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Autor Thema: Re: Spielsucht Hilfe und Ratschlag immer neuer Rückfall

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JJ

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Nur der Vollstandligkeit halber, lieber Taro, sollten wir vielleicht noch ergänzen, dass Du inzwischen eine glückliche Beziehung führst und auch mehrere Kinder in die Welt gesetzt hast.
Wir brauchen ja hier nicht mehr Trostlosigkeit verbreiten als nötig.

Ich, lieber Joshi, führe auch eine Ehe mit einem Spielsüchtigen. Nicht alles toll bei uns, aber es funktioniert.

Meiner Meinung nach ist das Leben eines trockenen Spielsüchtigen im Durchschnitt nicht viel beschissener als das Leben eines Nicht-Spielsüchtigen. Jeder Mensch hat doch so seinen Sockenschuss und muss schauen wie er mit sich und der Welt klarkommt.

Von daher: So sch.... das auch gerade ist, Joshi, es wird bei Dir auch wieder bessere Zeiten geben.

Jetzt erstmal geht es nur darum, die neue Situation auszuhalten. Scheint Dir vielleicht gerade unmöglich.... kann aber bestimmt klappen. Tief durchatmen nicht vergessen!!!

Von Tag zu Tag wird sich alles ein bisschen mehr setzen. Man kann ja nicht den ganzen Brocken auf einmal verdauen. Daswird schon eine Weile dauern. Aber ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass Du jeden Tag für Dich ein kleines Stückchen weiterkommst.

Berichte uns heute Abend, wie es dir geht. Wenn Du Lust hast.

Bis dann.
JJ
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J
Vielen lieben Dank für die Worte

Erstmal zu dir Fred!! Ich gebe dir vollkommen recht. Das ich weiter auf meine Abstinenz schaue.
Ich bin nun seit fast einem Jahr Spielfrei.

Auch wenn die Trennung gerade sehr hart ist. Verspüre ich keinerlei suchtdruck oder alte Muster. Rückfällig zu werden.

Da bleibe ich auch bei, und mache so weiter wie auch jetzt. Ohne spielen zu wollen.
Denn ich brauche es NICHT. Auch nicht in so einer Krise.



Nun zu dir Taro, wir kennen uns glaube ich noch nicht.
Wie JJ oben schon gesagt hat, wie sie es bewundert…. Wie wir mit meiner spielsucht umgegangen sind.
Ich glaube das entscheidene daran war. Das sie mich immer unterstützt hat. Und selber auch gesagt hat. Das deine Krankheit nie ein Problem unserer Beziehung war.

Das hat mich immer stolz gemacht, dass durch meine krankheit die Beziehung nicht gelitten hat.


Ich glaube es lag einfach daran, dass ich nach der Therapie ein anderer Mensch geworden bin, und sich bei ihr auch ganz viele Dinge zum negativen gewendet haben.

Ja, die Kommunikation…. War oft von Missverständnissen oder Streit oder Diskussionen geprägt.

Aber sie hat mir auch gestanden, dass sie aktuell mit allem was um sie herum abgeht. Privater Haushalt. Überstunden…. Ihr Anerkennungsjahr/Arbeit alles zu viel werden.
Und sie sich am liebsten nur ins Bett verkriechen würde.
Ich denke sie hat ihre eigenen Baustellen. Wie ich auch meine Baustellen habe.

Als sie sich Freitag getrennt hat, hat sie ja gesagt… die Trennung liegt nicht daran, dass sie mich nicht mehr liebt…
Wir harmonieren Bzw finden nicht mehr zueinander…. Wie auch immer man das verstehen soll.
Und es wäre nur fair, wenn wir uns nicht gegenseitig weiter so kaputt machen. Bzw darunter so leiden. Sie muss auch an sich denken.

Heute hat sie mir nochmal geschrieben, und gesagt… das sie nun einfach nach vorne gucken muss. Und das mit tinder nichts mit neuen Partner zutun hat.

Sie möchte im allgemeinen neue Menschen kennenlernen, die die gleichen Interessen wie sie haben.
Und nicht direkt eine nächste Partnerschaft.
Und das muss ich nun so stehen lassen.

Wir wollen uns beide nichts Böses.
Auch wenn ich mit der Trennung echt schwer zurecht komme.

Aber das ist das, was der letzte Baustein ist.
In meiner restlichen Zukunft, nie wieder rückfällig zu werden!! Meine Angst vor Verlusten Bzw Einsamkeit zu überwinden und mich dieser zu stellen!!

Sie wird da auch noch dran zu knabbern haben… nur zeigt es villeicht nicht so wie ich.

JJ vielen Dank für diese aufbauenden Worte!!

Ich höre gerne von euch!
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Auch wenn die Trennung gerade sehr hart ist. Verspüre ich keinerlei suchtdruck oder alte Muster. Rückfällig zu werden.

Natürlich ist das nochmal eine Extra-Prüfung und man fragt sich "warum".
Zeigt aber nur, dass es neben der Spielsucht auch noch ein "weiteres" Leben gibt.

Trotzdem ist es für unsere Angehörigen & Partner auch immer ein ganz besondere Aufgabe.
Wir bekommen Hilfe und Unterstützung an jeder Ecke. Ja sogar therapeutische Angebote.

Und unsere Partner ? Die haben meist die Arschkarte. Sitzen mir ihrem "Elend" alleine da.
Von Freunden selten bis nie verstanden. Denn wie erklärt man jemandem der davon keine Ahnung hat das Leben eines Spieler-Angehörigen ?

Die vielen Vertrauensbrüche und Lügen, die mit unserer Sucht einhergehen, sind schwer verständlich.
"WIr" haben ja unsere Erklärung ... aber erklär die mal einem Nicht-Süchtigen.
Der wird dich nur "irre" anstarren.

Alles scheiße, alles nicht so einfach.
Aber das Ziel lohnt.

Zeig Verständnis für deine Freundin


Schwer ist es auch noch dazu, dass ich bis auf meine beste Freundin und einen Kumpel kein richtiges soziales Feld mehr habe….

Das ist wohl bei den meisten von uns ein echtes Problem.
Und in meinem Alter ist es sogar überraschend schwer, soziale Kontakte / Freundschaften neu zu knüpfen.
Erstens hat man es meist "verlernt" und zweitens ist man faul und träge geworden.
Drittens sind die alle schon so fest in ihren Bahnen verankert.
Mangels Hobbys in der Spielerkarriere gibt es auch immer weniger Ansatzpunkte / Gemeinsamkeiten.
Mag sein, dass es bei dem Einen oder Anderen mehr oder weniger ausgeprägt ist.
Aber das Grundproblem bleibt.

Ich hab nur einen Freund der mich nicht sehen will und elendig weit weg wohnt :-)
Und einen "Halb-Freund" aus der Jugendzeit, der zufälligerweise dort wohnt, wo der Freund der mich nicht sehen will, wohnt.

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J
Hallo Fred,

Ja den Punkt, mit wie fühlen sich angehörige oder Partner eines spielsüchtigen. Kann ich voll und ganz nachvollziehen.


Ob es jetzt daran lag, lass ich mal so stehen. Den ich habe sie nie in meine Krankheit mit reingezogen. Bzw das es dadurch Vertrauensbrüche oder Ähnliches gab.

Da war ich immer stolz drauf, dass trennen zu können.


Ich glaube das größte Problem war einfach die Kommunikation. Das sie Dinge gerne gehört hätte, wie sie sie gerne von mir gehört hätte.

Sobald das nicht der falsch war, wurde es hoch geschaukelt oder diskutiert…

Da ist ganz viel auch bei Ihr aufzuarbeiten.

Aber ich muss nun selber nach Vorne schauen.



Zum 2. Punkt mit dem sozialen Umfeld.

Ja heutzutage ist es wirklich echt nicht einfach.
Klar man kann in discos oder andere Locations.

Aber ob man da wirklich Menschen richtig mit
Ihren Interessen kennenlernen kann?! Ich sehe das fraglich.


Ich suche mir jetzt erstmal, sportlich etwas ganz neues als Hobby raus.

VG
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J
Danke André!!

Da sind einige Denkanstöße dabei.
Das es sie vielleicht doch belastet hat.
Wir haben warscheinlich vor uns hingelebt.
Und ja sie hat mit Sicherheit ihre eigenen Baustellen.

Ich werde nun nach vorne schauen, und mir sagen. Das ich sie auch viel durch sie was das Leben betrifft gelernt habe!!
Denn wir hatten auch richtig schöne Zeit.
Und sie hat mich während der ganzen Zeit. Wie stationäre Therapie und allem anderen immer begleitet und hinter mir gestanden.

Ja Arbeit habe ich doch schon die ganze Zeit.
Mache doch seit letzen August meine Ausbildung.

Wo mein Notenschnitt aktuell bei 2,0 glatt liegt. Da bin ich und auch mein Betrieb sehr mit zufrieden
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T

Taro

Moin Joshi,

kennen tun wir uns noch nicht, aber ich lese Deine Beiträge. Wenn Du all meine Beiträge liest kennen wir uns auch nicht. JJ durfte ich persönlich kennenlernen. Ihr Einwurf das mein Beitrag negativ klingt stimmt vermutlich objektiv betrachtet. Jedoch war das überhaupt nicht meine Absicht. Mein Leben ist heute prall gefüllt.

Meine Aussage ist allgemein gültig. Ich habe Dir nur geantwortet. Jede Sucht hat Einfluss auf jeden in meinem Umfeld. Egal ob das Umfeld etwas von der Sucht weiss oder nicht, egal wie offen ich damit umgehen. Die kleine Andeutung zur Familienplanung ist da nur eine kleine Anmerkung. Es gibt viele Möglichkeiten. Am meisten geschädigt werden die Kinder eines Süchtigen. Gleich danach die Partnerin.
Ich glaube das es füt Dich genau so gut ist wie es ist. Alles andere wird die Zeit zeigen.

Ich bin mir übriegens ziemlich sicher, das trockene Spieler die sich regelmässig in der SHG austauschen, ein besseres Leben führen als der Durchschnittsbürger. Gelernt zu haben, alles was mich bewegt offen auszubreiten und die Lebenslösungen anderer Freund mit begleiten zu dürfen ist ein unfassbarer Schatz
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Es bringt dann aber genau gar nix. Entweder Du bist enttäuscht oder sie kommt wieder auf Dich zu, weil sie sich über Deine anderen Ansichten /Erkenntnisse freut. Du hast aber vielleicht nur die richtigen Worte gewählt, zum richtigen Zeitpunkt. Nur geändert habt ihr erstmal so nix. Es lenkt Dich ab und löst nicht den Kern Deiner Probleme.

Wo nimmst du das bloß alles her ...
Ich bin grundsätzlich nicht "neidisch", außer bei deinen Beiträgen😇

...

Gabi !
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Samtbluete

Was wirklich gut hilft ist es, sich auf ganz neue Hobbys zu fokussieren, wo du einfach generell immer voran kommst und dadurch positivie Energie erhältst. Das kann Laufen sein oder Krafttraining mit jeweils Veränderung in positiver Hinsicht. Mache einfach Dinge die dich glücklich machen und suche dir bzgl. dem Verdienen von Geld zuverlässige Möglichkeiten, wie etwa ein Online-Business. Da gibt es so viele ungeahnte Wege.
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J
Hallo Leute,

Nach langer Zeit melde auch ich mich mal wieder zur Wort hier.

Es gibt positive Dinge zu berichten
Gleichzeitig aber auch einige negative.

Vorab erst einmal: ich war vor kurzem echt am überlegen mich hier abzumelden, da es hier eine Person gab… dessen Beiträge mich echt fast zurück geworfen hätten bzw schädlich für mich waren…. Ohne diese Person zu nennen.


Kommen wir zu erst zu den positiven Dingen:

8 Wochen liegt meine Trennung nun zurück.
Es gab sehr harte Tage, aber gleichzeitig auch sehr lehrreiche und gute Tage.
Es zu lernen, die Trauer, Einsamkeit und den Verlust zu verarbeiten war hart… aber auch ein guter Prozess. Mir es auch eingestehen zu dürfen das zu verarbeiten!!

Ich bin stolz, dass ich diese Zeit ohne suchtdruck und spielen überstanden habe!! Und weiß… das ich Rückschläge nicht mehr mit dem Spielen kompensieren brauche!!
Desweiteren habe ich mir einen neuen Verein gesucht, bei dem ich mich inzwischen sehr wohl fühle und die Zeit dort genieße.
Auch habe ich versucht neue Frauen kennenzulernen, was auch schön war.
Doch trotz sich näher kommen usw… habe ich für mich gemerkt. Dass ich noch lange nicht soweit bin, mich auf eine Bindung Bzw neue frau einzulassen. Eine sehr wichtige Erfahrung für mich… denn dadurch habe ich gemerkt. Das andere dinge wo nach ich mich sehne, meine Punkte sind wo ich ansetzen muss.
Diesen Prozess werde ich nun angehen und daran arbeiten.
Desweiteren habe ich meine ambulante Weiterbehandlung nochmal um 6 Monate verlängert. Denn die Einzelgespräche und SHG tuen extrem gut. Das werden meine letzten 6 intensiven Monate dort sein. Da es die letzte mögliche Verlängerung ist.

Nun zum negativen:
Diese 8 Wochen konnte ich ja leider auch nicht arbeiten, da ich so starke Schmerzen im Fuß hatte…. Das war sehr hart.. weil einem es echt schwer fiel, seinen Tag voll zu gestalten.

Jetzt wurde ich endlich operiert und kann in 2 Wochen mit der Arbeit wieder starten.


Die Trennung habe ich denke ich gut verkraftet, vereinzelt gibt es noch Momente. Aber das ist Okey.
Jedoch habe ich irgendwie das Bedürfnis, meiner ex Partnerin noch einmal zu schreiben. Bzw sich auszusprechen…. Warum ich das möchte.. weis ich selber nicht so genau.

Warscheinlich weil sie mir als Mensch immer noch extrem wichtig ist. Und ich warscheinlich gerne freundschaftlich mit ihr in Kontakt bleiben möchte.

Aber irgendwie habe ich Angst, ihr zu schreiben Bzw nach einem Gespräch zu fragen.
Weil ich nicht weiß, wie es ihr nun geht Bzw ob sie das für sich schon verarbeitet hat. Oder überhaupt im freundschaftlichen in Kontakt bleiben möchte….

Ich weiß nicht ob ich noch warten soll, oder noch mehr Zeit vergehen lassen soll.
Oder das sie sich meldet. Oder es überhaupt möglich ist… ein Freundschaftsliches Verhältnis/Freundschaft führen zu können.


Alles in allem kann ich jedoch sagen, dass ich ein neuer Spielfreier Mensch bin. Denn das ist das wichtigste.

Ich muss niemanden etwas beweisen oder recht machen. Entweder man mag und akzeptiert mich so wie ich bin. Denn ich muss die Dinge machen, die mich erfüllen und glücklich machen.

Ich freue mich von euch zu hören.

Vg Joshi
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Hallo Joshi,

ich hoffe, Du bist wieder gut genesen seit Deiner OP? Ich drücke die Daumen, dass Du nach Oster wieder in der Arbeit durchstarten kannst!! Klingt ja so, dass Du Dich drauf freust!!
Alles Gute.
JJ
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