Spielsucht Soforthilfe Forum (SSF)

Spieler & Angehörige => Spieler => Thema gestartet von: Zockerboy933 am 16.09.2025 17:53:57

Titel: Spielsucht und mein Weg
Beitrag von: Zockerboy933 am 16.09.2025 17:53:57
Hallo zusammen,

ich komme immer wieder an den Punkt, wo ich mich Frage, ob es eine Sucht ist oder nicht.

Ich bin Mitte 30 und spiele seit Ich 15 bin PC teilweise so exzessiv, das ich Tagelang nichts anderes gemacht habe.

Mit dem älter werden kamen andere Spiele dazu.. Automaten, online Casinos, Sportwetten und ganz kranke Börsen Spekulationen, bei welchen ich Teilweise 400.000€ im Monat bewegt habe.

Jetzt stehe ich wieder an einem Punkt wo ich einen Kassensturz gemacht habe, welchen ich eigentlich regelmäßig mache und stehe bei einem Gesamtverlust über alle Jahre von knapp 40.000€

Das Paradoxe daran ist, dass mich diese Summe zwar sehr schmerzt, ich aber einfach nicht aufhören kann, bis heute war die Summer noch überschaubar, heute habe ich innerhalb von 30 Minuten knapp 30.000€ verloren.

Mein Leben ist eigentlich sonst sehr gut, ich habe ein Haus mit einem Restkredit von 42.000€ bin verheiratet und habe einen wunderbaren Sohn. Dazu einen sehr gut bezahlten Job, welcher mir meine Spielereien ermöglicht.

Ist das schon eine Sucht? Eigentlich denke ich ja, da ich wohl immer wieder Spiele.

Aber wie komme ich davon los?
Ich schaffe das einfach nicht. Und das obwohl ich ein gutes Leben habe und immer wieder hinterfrage, warum ich das mache?

Manchmal sitze ich da und frage mich, was würde ich denn machen wenn ich plötzlich 500.000€ gewinnen würde… mir fällt nicht so viel ein da es mir gut geht, aber ich fühle innerlich immer wieder einen Zwang weiterzuspielen, damit es uns vielleicht noch besser geht… aber anstatt besser verspiele ich eher viel Geld, was ich dann wieder krass bereue… weil ich dann denke, wie oft wir dafür in den Urlaub hätten fahren können….

Mein Dilemma ohne Ausweg?


Titel: Re: Spielsucht und mein Weg
Beitrag von: Benji1345 am 16.09.2025 18:29:44
Hi, erstmal schön dass du da bist, auch wenn der Anlass es nicht ist.
Es gibt einige Menschen hier die immer sehr treffende Willkommensworte finden, und die werden bestimmt auch kommen, aber da ich Antworten will, allerdings nur wenig Zeit habe einmal die Kurzfassung.

Nach meinem empfinden, und meiner Historie, würde ich diesen Drang, immer Weitermachen/spielen zu wollen ganz klar als Suchtausprägung sehen. Der Schritt das du dich hier angemeldet hast, zeigt auch, dass du dir A: Sorgen machst, und B: es selber als Problem wahrnimmst.

Das alleine zeigt schon ein Problematisches Verhältnis, zum ganzen Thema.

Wenn du dir viel unnötiges Leiden ersparen möchtest, nimm ernst was DU, dir selber damit zeigst, und lass erst einmal den Gedanken zu das du an einem problematischen Spielverhalten sprich einer Spielsucht leidest.
Das bedeutet nicht, dass du schlecht bist, also ein schlechter Mensch, sondern eben einfach dass du ein Problem hast, was eben nicht jeder hat. Das an sich ist nicht schlimm. Es ist nur schlimm, wenn man es ignoriert und nicht wahrnimmt, dass man sich dringend damit beschäftigen muss, denn sonst sucht es sich seinen Weg Massiv in den Vordergrund.

Je länger man den Weg hinunter geht desto mehr leiden auch die Beziehungen zu den Menschen die man liebt darunter.

Hoffe das hat dir ein wenig geholfen, fürs erste.

Auf Bald!

Grüße
Benji

Also
Titel: Re: Spielsucht und mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 16.09.2025 22:17:05
Hallo Zockerboy933 und herzlich Willkommen im Forum,

das pathologische Spielen ist klar definiert und erklärt sich alleinig aus dem jeweiligen Verhalten.
Das automatische Klammern an sein Suchtgedächtnis, die Jagd nach befriedigenden Dopamin usw
in einem schier unbändigen Kreislauf gleicht einer Flucht aus jeder Realität.

Es verwundert mich etwas dass du dir unsicher dabei bist und dich hinterfragst auch süchtig zu sein.
Dabei lasse ich deine ganzen aufgezählten  Geldbeträge außen vor...erstmal ja nur Zahlen.
Du hast nun auch selbst erkannt, jeder Gewinn wäre im Grunde doch nur weiteres Spielgeld für dich.
Nun spielst du schon dein halbes Leben mein Freund, habe ich auch getan.
Und jede Ausrede ( Lüge ) als Ablenkung war mir genehm um damals meine Sucht zu schützen.

Aber wie komme ich davon los?

Naja, es ist ein guter Schritt dass du nun hier darüber schreibst, unter Gleichgesinnten ( Menschen denen es auch so ergangen ist oder ergeht).
Dieser Austausch könnte dich in eine Richtung lenken um final zu erkennen....
wie machtlos du dem Glücksspiel gegenüber bist! 

Dann würden wohl auch andere Hilfsangebote greifen, die es zahlreich gäbe.
Also, schön dass du nun hier bist und mich freut das wirklich.
Da muss ich dich gar dich näher kennen um zu wissen was unsere Sucht  :) so mit dir macht.

Die Spielsucht ist keineswegs ein Dilemma ohne Ausweg.
Das Leben hat schon viel besseres zu bieten als stumpfes Glücksspiel.
Hole es dir zurück...nicht dein verlorenes Geld...sondern dein reelles Gefühl für dein wertvolles Leben und zwar jeden Tag davon. 

Liebe Grüße


     
Titel: Re: Spielsucht und mein Weg
Beitrag von: Fred am 17.09.2025 08:01:22
Moin Zockerboy,

sehr gut, dass du hier bist. "Schön" will ich nicht schreiben. Aber irgendwie doch  :D
Willkommen auf jeden Fall.

Einen Selbsttest zur Selbsteinschätzung findest du hier
https://www.check-dein-spiel.de/tests/selbsttest/

Aber die Erfahrungen wie du dich in deinem ersten Post hier beschreibst,
lassen natürlich auch alle Alarmglocken klingen.
Unerheblich ob du Spielsüchtig bist oder es noch wirst.
Das Risiko (süchtig zu werden) ist bei deinem Spielverhalten einfach zu groß.

Also spielt es keine Rolle.
Du musst aufhören. Jetzt und sofort. Für immer und ewig !

Das Geld geht hin und her. Die Summen sind nur deinen Möglichkeiten angepasst.

Wichtig eigentlich, dass du den Entschluss für dich fasst, mit dem Spielen aufzuhören.
Und das nicht nur wg. eines 30.000 Euro Katzenjammers, sondern weil du ansonsten ganz gesichert zu 100% deine Ehe, deine Familie und dein Zukunft ruinierst.

Lies' dich hier erstmal "durch". Zumindest mal die 12 Schritte, beschäftige dich mit dem Thema.
Entscheide wie deine Zukunft aussehen soll.
15 Jahre sind schon viel zu lang.
Das Leben nach einer Spielsucht ist durchaus erstrebenswert.

Ich will dir nichts verheimlichen. Du musst schon mehr oder weniges so einiges in deinem Leben umkrempeln und ändern.
Einfach nicht spielen oder hoffen das es "weg geht" hat hier noch nie geholfen.
Du musst diese Krankheit wirklich ernst nehmen.
Titel: Re: Spielsucht und mein Weg
Beitrag von: Zockerboy933 am 21.09.2025 16:37:13
Hallo, danke für eure Nachrichten.

Ja ich hoffe das die 30k damit gut angelegt waren und ich dadurch dieses Problem in meinem Leben somit beseitigt bekomme.

Ich werde an mir arbeiten und weiter einiges hier mitlesen.

VG
Titel: Re: Spielsucht und mein Weg
Beitrag von: Jacky1 am 21.09.2025 23:17:31
Hallo Zockerboy,

ich weiß nicht ob diese 30K Rendite ausreicht dass sich nun alles ändert bei dir.
Auch nicht was sich alles hinter "ich werde an mir arbeiten" verbirgt.
Über die Zeit habe ich selbst aufgehört, hier unbedingt eine Überzeugung zu vermitteln.
So viele glauben eh dass sie es irgendwie schaffen spielfrei zu werden,  dachte ich früher auch.
Dies ist auch alles ok so.

Dein Leben, mein Leben ...jeder hat sein eigenes Leben wie er es nun einmal empfindet.
Mit einem werde ich aber nie wirklich aufhören, aufzuzeigen und mich selbst zu spiegeln in dem Verhalten anderer
pathologischen Spieler.
Darin liegen dann die ganzen Wahrheiten und was sollte ich nun dir noch so schreiben....?
Ich sehe nicht viel in deinen Beiträgen, mehr haben wir hier ja auch nicht von dir.
Was über einen kleinen Schritt in ein spielfreies Leben hinaus geht, aber es ist ja noch früh.....

Viel Erfolg für dich.

Liebe Grüße