Ich bin leicht überwältigt. Sehr tiefgründige und starke Beiträge.
Kurz zur Info, ich habe meinen Kleinen über das Wochenende da. Eigentlich wollte ich warten bis Sonntag, für meinen nächsten Eintrag, doch als ich dies hier nun las hat das etwas mit mir gemacht.
Ich kann fühlen und merken, dass die kleinen Herausforderungen, an mir zerren. Nicht auf (nur) auf meinen Sohn bezogen, sondern allgemein. Wenn ich das Gefühl, für dieses Problem habe ich gerade keine Lösung. Und ich weiß wie ich es drehe und wende nicht wie ich das schaffen soll.
Dieses Gefühl, der Ohnmacht, sei es eine Konsequenz meines eigenen Handelns oder etwas worauf ich keinen Einfluss habe, war immer ein großer Hacken in dem sich die Sucht einklinken kann.
Die letzten Tage habe ich es gespürt. Dieser Moment als ich die Beiträge las. Da habe ich es bewusst wahrgenommen.
Das bin ich, der sich selbst Sabotieren will, um nicht aus dieser miserablen (wenn auch bequemen) Situation herauszukommen.
Angst vor der falschen Entscheidung, den Ideen anderer hinterherlaufen. Alles Teil des selben.
Angst davor "normal" zu sein. Auch wenn ich von normal ganz weit weg bin.
Ich kann froh sein, trotz allem noch hier zu sein, und dass sich bleibende Schäden in Grenzen halten.
Die Angst davor meine Gesundheit nachhaltig geschädigt zu haben.
Alles "gute" Gründe es mit spielen wegzuschieben. Nicht mehr dran denken zu müßen.
Es, mich selber, damit aber auch wieder auf die lange Bank zu schieben. Termine bei Ärzten nicht wahrzunehmen, weil ich Sie vergesse im Strudel des Selbstmitleids und des Stresses in der Sucht.
Auch wenn es schwer ist, tue ich gerade ( und in der letzten Zeit ) größtenteils genau dass: ich schiebe nicht mehr vor mir her. Nicht mich. Anderes was auch zu meinem Leben gehört, was aber im großen nicht die gleiche Relevanz besitzt vielleicht. Aber ich glaube ich verstehe langsam was Prioritäten sind.
Nun zu euch:
Fred: Das was du beschreibst, ist es in der Tat. Nicht erfolgreich, aber genau das ist es. Das habe ich auf dem Schirm und lasse es nicht mehr zu.
Jacky:
Offen und ehrlich. Das ist gar nicht immer einfach, da es auch sehr unangenehm ist. Vor allem wenn diese Erkenntnisse konsequent umsetzt.
Das bedeutet mitunter schwierige Gespräche mit sich selbst, oder auch mit anderen, da ja auch Themen behandelt werden, die nicht unbedingt mit der Sucht zu tun haben, nun aber doch an Relevanz gewinnen. Bei vielem frage ich mich nun auch was ich für ein Mensch aktuell bin und wie ich war, und wie ich sein will. Und der Weg von bin zu will, ist schwierig und unangenehm. Aber ich weiß, dass ich es kann.
Die Selbstsabotage oder Sucht ist in diesem Fall ein Selbstschutz vor der Angst vor dem Neuen und Unbekannten. Da ich mich in der Sucht auskenne, mich dort bewegen kann und weiß was zu erwarten ist.
Aktuell weiß ich das nicht. Und auch davor habe ich Angst. Aber das ist Okay. Die Definition von Mut ist ja nicht die Abwesenheit von Angst, sondern sie zu haben, und es trotzdem zu tun.
Andre:
Eine Pause ist für mich: ein Zeitraum gefüllt mit etwas, um A.: etwas runterzukommen, und B.: eine andere gedankliche Perspektive oder Einstellung zu gewinnen.
Meist Tätigkeiten ohne zufuhr von Informationen in welcher Form auch immer.
(Nickerchen, Blumen gießen, zeichnen, schreiben ) Also eher Output als Input, damit die Gedanken Raum haben, erst zu kreisen und dann zur Ruhe zu kommen.
Etwas das erdet.
Daran sollte ich mich in Zukunft erinnern.
Danke für eure wirklich bewegenden und wohlüberlegten Beiträge.
Wünsche euch ein schönes Wochenende!