Spielsucht Soforthilfe Forum (SSF)
Spieler & Angehörige => Ich bin hier ... NEU => Thema gestartet von: stephan am 21.05.2022 10:20:44
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Hallo zusammen.
Mein Name ist Stephan, ich bin 53 Jahre und seit 35 Jahren spielsüchtig. Wahnsinn, wenn ich das schreibe!
Ich bin seit 17 Jahren in einer festen Beziehung. Bin seit über 7 Jahren bei der gleichen Firma beschäftigt.
Meine Familie, Freunde und natürlich meine Andrea wissen bescheid. Zu meiner Geschichte: Am Anfang,
so mit 17 Jahren, spielte ein Freund von mir an einem Automaten. Sofort war ich Feuer und Flamme!
Spielte etwa 3 Jahre nebenbei, Spielsucht war damals kein Thema. Verdiente sehr gut und ich hatte nie
Geldprobleme. Lernte in einer Disco meine damalige Freundin kennen und lieben. Die ersten 3 Jahre spielte
ich gar nicht mehr, doch als die Beziehung schlechter wurde, zog es mich wieder zum Spiel. Ich log und verspielte
alles. 2 Jahre später stand ich alleine da. Kündigte meine Arbeit, trank viel Alkohol und wechselte jede Woche die Partnerin.
5 Jahre "lebte" ich so. Mal da einen Job, legal oder illegal, dass war mir völlig Latte. Einmal war ich in der Slowakei, ein anderes
mal bei einem Rockerclub in München. Durch meinen Sport, das Fußballspielen, lernte ich jemand kennen der ein Lokal hatte.
Dort arbeitete ich als Kellner, fragt nicht was das für eine exzessive Zeit war. Hier lernte ich meine zweite längere Beziehung
kennen. Diese hielt 7 Jahre und war geprägt vom Casinospiel in der Tschechei. Sie spielte schon länger Roulette und
brachte es mir bei. Das war mein Spiel! Es war eine coole Zeit, die sehr schlimm endete.
Nun war mir zum erste mal klar, ich habe ein Problem. Nur ich wusste nicht was für eins? Psyche, Alkohol, Beziehungsunfähig
oder Spielsucht? Zum erste mal ging ich zum Arzt und er meinte ich soll eine Kur beantragen. Dort war ich mit Verlängerung
10 Wochen. in der Kur, die mich ein wenig stabil erscheinen lies, lernte ich meine jetzige Freundin kennen. Es sind jetzt 17 Jahre
6 Monate und 4 Tage. Diese Frau ist einzigartig, was sie alles mit mir mitgemacht hat kann man gar nicht beschreiben.
In diesen 17 Jahren habe ich alles probiert um aufzuhören. Rhea in Köln, Spielergruppe, Diakonie, Suchtberatung, Tagesklinik,
Psychiater, Psychotherapien, keine EC- Karte, Taschengeld. Trotz allem spiel ich immer noch. Ich will aufhören, bitte helft mir dabei.
LG Stephan21
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Moin Stefan,
Ich will aufhören, bitte helft mir dabei.
da biste ja genau richtig hier. Es sind so enige dabei die eine ziemlich ähnliche "Geschichte" haben. Ich zum Beispiel :D
Ich selbst war um die 30 Jahre aktiver Spieler und zumindest kann ich dir sagen, dass das Leben "nach" der Spielsucht durchaus erstrebenswert ist.
Das wichtigste ist, dass du für dich entscheidest deine weitere Zeit abstinent zu leben.
Ehrlich gesagt habe ich grad absolut keine "Lust" zum Thema was zu schreiben, wollte nur schonmal kurz was antworten, damit du weißt dass du hier nicht "alleine" bist :-)
Gruß aus dem Norden allemal
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:) :)
Moin Stefan,
da biste ja genau richtig hier. Es sind so enige dabei die eine ziemlich ähnliche "Geschichte" haben. Ich zum Beispiel :D
Ich selbst war um die 30 Jahre aktiver Spieler und zumindest kann ich dir sagen, dass das Leben "nach" der Spielsucht durchaus erstrebenswert ist.
Das wichtigste ist, dass du für dich entscheidest deine weitere Zeit abstinent zu leben.
Ehrlich gesagt habe ich grad absolut keine "Lust" zum Thema was zu schreiben, wollte nur schonmal kurz was antworten, damit du weißt dass du hier nicht "alleine" bist :-)
Gruß aus dem Norden allemal
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Hallo stephan21 und herzlich Willkommen im Forum,
wenn ich unser beiden Daten / Zeitangaben so vergleiche gibt es schon einige Gemeinsamkeiten.
Wir kommen beide aus der gleichen "Spielergeneration"" und haben sicherlich ähnliches durchgemacht.
Stephan es ist nun endlich an der Zeit etwas zu ändern!
Für Dich, Deine Familie, Freunde und für Deine Andrea.
In diesen 17 Jahren habe ich alles probiert um aufzuhören. Rhea in Köln, Spielergruppe, Diakonie, Suchtberatung, Tagesklinik,
Psychiater, Psychotherapien, keine EC- Karte, Taschengeld. Trotz allem spiel ich immer noch. Ich will aufhören, bitte helft mir dabei.
Dies waren alles unterstützende Maßnahmen, sie sollten Dich begleiten und fördern.
Um auch zu ergründen was fehlen könnte.....was fehlen könnte dass Du ja immer noch spielst.
Das ist nicht außen zu finden, nirgendwo. Sondern "nur" bei Dir selbst.
Du kannst jede mögliche Unterstützung und Hilfe von uns haben, sehr sehr gerne sogar.
Wenn auch im Wissen um diese Sucht Du keineswegs ja unwissend bist, nach all Deinen Bemühungen.
Wenn ich früher spielte , egal auch wo.
War ich natürlich vollkommen damit verschmolzen, voll im Nebel..im Wahn und ohne irgendeine Kontrolle zu haben.
Aber tief in mir und auch wirklich zu jeder Zeit auch intensiv in mir spürbar, hatte ich kein gutes Gefühl dabei.
Weil ich war nicht alleine und riss ja all meine Lieben mit, obwohl sie es nicht wussten.
Habe gelogen und gelogen um alles immer zu vertuschen.
Es wäre auch egal gewesen wenn sie es gewusst hätten und ich sie nur mit leeren Versprechen besänftigt hätte.
Ich bin ein pathologischer Spieler aber spürte früher intuitiv was ich damit mir und allen in meiner Familie antat.
Mir war also klar, ich machte etwas sehr falsches.
Das eigene Gespür und die ganzen Emotionen dabei, brachten mich fast um.
Aber retteten gleichzeitig auch mein Leben, denn ich bin keine Maschine.
So musste ich mich entscheiden, es gab dann keine Halbherzigkeiten mehr.
Kein Weg mehr zurück zum Spiel, egal auch wie krank ich war oder wie unbändig es mich wieder zu Spielen gezogen hätte.
Kannst Du das etwas verstehen Stephan?
Es ist eine krankhafte Sucht ...ja, sie ist aber niemals soweit eigenständig, als sich nicht eines Tages dagegen verwehren zu können.
Jedes weitere Spiel ist eine Selbstaufgabe, diese ist unendlich spürbar.
Sie raubt Dir alles...doch nur weil Du es auch zulässt!
Warum ist es immer noch so bei Dir?
Du kannst Dir doch eigentlich selbst kein eigenes Wort mehr glauben mein Freund.
Und genau da würde ich auch anfangen an Deiner Stelle.
Nicht mehr auf die eigenen Lügen hören, das Spiel gibt Dir nichts...Du scheinst es nur noch zu glauben.
Es ist doch schon längst keine Flucht mehr, es ist automatisiertes Elend.
Komm schon....erzähl mal von Dir.
Nicht von dem was Dich vom Spielen fernhalten könnte, da hast Du in 17 Jahren nichts gefunden...sondern von dem was es für Dich so anziehend macht.
Kopf hoch und schön dass Du da bist.
Liebe Grüße
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Guten Morgen Stephan,
Herzlich willkommen. Toll, dass du auch das Forum für deinen weiteren Weg in ein abstinentes Leben nutzen willst. Du hast einen steinigen Weg hinter Dir. Viel schon verloren durch die Krankheit.
Gab es denn bei deinen vielen Bemühungen Erkenntnisse, die für dich zu Schlüssel Momenten werden könnten.
Ich selbst bin jetzt zweieinhalb Jahre spielfrei. Wenn ich zurück schaue auf diesen Moment, wo ich das erste Mal wusste, daß wars jetzt. Jetzt kann ich nicht zurück... Ich war auf gewisse Art traurig das Spielen zu verlassen.. Ich hatte Angst es würde mir etwas fehlen... Tat es auch ganz viel fehlte.. Selbstwert, interesse an Neuem.. Zeit... Nur eins fehlte nach diesem Moment nicht mehr... Das Spielen.
Aber es war nicht leicht, ne es war hart loszulassen und vorher hatte ich es unendliche male verlogen getan... Immer mit dem Hintergedanken.... Aber irgendwann da konnte ich ja doch wieder... Dieses irgendwann kam dann meist nach wenigen Tagen oder Wochen... Weil ich mir in mir erlaubt habe die Hintertür offen zu lassen.
In diesem einen Moment schloss ich sie. Und für die nächsten 24stunden bleibt sie wieder zu...
Freu mich auf deine Beiträge
LG Medea
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Hallo zusammen. Danke für die Hilfe. Wenn ich an das Aufhören denke, dann bekomme ich ganz große Angst. Mir wird richtig schlecht.
Mir fällt es sehr schwer darüber zu schreiben, ehrlich zu mir selber zu sein. Am liebsten will ich immer alles zudecken und "ICH" spiele nicht,
sondern es ist die Sucht. Es macht mir Angst, ich glaube das ich dann gar kein Selbstwert mehr habe. Was habe ich denn sonst, das mich spüren lässt
das ich lebe. Wenn ich das schreibe, fühle ich mich als ob ich mein Testament machen würde. Meine Gefühle passen nicht zu meinem Denken.
Ich will nicht mehr spielen! Ich bin seit dem 16.05.2022 spielfrei. Jeden Tag denke ich daran zu spielen. Doch irgendwas hält mich zurück, ich denke das bin ICH.
Aber ich fühle es nicht, das ich es bin der nicht mehr spielt. Erwachsen werden und auch so denken fällt mir extrem schwer. Auch das Alt werden macht mir Probleme. Angst vor dem Sterben kommt auch noch dazu. Mit dem Selbstwert habe ich auch zu tun. Ich frage mich oft wer bin ich?
Die Antwort schiebe ich immer vor mir her. So jetzt reicht es mir.
Für Antworten wäre ich sehr dankbar.
LG Stephan
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Hallo Stephan,
ja es liest sich auch wie ein Testament, dadurch wird es aber auch greifbar.
Es ist real...Deine Realität, möchtest weiter spielen , denkst daran ...machst es nur gerade nicht.
Bist am Tropf dieser psychischen Erkrankung.
...durchatmen.
Alles was Du schon dagegen unternommen hast war nicht umsonst.
Alles sind Hürden die halt nur noch nicht hoch genug, überspringen musste sie dennoch.
Es sind alles Steine in Deinen Gefühlen, sie machen es Deiner Sucht nicht leichter.
Du wertvoller Mensch!
Dein Weg geht weiter immer weiter, er endet so schnell ja nicht.
Sicherlich regelt ein Verdrängungsprozess auch Deinen gefühlten Alltag.
Du schiebst die Antwort gar nicht vor Dir her, Du hast sie um 20.13 Uhr hier geschrieben.
Jetzt ist doch endlich einmal Deine Zeit gekommen, nehme sie Dir.
Das ganze Oberflächliche von dem Deine Sucht profitiert, Irrtümer denen Du selbst immer unterlagst.
Ein Missverständnis in Deinem Kopf, Dein Kopf wird explodieren vor Selbstwert...versprochen.
Wenn Du motiviert nur in eine Richtung gehst, anfangs schwer und dann eine pure Freude.
Auch ich bin ein Kind in einem erwachsenen Körper, vieles wird dadurch schwerer ...weiß es schon ganz gut.
Im Spiegel sehe ich täglich einen erwachsenen Menschen, meine Organe sind alt, meine Seele voll mit allem.
Mir egal...weil ich werde niemals wirklich erwachsen!
Muss ich es...weil es erwartet wird ?
Sollen doch die ganzen Super Erwachsenen sich damit schlagen um dem gerecht zu werden...von mir aus.
Gehe da auch natürlich mit.....aber bleibe ein "Kind".
Mein Leben......
Zurück zu Deinem.
Biste blind geworden ?
Nein!
Deine Verdrängung vernebelte nur alles, lerne es wieder klar zu sehen und zu empfinden.
Du brauchst kein Spielen, es stielt Dir die klare Sicht, klare Gefühle und klares Empfinden.
Du bleibst jetzt nicht mehr stehen...für keine Minute.
Denkst Du es geht nicht? Weil es halt noch nicht geklappt hat ?
10 Jahre 20 Jahre 30 .......
Heute und jetzt....ist Deine Zeit.
Liebe Grüße
...für Andrea.
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Mir fällt es sehr schwer darüber zu schreiben, ehrlich zu mir selber zu sein.
Ab jetzt jeden Morgen und jeden Abend vor den Spiegel stellen und laut sagen:
"Ich bin spielkrank"
Nach relativ kurzer Zeit wird's leichter
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Hallo zusammen.
Ich sitze da und weiß nicht was ich schreiben soll. Habe wieder einen Tag geschafft ohne zu spielen.
Es ist ein komisches Gefühl, ich fühl mich irgendwie schlecht, doch auch wieder gut. Wenn ich darüber
nachdenke, was ihr so geschrieben habt, ist es vielleicht ganz normal. "Dieses Chaos"
Sich zu spüren und klare Gedanken zu haben ist schon sehr befremdlich. "Ich bin Spielkrank", dass fällt mir
schwer auszusprechen. Aber ich bin es, sonst wäre ich nicht bei euch. Ich denke und spüre, dass ich das Richtige mache.
Obwohl immer wieder jemand (ICH) zu mir sagt, lass doch dieses blöde Forum. Geh spielen, komm schon!
Ich will aber nicht! Bleib stark, ich habe so viel zu verlieren. Das sage ich mir jetzt immer und immer wieder.
Ich hoffe ich halte durch.
Danke nochmal an alle.
Bin für jede Hilfe dankbar
LG Stephan
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Guten Morgen Stephan,
Klar ist es am Anfang schwer. Aber es darf kein Gefühl des dauernd dagegen ankämpfen sein. Es sollte eher ein Gefühl des loslassen sein... Lass sie sucht los. Akzeptiere sie als ein Teil von dir. Es wird dich immer begleiten. Aber es wird nicht mehr dein Leben bestimmen...
Die erste Zeit ist nicht einfach. Dennoch wirst du bald neue Energie spüren. Die kommt aus einem heraus weil wenn man eine zeitlang wirklich und echt nicht spielt und ehrlich zu sich ist... Bekommt man Stolz. Ein kleines bisschen und das gibt Auftrieb.
Nutze den Auftrieb. Denn wie André schon schrieb.. Nur das "doofe" forum wird nicht reichen.
Ich selbst habe eine Verhaltenstherapie für mich gewählt... Andere nutzen eine shg oder beides... Vielleich schaust du nochmal auf deine bisherigen Ansätze und prüfst bei welchem du Ansätze für dich siehst...
Das Forum war für mich aber auch immer ein ganz wichtiger Ankerpunkt und ist es heute boch
LG Medea
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...ich bin 53 Jahre und seit 35 Jahren spielsüchtig......
In diesen 17 Jahren habe ich alles probiert um aufzuhören. Rhea in Köln, Spielergruppe, Diakonie, Suchtberatung, Tagesklinik,
Psychiater, Psychotherapien, keine EC- Karte, Taschengeld. Trotz allem spiel ich immer noch. Ich will aufhören, bitte helft mir dabei.......
LG Stephan21
Moin Stephan,
Was heist den "trotz allem spiele ich immer noch" ?
Würdest Du noch in die SHG gehen, würdest Du nicht mehr spielen. Gehst Du aber nicht, warum?
Meistens ist die Antwort , weil Du spielen willst!
Warum also meldest Du Dich hier an? Du hast es Dir mit Deiner Sucht doch "kuschelig" eingerichtet. Zu Deinem Pech hast Du auch noch eine Partnerin die Dir keine Konsquenzen für Dein Tun spüren läst.
Ein groß Teil Deines Lebens ist verspielt, warum solltest Du nun etwas ändern wollen.
Meine wirklich ernst gemeinte Frage daher, was willst Du?
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Hallo Taro,
was schreibst du da, du kennst mich doch gar nicht. Bin jetzt schon 13 Tage spielfrei. Am 02.06.2022 habe ich einen Termin bei einer
Psychotherapeutin, ich versuche aufzuhören! Ich habe mein altes Hobby wieder angefangen. Wenn ich hier im Forum bin, dann geht es
mir auch besser. Ich hab mal eine Frage, wieso bist du immer noch hier?
LG Stephan
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Moin Stephan,
Ja, ich weiss nichts über Dich, ausser das was ich geschrieben habe. Ich gehe seit 33 Jahren in die SHG. Ich bin hier weil ich Spieler bin.
Ich habe Dich nicht gefragt, was Du hier willst. Das wäre negativ und anmaßend, ich fragte "Was willst Du" Die Antwort auf diese Frage kann eine enorme Kraft entfesselt.
Ich weiß, das Du nicht mehr in die SHG gehst, weil Du sonst spielfrei wärst.
Taro
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Hallo zusammen,
das habe ich dann wohl falsch verstanden. Sorry, Taro! Ich werde euch von meinem Besuch bei der Therapeutin
berichten. Die Gedanken und Hilfestellungen von Euch sind gut für mich, ich kann Sie noch nicht so verarbeiten
und reflektieren. Aber ich weiß, ich muss mir die Zeit geben und alles in Ruhe machen. Jeder Tag ohne Spiel ist für mich ein
guter Tag. Das merk ich jetzt schon ein wenig. Der Gedanke ans Spiel wird ein kleines Stück weniger, es ist noch nicht viel
aber immerhin. Für mich ist es ja schon mal gut das ich mich mit meinem Problem auseinandersetze. Es fällt mir schwer
über meine Gefühle zu schreiben. Alles ganz unten lassen, nur nichts nach oben holen. Ich denke es wird schon, dauert
halt seine Zeit. 35 Jahre sind nicht einfach so wegzuwischen. Wichtig ist das ich einen Anfang gemacht habe und nicht mehr
spielen will. Dafür werde ich alles was ich leisten kann, auch tun.
Danke für die Antworten.
Habt ihr noch ein paar gute Anregungen?
LG Stephan
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Hallo stephan,
um etwas wieder ins rechte Licht zu führen benötigt man Fakten.
In Deinen 35 Jahren Sucht haben sich doch unzählige angesammelt.
Etliche Rückschläge aus Mangel an irgendetwas.
Es hat ja sein Gutes dass Du nun wieder etwas unternimmst, Dich damit auseinandersetzt.
Du hast geschrieben alles mögliche dafür zu leisten.
Untermauere Deinen Willen nicht mehr zu spielen, gebe Deinem Wollen diese große Chance.
Deine Gefühle sind das Wichtigste, glaube mir sie richten sich auch nach Deinem handeln.
Lasse Dir Zeit....es gibt in der Sucht keine Zeit ...sie lässt Dir keine.
Mache es mit der Sucht genau so.
Ja mit der Brechstange und zwar bei Dir selbst...das kostet eh schon genug an Zeit.
Diese Krankheit ist in Deinem Kopf, es ist "nur" eine Illusion die Dopamin freisetzt.
In Erinnerungen Deines Suchtgedächtnisses.
Du musst unbedingt aufgeben daran zu glauben, dass ein weiteres Spiel nur ein Spiel bleibt.
Du wirst dort immer verloren sein und das Ende rast jeden Tag schneller auf Dich zu.
Es frisst Dich auf, euch alle frisst es auf.
Du weißt dass Doch eh alles, Du musst es nur noch in Deinen Gedanken umsetzen.
Du brauchst das Glücksspiel nicht...dann denkst Du auch nicht mehr daran.
Kopf hoch und liebe Grüße
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Guten Morgen,
Hoffe es waren wieder 24 spielfreie Stunden.. Mir hat das von Tag zu Tag gehen am Anfang sehr geholfen. Ich glaube indirekt mache ich das heute noch.
Mir hat aber auch geholfen alles aufzuschreiben. Mein Tagebuch hier im forum.. Und bilanz zu ziehen... Ich habe alle Verluste aufgeschrieben mir jeden Kontoauszug angesehen.. Dabei bitterlich geweint.. Aber es musste sein. Ich musste alles für mich selbst aufdecken... Das nochmal als Hinweis von mir.. Ich musste durch den Schmerz gehen, durch die, Scham um dann zu erkennen wie machtlos ich doch war
Lg Medea
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Hallo zusammen.
Muss was gutes und was schlechtes berichten. Bin jetzt schon 19 Tage spielfrei! War heute bei der Psychologin, es war ein gutes Gespräch.
Sie müsse sich aber überlegen, ob sie mit mir diese lange Strecke gehen will. Bei mir ist das alles sehr Komplex und man müsse sehr viel
Arbeit reinstecken. Ich habe ihr meine ganze Lebensgeschichte erzählt und alles was in mir vorgeht. Ich komme mir total minderwertig
vor. Hat Sie keine Lust oder will Sie nur einfache Fälle? Bin ich ein hoffnungsloser Fall? Daheim auf der Couch schaute ich im Handy Fußballergebnisse
nach und meine Freundin bemerkte es. Sie ist total enttäuscht und hat keine Lust mehr mit mir weiter zu machen. Ich hab wieder ihr Vertrauen
missbraucht. Ich schaffe es nicht, ich will nicht mehr!! Wer kann mir bitte ein paar Worte schreiben.
LG Stephan
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Hallo Stephan,
...1989 UEFA Pokal Wettingen : Neapel.
Unter einer Stunde bin ich in Zürich von meinem Zuhause aus.
Ich wettete bei Inter...T in Österreich, in einem Umschlag per Post mit Bargeld.
Und ich war dort.
Was auch immer ich dort dann gesehen habe, nicht gesehen habe ich :
Ein durchaus gutes und spannendes Fußballspiel.
Den ersten Part einer fast Sensation.
Maradona
Ich sah nur ein Spiel und die entsprechende Quote dazu.
Eventuell nicht der Einzige damit im Stadion, aber ganz sicher der Einsamste unter den 20 000.
Ein Leben in einer Blase!
Du schaust Fußballergebnisse an und wo es sich gelohnt hätte zu wetten.
Ein ""guter"" Trigger ist das ja.
Stephan, wir Spieler sind psychisch krank und ja natürlich brauchen kranke Menschen auch Zuspruch.
Dies ist oft mit Geduld und Sorgen verbunden.
Es ist keine leichte Zeit und "wir" scheinen immer wieder machtlos zu sein und kehren oft zurück.
Dann auch viel mehr als nur eine Flucht aus alltäglichen Dingen.
Riskieren sogar unsere geliebten Partner zu verlieren, ärgern uns über Fehler beim betrügen jener.
Eine unglaublich komplexe Wand scheint sich gebildet zu haben...von Kindheit an bist heute.
Monumental und ganz klein steht man im Schatten daneben.
Ich kann es nun schreiben....und wenn schon, ändert ja nichts an dem Ziel ..einfach nicht mehr zu spielen.
Was auch immer sonst so durchknallt im Hirn, es bleibt diese eine Sache die es zu vermeiden gilt.
Nicht mehr zu spielen!
Was nun alles aufzuarbeiten wäre um ein stabiles Leben zu führen, steht noch offen.
Doch ohne dieser einen Sache, würde sich die Mauer nicht einen Millimeter bewegen.
Du solltest ein Zeichen setzen!
Für Deine Partnerin, Deine Psychologin und für Dich.
Spielfreie Tage sind nicht die Welt....sondern warum sie spielfrei sind!
Bist Du ein Kämpfer ?
Dann halt über eine zeitliche Entwöhnung davon, zeige es!
Wenn ich heute in einem Fußballstadion bin:
Sehe ich was die meisten sehen und deshalb gehe ich gerne hin.
Du solltest aufgeben zu denken aufgeben zu müssen.
Dann gibt es kein "..ich schaffe es nicht...ich will nicht mehr".
Hey Stephan, es sind nur Spiele in Deinem Kopf.
Liebe Grüße
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War heute bei der Psychologin, es war ein gutes Gespräch.
Sie müsse sich aber überlegen, ob sie mit mir diese lange Strecke gehen will.
Wie André schon ansatzweise schrieb:
Sie zweifelt an deiner Glaubwürdigkeit.
Was hat sich denn bisher in deinem Leben / an deinem Verhalten in Bezug auf die Spielsucht getan ?
Wär' klasse etwas von deinem Tatendrang zu erfahren !
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Was willst Du?
Ich weiss nicht ob ich diese Frage schon gestellt habe ::)
Zur Therapeutin, was willst Du von Ihr?
Hast Du Dir diese Frage gestellt? Machen musst Du nämlich alleine, Therapeuten können Impulse geben. Nach den ersten Schritten solltest Du auch alleine Laufen. Stütze und weit mehr fachliche Kompetenz, was das Spielen betrifft erhälst Du in der SHG. Das war DIR ja damals zu anstrengend.
Zu Deiner Freundin, was willst Du von Ihr. Durchscrollen von Fussballergebnissen zeigt Ihr, daß Du es nicht ernst meinst mit der Spielfreiheit und das Sie für Dich keinen Wert hat.
Die einfache Frage gilt es für Dich doch mal zu beantworten.
Und nein, Du bist kein besonders schwerer Fall. Das hat am Anfang jeder Süchtige von sich geglaubt.
Taro
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Hallo zusammen.
Ich denke ihr hattet recht. Habe wieder gespielt.
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Hallo Stephan,
eines Tages erfährst Du eh den Punkt an dem Du Dich fragst: " War ich im Leben der Mensch der ich sein wollte ?"
Heute kannst Du Dich glücklich schätzen zu fragen: " Bin ich im Leben der Mensch der ich sein möchte ? "
Hallo zusammen.
Ich denke ihr hattet recht. Habe wieder gespielt.
Die Antwort ist Dir hier gerade einmal 10 Worte wert.
Es geht niemanden hier darum Recht zu haben, es sollte eine Hilfestellung sein.
Von Menschen denen es so erging wie Dir und die einen Weg gegangen sind, der noch vor Dir liegt.
Er beginnt nicht in einer Therapie oder in einer SHG, er beginnt viel früher.
Dieser Start ist nicht so einfach und oft leider nur ein Wollen.
Du verspielst Dein Leben!
Nimmst Du dies hier, das Forum überhaupt ernst.
Weißt Du überhaupt wie sehr Spielsucht etwas anrichten kann, was kaum wieder zu richten wäre.
Und jeder muss dennoch damit leben, weil jeder von "uns" unbedingt auch Leben möchte.
Ich/wir kennen Dich nicht wirklich und "nur" diese Erkrankung vereint uns hier.
Nehmen uns gerne die Zeit Dir zu antworten, Dich zu motivieren oder Dich etwas zu erwecken.
...Ach Stephan,..mir ist es Scheißegal ob wir an der Spielsucht erkrankt sind und wie schwer sie trägt.
Unheilbar und was weiß ich noch alles....5-10-30 Jahre aktive Sucht usw.
Ich setze mich dennoch damit auseinander..immer wieder ..auch jetzt gerade.
Weil ich weiß...ein Spieler kann ohne Spiel sehr gut zurecht kommen.
Unbändiges Verlangen nach dem Spiel und Flucht aus dem Alltag ...jeder pathologische Spieler ist verloren?
Das ist keine Option und fern der Wahrheit!!!
Und wenn ich einmal wieder spielen sollte werde ich nicht nur schreiben "Hallo ich habe wieder gespielt".
Während jeder hier der es dann liest, es als "Leckt mich am Arsch" Zitat empfindet.
Reiß Dich zusammen, versuche es wieder spielfrei zu werden und höre nicht auf damit.
Ich habe auch so lange gespielt wie Du, mir ist schon alles bewusst was ich schreibe.
Gib niemals auf.
Liebe Grüße
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Hallo Stephan,
...falls Du einmal wieder hier liest.
Wenn aus nun, niemals wird....
Das ist doch ein Witz hier....
Unvollständig ...
Es soll Dir immer gut gehen und dass Du es eines Tages schaffst.
Liebe Grüße
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Hallo Harald,
das Lotterleben muss aber auch mal ein Ende haben, außerdem ist falsche Bescheidenheit die größte aller Lügen. :)
Ich hoffe einmal dass mit dem Betrügen ist Vergangenheit und es wertet auch nicht auf, wenn man dazu steht.
Sicherlich können Lügen förderlich sein in vielen Bereichen und wenn auch alle es glauben, der Lügner weiß es ja.
Ich möchte Dir was nettes schreiben, für mich bist Du gefühlt eh unser Forenmaskottchen. :)
Was Du auch tust oder anstellst, angestellt hast, ich bewerte es nicht.
Du lässt nämlich genau diesen Freiraum wenn Du davon schreibst, der spürbar eine Traurigkeit aufzeigt.
...im Jugendclub helfen, Fußball spielen und Briefmarken sammeln sind ja keine Kriterien um einen Job zu bekommen.
Und andere Dinge nicht zu erwähnen muss keine Lüge sein...vielleicht nur ein wenig geheuchelt mein Freund. :)
Pass immer gut auch Dich auf...versuche es wenigstens.
Liebe Grüße
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Moin Harald, bei dem Satz absolute Ehrlichkeit nach innen und aussen muss ich (Zensur) Lakeien und Forendespoten denken. Ich glaube aber darum gegt es nicht. Ich führe heute ein ehrliches Leben, verbiege mich für niemanden. Dabei ist es nicht wichtig ob Du oder jemand anderes es als ehrlich bezeichnen würde. Nur meine Meinung ist hier wichtig. Dadurch habe ich das Gefühl FREI zu sein, von inneren und äusseren zwängen (ausser von mir selbst auferlegten, wie z.B. die Familie). Für mein spielfreies Leben alternativlos.
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Es sollte nicht Deine Freiheit eingrenzen Taro und ich weiß dass ich mich auch oft nicht daran halte, dann kann jeder auch jenen Beitrag gerne melden.
https://www.spielsucht-soforthilfe.de/index.php?topic=89.0
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Sorry
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Alles gut und kein großes Thema.