Guten morgen liebes Tagebuch,
wieder habe ich zwei Wochen gebraucht, um zu berichten.
Erstmal schaue ich kurz, wie es mir geht, ich denke gut, habe den November gut geschafft, weiter in mir und um mich aufgeräumt, mich von Dingen und Menschen getrennt, die mich belastet haben oder wo ich im ewigen schlechten Gewissen lebe mich nicht zu melden.... wie absurd eigentlich, ist es nicht viel schlimmer, jemanden vorzugaukeln man möge ihn doch, weil man sich dann aus dem schlechten Gewissen doch mal trifft, anstatt doch den Cut zu machen und der Person auch die Möglichkeit zu geben Menschen zu suchen, die ihn lieber mögen....
.....aber das nur am Rande. Schlechtes Gewissen ist aber dennoch immer wieder ein Thema bei mir, egal ob bei Menschen oder Dingen, ich lebe im ewigen Kreislauf des Hinterherlaufens meiner Aufgaben, aber das ist dann doch wieder ein eher gesellschaftliches Problem, schneller weiter höher....
Meine letzte Therapiesitzung war eher eine Anaylse meiner Begegnung mit meinem jungen Ich. Der Feststellung, dass ich da wohl noch sehr weit weg stehe und das ich mich unter anderem deswegen auch so gerne mich um alles möglich kümmere ( Menschen Dinge, Arbeit), um mich vielleicht nicht selbst zu betrachten.
In dem Zuge, sagte ich, dass ich bei der Kindheitsache dann doch Angst habe, dass ich die "Büchse der Pandora" öffne, also Dinge finde, die ich gar nicht wieder wissen möchte ( wohl gemerkt erinnere mich an meine Kindheit vor dem 10. Lebensjahr im Grunde nicht)
Meine Therapeutin sagte dann, sie würde mich gerne dieses Bild der Büchse wegnehmen, denn das würde bedeuten, wenn man einmal die Büchse öffnet kommen alle Krankheiten und Schlechtigkeiten raus und man kann Sie nicht wieder schließen
( mir gefiel die Büchse immer gut, denn obwohl Sie alles Üble enthielt, enthält Sie auch ein Gutes die "Hoffnung, wer nachlesen will hier :
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCchse_der_Pandora)
Statt dessen soll ich nun mit einem anderen Bild arbeiten. Einer Landkarte von meinem Inneren: Da gibt es saftige Wiesen und schöne Seen und Berge und Täler und manchmal regnet es und oft scheint aber die Sonne am Horizont und so entstehen Regenbögen... hui ich werde kitschig .
Und in dieser Landschaft gibt es ein Sperrgebiet. Umzäunt und streng bewacht. seit 40 Jahren nicht betreten, denn es sollen dort noch Fallen stehen und vergessene Waffendepots. Es ist eine große Fläche, man kann durch den Zaun sehen, dass alles schon verfallen ist, Häuser und Gärten und alles zugewuchert.
Ich sollte nun versuchen den Wächter dazu zu bringen mich da mal reingehen zu lassen. Nach langem hin und her, merkte ich selbst, ja ich kann da reingehen aber nur mit dem Wächter zusammen, denn er hat Angst, dass ich mich darin verletzen könnte....
So sind wir verblieben. Und hier machen wir wohl weiter und als erstes werden wir wohl rausfinden wer dieser Wächter sein könnte.....
Zudem hat Sie mir noch ein Buch empfohlen, lustiger Weise habe ich es selbst schon mehrfach verschenkt aber nicht gelesen.... Stefanie Stark Das Kind in Dir mus Heimat finden.... darin gibt es einige Übungen, die man wohl machen kann.
Nun es liegt hier vor mir, aber ich hatte noch keinen Kopf darin zu lesen.
Vielleicht auch nur wieder mein Wächter der das nicht zulässt... wer weiß.
Nebenbei merke ich, dass Corona meiner Seele immer mehr zusetzt, gestern geboostert, ändert aber auch nichts... Katastrophenmodus an und durch heißt die Devise. Dann wieder sehe ich gestern den Jahresrückblick und sehe Ahrweiler oder auch Afghanistan.... und will meine eigenen lächerlichen Sorgen wieder begraben. Aber dann denke ich, es ist ok, ich darf auf meinem kleinen Teller auch mal über meine Suppe traurig sein, ohne ständig am Tellerrand zu sein, es ist ok.
Allen, die die Weihnachtszeit genießen und sich dem " Schein" dieser Zeit gut hingeben können, wünsche ich einen wunderbaren Nikolaustag. Und damit wunderbare 24 Stunden.
In diesem Sinne ein wieder etwas wirrer, aber echter Beitrag von
Eurer Medea