Danke für eure Nachrichten.
Ich bin seit dem Rückschlag wieder komplett spielfrei und habe entsprechende Maßnahmen ergriffen, sodass ich nicht mehr so einfach auf größere Geldbeträge zugreifen kann.
Mit kleineren Beträgen (auch online) kann ich sehr gut umgehen, das triggert mich in keinster Weise.
Ansonsten arbeite ich fleißig, was mir extrem gut tut und hilft.
Am Montag gehe ich dann zur Beratungsstelle.
Was mir ein wenig schwerfällt, ist der Umgang mit den Gedanken. Ich denke sehr oft an meine Sucht und beschäftige mich auch viel damit.
Aber irgendwie verdränge ich die Gedanken auch teilweise, weil ich einfach nicht genau weiß, wie ich damit umgehen soll.
Ebenso Suchtdruck oder Gedanken ans Spielen.
Mehr als 2 Jahre lang war es für mich alltäglich, diesem Drang und den Gedanken nachzugeben.
Jetzt plötzlich nicht mehr.
Was mache ich stattdessen, soll ich sofort im Kopf die Nachteile des Spielens runter beten?
Verdrängen? Ablenken?
Das mag komisch klingen, aber ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll.
In der Vergangenheit war es tatsächlich oft so, dass mich diese kurzen Gedankenblitze auch nach längeren Spielpausen wieder in alte Muster gerissen haben.
Allerdings waren das aber auch keine ernsthaften Versuche, Spielfrei zu werden, weshalb ich von Spielpausen spreche.
Jetzt hingegen nehme ich das Ganze sehr ernst und will wirklich abstinent sein.
Konsequent, zu 100%!
Dennoch machen mir diese Gedanken ein wenig Sorgen.
Auch das 24h Konzept: "Heute spiele ich nicht".
Das ist eigentlich super und macht vollkommen Sinn.
Micht macht das aber irgendwie nervös.
"Heute spiele ich nicht. Ja, aber morgen könnte ich dann wieder."
Das hört sich vielleicht kurios an, aber genau solche Gedanken kommen mir dann immer.
Nichtsdestotrotz möchte ich aber auch das Positive nicht außer Acht lassen.
Ich fühle mich wirklich gut und befreit. Ich habe wieder so viel Energie und Lebensfreude.
Ich muss nicht mehr täglich hunderte oder tausende Euro einzahlen und mit Schweißperlen auf der Stirn hoffen, dass ein großer "Gewinn" kommt. Ich muss nicht mehr stundenlang vor blinkenden Lichtern sitzen, die darauf ausgelegt sind, mich körperlich und seelisch zu zerstören.
Ich muss niemanden mehr anlügen oder zugeben, dass ich tausende Euro innerhalb weniger Tage verspielt habe.
Ich darf spielfrei sein und das fühlt sich unfassbar gut und befreiend an.
Ich selbst bestimme von nun an wieder mein Leben.