Hallo Apa,
Mir ist dabei nicht ganz klar, inwieweit sich eine Spielpause von einer "echten" Abstinenz unterscheiden soll, der Akt ist ja der gleiche, man stoppt vereinfacht gesagt die aktive Suchtausübung.
Abstinent zu sein als Süchtiger, diese Entscheidung auch getroffen zu haben und zwar für niemand anderen als für sich selbst.
Nicht weil man sonst kein Geld hätte oder nur Stress mit der Familie, Freunden oder dem Arbeitgeber.
Was oder für wen auch immer es eine Begründung gäbe.....es ist eine alleinige finale Entscheidung.
Im Forum haben schon einige berichtet von dieser Entscheidung und wie sie/wir/ich uns dann wirklich frei fühlten.
Auch bin ich bis jetzt keinem Süchtigen begegnet der mit dem Begriff Abstinent leichtfertig umginge.
Und
keinesfalls definiere zumindest ich meine Abstinenz über eine Semantik.
Eine kleine Geschichte dazu, in meiner SHG sind alles Alkoholiker mit unglaublichen Werdegängen.
Sehr liebe Menschen wie in einer Krabbelgruppe aus der finsteren Hölle.
Da gibt es keine Suchtpause oder halt mal 20 Wochen nichts trinken.
Sie sind so sehr stabil in ihrem Leben und mit dieser Suchterkrankung, mit Worten und Taten,
dass sie weiterhin alles dafür tun um es zukünftig auch zu bleiben!
Ihre und unsere Sucht kennt keine Abstinenz, sondern eben nur Pausen davon.
Selbst ein Rückfall würde dies nicht ändern um wieder weiterhin von einer Abstinenzentscheidung profitieren zu können.
Psychisch Erkrankte bleiben wir ja anscheinend immer.
Ich habe gelernt von mir selbst, wie leicht ich mich früher in einer trügerische Euphorie der Spielfreiheit wägte.
So musste ich doch nur kurz in mich selbst hinein hören um zu wissen ...es waren nur Lügen.
Da war ich
nicht frei und ungezwungen...ich "musste" halt "nur" nicht spielen.
Heute darf ich es und möchte es nicht!Ich freue mich abstinent zu sein und möchte es immer bleiben.
Diese Gefühl gab mir keine Spielpause und ich kann es heute klar definieren.
Nichts in mir drängt mich zu Spielen und mein Suchtgedächtnis mag von mir aus noch irgendwo sein.
Es gibt heute keinen Suchtrigger mehr! Sonst wäre ich nicht abstinent!
Der Tag an dem ich wieder spiele mag fern sein oder kommt nie mehr....
es muss schon sehr viel passieren auf emotionaler Ebene um dieses gute Gefühl spielfrei/abstinent wegzuwerfen.
Ich würde noch viel weiter dabei gehen und mag nicht so sehr diese " ich erlaube mir für die nächsten 24 Std" Motivation.
Aber ich nahm einst Hilfe gerne und dankend an und so werde ich auch diese Motivation befürworten.
Die Abstinenz habe ich ja nicht erfunden und ich musste sie mir wahrlich erarbeiten, durchaus in Schritten von 24 Stunden.
Nun weiterhin etwas zu pflegen um kein eigener Sklave mehr zu sein ist fest verankert.
Liebe Grüße