg so geendet ist
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 27.07.2024 22:02:23
Hey Alex,

das hier ist doch Dein Spiegel und Du schaust gerade hinein.... enttäuscht ist keiner außer Dir von Dir selbst! Und das ist doch ok, ja Dein Anspruch! Wer nicht enttäuscht, der nicht wollte.... Ich glaube nicht, dass Du nach aufbauenden Worten verlangst, eher nach:" Ich weiß es selber nicht,aber..."
Jahre vergingen, ein Auf und Nieder zwischen " ich habe es im Griff" und " Ich lasse es einfach zu"... und Wo ordnest Du dich Jetzt gerade ein?! Was sind Deine heutigen Schritte? Welche Gedanken lassen Heute eine Veränderung zu? Überprüfe, ob diese Gedanken just nur der emotionalen Schadensbegrenzung dienen oder ob ein Gedanke dabei ist, der langfristig rüstet.

Schön, dass Du wieder hier geschrieben hast, so waren es doch mehr als geschriebene Worte!
Was ist zu tun und was nicht?....

"..... hier kommt Alex, Vorhang auf für seine ......-Show"

Du bist an der Reihe,zu definieren, welche Show es werden wird!

Volle Kraft voraus!

LG
MiLu
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 27.07.2024 22:19:27
Ich muss ehrlich sein, ich kann die Fragen momentan nicht beantworten, da ich leer bin und keinen klaren Gedanken auf die Kette bekomme.

Ich bin am verarbeiten, nachdenken und reflektieren. Dies hilft allerdings nicht, da ich in der Vergangenheit schwebe und gewaltige Angst vor der Zukunft habe.

Am Dienstag habe ich einen Termin bei der Caritas, Mal wieder. Das ist das einzige positive was ich in den letzen Tagen auf die Reihe bekommen habe.

Ich schlafe kaum, esse kaum und vegetiere vor mich hin..
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 27.07.2024 22:28:55
.... Du blendest das "Jetzt", also die Gegenwart aus! Du schreibst von Gestern und Morgen. Das könnte womöglich der Drehwurm sein! Du bist Jetzt hier und nicht ohne Grund! Nicht gestern, nicht morgen... sondern gerade eben! Gut so! Das bedeutet doch, dass da bereits etwas Gutes im Gange ist! Viele unterschätzen die Gegenwart, so ist diese doch oft ausschlaggebender als das Vergangene! Jetzt formt sich doch Dein weiteres Vorgehen, welches aktuell für Dich nicht greifbar erscheint...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 27.07.2024 22:37:28
Hallo Alex,

gut dass du nun wieder den Weg hierher gefunden hast.
Schade dass dazu erst deine Kräfte schwinden mussten.
Dies ist bei weitem kein Vorwurf, allerdings klingt es bei dir so.   

....und ihr wahrscheinlich alle total enttäuscht seid, das mein Weg so geendet ist

Es mag hier ein sehr kleines Forum geworden sein und wenige von früher sind noch da.
Ändert aber nichts daran, jeder der hier schreibt dem ist es auch irgendwo wichtig.
Job, Wohnung und Geld kann man schon verlieren ...dann stehst du doch nicht am Ende ..sondern an einem neuen Anfang Alex.
Nutze dies hier, das volle Programm für dich!

Du hast doch schon längst aufgegeben und nicht erst heute.
An dem Tage wo du eben wieder anfängst in eine gerade Spur zu kommen.
Konzentriere dich auf das Wesentliche , du weißt nicht was es dies dann wäre ? Hast du es vergessen ?
Setze dich nochmals auf deine Bettkante und lasse den Kopf hängen im Tal der Tränen, dies muss es aber dann gewesen sein!
Ansonsten wäre eine Therapie dringend angesagt um später überhaupt zu etwas in der Lage zu sein. 

Was geht noch ?
Zu Ende gespielt  und vielleicht spielst du irgendwann einmal wieder..wer weiß dies schon.
Jetzt ist aber die Zeit gekommen für andere Dinge.

Durchatmen....

Liebe Grüße   
     


Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 27.07.2024 22:58:55
Danke euch beiden für eure Worte.

Ich weiss wie es geht, was ich tun muss. Jetzt, heute, nicht morgen nicht übermorgen.

Es mag viel schwerer sein als beim letzten Mal, aber ich packe es an, mit eurer Unterstützung.

Worte können einen aufbauen, das habe ich mir erhofft, als ich hier wieder geschrieben habe.

Mein Tagebuch wird wieder aktiv, nur diesmal werde ich es nicht vernachlässigen, sobald ich mich sicher fühle.

Ich will Teil dieser Gemeinschaft sein. Findet die Donnerstagsgruppe noch statt? Würde mich dann gerne für nächsten Donnerstag anmelden.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 28.07.2024 16:45:46
Heute habe ich die Suchtberatung per Email angeschrieben. Ich habe am Dienstag einen Termin zur Schuldnerberatung, nur dies wird mir allein nicht weiterhelfen.

Die Schulden lassen sich regeln, aber ohne Suchtberatung ist es nicht die Lösung. Leider ist die Suchtberarterin von damals nicht mehr da. Ich hab jetzt einen neuen Kontakt... D.h. alles von vorne.

Heute war ich aktiv, jeden Tag einen kleinen Schritt in die richtige Richtung.

Danke euch
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 28.07.2024 23:39:40
.... warum lange rumschreiben:

Sehr gut! Und ein neuer Kontakt kann auch neue und langfristige Erfolge mit sich bringen. Erfahrungen ohnehin ....

Cool, Alex- das freut mich! Weiter geht's...

LG

MiLu
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Fred am 29.07.2024 08:54:39
Moin Alex,

Jedes Jahr an meinem Geburtstag  (17.12.) lag ich im Bett und dachte, so nächstes Jahr packst du das, du hörst auf zu spielen. Und 10 Jahre ist dies in die Hose gegangen.

Nun habe ich verstanden, dass es Menschen gibt die mir dabei helfen. Es gibt Menschen, die sich die last und das leid mit mir teilen.

Schade, daß ich 10 Jahre gebraucht habe, um dies einzusehen. Aber umso mehr will ich das jetzt schaffen und zwar mit der Hilfe, die jedem gegeben ist.

Da sind jetzt über 7 Jahre dazugekommen.

Sorry, dass ich erst jetzt wieder schreibe. Ich hab mir ein paar Tage Zeit gelassen um das vergangene Jahr nochmal Revue passieren zu lassen. Habe mir überlegt was die Auslöser für diesen heftigen Rückfall waren und wie ich dies in Zukunft besser meistern kann. Ich habe nach einer gewissen Zeit einfach das Thema Spielsucht total vernachlässigt. Ich war nicht mehr aktiv im Forum, habe mich nicht mehr mit meiner Therapeutin getroffen und mir auch 0 Gedanken mehr gemacht. Ich habe angefangen ein ganz normales Leben zu führen.

Alles Wissen dieser Welt nützt dir nichts.
Deine Pläne, dein Wunsch spielfrei zu bleiben.

Ich behaupte mal du musst deine Taktik komplett ändern.
Vor allem wirst du nie wieder ein "ganz normales Leben" führen und damit deine Sucht verdrängen.
Jeden Tag deines zukünftigen Lebens wirst du ein Spielsüchtiger sein.

Wenn du diese Tatsache nicht verinnerlichst, dann wird das nichts.

Aber schön, dass du den "Mut" hast dich hier wieder zu melden und uns an deinem Neustart teilhaben lässt.

Ich hab ungefähr 10 Jahre lang an meiner Abstinenz gebastelt bevor ich den "Trick" wirklich verstanden hatte.
Genau genommen war es einfach nur der 1. der 12 Schritte
https://www.spielsucht-soforthilfe.de/index.php?topic=15.msg25#msg25
"Wir gaben zu, daß wir dem Spielen gegenüber machtlos sind - und unser Leben nicht mehr meistern konnten."

Also zu spät ist da ja nie. Es ist nur so schade um die verlorene Zeit.
Das merkt man besonders wenn man älter wird ...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 29.07.2024 20:45:01
Hallo Fred,

danke für deinen Beitrag. Was meinst du mit "du musst deine Taktik komplett ändern". Ich nehme jeden Ratschlag und Tipp sehr gerne an.

Ich sitze gerade vor dem Stapel Briefen (Mahnungen, Inkasso etc.) bin am sortieren, aufschreiben, damit ich morgen vorbereitet bin, wenn ich zur Schuldnerberatung fahre.

Heute bin ich wieder aktiv, ich denke, wenn ich einen Plan habe, wie, wann und in welchem Zeitraum ich die Schulden abbezahle, kann ich mich wieder mehr auf mich fokussieren, auf die Suchtberatung, SHG usw.

Heute hat allerdings die Schuldnerberatung absolute Priorität.

Wie waren eure Erfahrungen? Hat euch, falls hier jemand dabei ist, die Schuldnerberatung geholfen?

Seit mir nicht böse, falls ich mich wiederhole, bin im Moment in zwei Foren aktiv, da in beiden Menschen sind, die mich damals begleitet haben.

Vielen Dank
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 29.07.2024 21:52:33
Hallo André,

danke für den Einblick in deine aktive Zeit und vor allem für deine Perspektive.

Versteh ich dich richtig, siehst du den Weg zur Schuldnerberatung nur als Ventil bzw. Flucht vor den eigentlichen Problemen?

Natürlich erhoffe ich mir keine maßgeschneiderte Lösung für all meine Probleme. Mir ist klar, dass ich selbst an mir arbeiten muss, aber wäre es nicht richtig, Hilfe anzunehmen, wo Hilfe gegeben ist?

Wenn ich jetzt statt Schuldnerberatung zur Bank gehe, und einen weiteren Kredit aufnehme, habe ich doch mehr verloren wie gewonnen. Warum die Hilfe der Bank annehmen, wenns Schuldnerberater gibt. Die dir Wege zeigen, wie man SELBER aus der Scheisse kommt.

Sorry, vllt hab ich dein Post auch falsch verstanden.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 29.07.2024 22:18:29
Hey Alex,
 
Du machst das hier gerade vollkommen richtig ! Die Denkanstöße helfen natürlich, um sich tiefergreifender mit sich auseinandersetzen. Jedoch gibt es nun verstärkt Hilfsangebote im psycho-sozialen Bereich. Diese nicht zu nutzen, wäre schlichtweg 'dumm'. Natürlich hast Du die intrinsiche Motivation, das Vergangene ändern zu wollen - davon gehe ich gerade aus..... Du hast einen Plan und der ist Gut! Mehr als reine Schadensbegrenzung! Bleibe dran, nutze alles aus dem Unterstützungssystem.... setze es richtig ein. Du pflasterst ja letztendlich Deinen Weg, aber warum nicht passende Werkzeuge hierzu verwenden?!  Bleiben wir fern von Taktik, sondern beim Probieren und Lernen. Es ist Dein Leben!

LG

MiLu

P.s: ich finde seriöse Beratungen zum Thema Schulden sehr gut! Oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, so dass man mehr und mehr resigniert und frustriert ist. Nackte Tatsachen haben schon immer Wirkung gezeigt! Ein neutraler Mensch, der Ahnung davon hat.... nutze dies doch. Was Du daraus machst, obliegt Dir. Ähnlich ist das ja auch mit Therapie, Beratung, Foren etc.... Es kommt immer auf die eigene Motivation an! Und ich sehe bei Dir eine Ehrliche... therapeutische Berater machen auf ihrem Gebiet ja nichts anderes als zu analysieren, zu reflektieren und Dir Skills an die Hand zu geben... jeder entscheidet dann, ob er diese effektiv nutzt oder eben nicht...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 29.07.2024 22:47:02
Hi André,

ich fürchte, das du mich da wirklich falsch verstehst. Ich gehe zur Schuldnerberatung weil ich den Überblick über alles verloren habe. Ich möchte dafür gerade stehen, mithilfe einer Schuldnerberatung, die mit mir durchgeht, was alles auf dem Deckel steht. Natürlich könnte ich mich selber hinsetzen und von A bis Z alles durchgehen, aber dafür fehlt mir die Kraft. Und selbst wenn ich es alleine versuche, wäre es zu 99% vorprogrammiert, dass ich daran scheitere, weil ich einfach kein Bezug zum Geld habe.

Ich erwarte nicht, dass mir Schulden erlassen werden, ich will diese komplett abbezahlen, so wie ich es beim Abschluss des Kredites auch vorhatte.

Einen weiteren Kredit aufnehmen, um Schulden zu bezahlen, sehe ich als falsch an. Ich leih mir noch mehr Geld, um noch mehr abzubezahlen. Kontraproduktiv in jeder Hinsicht. Sei mal dahin gestellt, ob ich einen Kredit bekomme oder nicht.

Für mich ist das Ziel der Schuldnerberatung eine Meinung, eine helfende Hand, um alles zu sortieren, um mir zu zeigen, wo ich anfange und wo ich aufhöre. Gewiss geh ich nicht mit dem Ziel hin, das mir irgendwelche Schulden halbiert/gestrichen werden.

Gruss
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 29.07.2024 22:53:51
Hey Andre,

Ich habe ebenfalls den Eindruck, dass das Vorgehen gerade nur in eine Richtung lenkt. Schuldnerberatung heißt nicht gleich Insolvensverfahren etc....

Seriöse Anbieter setzen sich hin und gehen mit Dir Rechnung für Rechnung durch, setzen Prioritäten und zeigen Dir Wege auf, damit Selbstverantwortung zu übernehmen!

In Alexs's Fall sehe ich, dass er macht.... er geht es an, jammert nicht, teilt sich mit und sucht nach Verändetungsverstärkern! Das ist soooo gut! Unterstützen.......
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Apathetic am 29.07.2024 23:16:24
Hey zusammen,

die Schuldnerberatung ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Ich der Überzeugung, dass zumindest mal die Grundbedürfnisse gedeckt sein müssen, um sich mit der eigenen Sucht auseinandersetzen zu können. Ohne Dach über dem Kopf und essen im Kühlschrank wird es natürlich exponentiell schwieriger.

Allerdings würde ich auch gerne nochmal den Punkt von André unterstreichen.
Das Regeln der Schulden muss zwangsläufig auch mit einer Abstinenz einhergehen, andernfalls schaffen die wiedererlangten Geldmittel nur wieder den finanziellen Raum um spielen zu gehen. Als Spielssüchtige ist unser Suchtmittel nun mal Geld, die Konsequenzen stehen da, wenn überhaupt, im Hintergrund. Andernfalls wären wir nicht hier.

Alex, du sagst du willst die Verantwortung für deine Schulden übernehmen, das ist stark, nur übernehme bitte auch Verantwortung für dich selbst und arbeite genauso intensiv an deiner Abstinenz.

LG
Apa
 
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 29.07.2024 23:27:45
Ich wollte hier jetzt nicht eine Diskussion ins Rollen bringen.

Natürlich ist mir bewusst, dass die Schuldnerberatung nicht der Weg zum Ziel ist. In zwei Tagen kann kein Mensch Berge versetzen. Wenn ich die Absicht hätte mir durch die Schuldnerberatung Geld zum spielen zu ergaunern, dann wäre ich nicht hier.

Mein Weg hat hier begonnen, dann bin ich falsch abgebogen, und bin nun wieder hier.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 29.07.2024 23:31:11
Ich schon wieder  :P

Ja, genau darum geht es ja: die eigene Motivation.  Aber bei Alex sehe ich, dass es um mehr geht als einen leeren Kühlschrank. Hier geht es ,sowie ich verstehe, um die Auseinandersetzung überhaupt. Und das ist doch der Einstieg in ein Leben mit Übernahme von Verantwortung. Die Suchterkrankung ist da, ja! Aber hier finden doch Wege statt, die der Symptomatik entgegensteuern können. Das Schlimmste ist das Verkriechen, das Abgeben, das Leugnen... das sehe ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Ein Auseinandersetzen mit Hilfe, das lese ich zumindest.... und Schuldnerberatung ist doch ein Aspekt der vielen Bereiche einer patholgischen Spielsuchterkrankung , die Klarheit verschaffen zu können. Der Kühlschrank wird bei, nur für meine Gallerie, nicht voller sein sein....
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 29.07.2024 23:33:40
Sorry André, ich rede mir nichts ein.

Ich habe auch noch nie eine Umschuldung gemacht. Nicht wie du sagst "x-mal"

Für mich ist eine Schuldnerberatung 1000 mal besser als Bank. Bei einer Schuldnerberatung werde ich mit der Scheisse, die ich verbockt habe konfrontiert. Bei der Bank geht es nur um die Höhe der Zinsen.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 29.07.2024 23:34:57
Hallo,

na Klasse....
in der Zeit wo der alte Mann schrieb, gleich einige neue Antworten...wo es sonst normalerweise Tage geht.  :)
Und alles beninhaltet auch etwas was ich geschrieben habe.
Gut so.

Liebe Grüße   
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 29.07.2024 23:35:39
Diskussionen sind so wichtig! Sie vernetzen, tauschen aus und können Blickwinkel ergänzen! Ich glaube wir haben Alle was davon  8)
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: medea888 am 30.07.2024 07:19:06
Guten Morgen Alex,
Ich freue mich dass du den Weg hierher zurück gefunden hast. Deine Geschichte war damals, als ich hier her kam total wichtig für mich und ich fand es schade als du nicht mehr her kamst, natürlich auch mit dem Gedanken ich hoffe er spielt nicht wieder. Leider war dem ja so .
Ich finde es toll,dass du dich hier wiederfinden willst und Schritte einleitest um endlich spielfrei zu bleiben.
Ich freue mich weiter von dir zu lesen
LG Medea
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 30.07.2024 07:58:59
Hallo,

auch wenn vieles absolut wichtig ist, egal durch welche Türe ich früher gegangen bin und welcher Name darüber stand...
Commerzbank, psychologisches Institut, Spielothek, Gotteshaus, Sahras Bar  :), Selbsthilfegruppe....
Den heiligen Gral voller Lebenskraft habe ich nirgends gefunden.
Weil ich nie richtig frei war und hätte ich eine Schuldenberatung aufgesucht, dann auch nur weil ein pathologischer Spieler halt Geld braucht
oder es ja irgendwie weitergehen müsste.

Es ist gut in alle Richtungen sich wieder zu stabilisieren, in der eigenen Erkenntnis und Einsicht der Machtlosigkeit dem Spielen gegenüber und der Bereitschaft alles für eine Spielfreiheit zu tun......könnte es sogar funktionieren.
Es fängt ja nicht an einem Schreibtisch an, auch ist es nicht der Kontostand.....
Alex....wie weit bist du ?
Denkst du noch ans Spielen ? 

Liebe Grüße       
     
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 30.07.2024 20:14:58
Guten Abend zusammen,

ich würde am liebsten jedem einzelnen antworten, dies würde aber den Post komplett sprengen.

Als ich beschloss, mich hier wieder anzumelden bzw. wieder zu schreiben, war es nicht einfach aus dem Bauch heraus. Viel mehr hab ich mich an die Zeit erinnert, wo ich durch dieses Forum, vor allem durch euch zu meinem Leben zurückfand. Ich habe viele Nachrichten von euch erhalten, die ich ignoriert habe, weil ich voll drin war, voll im Spiel.
Aber das möchte ich nicht mehr. Ich möchte nicht mehr spielen, Jacky, so weit bin ich. Ich weiss, dass ich es nicht mehr möchte. Ich würde lügen, wenn ich dir jetzt sage, ich denke nicht mehr ans Spielen. Aber diese Gedanken, die ich nun habe, sind positiv. Ich denke nicht ans gewinnen, ich denke viel mehr an den Gewinn, den ich seit zwei Wochen habe, weil ich nicht mehr spiele.

Heute Schuldnerberatung, will nicht gross drüber erzählen, es war nur eine drei Viertel Stunde in der ich da war. Ich sollte mich vorstellen, den ersten Satz den ich gesagt habe: Hallo ich bin Alex, ich habe meine finanzielle Lage nicht mehr unter Kontrolle, weil ich spielsüchtig bin. Nach diesem Satz habe ich mich erleichtert gefühlt. Einer fremden Person ins Gesicht zu sagen, dass ich spielsüchtig bin, hat mich stolz gemacht. Klar vor ein paar Jahren hatte ich ein ähnliches Gespräch bei der Suchtberatung. Aber es war heute ein ganz anderes Gefühl. Mag sein dass ich mir das einbilde, oder nicht mehr genau weiß, wie es damals war. Dennoch hat es mir positive Energie gegeben. In 4 Wochen habe ich ein zweites Gespräch, soll nun selbständig alle Briefe öffnen und weiter sortieren, in 4 Wochen packen wir es an.

André, ich möchte gerne nochmal auf deine Posts zurück kommen, ich habe viel darüber nachgedacht, und ich verstehe was du meinst. Danke, für deine Sicht, ich werde vorsichtig sein. Ich möchte für die Fehler selber gerade stehen. Dafür nehme ich jede Hilfe an, auch eure.

Nächste Woche Montag um 11 Uhr geht's zur Suchtberatung, selbes Gebäude, andere Person.

Die Dame von der Schuldnerberatung hat mich gefragt, ob ich einverstanden wäre, wenn Sie sich mit der anderen Dame austauschen könnte, über mich, ich habe keine Sekunde gezögert und knallte ein lautes Ja raus.

Ich bin am Anfang, ich bin sehr vorsichtig, ich habe heute wieder einen Schritt nach vorne gemacht.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 30.07.2024 21:56:04
Hallo Alex,

Viel mehr hab ich mich an die Zeit erinnert, wo ich durch dieses Forum, vor allem durch euch zu meinem Leben zurückfand. Ich habe viele Nachrichten von euch erhalten, die ich ignoriert habe, weil ich voll drin war, voll im Spiel.
Aber das möchte ich nicht mehr. Ich möchte nicht mehr spielen, Jacky, so weit bin ich. Ich weiss, dass ich es nicht mehr möchte. Ich würde lügen, wenn ich dir jetzt sage, ich denke nicht mehr ans Spielen. Aber diese Gedanken, die ich nun habe, sind positiv. Ich denke nicht ans gewinnen, ich denke viel mehr an den Gewinn, den ich seit zwei Wochen habe, weil ich nicht mehr spiele.

Das ist doch einmal etwas.
Mir ist es egal was irgendjemand zu dir sagt, bei der Schuldenberatung, Suchtberatung oder sonst wo.   
Für mich ist nur wichtig was du über dich selbst schreibst.
Ich bin genau so ein pathologischer Spieler wie du auch, ähnliches durchlebt und wohl allerorts ziemlich das Gleiche
gehört wie du .
Ich finde es klasse dass du hier schreibst, es wäre schön deiner weiteren Entwicklung folgen zu können.
Auch wenn ich ab und an etwas lapidar schreibe oder etwas zynisch darstelle.....ist es kein Spaß hier.
Was denkst du warum André , Fred, MiLu, Medea, Apa oder ich dir hier schreiben ?
Wenn wir nicht an dich glauben würden dass du die Kurve noch bekommst....wären es ganz andere Antworten.
Du hast ja auch selbst geschrieben am Anfang zu stehen und es hat ja auch die letzten Jahre leider nicht funktioniert.
Warst doch in Wirklichkeit gar nicht da, aufgegeben, ignoriert und nur noch nach Außen agiert.
Versuche dich selbst zu spüren, dies ist nicht immer schön und kann emotional sehr schmerzen. 
Und genau dann hast du es lokalisiert in deinem Kopf...verstehst du das ?

Ich würde dir gerne schreiben was für ein Vollpenner du doch warst  :), kann es aber nicht wirklich.
Ich kann es nämlich gut verstehen und nachempfinden, wie wir psychisch an so einem erbärmlichen Tropf hingen.
Und genau dies wird mich immer irgendwo zweifeln lassen, auch und gerade bei mir selbst.
Unser Weg Alex, Du und auch ich ...keiner muss ihn alleine gehen.

Nicht mehr Spielen zu müssen  ist eine Erlösung.

Liebe Grüße   
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Fred am 31.07.2024 08:44:50
Was meinst du mit "du musst deine Taktik komplett ändern". Ich nehme jeden Ratschlag und Tipp sehr gerne an.

Moin.
Wenn es da ein allgemeines Rezept gäbe, wäre es einfach :-)
Wenn man einfach die Vergangenheit Revue passieren lässt, erkennt man ja schnell, dass der gewählte Weg lückenhaft ist /war.
Er führte nicht zum gewünschten Erfolg.
Da würde ich alles Bisherige über den Haufen werfen und frisch anfangen mich zu hinterfragen was ich für mein Leben wirklich will.
Bei mir waren es immer nur Vorhaben, Pläne und "Gesabbel". Das hielt je nach Willensstärke unterschiedlich lang.
Rückblickend kann ich für mich nur sagen, dass meine heutige Abstinenz einfach daraus resultiert,
dass ich mir und anderen gegenüber 100% aufrichtig in jeder Situation war. Und es heute immer noch bin.
Und so war auch meine damalige Entscheidung, dass jetzt "Schluss" ist zu 100% aufrichtig und gewollt.

Für mich ist das der richtige Weg. Die innere Freiheit erreicht.
"Mein" Weg muss nicht jeder gut oder richtig finden. Spielt für mich auch keine Rolle.
Wichtig ist, dass er für mich richtig ist.

Damit bin ich zwar für so manchen Mitbürger "unbequem" oder werde gar irrtümlich als "arrogant" wahrgenommen.
Aber das beeinflusst mich nicht negativ. Wenn es dazugehört aufrichtig zu sein, dann gehört es halt dazu.
Ich wüsste genau, dass ich wieder spielen würde, wenn ich anfangen würde Geschichten zu erzählen.
Dann würde ich sie mir irgendwann selbst erzählen ... und mein innerer Suchti die Situation gnadenlos ausnutzen.
Das Risiko gehe ich nicht ein. Da verzichte ich lieber auf ein paar "Likes"  :)

Schmerzhafte Auseinandersetzungen mit sich selbst und den "Liebsten" gehören dazu.
Sind notwendig für den Genesungsprozess - für ALLE Beteiligten.
Aus Angst und/oder mangelnder Courage nur zu 90% "ehrlich" zu sein wird nicht dauerhaft gelingen,
oder ganz einfach zur dauerhaften Belastung werden.

Sich von dem (Sucht-)"Dreck" zu befreien gibt Platz für Neues. Wichtigeres.

Nächste Thema:
Schuldnerberatung ist ein schwerer Schritt. Ist es auch die Einsicht die Kontrolle verloren zu haben.
Das ist ein großer Schritt. Wirklich nötig wenn er nötig ist :-)
Sich professionelle Hilfe holen ist immer richtig.
Gut, dass du die Dinge jetzt wirklich angehst.

Ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 31.07.2024 09:25:12
Moin Alex,

welcome back, so schön, dass du wieder schreibst, auch wenn der Anlass ein weniger Guter ist!?

Ich krame mal ein Zitat von dir aus, dass bereits ein paar Jahre alt ist!

Zitat
Ja jacky, im Moment probier ich es alleine. Alles alleine. Weil ich alleine bin. Am Montag habe ich meine Suchtberaterin angeschrieben. Sie ist in Rente, also nicht mehr da. Es gibt Ersatz.. eine neue Person, der man sich erstmal anvertrauen muss....

Hat jetzt zwar 4 Jahre gedauert, aber nun versuchst du es wieder mit einer Beratung, dieser Schritt wäre damals auch möglich gewesen, hast ihn aber nicht gemacht, frage dich warum!? Alleine ist ein Leben mit der Spielsucht nahezu unmöglich, wer sozial nicht verankert ist, verliert sich oft im Spielen. Das Teilen deiner Probleme und Gefühle ist essentiell, hier im Forum, in einer SHG, mit einer Suchtberatung oder mit Freunden und Verwandten. Welchen Weg du auch nimmst, sobald du alleine abbiegst, kann dies mit großer Sicherheit eine Sackgasse sein auf dem Weg der Abstinenz.

Alex, schön, dass du wieder hier bist, bleib bitte am Ball - das Leben wartet!!!!

aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 31.07.2024 20:44:57
Guten Abend zusammen,

zuerst vielen Dank für eure hilfreichen und ernsten Antworten. Auch wenn ich den Eindruck habe, dass so manche Antwort etwas hart ist.

Nun klar, ich bin spielsüchtig, habe eine Schuldenberatung in Anspruch genommen und sehe mich durch diverser Handlungen, die ich in den letzten Tagen gemacht habe, erleichtert. Aber diese Veränderungen zeigen mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Auch wenn es vielleicht der gleiche Ansatz ist wie vor ein paar Jahren, es hilft mir. Als ich mich hier wieder angemeldet habe, habe ich mir selbst gesagt, was du hier schreibst, soll nicht nur Gelaber sein, es soll dich wach halten. Die Aussagen, die ich hier treffe, die meine ich Ernst. Die Schuldnerberatung, war mir ernst, deswegen bin ich hin. Die Suchtberatung, ist mir ernst, deshalb werde ich da auch hin gehen.

Warum soll ich die Reaktion, die Schulden zu regulieren, streichen? Auch wenn der Termin erst in 4 Wochen ist, ich kann mich doch dennoch schonmal damit befassen.

Es hilft mir, mein Tagebuch fortzuführen, ich beschäftige mich mit meinen Gedanken und Emotionen. Ich versuche in mich hinein zu sehen und einfach aufzuschreiben, was ich in dem Moment fühle oder denke.

Entschuldige André, als ich das mit der SHG schrieb, und gesagt hab ich möchte mich anmelden, habe ich gedacht, das ich damit angemeldet bin. Wusste nicht, dass ich noch eine PN schicken soll, mein Fehler.

Bitte tue mir nur ein Gefallen, und kritisiere nicht jeden einzelnen Post von mir, das hilft nicht, auch wenn du es nicht böse meinst.

Ich gehe meinen Weg, wie ich es für richtig halte. Ich erwarte von niemandem, das er meine Schulden reguliert, oder mich vom Spielen abhält. Ich will es von mir selber. Zu mindestens die nächsten 24 Stunden.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Fred am 31.07.2024 21:15:55
Ich gehe meinen Weg, wie ich es für richtig halte.
Oh man ... wieder sinnlos Zeit verplempert.

Ich kann das nicht mehr ... ich melde mich hier mal eine Weile ab. Brauche ein Forums-Pause.

Das ist kein Joke, sondern ein guter Ratschlag von einem lieben Forumskollegen hier, den ich jetzt mal beherzigen werde.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Apathetic am 31.07.2024 21:50:35
Hi Alex,

zuerst vielen Dank für eure hilfreichen und ernsten Antworten. Auch wenn ich den Eindruck habe, dass so manche Antwort etwas hart ist.

Ich gebe dir Recht, manche Antworten sind hart. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass das die Nachrichten waren die es geschafft haben zu mir durchzudringen. Warum? Weil ich mich dadurch getroffen gefühlt habe, manchmal sogar angegriffen.
Wenn ich das Gefühl hatte, eine Nachricht löst in mir eine Abwehrreaktion aus, war es für mich super wertvoll herauszufinden wieso das der Fall ist.
Mehr als einmal hat es mir eine offene Baustelle offenbart und mir in meiner Abstinenz und/oder persönlichen Entwicklung wirklich sehr geholfen.

Keiner ist hier aus Bosheit, Spaß oder um dich zu verletzen, hart zu dir.
Du gehst deinen Weg, wir versuchen Leitplanken an den Rand zu stellen. Ausnahmslos jeder hier will dir helfen, der eine freundlicher, der andere Härter. Quasi guter Cop, böser Cop  ;)   

Nun klar, ich bin spielsüchtig, habe eine Schuldenberatung in Anspruch genommen und sehe mich durch diverser Handlungen, die ich in den letzten Tagen gemacht habe, erleichtert. Aber diese Veränderungen zeigen mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Genau das ist der Zeitpunkt um extra vorsichtig zu sein. Wenn ein gewisses Sicherheitsgefühl eintritt, fahren die Schilde und Achtsamkeit herunter, also immer schön die Augen offen halten und die Gedanken im Blick behalten.
Ich stimme dir absolut zu, du bist auf einem guten Weg, aber auch gerade erst losgelaufen.

Hast du schon einen Notfallplan, wie du mit Suchtdruck umgehen willst?
Früher oder später wird er kommen, vielleicht ein sinnvolle Aufgabe, bis zu deinem Gespräch bei der Suchtberatung am Montag

Das wird schon, Alex.

LG
Apa
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 31.07.2024 22:01:38
Oh man ... wieder sinnlos Zeit verplempert.

In keinster Weise Fred, ich nehme jeden Post zur Kenntnis. Lese mehrmals täglich jeden einzelnen Post wieder, und immer wieder.
Ich wollte dich damit nicht angreifen, und das Zitat von mir ging ja noch weiter. Es war darauf bezogen, dass ich von keinem verlange, meine Schulden abzubezahlen, oder neben mir zu sitzen, falls ich wieder spielen möchte.

Ja Apa, mein Notfallplan im Moment ist es, mich hier anzumelden und zu schreiben. Keine Dauerlösung, aber bis zum Suchtberatertermin die Lösung. Gestern wurde mir mein Gehalt überwiesen, wäre letzten Monat wahrscheinlich nach 1-2 Tagen wieder weg gewesen. Ich habe zwei Monatsmieten bezahlt. Nicht einen Gedanken damit verschwendet, zu spielen.

Gruss
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Apathetic am 31.07.2024 23:22:33

Glaubst du dass das reicht, wenn es hart auf hart kommt?

Bei meinem letzten Rückfall, vor vielen Jahren, hat es das bei mir nicht.
Wenn der Suchtdruck akut unter den Nägeln brennt, ist die Hürde sehr hoch, man muss den Browser öffnen, die Adresse eingeben, sich einloggen, einen Beitrag schreiben. Im Zweifelsfall noch warten bis jemand antwortet...
Das sind verdammt viele Schritte, in denen dein Suchtgedächtnis dir sagen kann: "Komm schon, spielen ist einfach oder was sind schon 50€...", wir kennen es alle. Such mal nach Nofallkoffer hier Forum :)

Ich habe das Gefühl, dass du dich gerade von Termin zu Termin hangelst, aber die Anreize die wir dir geben schon jetzt aktiv an deiner Abstinenz zu arbeiten, sehr schnell zur Seite wischt.
Das meine ich gar nicht böse, es lässt nur etwas meine Alarmglocken schrillen. Ich freue mich über jeden deiner Erfolge mit dir, die zwei gezahlten Mieten sind klasse, ich möchte dich nur unterstützen noch viele Erfolge feiern zu können.

Warum jetzt nicht die Zeit nutzen um loszulegen, warum bis Montag warten?
Ich garantiere dir dass das ein Thema ist, das auch dort früher oder später angesprochen wird.

LG
Apa
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 31.07.2024 23:49:11
Nein, ich denke, auf Dauer wird es nicht reichen, wäre ja auch viel zu einfach. Im Moment tue ich alles, damit es reicht. Ich zähle nicht die Stunden, bis es endlich zur Suchtberatung geht. Ich nehme eure Tipps wahr und arbeite daran, und an mir selbst.

Nur was kann ich noch tun?  Bzw was soll ich nun bis Montag noch tun? Ich spiele nicht, ich schau in mich hinein, und ich bewege alle möglichen Hebel, die zur Verfügung stehen.

Ich denke über die Vergangenheit nach, warum ich vom Weg abgekommen bin. Ich will nicht, dass es wieder passiert. Deshalb bin ich hier.

Gute Nacht euch
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Apathetic am 01.08.2024 21:17:45
Hi Alex,

Nein, ich denke, auf Dauer wird es nicht reichen, wäre ja auch viel zu einfach. Im Moment tue ich alles, damit es reicht. Ich zähle nicht die Stunden, bis es endlich zur Suchtberatung geht. Ich nehme eure Tipps wahr und arbeite daran, und an mir selbst. 

Wenn du wirklich an dir arbeitest, alles gut, dann sind die Sorgen vielleicht unberechtigt.
Vielleicht entsteht auch ein falscher Eindruck bei mir, weil du nicht mit uns teilst, wie du das konkret machst. Welche Schritte du unternimmst, abseits von deinen Terminen, welche Gedanken in dir aufkommen und wie es dir damit geht.
Ist vollkommen okay, nur du entscheidest was du hier schreiben willst, es ist dein Tagebuch.

Es gibt keinen Königsweg aus der Sucht, wichtig ist das du deinen eigenen findest und dann auch gehst.

LG



Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Marie_LSG am 02.08.2024 12:23:37
Hallo Alex,
ich finde dich total mutig. Erst von deinen Rückschlägen hier im Forum zu erzählen und dann gleich Termine in der Sucht- und Schuldnerberatung ausmachen - absolut fantastisch!
Den Weg in die Schuldnerberatung zu gehen finde ich genau richtig. Wenn es einem sowieso nicht gut geht und alles über den Kopf wächst und es kompetente Leute gibt, die dich in der Situation unterstützen können und v.a. genau wissen wie die nächsten Schritte sein können, dann finde ich es richtig sich Hilfe zu holen. Damit wird dir sicher auch schon eine große Last abgenommen (auch wenn es vermutlich einige Termine dauern wird, bis erste Schritte eingeleitet werden). Und natürlich gehen die Schulden dadurch nicht weg, aber eine Klärung kann passieren.
Und es ist sicher schade, dass deine damalige Suchtberaterin nicht mehr da ist, aber Hauptsache du gehst wieder dorthin. Vielleicht kommst du mit der neuen Person ja auch gut klar!
Ich finde es in Ordnung erstmal "nur" bis zum Termin in der Suchtberatung zu denken. Die Tage in denen du bis dahin nicht spielst sind ja auch schon viel wert! Und hey du hast von deinem jetzigen Gehalt zwei Monatsmieten bezahlt, das deutet doch schon in die richtige Richtung!
Ich finde du hast in den letzten Tagen sowieso schon viel gemacht.  Hier präsent zu sein und die Termine zu vereinbaren ist super! Und das vor allem in Verbindung mit deiner Spielfreiheit.

Über das Wochenende wünsche ich dir ganz viel Kraft, vielleicht fallen dir ja von deiner damaligen Spielfreiheit noch Dinge ein, die dir damals geholfen haben und evtl. jetzt wieder hilfreich sein können :)

Viele Grüße,
Marie
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 02.08.2024 23:04:31
Hallo und guten Abend,

nun habe ich zwei Tage keinen Post gemacht, nicht weil ich wieder gespielt habe, sondern weil ich so viel zu ordnen hatte. Ich baue einen Notfallkoffer, in welcher Form? Ich fange an, Dinge zu tun, die ich die letzen Jahre vernachlässigt habe. Nach der Arbeit bin ich heim gekommen, und habe gespielt. Gestern und heute habe ich aufgeräumt. Mir war Scheiss egal wie die Wohnung aussah, habe eh niemandem aufgemacht, falls mal einer geklingelt hat, wozu auch ? Ich wollte zocken.

Ich warte nicht auf Montag, da es so viel zu tun gibt, um mein Leben wieder gerade zu biegen. Ich kann euch ehrlich berichten, suchtdruck habe ich im Moment keinen. Wird sich sicher ändern mit der Zeit, aber im Moment verspüre ich ihn nicht. Doch wenn er kommt, dann kommt er. Ich werde bereit sein, das halte ich mir vor Augen, und vergesse es keine Sekunde.

 Ich kann mir viel Druck aufbauen mit Dingen, die mich abstinent bleiben lassen, aber wozu? Druck bedeutet für mich evtl. zu frühzeitig aufzugeben. Ich bin stolz auf mich, alles was ich mir vorgenommen habe, habe ich umgesetzt. Morgen werde ich mir wieder was vornehmen, und ich werde es durchziehen.

Einen grossen Dank an Marie. Dein Post baut mich richtig auf. Ich bleib am Ball
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 04.08.2024 14:18:18
Hallo zusammen,

heute vormittag habe ich mir vorgenommen, mit dem Joggen anzufangen. In meiner Abstinenz, hat mir das Joggen sehr geholfen, um den Kopf frei zu bekommen und mich auszupowern. Ich bin dann doch nicht joggen gegangen, weil es den ganzen Vormittag geregnet hat. Nun dachte ich mir, wie nutzt du nun die Zeit.

Ich habe mich ins Forum eingeloggt, habe mir Zeit genommen und ein paar andere Beiträge gelesen. Schnell sind 2-3 Stunden vergangen. Mir ist ein Muster aufgefallen, welches ich auf mich gut übertragen kann. Das Muster ist bei vielen ähnlich. Man beschließt, aus verschiedenen Gründen, mit dem Spielen aufzuhören, und baut sich seine eigene Seifenblase auf. Keine Seifenblase hat die gleiche Größe, der eine hat eine ganz kleine, der andere eine größere und der dritte eine riesige. Was nun jedoch bei allen gleich ist, alle befinden sich in der eigenen Seifenblase und lassen es meistens nicht zu, dass andere durch Input, Erfahrungen, Meinungen oder Tipps, dafür sorgen, dass die Blase größer wird. Man fühlt sich schliesslich sicher in seiner eigenen Blase, man redet sich ein, dass diese Blase nicht platzen kann. Doch früher oder später kommt die Nadel (der Suchtdruck, die Langeweile, die Not, die Gewohnheit etc) diese Nadel hat viele Namen, bei jedem einen anderen. Und dann reicht ein kleiner Pickser, und dann platzt diese Blase. Auch ich habe diese Blase gehabt, oft konnte ich die Nadel abwehren, doch schließlich platze auch meine Blase. Nun sitze ich hier und stelle mir die Frage, was ich tun kann, um die Nadel abwehren zu können. Die Nadel wird es immer geben, es wird allerdings immer die Möglichkeit geben, die Nadel von der Blase weg zu halten. Die Erkenntnis, die ich für mich nun durch diverse Beiträge und auch durch meine eigenen gewonnen habe ist, dafür zu sorgen, dass die Blase immer größer wird, heißt die Blase immer mehr zu füllen, damit Sie wächst. Je größer sie ist, umso wichtiger ist es, sie zu beschützen. Mag sein, dass es eine blöde Metapher ist, aber für mich ungemein hilfreich.

Wie gerne wollte ich euch heute dem ein oder anderem einen Post da lassen, aber dann dachte ich mir, was willst du schon groß an Tipps geben, du bist selber durch einen Rückfall in ein tiefes Loch gefallen. Du selber hast deine Blase platzen gelassen. Eine ziemlich grosse Blase in meinen Augen.

Dies sind nun meine Gedanken, die mich heute begleiten. Ich überlege im Moment, wie ich meine Nadel, die zum platzen der letzten Blase geführt hat, nennen soll. Mir fallen viele Namen ein, Leichtsinn, Dummheit, Sicherheit, etc. Diese Namen muss ich mir in eine Liste schreiben, damit ich gewappnet bin, wenn ich diese wieder im Kopf rumschwirren habe.

In Zukunft möchte ich anderen auch durch Denkanstöße und Erfahrungen helfen, im Moment fühle ich mich allerdings noch nicht bereit dafür, da ich zuerst an mir selber arbeiten muss.

Gruss

Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 04.08.2024 18:34:25
Hallo Alex,

In Zukunft möchte ich anderen auch durch Denkanstöße und Erfahrungen helfen....

Dies geschieht schon längst von ganz alleine, immer wenn du schreibst.
Auch war ich sogar etwas überrascht über deinen letzten Beitrag  :), ordne dich nicht unter jene die schon länger spielfrei oder abstinent sind.
Der Austausch hier und zwar auf Augenhöhe, kann schon sehr förderlich sein.


Grüß dich
 
   
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 10.08.2024 15:08:43
Hallo zusammen,

es war viel los die letzten Tage, sodass ich mich erst heute wieder hier melde.

Vorab möchte ich aber erwähnen, dass ich nach wie vor spielfrei bin.

Am Montag war ich bei der Suchtberatung. Es war alles in einem ein gutes Gespräch. Es war mehr als nur ein Kennenlernen, da ich doch schon viel von mir und meiner Spielsucht erzählt habe. Anfangs war ich etwas gehemmt, doch dann fing ich einfach drauf los zu erzählen. Ich bekam viel Verständnis und die Beraterin war meines Erachtens doch etwas überrascht, wie "weit" ich doch schon bin. Ich habe irgendwann das Thema SHG angesprochen, und dass es mir wichtig wäre, eine zu besuchen. Leider gibt es nach wie vor keine SHG in dem Ort. Sie wollte sich aber mal schlau machen, wo in der Umgebung eine stattfindet. Eine SHG ist mir nach wie vor total wichtig, da ich doch das Bedürfnis habe, mich in einer Gruppe auszutauschen.

Auch mit der Suchtberarterin habe ich einen Folgetermin vereinbart (12.09.)

Die letzten Tage konnte ich ein wenig abschalten, ich war in Holland. Ich hatte die Reise vorab schon bezahlt, sodass ich mit wenig Geld dort klar gekommen bin.

Heute geht es mir nicht so gut, habe das Gefühl es würde mich alles erdrücken und das mir die Luft zum Atmen fehlt. Ich werde gleich mal in den Wald gehen und ne Runde oder zwei spazieren gehen mit ein bisschen Musik. Es war mir jedoch wichtig, mich hier nochmal zu melden und ein Lebenszeichen von mir zu schicken.

Ich will nicht mehr spielen, ich will mein Leben zurück bekommen! Den Fokus verliere ich nicht aus meinen Augen.

Bis bald!
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 10.08.2024 22:32:15
Servus Alex,

es darf, muss und soll einem auch mal nicht gut gehen. Genau das darf man sich erlauben! Egal an welchem Punkt man im Leben steht, so kann nicht jeder Tag emotional gleich sein. Das wäre ja sicher auch kontraproduktiv. Auch gegen antriebslose, triste und anstrengende Momente stetig anzukämpfen, wäre sehr zermürbend. Man sollte sich auch so richtig, mit Verlaub, 'beschissene' Tage erlauben. Das gehört dazu, zu jedem von uns. Du machst das gut! Rede bzw schreibe darüber und eine SHG wird dich mit Sicherheit auch weiterhin stützen! Es gibt immer Wege, egal in welche Richtung....

Vielen Dank für Dein Update!

Du bist bei der Sache, du bist bei Dir.... da hast Du schon einmal eine extrem gute Grundlage!

Liebe Grüße

MiLu
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: MiLu am 10.08.2024 23:40:21
Hey Alex,

ich nochmal.... ich nutze die Zeit, da meine Kleine derzeit durchschläft   ;D

Du erwähnst häufig in Beiträgen, dass Du das und jenes getan hast, aber spielfrei bist. Machst Du dies, weil Dich das stärkt, also im Sinne der Eigenmotivation oder weil Du das Gefühl hast, dass man Dir nicht traut? Du musst diese Frage selbstverständlich nicht beantworten, jedoch interessiert mich der Kontext sehr! Fühlst Du Dich deinetwegen verunsichert oder generell im öffentlicheren Verlauf? Gerne kannst Du beschreiben, was Dir mehr Vertrauen auf Deinem Weg geben könnte... evtl auch im Sinne eines Appells an uns?!
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 12.08.2024 19:40:15
Hallo,

sehr gerne möchte ich versuchen, jede Frage zu beantworten: ich denke es ist ein Stück weit beides, was darauf zutrifft. Irgendwo versuche ich mich selber zu motivieren, indem ich mir jeden Tag im Spiegel sage, du bist heute spielfrei geblieben, es soll mich motivieren, bzw. es motiviert mich und stärkt mich für den nächsten Tag. Diesen Gedanken muss ich mir jeden Tag aufs neue Aufrufen, da es doch damals, bei meiner ersten spielfreien Phase "vergessen" wurde bzw. irgendwann von mir als Selbstverständlich wahrgenommen wurde. Auf der anderen Seite denke ich, dass man mir nach meinem letzten Versuch misstrauisch ist, was ich vollkommen verstehen kann, denn ich bin spielsüchtig und habe es ja schon Mal versucht und nicht geschafft.
Das Vertrauen in mich selber wird mit der Zeit wiederkommen, da bin ich mir sicher, und einen Appell an euch habe ich keinen. Ich bin dankbar, dass es Menschen gibt, die meine Beiträge lesen und kommentieren. Das hilft mir enorm, ich les mir die Beiträge von euch x-mal durch und integriere jeden Rat/Tipp/Meinung in mein Vorhaben, dauerhaft abstinent zu bleiben.

Es ging mir wirklich nicht so gut, ich habe dieses Gefühl aber zugelassen. Vor ein paar Wochen noch, hätte ich es nicht zugelassen, dann habe ich einfach eingezahlt und gespielt. Das Gefühl wäre verpufft, vergessen. Diesmal musste ich damit klar kommen und habe Wege gesucht, wie ich es am besten schaffe. Ich habe hier geschrieben, und bin spazieren gegangen. Beides hat mir geholfen.

Ich bin mir sicher, dass ich in nächster Zeit öfters Up and downs haben werde, wichtig wird sein, es zu akzeptieren, und zuzulassen.

Für diese Woche habe ich mir vorgenommen, nicht nur in meinem Tagebuch zu schreiben/antworten. Ich möchte mich diese Woche trauen, und einem anderen Betroffenen schreiben. So sehr wie es mir hilft, wenn mir Menschen schreiben, so sehr würde es mich freuen, wenn meine Meinung dem anderen auch helfen könnte.

Ich habe mir übrigens Gamban heruntergeladen und installiert. Ich treffe mich nächste Woche mit einem Kumpel, und lasse mir von ihm ein Passwort einrichten. Ich kann euch nicht sagen, ob ich ihm die volle Wahrheit dann erzählen kann, aber ich werde ihm sagen, dass ich das Spielen nicht unter Kontrolle habe und spielsüchtig bin. Ich bewege einen kleinen Stein dadurch aber vielleicht wird es mir dann helfen, dass ich ihm dann irgendwann immer mehr erzählen kann.

Liebe Grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 14.08.2024 23:17:51
Hallo Alex,

ein Rückfall würde nichts an der Glaubwürdigkeit von irgend jemanden hier ändern. 
In der Regel wäre Misstrauen eh angesagt, denn Vertrauen ist der Spielsucht bester Freund.
Gegenseitig mögliche Gefahren aufzuzeigen und dabei vehement alles so zu gestallten um nicht mehr in ein altes Suchtverhalten zu geraten.
Wäre in soweit zu erwarten wie es sich halt in den Beiträgen liest.
Mehr ist es nicht!

Alles fällt und steigt mit dir selbst ( Phrase ) sry und jede Hilfe von Außen soll dich dabei bekräftigen.
Und würde ich oder sonst wer dir vertrauen nicht mehr zu spielen, gäbe es nicht viel zu schreiben.  :)
Du berichtest ja hier und teilst dich mit, was du denkst, fühlst und unternimmst.
Dein Werdegang Alex, es entwickelt sich ja ...
Ein "du schaffst das" wäre nur oberflächlich und wenn ich in etwas vertraue....dann,
dass du es schaffen kannst.  :)   

Von A nach B, im Grunde reine Logistik.

Liebe Grüße               
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 20.08.2024 19:42:18
Hallo zusammen,

ist ja wirklich sehr ruhig geworden in diesem Forum, sehr schade. Bevor ich von mir erzähle, ein Appell an alle "neuen" bzw. stillen Mitleser. Traut euch, beginnt einen Post, es wird euch helfen, ihr werdet euch besser fühlen. Man wird euch anhören, Tipps geben und unterstützen. Ich kann sagen, dass mich die Beiträge sehr unterstützt und begleitet haben. Auch als ich mich hier wieder gemeldet habe, nachdem ich mich in ein tiefes Loch gebracht habe, wurde ich aufgefangen und aufgebaut. Dafür einen grossen Dank.

Nun zu mir: In den letzen Tagen verbringe ich nach Feierabend die Zeit mit Briefen öffnen, sortieren und abheften. Es gibt eigentlich keinen Tag (außer den Wochenenden) wo kein Brief in meinem Briefkasten ist. Es tut weh, hilflos zu sein und nichts machen zu können. Am liebsten würde ich die Gläubiger selber kontaktieren und Lösungen suchen. Werde mich aber weiterhin gedulden und es dann mit der Schuldnerberaterin besprechen. Stand jetzt könnte ich die Schulden in 3 Jahren abbezahlt haben, es muss nur das Fundament gelegt werden, da jetzt im Moment einfach alles fällig ist. Ich hoffe, dass ich da Wege finde, es ohne Privatinsolvenz zu schaffen. Wird nicht von heute auf morgen gehen, aber in den nächsten Monaten, da bin ich zuversichtlich.

In meiner Abstinenz bzw. Spielpause, habe ich mir immer wieder was gekauft, wenn nach Abzug der Kredite und Fixkosten Geld übrig blieb. Ich hatte irgendwann Angst, viel Geld rüber zu legen, weil ich mich da immer wieder mit dem Thema Rückfall beschäftigt habe. Im Nachhinein war es doch auch ein Auslöser. Denn ich hatte ein paar "Töpfe" wo ich Geld angefangen habe zu sparen (z.B. Lebensversicherung, Sparbuch, Sparschwein) all diese Töpfe waren von jetzt auf gleich verspielt. Anfang des Jahres habe ich mein Auto verkauft, das Geld war ein mittlerer Vierstelliger Betrag. Keine 3 Tage später, war der Betrag weg.
Nun denke ich, warum auch immer, in diesem Moment darüber nach, wie ich es besser machen kann. Habt ihr Tipps? Ich weiß nicht ob jetzt schon der Moment richtig ist, darüber nachzudenken, was ist wenn ich wieder etwas gespart habe. Aber besser früher als nie.

Sorry, der Post dreht sich sehr ums Geld.

Aber auch was positives, ich habe nicht gespielt :)
Und auch noch kein Suchtdruck gehabt

Liebe Grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: medea888 am 20.08.2024 22:14:06
Guten Abend Alex,

Ja das liebe Geld unser Suchtmittel..
Ich hatte die ersten zwei Jahre extreme Probleme  mein Geld anwachsen zu sehen aber dann hab ich noch bewusst  dazu gezwungen  noch mit Geld auseinander zu setzen. Und bis heute mache ich das einmal  die Woche.  Und inzwischen geht es ganz gut. Ich werde nie ein normales Verhältnis zu Geld bekommen aber ich kann inzwischen damit umgehen. Keine Ahnung ob dir das jetzt hilft aber das war mein Weg.
LG medea
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 20.08.2024 22:17:24
Hallo Alex,

...ist ja wirklich sehr ruhig geworden in diesem Forum, sehr schade.

Über die Zeit wurde es immer weniger an Beiträgen hier im Forum, dieser mangelnde "Traffic" mag einer der Gründe dafür sein.
Auch jedes Jahr viele neue Mitglieder die nichts schreiben oder nur einen kurzen verzweifelnden Hilferuf.   
Beiträge sind schon essentiell, auch für den Zulauf an neuen Mitgliedern.
       
Nun denke ich, warum auch immer, in diesem Moment darüber nach, wie ich es besser machen kann. Habt ihr Tipps? Ich weiß nicht ob jetzt schon der Moment richtig ist, darüber nachzudenken, was ist wenn ich wieder etwas gespart habe. Aber besser früher als nie.

Du sollst auch zurück in eine Normalität wo Erspartes kein Trigger mehr sein sollte.
Soll aber nun auch keine "Anlagenberatung" von mir werden.  :)
Kleine Hilfen wären sicherlich Sparkonten/Festanlagen auf die man keinen täglichen Zugang hätte zur Auszahlung.
Durchaus auch Bausparverträge oder Kapitallebensversicherungen.
Die eh unabhängig für eine auch längerfristige Rücklage gedacht wären.
Bei angesparten Geldern als verfügbaren "Notgroschen" sollte dir immer bewusst sein auch damit verantwortungsvoll umzugehen,
natürlich auch bei allen finanziellen Rücklagen.
Auch nach einiger Zeit Spielfreiheit wird dies immer so sein, nicht zulassen damit wieder sein abgelegtes Suchteben neu zu finanzieren. 
Einmal abgesehen .....mich würde jeder verspielte Euro zwar nicht ärgern, aber an mir extrem zweifeln lassen. 

       
Sorry, der Post dreht sich sehr ums Geld.

Das ist schon ok, Geld wird auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens bleiben.
Deine Ziele hast du ja auch u.a. für eine gesicherte finanzielle Zukunft ausgelegt.
Jeder würde auch Angst haben sein Geld zu verlieren oder befürchten keines mehr zu haben wenn man es bräuchte.
Alex, deine Sorgen werden weniger darüber je gefestigter du wirst.

Liebe Grüße     

 
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 27.08.2024 21:22:21
Danke Medea, danke Jacky für eure Tipps.

Ich glaube ich werde dieses Thema ums Geld nochmal angehen, wenn die finanzielle Lage sich etwas entspannt. Im Moment brauch ich mir keine Gedanken ums Sparen zu machen, da ich noch weit davon entfernt bin. Gut hab das Thema selber angestoßen, mir war's einfach danach, da ich mich mit meinem Rückfall auseinander gesetzt habe. Ich denke sehr viel nach in den letzten Tagen u. Wochen, wie eine Achterbahn fühlt es sich an in meinem Kopf. Habe viele Höhen und Tiefen über den Tag verteilt, meist ist es so, dass ich morgens eher in einem Tief bin und Abends hab ich Hoffnung, Hoffnung auf ein besseres Leben. Hatte jetzt ein paar Tage frei, habe morgens beim Kaffee gesessen, und drüber nachgedacht, wie ich den Tag sinnvoll nutzen kann. Oft bin ich eingesackt, habe keine Motivation gefunden, irgendwas zu machen, doch es gab aber auch Momente, wo ich meinen Arsch hochbekommen habe, und was unternommen habe. Diese Momente gab es ehrlicherweise nicht sehr oft, dennoch bin ich sicher, dass es sie immer öfter geben wird.

Nun ist der August fast vorbei. Im September stehen die nächsten Termine bei der Schuldner- und Suchtberarterin statt. Ich weiss nicht warum aber ich zähle schon die Tage. Ich erhoffe mir doch sehr viel, auch einfach über die Dinge zu reden, tut mir sehr gut. Natürlich sollte ich mir selber auch weitere Ziele setzen, aber ich weiss nicht welche. Ich denke es wird auch noch ein paar Monate dauern, bis diese Achterbahnfahrt im Kopf aufhört, aber momentan denke ich nur für die nächsten 24 Stunden, in denen möchte ich nicht spielen. Das ist das minimale Ziel, welches ich mir für jeden Tag aufs neue setze, und Hey, bis jetzt hat es geklappt.

Liebe Grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Apathetic am 28.08.2024 14:50:05
Hi Alex,

Natürlich sollte ich mir selber auch weitere Ziele setzen, aber ich weiss nicht welche. Ich denke es wird auch noch ein paar Monate dauern, bis diese Achterbahnfahrt im Kopf aufhört, aber momentan denke ich nur für die nächsten 24 Stunden, in denen möchte ich nicht spielen. Das ist das minimale Ziel, welches ich mir für jeden Tag aufs neue setze, und Hey, bis jetzt hat es geklappt.

wieso hast du das Gefühl du brauchst aktuell noch andere Ziele? Jeder abstinente Tag ist schon so eine Leistung, da darfst du auch ruhig stolz sein und es als die Leistung anerkennen die es ist.
Zusätzlich bist du noch in der Schuldner- und Suchtberarterung, du teilst dich hier mit, unterstützt andere. Warum noch mehr?
Halte ruhig auch mal inne und mache dir bewusst wie weit du in den letzten 45 Tagen gekommen bist.

Wie André  schon meinte, erst den ersten Schritt gehen, aber auch nach dem ersten, immer einem nach den anderen.

LG
Apa
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: medea888 am 28.08.2024 21:03:49
Guten Morgen Alex,

Andre hat das mit dem Geld wunderbar erklärt.
Ich möchte nochmal auf das Thema Ziele eingehen. Bzw. Was tun, wichtig ist es tatsächlich sich auch zu überlegen was man mit der frei gewonnen Zeit macht. Mir fiel das am Anfang nicht leicht mir wieder neue Dinge zu suchen die mir Spaß machen und mich erfüllen. Jedoch habe
Dann alte Leidenschaften wie lesen und schreiben  wieder entdeckt.. heute ist meine Freizeit voll mit Ideen und es wäre gar keine Zeit mehr zu spielen 😉
Vielleicht denkst du in der Richtung mal nach, was hat die mal ganz girl Spaß gemacht?
LG Medea
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 29.08.2024 22:21:38
Huhu zusammen,

danke euch für die Beiträge, ich möchte mal versuchen, heute nur darauf zu antworten, ohne einen Roman zu verfassen.

André, danke für deine direkte Art, anfangs fühlte ich mich angegriffen, doch nun merke ich dass du 100% die Fakten auf den Tisch legst. Ich bin noch nicht soweit, das Geld als Geld anzusehen, somit wird mich die Cola an der Tanke nicht aufregen, da ich immer noch keinen Bezug zum "Geld" habe. Ich habe damit begonnen aufzuschreiben, wofür ich Geld ausgeben, und schaue mir nach einer Woche an was sinnvoll war, und was nicht. Momentan ist es nicht viel, was ich habe und ausgebe, aber es gibt Dinge, die unnötig sind, und das versuche ich zu markieren, um zu lernen, dass es unnötig ist. Heute kam mein Gehalt, direkt habe ich Miete überwiesen, Strom und Gas. Nun habe ich keine Mietschulden, somit bleibt mir die Wohnung, der Strom und das heiße Wasser. Nun haben wir den 29.08. und es bleibt fast nichts für den September, und doch so viele Verbindlichkeiten. Dennoch fühlt es sich gut an, weil ich nicht gespielt habe. Ich merke jetzt schon, dass es doch ein Roman wird..

Apa.. ja ich habe das Gefühl ich muss mehr tun, weil es so viele Phasen gibt, wo ich mir denke, beweg deinen Arsch, es geht noch viel mehr. Ich bin ein Arbeitstier, ich arbeite am liebsten unter Stress und Druck, dann leiste ich einfach mehr und produktiver. Klar bin ich stolz, was ich bisher gemacht und erreicht habe, aber der Gedanke, mehr geht immer, überwiegt. Ich schaue jeden Tag auf die Erfolgstabelle, und freue mich über jeden Tag der dazu kommt, und genau in dem Moment denke ich mir, so neuer Tag neues Ziel. Vielleicht zu viel Druck, den ich mir selber mache. Aber ich brauche es auch irgendwo, einfach um dran zu bleiben. Ich will es mir nicht zu gemütlich machen, weil ich weiss, dass der Weg noch sehr weit ist.

Medea, es fällt mir sehr schwer, egal was ich probiere, es macht mir kaum bis wenig Freude. Aus dem Grund brech ich auch ziemlich schnell ab, weil die Gedanken einfach wo anders sind. Beispiel: ich mach die Konsole an, beginne eine neue Karriere, verliere aber nach wenigen Spielminuten aber die Lust, weil es mich nicht fesselt. Blödes Beispiel vielleicht als Spielsüchtiger, aber das trifft auch auf andere Dinge, es macht keinen Spass, es fesselt mich nicht. Ich hoffe dass ich das irgendwann auch sagen kann, dass meine Freizeit voll mit Ideen ist und ich die Freude wiederfinde, ja die Freude am Leben.

Ich versuche jetzt erstmal durchzuatmen, und mir keinen Druck mehr zu setzen, es braucht Zeit, das muss ich akzeptieren.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 15.09.2024 20:02:07
Guten Abend zusammen,

viel Zeit vergangen seit meinem letzten Post. Hatte immer wieder angefangen, doch dann musste ich unterbrechen. Nun nehme ich mir endlich die Zeit, doch gibt es ein paar kleine aber wichtige Updates aus meinem Leben.

Diese Woche Sucht- und Schuldnerberatung gehabt. Die ersten Gläubiger sind bedient, natürlich ist dies nur ein kleiner Bruchteil des Ganzen. Aber, es ist alles sortiert und ich habe einen Überblick. Es ist ein tolles Gefühl, endlich befasse ich mich damit. Ich habe mir einen Ordner angelegt und habe nun keine Angst mehr Briefe zu öffnen. Außerdem führe ich ein Haushaltsbuch, und erfasse einmal pro Woche alle Ausgaben.

Die Suchtberarterin hat mich gefragt, wie Sie mir nun weiterhin helfen kann, da ich doch sehr klar im Kopf bin. Ich bat Sie darum, dass ich mich zu mindestens 1 Mal im Monat mit ihr austauschen könnte. Einfach um zu quatschen. Es ist mir wichtig, da ich so am Ball bleibe, und bei einem möglichen Rückfall eine Person hätte, bei der ich die Hosen runter lassen muss.

Habe mich nämlich die letzte Zeit viel mit dem Thema Rückfall beschäftigt, und mir als ersten Impuls-Stop die App Gamban installiert. Ich wohne alleine, und meistens war es die Zeit von Freitag bis Sonntag, wo ich gespielt habe. Einfach weil ich Langerweile, Zeit und keine andere Beschäftigung hatte.

Öhm, worauf ich ziemlich stolz bin, ich bin seit 13 Tagen Nichtraucher :) Ich will mein Leben komplett auf den Kopf stellen, Schritt für Schritt. Aufhören zu rauchen stand weit oben auf meiner To-Do Liste. Nun bin ich auf einem guten Weg, und eins kann ich euch sagen, es fühlt sich verdammt gut an.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntagabend

Liebe Grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: medea888 am 18.09.2024 08:30:41
Guten Morgen Alex,

Schön von dir zu lesen.
Schuldnerberatung klingt gut. Jedoch,wenn es dir danach sehnt mit jemanden regelmäßig zu quatschen ist es vielleicht sinnvoller in Richtung einer Therapie zu denken. Ich selbst war zwei Jahre in einer Gesprächstherapie und es hat mir unglaublich viel geholfen, ist nicht leicht da jemanden zu finden aber einen Versuch ist es Wert.
Grade auch in Bezug auf deine Rückfälle wäre es vielleicht sinnvoll tiefer zu schauen?
Wie war es denn bei der Suchtberatung?
Was planst du jetzt für deine Wochenenden? Statt zu spielen?
LG Medea
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Stella am 18.09.2024 13:53:44
Hallo Alex, puh.. Ich habe mir jetzt alle Beiträge von dir hier durchgelesen..
Ich hab auch so schreckliche Angst das es mir irgendwann auch wieder passiert...

Du hattest doch so ein tolles abkommen mit deiner Mutter (sie hat sie EC karte  usw)
Würde das denn jetzt auch wieder für dich in Frage kommen? Hast du mit ihr gesprochen?

Liebe Grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 23.09.2024 21:12:40
Guten Abend,

@medea: ich hatte vor der Schuldnerberatung ein Treffen mit der Suchtberarterin, da konnte ich frei reden, einfach drauf los. Ich war nicht mehr so angespannt wie beim ersten Treffen, es war für mich persönlich sehr hilfreich, weil ich hier keine Maske tragen musste, quasi nackt und vor allem ehrlich gegenüber einem Menschen saß. Genau aus diesem Grund sind mir weitere Treffen immens wichtig, weil ich in diesem Raum ich sein kann, wo ich auch im Falle eines Rückfalles weiss, du kannst dich hier zu 100% öffnen. Es werden sicher viele Treffen kommen, an denen ich vielleicht nicht viel neues berichten werden kann, aber ich werde ehrlich sein, zu mir selber und zu der Suchtberarterin. Die Wochenenden kann ich nicht zu 100% durchplanen, habe mich kürzlich in einem Fitnessstudio angemeldet, versuche nun mehr Sport zu machen, mehr im Haushalt, und vor allem versuche ich mich mehr am sozialen Leben zu beteiligen und mich nicht mehr Zuhause zu verstecken. Es klappt noch nicht so wie ich es mir vorstelle, aber ich bewege mich in die richtige Richtung.

@Andre: eins kannst du mir glauben, ich bin sehr achtsam, weil ich im Moment sehr viel in meinem Leben ändere, was für den ein oder anderen zum Scheitern verurteilt ist. Aber ich mache es in meinem Tempo, völlig bewusst und in keinster Weise unterschätze ich es. Suchtverlagerung, ja klar, von Automaten hin zu Sportwetten und am Ende Online Casinos. Dennoch kann ich stolz sagen, Automaten ist abgehakt, Sportwetten ebenfalls. Bei Online Casinos bin ich ebenfalls auf dem richtigen Weg. Ich schaffe es, weil ich es für mich und mein Leben möchte. Dennoch darf ich Euphorisch sein, und möchte es auch. Das Spiel ist nicht mehr das wichtigste in meinem Leben, es ist das Leben, was mir am wichtigsten ist.

@Stella: schön dass du dir meine Beiträge durchgelesen hast. Ich denke ich kann dir eins auf den Weg geben, wir werden immer spielsüchtig sein, egal ob wir 1, 2 oder 10 Jahre abstinent sind. Diesen Gedanken hatte ich damals nicht, ich habe gedacht, ich bin geheilt. In so ein Loch würde ich nie mehr fallen. Ich bin aber in ein viel tieferes Loch gefallen. Ich war meiner Mutter sehr dankbar, dass sie mich unterstützt hat, und zu hoch ist die Scham, ihr nun zu sagen, dass ich es nicht geschafft habe. Ihr die Karte nun wieder abzugeben, wäre eine Option, dennoch würde ich Wege finden, an Geld zu kommen, ohne Karte. Viel wichtiger ist es zu begreifen, dass man es selber möchte. Ich habe es begriffen, und daran will ich festhalten. Meine Mutter ist nun 70 Jahre alt. Ich möchte, dass Sie nun zur Ruhe kommt, ihr Leben genießt, ohne sich Tag und Nacht den Kopf zu zerbrechen. Ich habe mich entschieden, auf eigenen Beinen zu stehen, als ich ausgezogen bin. Ich bin gescheitert, aber ich habe mich nicht aufgegeben und kämpfe jetzt für ein besseres Leben.

Danke
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 06.10.2024 21:21:06
Guten Abend,

die letzten Tage habe ich viel gelesen und oft bin ich auf Sätze gestoßen, dass das wichtigste in der Abstinenz die Ehrlichkeit zu sich selber ist. Damit beginnt alles, und fällt alles. Nun steh ich Tage vor dem Spiegel, schaue mich an, und sehe einen anderen Menschen, ein hilfloses und kaputtes ich. Ich schaue in meine Augen und frage mich, wie schaffe ich es, wieder der lebensfrohe und glückliche Mensch zu sein, der ich vor dem ganzen Mist war, im selben Moment realisiere ich, dass ich  mich verändert habe und nie mehr das Leben führen werde, was ich vor dem Spielen hatte. Ich weiß nicht wie die Zukunft sein wird, aktuell verzweifel ich an der Gegenwart. Die Schläge, die man Tag für Tag zu spüren bekommt, sind brutal, obwohl man das wichtigste bekämpft, was einen erst zu diesem Punkt gebracht hat, die Sucht. Ich sollte froh sein, ich spiele nicht mehr, habe nicht den Drang dazu und auch kaum Momente, wo sich die Sucht zeigt. Aber warum fühle ich mich so Scheisse, wenn ich in den Spiegel schaue. In manchen Momenten habe ich so wenig Kraft, dass ich mir sage, Alex, du hast es versucht, aber du kannst nicht mehr, gib auf, du schaffst es nicht. Wie soll man sich da motivieren, weiter zu machen, wenn Erfolge nicht mehr spürbar sind. Ich hasse mich, für das was ich getan habe, ich vertraue mir selber nicht mehr. Manchmal wünsche mir, ich bekomme eine Hand gereicht, die ich packen kann und mich den einen Schritt begleitet. Manchmal will ich einfach aufgeben. Stop, hier bleib ich stehen und gehe nicht weiter. Die Fassade die ich über Jahre aufgebaut habe, lässt sich nicht auflösen. Das "neue" ich, was alle über Jahre kennen gelernt haben, lässt sich nicht in Luft auflösen.

Ich bin müde. Müde von dem Ganzen. Ich weiss im Moment nicht, wo ich Motivation tanken soll.

Ehrlich zu mir selber sein, dass war ich nun.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 07.10.2024 08:42:27
Hi Alex,

am Anfang meiner Abstinenz konnte ich tatsächlich eine Weile selbst nicht mehr in den Spiegel schauen, weil ich mich derart hasste, dass es mir nur schlecht bei dem Anblick wurde. Mittlerweile ist dies anders und das wird auch bei dir so sein, klar ist die erste Zeit hart und Tiefschläge kommen täglich, aber hier ist es wichtig darüber zu reden, im Forum und in einer SHG oder mit mit Menschen, die einem Nahe stehen.
Lass dich nicht einsülzen oder überfahren von diesen Gefühlen, es werden ohne Spielen wieder bessere Zeiten kommen, glaub mir!
Schreib hier rein was dich bedrückt, geteilte Probleme und Sorgen halbieren sich dadurch...
Volle Kraft voraus, Alex!
aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 07.10.2024 21:14:31
Hallo Alex,

was würde denn aufgeben bedeuten ?
Einfach aufgeben gibt es nicht im eigentlichen Sinne, es gäbe eh immer Dinge die zu bewältigen wären.
Auf Erden ist atmen, essen , trinken, schlafen eh bewährt um am Leben zu bleiben.
Auch wieder zu spielen würde nichts an einer Motivationslosigkeit ändern.

Früher habe ich eine Plastik erschaffen von mir selbst, jedes Teil davon nahm ich von außen und modellierte bis es mir passte.
Das war dann halt ich und wenn irgendetwas abblätterte, dann nur weil es eh zusammengebastelt war.
Ein zusammengeklebter Mensch !
Aber ich musste doch gar nichts erschaffen, ich bin ja.
War halt in einem quadratischen Stein und schon immer da gewesen, Stück für Stück musste ich dann mein Ich freilegen.
Ohne etwas hinzu fügen oder zu basteln...der Unterschied einer Plastik zu einer Skulptur.

Kurz um Alex.
Leider kostet es manchmal viel an Kraft und man versinkt schnell einmal im Boden.
Dann ist es gut hier zu schreiben, jeder hier der dir schreibt benutzt seine Hände um dir zu antworten.
Es ist wie sich die Hände zu geben ...um zu halten und begleiten.

An deiner Seite...

Liebe Grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 08.10.2024 14:54:32

Kurz um Alex.

Leider kostet es manchmal viel an Kraft und man versinkt schnell einmal im Boden.
Dann ist es gut hier zu schreiben, jeder hier der dir schreibt benutzt seine Hände um dir zu antworten.
Es ist wie sich die Hände zu geben ...um zu halten und begleiten.


Hier würde ich mal gerne kurz einklinken,... mit schon wieder Pippi in den Augen...

Es sind die KLEINEN Dinge die ICH zum Beispiel schnell sehr gerne vergesse. Ich bin zwar über 1 Jahr abstinent mitlerweile aber war schon wieder 2 Wochen nicht duschen oder vor der Tür. Für MICH ? Ah, wozu denn, wird schon wieder...
Nun dümpelte gestern wieder eine andere Nachbarin von uns per Whatsapp rum, sie hätte 3 Hausmeistertätigkeiten zu erledigen ob ich wieder gesund bin, ob ich Zeit hätte "blablabla";... Völlig genervt dachte ich mir "man, ruf an, sag DU brauchst HILFE und gut ist", was ich dabei wiedermal völlig vergessen hatte ist SIE, wie oft hat sie mir gesagt sie kann das nicht und Sie bricht sich einen ab überhaupt zu fragen, ich muss dazu sagen die gute Frau ist irgendwas um die 80 und hat bis vor einigen Jahren noch Ihren schwerkranken Mann gepflegt und war nie auf Hilfe "angewiesen". Nun gut, ich rief an, fragte was sie denn hat und sagte ich komm gleich mal hoch...

Es dauerte noch eine ganze weile bis ich mich aufraffen konnte und mir dachte "ey, duschen gehen vorher" und in die Dusche trappste. Ich genoß die Dusche die NORMALERweise ein tägliches "gut" sein sollte, aber ich kann Dir sagen, was war ich STOLZ es geschafft zu haben...

Andererseits denk ich mir auch, ey - duschen gehen ? hallo, wo ist das Problem das ist völlig normal... NEIN, für MICH ist es im Moment ebend NICHT normal, ich häng wieder in irgendeinem Loch rum und es ist ANSTRENGEND selbst diese gott verdammte dusche...

Ich ging dann hoch, nahm mich ihrer erledigungen an und "musste" dann noch in Baumarkt neues Zeug besorgen für Ihre Spühle in der Küche. Gab auch wieder ne kurze Diskussion als ich sagte ich fahr nachher mit Jana das Zeug besorgen - da "meckerte- sie direkt rum, nein ich kann das auch alleine und ich "schnauzte" sie dann kurz an und sagte ich mach keine halben Sachen, wir besorgen das und ich mach das fertig.
Völlig schlecht gelaunt ging ich vor die Tür, sagte direkt jana was sache ist das sie bescheid weiß, wir fuhren das zeug kaufen und noch schnell flaschen wegbringen. Vom Gefühl wollte ich so ne normale Tüte mit nem Syphon kaufen 7,99 redete aber mit nem Verkäufer das ich mir nicht sicher bin und kaufte eins was doppelt so teuer war mit mehr Teile das ich Notfalls was zum zusammenbasteln habe. Ende vom Lied, das einfache hätte völlig gereicht und wieder ärgerte ich mich, NICHT auf mein Gefühl gehört, kein Selbstvertrauen...

Aber WO soll es auch herkommen ?

Aus einer Daddelkiste jedenfalls nicht, keine Ablenkung von mir selbst, kein hochdrücken bis zum Anschlag, keine "gewinne", nein einfach nichts...

DAS ist ALLES harte Arbeit mein Lieber und jedes kleine Fitzelchen MUSS und SOLLTE man wahrnehmen, kommt man sich selbst noch so lächerlich dabei vor,...

Frau Nachbarin hat es dann mal wieder völlig übertrieben als es ums "bezahlen" ging was ICH eh schon nicht leiden kann und nachdem ich zig mal gesagt habe ich will kein geld sie solls Jana geben fragte ich Jana dann doch was sie denn jetzt bezahlt hat und da Jana damit gerechnet hat das ich ausraste sagte sie auch erst nichts und zeigte mir dann 50 euro wovon ich dann hinter ihrem rücken(Nachbarin) 20 wegnahm und aufm Tisch hinter nem Kästchen versteckt habe. Voller Freude ging ich dann mit Jana runter und kaum das die Tür zu war sagte ich zu Jana "Hahaha, DAS gibt mecker wenn sie die 20 Euro findet" Jana lachte mit und sagte nur, ooooooh jaa... NICHTS half mir um von meiner schlechten Laune runter zu kommen, sie hat sich zig mal bedankt und toll und danke und und und, aber wie ich sagte "das gibt mecker" DA ging es mir gut, DAS kenne ich...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 11.10.2024 12:38:47
Hallo zusammen,

gerade eben bekam ich den nächsten Schlag zu spüren, der mich total umgehauen hat, obwohl es klar war, dass dieser irgendwann kommt.

Durch das anheufen der Schulden und nicht bezahlen der Kredite, was ja auch von der Schuldnerberaterin angeraten worden ist, um einen außergerichtlichen Vergleich zu erzielen, wurde ich eben von der Buchhalterin angesprochen, weil eine Lohnabtretung von einem der Gläubiger nun per Post an meinen Arbeitgeber ankam. Somit folgt nächste Woche ein Gespräch mit meinem Arbeitgeber, worauf ich nun überhaupt nicht vorbereitet war.

Habt ihr Tipps, was ich nun vor meinem Arbeitgeber offen legen muss? Ich vermute mal das die anderen Gläubiger auch meinen Arbeitgeber kontaktieren werden. Ich hab so Angst jetzt, das mein Arbeitgeber erfährt, wie viele Schulden ich habe und sich fragen wird, wie es dazu gekommen ist. Ich liebe meine Arbeit, nur jetzt hab ich Angst, dass ich gekündigt werden kann. Habt ihr Erfahrungen in dieser Hinsicht?

Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zur Buchhalterin, auch privat, was soll ich denn nun machen :(

Könnt ihr mir bitte helfen.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 11.10.2024 17:05:23
Hallo Alex,

Du weißt vielleicht mitlerweile das ich jemand bin der Dinge auf den Punkt bringt ohne viel Schmusibusi drumerum...

JA, sicherlich ist das gerade ein echt beschissenes Gefühl erwischt worden zu sein mit allem was dazu gehört AUCH bis hin zum Verlust der Arbeit, es wird kaum einen geben hier der das nicht versteht oder nachvollziehen kann wie es dir gerade geht...

Dennoch, ich sehe das zu 100% genau wie Andrê, sieh es als CHANCE und auch Deine AUFGABE das Ruder rum zu reißen und sei gnadenlos Ehrlich, EHRLICH zu DIR selbst und zu Deinem Arbeitgeber. Selbstverständlich besteht die Gefahr das dein Arbeitgeber sagt, alles klar zieh zu das du land gewinnst ABER und DAS ist verdammt wichtig DU warst EHRLICH !!! - Sollte es für deinen arbeitgeber nicht mehr tragbar sein dann ist das nunmal die KONSEQUENZ aus dem Mist den Du verzapft hast und auch damit musst du lernen umzugehen ohne dich raus zu wuseln ...

Mich wundert das auch ein wenig das es schon so weit ist da du ja bei der schuldnerberatung warst, und mich würde auch intressieren wie dort der Stand der Dinge ist.

Alles in allem, JA dumm gelaufen, komm damit klar, für die ZUKUNFT, EHRLICHKEIT.....
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 11.10.2024 20:11:50
Hallo Alex,

abgesehen eines Mehraufwandes der Buchhaltung und dein Arbeitgeber wissen möchte was denn los ist.
Ist diese Lohnabtretung sicherlich bindend für den Arbeitgeber, nur der Gläubiger könnte veranlassen diese Pfändung rückgängig zu machen.
Aber dieses Geld hat er ja nun sicher, warum sollte er also.
Um weiterhin so etwas zu vermeiden müssen unbedingt Abzahlungsvereinbarungen eingehalten werden.
So könnte es ja auch zu einer Kontopfändung bei deiner Bank kommen oder einem Besuch des Gerichtsvollziehers selbst bei dir.

Diese Kredite sind ja vertragliche Vereinbarungen, der Spielraum einer Kulanz deshalb relativ klein.
Es kommen halt Sachen auf dich zu, die zu erledigen wären.
Aber unbedingt zeitnah, der Besuch einer Schuldenberatung ist recht - zivilrechtlich unrelevant.
Es gab noch keine Kontaktaufnahmen zu den Gläubigern ?
Dann aber ein ganz normaler Ablauf des Mahnverfahrens bzw. Vollstreckung.

Kein Grund um zu verzagen, glaube mir.

Liebe Grüße         
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 11.10.2024 22:05:59
Im Gespräch mit der Schuldnerberaterin wurde mir von ihrer Seite aus geraten, ein neues Konto zu eröffnen, damit keine Kontopfändung statt finden kann. Desweiteren haben wir beim letzten Termin die Briefe sortiert in die Gläubiger, wo keine Möglichkeit auf kurzfristige Rückzahlung besteht und auf Gläubiger, die ich in nächster Zeit bedienen kann. Es ist also nicht so, das ich komplett alle Zahlungen eingestellt habe André. Nun gut, meine Beraterin sollte nun die Gläubiger, die nicht mehr von meiner Seite aus bedient werden können, anschreiben, um eine Einigung zu erzielen. Unser nächster Termin ist am 31.10.
Ich hab tatsächlich damit gerechnet, dass die Gläubiger erstmal Ruhe geben, wenn diese ein Schreiben von einer Schuldnerberatung erhalten. Tatsächlich ist dies nicht der Fall, da der Gläubiger, der heute die Lohnabtretung gefordert hat, auch auf der Liste stand. Natürlich möchte ich schnellstmöglich Vereinbarungen bezüglich der Rückzahlung treffen, aber da bin ich an die Schuldnerberaterin gebunden und habe bis jetzt alles gemacht, was Sie geraten hat.

Ich überlege mir gerade, was ich dem AG sagen soll, die volle Wahrheit, all meine Schulden offen legen? Warum sollte ich dies tun? Den Arbeitgeber hat doch überhaupt nicht zu interessieren ob ich 10.000 Euro oder 100.000 Euro Schulden habe, erkläre mir bitte, aus welchem Grund ich meine aktuelle Schuldenhöhe mitteilen soll?? Ich mache meine Arbeit zu 1000%, was mein Privatleben betrifft, geht meinen AG doch nichts an.

Viel wichtiger geht's mir gerade darum, ob ich a) gekündigt werden kann aufgrund von Lohnabtretung und b) ob ich überhaupt verpflichtet bin, da große Auskünfte zu geben.

Ich stehe 100% dazu, mir Hilfe von einer Schulden-Beratung genommen zu haben, rückblickend habe ich mir tatsächlich mehr Beratung und Betreuung gewünscht. Bis dato hatten wir zwei Termine, wobei beim zweiten Termin die selbe Fragen teilweise gestellt worden sind, wie beim ersten... Aber aufgrund meiner Hilflosigkeit und Verzweifelung beim ersten Treffen und die Hoffnung auf professionelle Hilfe bleibt mir nur dieser Weg.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 12.10.2024 00:28:55
Hallo Alex,

noch kurz auf ein Wort vor dem Schlafen gehen.

Ich überlege mir gerade, was ich dem AG sagen soll, die volle Wahrheit, all meine Schulden offen legen? Warum sollte ich dies tun? Den Arbeitgeber hat doch überhaupt nicht zu interessieren ob ich 10.000 Euro oder 100.000 Euro Schulden habe, erkläre mir bitte, aus welchem Grund ich meine aktuelle Schuldenhöhe mitteilen soll?? Ich mache meine Arbeit zu 1000%, was mein Privatleben betrifft, geht meinen AG doch nichts an.

Ich kenne Menschen mit Schulden über einer Millionen.
Mache dennoch mit ihnen Geschäfte und weiß über ihre gute Bonität.
Sie bezahlen wohl ihre Verbindlichkeiten wie es zu erwarten wäre.
Geht es mich etwas an wie viel Schulden ein Kunde hat ?
Nein !

Aber wenn einer kommt und ich wüsste dass er In zahlreichen Mahnverfahren steckt und es sogar zur gerichtlichen Vollstreckung kommt.
Kann ich nicht für ihn in Vorkasse gehen ohne ein Risiko, ja dann selbst auch meine Kosten einklagen zu müssen.

Wie auch immer....
Dein Arbeitgeber könnte sich fragen, wenn du deine Schulden ja nachweislich nicht bezahlst.....
Geht es ihn ja schon etwas an, weil er sicherlich einen seriösen zuverlässigen Fundus an Arbeitnehmer möchte.
Zumal ja die Gefahr bestünde das Lohnabtretungen sich häufen könnten, die zwangsläufig eh ein Bild deiner finanziellen Situation enthüllen.   
Er könnte sich weiterhin fragen, ob du auch deiner Tätigkeit dort konzentriert nachgehen kannst..auf Dauer.
So liegt ihm event. die Gesundheit und das Wohlergehen seiner Mitarbeiter schon am Herzen.
Zumal Angestellte auch jene Firmen repräsentieren bei denen sie arbeiten
Na klar kannst du erzählen was du möchtest....es ist dein Privatleben.
Es muss ja weiter gehen und du möchtest gerne weiterhin dort arbeiten, alles muss er ja auch nicht erfahren.

Oder denkst du dass einer meiner Kunden weiß, dass ich ein pathologischer Spieler bin ?
Ich stehe aber auch nicht in der Verantwortung es ihnen zu sagen, weil ich meinen Leumund mir hart erarbeitete.


Grüß dich 
   

       
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 12.10.2024 11:19:18
Ehrlich gesagt wird mir hier auch immer mulmiger, unter anderem diese Aussage
Im Gespräch mit der Schuldnerberaterin wurde mir von ihrer Seite aus geraten, ein neues Konto zu eröffnen, damit keine Kontopfändung statt finden kann.

"Richtig" wäre die Aussage ein -Pfändungsschutz-konto zu eröffnen (das kann man übrigens auch mit einem vorhandenen Bankkonto machen indem man zu seiner Bank geht, die HOSEN RUNTER LÄSST und sagt man benötigt ein Pfändungsschutzkonto-. Ich denke das hier irgendwas was falsch ist, denn EGAL wo auch immer du ein Bankkonto eröffnest du bist bei einer Inso mitteilungspflichtig und sofern ich mich erinner brauchst du so oder so ein Pfändungsschutzkonto da ALLES über dem Geld das man Pfändungsfrei behalten darf an den Insolvenzanwalt/verwalter geht der dann wiederum das Geld verteilt. Hat man DANN dieses Konto nicht geht ab einem bestimmten Datum ALLES an den Verwalter so weit ich mich erinnere...

Es gibt auch überhaupt nichts zu überlegen ob nun 5,10,50, oder 100000 Euro, die einzige Überlegung die Du da anstellen solltest, bin ich EHRLICH und erzähle die VOLLE WAHRHEIT oder lüg ich weiter, erzähl nur die hälfte und mache weiter so wie bisher in dem ich weiterhin Dinge verheimliche,...

DAS bezieht sich ja auch nicht nur auf deinen Arbeitgeber, es geht um DICH als PERSON im ganz ALLGEMEINEN,...

Seis drum, weiterhin seh ich das wie Andrê, mir kommt das auch wie ziemliches rumeiern vor...  Was das betrifft so kann ich das für MICH hier an der Stelle abkürzen. Kenne ich Deine Zahlen was einkommen und schulden betrifft wäre es für mich eine Leichtigkeit dir sagen zu können was du bestenfalls tun könntest, ohne die Zahlen bin ich raus...

Was den Arbeitgeber betrifft kann ich dir nur von 2en von mir erzählen.

Ich habe lange Zeit als Hausmeister gearbeitet und er wusste nichts davon. IMMER bekam ich mein Geld BAR cash in die Hand... Wo das gelandet ist wissen wir alle. Irgendwann hab ich das so "gemanaget" das meine Frau mein Geld erhalten hat und ich dem somit AUS DEM WEG gegangen bin. Das führte dazu das mein chef irgendwann auf mich zukam und fragte, ob ICH IHM aus dem Weg gehe, was denn los sei. Situationsbedingt hatte es gut gepasst und ich hab ihm von meiner Jahrelangen Spielsucht erzählt.... AH OK, deswegen und das Thema war für Ihn erledigt, SO EINFACH kann es gehen...

Mein Chef den ich jetzt habe führt einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern und bei Ihm leg ich meine Hand ins Feuer wenn da jemand kommen würde und sagen würde, "Chef, hör mal zu, ich hab da ein Problem" ER wäre der ERSTE der seine HILFE anbieten würde trotzdessen sie ihm alle gehörig auf der Nase rumtanzen... Das EINZIGE worauf er WERT legen würde, EHRLICHKEIT und kein rum gekleckere....

Kannst du ausschließlich wegen der Pfändung gekündigt werden : Nein , aber was sagt es über Dich aus ?

Nach meinem Zusammenbruch wollte ich in die 2te Insolvenz gehen -war ja ne voll einfache Lösung, ich kannte es von damals- 40k Schulden, keine arbeit, wäre wahrscheinlich durch gegangen. ALLEINE Durch meine Frau die sich STRIKT dagegen geweigert haben wir diese 40k Euro in 6 Jahren bezahlt (so +/- nagelt mich nicht fest) mit einem "normalen" Einkommen, meiner läpperlichen Rente und nem Nebenjob. und trotzdem schafften wir uns "nebenbei" 2 Autos an, sie konnte in Urlaub worauf ich viel wert legte das sie das macht und wir haben 2 bis 6 Katzen gehabt über die Jahre. Selbst Rückfälle waren immer noch möglich, so ist das nicht,...

Im September letzten Jahres haben wir die letzte Rate angewiesen GEILER SCHEISS !!!!!!! und UNBEZAHLBAR, der Moment als wir beide auf die Entertasten drückten, dieses Tränen aufgelöste Gesicht meiner Frau, ich werde es nie vergessen...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 12.10.2024 15:41:30
Danke für eure Beiträge.

Ich weiß nicht ob meine Formulierungen oder meine Schilderungen den Eindruck bei euch erwecken, dass ich nur "rumeiere" und vor allem weg laufe.

Das möchte ich so nicht stehen lassen! Ich versuche alles möglich zu machen, um mein aktuelles Leben besser zu machen, jeden Tag aufs neue, das Minimum was ich mir setze ist es nicht mehr zu spielen, da konnte ich bis jetzt jeden Tag ein Hacken drunter setzen. Das schon Mal vorab.

Ich habe den Weg zur Schuldnerberatung eingeschlagen, um professionelle Hilfe zu bekommen was das Thema Schulden/Finanzen/Geld betrifft. Ich wohne alleine, hab keine Freundin/Frau, die mir dabei helfen kann bzw. konnte. Durch das Spielen, habe ich viele Kredite abgeschlossen, die mich in die aktuelle Lage gebracht haben, in die Lage, dass meine monatlichen Belastungen höher sind als meine Einnahmen, sodass ich einfach nicht mehr alles bezahlen kann. Somit fing ich an, Raten auszusetzen, um zu spielen. Irgendwann fing ich an, die Rückstände nicht mehr zu begleichen, bis hin das ich total den Überblick verloren habe und die Rückstände immer höher waren. Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, dass man selber nicht mehr klar denken kann, nicht die Kraft dazu hat und mit allem überfordert ist. Alles Gründe, die mich dazu gebracht haben über eine PI nachzudenken, wofür ich mich dann auch entschieden habe. Da ich zu einer professionellen Person gegangen bin, die sich mit dem Thema auskennt, habe ich bei dieser Person die Hosen runter gelassen, wie ihr so schön sagt, und habe alles offen gelegt. Diese Person kennt die Schuldenhöhe, kennt meine Gläubiger, allesamt. Mir ist bewusst, dass bei einer PI nicht alle ihr Geld bekommen, aber auch ist mir bewusst, dass dies der einzige Weg für mich ist. Ich kann keine Umschuldung machen, dafür ist meine Bonität gefickt. Nun hat mir diese Person geraten, ein neues Konto zu eröffnen, ich habe es nicht in Frage gestellt sondern es einfach gemacht.

Wir haben zusammen die Gläubiger sortiert, und ja ich bezahle jetzt die Gläubiger, die ich bezahlen kann, da auch dies von der Beraterin so kommuniziert worden ist. Natürlich verstehe ich, dass alle ihr Geld haben möchten, aber ich war nicht in der Lage dazu gewesen, alles zu bedienen, bedingt durch die Spielsucht.

Ich habe gestern hier geschrieben, weil ich einfach nur schreiben wollte, eure Erfahrungen hören wollte und nicht alleine sein wollte, als ich voller Schweiß in der Mittagspause ins Auto stieg und heim gefahren bin.

Heute sind zwei weitere Schreiben eingetroffen, somit steht nächste Woche das Gespräch mit meinem AG an. Ich werde ihm sagen, dass ich in Beratung bin und eine PI anmelden muss, weil ich überschuldet bin. Mal sehen wie er da reagiert und ob er mich fragen wird, was die Gründe dafür sind. Ich liebe meinen Job, ich hänge mich jeden Tag zu 1000% rein, habe ich auch schon erwähnt. Wenn ich ihm nun sage, dass ich pathologischer Spieler bin, wird meiner Meinung das Vertrauen nicht mehr vorhanden sein, bzw. teilweise mit Einschränkungen in meiner Tätigkeit die Folge sein (so würde ich meinen AG nunmal einschätzen) und das möchte ich nicht, ich möchte die Freiheiten in meiner Abteilung, die ich bis dato hatte. Aus diesem Grund kann ich bei ihm nicht die Hosen runter lassen, zu mindestens nicht in Richtung Spielsucht. Aus diesem Grund habe ich nach euren Meinungen gestern gefragt, wie und was würdet ihr offen legen. -Und nein, es geht mir nicht darum irgendwelche Hintertüren offen zu lassen. Ich arbeite an mir, an meinem Leben und an meiner Spielsucht. Aber vor meinem AG werde ich maximal die Schuldenhöhe offen legen, was auch schon verdammt schwer fallen wird, aber kein Weg daran vorbei führt.

Ich denke im Termin am 31.10. werden wir den Vergleich bei den Gläubigern anstreben, und glaubt mir oder nicht, auch ich möchte wieder eine Regelung haben und endlich anfangen, alle Gläubiger zu bedienen. Ich zähle die Tage bis zum Termin, ich will das es weiter geht. Nur die Termine hat die Beraterin vereinbart, obwohl ich darum bat, schnellstmöglich Folgetermine zu machen. Nun gut, vielleicht klingt das jetzt so, dass ich die Verantwortung Abdrücke, aber diesen Weg habe ich nun mal gewählt und jetzt muss ich ihn gehen und das tun, was mir die Beraterin vorschlägt oder nicht??
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 12.10.2024 17:22:51
Hallo Alex,

du bist nun schon einige Jahre hier, ich kenne jeden deiner Beiträge ...natürlich nicht Wort - wörtlich.
Die emotionale Qualität darin ist immer fast gleichbleibend, es ist und war immer zu spüren wie es dich belastet.
Dieses Forum ist nur für dich, vergesse es nicht ...ok ?
Dies zählt natürlich für jeden hier.

Deine Situation darf dich nicht zermürben, egal was auch noch so auf dich zukommt.
Und jeder der dir schreibt und um so mehr sogar kritisch hinterfragt....
Dem ist es wirklich wichtig dir zu antworten.
Konstruktiv und in vielem hatten wir alle gemeinsam das gleiche Leben.
Tausende an schlimmen Momenten, die oftmals kaum greifbar waren...nur spürbar.
Nun hast du es ja in deiner Hand und bist nicht mehr Suchtgesteuert.
Und egal wie schwer diese tragische Oper auch sein sollte, verliere nicht deine Lebensfreude dabei.
Keiner sollte dies, der dabei ist dieses Suchtleben hinter sich zu lassen....sonst ja alles für die Katz.  :)

Grüß dich
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 12.10.2024 19:29:12
ABSOLUT zustimm Jacky !!!!

Alex,... !

Ich kenne Dich erst seit dem du jetzt wieder angefangen hast hier zu schreiben, ältere Sachen deinerseits hab ich "überflogen". DIESER Beitrag den Du JETZT nach all den anderen geschrieben hast,

*RESPEKT* !!!

Und das ist mein VOLLER Ernst ! "Endlich hast du dir mal etwas zeit genommen" vor allem für DICH, das magst du vielleicht -noch- nicht sehen und bist der Meinung du müsstest etwas klar stellen, uns recht machen oder sonstwas was, aber weit gefehlt, da wirst du noch hinter kommen

TOLLER Beitrag !!!

ÄHM @jacky,...

Hallo Alex,Dieses Forum ist nur für dich, vergesse es nicht ...ok ?
Dies zählt natürlich für jeden hier.


Hast du hier ein Nicht vergessen ?
Ich glaube ich habs verstanden aber einerseits "DEIN Forum" und dann danach "zählt für jeden" ? Das passt nicht in meinem Kopf O_O  :o :o
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 12.10.2024 21:23:12
Ich nehme mir meistens ein wenig Zeit, um eure Beiträge einwirken zu lassen, aber nun habe ich einfach das Bedürfnis direkt zu antworten.

André, deine Beiträge wirken brutal und knallhart, aber sie entsprechen total der Realität, bleib genau so wie du bist, die Beleidigungen die du dir anhören musst ist ein normaler Abwehrmechanismus den auch ich gegenüber dir manchmal gehabt habe. Aber das heißt nicht, das du nicht Recht hast. Viele befinden sich in einer Illusion gefangen, und sehen die Realität nicht. (Auch ich zählte mich dazu)

Jetzt der Beitrag von dir gibt mir so viel Kraft, ich erkläre dir auch gerne warum: du schreibst wenn der Weg einfach ist, dann ist er nicht richtig! Und ja, ich stimme dir da zu. Zur Schuldenberatung zu gehen, alles abzuwenden von sich selbst getreu dem Motto, da kümmert sich jemand drum, ich Brauch nichts mehr zu unternehmen, klingt einfach, ist aber die falsche Denkweise, man muss sich selbst kümmern, aber mit Hilfe! Aber man muss es selber wollen und machen! Ich muss dir ehrlich sagen, ich finde es gerade sogar gut, dass die Schläge so brutal auf einen drauf hauen, weil man selber zu spüren bekommt, in welche Scheisse man sich durch das Spielen geritten hat. Je brutaler der Schlag umso gestärkter kann man bereit sein für den nächsten.

Jacky, dieses Forum ist für mich mehr wie ein Forum, war es auch schon immer. Ich weiß, dass ich hier offen und ehrlich schreiben kann und das wir alle eine ähnliche Vergangenheit durchgemacht haben und für eine bessere Zukunft sorgen, für sich selber und für die anderen, wir sind wie Familie, nur anders wie im Leben. Ich bin dir ebenfalls so dankbar, dass du dir so viel Zeit nimmst und investierst. Gilt übrigens für jeden von euch.

Wirbelwind, doch ich glaub ich weiss was du meinst. Ich habe zum ersten Mal seit langem wieder in mich reingehört, nicht oberflächlich geantwortet sondern tief in mich rein geschaut. Ich habe für mich selber die letzen Wochen Revue passieren lassen und Fakten aufgezählt, die mir selber zeigen, was ich doch geschafft habe und noch schaffen kann.

Eure Beiträge haben mich total gestärkt und mir tatsächlich etwas die Angst vor dem Gespräch mit meinem AG genommen. Denn ich bin ich, ein Mensch wie mein AG auch, der Fehler gemacht hat, dafür jetzt aber gerade stehen will und Dinge in Bewegung setzt, damit diese Fehler korrigiert werden. Wenn das dem AG nicht passt, dann ist es so aber ich werde den Weg fortsetzen, entweder zusammen in seinem Unternehmen oder eben halt in einem anderen. Aber ich werde mich im Spiegel betrachten und stolz sein, stolz auf mich selber.

Schönen Abend euch
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Fred am 13.10.2024 09:29:16
Ich überlege mir gerade, was ich dem AG sagen soll, die volle Wahrheit, all meine Schulden offen legen? Warum sollte ich dies tun? Den Arbeitgeber hat doch überhaupt nicht zu interessieren ob ich 10.000 Euro oder 100.000 Euro Schulden habe, erkläre mir bitte, aus welchem Grund ich meine aktuelle Schuldenhöhe mitteilen soll?? Ich mache meine Arbeit zu 1000%, was mein Privatleben betrifft, geht meinen AG doch nichts an.

Viel wichtiger geht's mir gerade darum, ob ich a) gekündigt werden kann aufgrund von Lohnabtretung und b) ob ich überhaupt verpflichtet bin, da große Auskünfte zu geben.

Arbeitgeber und Banken sind "Institutionen" die nur existieren, wenn sie Profit machen.
Sie müssen dabei jegliches Risiko minimieren.
Ein Spielsüchtiger passt da nicht rein.
Also da solltest du keinesfalls dein Privatleben ausbreiten.
Auch wenn vielleicht menschlich gesehen dort auch großes Verständnis vorhanden sein kann, ändert das nichts.
Es bliebe immer ein bitterer Nachgeschmack bei allen Beteiligten.

Eine Suchtkrankheit sollte meiner Meinung nach immer in der Familie bleiben. Im allerengsten Kreis.

Und um bei einigen mal wieder einen Würgereflex auszulösen und sie aufzuwecken.
Mit seinem Partner sollte man sowas meiner Meinung nach *immer* teilen.
Das ist für die dauerhafte, eigene Genesung unabdingbar.
Wie sollte ich mein Hirn sonst konditionieren, mich nicht mehr selbst zu "belügen", wenn ich es tagtäglich doch tue ?

Nun mal zum rechtlichen:
Dein AG hat durch die Pfändung etwas mehr Papierarbeit. Das ist für ihn "nervig", aber auch kein größeres Problem.
Sollte er fragen, was das ist, steht es dir frei zu sagen "Ich möchte darüber nicht sprechen".
Das ist ehrlich, offen und für jeden verständlich.
Du musst niemanden anlügen oder ein Märchen erzählen, aber auch nicht jedem alles offenbaren.
Deinem AG ist es natürlich klar, dass dir das unangenehm ist.

Deinen Banker geht das übrigens überhaupt nichts an. Selbst wenn sich jemand irgend etwas zusammenreimt,
würde ich dort die Spielsucht nie zugeben. Du wärst absolut raus für alles wo du die Bank mal irgendwie brauchen könntest.
Auch Banken kommunizieren mit "Freunden & Bekannten" ... intern ... nicht öffentlich.

Schönen Sonntag noch
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 15.10.2024 22:55:03
Hallo Alex,

Fred hat es schon sehr gut geschrieben.
In jeder SHG sollte nichts nach außen getragen werden, Therapeuten unterliegen der Schweigepflicht,
hier im Forum ist jeder soweit anonym wie er es möchte ...diese ganze Suchthilfe findet fast nur hinter geschlossenen
Türen statt.
Und keiner ist von gesellschaftlichen Zwängen ausgeschlossen.
Vorurteile ...teils event. sogar berechtigt, aber auch teils event. sogar diskriminierend.
" Du Spielsüchtiger " , " du Trinker " , " du Drogensüchtiger " usw....
Als Attribute eingesetzt mit den halt dementsprechenden Gedanken dazu.

Noch nie habe ich jemanden von meiner Spielsucht erzählt, wenn ich es nicht selbst wollte!
Hier kennen mich fast alle nur als Jacky1 und sogar in meiner Zockerzeit hatte ich ein Pseudonym.
Es ist natürlich auch traurig und irgendwo empfinde ich auch Schwäche dabei, mich nicht weiter zu outen.
Wie diese ""VIP`s "" in TV - Talkrunden oder sonst wo , die sich einerseits nur selbst darstellend verkaufen, statt Brücken zu bauen.
Sie sorgen für eine noch größere Diskrepanz und lassen sich dann bemitleidenswert abfeiern.

Du aber Alex sollst weiter kommen ohne dass man dir Schranken vorsetzt.
Keiner weiß wie dein AG reagiert oder was er denken würde, wenn er wüsste warum du Schulden hast.
Ein Schulterklopfen und ein " schön dass sie mir dies anvertrauen, wir schaffen das gemeinsam  " könnte nicht jenes versprechen was es auch bedeutet.
Natürlich wird er fragen was denn finanziell so los ist und warum eine Lohnabtretung kam.
Ich schreibe jetzt sicherlich keine Empfehlungen dazu, aber es ist ja offensichtlich dass etwas finanziell schief läuft.
Und du wirst es in den Griff bekommen !
Du sollst auch nur erzählen und vor allem wem, was du möchtest.
So dass es nicht schadet und dir ermöglicht in ein rundum gutes Leben zu kommen.
Es in den Griff zu bekommen....denn sonst wäre es leider im nachhinein eine Lüge.

Reine Logistik.... :)

Grüß dich
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 15.10.2024 23:54:13
Hallo,

nach fast zwei vollen Arbeitstagen wurde ich heute Abend von meinem AG angesprochen. Der erste Moment war total schlimm, aber im Endeffekt bin ich froh, dass er es gemacht hat. Ich glaub ich hätte mich einfach nicht getraut. Die anderen haben es tatsächlich auch gemerkt, da ich total nachdenklich gewirkt habe. Wie ich es mir vorgenommen habe, habe ich ihm mitgeteilt, dass ich in eine Situation geraten bin, wo es nicht mehr weiter geht und ich Hilfe beansprucht habe. Ich könnte jetzt aber auch nicht mehr dazu sagen und bat um Geduld und Verständnis seinerseits. Dies bekam ich auch direkt zugesprochen, er fragte mich wie er mir helfen könnte. Ich hab ihm dann gesagt, dass ich am 31.10. einen Termin habe, wo sich eventuell so manches klären lässt und ich erstmal keine Hilfe benötige. Da mein AG sehr gut mit meinem besten Kumpel befreundet ist, bat ich ihn zusätzlich diese Angelegenheit sehr diskret zu behandeln, ich hoffe nun das er sein Wort hält, aber ich denke dass er das auch machen wird.

Auf jeden Fall bin ich echt erleichtert, dass dieses Gespräch nun statt gefunden hat. Es hat schon ziemlich an mir gezehrt, vor allem gedanklich.

Die nächsten Tage werden wahrscheinlich weitere Briefe von Gläubigern folgen, ich hoffe jetzt nur, dass das Thema nun nicht jeden Tag aufs neue aufgewirbelt wird, da es mich doch schon ziemlich belastet. Aber ich habe keine andere Wahl, und werde daran wachsen, Tag für Tag. Das Fundament ist nun gelegt, darauf lässt sich jetzt gut aufbauen, und ich hoffe irgendwann wird der Tag kommen, wo ich rückblickend daraus Energie gewinnen kann.

Ich bin mir aber jetzt in diesem Moment sicher, dass ich diesen Tiefpunkt überstanden habe und es jetzt nur noch Berg auf gehen kann. Daran werde ich jetzt jeden Tag arbeiten und in ferner Zukunft sagen kann, Alex, ich bin stolz auf dich!

Jetzt werde ich erstmal durchatmen und meine Gedanken neu sortieren.

Auf geht's in eine bessere Zukunft
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 28.11.2024 20:56:49
Hallo zusammen,

ich weiß es wird Zeit für ein Update, die letzten Tage habe ich oft drüber nachgedacht, schreibst du was, schreibst du nichts. Ein hin und her, letztendlich dann doch jedes Mal mich entschieden nichts zu schreiben. Warum? Weil ich stehen geblieben bin.

Der Termin mit der Schuldnerberatung lief nicht so wie ich es mir erhofft habe. Wir haben die Liste der Gläubiger zusammen nochmal abgestimmt, mit der Hoffnung, dass ich dann weiß, wo zahlst du wie viel. Nun, fast 4 Wochen später habe ich die Beraterin nochmal kontaktiert, welche Neuigkeiten es gibt. Worauf die Antwort kam, dass es noch keine Rückmeldungen seitens der Gläubiger gibt. Ein Schlag ins Gesicht für mich. Diese Ungewissheit und der Stillstand frisst mich innerlich auf. Es kommen Briefe, und man weiß einfach nicht wie man reagieren soll. Mittlerweile Vollstreckungsbescheide, die fast täglich per Post eintreffen. Die Schulden erhöhen sich Tag für Tag, weil ich nichts zahle. Doch ich soll nichts zahlen, sagt zu mindestens die Beraterin. Zu mindestens bei den Gläubigern, die auf ihrer Liste stehen. Es ist ein unfassbarer Druck, der auf einen einwirkt, das kann man nicht in Worte fassen.

Ich fange an an ihr zu zweifeln, dass meine Lage nicht ernst genommen wird. Ich bin zu ihr hin um Hilfe zu bekommen. Jetzt sind Wochen, bzw. Monate vergangen und wir sind kein bisschen weiter, im Gegenteil, habe ich das Gefühl, dass sich durch die Hilfe bei der Schuldnerberatung manches verschlimmert hat. Ich versuche Geduld zu haben, aber es gibt so viele Momente wo ich denke, ich kann nicht mehr. Ich sehe einfach nichts positives mehr. Fühle mich hilflos, frage mich was ist wenn die Schuldnerberatung mir nicht mehr helfen kann, was mach ich dann? Wie viel Geduld soll ich noch aufbringen? Mittlerweile wird mein Lohn gepfändet. Diesen Monat mein komplettes Weihnachtsgeld. 980 Euro um es mit Zahlen zu formulieren.

Ich denke, dass die Gläubiger, nicht zu einer Einigung zustimmen, da durch die Lohnpfändung jeder sein Geld bekommen wird. Aber dann erwarte ich doch, dass die Beraterin mir das auch mitteilt und mich nicht weiter im Ungewissen lässt. Fakten auf den Tisch legen, ehrlich und direkt. Mehr möchte ich doch gar nicht.

Es fällt mir im Moment sehr schwer, positiv in den Tag zu starten. Jede Woche eine neue Kündigung, sei es Kredit, irgend ein Ratenkauf oder sonst was. Es fühlt sich jedes Mal an, wie ein Schlag in die Fresse. Das Licht am Ende des Tunnels fühlt sich unerreichbar an.

Sorry, ich habe aber gerade aus mir heraus alles rausgelassen. Ich werde weiter geduldig sein, und zu mindestens für die nächsten 24 Stunden spielfrei bleiben. Dies habe ich jeden Tag aufs neue geschafft.

Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 28.11.2024 22:23:07
Hallo Alex, danke für die Rückmeldung  :)

Ich werde weiter geduldig sein, und zu mindestens für die nächsten 24 Stunden spielfrei bleiben. Dies habe ich jeden Tag aufs neue geschafft.

Das ist eigentlich das wichtigste an allem, der Rest regelt sich früher oder später...

Leider höre ich desöfteren das die Schuldnerberatungen irgendwie nicht die dollsten sein sollen, da bist du keine Ausnahme, auch wenn dir das grad nicht weiterhilft.

Hast Du IHR das auch so mitgeteilt wie du es hier geschrieben hast oder hast du "nur" angerufen und nach gefragt ?

Ich kann mich dunkel daran erinnern das sich bei mir damals niemand gemeldet hat als meine Privatinsolvenz eröffnet wurde.

Stattdessen wurde Taggenau und Fristgerechnet angemahnt und weitere Schritte seitens der Gläubiger eingeleitet, das ist "normal"...

FAKT ist, so wird die Schuldnerberatung arbeiten -denke ich- alles auflaufen lassen, ALLES angeben was Dir ins Haus flattert - ENORM wichtig!!!- und dann ggfls. eine Pi eröffnen -ich weiß nicht mehr genau ob das das ziel war- und ein Pfändungsschutzkonto !

Steck den Kopf nicht in den Sand auch wenns noch so schwer fällt, letzenendes sind es nur Zahlen auf dem Papier,...

@Andrê

Damals in meiner Insolvenz hab ich das nicht so gesehen wie Du, HEUTE allerdings kann und muss ich Dir zustimmen was das abgeben und die Verantwortung sich selbst gegenüber betrifft...

Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 28.11.2024 22:41:29
Danke euch zwei für die Antworten.

Tatsächlich ist mein Eindruck von der Schuldnerberatung Zeit zu gewinnen, damit der Schuldner keinen anderen Weg mehr hat als die PI. Banken haben Versicherungen, die im Falle einer PI zahlen. Ich habe von mir aus auch offen kommuniziert, dass ich auch zur PI bereit bin, egal ich bin für alles bereit, die Fehler, die ich gemacht habe, zu korrigieren. Nicht von heute auf morgen, aber in naher Zukunft. Nun merke ich allerdings, dass sich über Wochen, gar Monate nichts tut, dass zeigt mir auch, dass irgendwas falsch läuft, da ICH bereit bin und auf das „GO“ warte.

Ich werde jetzt noch den Dezember abwarten, und wenn sich dann nichts tut, werde ich nicht einfach nur zuschauen, sondern aktiv selbst tätig werden.

Ja, die Verantwortung habe ich abgegeben, gebe ich offen und ehrlich zu, ich habe mich darauf ausgeruht, und jetzt sehe ich die Konsequenzen. Ich bewege mich nicht nach vorne, aber ich will es, ich will weitere Schritte nach VORN, und nicht stehen bleiben.

Ich will es, für mich, für mein Leben. Aber nicht für irgendwen anders.

Gute Nacht ihr Lieben
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 28.11.2024 22:49:05
Nun merke ich allerdings, dass sich über Wochen, gar Monate nichts tut, dass zeigt mir auch, dass irgendwas falsch läuft, da ICH bereit bin und auf das „GO“ warte.

Ich werde jetzt noch den Dezember abwarten, und wenn sich dann nichts tut, werde ich nicht einfach nur zuschauen, sondern aktiv selbst tätig werden.

Bevor du von Andrê eins auf die Mütze bekommst, GENAU darum geht es Alex, warum ABWARTEN, was denn und worauf willst du warten ?

DU weisst was du für Schulden hast, DU weisst was du verdienst, DU weisst ob Du es zahlen könntest mit einer Regelung, ALL das WEISST DU also könntest du dich auch JETZT darum kümmern und ebend NICHT die Schuldnerberatung es liegt in DEINER Hand wie es weiter geht...

Das geht ganz schnell,...

Rechne aus was du bis jetzt an schulden hast

Berechne das was du benötigst an laufenden kosten

Kannst du raten zahlen

wie hoch...

Geht das nicht, dann gehts weiter und du informierst dich was man benötigt für eine PI... !

Das liegt in DEINER Hand,...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 29.11.2024 00:12:59
Hab mich wieder beruhigt, wollte erst editieren aber das würde nicht passen daher ein Doppelpoast - warum rechtfertige ich mich eigentlich tztztz bin wieder da  :o ;D ;D

Entschuldige bitte Alex, das war eine Mischung aus meiner Vergangenheit und allem möglichen...

Weißt du, ich bin da sehr zwiegespalten bei dem Thema. Vor nicht all zu langer Zeit war ich ABSOLUT gegen Privatinsolvenzen und anderen Dingen die man tun kann um aus dieser Scheisse raus zu kommen weil ich es selbst erlebt habe.

Erst bezahlte meine Mutter in sehr jungen Jahren all meine Schulden - Was hat es MIR gebracht ? NICHTS !
Das Elend ging weiter und massiv wieder von vorne los...

DANN machte ich irgendwann mal - gefühlt ohne viel nachdenken würde ich ca 5 Jahre später schätzen- eine PI - Was hat es gebracht ? NICHTS !
Fleißig machte ich weiter bis ich dann irgendwann meine Frau kennengelernt habe und dann irgendwann aus eigenen Stücken zusammengebrochen bin.

Sicherlich bin ich kein Maßstab auch wenn das hin und wieder mal den Anschein macht ich würde das denken, selbst als ich meine Frau und mich in die Scheisse geritten habe war der erste Gedanke

"PFT WAS SOLLS" machen WIR halt eine Insolvenz...

DANK meiner Frau die sich wehemend dagegen geweigert hat sind wir und vorallem ICH PERSÖNLICH dort wo wir heute sind wenn es um Verantwortung und Finanzen geht. Es schmerzt das sie den Löwenteil abgetragen hat und ohne mich wäre meine Frau Finanziell ganz anders gestellt aber es ist Ihr scheissegal denn es ist nur geld und immer wieder wenn es mal wieder darum geht und ich n Deprie schieb das sie ohne mich viel besser dran wäre, auweia, besser ich nehm dann die Beine in die Hand und renn schnell weg denn dann wird sie wütend und das will was heißen...

Ganz ehrlich Alex, es gibt nichts was man nicht regeln kann und wenn man das geschafft hat, -auch wenn es Jahre dauert- DANN hat man was geschafft,...

Fang an kleine Brötchen zu backen. Schau Dir an was DU zum Leben brauchst, fahr die Ansprüche runter und weiter gehts...
 
Wir haben mit einem normalen Einkommen, meiner 300 euro rente und hier und da Einnahmen aus Nebenjobs oder den 3 fuffzig aus der Wfbm innerhalb von 5 Jahren fast 30 bis 40 Tausend Euro abgestottert, incl. 1 bis 6 Katzen, viel rauchen, und immerhin einem Auto und dann sogar 2 und meine Frau ist die letzten 4 Jahren 2 Wochen Segeln gefahren ohne mich - darauf hab ich bestanden.
Jetzt -nachdem wir letztes Jahr den Rest bezahlt haben wir hier ne Küche für 8000 Euro stehen, UNFASSBAR !!!

Edit: und trotzdem kam der Suchti vor ner Woche durch und wollte sich für 5 Euro ingamekram für das bekloppte Browserspiel kaufen aber gott sei dank hab ich alles soweit geregelt das hier nichts geht ohne das Handy meiner Frau. Jetzt geht erst recht nichts mehr weil sie ein neues Handy hat was ich Ihr fast aufzwingen musste weil sie sich ebend auch nichts gönnt und "die blöde kuh" hat doch tatsächlich den Bildschirm gesperrt,...
Bevor sich wieder über das blöde Kuh echauffiert wird, wir kommunizieren hier ALLES und in dem MOMENT sagte ich mit tränenden Augen ganz andere Dinge und war sehr sehr stolz auf meine Frau,...

Was ich damit sagen will eigentlich, nutze JEDE Möglichkeit DICH SELBST zu SCHÜTZEN,...

 
@Andrê danke nochmal für Deine Worte ! 



Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 29.11.2024 20:43:52
Hallo Alex,

der pfändbare Anteil würde in einer Privatinsolvenz ja auch gepfändet, 3 Jahre lang.
Je halt nach Höhe der Schulden im Vergleich deiner Einkünfte minus des Pfändungsfreibetrages, wäre die Restschuldbefreiung relativ einfach auszurechnen und Weihnachts  -Urlaubsgelder ja auch eingezogen.

Eine übergreifende Einigung mit jedem Gläubiger scheint ja anscheinend nicht zu fruchten.
Daher kann ich deinen Unmut schon nachvollziehen, du möchtest es halt strukturiert angehen.
Wieder in ein geordnetes finanzielles Leben zu finden, statt immer mit neuen Mahnungen, Pfändungen ..usw. konfrontiert zu werden.
So oder so, es benötigt sicherlich einige Zeit.

Alex, wenn ich so bei dir lese dann sehe ich, dass es immer vorwärts geht.
Jeder bezahlte Euro ist ein Pfand dafür, früher hattest du mehr Geld zur Verfügung ? Und für was hast du es ausgegeben ?
Und du schreibst aber dass du nicht vorwärts kommst.
Alles in allem finde ich es gut dass du ein Ziel vor Augen hast, Ruhe zu finden.

Liebe Grüße     
 
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 30.01.2025 18:59:26
Guten Abend zusammen,

ich bin täglich im Forum, und dennoch schon was länger her seit meinem letzten Post. Ich habe mir im Schlafzimmer eine kleine Ecke raus gesucht um einen PC hinzustellen, am Handy schreiben ist sehr mühsam, da ich doch viel schreiben könnte. Der PC steht, es hapert allerdings noch an einem Stecker für den Monitor. Den PC möchte ich dann auch nutzen, um der finanziellen Baustelle entgegen zu wirken, und nicht nur abzuwarten. Klar könnte ich sowas auch am Handy machen, aber da lässt die Motivation komischerweise schnell nach. Aber egal, ich komme in dem Punkt Schritt für Schritt weiter.

Was ist sonst so passiert, mal überlegen, wo ich anfange. Ich bin spielfrei, heute auch wieder. Der erste Gläubiger ist durch die Pfändung vollständig bedient, fehlen noch 15 weitere zum schuldenfreien Leben.

Letzte Woche war ich bei der Schuldnerberaterin, bis auf einen Gläubiger haben alle akzeptiert. 500 Euro über 5 Jahre und ich wäre schuldenfrei. Leider scheint sich der eine Gläubiger quer zu stellen, haben die letzte Frist gesetzt bis zum 28.02. Sollte dieser sich weiterhin quer stellen, folgt die PI. Ich möchte keine PI, aber ich werde da keine Wahl haben. Warum möchte ich keine? Die Gläubiger bekommen dann viel weniger, ich möchte aber zu meinen eigenen Fehlern stehen. Finanziell gesehen wäre die PI natürlich deutlich „angenehmer“ da ich nur 3 Jahre bezahlen muss, und dann auch nur ca. 350 Euro monatlich. Ich lasse es nun auf mich zukommen und werde es akzeptieren, wie es kommt, weil ändern, kann ich nichts daran, also zerbreche ich mir auch nicht mehr den Kopf.

Ich weiß, dass 2025 ein schwieriges Jahr wird, aber ich merke es spürbar, dass es Bergauf geht. Stellt euch vor, ich konnte in meiner aktuellen Lage sogar für ein paar Tage verreisen Anfang Januar. Es waren 300 Euro, ich hab lange vorher überlegt, ich konnte mit den 300 Euro auch weiter Schulden abbauen, aber ich musste einfach mal weg, und ich habe es in vollen Zügen genossen.

Wie geht’s nun weiter? Ich bin fokussiert, dass in den nächsten ein zwei Monaten ein Plan da ist, wie es mit der Schuldenregulierung weiter geht, im Job hänge ich mich voll rein, bin motivierter und irgendwie auch leistungsfähiger vom Kopf. Ich überlege noch einen Minijob zu machen, weil ich trotz allem sehr sparsam lebe und wenig Geld ausgeben kann. Aber das hat noch bisschen Zeit, ich komme klar, dass ist mir im Moment am Wichtigsten. 

Ne Moment , das Wichtigste ist mir momentan das Gefühl, morgens in den Spiegel zu schauen und mir selber zu sagen, Junge, du bist auf dem richtigen Weg. Und diesen Moment genieße ich jeden Tag.

Liebe Grüße

Alex
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 30.01.2025 20:35:54
Hallo Alex,

ich gehe einmal auf folgendes ein, alles andere sind "nur" Zahlen.
... Moment , das Wichtigste ist mir momentan das Gefühl, morgens in den Spiegel zu schauen und mir selber zu sagen, Junge, du bist auf dem richtigen Weg. Und diesen Moment genieße ich jeden Tag.

Da kann sich jeder in irgendeiner Scheiße wieder finden, manchmal schier zwecklos und verloren.
In Sorgen, Angst oder tiefer Trauer.
Dann wird es sehr schwer und geht nur noch mit Vertrauen in irgendetwas oder in jemanden um wieder etwas Fuß zu fassen.
Daher freut es mich schon sehr, dass du wieder Vertrauen in dich selbst hast.
Das Eine ist reines Abarbeiten mit Logistik ...Einnahmen, Ausgaben, Zahlungsverpflichtungen usw.
Und das Andere....
Ist genau jenes was du im Zitat beschrieben hast!

Auch einmal für dich und alle die es lesen.
Klar in welcher Situation jeder sich in einem Leben wieder finden könnte und vieles davon mag unglaublich schwer sein.
Ausschlaggebend wie wir alle damit umgehen und solange wir es noch ertragen können....
Es ist unser Leben , dafür sind wir da und versuchen es zu nutzen...solange wir es können.
Es vermag oft viel Kraft und wenn diese aufgebraucht wäre.....
bliebe ( wie schon geschrieben) eh nur alleinig das Vertrauen in irgendetwas oder irgendjemanden.
Was noch lange nichts schlechtes wäre.

Mittlerweile fällt es mir leicht Bibelzitate geschickt zu umgehen.  :)

Alex, alles halb so schlimm wie wir es meist empfinden.
Ein guter Thread, halte ihn immer am Leben.

Liebe Grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 31.01.2025 09:39:04
Hallo Alex, schön von Dir zu hören :)

Leider gehen direkt meine Alarmanlagen an wenn ich lese "Pc-ecke im schlafzimmer", das kann triggern und verführen und hat meiner Meinung nach absolut nichts im Schlafzimmer zu suchen, selbstverständlich ist es Deine Sache was du tust...

Ansonsten, Kopf hoch, Krone richten weiter gehts ;)
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 02.02.2025 12:08:32
Hallo Wirbelwind,

danke für deine Warnung bzw. Mitteilung der Sorgen das der Computer triggern kann.

Genauso wie der Computer kann auch das Handy triggern, dennoch nutze ich es tagtäglich. So lange man sich über die möglichen Gefahren bewusst ist, und sich darüber täglich Gedanken macht, und sich selbst schützt, kann es nicht triggern.

Meine Wohnung ist ziemlich klein, sodass der einzige Ort das Schlafzimmer ist, wo ich einen Computer hin stellen kann.

Danke dir für deine Worte Jacky, es ist schön so eine Person wie dich hier im Forum zu haben. Die Zeit und Energie die du hier rein steckst, hilft doch so vielen Menschen. Bleib wie du bist und nochmal danke, der Thread ist auch ein Stück weit durch dich so wichtig.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 04.02.2025 22:52:55
Hallo Alex,

Danke dir für deine Worte Jacky, es ist schön so eine Person wie dich hier im Forum zu haben. Die Zeit und Energie die du hier rein steckst, hilft doch so vielen Menschen. Bleib wie du bist und nochmal danke, der Thread ist auch ein Stück weit durch dich so wichtig.

Danke hierfür, im Grunde reagiere ich nur auf das was geschrieben wurde, im Wissen dass eh noch viel viel mehr dahinter steckt.
Aber wenn es dann einmal da steht ist es greifbar, auch für den Verfasser.
Dieses Forum lebt durch unseren Austausch und ich mag deine Geschichte.
Weil sie spiegelt wie du bist, im Umgang mit der Spielsucht und den Folgen daraus.
Sich entwickelt und zwar auf ein klar erkennbares Ziel.

Manchmal denke ich du könntest noch mehr für dich selbst tun, denke ich aber bei jedem.  :)
Es gilt aber eh nichts zu erzwingen und wenn die Schritte gegangen werden, so wie du es kannst und möchtest.
Geht es auch immer weiter in eine gute Richtung.

Grüß dich   
 
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 18.03.2025 21:08:29
Hallo zusammen,

nachdem sich mein Alltag langsam normalisierte, kam gestern der überraschende aber doch erwartete Anruf meiner Schuldnerberaterin: „leider hat sich ein Gläubiger weiterhin quergestellt, Sie müssen in die PI“. Nächste Woche Freitag stellen wir zusammen den Antrag ans Amtsgericht. Auch wenn ich schon damit gerechnet habe, hat es mich total zu Boden gerissen, was bin ich ein Versager, Mitte 30, nichts erreicht im Leben und nun stehe ich da. Privatinsolvenz, für Außenstehende kaum zu verstehen, wie es soweit kommen konnte, in 3-4 Wochen weiß es mein Arbeitgeber, mein Vermieter. Beide werden sich ihr Bild von mir machen, ohne zu wissen, was bei mir los ist. Ich hoffe, dass ich mich für immer daran erinnern werde, was die Sucht aus mir gemacht hat, nie wieder soll es so werden wie es jetzt ist.

Es folgen ein paar schwere Wochen, in denen viele Fragen kommen, worauf ich keine passenden Anworten finden werde. Doch nach diesen Wochen werde ich all meine Kraft wiedererlangen, mit der Möglichkeit, in 3 Jahren ein neues Leben zu beginnen, mit der Sucht zu leben und bei 0 starten zu können.

Spielfrei für 24 Stunden, so einfach wie es klingt, so einfach kann die Zukunft werden. Es gilt für mich stets diesen Satz in mein Gehirn einzuprägen. Nach den 3 Jahren habe ich es noch lange nicht geschafft, es werden Hürden kommen, die ich im Moment noch nicht auf dem Schirm habe, wie zum Beispiel Geld übrig zu haben, obs 100 Euro sind oder 1000, in diesen Situation Lösungen finden, die ich bis dato nicht kenne, da noch nie wirklich Erfahrungen gemacht, aber ich werde mir Gedanken machen, sobald diese Momente kommen. Frühzeitig.

Aktuell atme ich durch, der Versager der es anpackt, der Süchtige, der abstinent leben will. Der Überschuldete, der die Privatinsolvenz in Anspruch nehmen muss.

Dennoch bin ich ich, und bereit für mich, mein Leben und meine Zukunft zu kämpfen.

Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 18.03.2025 21:48:50
Danke André,

danke dass du mich nicht als Versager siehst, so habe ich mich gestern allerdings selbst gesehen, bezogen auf das Telefonat mit der Beraterin, weil Sie mir das Gefühl gegeben hat.

Kurz zu dem Gläubiger, der sich nun weiterhin quer gestellt hat: ich habe diesen Gläubiger bis jetzt monatlich bedient, er stellt sich quer, weil er bis jetzt seine vereinbarte Rate bekommen hat. Durch eine außergerichtliche Einigung würde er weniger bekommen, über einen längeren Zeitraum, dies ist wohl der Grund, wieso dieser sich quer stellt. Nur kann ich mich nicht anders mit ihm einigen, dies wäre unfair, den anderen gegenüber. Somit bleibt nur der Weg über die PI.

Ich habe noch die Möglichkeit, die Pfändung weiter laufen zu lassen, bis dieser eine Gläubiger kein Cent mehr bekommt, und auch pfändet, dann nochmal eine Einigung versuchen zu erzielen, aber dann vergehen wieder Monate, bis ich eine minimale Chance auf eine außergerichtliche Regelung bekomme, aber ich bin am Ende meiner Kräfte in Sachen Schulden, ich möchte ein Ziel vor Augen, durch die PI ist das Ziel zu mindestens auf dem Papier klar notiert.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 18.03.2025 22:36:45
André,

ich gebe nur das weiter, was mir meine Beraterin mitgeteilt hat, wir können keine Regelung mit 99% der Gläubiger treffen, wo es heißt, 5 Jahre Summe X, dann sind knapp 70% der Schulden getilgt, Rest wird erlassen, und zu dem einen, der sich quer stellt sagen wir, ok du bekommst 100 Euro mehr, und nach 5 Jahren ist die Summe getilgt, dass ist ein Bruch bei den Verhandlungen mit den anderen und ganz klar unfair gegenüber denen, die auf 30 % der Schulden „verzichten“

Zum zweiten Punkt, ich erwarte weder Rücksichtnahme noch Verständnis, ich bin wo ich bin, ich bin bei der Schuldnerberatung weil ich keinen Ausweg gesehen habe, ich bin insolvent, weil es keine Einigung gibt, zwischen allen Gläubigern. Ich finde die PI auch scheisse, weil die Gläubiger nicht alles an Geld bekommen; aber dies ist nicht meine Entscheidung.

Ich verstehe deinen Gedanken, dass die Berater copy Paste machen, formlos, gefühllos diese Schreiben aufsetzen. Dennoch habe ich mich darauf eingelassen, und bin jetzt zu spät dran, um es selber zu regeln, teilweise warten die Gläubiger schon 5-6 Monate auf ihr Geld, sich selber jetzt einzuklinken sehe ich als chancenlos, dafür stecke ich nun zu tief drin..
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 18.03.2025 23:41:08
Huhu Alex, genau dafür gibt es dann den bestellten Insolvenzverwalter, NICHT dein Problem.
Die PI wird beantragt, wahrscheinlich bewilligt, alles danach wird vom Verwalter erledigt.

Was mich rein intressehalber mal intressieren würde, wie verhällt sich das mit der Lohnpfändung - theoretisch geht die Forderung ja mit in die Masse ein wodurch sich die Pfändung erübrigt?

Davon abgesehen - was die wenigsten wissen; die Sache an sich ist nicht ganz nach drei Jahren erledigt - Gerichtskosten und "Insolvenzverwaltergebühren" können und werden nach erfolgreicher PI in Rechnung gestellt. Was hab ich mich damals gefreut das es erledigt ist und keine paar Tage später kam ne Kostenaufstellung vom Gericht und ich musste noch 1,2,3 Jahre -weiß ich nicht mehr- permanent Nachweis erbringen ob ich das bezahlen kann, was bei mir zu der Zeit allerdings nicht ging.

Was Arbeitgeber und Vermieter betrifft so seh ich das wie Andrê, du bist in der "Bringschuld" Sie darüber aufzuklären was bei Dir los ist - sofern es Dich so sehr belastet was sie denken könnten. Du hast es in der Hand die Hosen runter zu lassen und aufzuklären und ebend nicht abzuwarten ob Dich jmd darauf anspricht oder nicht. Eine weitere Entscheidung auf Deinem weiteren Weg die DU treffen musst/kannst/sollst, wie auch immer,...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Fred am 19.03.2025 07:17:54
Moin Alex,
es ist so wie es ist.
Sag deinem AG, dass du in die PI musst.
Warum würde ich ihm nicht sagen. Auf keinen Fall.
Evt. fragt er sogar um welche Summe es geht und "hilft" dabei ? Könnte sein.
Ich würde maximal sagen dass ich in früheren Zeiten mehr Geld ausgegeben habe als ich hatte und dass mich die Vergangenheit jetzt eingeholt hat.
Kein AG, keine Bank, keiner der irgendwas mit Geld oder Vertrauen zu tun hat, will insgeheim mit einem Spielsüchtigen zu tun haben.
Glaub mir das. Ein Funken Mißtrauen bleibt immer.

Nun mach dir keinen Kopf. Du zahlst x-Jahre so viel du kannst.
Mehr geht halt nicht.
Ist die PI heute schon nach 3 Jahren durch ? Mein Gott es wird einem aber auch leicht gemacht.
Früher waren das mal 7 .. das ist schon größerer Brocken.

Ist doch echt Latte ... die Zeit stehst du durch, danach bist du "frei" und kannst neu anfangen-weitermachen :-)

Ich denke mal in so einer PI ist man auch erstmal eine riesige Last los

Kopf hoch !!!
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 19.03.2025 08:46:35
Zur Pi an sich

Ja, es sind schon ewig "nur" noch 3 Jahre, das wurde damals relativ schnell runter geschraubt

Forderungen an sich

Im Prinzip werden alle angeschrieben, die Sachlage wird dargestellt was möglich wäre nach Berechnung des verfügbaren Einkommens und dann sagt der Gläubiger ja oder Nein. sagen wir man hat 500 euro und 10 gläubiger und man sagt ihr bekommt alle 50 euro bis die Sache erledigt gehts ohne Insolvenz. Je nach Höhe der einzelnen Verbindlichkeiten kann das aber ewig dauern und das machen einige nicht mit und verweigern sich. - Grade Verzinsungen spielen hier eine große Rolle wo versucht wird mit zu arbeiten VOR einer Insolvenz durch verzicht beispielsweise da dies viel ausmachen kann und letzenendes nichts mit der Forderung an sich zu tun hat auf die versucht wird runter zu schrauben.

Auch solche "Schäden" sind im Prinzip in unserem System von vornerein in alles mit einkalkuliert und unterm Strich sind es wieder mal Zahlen auf irgendwelchen Computern oder Papieren...

Was das persönlich mit einem selbst macht, ja, das steht auf einem anderen Blatt aber bei Dir Alex bin ich da sehr guter Dinge da Du auch jetzt schon darüber nachdenkst was ist eigentlich wenn du wieder Geld zur Verfügung hast ? Baust du scheisse ? was machst du mit dem Geld ?

SEHR GUTER Ansatz denn auch das ist echt nicht einfach - wie auch ich selbst immer wieder feststelle sobald etwas Geld auf unseren Konten liegt, auch ich habe nie gelernt zu sparen...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 26.04.2025 14:29:48
Hallo zusammen,

hoffe es geht euch gut. Wollte mich nochmal melden, ist ja doch schon wieder etwas Zeit vergangen, seit dem letzten Post.

Der Antrag auf die PI ist am laufen, warte eigentlich jeden Tag auf Post vom Inso-Verwalter. Irgendwie zieht sich alles so dermaßen in die Länge. Ziel ist allerdings stets vor Augen: 2028-2029 fange ich einen Neustart an, was das finanzielle betrifft, freue mich riesig darauf, bin aber auch nicht zu euphorisch und werde das ganze mit Verstand angehen.

Bei meiner Suchtberaterin war ich auch schon länger nicht mehr, meint ihr es wäre sinnvoll, da nochmal einen Termin zu machen? Das finanzielle hat mich die letzten Wochen u. Monate so zu gesetzt, dass dadurch auch automatisch der Suchtteufel ruhig geblieben ist. Was passiert, wenn die PI erstmal läuft, ich keine Briefe mehr von Inkasso Büros mehr bekomme, und nicht täglich daran erinnert werde, was ich getan hab, möglich das sich alles lockert, da will ich vorbereitet sein. Habt ihr Tipps? Ich mache mir Gedanken, wenn mein Leben wieder „einfacher“ wird, dann wird der Suchtdruck wieder stärker (Logischer Menschenverstand) ich bin nach wie vor fokussiert, 24h spielfrei zu bleiben. Doch fokussiert bleiben, wenn das Leben wieder lebenswerter wird, das ist die Angst, die ich verspüre.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: medea888 am 27.04.2025 07:21:42
Guten Morgen Alex,
Schön von dir zu lesen und toll, dass es weiter voran geht!
Wenn ich ehrlich bin klingt es in deinem Beitrag so als würdest nur darauf warten wieder zu spielen als sei das eine programmierte Pause... Kann mich natürlich auch täuschen. .. aber schon jetzt solche Gedanken zu haben, was ist wenn ich keine Briefe mehr bekomme keinen Druck habe... ist schon merkwürdig...

Aber  ich glaube du solltest dringend nochmal tiefer gehen und die Sucht an der Wurzel packen.
Ich selbst war damals fast 1.5 Jahre zur Therapie und jetzt, wo ich wieder merke ich falle in alte Muster bin ich direkt wieder hingegangen.

Die finanziellen Not kann man gut in Griff bekommen und da bist du ja auch total straight.
Die Seele ist nicht so leicht zu reparieren und es erfordert viel Mut und Willenskraft sich dem eigene Ich zu stellen. Aber ich bin sicher auch das wirst du gut packen und so ein echtes Standhaftes  Fundament für deine Zukunft bauen.
Freue mich weiter von dir zu lesen!
LG Medea
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 29.04.2025 10:59:48
Hallo Alex,

weniger denken / reden - "einfach machen" ... Wie gerne schmeisse ich das anderen an den Kopf  ;D ;D

Vor einiger Zeit war ich nach langer Pause mal wieder in meiner ambulanten Suchtgruppe in der Klinik und es hat mir gut getan.

Seitdem sitze ich hier jede Woche und denke ab spätestens Dienstags darüber nach ob ich Freitag wieder hingehe und sobald auch nur der Hauch eines guten Gefühls durchdringt SCHWUPPS gehts los... Geh ich da hin, ich bin krank, ich bin nichts, ein Versager, schakka nein ich brauch das nicht - eine Spirale und ein Kreis der seinesgleichen sucht....

IM KOPF - nicht mehr und nicht weniger und wer außer mir kann das verändern ?

Richtig, nur ich, höchstens mit HILFE aus dem außen, ergo , was hindert Dich daran einen Termin zu machen ? Was geht in Dir vor das Du denkst du "brauchst" keinen oder willst keinen ?

Rein analytisch betrachtet stimme ich Andrê absolut zu und gerade was das vertrauen in dich selbst betrifft denke ich das du da genauer hinschauen solltest sagte ich doch grade vor ein zwei Tagen zu meiner Frau,... Ist ja schön das DU mir vertraust, ICH vertraue mir SELBST nicht ... Daraus ergibt sich das ich wieder alles "abgebe" was mir möglich ist um keine Scheisse zu bauen und DAS ist ebend meine Baustelle, dieses Manifest in meinem Kopf und meiner Seele das ich ein schlechter Mensch bin,...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 29.04.2025 20:49:50
Danke euch für eure Antworten, genau dies ist der Grund, warum ich dieses Tagebuch führe, ihr lest euch nicht nur meine Posts durch, sondert antwortet ehrlich, mit viel Mühe und eurer ganzen Erfahrung, dass musste ich jetzt vorab schreiben.

Ihr, bzw. vor allem du André hast sowas von Recht, ich habe doch so viel mehr gemacht, als nur abzuwarten, mir Hilfe zu holen und nicht zu spielen. Ich könnte spielen, trotz der Briefe, trotz der finanziellen Lage in den letzten Wochen u. Monaten, ich habe es aber nicht, weil ich an mir gearbeitet habe, die Risiken kenne und achtsam bin. Was haben mich die slotwerbungen früher getriggert, wütend haben Sie mich gemacht. Jetzt ist es mir egal. Ich bekomme regelmäßig E-Mails von Anbietern, obwohl ich dort gesperrt bin, was mache ich? Löschen, ohne einen Gefanken daran zu verschwenden. Tief in meinem Hirn ist eingebrannt, 24h bleibst du spielfrei. Ich kann das, ich schaffe das, jeden Tag aufs Neue. André wie du schreibst, die kleinen Dinge unterlassen, so immens wichtig, und irgendwann sind diese Dinge egal, man kann damit leben. Ich sollte aufhören in der Zukunft zu schweben, sondern die Gegenwart betrachten, ich kann morgens in den Spiegel schauen ohne mich zu verfluchen, dass ist so viel wert, was ich vielleicht in den letzten Wochen ignoriert habe. Die alten Muster sind noch verankert in mir, hab ich doch so viele Jahre so gelebt, jetzt heißt es neue Muster bilden, und auch einfach mal auf sich selber stolz sein, André danke, dein Post gibt mir immens viel Kraft.

Auch dir Medea, möchte ich danke sagen, dafür dass du deine Meinung mit mir/uns teilst. Ob es jetzt diese programmierte Pause ist, oder auch nicht , ich werde dafür sorgen, dass diese Pause nicht mehr aufhört. Ich weiß, es ist nicht leicht, die Seele zu reparieren, schließlich habe ich über Jahre genau diese geschädigt und zerstört. Aber eins kann und werde ich nun: es nie wieder so weit kommen lassen!

Wirbelwind, danke: einfach machen, ich schreibe noch morgen meine Suchberaterin an und frage nach einem Termin, ob ich diesen im Endeffekt brauche oder nicht, egal. Sich auszutauschen kann nie schaden.

Nochmals danke für eure Antworten, habe immens viel Energie dadurch gewonnen. Nehme jeden Ratschlag an um genau den Weg weiter zu gehen, für den ich mich entschieden habe, spielfrei in mein Neues Leben

Liebe Grüsse
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 30.04.2025 11:05:00
Ich weiß, es ist nicht leicht, die Seele zu reparieren, schließlich habe ich über Jahre genau diese geschädigt und zerstört. Aber eins kann und werde ich nun: es nie wieder so weit kommen lassen!

Ich habs versucht nichts dazu zu schreiben, aber was will ich machen - Ich bin wie ich bin...

Ich finde das sehr intressant zu lesen, oben noch schreibst du was du so positives geschafft hast und gemacht hast oder auch nicht gemacht hast und dann reißt du das mit dem arsch wieder ein, "fühlt sich gut an" nicht alleine so blöd zu sein  ;D

Pass auf Dich auf !  :)
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 28.05.2025 21:46:23
Guten Abend in die Runde,

heute hab ich Post erhalten, Post vom Insolvenzverwalter. Wie lange habe ich auf diesen Tag hin gefiebert, endlich den Stein ins Rollen zu bringen. Viele Gedanken, Kopfschmerzen und Ungewissheit sollten jetzt der Vergangenheit angehören. Zitternd und total nervös habe ich diesen Brief geöffnet. Jetzt geht es los ist für mich die Botschaft des Briefes. Aber nicht nur die Insolvenz, sondern so viel mehr. Ich muss ehrlich sein, ich habe mich jetzt ausgeruht, ich wusste es kann dich nichts mehr schocken, alles wird seinen Weg gehen. Und nun habe ich mich genug drauf ausgeruht, denn für mich selber gibt’s genau jetzt einiges zu tun.

Das schlimmste für mich ist die Scham, die ich gegenüber meinem Arbeitgeber verspüre, aus dem Grund habe ich um ein Gespräch gebeten, kommende Woche Montag. Ich möchte nicht darauf warten, dass er Post vom Verwalter bekommt, ich möchte im Vorfeld das Gespräch mit ihm führen. Wird vielleicht die ein oder andere schlaflose Nacht bis Montag, aber ich bin bereit dafür.

Außerdem habe ich für Donnerstag einen Termin beim Insolvenzverwalter, um alles weitere zu besprechen. Bin jetzt doch erleichtert, dass nach einem guten halben Jahr jetzt endlich ein Ziel vor Augen ist, nur noch drei - dreieinhalb Jahre zum neuen Leben!!

Doch auch in diesem halben Jahr habe ich viel geschafft: Miete, Strom, Gas und Internet habe ich im Griff, kann wieder monatlich zahlen, ohne irgendwo in Rückstand zu geraten.

Ich merke gerade beim Schreiben, dass sich alles um Geld dreht, es ist auch tatsächlich momentan das einzige was mich belastet, was mir im Hirn schwirrt.

Aber hey, mir geht es gut! Ich werde es lösen, um weiter Schritt für Schritt zu gehen. Spielen ist und war keine Option, und bald bin ich ein Jahr alt. Dank euch, dank mir selber, völlig fokussiert für eine bessere Zukunft.

Ich wünsche euch allen einen schönen Abend
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: medea888 am 29.05.2025 09:07:36
Guten Morgen Alex,

Wie schön das es vorangeht. Und wegen deinen Chief bin ich sicher du worst positive überrascht sein. Ehrlichkeit begeistert Menschen und er wird dafür dankbar sein.
Wegen alles dreht doch nur uns Geld, kann ich gut verstehen.
 Ich hoffe für dich du schaust auch etwas dahinter, um die Quelle deiner Sucht zu finden und damit umgehen lernst.das ist kein einfacher Blick aber meiner Überzeugung nach unumgänglich für eine lebenslange Abstinenz .
LG und schönen Feiertag
Medea
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 01.06.2025 10:18:43
Hallo,

ich habe gerade das Bedürfnis zu schreiben, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Die letzten Tage und vor allem Nächte waren nicht gut. Ich habe so ein Schiss vor morgen, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Wie beginne ich das Gespräch bei meinem AG, was sage ich ihm, wie wird er reagieren. Eigentlich sollte ich froh sein, dass ich eigentlich befreundet bin mit ihm, er wird das sicher locker sehen und mich verstehen. Aber dieses Wort Insolvenz strahlt so eine Negativität aus, dass man versagt hat, nichts mehr im Griff hat und gescheitert ist.

Wenn er auch dieses Bild hat, wird er mich trotzdem noch als einen motivierten, guten Arbeitnehmer sehen? Ich habe immer Gas gegeben im Beruf, war nie krank, immer da und bereit auch Überstunden zu machen, aber was ist wenn jetzt die Tatsache, dass ich Insolvent bin, alles ändert? Was wenn andere mitbekommen, dass ich insolvent bin? Dann wird drüber geredet, dieser Versager, hat sein Leben nicht mehr im Griff.

Es ist ein sehr sehr schwerer Schritt für mich, so nackt gemacht habe ich mich noch nie. Ich weiß, keiner kann mir dieses Gespräch abnehmen, da muss ich schon selbst durch, aber es fällt mir jetzt schon so unglaublich schwer, ich hab Angst, dass ich kneife, obwohl es keine Option ist, entweder erfährt er es morgen über mich oder den Insolvenzverwalter.

Ich jammere viel, ich weiß, aber vielleicht hilft es mir, wenn ich es aufschreibe, dass ich klarer werde vom Kopf. Im Moment habe ich echt Gefühlschaos. Von Schweißausbrüchen bis Zittern ist alles mit dabei.

Jetzt versuche ich durchzuatmen, den Tag werde ich aber nicht genießen können und mir wahrscheinlich weiter Gedanken machen.

Grad fehlen mir einfach positive Gedanken.

Danke fürs mitlesen
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Fred am 01.06.2025 10:57:41
Moin Alex,

Grad fehlen mir einfach positive Gedanken.
Dann versuche ich mal das ein wenig zu ändern.

Arbeitgeber mögen in der Regel Angestellte die finanziell auf die Firma angewiesen sind.
Denn das sind meist die klaglosesten und fleißigsten.

Ich weiß nicht wie du dich zwischenzeitlich entschieden hast.
Aus meiner Erfahrung heraus würde ich meinem Arbeitgeber nichts von meiner Spielsucht erzählen.
Ich denke es genügt, wenn du ihm sagst, dass du leider finanziell den Überblick verloren hast und jetzt die Dinge in die Hand genommen hast.
Das setzt ein starkes positives Zeichen.
Insolvenzen sind gerade im Geschäftsalltag ja mehr als normal. Privat etwas weniger. Aber so negativ ist eine Insolvenz gar nicht behaftet.
Es wäre was anderes, wenn du zuhause auf dem verranzten Sofa liegst und auf dein Bürgergeld wartest ...
Aber als fleißiger Arbeitnehmer sehe ich das deutlich als positives Signal.

Spar dir diese negative "Gedankenscheiße", sondern freue dich auf deine Zukunft.
Das was dir Angst macht findet nur in deinem Kopf statt, und alles was du dir ausmalst was sein könnte sind ja nur Gedankenspiele.

Ist doch schön, dass du die Konsequenzen deines Scheißebauens selbst trägst ... wenn auch zu Lasten der Allgemeinheit :-)
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 01.06.2025 19:26:20
Seh ich auch wie Fred Alex. Mach Dich nicht verrückt und ich denke mitlerweile auch, "Ich hab den Überblick verloren bin aber dran" ist besser; entscheiden tust du es.

Meistens kommt es anders als man denkt Du schaffst das schon !!!
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 04.06.2025 10:42:39
Hey Alex, wie ist es Dir ergangen ?

Alles gut, besser als gedacht, nicht so prickelnd,.. "hau raus" ,...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 04.06.2025 19:28:30
Danke der Nachfrage,

nun was soll ich sagen, ich war zu feige dafür, ich habe es mich nicht getraut. Jetzt bleiben mir noch zwei Tage, um das Gespräch zu führen, nächste Woche habe ich Urlaub. Ich kann dir/euch nicht sagen, ob ich es schaffe. Es ist alles eine tickende Zeitbombe, entweder ich werde auf ihn zu gehen, oder der Insolvenzverwalter macht es.

Ich nehme mir fest vor, es noch vor dem Urlaub zu machen, aber das nehme ich mir Abend für Abend vor, und tagsüber, wenn ich ihn dann mal sehe, bekomme ich kein einziges Wort raus, weil ich zu feige bin, weil ich Schiss davor habe.

Ich weiß aber tief im inneren, dass ich es machen muss, da ich sonst in meinem Urlaub nicht abschalten kann, weil mich jeder Tag verrückt machen wird.

Ich versuche es morgen aufs Neue, und wenn ich wieder keine Eier habe, am Freitag. Da spätestens muss es passieren.

Sorry Leute ..
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Wirbelwind am 05.06.2025 07:20:40
Guten morgen Alex, das dachte ich mir schon da Du nicht mehr geschrieben hast.

Ich bin ein "schlechter Mutmacher", habe aber ein wenig die Hoffnung das Du dir Andrês Kommentar ein wenig zu Herzen nimmst und Dir das etwas Mut macht,

Du hast NICHTS zu verlieren "Kolege", du kannst nur dazu gewinnen,...

EDIT: es gibt nichts für das Du dich bei UNS entschuldigen müsstest,...
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: medea888 am 05.06.2025 08:05:03
Moin Alex,

Ich kann dich gut verstehen, ich hab lange gebraucht über meine Sucht zu sprechen.  Jeder muss da meiner Meinung nach seinen Weg finden.
Nun ist es aber Fakt,dass dein Arbeitgeber von deiner Insolvenz erfahren wird. Ich bin selbst Chefin und ich würde noch sehr freuen, wenn ein Mitarbeiter mir so sehr vertraut, dass er mir sowas persönliches erzählen würde und ich nicht per Brief davon erfahre. Ob ich nun Wissen wollen würde aus welchem Grund jemand insolvent geht.. weiß ich nicht.. wenn der Mitarbeiter gut arbeitet wäre es mir in Endeffekt egal. Ich würde jedoch schon fragen, ob ich irgendwas tun kann...
Kopf hoch also
Und ich stimme zu du musst dich hier nicht entschuldigen!!!
Schön dass du hier bist. Das bereichert uns alle.

LG Medea
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Fred am 05.06.2025 08:48:40
nun was soll ich sagen, ich war zu feige dafür, ich habe es mich nicht getraut.

Verschieben & Aufschieben ist nicht gut für uns, man kommt da irgendwann wieder leicht in den "ach jetzt auch egal" Modus.
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 25.06.2025 19:07:00
Guten Abend zusammen,

Fred wie du schon sagst, verschieben und aufschieben ist nicht gut für uns, man fällt in alte Muster, wie zum Beispiel „so lange die Lügen geglaubt werden, ist alles gut“ Ich habe mich bis zu dem heutigen Tag nicht mehr hier gemeldet, da ich in den letzten Tagen viel mit mir selber beschäftigt war, in Gedanken daran, wie ich das Gespräch mit meinem Arbeitgeber führen soll.

Nun endlich, kann ich mich hier melden, und euch berichten, heute habe ich mit ihm gesprochen. Er war im ersten Moment geschockt, Ich habe ihm aber erklären können, wie es dazu gekommen ist, dass ich den Weg nun eingeschlagen habe, und damit für eine bessere Zukunft arbeiten möchte. Er fragte mich ob es mit spielen zu tun hat, weil ich für den rießigen Schuldenberg keinen Gegenwert habe. Auch in dem Moment habe ich an eure Worte hier gedacht und ihm gesagt, dass es der Vergangenheit angehört, und ich nicht darüber sprechen möchte, weil ich das Thema hinter mir gelassen habe. Sofort kam die Frage ob er mir sonst weiterhelfen kann und bat mir seine volle Unterstützung an, welche ich direkt in Anspruch genommen hab, in dem ich ihn gebeten habe, ein Schreiben an den Insolvenzverwalter zu erstellen, dass der Kontakt lediglich zwischen ihm, mir und dem Insolvenzverwalter statt finden soll, welches auch morgen direkt an den Verwalter raus geht. Wir haben auch noch kurz auf privater Ebene gesprochen und ich habe gemeint, dass mir das so unangenehm war, weil ich ihn ja auch privat kenne und schätze. Seine Antwort war: dies sollte niemals der Grund sein, ein Gespräch mit ihm zu fürchten.

Und wiedermal hattet ihr recht, es fällt so eine große Last von einem. Ich fühle mich 100 kg leichter und habe dadurch so viel Energie gewonnen. Ich will jetzt noch umso mehr spielfrei bleiben, ich will einfach wieder ein besseres Leben, bevor es zu spät ist. Ich weiß ich bin noch lange nicht fertig mit meinem Weg, aber gestärkt werde ich ihn nun weiter gehen.

Nicht mehr lange, dann bin ich 1 Jahr spielfrei; habe ich es doch schon einmal geschafft, aber ich kann mir selber sagen, dass ich viel weiter bin, als bei meinem ersten Jahr, in der ich wahrscheinlich bloß nur eine Spielpause gemacht habe.

Ich setze mir weitere Ziele: ich muss mich weiterhin mehr mit mir selber beschäftigen, mehr in mich hinein gehen. Thema Einsamkeit, was mich oft zum Spielen animiert hat, hinterfragen, was dagegen tun. Weniger an mir selber zweifeln, ich weiß das ich ein guter Mensch bin, der pathologischer Spieler ist. Aber ich habe es mir nicht ausgesucht, ich bin wie ich bin. Weiteren Menschen anvertrauen, die mir wichtig sind, ich habe gemerkt es tut gut, es wird akzeptiert und Hilfe angeboten. Hilfe annehmen, jederzeit wenn ich es brauche.

Am Wochenende will ich eine neue Ordnung in meinen Papieren, Briefen und allem bringen. Ein System. Und Stück für Stück werde ich merken, wie alles weniger wird.

Aber für heute, bin ich verdammt weit gekommen, und darauf will ich heute Abend einfach stolz sein, und den Moment genießen und mit euch teilen.

Liebe Grüße
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 26.06.2025 22:10:32
Hallo Alex,

ein Leben ohne Glückspiel für uns, damit ist alles natürlich nicht automatisch in Ordnung.
Aber wir haben nun endlich eine Chance, es in ordentliche Bahnen zu führen.
Es nicht zu verprassen in einem Trauma und endlich Zeit für uns selbst.

Wenn ich zurück blicke in meinem Leben sehe ich als erstes den Spieler.
Aber ich bin mir nicht fremd dabei, ich habe es angenommen.

Willkommen schon längst im Club Alex.
Schön dass du spielfrei bist.

Grüß dich
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: amTiefpunkt am 27.06.2025 10:39:11
Moin Alex,

zurecht kannst du stolz auf dich sein, dieser Schritt war ungemein wichtig für deinen Weg.
Immer weiter Schritt für Schritt...

Hervorragend!
aT
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 14.08.2025 17:48:14
ein Leben ohne Glückspiel für uns, damit ist alles natürlich nicht automatisch in Ordnung.
Aber wir haben nun endlich eine Chance, es in ordentliche Bahnen zu führen.
Es nicht zu verprassen in einem Trauma und endlich Zeit für uns selbst.


Genau diese Chance nutzte ich genau jetzt, nicht morgen, nicht in 3 Monaten oder in 2 Jahren. Ein süchtiger, der die Sucht noch nicht als Sucht ansieht, verharmlost diese, wie ich es über so viele Jahre getan hab.

Doch irgendwann sind die Probleme so groß, dass man einfach nicht mehr weiter weiß.

Kurzes Update meinerseits, beginnend mit dem Thema Geld (da ich in letzter Zeit meistens über Geld geschrieben habe)

Die Insolvenz läuft seit August, im letzten halben Jahr habe ich durch die Pfändungen ca. 6000 Euro zurück gezahlt. Natürlich weil Weihnachts- , Urlaubs- und Bonusgeld zu 100% gepfändet worden sind. Nun bin ich froh, dass die 3 Jahre Insolvenz endlich begonnen haben. Ich konnte mir dennoch 1500 Euro ansparen, es fühlt sich ein wenig falsch an, da die 1500 Euro eigentlich den Gläubigern gehören. Aber es fühlt sich einfach auch verdammt gut an, was auf der Seite liegen zu haben. Ich kenne dieses Gefühl gar nicht, am Monatsende noch Geld übrig zu haben. Möchte mir so viele Dinge kaufen, aber ich weiß nicht womit ich anfangen soll… es ist mir so fremd, deswegen wird wohl überlegt gehandelt, nicht zu voreilig, zur Not eine Nacht drüber schlafen, bevor die Entscheidung getroffen wird. Ich muss es lernen, lernen das Geld nicht nur Spielgeld ist, sondern einen Wert hat.

Den Druck zu spielen, verspüre ich gar nicht mehr. Dennoch bin ich auch hier vorsichtig. Es werden Momente kommen, vielleicht auch überraschend, aber nach wie vor ist der Satz nur für heute möchte ich nicht spielen, fest verankert in meinem Schädel! Sollte der Tag kommen, an dem ich wirklich nochmal Suchtdruck verspüre, werde ich meine Suchtberaterin kontaktieren, einfach um mich auszutauschen, weil ich weiß, wenn ich Sie brauche, ist sie da.

Weitere tolle Gefühle, die ich in den letzten Tagen und Wochen verspürt habe: die Zahl der Briefe im Briefkasten haben sich um 90% reduziert. Ich habe E-Mail Benachrichtigung für die Briefzustellung, d.h. bevor ein Brief zugestellt wird, bekomm ich ein Tag vorher (meistens nachts um 3-4 Uhr) eine Email mit einem Foto vom Brief. Viele schlaflose Nächte hat mir dies bereitet, jedes Mal wurd ich wach, geschaut welche Mahnung, mahnbescheid oder vollstreckungsbescheid diesmal kommt.
Ich schlafe wieder einigermaßen durch, stehe fitter auf, und starte besser in den Tag.

Meinem Vermieter habe ich ebenfalls von der Insolvenz informiert, weiß zwar nicht ob ein Schreiben bereits eingegangen ist, aber es war mir wichtig. Bezahle auch seit Januar 2025 50,- Euro mehr Miete, um damit ein wenig Puffer zu haben für die Nebenkostenabrechnung.

Um zum Schluss zu kommen: es fühlt sich alles so verdammt richtig an! Es ist so spürbar wie alles Stück für Stück korrigiert wird. An diesen Gedanken muss ich festhalten, auch nach der Insolvenz. Ich hab so viele Pläne für die Zukunft, ich packe es nun an! Jetzt! Nicht morgen, in 3 Monaten oder in 2 Jahren.

Liebe Grüße

P.S.: Fred , Jacky, ich möchte mich gerne mit einem kleinen Betrag am Forum beteiligen, könntet ihr da auf mich zu kommen? Gerne per PN. Weiß nicht wer von euch dafür zuständig ist
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 04.11.2025 19:17:15
Guten Abend zusammen,

bin hier zum stillen Mitleser geworden, dennoch täglich online. Ich versuche wieder aktiver zu werden, aber ich habe die Zeit für mich gebraucht, soll jetzt nicht egoistisch klingen.

In den letzten Monaten konnte ich weiter an meinem Weg arbeiten. Inso läuft, ich kann von Monat zu Monat mehr Geld sparen. Habe angefangen meinen Kleiderschrank auszumisten, weil ich es mir endlich leisten kann, neue Klamotten zu kaufen. Bin gefühlt die letzten 15 Jahre nicht mehr Shoppen gewesen. Nun Kauf ich mir Monat für Monat neue Klamotten. Tolles Gefühl , sich was leisten zu können, und es tut nicht mal weh :)

Bald kommt die Nebenkostenabrechnung, jedes Jahr musste ich nachzahlen, dieses Jahr nicht, weil ich nach wie vor mehr Miete bezahle, so ein super Gefühl.

Ich habe bald Geburtstag und werde meine ganze Familie, ca 20 Personen ins Restaurant einladen, und auch hier werde ich die Rechnung mit Freude bezahlen können.

Ich habe wieder ins Leben gefunden, positive Glücksmomente häufen sich und es zeigt mir wie schön das Leben sein kann.

Suchtdruck habe ich keinen, weil ich mir das fest ins Hirn eingebrannt habe aufzupassen, in jedem Moment nie den Gedanken zu haben, Spielen ist eine Option. Es ist keine und wird auch keine sein.

Ich kam aus dem Loch raus, wo ich eigentlich schon aufgegeben habe, nie mehr soll es mir so schlecht gehen.

Wünsche einen schönen Abend

Danke fürs mitlesen u. antworten
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Alex am 04.11.2025 20:02:16
Edit zu meinem Post:

Es sind banale Dinge , die mich so glücklich machen, wo jeder denkt, ist doch normal ?!

Aber ist es nicht, jeder Euro ging fürs spielen drauf , und wenn nix da war, wurde überlegt wo noch ein Euro liegt, den man holen kann.

Nun ist dieses Leid Vergangenheit, auch dank euch, und des Forums. In Worten ist diese Dankbarkeit nicht zu beschreiben
Titel: Re: Mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 04.11.2025 22:11:43
Hallo Alex,

das klingt doch alles sehr gut bei dir.
Du bist jeden Tag im Forum, diese feste Struktur zeigt schon dass es dir wichtig ist, auch ohne immer etwas zu schreiben.
Es ist schön dich hier zu haben und noch schöner von dir zu lesen.
Nicht dass man dich nun einfach so durchwinken kann  :) aber im Grunde bleibt "einfach" nur noch spielfrei zu bleiben.
Alles andere und machen wir uns nichts vor, es werden immer mal schlechtere Tage kommen......
Wieder zu spielen würde diese Tage nicht verändern sondern nur multiplizieren.

Willkommen Alex, zurück im Leben und dort bist du nicht erst heute angekommen.
Sondern ab dem Tag endlich etwas zu ändern und es auch anzugehen!
Ein Lob für dich von einem der weiß wie es früher war!

Grüß dich