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Autor Thema: Ich bin verantwortlich

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T

Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#60: 18.08.2020 23:05:07
Moinmoin,

Von Kuriositäten in sozialen Kontakten kann ich auch zur genüge berichten. Wenn ich mir die Spieler in den Foren so anschaue vermute ich das Defizite im sozialen für Spieler eher die Regel ist. Dazu kommt noch, daß ich oft denke, ich hätte wlWahrnehmungsstörungen. Ich sage völlig entspannt etwas liebevolles zu meiner Frau und sie blafft mich an, was ich sie so anschreien würde. Ich antworte irritiert, das ich sie nicht angeschrien hätte, da bestätigen es die Kinder. Das passiert mir so oder so ähnlich ständig. Darum ist es wohl er wahrscheinlich das meine Wahrnehmung trügt.
In vielen Bereichen habe ich mein Leben grundlegend geändert, im sozialen Miteinander kokettier ich jedoch nur zu gerne mit meinen "Mängeln". So bringt mich mein oft splieniges Verhalten mir doch oft Vorteile die ich nicht missen möchte.
Über mich sprechen, während ich dabei stehe traut sich wohl heute niemand mehr. Ich kenne soetwas von früher, tatsächlich habe ich damals ernsthaft überlegt ob die Person durch meine Hilfe einen "schweren Unfall" erleidet.
Soetwas löst bei mir tötungsphtasien aus. Es ist nicht sehr christlich, aber es ist so.

Die Gewalt in Belarus gegen die eigene Bevölkerung löst ähnliche Gefühle in mir aus, die Macht der Frauen mit Blumensträußen in den Armen die die Soldaten umarmen entfalten da eine ganz andere Macht.
Mit Aggressionen wäre nichts vergleichbares erreichbar.

Taro
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Re: Ich bin verantwortlich
#61: 20.08.2020 00:41:10
Hallo,

negative Eigenschaften (Mängel,Makel) kann man event. nie endgültig verwerfen, müsste ja auch nicht unbedingt sein.
Doch dazu zu stehen, überhaupt sie zu erkennen, sich zu besinnen und dem entgegen zu wirken wäre ein guter Weg.

Arroganz, Überheblichkeit, Narzismus waren viele Jahre mein schlechter Begleiter,  erst über die Zeit  habe ich gelernt damit umzugehen.
Diese Dinge sind immer noch irgendwo ein Teil von mir, doch bleiben sie kaum noch für jemanden spürbar.
Ich entwickelte ein neues "Wertemepfinden", und zwar für meine Person selbst.
Kaum ist es mir möglich mich selbst zu definieren, ein gewaltiges Wirrwar.
So ist es aber ganz gut, dies bin nun einmal ich und kaum jemand sollte darunter Leiden.
Humane Prioritäten mögen mir schon immer wichtig gewesen sein, früher aber nur in meinem Herzen.
Heute aber auch spürbar in meinem Kopf, nur so kann man sie auch bewusst einsetzen.

Natürlich gelingt mir dies nicht immer, diese Stapfen sind zuweilen auch zu groß für mich.
So begehe ich immer noch Fehler, wahrscheinlich mehr als ich es denke.
Aber seit einigen Jahren ist keiner mehr dabei, den ich nicht wieder gut machen könnte.
Den Segen wird mir keiner dafür geben, so habe ich früher doch sehr gewütet.
Darum ist heute auch kaum noch Platz für Arroganz, Überheblichkeit oder Narzismus.


Und wer mich näher kennt, würde mir eh alles verzeihen.
Und siehe da, wieder ein kleiner Hauch von überheblicher Arroganz.  :)
So bin ich zuweilen hier gut aufgehoben, bei Menschen die von sich erzählen und nicht nur gutes.
Sondern so wie sie sind , was sie tun um etwas zu ändern und nicht blenden.

Liebe Grüße   

       
         
 
       

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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#62: 22.08.2020 16:32:01
Moinmoin,

Marius Müller-Westernhagen sag einst:

"Deine mutter sagte: klaus, zieh dir bloß die schuhe aus
Und dein lehrer sagt, daß du fürs leben lernst
Doch das leben blieb dir fern"

Genau so fühlte ich mich, als ich hinaus in die Welt zog, fern vom Leben und vor allem keine Ahnung wie ich das hätte ändern können. Aber ich hatte ja das spielen, wozu etwas ändern...

Das ganze noch mit ein paar Depressionen garniert und es gab einen explosiven Cocktail. Arroganz, Überheblichkeit und Narzissmus haben kein Platz mehr, warum auch, was hat es mir gebracht. Da wäre nur eines........hihi.....

Immer wenn ich auf Dummheit und Inkompetenz stoße, dann pflege ich einen meiner Mängel.......

Da geht es mir dann genauso wie den Harald aus Berlin auf seine Bank, er spricht mir sooft aus dem  Herzen.

Es feht mir in diesen Momenten an Demut. Ich habe allen Grund demütig zu sein, hey, ich Lebe und dann habe ich auch noch ein phantastisches Leben, mehr als ich je erhoffen durfte, verdient habe ich das schon gar nicht.

Zu verdanken habe ich das alles tatsächlich der Spielsucht, oder viel mehr ich habe es dem Weg dort hinaus zu verdanken. Es gibt für mich keine "Runden Ecken" mehr. Ich mache keine schrägen Kompromisse mehr, ich habe von Anfang an ein pralles Leben geführt, habe verrückte Dinge gemacht, bin hohe Risiken eingegangen (Im Leben, nicht im Spielen). Jetzt bin ich schon über 30 Jahre auf diesen Weg, und vieles ist ruhiger geworden, ich ernte tatsächlich in vielen Bereichen auch die Früchte meine Saat. Ich suche mir aber nach wie vor immer neues und gehe da mit 100% rein. Wie Du Jacky im nachbarthread geschrieben hast, halbherzig geht nichts, für mich als Spieler nicht. Entweder ganz oder gar nicht. Ich will kein wischiwaschi mehr. Was heist ich will, ich kann es nicht mehr. Ein Leben auf der Warmhalteplatte führt mich unweigerlich in die Sucht. Ich habe nur dieses eine und da gehe ich voll rein. Heutzutage ist das meistens nicht mehr sooo aufregend wie in meiner Anfangszeit, wo ich die Weichen für mein Leben neu stellte, Toll anhören tut sich das schon gar nicht. Aber jeden Tag Klavier üben, mich freuen auf den Winter und die Eisbäder, vor allem es auch regelmäßig tun. Mit 100 % und perfekt vorbereitet in eine Gehaltsverhandlung, ja was ist das schon, für mich ist das mein Leben und ich bin immer wieder überrascht was das mit mir macht, was das für Auswirkungen das auf mein Wohlbefinden, meinen Schlaf, meine Träume meine kaum noch vorhandenen Depressionen hat. Über jedes dieser drei kleinen Dinge die ich eben genannt habe könnte ich ein ganzes Buch schreiben, kurz es ist mein Leben und ich nehme es mir mit beiden Händen (mein Lieblingsspruch). Alles andere ist für mich nicht mehr möglich.

Weil ich das alles erfahren durfte, schreibe ich hier, ich wünsche mir sehr das auch andere Spieler die riesige Chance sehen, die die Sucht bietet. Mit Hilfe der SHG in die Lage zu kommen sich selbst schonungslos anzuschauen, wie ich wirklich bin, und sich dann auf genau meinen Lebensweg zu machen, ein fantastisches Abenteuer.

Natürlich kann man auch aufhören zu spielen und sein Leben mehr schlecht als recht weiterleben wie bisher, nur, Warum sollte jemand so blöd sein das zu tun.

Taro

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Re: Ich bin verantwortlich
#63: 24.08.2020 23:03:05
Hallo Harald,

Du magst keine Besserwisser und Oberlehrer, ja dann nur für Dich.... :)

Du hast nun diesen Weg gewählt so zu schreiben, ob nun eine schützende Fassade oder einfach Dein Naturell........
Verantwortlich für sein Leben zu sein beinhaltet nicht nur gerade zustehen für alles was man so anstellt.
Sondern schon vorbeugend dafür zu sorgen, dass diese Verantwortung dann auch zu tragen wäre.
Da ist es doch nicht ausreichend sich halt unter einen Scheffel zu stellen und sich irgendwo selbst zu degradieren.

Und einen "Kalenderspruch" habe ich auch noch.  :)

Mache Dich klein, aber nicht gemein.
Zitat: Unbekannt

Und diesen kurzen Beitrag habe ich geschrieben nicht aus Demut, sondern aus Respekt!
Vor Dir Harald.

Grüß Dich

 
   
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T

Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#64: 25.08.2020 13:26:32
Moin Jacky,

ich möchte Dir au Deinen Beitrag in Medeas Thread antworten, möchte den Thread aber auch nicht Themenfremd abschweifen. "Nie sagte Dir jemand das Du selber Schuld an Deinen Gefühlen seist in der Depression. So habe ich Deinen Satz drüben verstanden. Nein Schuld ist niemand daran, aber, und daher schreibe ich es hier, verantwortlich. Ich habe mich tatsächlich nur oberflächlich mit den Stoffwechselerklärungen und ähnlichem auseindergesetz  was die Schulmedzin dazu zu schreiben hat. Weil ich mir sicher bin, das es ein Irrweg ist.
Mir hat auch mal ein Arzt gesagt, das ich wahnsinnig sei  meine Depression nicht Medikentös behandeln zu lassen. Das ich es überlebt habe war sicher auch etwas Glück. Aber eines wußte ich schon vom ersten Tag, wenn ich spiele, habe ich keine Depression. Wenn den doch der unbeeinflussbare Stoffwechsel schuld daran ist  wie kann dann ein bißchen Spielen und etwas Dopamin un endofin so etwas bewirken.
Später erfuhr ich  als ich in einer Depression aufs Meer raussurfte um zu sterben, das ich in dem Moment wo ich begann um mein Leben zu kämpfen die Depression verflogen war.
Ein Bungeesprung hat sicher einen ähnlichen Effekt, das flüchtige Adrenalin führt mich schnell in eine kurzzeitige Glückseligkeit. Wie auch 3 Minuten im ausgetreten Zustand die Luft anhalten oder ins Eiswasser gehen.

Nun sicher alles kurzfristige hilfsmittelchen. Bei Surfen auch Lebensgefährlich. Aber doch erreichen Sie etwas, was eigentlich nicht möglich sein soll, oder nur mit Medikamenten.
Wenn mein Körper also dazu in der Lage ist, warum soll mein Depressiver Zustand eine Fehlfunktion sein. Warum gleicht mein Körper es nicht einfach aus, er kann es ja?

Meine Erfahrung ist, die Depression ist keine Fehlfunktion, Sie ist ein Warnsignal für mich. Mein Körper sagt, bis hierher und nicht weiter.
Um da ran zu kommen musste ich mich erstmal verstehen. Das hat sicher einige Jahre gedauert, mit Hilf der SHG ging es aber Schritt für Schritt. Und dann brauchte ich den Mut  die Dinge zu ändern denen ich mich ja schon als nicht änderbar ergeben hatte.
Und zuletzt brauche ich eine gute Beobachtung meiner Selbst.Es hört sich bekloppt an, aber wenn ich Dinge mache die ich besser nicht machen sollte bescheisse ich mich selbst und dann auch so, das es nur schwer für mich durchschaubar ist.
In aller Vorsicht, ich habe tatsächlich Angst das es mir eines besseren belehrt, kann ich sagen das die Depression nur noch wenig Angriffsfläche bei mir hat.

Das alles, wie auch beim Spielen ist das ausschließlich meine Geschichte. Ich habe Freunde, die in Depressionen es kaum vom Bett zum Wasserhahn oder zur Toilette schaffen. So war es bei mir nie. Aber doch bin ich mir sicher  das einige meiner Ergahrungen grundsätzlich so sind, von der Schulmedzin jedoch wenig beachtet.

Taro
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Re: Ich bin verantwortlich
#65: 25.08.2020 21:31:34
Hallo Taro,

wie bei allen Erkrankungen ist auch bei Depressionen der Verlauf bei jedem etwas verschieden.
Extreme Störungen können schon vorkommen, in einem tiefen Bereich auch mit starken Wahrnehmungsstörungen.
Dies führt bei einigen zu einer starken Behandlung bis hin zu einer von dritten erzwungenen Einweisung in eine Klinik.
Bei mir findet die depressive Phase periodisch statt, quasi kann ich sie auf dem Kalender im voraus eintragen und zwar für mein ganzes Leben.
Auch steckt schon eine Menge an Energie darin und nicht nur von mir,um damit leben zu können/müssen/wollen/dürfen.
Somit gehe ich verantwortlich damit um, soweit es eben nur möglich.         

Wenn ich Motorrad fahre bin ich zwar nicht frei von negativen Emotionen, doch findet ein angenehmer Ausgleich statt.
Selbstredend auch bei anderen Aktivitäten und Du weißt dass ich selbst auch Deine Erfahrungen gemacht habe. 
Natürlich ist es nicht möglich jeden Tag mit einem Seil am Fuß von einer Brücke zu springen, mit dem Motorrad zu rasen oder unter dem Eis zu tauchen.
Doch schon alleine solch ein Vorhaben zu planen und darauf hinzufiebern, entspannt einen depressiven Druck.
Mit dem jeweils Erlebten dann in Erinnerung...unbezahlbar. 

Auch für einen depressiv erkrankten Menschen gilt, er muss sich bewegen und wenn auch noch so schwer für ihn. 

Grüß Dich


 
 
 
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#66: 06.09.2020 09:39:06
Zitat von: Taro am 29.08.2020 18:30:49
Ich als Spieler schäme mich noch heute für die Dinge die ich getan habe. In der Kirche singen wir oft eine Stophe: "Herr, Danke das Du mich kennst und trotzdem liebst" . Da bekomme ich immer einen Klos im Hals

Nach der Antwort von Fred ist der Thread von Hanna mal wieder gesperrt worden. Darum antworte ich hier in meinem Thread.
Mit der Aussage mache ich mich nicht schlecht, im Gegenteil. Es ist das absolut schönste was mir je passiert ist.
Ich bin zutiefst davon übezeugt, das diese Strophe für jeden Menschen ausnahmslos zutrifft. Darum sind wir Menschen. Sicher gibt es viele Menschen die sich das noch nie angeschaut haben, aber deswegen ist die Aussage nicht weniger richtig.

Taro
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Re: Ich bin verantwortlich
#67: 06.09.2020 13:06:34
Hallo Taro,

Hanna änderte Ihren Beitrag und ersetzte ihn durch Satzzeichen.
Unsere Antworten stehen dort in der Luft, sie waren dort für Sie bestimmt.
Im dortigen Thread weiter zu schreiben gäbe keinen Sinn, Du hast aber nun einen guten Weg gefunden Dein Anliegen noch einmal darzustellen.
Und jeder gewillte Leser kann dies nun auch finden.

Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert nur bei Anwesenheit des Fragestellers liebe Hanna.
Auf diesem Wege alles gute für Dich.

Liebe Grüße

     
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medea888

Re: Ich bin verantwortlich
#68: 08.09.2020 15:41:11
Hallo,

lange hab ich in diesem Thread gelesen, er ist mein allerliebster von allen. Weil er soviele Facetten von menschlichem Sein und Unsein hat.
Dennoch immer wieder bin ich nur über den Titel gestolpert. Und der bewegt mich - verantwortlich sein!
Offen gestanden, habe ich nie die Schuld an meiner Sucht oder an meinem Leben bei irgendwas anderem als bei mir gesucht. Ich bin ganz alleine für mein Leben und meine Entscheidungen verantwortlich und muss mit den Konsequenzen leben.
Ich bin eher sogar der Typ, der immer die Schuld bei sich sucht. In Lebenslagen, wo das keiner erwartet. Bekommen wir Besuch und ich habe mir überlegt irgendwo hinzugehen, sei es Essen oder was anderes und irgendwie ist es dann dort doof - dann fühle ich mich persönlich mies deswegen, weil ich hab ja vorgeschlagen( keinesfalls entschieden) dorthin zu gehen.
Das ist für mein Umfeld oft anstrengend, da höre ich oft von meinem Lieben - man zieh Dir den Schuh doch nicht an, ist doch nicht Deine Schuld.
Ich glaube diese Eigenschaft ist eine Bürde und ein Geschenk zugleich. Mich verantwortlich zu fühlen für andere Menschen macht mich aus. Die Frage, die ich mir nur manchmal stelle ist inwieweit ich mich darin manchmal selbst verliere - Taro hat das vor einigen Tagen dazu geschrieben, dass er niemanden mehr gerecht oder es recht machen wollte, sich nicht mehr jeden Schuh anziehen.
Ich hoffe, dass ich das in dem Prozess, den ich jetzt gehe lernen werde. Verantwortlich für mich zu sein und mit meinen eigenen Konsequenzen besser umzugehen.
Ein etwas wirrer Beitrag :) aber das schöne ist, das man das hier sein kann.
Eure Medea
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#69: 09.09.2020 23:48:33
Die Facetten und da noch wieder die Nuancen sind so schwer zu beschreiben.
Es ist für mich wichtig, daß ich mir von anderen keinen Schuh mehr anziehen lasse, ich selber ziehe mir noch mehr als genug Schuhe an. Das heißt, für ein von mir vorgeschlagenes Restaurant fühle ich mich auch verantwortlich wenn es schlecht ist. Sagt aber ein Gast zu mir, was hast Du da für einen Schrott für uns ausgesucht, dann ziehe ich mir den Schuh nicht an. Niemand kann für mich die Nuancen so gut erklären wie Tal, mir fehlen da oft die Worte.

Taro
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#70: 13.09.2020 22:12:16
Moinmoin,

dieses Wochenende ist das Deutschlandtreffen der GA. Nicht zuletzt wegen Corona bin ich nicht dabei. Im Vorfeld sind Hygieneregeln erstellt worden. Wie es dieses Jahr dann tatsächlich ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall sind bei diesen Treffen gerade die Meetings am Anfang und Ende mit 70 - 100 Leuten in einem Raum und die herzlichen Begegnungen mit den einzelnen Freunden besonders. Ich als Spieler in einer Gemeinschaft unter anderen Spielern ist ein unglaubliches Erlebnis. Gerade dieses Gefühl bedingungslos liebevoll aufgenommen zu sein, und dazuzugehören ist eine riesige Energie die gerade am Anfang wenn finanziell nichts mehr geht.

Auch in den Meetings hat Corona seine Auswirkungen hinterlassen. Sie durften eine Zeit nicht in den Gruppenräumen statt finden. In meiner Gruppe haben wir die Meetings im Gemeindegarten abgehalten. Die Freunde die neu ins Meeting gekommen waren, sind leider alle weg geblieben.

Für mich war es am Anfang sehr wichtig, zu erfassen das ich nicht allein bin mit meine Gedanken, Gefühlen und meinem Spielverhalten. Ein einsamer Wolf war ich schon lange, jetzt teil einer Gemeinschaft zu sein, wo es nicht darum ging, wer höher, größer oder weiter ist, wo ich einfach sein konnte, mich keiner wegbeißen wollte.

Ich hoffe das wir uns bald wieder ohne Hygieneregeln treffen können, sonst bricht etwas weg, was nicht ersetzbar ist.

Taro
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Re: Ich bin verantwortlich
#71: 22.09.2020 22:27:38
Hallo,

früher, als ich unter vielen Menschen war in einer Halle, Stadion oder sonst wo....
Und wenn es 100 000 tausend waren, jene die ich dann davon näher kennen lernte waren ausnahmslos Irre!
So war es eigentlich immer, nur mit dem Unterschied dass in einem kleinen Kreis von Leuten ich erst gar keinen näher kennen lernte, wenn kein Irrer dabei war!
Die waren sonst überall und es war wie ein Magnetismus, anziehend und irgendwo immer vertraut.

Heute in ähnlichen Situationen....
Es ist verrückt, plötzlich sind die ganzen Irren verschwunden und es geht sogar noch weiter, treffe ich einmal einstige Irre von früher, sind die plötzlich normal geworden.

Und es ist mir absolut egal wie ich auf andere Wirke, kaum werde ich mich einmal rechtfertigen wegen meines Wesens.
Und wenn alle Irren einmal aussterben, ich versuche weiterhin daran festzuhalten.  :)   
Gelingt aber anscheinend kaum noch, wie ja in diesem Beitrag zu erkennen.     

Ein gutes Zeichen, Wahrnehmungen in einem ehemaligen Suchtverhalten sind oft nur Illusionen.
Die Welt drehte sich nicht um mich, ich blieb nur stehen.
Keiner hats bemerkt und ich dachte sie sind alle "Irre". 


Liebe Grüße
   

     
 
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#72: 25.09.2020 22:55:53
Moin moin,

ich hatte aufgrund vieler Verletzungen mich in meiner Mupfel eingeschlossen, war mir sicher ich lasse nie wieder zu das mich jemand so verletzt, wollte mich also nicht mehr öffnen. Beim spielen fühlte ich mich sicher. Sich vor Verletzungen zu schützen und zu spielen ist beides ein  Weg vom Leben weg. Da ich mein Leben wieder haben wollte, musste ich vom spielen und vom abkapseln lassen.

Ich riskieren in Beziehungen zu Menschen wieder das ich verletzt werde, weil ich mich ganz reingebe. Ich habe keine Angst zu sterben, ich habe heute Angst nicht zu leben. Als Spieler habe ich viele Jahre als Untoter verbracht. Heute lebe ich jeden Tag mit allem was ich habe.

Taro
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Re: Ich bin verantwortlich
#73: 25.09.2020 23:22:59
Hallo zusammen,

ein schöner Text von Taro, um mal wieder zu schreiben...

Kennen wir das nicht alle, ob Spieler oder Angehöriger oder wie immer man auch die Flucht aus Unsicherheiten nennen mag?! Ich denke: ja!
Wichtig ist es doch zu erkennen, dass jeder Defizite, schlechte Erfahrungen, Ängste und auch Gefühle und Wohlwollen, hat. Bloß, was macht man damit? Erleben, spüren, leiden und auch lernen.... zum Leben gehört alles! Jedoch sollte jeder bei sich anfangen! Spieler, die durch das Spielen fliehen und Angehörige, die durch das Gutreden flüchten... alles nur ein Spiel! Das ist die Gemeinsamkeit aller, lediglich durch verschiedene Instrumente. So lange man sich nicht selbst für sich gerade machen kann, so lange wird sich nichts verändern! Empathie ist gut, nur so lange kein Eigenbezug exisiert, wird keiner jemanden helfen können. Helft euch zunächst selbst und schaut nicht nach Ursachen von anderen. Die spielen eigentlich keine Rolle, sondern liefen lediglich Begründungen hierfür.... und aus jenen kann man begreifen und lernen.
Kann, muss aber nicht!

Liebe Grüße

MiLu
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.....continued.....
 
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Taro

Re: Ich bin verantwortlich
#74: 03.10.2020 20:32:30
Moin Tal,


Von daher habt ihr wahrscheinlich recht.
Nur hilft da aber leider nichts gegen.


Schon oft vorgetragen, mir haben da die Meetings geholfen.
Es hat mir mein Leben zurückgegeben.

Und Du weist ja, ich würde mich riesig freuen Dich mal Montags bei uns im Meeting begrüssen zu dürfen.

Taro

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