Hallo medea,
Du scheinst noch sehr nahe dran zu sein, zumindest in Deinen Gedanken...ein gutes Zeichen ?
Da verbrachte ich einst meine Zeit in einer Spielbank und setzte plain in der Höhe eines "Harz 4" Satzes.
An den Baccarat Tischen waren die gesetzte Summen wesentlich enormer.
Stapel an Jetons und es war ja nicht so, dass keine Zahl darauf stand was sie wirklich wert sind.
An den Spielautomaten drückte ich im Sekundentakt das ganze Geld ins Klo.
Online verhielt es sich da nicht anders.
Zum Vergleich in meinem Business, gespart an Werkzeugen und Materialien, jede Schraube in der Kalkulation aufgeführt.
Nicht dass die vollbrachte Leistung darunter litt, aber immer erpicht einen guten Gewinn zu erzielen.
In meinem privaten Leben wiederum, Scheiß drauf und raus mit der Kohle denn was ich so ausgab konnte ich ja nicht mehr verspielen.
Und alles absolut mit einer negativen Nachhaltigkeit !
Wichtig dabei war nur, immer genug Geld zum spielen zu haben.
Und nach jeder fatalen Zockernacht strebte immer der Gedanke, wieder viel Geld verdienen zu müssen.
Dies mag sich nun dekadent lesen, doch dahinter verbarg sich ja ein Mensch der darunter zerbrach.
Viele Menschen müssen mit sehr wenig Geld auskommen und dies nicht nur in unserem Lande.
Details darüber muss ich doch sicherlich nicht wirklich aufführen.
Sie gehen nicht das Risiko ein es beim Glücksspiel zu setzen, dass ihnen ja ein Gewinn helfen könnte.
Und ja, ich habe es nicht vergessen dass Spielsucht eine Krankheit ist, einen Scheiß darauf.
Wenn ich an meine Frau denke, wie sie früher Prospekte von Discountern studierte und Angebote unterstrich, wird mir schlecht.
Sie erzählte mir freudig davon, wie einfach man doch sparen konnte.
Geld ist absolut wichtig keine Frage, doch Humanität und Sorgfalt lässt sich damit nicht erkaufen.
Heute fällt es mir immer noch schwer vernünftig mit Geld umzugehen.
Dies wird sich wohl auch nie mehr ändern, doch versuche ich es einigermaßen gezielt einzusetzen.
Ich erinnere mich an meine Eltern, an meine Frau..an so viele.
Wie beispielhaft und sozial wir miteinander leben sollten.
Da ist kein kaum Platz für egoistische Verschwendung.
Billige Werkzeuge kaufe ich nicht mehr, ganz im Gegenteil.
Und wenn ich wieder einmal Geld verspielen sollte, würde es mich sehr schmerzen.
Ich wollte es dann sicherlich wieder zurück gewinnen.
Doch ich möchte nichts gewonnenes mehr haben, dass andere verloren hätten.
Ich möchte mein Geld ehrlich verdienen und es auch ehrlich ausgeben können.
So wie meine Eltern, meine Frau und so viele.
Eine gewisse Ambivalenz kann ich natürlich nicht verbergen, möchte ich auch gar nicht.
Und obwohl erkrankt, will ich mich nicht so fühlen.
Darum versuche ich auch nicht so zu handeln, auch im Umgang mit Geld.
Liebe Grüße