Hallo aT,
zuerst,
einige schreiben hier im Forum ihre Beiträge, meist neue Mitglieder auf der Suche nach Zuspruch und Möglichkeiten, wie sie aus Ihrem momentanen Verhalten ausbrechen könnten. Es scheint Ihnen wichtig zu sein, sie nehmen sich die Zeit dafür.
Erhoffen sich hilfreiche Antworten auf Ihre Fragen, manchmal auch nur jemanden der ihnen zuhört.
Und dass sie hier nicht nur auf destruktives Schweigen treffen, ist vor allem auch Dir zu verdanken. Es ist richtig, in seinen religiösen Glauben wird man hineingeboren.
Ein heranwachsendes Kinde in Afghanistan, dessen islamische Eltern, Lehrer, Verwandte und Freunde nur von Ihrem Propheten berichten, wird kaum den Weg zum Christentum finden.
Nicht anders verhält es sich natürlich auch umgekehrt.
So bin ich sehr froh, doch mit "unseren" religiösen Werten aufgewachsen zu sein, wobei der christliche Glaube sicherlich nicht über einen Wert definiert werden kann.
Jede dieser Religionen hat in dem jeweiligen Vermächtnis, über die Glaubensgemeinschaft gewisse Grundsäulen.
Sie stammen aus Überlieferungen über Jahrtausende!
Und nun sollten, aufgrund des gesellschaftlichen Wandels der letzten Jahre, ausgerechnet die kirchlichen Institutionen (inbesondere die kath. Kirche ) sich diesem Wandel anpassen ?
Sozusagen ihre AGBs ändern, obwohl es ja über die etlichen Jahrhunderte zuvor immer umgekehrt war ?
Und würde heute Jesus in der Münchner Allianz Arena seine maßgebliche Bergpredigt halten, würde er sie auch anpassen ?
Du hast ja zwei Punkte/Dogmen in der kath. konkret angesprochen.
Zum einen das fehlende Amt einer Priesterin und zum anderen der/das Zölibat.
Frauen im kath. Priesteramt:In der Folge der Apostel, als Vertreter/Verkünder der christlichen Botschaft und aufgrund deren
sexuellen Geschlecht, hat sich diese treue Linie bis heute so ergeben. Da es sich hier wohl eher um "vererbte" Traditionen und weniger um grundlegende christliche Vorgaben handelt.
Kaum belegbar durch die heilige Schrift und zu damaliger Zeit auch absolut gesellschaftlich tragbar.
Bin ich in diesem Punkt mit Dir absolut überein.
Der Zölibat:Das Geschenk für einen kath. Priester oder einer kath. Ordensschwester , nicht nur die Botschaft zu verkünden, sondern auch uneingeschränkt für seine Mitmenschen dasein zu dürfen, über den Namen des Herrn.
Überwiegt doch bei weitem die sexuelle/liebevolle Zuneigung und auf zwei Menschen begrenzte Verbindung.
Für eine wunderbare Gabe doch eigentlich ein kleiner Verzicht.
Über weltliche Ansichten, hin zu diesem "Dogma" zu gelangen könnte zum scheitern verurteilt sein.
Aus Matthäus 19:
Grund aus der Ehe entlassen? 4 Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie am Anfang männlich und weiblich erschaffen hat 5 und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein? 6 Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. 7 Sie sagten zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, der Frau eine Scheidungsurkunde zu geben und sie aus der Ehe zu entlassen? 8 Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch gestattet, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. 9 Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch. 10 Da sagten seine Jünger zu ihm: Wenn das Verhältnis des Mannes zur Frau so ist, dann ist es nicht gut zu heiraten. 11 Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. 12 Denn manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer es erfassen kann, der erfasse es. Ohne nun gewaltig zu interpretieren, in diesen Versen findet sich wohl eine wichtige Begründung für die kath. Kirche, um jenes "Dogma" zu bekräftigen.
Was bedeutet es in der heutigen Zeit Christ zu sein?
Es bedeutet dasselbe wie vor 2000 Jahren: Nächstenliebe zu praktizieren. Hinzusehen bei Missständen jeder Art anstatt wegzusehen. Menschen die Hand zu reichen, um zu helfen, anstatt sie wegzustoßen. Sein Essen mit jemandem zu teilen, anstatt sich zu übervöllern. Leid teilen, damit es nicht mehr schwer wiegt.
Diese Eigenschaften sollte ein Christ verinnerlichen, dann wird die Welt zu einem besseren Ort.
Der Rückgang der christlichen Glaubensgemeinschaft mag einige Gründe haben.
So denke ich, einer davon ist auch in Deinem Zitat indirekt zu finden.
Beisp:
Ein Arzt in einem Krisengebiet, dessen Einwohner von Hunger und Krankheit geplagt werden.
Unterwegs für "Ärzte ohne Grenzen", er verzichtet auf alle Bequemlichkeiten seiner eigentlichen Herkunft.
Opfert sich auf bis zur Erschöpfung, Verzicht auf jegliche Entlohnung und teilt wirklich alles was er hat und geben kann.
Mit den leidenden Menschen dort, nicht nur für einen Tag...sondern für sein ganzes restliche Leben.
Doch hat er nicht nur
kein einziges christliche Sakrament erfahren,
er glaubt auch nicht an einen Gott/Schöpfer. Erfüllt dennoch ja, "anscheinend für einen Christen" sämtliche humane Eigenschaften.
Daraus könnte man schließen, es ist ja nicht nur der Glaube an Gott, der einem dazu verhelfen kann, gutes zu tun.
Dies trifft dann genau soweit überein, wie sehr man an sich selbst glauben mag.
Und für alle die nun nicht an Gott glauben, Humanität sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
Dies ist es aber bei weitem nicht! Und genau dann, wenn man sich selbst dieses bestätigen kann, könnte eine Begegnung mit dem christlichen Glauben nicht nur einen guten Weg zeigen....
...sondern auch ein Wunder bewirken.
Danke mein Freund, für Deinen tollen Beitrag.
Liebe Grüße