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Autor Thema: Ich bin verantwortlich

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Re: Ich bin verantwortlich
#105: 21.02.2021 12:51:21
TAL  :)

Aber da gehen die Meinungen wohl auseinander, und das ist auch okay so. Das, was ich als 'konform' mit meiner Überzeugung empfinde, ist ja nunmal nicht immer 'Mainstream', bekanntermaßen ab und an auch nichtmal hier unter 'Unseresgleichen'.

Ich sehe hier nur jenen "Mainstream" wie er auch unter "Unsersgleichen" zu erwarten wäre.

Gruß 
 

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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#106: 07.03.2021 00:10:05
Schon seid meiner Jugend fand ich nie richtig meinen Platz. Egal ob in der Familie, in der Schule oder im Beruf. Auch im Freundeskreis hatte ich nie einen Platz in dem ich einfach sein konnte. Beim spielen fühlte ich mich so wohl wo sonst nirgends in der Welt. Die Gesellschaft hat mich stets an den Rand gedrückt, so beschafft ich mir ohne schlechtes Gewissen mit einiger kriminellen Energie das Geld bei genau den Menschen dieser Gesellschaft.

Als nichts mehr ging, war ich in meiner ersten SHG. Unter all den Spielern, der Raum war damals proppe voll, bestimmt über 30 Leute, da fühlte ich mich erstmals bedingungslos willkommen. Das fühlte sich toll an. Ich faste den Entschluss ab jetzt ehrlich und aufrichtig durchs Leben zu gehen. An mich den gleichen Maßstab anzulegen wie an andere. Für das spielen das mich leitete setzte ich eine liebenden Gott.
Oberflächlich betrachtet könnte man meinen, heute hätte ich nichts mehr mit dem gefährlichen kriminellen gemein. Ich frage mich aber, ist es wirklich so?

Ich kann es heute noch sehr gut nachempfinden, wie und warum ich damals so gehandelt habe, wie ich es habe. Der Grund das ich heute sicher nicht mehr so handeln würde, ist weil ich mich entschlossen habe, aber sicher auch, weil ich heute in der Lage bin, mir überall meinen Platz zu nehmen. Wenn ich mein Leben nach einenliebenden Gott ausrichte, ist jede Form von Verbrechen per se schon ausgeschlossen. Die Emotionen in bestimmten Situationen sind noch genauso wie damals. Einzig gehe ich anders damit um. Die Meinung von Dritten hat m Gegensatz zu früher keine Macht mehr über mich. Da ich versuche aufrichtig durchs Leben zu gehen reiben sich schön Redner jeglicher kolör gerne an mich.

Diese Änderung der "Werte" kann ich natürlich auch mit anderen Dingen füllen. Alles "weltliche" jedoch kann jeder Zeit wieder weg sein.

Taro
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#107: 20.03.2021 13:00:42
Nun beschäftigt mich das folgende schon ein paar Tage, ist mir auch etwas peinlich, darum gehört es hier vermutlich hin. Schon seit meiner Jugend interessiere ich mich für Geldanlage in allen Möglichkeiten. Ist für einen Spieler vermutlich auch nicht allzu ungewöhnlich. Als damals der Bitcoin aufkam, interessierte ich mich also auch dafür, besorgte mir eine Wallet. Es gab eine Seite da wurden welche verschenkt, ich klickte also auf Bitcoin anfordern, ich bekam eine kleine Einheit Geschenkt, Gegenwert damals 5 Cent, ich probierte es ein paar mal aus und wußte wie es funktioniert. Ich eröffnete eine zweite Wallet und schickte die minisummen hin und her.
Interesse war geweckt und ich kaufte mir für 100 Euro etwas über 3,3 Bitcoin. Es gab einiges hin und her um den Bitcoin, ich verlor es aus den Augen, der PC war defekt, der Bitcoin vergessen. Dann wurde ich aufmerksam als der Bitcoin so bei 3000 Euro stand. Ich dachte, ich habe da doch noch so eine Wallet auf dem defekten PC. Also Festplatte ausgebaut, sogar zwei Wallets gefunden und gesichert. Versucht sie zu öffnen. Jede geleistete Transaktion muss geladen werden, es gab in der Zwischenzeit eine Aufspaltung das wußte ich, also versuch macht klug. Nach 14 Tagen Röteln meines PC s war da ne Fehlermeldung. O. K dachte ich, kann man nix machen, zu den Akten. Jetzt kauft sich mein Sohn von seinem Geld einen Gaming PC. Pfeilschnelle Grafikkarte, na klar. Ich erzähl ihm von meinen Wallets, er liest sich ein und plötzlich ist die eine Wallet offen. Es ist der Wahnsinnsbetrag von 0,005 Bitcoin auf der Wallet. Das waren damals 15 Cent darum hat die Wallet auch kein Passwort. Heute sind das immerhin 250 Euro. Besser als nix. Nun also zur zweiten Wallet, da sind über 3,3 Bitcoin drauf, weiß ich genau. Läßt sich auch öffnen, ich werde um eine Passworteingabe gebeten. Es folgten viele Versuche.....
Ich habe mein Passwort vergessen, über 150.000 Euro auf dem Konto und komm nicht ran. Ich weigere mich, jetzt nur noch an Passwörter zu denken. Das Thema war so schön aus meinem Leben raus. Wäre ich schon vorher ran gekommen, hätte ich sie schon lange für viel weniger verkauft, trotzdem nimmt es jetzt Besitz von meinen Gedanken. Ich ärgere mich über meine Dummheit.
Während ich hier schreibe kommt mir in den Kopf, wie gut das niemand weiß, das ich Rumpelstilzchen heiß, muss ich noch ausprobieren.

Taro
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Re: Ich bin verantwortlich
#108: 20.03.2021 14:54:05
Als du die Bitcoins hattest, war es nicht viel wert.
Ich selbst hab mal eine Pizza für 1,7 Bitcoins gekauft ... da müssten jetzt noch 0,3 Übrig sein.

"Hätte" bringt dir auch nix .. wüssest du das PW, hättest du sie schon bei 10 oder 20 Euro eingelöst und dich gefreut.

Du hast auch keine 150k auf dem Konto, weil du gar nicht das Konto "hast" :-)

Vergiss "hätte" ... der ist sowieso einer der schlechtesten Ratgeber.

Schließe Frieden mit deinen alten Bitcoins ... sie haben dich lieb ...
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Re: Ich bin verantwortlich
#109: 21.03.2021 00:29:10
Hallo Taro,

da bist Du nicht der Einzige, der dieses "Schicksal" eines vergessenen Wallet - Passwort teilt.
Es gibt zwar Anbieter die in einem solchen Fall Hilfe versprechen, doch darauf kann man nicht bauen.
Zu groß ist doch die Resonanz der verlorenen "Wertanlagen", der jeweils "Vergesslichen"

Das Ziel eines pathologischen  Spielers, der damit gebrochen hat sollte es doch sein, abgesehen einer dauerhaften Spielfreiheit auch einen gesunden Umgang
mit jeglichen Werten zu finden.
Auch wenn ich mich als sehr konservativ und mit einer gewissen Strenge definiere, in Sachen des "Glücksspiels" die ja bekanntlich auch in Geldanlagen zu finden wären.
Sollte doch ein Strich gezogen werden!
Und jenseits dieses Striches ein "normales" Leben , mit "normalen" Umgang in Geldangelegenheiten angegangen werden.
Dazu würde ganz sicher auch gehören, ehemalige Investitionen und unwichtig wie rentabel jene auch wurden, wieder zu aktivieren expl. zu versuchen wieder einen Zugang zu bekommen.
Was auch früher immer war, heute ist es in einem anderen Lichte zu erkennen.
Da gibt es wohl einige, die sich beraten lassen in den Banken überall, wie sie am besten Ihr Geld vermehren könnten.
Und nicht jeder der ein Euro - Sparbuch bei einer Schweizer Bank hat, hätte damit sein Versprechen gebrochen, nämlich nie mehr Spielen zu wollen.
Die Kirche sollte unbedingt auch im Dorf gelassen werden.

150 K verdienen sehr viele nicht einmal in 5 Jahren (vor Steuerabzug).
Manche sogar müssen hungern in diesem Lande, weil billig Konserven und Mineralwasser sie nicht ausreichend sättigen.
Bei der geringen finanziellen Unterstützung die sie bekommen.

Muss Dich aber erst einmal fragen, es ist Dir peinlich weil es Dich beschäftigt ?
Dies wäre doch ein Zeichen einer erreichten "normalen" Souveränität.

Fred: "Eine Pizza für 1,7 Bitcoins"  :)
Ich liebe den Scheiß.
Ansonsten sind Deine restlichen 0,3 Bitcoins ja Dein Eigentum.
Und dieses wird doch heuer nicht mehr weggeworfen.

Aber jeder selbst muss es fühlen und erfahren, wieviel und überhaupt, er jenes wieder möchte, was früher ja eh nichts wert war.

Liebe Grüße 
   
 

     
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#110: 21.03.2021 09:30:17
Muss Dich aber erst einmal fragen, es ist Dir peinlich weil es Dich beschäftigt ?
Dies wäre doch ein Zeichen einer erreichten "normalen" Souveränität.

Moin Jacky,
diese normale Souveränität habe ich grundsätzlich, darum hatte ich in der Vergangenheit ja auch darauf verzichtet zu viel Energie in das Öffnen der Wallet zu investieren. Anders als vermutlich bei Fred, soll das Passwort eigentlich nicht das Problem sein. Verwende ich doch seit ich mit PC, s angefangen habe mit leichten Änderungen immer die gleichen. Es gibt eines für unwichtige Seiten, ein etwas sicherere und eines für Finanzanlagen. Bei dem für Finanzanlagen nehme ich leichte Veränderungen nach einem festen Muster vor. Das bedeutet, meine Eingabe ist sehr nahe am tatsächlichen Passwort. Das führt dazu, daß es mir schwer fällt meine "Souveränität" und die Kontrolle über meine Gedanken zu behalten.
Du schreibst so schön, vom normalen Umgang mit dem Geld....
Wie genau sieht der nur aus. Ein Thema was auch in den Gruppen nur zu gerne ausgeklammert wird. Ich selbst spreche da auch nur drüber wenn ausschließlich langjährige Wegbegleiter am Tisch sind. Ich habe meine Geldanlage breit gestreut und könnte ohne Probleme ein Jahr wegfahren ohne da raufgucken zu müssen. Und doch hat Corona und die US Wahl mein Konto so schnell hochschiessen lassen das auch das schon meine Souveränität ins wanken brachte.

Ich glaube das ich grundsätzlich sehr sicher in meinem Mindset, was das spielen und die Geldanlage betrifft bin. Und doch zeigen die Beispiele das es ins wanken kommen kann. Und ja, genau das ist mir peinlich.

Auf der anderen Seite halte ich das Thema für so wichtig das es nicht einfach unter den Tisch gekehrt gehört.

Taro
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Re: Ich bin verantwortlich
#111: 27.03.2021 00:00:12
Hallo Harald,

Det übliche: Kaffekränzchen mit anschließende klene Verkaufsveranstaltung, wieder wenig Geld renbekommen,

Was verkaufste eigentlich, immer noch diese "Armbanduhren" ?

Grüß Dich
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T

Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#112: 28.03.2021 11:27:15
Moinmoin,

schön von Dir zu lesen Harald!
Kurze Zeit vergangen, der Kopf ist wieder mit dem Leben beschäftigt. Ich weiß und fühl genau, in meinem Leben würde sich auch mit einer grossen Menge Geld nichts ändern. Ich muss nie für etwas sparen, habe genug Geld mir meine Wünsche zu erfüllen. Es gibt soviel wichtigeres als Geld. Die Liebe zu Menschen, und dem Leben, in der Regel sind die wirklichen Abenteuer immer kostenlos. Lediglich an und Abtransport muss finanziert werden.
Meine regelmäßigen Bäder im See genieße ich nach wie vor sehr. Die Temperaturen steigen langsam.
Der Ideale Ausgleich zum Corona Stress. Meine Kinder fordern mir viel ab, ich bemühe mich den gerecht zu werden.
Homeoffice genieße ich sehr, kann ich da doch auch in der Mittagspause schwimmen gehen. Nur mit dem abnehmen, da komme ich nicht richtig ran. Aber alles hat seine Zeit, irgendwann wird das auch kommen.

Taro
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A
Re: Ich bin verantwortlich
#113: 28.03.2021 20:50:10
Hey Taro,

meine Kinder verlangen mir auch viel ab. Ich denke jeden Tag was für ein Glück ich hab.. alles richtig gemacht! Egal wie anstrengend es ist. Und wie du genieße ich die freie Zeit. Nicht mit Baden im See sondern mit Feuer im Garten. Gerade sitze ich hier.. das Leben ist gut. Ich bin Spielfrei und bin sehr glücklich darüber. Ich wage nicht zu sagen ob ich über den Berg bin, aber der Moment ist toll.
LG
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Re: Ich bin verantwortlich
#114: 30.03.2021 01:18:14
Hallo,

im Grunde verliert Geld an Gewicht wenn man genug davon hat und die Konzentration kann sich dann auf wesentlichere Dinge richten.
Absolut gibt es wichtigere Dinge als Geld, doch der Alltag gestaltet sich ja schon anders.
Wahre Werte wie Familie, Liebe , Freundschaft usw...haben durchaus einen enorm höheren Stellenwert.
Dies weiß aber auch der Bettler in der Fußgängerzone und bei jedem Euro mehr im Hut ändert dies auch nichts.
Arm zu sein ist keine Schande, doch es würde mich schon sehr wundern, wenn man dies auch immer bleiben möchte.
Wahre Werte hängen nicht am Reichtum, reich zu sein bedeutet auch nicht ein kaltes Herz zu haben.

Geld ist wichtig für mich, nicht so wichtig wie andere Dinge, doch stehe ich jeden Tag auf um welches zu verdienen.
Als pathologischer Spieler in meiner aktiven Zeit war Geld nur das Benzin für meine Sucht.
Dennoch brauchte ich es auch für andere Dinge!

Heute könnte ich schon damit zurecht kommen meine Kleidung im Takko und meine Lebensmittel in einer Tafel zu kaufen.
Dies ist aber nicht die Frage, eher was kann ich tun um dies zu verhindern ?
Und solange mir dies auch möglich, werde ich es vermeiden.
Natürlich ist dies nicht jedem möglich, warum auch immer.

Reiche Säcke sind nicht alle dekadent.
Aktive Spieler...kaum könnte sich jemand dekadenter verhalten als sie.
Aber es war nie das Geld, dass "uns" krank machte!
Doch eher Mängel in eben jenen Werten, die viel wichtiger sind als Geld.

Jeder kann mein Geld haben...mir egal, ich gebs aber nicht her!
Machen "wir" uns doch nichts vor , ein freundliches Wort ist leichter zu geben als ein paar Euros für einen Armen.
Sicherlich spenden "wir" sind Paten und sorgen auch für finanzielle Nachhaltigkeit.
Aber niemals soweit dass wir dadurch nur annähernd in jene finanzielle Not kommen.
Auch kenne ich einige, die liebende Menschen häufiger wechseln als ihre Hausbank.
Oder... 3 mal geschieden, in jedem Hafen eine Braut aber immer noch bei der Sparkasse.  :)

Liebe Grüße 
   
 
 
   
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#115: 31.03.2021 00:09:39
Moin moin,

was für ein schöner Beitrag Jacky. Geld ist bei weitem nicht das wichtigste und doch gebe ich dafür oft viel zu viel Aufmerksamkeit. Ich liebe meine Frau und doch bekommen wir immer wieder Streit weil Sie auch nach 16 Jahren noch immer nicht die Zahnpastertube aufrollt. Oder andere Themen auf einem mit der Tube vergleichbaren Niveau. Letztlich muss ich hinterher immer wieder darüber lachen das ich kurz vor dem Auszug erst bemerke das es nur um eine Zahnpastertube geht und Sie sie schon immer so ausgedrückt hat. Und das verückteste, seit 30 Jahren kommt in der ein oder anderen Form das Thema Zahnpsta immer wieder auf den Tisch in der SHG. Wie einfältig ich doch bin.

Ich glaube Petrus war gerade beim Netze knüpfen als Jesus Ihn aufforderte Ihn zu folgen und er folgte. Er fragte nicht nach finanzieller Sicherheit. Würde ich das auch tun? Puh, Gebe ich soviel das ich in finanzielle Not komme? Nein.
Genau das ist etwas was ich mir öfters anschaue und ich bin tatsächlich ziemlich feige. Ich bin mir sicher, es wäre gut meine Netze Netze sein zu lassen und den für mich richtigen Weg zu gehen.

Als ich aufhörte mit dem Spielen, versprach ich mir nicht mehr wegzulaufen. Das bedeutet das ich Menschen die mir lieb und wichtig sind eben nicht mehr Wechsel. Weder wegen einer Zahnpastertube, noch wegen persönlicher Angriffe. Mein Problem zu meiner Spielerzeit, als ich gerne weggelaufen bin war ja genau, egal wo ich auch immer hingelaufen bin ICH war trotzdem dabei. Das größte Problem in Konflikten bin ja geraden bei mir lieben Menschen immer ich und nicht mein Gegenüber.

Vieles meines Handeln ist so widersprüchlich, ich kann es sehen und doch kann ich es nur ganz langsam ändern. Dafür besuche ich die SHG und auch einen Bibelkreis um mich immer ein Stück mehr zu trauen.

Taro
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Re: Ich bin verantwortlich
#116: 02.04.2021 10:09:36
im Grunde verliert Geld an Gewicht wenn man genug davon hat und die Konzentration kann sich dann auf wesentlichere Dinge richten.

Ich kenne beide Seiten und kann dem nur zustimmen.

Die Zeiten in denen wir nachrechnen mussten, ob wir uns Lachs oder Nordseekrabben leisten können, sind lange vorbei.
Die Erinnerung daran verblasst zusehends.
Das Gefühl, dass sich der gesamte Alltag darum dreht, wie man den Monat über die Runden kommt, allerdings nicht.

Daher bin ich dankbar in der Komfortsituation zu sein, dass ich darüber nicht mehr nachdenken muss.
Und wenn man es nicht mehr muss, widmet man sich in der Tat völlig anderen DIngen im Leben.

Dies sind Erfahrungen, die viele Menschen nicht erleben können. Ein finanziell mehr oder weniger entspanntes Dasein.
Daher wäre ich für ein pauschales Grundeinkommen, aber das ist ein anderes Thema.

---

Dieses "Geld ist nicht alles"-Mantra will ich allerdings nicht so unterschreiben.
In dieser (westlichen) Welt in der wir aufgewachsen sind ist Geld einfach unabdingbar.
Das gesamte soziale Leben ist darauf ausgerichtet Geld zu haben.
Hat jemand dies nicht, ist er auch gleichzeitig von unserem ach so tollen sozialen Leben ausgeschlossen. Zumindest in weiten Teilen.

Meine Frau stammt ja aus einem anderen Kulturkreis. Die Menschlichkeit, die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt ist dort sowas von anders als bei uns, dass ich es nicht einmal versuche zu beschreiben.
Da wird einem (leider) so krass vor Augen geführt, wie abgefuckt abhängig vom Geld wir im "tollen Westen" unsere Zeit verbringen (oder gar verschwenden ?)

Es wäre schon schön, wenn "wir" dem Geld nicht mehr diese Wertigkeit geben würden
Aber ich hätte nicht mal eine Idee wie man das anpassen könnte
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medea888

Re: Ich bin verantwortlich
#117: 02.04.2021 13:11:11
Moin,

Also ich habe sowohl in meiner Familie als auch in meinem Beruf erfahren können, dass auch zuviel Geld den Menschen negativ verändert. Ich reagiere schon immer auf Geiz und Gier extrem ungehalten und halte mich selbst für einen großzügigen Menschen. Ich denke Geld sollte einfach keinen zu großen Stellenwert einnehmen, dennoch ist es so, dass bei Armen und bei Reichen Menschen Geld immer mehr Mittelpunkt hat.
Für mich stand Geld in meiner aktiven Zocker Zeit Geld im Mittelpunkt, aber nicht das Geld selbst, sondern die Beschaffung des Suchtmittels und das Verstecken des Mangels war Mittelpunkt.
Heute, wo ich die Geldsorgen hinter mir habe achte ich gar nicht mehr darauf, ich schaue kaum auf mein Konto und habe immer wenig Bargeld bei mir. Im Grunde müsste ich mich längst darum kümmern, wie ich Geld anlegen sollte, aber das Kümmern um Geld erscheint mir Zeitverschwendung, wie absurd hat sich doch noch bis vor 1,4 Jahren alles darum gedreht...

Ich merke dennoch, dass etwas zu besitzen mir immer weniger wichtig wird, ich brauche keine neuen Klamotten oder Handys oder einen neuen Fernseher. Zu wissen, dass ich alles ohne Probleme kaufen könnte beruhigt mich dennoch unterschwellig.
Aber ich bin froh, dass Liebe, Freundschaft, Kultur, Musik, Natur nun Mittelpunkt meines Lebens sein können.
Und Fred muss ich zustimmen, ich wünschte unser Land wäre nicht so stark Geld geprägt und andere Werte würden wieder mehr im Mittelpunkt stehen.
Allen einen ruhigen schönen Karfreitag
Eure Medea
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T

Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#118: 03.04.2021 20:13:11
Moin moin,

vielen Dank für eure Beiträge. Vor vielen Jahren fragte ich einen Freund nach einem gemeinsamen Abend, er antwortete, er hätte gerade kein "Actionpapier". Ist es so? Kein Geld kein Action? Mein Kopf will es mir erzählen, meine Erfahrung sagt mir aber genau das Gegenteil. Meine besten Urlaube waren die mit fast kein Geld. Zelten auf Fehmarn ganz ohne Geld, nur einen Becher dabei usw,. Zur Zeit sind Kulturelle Veranstaltungen kaum möglich, richtiges Leben ist aber immer das äquivalent zur Bezahl Veranstaltung. Klettergarten gegen Bezahlung oder im Wald alleine in die Bäume. Es gibt soviele Beispiele, ich habe es nur noch immer so im Kopf das ich für Action Papier auf der Bank brauche.
Selbst mit Harz IV kann man gut leben, wenn man es denn nicht für alk und Zigaretten verwendet.
Nichts desto trotz fühlt es sich gut an immer ausreichend Geld zu haben. Ich habe da sogar einen ausgesprochenen hau weg. Wenn es mehr wird dann wird das automatisch zum neuen Standard als mindestreserve. Ich habe gerade heute meine Frau gefragt was Sie meint wieviel Geld wir haben, Geldanlage ist meine Aufgabe. Sie hat mächtig daneben gelegen, es interessiert Sie einfach nicht. Das könnte mir nie passieren.

Taro
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T

Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#119: 30.04.2021 22:55:10
Als ich aufhörte zu spielen war ich ein Beziehungskrüppel. Das war irre ersten Jahre mein größtes Thema. Ich baute mir 2 Jahre einen neuen Freundeskreis auf, und erkannte das ich mich leider wieder nicht getraut habe mich zu zeigen. Also noch mal von vorne. Meine erste Partnerschaft in der Spielfreiheit war eine Katastrophe, doch nicht ganz, ich habe da viele Dinge kennengelernt die ich nie wieder in einer Beziehung will. Ist ja schon mal ein Anfang zu wissen was man nicht will. Dann wurde es sowohl in der Partnerschaft als auch im Freundeskreis deutlich besser.
Heute habe ich Familie, langjährige Freunde drei pubertierende Jungs, eine tolle Frau.

Besonders meine Jungs zeigen mir in letzter Zeit sehr deutlich, daß ich in Beziehungen noch deutliche Mängel habe. Kann sein, dass ich übertreibe, und es völlig normal ist. Und doch habe ich das Gefühl dass ich oft kein guter Vater bin.

Meine Schwäche mich sprachlich richtig auszudrücken kann ich durch meine Mimik und Gestik im realen Leben ausgleichen. In Foren geht das natürlich nicht. Im Nachbarforum habe ich gelesen das ein Mitglied gestorben ist. Wegen seines Kampfes gegen die Zahlungsdienstleister war er soetwas wie der Star dort. Ich bin von der Nachricht sehr getroffen. Ich hatte lange PN Kontakt zu Ihm, er war kurz hier. Vieles was ich Ihm sagte war meine Überzeugung, aber sicher nicht sehr empatisch. Vielleicht fühlte er sich hier vertrieben durch meine Worte. So das er garnicht erfahren konnte wieviel mehr das Leben zu bieten hat als der Kampf gegen Zahlungsdienstleister.

Taro
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