Grüß Dich Luna, wir kennen uns nicht, kurz zu mir. Abstinenter Spielhallenzocker nach 30 Jahren Sucht jetzt 1 Jahr und paar gequetschte "Hallenfrei".
Ich nenne das bewusst so da ich seit paar wochen ein Browser-online-spiel spiele, aber ohne Geldeinsatz da ich in einer GUTEN Phase jedwede Möglichkeit genutzt habe und bei mir alles gesperrt ist was Onlinezahlungen betrifft. Außerdem konnte ich es nicht lassen heute einen Lottoschein zu kaufen da ich wieder ein eigenes "offenes" Konto habe wo allerdings nur ein bischen Rente von mir rauf geht, es kann nichts "schlimmes" passieren. Ich wollte eigentlich nur Post für meine frau von der Firma abgeben und habe an NICHTS bewusst gedacht, irgendwann unterwegs schlich es sich in die Gedanken, "ach Mensch, Tabakladen, da war doch was, und der Film hat angefangen,...
Ich / man ist NIE wirklich sicher vor SICH SELBSTIm Moment gehts mir nicht so gut und ich muss nächste Woche ins Krankenhaus weil mein Verhalten mir gegenüber ziemliche Spuren hinterlassen hat und jetzt mit 49 meine Pumpe ziemlich im Eimer ist. VORSORGLICH "nur" eine Katheteruntersuchung da das Ct nich so berauschend war.
Unter anderem deswegen hatte ich HEUTE keine Lust mich mit meinen Dämonen auseinander zu setzen und die 20 Euro tun uns wahrlich NICHT MEHR weh,... Jeder andere hier weiß, das mich das selber genug ärgert und ne Moralpredigt nicht nötig ist,...
Damit nun zu deinem Mann da sich hierdurch der Kreis meiner Gedanken schliesst.
Ich finde es Klasse das Du Deinen Mann geheiratet hast obwohl Du von der Sucht wusstest, anderseits kann es auch sein das du es unterschätzt hast was das heißt. Einer seits denke ich - RESPEKT - anderseits denk ich, selbst schuld (bitte nicht falsch verstehen) , ich mein das nicht böse...
Das Thema "er ist krank" "ich bin krank" sehe ICH sehr kritisch da es Pausenlos als Begründung und Ausrede benutzt wird oder als entschuldigung.
DAMIT ist es bei weitem nicht getan, und je nach Charakter kann das eine anstrengende Lebensaufgabe sein immer wieder auf sich auf zu passen.
ICH selbst habe MIR auch den DRUCK gemacht, ICH WILL Spielfrei werden, FATALER Fehler am Anfang, genau das hats nur noch schlimmer gemacht.
Nach Jahrelanger Therapie wegen anderer Dinge UND regelmäßigen Terminen in der Suchtberatung bin ich jetzt, nach 10 Jahren an dem Punkt es anzunehmen das ich ein Suchti bin - ob ich suchtKRANK bin - das ist ein anderes Thema, denn selbst heute bin ICH der Meinung das man alles schaffen kann wenn man es denn will. Ja, ich schreibe das TROTZ dem Lottoschein, hätte ICH nicht gewollt, hät ich ihn nicht gekauft,...
So wie ich das lese denke ich dein Mann sollte erstmal damit anfangen sich selbst den Druck zu nehmen und akzeptieren das ER IST wie er IST, mit allem drum und dran und da kann eine Therapie wunder bewirken, mir hat sie geholfen auch wenn es Jahre gedauert hat und ich nie damit gerechnet hätte kann ich heute mit Pipie in den Augen sagen das ich auf das STOLZ bin wo ich HEUTE bin, ohne meine Wahnsinnsfrau seit 17 Jahren an meiner Seite (sie wusste es allerdings nicht und nach 5/6 Jahren kam mein Zusammenbruch) und meine Therapeutin, oh ich will nicht drüber nachdenken war ich doch grad noch so stolz,...
Hilflos seid Ihr auch nicht sonst hätte es ja 2 Jahre nicht geklappt, ergo gehts ja in die "richtige" Richtung.
Ich kenne die Hilflosigkeit in den Augen meiner Frau, die Wende kam in dem Moment als "meine Frau begriffen hat" das SIE mir überhaupt NICHT helfen KANN ob Sie will oder nicht... Hier und da UNTERSTÜTZEN ja - aber HELFEN nein. Vielleicht schwierig zu verstehen aber genau so ist es....
Ich hatte auch nichts mehr ausser 5 Euro Taschengeld in der Potte, einige Rückfälle als ich wieder der Meinung war "ach, ich krieg das hin", Karte wieder weg, hin und her,...
Seit Drei Monaten hab ich nun das Konto, hier und da hats gekitzelt, Kurve bekommen, und heute hats mich halt erwischt, "was solls" ist halt so. Kommt das nochmal vor dann weiß ich was zu tun ist, Karte ERSTMAL wieder zu meiner Frau, bis es FUNKTIONIERT das ich damit aus dem Haus gehe ohne scheisse zu bauen und damit will ich letzendlich sagen das ALLES an IHM liegt und er wird viel an SICH arbeiten müssen da kannst DU überhaupt nichts ausrichten außer wahrscheinlich so wie jetzt "einfach" für Ihn da zu sein und schon heul ich wieder weil ich im gleichen Atemzug an MEINE Frau denke,...
Eine unterstüzende Hilfeleistung meiner Frau -haha da muss ich selber lachen- dennoch, nicht mehr und nicht weniger denn das wahre Problem liegt WEIT dahinter und DABEI kann Sie mir nicht helfen, das ist MEINE Aufgabe und die Arbeit der Therapeuten ...
Edit: ganz vergessen. Du kannst Dich auch als Angehörige an eine Beratungsstelle wenden, unter anderem hier online
https://www.suchtberatung.digital/