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Autor Thema: Autopilot

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Marcello

Re: Autopilot
#90: 12.03.2022 17:43:40
Danke, für die starken Worte.
Keineen Moment habe ich heute gezweifelt.
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M

Marcello

Re: Autopilot
#91: 16.03.2022 07:57:56
Gudai,
eine Abstinenzentscheidung traf ich schon mehrmals und ... jetzt halte ich mich besser zurück mit solchen inneren Versprechen. Ich traue mir an dieser Stelle selber nicht mehr. Mir selber brauche ich gar nicht erst versuchen, was vorzumachen. Wie oft habe ich die Tage gezählt und dachte, jetzt bin ich übern Berg.  Jetzt habe ich es geschafft, diesen Dämon zu besiegen. Wenn die anderen sagen: "Höre auf, denke an die Familie, du machst alles kaput, so fand ich immer genügend Gründe dem auszuweichen oder habe gleich auf inneren Durchzug gestellt. Alle bewussten Entscheidungen haben nichts bewirkt. Vielleicht an der ein oder anderen Stelle das Ausmaß eingefriedet aber was zählt das schon. Ich habe mir Hobbys gesucht und gehe diesen auch nach. Aber vom Zocken haben sie mich nicht abgehalten. Zocken ist wie ein Schatten. Er ist da, mit nichts tun genauso wie im draufloshandeln. Trotzdem denke ich, es ist richtig nicht zu zocken. Irgendwan wird es vorbei sein, so oder so. Besser früher, dann könnte ich dieses gute Gefühl länger auskosten. Moralisch halte ich es für besser nicht zu zocken.
Marcello
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Re: Autopilot
#92: 16.03.2022 08:46:37
Trotzdem denke ich, es ist richtig nicht zu zocken. Irgendwan wird es vorbei sein, so oder so.

Irgendwann wirst du morgens wach und bist König von Deutschland, oder spielfrei, oder [such dir was aus]
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Re: Autopilot
#93: 16.03.2022 18:54:05
Hallo Marcello,

es ist auch hier anerkannt dass es eine psychische Erkrankung ist, die man nicht so einfach abschütteln kann.
Immer wieder weiter spielt bis zum blanken Entsetzen und dann noch weiter spielt und spielt und spielt.
Möchte gar nicht spielen und hätte eigentlich tolle Dinge vor und geht dann aber dennoch.
Etwas geleistet hat und sich gleich danach damit belohnt wieder zu spielen.
Druck, Sorgen, Ängste, Freude, Langeweile oder ein warmer Sommertag..ist doch wurscht, immer ein Grund zum spielen.
Vielleicht einmal 3 Wochen etwas anderes gemacht, danach  lässt es sich doch sogar noch das Spielen zu genießen.....
Alles ok, kennen wir auch ganz gut, ging bei mir etliche Jahre so.

Doch es gibt eine Differenz !
Wenn Du ja nun eigentlich bereit bist Hilfe anzunehmen und etwas ändern möchtest.
Dir diese Mühe machst u.a. hier zu schreiben und berichtest.
Reicht es bei weitem nicht aus, nur Tagesabläufe zu schildern oder Gefühlswelten zu zelebrieren.
Dies wissen doch die meisten aktiven Spieler selbst, was für eine Scheiße dass alles ist.
Auf Autopilot oder es mit einem Dämon auf eine Stufe zu stellen schildert genau diese Situation.
Selbstaufgabe ist das Marcello!

Es gelingt Dir nicht spielfrei zu werden... nein !
Es gelingt Dir einfach weiter zu spielen...ja !

Bist Du ein Kämpfer Marcello ?
Denkst Du es ist ein Kampf um spielfrei zu werden ?
Der einzige Kampf ist es mit einigen hundert Euro in der Tasche, an Hallen, Casinos, Onlineanbietern oder an der Lottoannahmestelle vorbei zu laufen. 

Du hast nun öfters gespielt, statt in jenen Momenten hier zu schreiben oder Dich an jemanden per PN zu wenden oder den Kontakt im Chat gesucht hättest.
Von den vielen anderen Möglichkeiten ganz zu schweigen.
"" Trotzdem denke ich, es ist richtig nicht zu zocken""
Ist dies Deine Erkenntnis oder halt geschriebenes aus Deinem momentanen Frust ?
Du solltest es uns wissen lassen....

Versuche weiter immer dran zu bleiben, Dein Leben... es ist sehr wertvoll.

Liebe Grüße
 
   
 
   
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M

Marcello

Re: Autopilot
#94: 17.03.2022 08:13:10
Gudai,
ich danke Euch für Eure Antworten. Dieses Forum ist mir sowas wie ein Tagebuch mit öffentlicher Kommentarmöglichkeit geworden. Meine Selbsthilfegruppe. Bei Euren Bemerkungen muss ich manchmal schlucken.  Sind sie so gar nicht willfertig oder anerkennend. Kein Geschmuß. Willst du spielfrei sein, dann mach aber höre auf zu jammern oder dich rumzuwinden? Es gibt nichts, womit du dein Weiterso rechtfertigen kannst. Nichts kann dir passiert sein und es wird auch nichts eintreten, womit du dein Nichtändern begründest. Ohne Wenn und Aber! Hör auf und gut.
Jacky, gleich dein erster Satz hat es in sich. "... eine psychische Erkrankung..." Die Geschichte vom armen Lazerus verdeutlicht das Dilemma. Lazerus wird von den Toten wieder aufgeweckt. Und dann? Ist er gesund, frei von stinkenden Füßen und Zahnschmerz? Was passiert mit unserem Lazarus? Stirbt er dann doch wieder und wenn ja, woran? Diese Geschichte macht keinen Sinn, solange der Lazarus sich nicht ändert. Also es macht keinen Sinn wieder lebendig zu sein, wenn sich sonst dieses , im Falle Lazarus, beschissene Leben nicht geändert hat. Lazeruns ist wieder lebendig, macht er sich dann keine Sorgen mehr?
Für mein Leben möchte ich dankbar sein. Nicht nur nicht, dass ich bisher Glück hatte, auch habe ich in diesem Laden Verantwortung bekommen. Muss ich machen! Ich bin ja schließlich mit dabei und außerdem Vater.
"Der einzige Kampf ist es mit einigen hundert Euro in der Tasche, an Hallen, Casinos, Onlineanbietern oder an der Lottoannahmestelle vorbei zu laufen. " Jacky, entschuldige, hier habe ich Vorbehalte. Die Frage, was mache ich mit meinem Geld/ Ressourcen, die ich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Klar kann ich mit hunderten Euros an den Casinos vorbei gehen aber wo bezahle ich dann damit. Das Studium der Kinder, das neue Auto, den schicken Kühlschrank oder werfe ich das Geld dem Bettler in seine Büchse. Spende ich dem Tierheim oder Ein Herz für Kinder? Ändert sich damit was?
Bin ich ein Kämpfer? Vielleicht eher ein Träumer oder nicht mal der.
Grüße Marcello
Gruß Marcello
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Re: Autopilot
#95: 17.03.2022 08:32:57
"Der einzige Kampf ist es mit einigen hundert Euro in der Tasche, an Hallen, Casinos, Onlineanbietern oder an der Lottoannahmestelle vorbei zu laufen. "

Deine Krankheit beginnt deutlich vor dem Zeitpunkt, wo du dir "einige hundert Euro" in die Tasche steckst.

Sorry, dein gesamter Beitrag wieder einmal eine einzige Rechtfertigung etwas als unabänderlich darzustellen.
Dein Verglich, dass dein Geld "sowieso" weg ist, ist für mich nur noch pervers ... ja eigentlich krank.

Sei froh, wenn Spielsucht dein einziges Problem ist.
Glauben tu ich nicht daran.

Sorry wenn ich die so "angreife".
Aber sämtliche Beiträge von dir sind in meinen Augen einfach nur "abartig"
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Re: Autopilot
#96: 17.03.2022 19:18:34
Hallo,

dies schreibe ich jetzt gar nicht mehr für Dich, hier ist es auch wesentlich einfacher sich abzumelden und man braucht nicht einmal eine Sperrdatei.   

Moin, um mich steht es mies. Seit 8 Jahren dattel ich an Automaten. Das fing kurz vor meiner Hochzeit an. Als 18jähriger war ich auch schon mal dran. Ich erinnere mich, wie ich damals abends mit dieser Melodie im Ohr ins Bett gegangen bin. Damals habe ich von einem Tqg auf den anderen aufgehört. Dann hatte Spielen 20 Jahre keine Bedeutung und dann vor 8 Jahren ging es wieder los und seit dem fliege ich im Autopilot und kann nicht mehr selbst das Steuer übernehmen. Bitte helft mir. Ich will nicht mehr. Was kann ich tun? Ich möchte diesen blinden Fleck in mir aufarbeiten, weiß aber nicht wie "aufarbeiten" geht.
Grüße Marcello

Das Fettgedruckte war maßgebend, egal was danach auch alles so kam.
Aufarbeitung eines süchtigen Lebens, es versuchen zu entwirren und empfindende Werte wieder zu erlangen...
Kann schon schmerzen, ärgern und resignierend sein.
Und wenn schon, es ist gefühlt kaum anders als es das geführte Leben ja eh schon war.
Und wenn jemand dies dann genau so empfindet, quasi als das selbe Unbehagen....geht es halt nicht! 
Sich nun hier abgemeldet zu haben, ist dann auch das jeweilige Statement dazu .   

Liebe Grüße
 

 
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« Letzte Änderung: 17.03.2022 19:54:26 von Jacky1 »
 

J
Re: Autopilot
#97: 18.03.2022 00:37:13
Hallo,

Ich habe deine Beiträge auch die letzten Tage in meinen freien Minuten, wenn ich mal keine Anwendungen oder therapiesitzungen hatte mitgelesen.

Ich muss Fred teilweise auch recht geben, dass ich viele Dinge einfach nur noch *abartig* und krank finde.


Wenn ich lese, dass du mit Argumenten kommst…. Wie soll ich Dinge bezahlen, oder für meine Kinder, oder Ähnliches….

Als ich in meine exzessiven Phasen des Spielens war… habe ich mir auch einen scheiß eingeredet… mit ich schaffe es alleine, das hört auch wieder auf… oder ich habe die Kontrolle über mein Geld…. Alles FALSCH!! Denn Geld ist unser Suchtmittel.

Ich bin dankbar dafür das ich eure ganzen Erfahrungen und Beiträge lesen darf!! Danke an euch!!

Wenn ich jedoch sowas wie von Dir Marcello lese… (tut mir leid wenn ich dich nun angreife) könnte ich einfach nur kotzen und mich schämen.

Man sollte sich immer die Frage stellen? Brauche ich soviel Geld überhaupt wenn ich unterwegs bin? Muss ich mit Geld planen was vielleicht noch garnicht vorhanden ist?

Taschengeld für das nötigste! Den arsch in der Hose haben und sein Lohn/finanzen an eine Vertrauensperson abzugeben. Es gibt so viele Möglichkeiten…


Alles Dinge die ich hier alle lernen durfte und mitnehmen durfte.

Diese Therapie die stationär dem Ende entgegen geht. War das beste was ich jemals machen konnte.

Ich habe gelernt zu meiner Sucht zu stehen. 1x Spieler immer Spieler.

Jedoch hat jeder von uns die Wahl. Welchen Weg er gehen möchte und einschlägt!

Liebe Grüße an alle
Joshi
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Re: Autopilot
#98: 18.03.2022 07:54:06
Ich weiß auch nicht ob Du mit Menschen in Deinem Umfeld ebenfalls solche " Spiele" betreibst. Das wäre schade und schlimm.
Mal abgesehen davon, dass Du auch mit Dir selbst spielst.

Ganz ehrlich ... ich bin mir nicht sicher, ob ich meinem Leben mehr am Automaten oder mit Menschen gespielt habe.
Ich bezeichne mich mal als "gewitzt", "wortgewandt" und in natura als sehr vertrauensvoller Mensch.
Diese Eigenschaften nutzt ich praktisch mein Spieler-Leben lang um Menschen zu manipulieren.
Natürlich insbesondere diejenigen, die mir am nähesten waren.
Selbst die Therapeuten in meiner stationären Therapie konnte ich begeistern und war ein absoluter "Vorzeigepatient",
Ich durfte sogar 3 Wochen früher mit Absolution der Klinikleitung die Threapie vorzeitig verlassen/beenden.
Man hab ich mich gefreut was für ein geiler Kerl ich war.
Zur Belohnung gings erst zum Spielen und dann rief ich meine Frau an, dass ich "wieder frei" bin :-)

Dieses Verhalten ging mir in Fleisch und Blut über, sodass ich das Spielen mit Menschen überhaupt nicht
mehr wahrgenommen haben.

Dies war eigentlich die schwerste Aufgabe in meiner neuen Nicht-Spieler-Karriere.
Jetzt musste ich mal die Fresse halten und einfach mal die Meinungen anderer akzeptieren und
mich einfach mal so darstellen wie ich wirklich bin / war.

1) ein kleines Häufchen Elend mit null Selbstbewusstsein
2) keinem einzigen verbliebenen Freund auf dieser Welt
3) unfähig zu echten sozialen Kontakten
4) jemand der praktisch nichts "zu bieten" hat.

Das einzige was ich anbieten konnte war "Ich" ... und meine Aufrichtigkeit, die ich nie wieder hergeben würde.

Ey, das war hammerhart. Der "große Fred" ( physisch gesehen) den quasi jeder mochte, der souverän jede Situation meistern konnte.
Das war gar nicht ich ... das war der "große Manipulator".

Heute bin ich einfach ich und die wenigen Menschen die mich überhaupt noch "lieben", die lieben mich
genau darum. Weil ich so bin wie ich bin. Einfach herzlich, mitfühlend und gnadenlos ehrlich. ( was aber nicht jedem immer gefällt)
Ein verlässlicher Mensch. Das ist wichtiger als alle Oberflächlichkeiten.

Es ist einfach ein schönes Leben, so völlig frei von allen Geheimnissen.
Es gibt keine Dinge die verheimlicht, versteckt, retouschiert oder sonstwie verbogen werden müssen.

Früher im Käfig meiner eigenen Lebenslüge erstickt, heute frei wie ein kleines Vögelchen.
Und genauso fühle ich mich heute .. wie ein kleines Vögelchen.

Ich kann auch mal jemandem auf den Kopf scheißen  :o
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Re: Autopilot
#99: 18.03.2022 18:27:27
Hallo,

mit Sicherheit mein letzter Beitrag in diesem "stillen" Thread.
Da gäbe es bessere Orte in diesem Forum, wo auch keiner in die Verlegenheit kommen könnte etwas erklären zu wollen.
Als ob keiner wüsste in was für einer Welt ein pathologischer Spieler lebt, so ist dann halt auch zu lesen!
Dies ist doch nicht überraschend....
Meine Loyalität gilt einigen hier besonders...aber auch für jeden der hier schreibt und auch bleibt!
Selbst wenn einer beim lesen von Antworten, innerlich seine Augen schließt, ihm eine Melodie von James Blunt durch den Kopf geht und er dabei denkt wie es ist auf 100 Freispiele zu drücken...einen "guten" Grund wird es ja schon geben warum er berichtet.
Und da ist es doch gar nichts...im Vergleich was es zu ändern gebe, einmal etwas stärker kritisiert zu werden.
Die Türen bleiben ja immer offen...dies ja sowieso, doch wenn jemand weg? ...Hallloooo!
Eine Abmeldung ist persönlich zu nehmen, egal nun von welcher Seite aus.
Schreibt doch jenen die da sind, in ihren Threads.

Liebe Grüße 
 
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