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Autor Thema: Angehörigen ABC

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Angehörigen ABC
OP: 31.07.2022 22:56:24
Hallo,

gedacht, jeder wer möchte nimmt den nächsten Buchstaben und schreibt etwas dazu.
Eventuell entsteht ja ein kleiner Leitfaden oder hilfreiche Gedankengänge für Angehörige.
Was Euch auch immer dazu einfällt.
Und wenn wir einmal damit durch sind können wir es zusammen fassen in einem einzigen Beitrag.
Chronologisch aufgeführt von A - Z, mit dem jeweiligen Verfassers eines Buschstabens.

ABC für Angehörige:

Ambivalenz:
Etwas worin du dich eventuell oft wiederfindest, Zwiespalt zwischen Herz und Verstand.
Manchmal muss man wählen, dies kann sehr lange schmerzen, aber es zerreißt Dich dann nicht mehr.
Du kannst nur in Frieden leben ohne diesen verheerenden Konflikt, dieser muss aus der Welt.
Und auch als pathologischer Spieler ging es mir nicht anders.     
 
...
 Der Nächste bitte.  :) 

Liebe Grüße

 
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Re: Angehörigen ABC
#1: 31.07.2022 23:20:31
B Belogen werden

Belogen werden von seinem Partner verursacht Schmerzen. Je länger die Zeit der Lügerei andauert, desto mehr schmerzt es. Man denkt zurück und es fallen einem immer mehr Situationen ein, in denen man auch beschissen und belogen wurde. Jede einzelne Situation, die einem einfällt, versetzt einem einen Stich. Sie ändert nichts mehr an dem Grad der Spielsucht, denn es gibt da eh nur "ja" oder "nein". Aber sie hinterlässt Wunden.
Die Schmerzen können irgendwann weniger werden. Dafür muß man sie aber erst zulassen. Und hinschauen. Dann werden sie schwächer. Aber es bleiben Narben, die einen dauerhaft verändern.
Die Narben hat man dann und das darf so sein. Wegschieben hilft nicht.
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Re: Angehörigen ABC
#2: 03.08.2022 09:30:26
Co-Abhängigkeit

Im Zusammenhang mit einer Abhängigkeitserkrankung wird unter Co-Abhängigkeit verstanden, dass neben der abhängigen Person noch weitere Personen, insbesondere die Angehörigen, in die Abhängigkeit verwickelt sind. Doch als Konzept ist "Co-Abhängigkeit" umstritten und auch nicht einheitlich definiert.

"Co-Abhängigkeit" umschreibt ein Verhalten beispielsweise von Angehörigen oder nahen Bezugspersonen, das dazu beiträgt, Symptome einer Suchterkrankung zu minimieren oder zu bagatellisieren: Zum Beispiel bezahlen sie suchtbedingte Schulden, entschuldigen suchtbedingtes Verhalten oder reden Konsequenzen klein. Angehörige leiden oft unter Schuld- und Schamgefühlen und tun alles, um den Schein zu wahren. Doch das genannte Verhalten unterstützt eher die Betroffenen dabei, weiter mit der Sucht zu leben, als von ihr loszukommen. Am Ende bestimmt das Verhalten des/der Abhängigen das Leben der Angehörigen so stark mit, dass diese oftmals selbst fachliche (psychologische) Hilfe brauchen.

Problematisch an diesem Konzept ist, dass dadurch Angehörige gleichermaßen zu potenziell Kranken erklärt werden. Ihr Heilungsweg ist dann ausschließlich in Form von Abgrenzung zum Suchtkranken möglich. Oft werden daher statt des Begriffs "Co-Abhängigkeit" die Bezeichnungen "suchtförderndes Verhalten" oder "Mitbetroffenheit" benutzt.

Das Damokles-Schwert der Co-Abhängigkeit-Erkrankung ist tasächlich weit verbreitet.
Wird den Angehörigen aber in keinster Weise gerecht.
Unstrittig ist, dass viele Angehörige durch die Gesamtsituation schwer belastet sind.
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Re: Angehörigen ABC
#3: 03.08.2022 20:52:30
Hallo,

natürlich kann jeder auch zu einem Buchstaben mehrere Antworten schreiben...sogar genial!
Auch egal welchen Buchstaben man nimmt ....gibt ja keine Regeln .

Liebe Grüße 
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medea888

Re: Angehörigen ABC
#4: 09.08.2022 07:46:41
E  wie Eigenverantwortung
Partner von Süchtigen verlieren sich oft darin den Partner retten zu wollen, denken sie könnten ihn von der Sucht wegziehen. Dabei vergessen sie oft sich selbst. Hier im Forum lesen wir das immer wieder.
Daher ist es wichtig das Angehörige mehr Eigenverantwortung übernehmen. Sich selbst wieder in den Mittelpunkt stellen. denn sonst verlieren sie sich selbst in der Sucht des Partners.
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Re: Angehörigen ABC
#5: 17.08.2022 23:40:35
Famile

Nähe und Sicherheit, vertraute Verbundenheit in einer gewissenhaften Gemeinschaft. 
Dies ist nicht immer so und jemanden fort zu schicken oder zu gehen unglaublich schwer.
Abstand zu gewinnen vor genau dem, was sich viele wünschen, eine liebevolle Bindung.   
Manchmal werden die eigenen Bedürfnisse eh nicht erfüllt, ob man bleibt oder geht.
Doch wäre es eh unerträglich, würdest Du nichts verändern.

 
 

 
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Re: Angehörigen ABC
#6: 07.09.2022 11:37:53
Gefühle

Angehörige neigen dazu Entscheidungen gefühlsbasiert zu treffen, warum auch nicht - Gefühle sind basisbestandteil des Lebens:
Negative Gefühlsmuster wie Angst, Verzweiflung, Sorge und Schuld sind Gefühle, die Angehörige dauerhaft mit einem spielendem Partner mit sich herumtragen. Dazu ambivalent zu betrachtendes Gefühl ist die Liebe und Zuneigung zum spielsüchtigen Partner, die scheinbar oft bedingungslos Vorhanden ist. Angehörige neigen dazu, das Spielproblem des Partners selber lösen zu wollen, bzw drängen den Partner zu Therapien und Lösungswegen - leider zumeist total vergeblich, weil das Problem und die Lösung nur im spielenden Partner selbst zu finden sind.
Leider werden diese Gefühle von Spielern allzuoft missbraucht, um den Partner auszunutzen - Sorgen und Schuld werden auf den Partner projeziert, bzw abgeladen und die Liebe wird ausgenutzt um weiterspielen zu können.
Erst wenn der Angehörige seine Gefühle objektiv einordnen kann und versteht, wie die Spielsucht im Partner tickt, und nicht selbst in eine Co-Abhängigkeit fällt, ist er in der Lage die oft überfällige Entscheidung zu treffen, sein eigenes selbstbestimmtes Leben zu führen und die Verantwortung der Spielsucht an den Partner abzugeben - dort wo sie hingehört!
Amen  8)
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Re: Angehörigen ABC
#7: 18.10.2022 00:05:58
Hoffnung

Ohne an etwas zu glauben nur eine Durchhalteparole, eine Erfüllung weit fern am Horizont.
Abzuwarten bis einmal endlich der "Knopf" beim süchtigen Partner/Verwandten aufgeht und er sich besinnt und dann auch spielfrei bleibt.
Einfach aushallten, ausstehen, abwarten...daraus entsteht schnell eine Selbstaufgabe.
Diese dann stetige Spirale führt im gemeinsamen Strudel immer nach unten.

Hoffnung sollte unbedingt auch berechtigt sein, zurecht sie auch begründet haben zu dürfen.
Die Zeit regelt es dann eh von alleine, ob daraus eine zufriedenstellende Bestätigung wird.
Jeder Spieler hofft auch irgendwo zu gewinnen beim nächsten Spiel, dass es auch weitergehen kann.
Er macht es fest an einer wirren Strategie oder am Glück selbst.
Mache es ihm nicht gleich. 
Manchmal muss ein Angehöriger etwas mittragen worunter der andere leidet, dieses wird dann halt geteilt.
Bis es sich ändert oder zu vieles zerbricht,
Hoffnungslos für einen Süchtigen....Nein
Und für jeden Angehörigen schon gar nicht, niemals.
Warum solltest Du also auf etwas hoffen ohne daran zu glauben?
....nur eine Illusion, wenn es eh immer gleich bleibt. 
Wie bei jedem Spieler auch!   
   
     

     
 
     
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Re: Angehörigen ABC
#8: 18.10.2022 08:23:49
Illusion

Die Spielsucht des Partners belastet eine Beziehung unfassbar stark. Dennoch ist die Liebe und Zuneigung zum Partner oftmals größer als der Schmerz, welcher die Spielsucht den Angehörigen zufügt. Dies führt auf Dauer zum Abstumpfen der Gefühle, die Angehörigen funktionieren nur noch als Partner des Süchtigen, es entsteht eine Co-Abhängikeit.
Viele Angehörige geben sich der Illusion hin, dass ein Leben ohne spielenden Partner weitaus schlimmer wäre, denken, sie würden es alleine nicht schaffen, finaziell, als auch ganz allgemein. Sie reden sich ein, sie wären schwach, denken, sie würden es nicht schaffen. Stattdessen wiegen sie sich in vermeintlicher Sicherheit neben ihres spielenden Partners, fühlen sich gar noch für ihn verantwortlich und geben sich letztendlich auch noch die Schuld für dessen Fehlverhalten und versuchen dann krampfhaft die Sucht des Partners zu heilen oder zu bekämpfen.
Augen auf und hinter die Fassade schauen! Ein spielender Partner gibt keine finanzielle Sicherheit, sondern zieht den Partner mit ihn die Schuldenfalle. Niemand sollte für die Sucht des Partners einstehen und niemand anderes als der Partner selbst kann seine Sucht zum stillstand bringen.
Die Angehörigen, die diese Illusion durchschauen, haben die Chance auf ein ausgefülltes Leben, ob alleine, oder mit einem anderen Partner, ist egal, aber sie haben ihr Leben zurück und können frei entscheiden, welchen Weg sie einschlagen.
Durchschaut diesen Zauber und schnappt euch euer Leben zurück!
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Re: Angehörigen ABC
#9: 18.10.2022 21:21:22
Janusgesicht.
Bedeutung: das Gesicht des Kopfes des Gottes Janus, das aus zwei Gesichtern besteht; ein Symbol für Zwiespältigkeit oder auch gleichzeitig vorhandene Gegensätzlichkeiten.

Eine sehr gravierende Phase eines Angehörigen ist die Zwiespältigkeit, nicht nur dass man zwiespältige Gefühle und Gedanken entwickelt, es kann sogar zu innerlicher Zerrissenheit führen. Man weiß nicht was man tun oder denken soll, wird unentschlossen und verzweifelt, auf der eine Seite gilt dies, auf der anderen Seite gilt das. Man möchte Konsequenzen ziehen, zur Not mit oder ohne spielsüchtigem Partner, gleichzeitig möchte man aber auch die Beziehung und den Partner retten. Es wird schwieriger Entscheidungen zu treffen oder Grenzen zu ziehen.
Das Verhalten des Spielsüchtigen ist für Angehörige oft gegensätzlich, man kann es nur schwer nachvollziehen.
Wie @Jacky1 es schon so richtig unter Ambivalenz erwähnt hat, ein Zwiespalt zwischen Herz und Verstand.
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Re: Angehörigen ABC
#10: 23.10.2022 09:25:37
Loslassen

und sich seiner Selbst bewusst werden (selbst*bewusst*sein)

- Man kann NIEMANDEN ändern, ausser sich selbst -

Blumige Grüße
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Re: Angehörigen ABC
#11: 30.10.2022 23:17:07
Mut,

ein pathologischer Spieler muss wohl auch etwas Mut aufbringen, um zu allem zu stehen und bedingungslos sich mitzuteilen.
An seine Familie oder Partner, ohne dabei irgendetwas doch wieder beschwichtigen zu wollen und sein Suchtverhalten dabei nicht zu schützen. 
Weil er sich event. schämt, sein Lügengebilde zerbricht und weiß dass es Konsequenzen haben wird.

Du wirst Mut brauchen.
Für ein zukünftiges gemeinsames Aufarbeiten der Beziehung und Vertrauen wieder zu erlangen. 

Auch für eine mögliche Trennung oder Absonderung, unabhängig eines Geständnisses vom Spieler.
Mut für Veränderungen, zu einem wieder zufriedenen Leben. 

 





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Re: Angehörigen ABC
#12: 31.10.2022 08:00:25
B - Bauchgefühl

Wenn ich eins in den letzten Jahren gelernt habe, dann auf mein Bauchgefühl zu hören.
Kennt ihr das, ihr bekommt etwas erzählt, egal was, und jetzt mit dieser Information, setzt sich das Puzzel zusammen und ihr denkt "Ich habe es gewusst" "Ich hab es gespürt". Vielleicht bei einer Freundin "Ich habe schon vermutet dass du Schwanger bist, weil..." <--- DAS ist das Bauchgefühl. Und ich kann mich nur wiederholen und sagen "Hört darauf was der Bauch sagt".
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Re: Angehörigen ABC
#13: 10.11.2022 11:16:49
Opfer

Spieler stellen sich gern selbst als "Opfer" dar.
Der Partner soll in eine defensive / schuldhafte Position gedrückt werden.
Der Spieler rechtfertigt dadurch sein eigenes Handeln.

Leider glauben viel zu viele Angehörige, dass sie in irgendeiner Form eine "Mitschuld" tragen.
Das ist natürlich völliger Unsinn und der Spieler will damit nur von seiner Problematik ablenken.

Das ist ein gewollter, manipulativer Schachzug in einem kranken Spiel !
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Re: Angehörigen ABC
#14: 15.11.2022 23:24:26
Pathologisches Spielen

Bestimmt das Spielen um Geld, das Hoffen auf den großen Gewinn oder die virtuelle Realität des Internets mit Gamen, Wetten, Chatten, Surfen oder Streamen letztendlich den Alltag, hat das erhebliche Konsequenzen für die eigene Gesundheit, die Lebens- und Erlebensqualität, die sozialen Beziehungen und die existentielle Grundlage. Trotz tiefgreifender Nachteile können Betroffene mit dem Glücksspielen nicht mehr aufhören. Sie spielen immer weiter – bis alles Geld verspielt ist. Ein unwiderstehlicher Drang treibt sie zum Glücksspiel, in der Hoffnung zu gewinnen oder verlorenes Geld zurückzugewinnen. Diese Menschen können zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr entscheiden, ob sie dem Glücksspiel wirklich nachgehen möchten und verlieren nach und nach die Kontrolle bzw. Steuerung über ihr Spielverhalten. Immer öfter kommt es zum Totalverlust des gesamten Einsatzes. Angetrieben von der Vorstellung, verlorenes Geld zurückzugewinnen wird die Risikobereitschaft größer und eine Eigendynamik setzt ein. Gleichzeitig wird das Glücksspiel vor Freunden und Familie verheimlicht. Die mittlerweile krankhaft Spielenden versprechen sich selbst und ihrem Umfeld immer wieder, das Glücksspiel zu beenden. Das Scheitern führt zu Selbstverachtung und Verzweiflung. Die Abwärtsspirale dreht sich unaufhörlich weiter – mit oft verheerenden beruflichen, privaten und finanziellen Folgen.

Quelle: "Das Rehaportal" 
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« Letzte Änderung: 16.11.2022 00:04:36 von Jacky1 »
 
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