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Autor Thema: Mein Weg

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Re: Mein Weg
#165: 12.10.2024 15:41:30
Danke für eure Beiträge.

Ich weiß nicht ob meine Formulierungen oder meine Schilderungen den Eindruck bei euch erwecken, dass ich nur "rumeiere" und vor allem weg laufe.

Das möchte ich so nicht stehen lassen! Ich versuche alles möglich zu machen, um mein aktuelles Leben besser zu machen, jeden Tag aufs neue, das Minimum was ich mir setze ist es nicht mehr zu spielen, da konnte ich bis jetzt jeden Tag ein Hacken drunter setzen. Das schon Mal vorab.

Ich habe den Weg zur Schuldnerberatung eingeschlagen, um professionelle Hilfe zu bekommen was das Thema Schulden/Finanzen/Geld betrifft. Ich wohne alleine, hab keine Freundin/Frau, die mir dabei helfen kann bzw. konnte. Durch das Spielen, habe ich viele Kredite abgeschlossen, die mich in die aktuelle Lage gebracht haben, in die Lage, dass meine monatlichen Belastungen höher sind als meine Einnahmen, sodass ich einfach nicht mehr alles bezahlen kann. Somit fing ich an, Raten auszusetzen, um zu spielen. Irgendwann fing ich an, die Rückstände nicht mehr zu begleichen, bis hin das ich total den Überblick verloren habe und die Rückstände immer höher waren. Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, dass man selber nicht mehr klar denken kann, nicht die Kraft dazu hat und mit allem überfordert ist. Alles Gründe, die mich dazu gebracht haben über eine PI nachzudenken, wofür ich mich dann auch entschieden habe. Da ich zu einer professionellen Person gegangen bin, die sich mit dem Thema auskennt, habe ich bei dieser Person die Hosen runter gelassen, wie ihr so schön sagt, und habe alles offen gelegt. Diese Person kennt die Schuldenhöhe, kennt meine Gläubiger, allesamt. Mir ist bewusst, dass bei einer PI nicht alle ihr Geld bekommen, aber auch ist mir bewusst, dass dies der einzige Weg für mich ist. Ich kann keine Umschuldung machen, dafür ist meine Bonität gefickt. Nun hat mir diese Person geraten, ein neues Konto zu eröffnen, ich habe es nicht in Frage gestellt sondern es einfach gemacht.

Wir haben zusammen die Gläubiger sortiert, und ja ich bezahle jetzt die Gläubiger, die ich bezahlen kann, da auch dies von der Beraterin so kommuniziert worden ist. Natürlich verstehe ich, dass alle ihr Geld haben möchten, aber ich war nicht in der Lage dazu gewesen, alles zu bedienen, bedingt durch die Spielsucht.

Ich habe gestern hier geschrieben, weil ich einfach nur schreiben wollte, eure Erfahrungen hören wollte und nicht alleine sein wollte, als ich voller Schweiß in der Mittagspause ins Auto stieg und heim gefahren bin.

Heute sind zwei weitere Schreiben eingetroffen, somit steht nächste Woche das Gespräch mit meinem AG an. Ich werde ihm sagen, dass ich in Beratung bin und eine PI anmelden muss, weil ich überschuldet bin. Mal sehen wie er da reagiert und ob er mich fragen wird, was die Gründe dafür sind. Ich liebe meinen Job, ich hänge mich jeden Tag zu 1000% rein, habe ich auch schon erwähnt. Wenn ich ihm nun sage, dass ich pathologischer Spieler bin, wird meiner Meinung das Vertrauen nicht mehr vorhanden sein, bzw. teilweise mit Einschränkungen in meiner Tätigkeit die Folge sein (so würde ich meinen AG nunmal einschätzen) und das möchte ich nicht, ich möchte die Freiheiten in meiner Abteilung, die ich bis dato hatte. Aus diesem Grund kann ich bei ihm nicht die Hosen runter lassen, zu mindestens nicht in Richtung Spielsucht. Aus diesem Grund habe ich nach euren Meinungen gestern gefragt, wie und was würdet ihr offen legen. -Und nein, es geht mir nicht darum irgendwelche Hintertüren offen zu lassen. Ich arbeite an mir, an meinem Leben und an meiner Spielsucht. Aber vor meinem AG werde ich maximal die Schuldenhöhe offen legen, was auch schon verdammt schwer fallen wird, aber kein Weg daran vorbei führt.

Ich denke im Termin am 31.10. werden wir den Vergleich bei den Gläubigern anstreben, und glaubt mir oder nicht, auch ich möchte wieder eine Regelung haben und endlich anfangen, alle Gläubiger zu bedienen. Ich zähle die Tage bis zum Termin, ich will das es weiter geht. Nur die Termine hat die Beraterin vereinbart, obwohl ich darum bat, schnellstmöglich Folgetermine zu machen. Nun gut, vielleicht klingt das jetzt so, dass ich die Verantwortung Abdrücke, aber diesen Weg habe ich nun mal gewählt und jetzt muss ich ihn gehen und das tun, was mir die Beraterin vorschlägt oder nicht??
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Re: Mein Weg
#166: 12.10.2024 17:22:51
Hallo Alex,

du bist nun schon einige Jahre hier, ich kenne jeden deiner Beiträge ...natürlich nicht Wort - wörtlich.
Die emotionale Qualität darin ist immer fast gleichbleibend, es ist und war immer zu spüren wie es dich belastet.
Dieses Forum ist nur für dich, vergesse es nicht ...ok ?
Dies zählt natürlich für jeden hier.

Deine Situation darf dich nicht zermürben, egal was auch noch so auf dich zukommt.
Und jeder der dir schreibt und um so mehr sogar kritisch hinterfragt....
Dem ist es wirklich wichtig dir zu antworten.
Konstruktiv und in vielem hatten wir alle gemeinsam das gleiche Leben.
Tausende an schlimmen Momenten, die oftmals kaum greifbar waren...nur spürbar.
Nun hast du es ja in deiner Hand und bist nicht mehr Suchtgesteuert.
Und egal wie schwer diese tragische Oper auch sein sollte, verliere nicht deine Lebensfreude dabei.
Keiner sollte dies, der dabei ist dieses Suchtleben hinter sich zu lassen....sonst ja alles für die Katz.  :)

Grüß dich
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Re: Mein Weg
#167: 12.10.2024 19:29:12
ABSOLUT zustimm Jacky !!!!

Alex,... !

Ich kenne Dich erst seit dem du jetzt wieder angefangen hast hier zu schreiben, ältere Sachen deinerseits hab ich "überflogen". DIESER Beitrag den Du JETZT nach all den anderen geschrieben hast,

*RESPEKT* !!!

Und das ist mein VOLLER Ernst ! "Endlich hast du dir mal etwas zeit genommen" vor allem für DICH, das magst du vielleicht -noch- nicht sehen und bist der Meinung du müsstest etwas klar stellen, uns recht machen oder sonstwas was, aber weit gefehlt, da wirst du noch hinter kommen

TOLLER Beitrag !!!

ÄHM @jacky,...

Hallo Alex,Dieses Forum ist nur für dich, vergesse es nicht ...ok ?
Dies zählt natürlich für jeden hier.


Hast du hier ein Nicht vergessen ?
Ich glaube ich habs verstanden aber einerseits "DEIN Forum" und dann danach "zählt für jeden" ? Das passt nicht in meinem Kopf O_O  :o :o
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Re: Mein Weg
#168: 12.10.2024 21:23:12
Ich nehme mir meistens ein wenig Zeit, um eure Beiträge einwirken zu lassen, aber nun habe ich einfach das Bedürfnis direkt zu antworten.

André, deine Beiträge wirken brutal und knallhart, aber sie entsprechen total der Realität, bleib genau so wie du bist, die Beleidigungen die du dir anhören musst ist ein normaler Abwehrmechanismus den auch ich gegenüber dir manchmal gehabt habe. Aber das heißt nicht, das du nicht Recht hast. Viele befinden sich in einer Illusion gefangen, und sehen die Realität nicht. (Auch ich zählte mich dazu)

Jetzt der Beitrag von dir gibt mir so viel Kraft, ich erkläre dir auch gerne warum: du schreibst wenn der Weg einfach ist, dann ist er nicht richtig! Und ja, ich stimme dir da zu. Zur Schuldenberatung zu gehen, alles abzuwenden von sich selbst getreu dem Motto, da kümmert sich jemand drum, ich Brauch nichts mehr zu unternehmen, klingt einfach, ist aber die falsche Denkweise, man muss sich selbst kümmern, aber mit Hilfe! Aber man muss es selber wollen und machen! Ich muss dir ehrlich sagen, ich finde es gerade sogar gut, dass die Schläge so brutal auf einen drauf hauen, weil man selber zu spüren bekommt, in welche Scheisse man sich durch das Spielen geritten hat. Je brutaler der Schlag umso gestärkter kann man bereit sein für den nächsten.

Jacky, dieses Forum ist für mich mehr wie ein Forum, war es auch schon immer. Ich weiß, dass ich hier offen und ehrlich schreiben kann und das wir alle eine ähnliche Vergangenheit durchgemacht haben und für eine bessere Zukunft sorgen, für sich selber und für die anderen, wir sind wie Familie, nur anders wie im Leben. Ich bin dir ebenfalls so dankbar, dass du dir so viel Zeit nimmst und investierst. Gilt übrigens für jeden von euch.

Wirbelwind, doch ich glaub ich weiss was du meinst. Ich habe zum ersten Mal seit langem wieder in mich reingehört, nicht oberflächlich geantwortet sondern tief in mich rein geschaut. Ich habe für mich selber die letzen Wochen Revue passieren lassen und Fakten aufgezählt, die mir selber zeigen, was ich doch geschafft habe und noch schaffen kann.

Eure Beiträge haben mich total gestärkt und mir tatsächlich etwas die Angst vor dem Gespräch mit meinem AG genommen. Denn ich bin ich, ein Mensch wie mein AG auch, der Fehler gemacht hat, dafür jetzt aber gerade stehen will und Dinge in Bewegung setzt, damit diese Fehler korrigiert werden. Wenn das dem AG nicht passt, dann ist es so aber ich werde den Weg fortsetzen, entweder zusammen in seinem Unternehmen oder eben halt in einem anderen. Aber ich werde mich im Spiegel betrachten und stolz sein, stolz auf mich selber.

Schönen Abend euch
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Re: Mein Weg
#169: 13.10.2024 09:29:16
Ich überlege mir gerade, was ich dem AG sagen soll, die volle Wahrheit, all meine Schulden offen legen? Warum sollte ich dies tun? Den Arbeitgeber hat doch überhaupt nicht zu interessieren ob ich 10.000 Euro oder 100.000 Euro Schulden habe, erkläre mir bitte, aus welchem Grund ich meine aktuelle Schuldenhöhe mitteilen soll?? Ich mache meine Arbeit zu 1000%, was mein Privatleben betrifft, geht meinen AG doch nichts an.

Viel wichtiger geht's mir gerade darum, ob ich a) gekündigt werden kann aufgrund von Lohnabtretung und b) ob ich überhaupt verpflichtet bin, da große Auskünfte zu geben.

Arbeitgeber und Banken sind "Institutionen" die nur existieren, wenn sie Profit machen.
Sie müssen dabei jegliches Risiko minimieren.
Ein Spielsüchtiger passt da nicht rein.
Also da solltest du keinesfalls dein Privatleben ausbreiten.
Auch wenn vielleicht menschlich gesehen dort auch großes Verständnis vorhanden sein kann, ändert das nichts.
Es bliebe immer ein bitterer Nachgeschmack bei allen Beteiligten.

Eine Suchtkrankheit sollte meiner Meinung nach immer in der Familie bleiben. Im allerengsten Kreis.

Und um bei einigen mal wieder einen Würgereflex auszulösen und sie aufzuwecken.
Mit seinem Partner sollte man sowas meiner Meinung nach *immer* teilen.
Das ist für die dauerhafte, eigene Genesung unabdingbar.
Wie sollte ich mein Hirn sonst konditionieren, mich nicht mehr selbst zu "belügen", wenn ich es tagtäglich doch tue ?

Nun mal zum rechtlichen:
Dein AG hat durch die Pfändung etwas mehr Papierarbeit. Das ist für ihn "nervig", aber auch kein größeres Problem.
Sollte er fragen, was das ist, steht es dir frei zu sagen "Ich möchte darüber nicht sprechen".
Das ist ehrlich, offen und für jeden verständlich.
Du musst niemanden anlügen oder ein Märchen erzählen, aber auch nicht jedem alles offenbaren.
Deinem AG ist es natürlich klar, dass dir das unangenehm ist.

Deinen Banker geht das übrigens überhaupt nichts an. Selbst wenn sich jemand irgend etwas zusammenreimt,
würde ich dort die Spielsucht nie zugeben. Du wärst absolut raus für alles wo du die Bank mal irgendwie brauchen könntest.
Auch Banken kommunizieren mit "Freunden & Bekannten" ... intern ... nicht öffentlich.

Schönen Sonntag noch
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Re: Mein Weg
#170: 15.10.2024 22:55:03
Hallo Alex,

Fred hat es schon sehr gut geschrieben.
In jeder SHG sollte nichts nach außen getragen werden, Therapeuten unterliegen der Schweigepflicht,
hier im Forum ist jeder soweit anonym wie er es möchte ...diese ganze Suchthilfe findet fast nur hinter geschlossenen
Türen statt.
Und keiner ist von gesellschaftlichen Zwängen ausgeschlossen.
Vorurteile ...teils event. sogar berechtigt, aber auch teils event. sogar diskriminierend.
" Du Spielsüchtiger " , " du Trinker " , " du Drogensüchtiger " usw....
Als Attribute eingesetzt mit den halt dementsprechenden Gedanken dazu.

Noch nie habe ich jemanden von meiner Spielsucht erzählt, wenn ich es nicht selbst wollte!
Hier kennen mich fast alle nur als Jacky1 und sogar in meiner Zockerzeit hatte ich ein Pseudonym.
Es ist natürlich auch traurig und irgendwo empfinde ich auch Schwäche dabei, mich nicht weiter zu outen.
Wie diese ""VIP`s "" in TV - Talkrunden oder sonst wo , die sich einerseits nur selbst darstellend verkaufen, statt Brücken zu bauen.
Sie sorgen für eine noch größere Diskrepanz und lassen sich dann bemitleidenswert abfeiern.

Du aber Alex sollst weiter kommen ohne dass man dir Schranken vorsetzt.
Keiner weiß wie dein AG reagiert oder was er denken würde, wenn er wüsste warum du Schulden hast.
Ein Schulterklopfen und ein " schön dass sie mir dies anvertrauen, wir schaffen das gemeinsam  " könnte nicht jenes versprechen was es auch bedeutet.
Natürlich wird er fragen was denn finanziell so los ist und warum eine Lohnabtretung kam.
Ich schreibe jetzt sicherlich keine Empfehlungen dazu, aber es ist ja offensichtlich dass etwas finanziell schief läuft.
Und du wirst es in den Griff bekommen !
Du sollst auch nur erzählen und vor allem wem, was du möchtest.
So dass es nicht schadet und dir ermöglicht in ein rundum gutes Leben zu kommen.
Es in den Griff zu bekommen....denn sonst wäre es leider im nachhinein eine Lüge.

Reine Logistik.... :)

Grüß dich
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Re: Mein Weg
#171: 15.10.2024 23:54:13
Hallo,

nach fast zwei vollen Arbeitstagen wurde ich heute Abend von meinem AG angesprochen. Der erste Moment war total schlimm, aber im Endeffekt bin ich froh, dass er es gemacht hat. Ich glaub ich hätte mich einfach nicht getraut. Die anderen haben es tatsächlich auch gemerkt, da ich total nachdenklich gewirkt habe. Wie ich es mir vorgenommen habe, habe ich ihm mitgeteilt, dass ich in eine Situation geraten bin, wo es nicht mehr weiter geht und ich Hilfe beansprucht habe. Ich könnte jetzt aber auch nicht mehr dazu sagen und bat um Geduld und Verständnis seinerseits. Dies bekam ich auch direkt zugesprochen, er fragte mich wie er mir helfen könnte. Ich hab ihm dann gesagt, dass ich am 31.10. einen Termin habe, wo sich eventuell so manches klären lässt und ich erstmal keine Hilfe benötige. Da mein AG sehr gut mit meinem besten Kumpel befreundet ist, bat ich ihn zusätzlich diese Angelegenheit sehr diskret zu behandeln, ich hoffe nun das er sein Wort hält, aber ich denke dass er das auch machen wird.

Auf jeden Fall bin ich echt erleichtert, dass dieses Gespräch nun statt gefunden hat. Es hat schon ziemlich an mir gezehrt, vor allem gedanklich.

Die nächsten Tage werden wahrscheinlich weitere Briefe von Gläubigern folgen, ich hoffe jetzt nur, dass das Thema nun nicht jeden Tag aufs neue aufgewirbelt wird, da es mich doch schon ziemlich belastet. Aber ich habe keine andere Wahl, und werde daran wachsen, Tag für Tag. Das Fundament ist nun gelegt, darauf lässt sich jetzt gut aufbauen, und ich hoffe irgendwann wird der Tag kommen, wo ich rückblickend daraus Energie gewinnen kann.

Ich bin mir aber jetzt in diesem Moment sicher, dass ich diesen Tiefpunkt überstanden habe und es jetzt nur noch Berg auf gehen kann. Daran werde ich jetzt jeden Tag arbeiten und in ferner Zukunft sagen kann, Alex, ich bin stolz auf dich!

Jetzt werde ich erstmal durchatmen und meine Gedanken neu sortieren.

Auf geht's in eine bessere Zukunft
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Re: Mein Weg
#172: 28.11.2024 20:56:49
Hallo zusammen,

ich weiß es wird Zeit für ein Update, die letzten Tage habe ich oft drüber nachgedacht, schreibst du was, schreibst du nichts. Ein hin und her, letztendlich dann doch jedes Mal mich entschieden nichts zu schreiben. Warum? Weil ich stehen geblieben bin.

Der Termin mit der Schuldnerberatung lief nicht so wie ich es mir erhofft habe. Wir haben die Liste der Gläubiger zusammen nochmal abgestimmt, mit der Hoffnung, dass ich dann weiß, wo zahlst du wie viel. Nun, fast 4 Wochen später habe ich die Beraterin nochmal kontaktiert, welche Neuigkeiten es gibt. Worauf die Antwort kam, dass es noch keine Rückmeldungen seitens der Gläubiger gibt. Ein Schlag ins Gesicht für mich. Diese Ungewissheit und der Stillstand frisst mich innerlich auf. Es kommen Briefe, und man weiß einfach nicht wie man reagieren soll. Mittlerweile Vollstreckungsbescheide, die fast täglich per Post eintreffen. Die Schulden erhöhen sich Tag für Tag, weil ich nichts zahle. Doch ich soll nichts zahlen, sagt zu mindestens die Beraterin. Zu mindestens bei den Gläubigern, die auf ihrer Liste stehen. Es ist ein unfassbarer Druck, der auf einen einwirkt, das kann man nicht in Worte fassen.

Ich fange an an ihr zu zweifeln, dass meine Lage nicht ernst genommen wird. Ich bin zu ihr hin um Hilfe zu bekommen. Jetzt sind Wochen, bzw. Monate vergangen und wir sind kein bisschen weiter, im Gegenteil, habe ich das Gefühl, dass sich durch die Hilfe bei der Schuldnerberatung manches verschlimmert hat. Ich versuche Geduld zu haben, aber es gibt so viele Momente wo ich denke, ich kann nicht mehr. Ich sehe einfach nichts positives mehr. Fühle mich hilflos, frage mich was ist wenn die Schuldnerberatung mir nicht mehr helfen kann, was mach ich dann? Wie viel Geduld soll ich noch aufbringen? Mittlerweile wird mein Lohn gepfändet. Diesen Monat mein komplettes Weihnachtsgeld. 980 Euro um es mit Zahlen zu formulieren.

Ich denke, dass die Gläubiger, nicht zu einer Einigung zustimmen, da durch die Lohnpfändung jeder sein Geld bekommen wird. Aber dann erwarte ich doch, dass die Beraterin mir das auch mitteilt und mich nicht weiter im Ungewissen lässt. Fakten auf den Tisch legen, ehrlich und direkt. Mehr möchte ich doch gar nicht.

Es fällt mir im Moment sehr schwer, positiv in den Tag zu starten. Jede Woche eine neue Kündigung, sei es Kredit, irgend ein Ratenkauf oder sonst was. Es fühlt sich jedes Mal an, wie ein Schlag in die Fresse. Das Licht am Ende des Tunnels fühlt sich unerreichbar an.

Sorry, ich habe aber gerade aus mir heraus alles rausgelassen. Ich werde weiter geduldig sein, und zu mindestens für die nächsten 24 Stunden spielfrei bleiben. Dies habe ich jeden Tag aufs neue geschafft.

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Re: Mein Weg
#173: 28.11.2024 22:23:07
Hallo Alex, danke für die Rückmeldung  :)

Ich werde weiter geduldig sein, und zu mindestens für die nächsten 24 Stunden spielfrei bleiben. Dies habe ich jeden Tag aufs neue geschafft.

Das ist eigentlich das wichtigste an allem, der Rest regelt sich früher oder später...

Leider höre ich desöfteren das die Schuldnerberatungen irgendwie nicht die dollsten sein sollen, da bist du keine Ausnahme, auch wenn dir das grad nicht weiterhilft.

Hast Du IHR das auch so mitgeteilt wie du es hier geschrieben hast oder hast du "nur" angerufen und nach gefragt ?

Ich kann mich dunkel daran erinnern das sich bei mir damals niemand gemeldet hat als meine Privatinsolvenz eröffnet wurde.

Stattdessen wurde Taggenau und Fristgerechnet angemahnt und weitere Schritte seitens der Gläubiger eingeleitet, das ist "normal"...

FAKT ist, so wird die Schuldnerberatung arbeiten -denke ich- alles auflaufen lassen, ALLES angeben was Dir ins Haus flattert - ENORM wichtig!!!- und dann ggfls. eine Pi eröffnen -ich weiß nicht mehr genau ob das das ziel war- und ein Pfändungsschutzkonto !

Steck den Kopf nicht in den Sand auch wenns noch so schwer fällt, letzenendes sind es nur Zahlen auf dem Papier,...

@Andrê

Damals in meiner Insolvenz hab ich das nicht so gesehen wie Du, HEUTE allerdings kann und muss ich Dir zustimmen was das abgeben und die Verantwortung sich selbst gegenüber betrifft...

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Re: Mein Weg
#174: 28.11.2024 22:41:29
Danke euch zwei für die Antworten.

Tatsächlich ist mein Eindruck von der Schuldnerberatung Zeit zu gewinnen, damit der Schuldner keinen anderen Weg mehr hat als die PI. Banken haben Versicherungen, die im Falle einer PI zahlen. Ich habe von mir aus auch offen kommuniziert, dass ich auch zur PI bereit bin, egal ich bin für alles bereit, die Fehler, die ich gemacht habe, zu korrigieren. Nicht von heute auf morgen, aber in naher Zukunft. Nun merke ich allerdings, dass sich über Wochen, gar Monate nichts tut, dass zeigt mir auch, dass irgendwas falsch läuft, da ICH bereit bin und auf das „GO“ warte.

Ich werde jetzt noch den Dezember abwarten, und wenn sich dann nichts tut, werde ich nicht einfach nur zuschauen, sondern aktiv selbst tätig werden.

Ja, die Verantwortung habe ich abgegeben, gebe ich offen und ehrlich zu, ich habe mich darauf ausgeruht, und jetzt sehe ich die Konsequenzen. Ich bewege mich nicht nach vorne, aber ich will es, ich will weitere Schritte nach VORN, und nicht stehen bleiben.

Ich will es, für mich, für mein Leben. Aber nicht für irgendwen anders.

Gute Nacht ihr Lieben
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Re: Mein Weg
#175: 28.11.2024 22:49:05
Nun merke ich allerdings, dass sich über Wochen, gar Monate nichts tut, dass zeigt mir auch, dass irgendwas falsch läuft, da ICH bereit bin und auf das „GO“ warte.

Ich werde jetzt noch den Dezember abwarten, und wenn sich dann nichts tut, werde ich nicht einfach nur zuschauen, sondern aktiv selbst tätig werden.

Bevor du von Andrê eins auf die Mütze bekommst, GENAU darum geht es Alex, warum ABWARTEN, was denn und worauf willst du warten ?

DU weisst was du für Schulden hast, DU weisst was du verdienst, DU weisst ob Du es zahlen könntest mit einer Regelung, ALL das WEISST DU also könntest du dich auch JETZT darum kümmern und ebend NICHT die Schuldnerberatung es liegt in DEINER Hand wie es weiter geht...

Das geht ganz schnell,...

Rechne aus was du bis jetzt an schulden hast

Berechne das was du benötigst an laufenden kosten

Kannst du raten zahlen

wie hoch...

Geht das nicht, dann gehts weiter und du informierst dich was man benötigt für eine PI... !

Das liegt in DEINER Hand,...
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Re: Mein Weg
#176: 29.11.2024 00:12:59
Hab mich wieder beruhigt, wollte erst editieren aber das würde nicht passen daher ein Doppelpoast - warum rechtfertige ich mich eigentlich tztztz bin wieder da  :o ;D ;D

Entschuldige bitte Alex, das war eine Mischung aus meiner Vergangenheit und allem möglichen...

Weißt du, ich bin da sehr zwiegespalten bei dem Thema. Vor nicht all zu langer Zeit war ich ABSOLUT gegen Privatinsolvenzen und anderen Dingen die man tun kann um aus dieser Scheisse raus zu kommen weil ich es selbst erlebt habe.

Erst bezahlte meine Mutter in sehr jungen Jahren all meine Schulden - Was hat es MIR gebracht ? NICHTS !
Das Elend ging weiter und massiv wieder von vorne los...

DANN machte ich irgendwann mal - gefühlt ohne viel nachdenken würde ich ca 5 Jahre später schätzen- eine PI - Was hat es gebracht ? NICHTS !
Fleißig machte ich weiter bis ich dann irgendwann meine Frau kennengelernt habe und dann irgendwann aus eigenen Stücken zusammengebrochen bin.

Sicherlich bin ich kein Maßstab auch wenn das hin und wieder mal den Anschein macht ich würde das denken, selbst als ich meine Frau und mich in die Scheisse geritten habe war der erste Gedanke

"PFT WAS SOLLS" machen WIR halt eine Insolvenz...

DANK meiner Frau die sich wehemend dagegen geweigert hat sind wir und vorallem ICH PERSÖNLICH dort wo wir heute sind wenn es um Verantwortung und Finanzen geht. Es schmerzt das sie den Löwenteil abgetragen hat und ohne mich wäre meine Frau Finanziell ganz anders gestellt aber es ist Ihr scheissegal denn es ist nur geld und immer wieder wenn es mal wieder darum geht und ich n Deprie schieb das sie ohne mich viel besser dran wäre, auweia, besser ich nehm dann die Beine in die Hand und renn schnell weg denn dann wird sie wütend und das will was heißen...

Ganz ehrlich Alex, es gibt nichts was man nicht regeln kann und wenn man das geschafft hat, -auch wenn es Jahre dauert- DANN hat man was geschafft,...

Fang an kleine Brötchen zu backen. Schau Dir an was DU zum Leben brauchst, fahr die Ansprüche runter und weiter gehts...
 
Wir haben mit einem normalen Einkommen, meiner 300 euro rente und hier und da Einnahmen aus Nebenjobs oder den 3 fuffzig aus der Wfbm innerhalb von 5 Jahren fast 30 bis 40 Tausend Euro abgestottert, incl. 1 bis 6 Katzen, viel rauchen, und immerhin einem Auto und dann sogar 2 und meine Frau ist die letzten 4 Jahren 2 Wochen Segeln gefahren ohne mich - darauf hab ich bestanden.
Jetzt -nachdem wir letztes Jahr den Rest bezahlt haben wir hier ne Küche für 8000 Euro stehen, UNFASSBAR !!!

Edit: und trotzdem kam der Suchti vor ner Woche durch und wollte sich für 5 Euro ingamekram für das bekloppte Browserspiel kaufen aber gott sei dank hab ich alles soweit geregelt das hier nichts geht ohne das Handy meiner Frau. Jetzt geht erst recht nichts mehr weil sie ein neues Handy hat was ich Ihr fast aufzwingen musste weil sie sich ebend auch nichts gönnt und "die blöde kuh" hat doch tatsächlich den Bildschirm gesperrt,...
Bevor sich wieder über das blöde Kuh echauffiert wird, wir kommunizieren hier ALLES und in dem MOMENT sagte ich mit tränenden Augen ganz andere Dinge und war sehr sehr stolz auf meine Frau,...

Was ich damit sagen will eigentlich, nutze JEDE Möglichkeit DICH SELBST zu SCHÜTZEN,...

 
@Andrê danke nochmal für Deine Worte ! 



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Re: Mein Weg
#177: 29.11.2024 20:43:52
Hallo Alex,

der pfändbare Anteil würde in einer Privatinsolvenz ja auch gepfändet, 3 Jahre lang.
Je halt nach Höhe der Schulden im Vergleich deiner Einkünfte minus des Pfändungsfreibetrages, wäre die Restschuldbefreiung relativ einfach auszurechnen und Weihnachts  -Urlaubsgelder ja auch eingezogen.

Eine übergreifende Einigung mit jedem Gläubiger scheint ja anscheinend nicht zu fruchten.
Daher kann ich deinen Unmut schon nachvollziehen, du möchtest es halt strukturiert angehen.
Wieder in ein geordnetes finanzielles Leben zu finden, statt immer mit neuen Mahnungen, Pfändungen ..usw. konfrontiert zu werden.
So oder so, es benötigt sicherlich einige Zeit.

Alex, wenn ich so bei dir lese dann sehe ich, dass es immer vorwärts geht.
Jeder bezahlte Euro ist ein Pfand dafür, früher hattest du mehr Geld zur Verfügung ? Und für was hast du es ausgegeben ?
Und du schreibst aber dass du nicht vorwärts kommst.
Alles in allem finde ich es gut dass du ein Ziel vor Augen hast, Ruhe zu finden.

Liebe Grüße     
 
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Re: Mein Weg
#178: 30.01.2025 18:59:26
Guten Abend zusammen,

ich bin täglich im Forum, und dennoch schon was länger her seit meinem letzten Post. Ich habe mir im Schlafzimmer eine kleine Ecke raus gesucht um einen PC hinzustellen, am Handy schreiben ist sehr mühsam, da ich doch viel schreiben könnte. Der PC steht, es hapert allerdings noch an einem Stecker für den Monitor. Den PC möchte ich dann auch nutzen, um der finanziellen Baustelle entgegen zu wirken, und nicht nur abzuwarten. Klar könnte ich sowas auch am Handy machen, aber da lässt die Motivation komischerweise schnell nach. Aber egal, ich komme in dem Punkt Schritt für Schritt weiter.

Was ist sonst so passiert, mal überlegen, wo ich anfange. Ich bin spielfrei, heute auch wieder. Der erste Gläubiger ist durch die Pfändung vollständig bedient, fehlen noch 15 weitere zum schuldenfreien Leben.

Letzte Woche war ich bei der Schuldnerberaterin, bis auf einen Gläubiger haben alle akzeptiert. 500 Euro über 5 Jahre und ich wäre schuldenfrei. Leider scheint sich der eine Gläubiger quer zu stellen, haben die letzte Frist gesetzt bis zum 28.02. Sollte dieser sich weiterhin quer stellen, folgt die PI. Ich möchte keine PI, aber ich werde da keine Wahl haben. Warum möchte ich keine? Die Gläubiger bekommen dann viel weniger, ich möchte aber zu meinen eigenen Fehlern stehen. Finanziell gesehen wäre die PI natürlich deutlich „angenehmer“ da ich nur 3 Jahre bezahlen muss, und dann auch nur ca. 350 Euro monatlich. Ich lasse es nun auf mich zukommen und werde es akzeptieren, wie es kommt, weil ändern, kann ich nichts daran, also zerbreche ich mir auch nicht mehr den Kopf.

Ich weiß, dass 2025 ein schwieriges Jahr wird, aber ich merke es spürbar, dass es Bergauf geht. Stellt euch vor, ich konnte in meiner aktuellen Lage sogar für ein paar Tage verreisen Anfang Januar. Es waren 300 Euro, ich hab lange vorher überlegt, ich konnte mit den 300 Euro auch weiter Schulden abbauen, aber ich musste einfach mal weg, und ich habe es in vollen Zügen genossen.

Wie geht’s nun weiter? Ich bin fokussiert, dass in den nächsten ein zwei Monaten ein Plan da ist, wie es mit der Schuldenregulierung weiter geht, im Job hänge ich mich voll rein, bin motivierter und irgendwie auch leistungsfähiger vom Kopf. Ich überlege noch einen Minijob zu machen, weil ich trotz allem sehr sparsam lebe und wenig Geld ausgeben kann. Aber das hat noch bisschen Zeit, ich komme klar, dass ist mir im Moment am Wichtigsten. 

Ne Moment , das Wichtigste ist mir momentan das Gefühl, morgens in den Spiegel zu schauen und mir selber zu sagen, Junge, du bist auf dem richtigen Weg. Und diesen Moment genieße ich jeden Tag.

Liebe Grüße

Alex
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Re: Mein Weg
#179: 30.01.2025 20:35:54
Hallo Alex,

ich gehe einmal auf folgendes ein, alles andere sind "nur" Zahlen.
... Moment , das Wichtigste ist mir momentan das Gefühl, morgens in den Spiegel zu schauen und mir selber zu sagen, Junge, du bist auf dem richtigen Weg. Und diesen Moment genieße ich jeden Tag.

Da kann sich jeder in irgendeiner Scheiße wieder finden, manchmal schier zwecklos und verloren.
In Sorgen, Angst oder tiefer Trauer.
Dann wird es sehr schwer und geht nur noch mit Vertrauen in irgendetwas oder in jemanden um wieder etwas Fuß zu fassen.
Daher freut es mich schon sehr, dass du wieder Vertrauen in dich selbst hast.
Das Eine ist reines Abarbeiten mit Logistik ...Einnahmen, Ausgaben, Zahlungsverpflichtungen usw.
Und das Andere....
Ist genau jenes was du im Zitat beschrieben hast!

Auch einmal für dich und alle die es lesen.
Klar in welcher Situation jeder sich in einem Leben wieder finden könnte und vieles davon mag unglaublich schwer sein.
Ausschlaggebend wie wir alle damit umgehen und solange wir es noch ertragen können....
Es ist unser Leben , dafür sind wir da und versuchen es zu nutzen...solange wir es können.
Es vermag oft viel Kraft und wenn diese aufgebraucht wäre.....
bliebe ( wie schon geschrieben) eh nur alleinig das Vertrauen in irgendetwas oder irgendjemanden.
Was noch lange nichts schlechtes wäre.

Mittlerweile fällt es mir leicht Bibelzitate geschickt zu umgehen.  :)

Alex, alles halb so schlimm wie wir es meist empfinden.
Ein guter Thread, halte ihn immer am Leben.

Liebe Grüße
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