Lieber Fred und JJ, danke, dass ihr Euch Zeit für mich nehmt und Gedanken für mich macht. Ich komme gerade von Arbeit. Ich bin Sozialarbeiter. Zu Kollegeni/innen in die Beratung zu gehen, kann ich mir nicht vorstellen, zumal, wenn sie in der Nähe sind. Aber ich habe mich heute einer Ordensschwester anvertraut und sie hat mir zugehört und sucht mit mir nach einer Behandlungsmöglickeit. Heute ist noch etwas anders gewesen als sonst. Ohne zögern bin ich nach Hause, habe unterwegs noch schnell Schnitzel und eine harte Wurst gekauft und wollte unbedingt im Forum lesen. So habe ich mich sehr über eure Antworten gefreut. Fred, ich möchte wirklich aufhören mit dieser Scheiße. Sie macht mich krank, nimmt mir die Lust und ich bin immer blank. Bevor ich mich an euch gewendet habe, habe ich schon einiges erreicht und mich mit meiner Spielsucht auseinandergesetzt. Ich habe den Absprung noch nicht geschafft, nein, aber ich habe meine vormals 3000€ Schulden abgezahlt, habe mit der Bank gesprochen, mir keine Kredite zu gewähren, habe für meine Kinder Sparverträge abgeschlossen, bezahle den Unterhalt für meinen Sohn jeden Monat pünklich und sogar etwas mehr als gefordert, bin nun in allen Spielos im Umkreis von 20 km gesperrt, war mit meinem Sohn in den Ferien eine Woche angeln, halte Termine und Verabredungen besser ein und irgendwie scheint der Schalter auf aus zu kippen. Ich wünsche mir, dass es vorbei ist und ich gebe nicht auf. Mit einer Therapie tue ich mich schwer, stimmt. Aber auch hier habe ich mit einer Klinik telefoniert und möchte mich im Januar einweisen lassen. Sofort geht nicht, ich brauche Vorbereitung dazu. Ich denke, es gibt zwei grundlegende Behandlungsansätze. Eine Analyse, in der nach Ursachen gesucht wird und Verhaltensänderung. Dabei wird gewohntes Verhalten mit gewünschtem Verhalten überlagert. Ich übe mein Verhalten zu ändern. Für den Rest gehe ich in die Klinik und was sagte schon Konfuzius: "Es ist nie zu spät eine glückliche Kindheit zu haben."
Euch eine gute Nacht und danke. Prima, dass ihr da seid.
Herzlich Marcello