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Autor Thema: Mein "Leben" mit der Sucht

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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#15: 20.08.2025 18:51:33
Moin Timo, versuche mal zu überlegen was falsch gelaufen ist.
Mangelnde Ernsthaftigkeit ist es sicher nicht.
Suche den Trigger, damit du das zukünftig umgehen kannst.
Oft sind das auch kleine Belohnungen für erreichte Erfolge
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#16: 21.08.2025 06:56:02
Oft sind das auch kleine Belohnungen für erreichte Erfolge

Moin, kannst du das bitte näher erläutern wie du das meinst Fred, das macht mich ziemlich stutzig...
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8.12.1974 :) Schlechter geht immer, BESSER aber auch :)
 

Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#17: 21.08.2025 07:29:44
Moin, kannst du das bitte näher erläutern wie du das meinst Fred, das macht mich ziemlich stutzig...

Naja, wenn man was "erreicht" hat, dann neigt man dazu, sich dafür zu belohnen. Manchmal eben in Form eines Spielchens.
"ach jetzt hab ich schon soundosoviel gespart, da darf ich mir mal nen 10er gönnen" etc.
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Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#18: 21.08.2025 07:31:45
Danke Fred, ich hatte das anders verstanden in dem Zusammenhang.
Eher so das "normale" Belohnungen getriggert haben könnten.
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8.12.1974 :) Schlechter geht immer, BESSER aber auch :)
 

T
Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#19: 22.08.2025 04:21:06
Danke für eure Nachrichten.
Ich bin seit dem Rückschlag wieder komplett spielfrei und habe entsprechende Maßnahmen ergriffen, sodass ich nicht mehr so einfach auf größere Geldbeträge zugreifen kann.
Mit kleineren Beträgen (auch online) kann ich sehr gut umgehen, das triggert mich in keinster Weise.

Ansonsten arbeite ich fleißig, was mir extrem gut tut und hilft.

Am Montag gehe ich dann zur Beratungsstelle.

Was mir ein wenig schwerfällt, ist der Umgang mit den Gedanken. Ich denke sehr oft an meine Sucht und beschäftige mich auch viel damit.
Aber irgendwie verdränge ich die Gedanken auch teilweise, weil ich einfach nicht genau weiß, wie ich damit umgehen soll.

Ebenso Suchtdruck oder Gedanken ans Spielen.
Mehr als 2 Jahre lang war es für mich alltäglich, diesem Drang und den Gedanken nachzugeben.
Jetzt plötzlich nicht mehr.
Was mache ich stattdessen, soll ich sofort im Kopf die Nachteile des Spielens runter beten?
Verdrängen? Ablenken?
Das mag komisch klingen, aber ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll.

In der Vergangenheit war es tatsächlich oft so, dass mich diese kurzen Gedankenblitze auch nach längeren Spielpausen wieder in alte Muster gerissen haben.

Allerdings waren das aber auch keine ernsthaften Versuche, Spielfrei zu werden, weshalb ich von Spielpausen spreche.

Jetzt hingegen nehme ich das Ganze sehr ernst und will wirklich abstinent sein.
Konsequent, zu 100%!
Dennoch machen mir diese Gedanken ein wenig Sorgen.

Auch das 24h Konzept: "Heute spiele ich nicht".
Das ist eigentlich super und macht vollkommen Sinn.
Micht macht das aber irgendwie nervös.
"Heute spiele ich nicht. Ja, aber morgen könnte ich dann wieder."

Das hört sich vielleicht kurios an, aber genau solche Gedanken kommen mir dann immer.

Nichtsdestotrotz möchte ich aber auch das Positive nicht außer Acht lassen.
Ich fühle mich wirklich gut und befreit. Ich habe wieder so viel Energie und Lebensfreude.

Ich muss nicht mehr täglich hunderte oder tausende Euro einzahlen und mit Schweißperlen auf der Stirn hoffen, dass ein großer "Gewinn" kommt. Ich muss nicht mehr stundenlang vor blinkenden Lichtern sitzen, die darauf ausgelegt sind, mich körperlich und seelisch zu zerstören.
Ich muss niemanden mehr anlügen oder zugeben, dass ich tausende Euro innerhalb weniger Tage verspielt habe.

Ich darf spielfrei sein und das fühlt sich unfassbar gut und befreiend an.
Ich selbst bestimme von nun an wieder mein Leben.
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« Letzte Änderung: 22.08.2025 04:47:23 von Timo »
 

Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#20: 22.08.2025 08:35:16
"Heute gehe ich nicht spielen"
Das ist ein erreichbares Ziel. Nicht so abstrakt wie
"Ich werde nie wieder spielen"
Dieses Ziel kann man mit ein wenig Elan durchaus schaffen.
Und morgen ist dann ja wieder "heute"  :D

In einem besonders schweren Moment kontaktierte ich Olli und dieser antwortete mir spontan:
"Fred, du darfst nur die nächsten 5 Minuten nicht spielen"
Das brachte mich zum Schmunzeln.
Seitdem trage ich ein kleines Zettelchen bei mir, auf dem steht
"nur die nächsten 5 Minuten"
Der Gedanke daran hat mich immer wach gehalten

Bei Suchtdruck ist immer Ablenkung ein gutes Mittel.
Ein Ansprechpartner aus dem Freundeskreis oder der Selbsthilfegruppe
Manche lenken sich mit Chilischoten ab, ob das wirklich stimmt ?

Wichtig ist es, nur die nächsten 5 Minuten nicht zu spielen ...
Oder eine einzige Minute ... je nachdem was du schaffst
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S
Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#21: 29.08.2025 12:21:27
Hallo Timo,
schön, dass du den Weg hier ins Forum gefunden hast!

Mein Name ist Sandra, ich bin Suchtberaterin und Online-Streetworkerin.

Ein paar Tage sind nun vergangen, und ich wollte mal nachfragen, wie es dir aktuell geht und wie dein Stand ist?
Es freut mich sehr zu lesen, dass du so motiviert bist und das große Ziel hast, spielfrei zu bleiben. Du hast hier im Forum ja schon viele wertvolle Tipps bekommen.

Wichtig ist, dass der Weg zum Ziel „spielfrei“ nicht immer gerade verläuft – es kann unterwegs immer mal Steine oder kleine Hürden geben.
Aber noch wichtiger ist: Du musst diesen Weg nicht alleine gehen. Hol dir Unterstützung, wenn du sie brauchst!
Deshalb ist es toll, dass du einen Beratungstermin bei einer Suchtberatung vereinbart hast und auch eine Selbsthilfegruppe besuchst.

Ich freue mich, wieder von dir zu hören!

Liebe Grüße
Sandra
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T
Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#22: 04.09.2025 02:16:49
Hallo zusammen,

Bislang läuft alles relativ gut. Ich bin spielfrei, besuche die Beratungsstelle, habe beruflich und privat sehr viel geschafft und auch einen Plan, wie es weitergehen soll.

Tatsächlich verfüge ich auch über Geld, das klappt ebenso problemlos. "Mal eben spielen" kann ich auch nicht, da ich gewisse Hürden eingebaut habe.
Dennoch muss ich natürlich weiter an mir arbeiten und noch deutlich mehr Schritte in Richtung Spielfreiheit gehen.
Das Ganze ist ja eher ein Marathon und kein Sprint.

Der Suchtdruck hielt sich bisher in Grenzen. In den letzten Tagen war er aber deutlich stärker vorhanden.
Kleinere Rückschläge oder wenn etwas nicht wie erwartet klappt. Das triggert mich am meisten. Da gehen für einen kurzen Moment wieder alte Denkmuster an und ich muss aktiv dagegen steuern.

Dennoch ist meine jetzige Situation nicht vergleichbar mit den letzten Jahren.
Derart konkret und konsequent bin ich den Weg in Richtung Abstinenz noch nie gegangen.

Mein Ziel ist Spielfreiheit und ich tue alles dafür, diesen Weg mit aller Kraft zu gehen.
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S
Re: Mein "Leben" mit der Sucht
#23: 08.09.2025 08:37:12
Hallo Timo,

es freut mich sehr zu lesen, dass es dir im Moment gut geht und du eine positive Veränderung bei dir bemerkst – das ist ein großer Schritt!

Dein Vergleich mit dem Marathon gefällt mir gut. Er zeigt, dass du dir der Langstrecke bewusst bist, die so eine Veränderung mit sich bringt. Dass du dir bewusst kleine Hürden einbaust, ist eine sehr hilfreiche Strategie – so bleibst du aktiv und wachsam auf deinem Weg.

Du bist definitiv auf einem guten Weg – mach weiter so! :)
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