Hallo Marcello,
Also, wenn ich meinen süchtigen Charakter überwinden möchte, folgt eine Konfrontation mit meinen verkappten Phantasien. Z.B. ich kann meine sexuellen Phantasien nicht ausleben und kapsel sie deshalb ab. Die verschwinden aber nicht, sondern kommen eben als Zocksucht wieder an die Oberfläche. Zocken ist dann vielleicht noch das kleinere Übel, weil ich mir z.B. meine homoerotischen Gedanken nicht eingestehen will. Wie denkt ihr darüber ?
Grüße Marcello
Es mag event. eine Hierarchie der Süchte geben in der die eine die andere übertüncht.
Sexuelle Wünsche oder Phantasien nicht ausleben zu können, welche zudem noch gesellschaftlich als legitim ( siehe homoerotisch) angesehen werden.
Mag meist an gebundener Partnerschaft, mangelnder Möglichkeiten oder schlichtweg nicht umsetzbarer Wünsche liegen.
Bedenklich empfinde ich nur dass Du nun die Spielsucht als event. kleineres Übel , wohl im direkten Vergleich empfindest.
Ja, Spielsucht mag immer eine Flucht gewesen sein, vor so vielen Dingen.
Ein Blendwerk welches einem Freizeit von anderen Belastungen beschert.
Doch sie definiert sich hauptsächlich über den Kontrollverlust, zu spielen um Geld ist ein Unterschied, als gar nicht mehr damit aufhören zu können.
Magisch gefangen in einer Schleife.
So könnte man nun jederzeit das Ganze auch umkehren und anderen "Vorlieben" den Vorrang geben.
Die Spielsucht zu verdrängen, was dazu führen könnte ...eben sich von einem größeren Übel "begeistern" zu lassen.
So einfach ist es aber nicht, doch finde ich Deine Reflexion sehr spannend.
Eine Suche nach den Ursprüngen und Auslösern.
Etwas anderes bliebe ja auch kaum in der Aufarbeitung.
Freue mich über jeden Beitrag von Dir, sie haben ein Gewicht und Du schreibst sehr "sichtbar", danke dafür.
Liebe Grüße