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Autor Thema: Ich bin verantwortlich

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Re: Ich bin verantwortlich
#150: 29.11.2022 17:28:41
Oh Gott, gute Besserung für dich, Taro !!!  :-*

Stundenlang Eisbaden und dann so ein blödes Fahrrad ... Sachen gibts :-)
Unterkühlst wärst du sicher erst nach einigen Wochen  ;D
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Re: Ich bin verantwortlich
#151: 29.11.2022 21:00:37
Hallo Taro,

zum Glück war es nicht noch schlimmer und alles konnte  gut behandelt werden.
Genese wieder schnell und erhole Dich gut von diesem Unfall.

Liebe Grüße
     
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medea888

Re: Ich bin verantwortlich
#152: 30.11.2022 08:03:21
Moin Taro,

Oh du armer, und dennoch glücklicher das klingt nach sehr viel Schutzengelarbeit..
Alles gute für die weitere Genesung 🤗
LG Medea
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JJ

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Re: Ich bin verantwortlich
#153: 30.11.2022 22:48:40
Lieber Taro,

danke, dass Du uns schreibst wie es Dir geht und was Dir zugestoßen ist. Da hast Du sicher heftige Schmerzen hinter Dir und brauchst bestimmt noch Ausdauer, bis Du wieder schmerzfrei bist. Ich wünsche Dir dafür viel Kraft!!
Dein Glaube wird dir auf dem Weg sicher helfen. Und Deine Erfahrung, dass es immer wieder bergaufgehen kann, wenn man dafür kämpft.

Liebe Grüße auch von mir.
JJ
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#154: 01.12.2022 07:43:57
Vielen Dank für eure Genesungswünsche.
Am meisten nerven tatsächlich die dauernden Schmerzen und das ich als süchtiger ständig opiate in mich einwerfe. Aber ich vertraue mal darauf, das ich es nach den Schmerzen alles gut wieder absetzen kann.
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JJ

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Re: Ich bin verantwortlich
#155: 09.12.2022 17:56:37
Hallo Taro
wie geht es Dir?
Geht es weiter bergauf?
Bin sicher, Du bist dankbar für jeden kleinen Schritt, den es in die richtige Richtung geht!!

Weiterhin gute Besserung!! 🙏
JJ
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#156: 09.12.2022 20:51:00
Moin JJ,

das ist nett das Du fragst. Es geht mir für meine Verletzung sehr gut, habe keine Bewegungseinschränkungen. Das ist nach Aussage meines Arztes und meinet Physiotherapeutin sehr ungewöhnlich. Ich habe aber 24/7 starke Schmerzen, das nervt und raubt mir den Schlaf. Ich habe jetzt nach mehrmaligen Erklärungen ungefähr die schwere meiner Muskelverletzungen verstanden, das tut schon bei  zuhören weh.Im Januar fang ich mit Reha an.

Taro
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#157: 05.01.2023 13:55:36
Jetzt bin ich 2 Monate Krank geschrieben. Gestern habe ich das erste mal kleine Fortschritte festgestellt. Die Dauerschmerzen machen mich etwas gereizt, die Aussicht, dass ich meinen Arm bald nach und nach wieder nutzen kann wirkt etwas erhellend. Mit dem Krankengeld hat es natürlich nicht von allein funktioniert. Mal sehen wann ich etwas bekomme. Zum Glück surfe ich finanziell nicht mehr a6f Naht. Ein bemerkenswerten Jahreswechsel. Ich Krank, meine Frau über Weihnachten Corona. Mein grosser hat das Weihnachtsmenü gekocht. War lecker.
Das erste Jahr wo ich keine Vorsätze fürs nächste Jahr habe, ausser das alles wieder gut wird.
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Re: Ich bin verantwortlich
#158: 05.02.2023 11:48:27
Hallo TAL;

PP hat seit einiger Zeit wieder die Kooperation mit bestimmten OC`s aufgenommen.
Wohl um mehr Bewegung im eigenen Zahlungsverkehr zu bekommen und neue Kunden zu rekrutieren.
Für den Spieler eine schnelle Zahlungsmethode und nicht direkt über die Hausbank oder Kreditkarten.
Für eine Verifizierung bei einem OC ist ein PP Konto aber nicht ausreichend.

OC`s werben  gerne mit diesem Zahlungsdienstleister, für beide wohl auch förderlich.
Es wird ja für alles geworben, Zielgruppen schon geschickt beflügelt und wie ein Fisch geködert.
Egal wie toxisch das Produkt, zwar keine Zigaretten mehr aber durchaus andere Nervengifte.
Wo jeder Tropfen in einem ganzen Leben schon zu viel wäre.

Akzeptanz und Ambivalenz, event. gibt sich beides ja irgendwie die Hand, wo dann eine andere losgelassen wird.
Süchtig zu sein wird immer ein Makel in der Gesellschaft sein, eines was aber gebraucht wird.
Wohl um die ganze Agonie auch am Leben zu erhalten.

Schöner Beitrag TAL, gerade in den Dingen wo Du über Dich schreibst.
Den Lauf der Dinge nicht ändern zu können macht niemand zu einem Gefangenen.
Egal wie sehr sich diese ganzen Raptoren  in den Medien auch präsentieren.

Grüß Dich
 
         

 
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#159: 05.02.2023 22:58:56
Das Leben in der Spielfreiheit und dass ich die Selbsthilfegruppen kennenlernen durfte, ist das geilste was wir je in meinem Leben passiert ist.

Ich weiß nicht was andere in meinen Augen sehen und das Leben ist auch kein Ponyhof. Wichtig ist aber auch immer zu gucken, wo ich herkomme und wenn ich andere anschaue zu schauen, wo kommen sie her. Wenn ich gerade an zwei gute Freunde aus der SHG und an mich denke, wir begleiten uns seit über 34 Jahren, dann waren wir drei im wahrsten Sinne tot geweiht. Niemand hätte einen Pfifferling auf uns gesetzt, und doch haben uns gegenseitig am Hosenboden aus dem Sumpf gezogen.

Mein Leben was ich heute für mag für viele nichtsüchtige recht banal sein. Für mich ist es jedoch noch heute einfach unvorstellbar. Natùrlich wird das ein Außenstehender nicht sehen.
Die Kapitulation war für mich tatsächlich kein großer Akt. Dass ich nie wieder Zweifel, ob ich vielleicht doch spielen könnte, habe ich mit Sicherheit den regelmäßigen Besuch der SHG zu verdanken. Das gleiche gilt auch für meine Depression. Die SHG ist für mich eine Art Frühwarnsystem.
Taro
 
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Re: Ich bin verantwortlich
#160: 10.02.2023 07:20:23
Achtsamkeit ist daher immer angebracht

Schöner Beitrag, TAL.

Wir alle achten sehr auf uns. Dieses äußerst positive Verhalten haben wir uns in dem Wissen antrainiert, dass uns unsere Krankheit jederzeit "umwerfen" kann.
Wer das nicht tut, ist bestenfalls "dumm". Denn das "Teufelchen" lauert ein Leben lang und vor allem überall und jederzeit.

Gut, also wir achten auf uns. Glücklicherweise. Denn wir achten nicht nur auf unsere Spielsucht, sondern auf unser ganzes Leben.
Somit entgeht uns nichts. Kein Fehler, kein Mißmanagement.
Als "Normalo" vergisst man das schnell und schlittert oftmals durch diverse Katastrophen oder sonstige Unpässlichkeiten.
Kann uns nicht mehr passieren, denn wir achten auf uns.

Schön, dass du das mal angesprochen hast.
Denn es ist wichtig.
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Re: Ich bin verantwortlich
#161: 10.02.2023 12:07:24
War das ironisch gemeint?
Wenn nicht, tut es mir leid für die Frage. Das verunsichert mich nur gerade etwas, und ich will nicht ewig darüber nachdenken müssen.

Ich würde hier keine Späße treiben.
Ich sehe  das "auf sich selbst achten" als ganz wichtigen udn viel zu oft vernachlässigten Punkt.

Also es ist schon alles so gemeint wie geschrieben, ganz ohne Hintergedanken.
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#162: 10.02.2023 18:03:07
Moin Tal,

mit jedem Deiner Beiträge gibst Du soooo viel zurück. Das sind zwar nicht Deine Bodys die Du meintest, das mit dem zurückgeben kann man aber auch ruhig gross denken. Genauso mache ich es mit der Wiedergutmachung. Wenn ich bei einer Person etwas nicht wieder gut machen kann, mache ich eben bei jemandem der gerade Hilfe benötigt wieder gut.

Nicht ohne Grund habe ich Dich versucht in meine SHG zu bekommen, Deine Gedanken sind vom feinsten.

Taro
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#163: 18.02.2023 09:35:38
Es gibt viele Arten an "Medizin" gegen die Spielsucht. Da wären die Suchtberatungsstellen der Hausarzt die Therapieangebote und die Selbsthilfegruppe zu nennen. Die zwei erstgenannten sind als akut Hilfe zu nutzen die letzten beiden als langfristige Medizin.

Obwohl die langfristige Therapie ausgezeichnet wirkt, mit sehr großen Erfolgen, scheuen sich doch viele vor diesen Schritt. Mit Medizin ist es ja so dass jede Wirkung auch eine Nebenwirkung hat.

Um den Weg in die Genesung zu gehen können die tatsächlichen oder möglichen Nebenwirkungen jemanden davon abhalten.
Es lohnt sich die Ängste vor dem Nebenwirkungen einmal näher anzuschauen, um im nächsten Schritt einmal zu schauen wie diese gemindert werden können. Oft ist eine Angst in einer Selbsthilfegruppe jemanden zu begegnen den man kennt. Das mag durchaus einmal vorkommen, nur gilt es zu bedenken, dass der bekannte ja auch im gleichen Raum sitzt aus dem gleichen Grund wie Du. Und trotzdem in so einem Raum angstfrei sprechen zu können ist sie von allen Mitgliedern garantierte Anonymität ein wirksamer, ein bewährter, Schutz.

Das gleiche gilt für die Ärzte. Kürzlich wurde hier die Angst geäußert, der Hausarzt könnte etwas von der Spielsucht erfahren. Der Hausarzt  weiß, dass Spielsucht eine Krankheit ist. Daher wird er niemals schlecht über ein spielsüchtigen Menschen denken, der sich Hilfe sucht. Wer krank ist sucht und nimmt sich seine Medizin, für einen Hausarzt völlig normal.

Nach den Ängsten von möglichen Nebenwirkungen schauen wir uns jetzt die tatsächlichen Nebenwirkungen an. Veränderung im Leben sind immer anstrengend, und Anstrengung werden gerne vermieden. Schon der Weg in die SHG oder in die Therapie ist eine Anstrengung. Durch das was ich dort erfahre wird sich mein Leben ändern. Jede einzelne Änderung ist wieder mit Anstrengung verbunden. Oft behalte ich lieber , auch wenn es noch so scheiße ist,das was ich habe, als mich darauf einzulassen auf das was da kommt. Die Sorge ich weiß ja nicht was ich neues bekomme. Der Weg aus der Spielsucht heraus ist wie ein Sprung in ein schwarzes Loch. Ich gehe jetzt seit über 30 Jahren in die Selbsthilfe. Ich kenne viele Menschen die diesen Sprung gewagt haben.
Mir ist noch keiner begegnet der den Sprung bereut hat, im Gegenteil. Wie bei mir auch ist das Leben oft viel praller und voller geworden, als ich es mir je hätte vorstellen können.
Durch die Veränderung die ich durch die Einnahme der Mediziner erfahre, hat das Auswirkung auf mein direktes Umfeld. Möglicherweise wenden sich lieb gewonnene Menschen von mir ab. Sie wollen mich so behalten wie ich als Spieler war. Das ist eine tatsächliche Nebenwirkung, die auch besonders viel Angst macht. Tatsächlich ist es aber überhaupt nicht schlimm dass ich diese Menschen von mir abwenden, weil sie in meinem Leben keinen Platz mehr haben. Die frei gewordenen Plätze werden durch neue liebe Menschen gefüllt werden. Es ist eben so wenn ich mir ein neues Leben aufbaue muss ich erst einmal Platz schaffen.
Ich habe schon oft gesagt, das verlorene Geld ist nicht das Problem egal ob 4000 oder 400.000 Euro. Das Problem ist die Sucht, die muss angegangen werden. Alles andere löst sich von selbst.
Taro
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« Letzte Änderung: 18.02.2023 12:05:56 von Taro »
 
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Re: Ich bin verantwortlich
#164: 18.02.2023 14:33:47
Hallo,

Taro hat es schon bestens aufgeführt, als kleine Erweiterung möchte ich noch anmerken.
Bei psychischen Erkrankungen ist in der Diagnostik/Behandlung des jeweiligen Arztes/Therapeuten unumgänglich, dass der Betroffene mitarbeitet. 
Er wird dabei immer der Schlüssel bleiben, ob sich neue Türen öffnen oder nur weitere verschlossen werden.
Aus eigener Erfahrung kann und darf ich berichten, es wäre immer irgendwo eine Hemmschwelle oder Unsicherheit da.
Sich auch nur soweit selbst zu präsentieren um nicht als noch kränker dazustehen als man es meint zu sein.
Und nur durch stetiges zusammenarbeiten, ob nun bei einem Doc, Therapie oder einer Gruppe mit anderen Betroffenen,
wird jeder mit der Zeit konformer mit der Bereitschaft alles..wirklich auch alles zu reflektieren.

Natürlich findet dann auch eine Veränderung statt, eigene Werte werden neu sortiert, Einsicht und zu spüren an welchem Tropf man die ganze Zeit auch hing.
Ein Umfeld welches es entweder einfach duldete oder schier gar nicht bemerkte.
Nach so vielen Jahren muss ich selbst zugeben, ich kann nicht alles haben.
Nicht jeden als Freund und kaum, mich immer wieder aufs neue jedem gegenüber aufs neue einzustellen.
Dieses ganze justieren entfernte mich Meilen von etwas weg, so dass es sehr mühsam war mich selbst wieder zu finden.
Andere werden nicht entscheiden mit wem ich mich so umgebe, dies passiert mittlerweile voll automatisch.
Weil ich eben auf diese ganzen Veränderungen eingegangen bin, auch in vielen Stunden hier, in einer Shg, bei einigen Therapeuten
und so vielen Gesprächen mit anderen psychisch Erkrankten, nicht nur in der Spielsucht.

Dahinter steckt mein größter Anteil einer gewonnenen und erarbeiteten Selbstverantwortung. 
So richtig erwachsen werde ich deshalb aber nicht, doch ich habe gelernt gut damit umzugehen.
Schlussendlich kann ich jedem sehr nahe legen, egal wie groß ein Verlangen auch sein sollte etwas zu tun, was euch schadet.
Etwas zer/-verstört , was immer kranker macht und die Selbstaufgabe schürt und schürt.
Versucht  immer und immer wieder es zu erkennen und diese eigene Machtlosigkeit dahinter zu erfassen.
Was es für ein Leben weiterhin wäre und ob es nicht einmal endlich an der Zeit wäre umzudenken.
Egal wie unheilbar dieses Leiden auch sein sollte, Hoffnungslos und ohne Glauben....
ist es nicht einmal am Tage nach seinem eigenen Tot.

Taro hat ja geschrieben dass er keinen kennt der seinen Schritt in die Suchtfreiheit bereute.
Ich kenne auch keinen.
Um dort hinzugelangen wird ein fester Willen alleine kaum reichen.
Man muss diesen Weg schon gehen, ist es ein schwerer Weg ?
Doch nur für die Suchtgedanken und dessen abartige Gewohnheit.

Ein Betrachter könnte nun eine gewisse Naivität oder Fehleinschätzung hinter diesem Beitrag vermuten.
Weil es gäbe schon sehr starke psychische Beeinträchtigungen, die kaum zu lösen wären.
Gelöst wird auch rein gar nichts, es wird nur besser damit umgegangen.
Wie auch immer es z.B der liebe Harald ( und ich schätze ihn sehr) sehen würde.
Keiner ist alleine seines Glückes Schmied, es gäbe schon Mitmenschen denen es auch wichtig wäre.
Dabei ist es ungenügend "nur" seine eigenen  "Fehler" einzugestehen, sie sollten doch auch vermieden und soweit es geht wieder gut gemacht werden.
Sonst bleibt eh alles irgendwie beim alten und wird doch nur ""ehrlich"" schöngeredet.   

Liebe Grüße 
       
 
 
 
         

   
   
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