Spielsucht Soforthilfe Forum (SSF)

Spieler & Angehörige => Angehörige => Thema gestartet von: Theo am 20.08.2025 08:30:46

Titel: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Theo am 20.08.2025 08:30:46
Guten Morgen,
ich versuche mal die spieltechnische Entwicklung meines Kindes (mitlerweile Erwachsen) in Stichpunkten zu dokumentieren. Mit 10 Jahren wollte mein Kind Flyff installiert haben. Nach Prüfung des gewünschten Spiels habe ich es installiert und es durfte regelmäßig in Absprache gespielt werden (Rechner Passwort geschützt). Im Laufe der Jugend wurden dann Sperren bewusst manipuliert (neue IP Adresse vergeben), heimlich Schule geschwänzt und gespielt. Zwischenzeiltlich wurde auch mal der ganze Rechner für 4 Wochen weg genommen. Danach war auch wieder etwas mit dem Kind anzufangen. Es hat sich immer mehr isoliert und war in der Klasse (Aussage Lehrerin) ein Aussenseiter, bzw. nicht integriert. Nach Wiederholung einer Klasse (Gymnasium) folgte dann der Abgang auf die Realschule mit Abschluss. Danach die Ausbildung. Aktuell ist es 23 und hat immer wieder Geldprobleme. Vor allem Klarna. Gelbe Briefe im Briefkasten, Schulden, trotz des vollen Verdienstes. In der Ausbildung gab es auch schon das Schuldenproblem, nach Gesprächen immer wieder 2-3 Monate gut, dann wieder in der Schuldenfalle. Keine Selbsterkenntnis geschweige denn Einsicht (anfangs schon). Mittlerweile in Teilen unehrlich und knallhart. In Vergangenheit, wenn es Geld brauchte hab ich noch verlangt das wir uns zusammen setzen und schauen wo das Geld hin ist. Das Geld wurde in Beträgen von 150€, 220€, 80€ und so weiter vom Konto abgebucht. Eine zeitlang waren das auch kleinere Beträge. z.B. 20x 2€....Es hat keine Übersicht über die erhaltenen Gelder und beschreibt selbst Kontrollverlust bei den Ausgaben während den Spielen. Ich habe seit Jahren versucht es von einer Beratung zu überzeugen, leider ohne Erfolg. Es sind Online Games mit In-Game Währung? Ich kenn mich nicht so aus.Aktuell will es in Geldnot Geld, aber ist zu "Keiner" Kommunikation bezgl. Finanzen bereit. Das hatte ich immer zur Bedingung gemacht. Jetzt möchte es sein Erpartes, welches es mir zur Verwahrung (zum Schutz vorm verzocken) gegeben hat zurück haben um Schulden zu tilgen. Das hat es von mir schon mehrfach gefordert. Ich habe es aber nicht gegeben weil es nicht für die Tilgung von Schulden gedacht war. Weil aber Geld fehlte habe ich dem Kind von mir Geld geliehen mit monatlicher Ratenzahlung. Jetzt droht es mir mit Fristsetzung zur Zahlung seines Geldes......Hilfe. Was ist da nur passiert? Ich habe es in allen Belangen nur unterstützt. Zur Info: Das Kind hat eine eigene Wohnung.
Ich bin mit meinem Latein am Ende, sehr entäuscht und wütend zugleich. Ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll, es ist ja das Geld des Kindes.Ich gehe davon aus, sollte ich das Geld geben, das es in wenigen Monaten wieder "verbraucht" ist. Kann mir einer einen Tipp geben?
VG Theo
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Fred am 20.08.2025 08:47:44
moin, solange du von "dem kind" und "es" schreibst, hast du offenbar das größere Problem von euch beiden.
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Jacky1 am 20.08.2025 09:36:17
Hallo Theo und herzlich Willkommen im Forum,

aus eigener Erfahrung als Vater und auch dies ist/war mit vielen Sorgen verbunden.
Alles mögliche für meinen Sohn zu tun, dass er ein gutes Leben führen kann kosteten enorm an Kraft.
Nicht wegen dem ganzen Aufwand, sondern seiner emotionalen Erpressung dabei...ob nun bewusst oder unbewusst von ihm.   
Lange habe ich gebraucht um zu lernen, dass er Konsequenzen aus seinem Fehlverhalten erfahren muss, statt ich sie immer und immer wieder gerade bügelte.
Allerdings handle ich immer noch oft wie früher und ziehe ihn aus jedem erdenglichen Sumpf.
Was soll ich schreiben...ich habe keine andere Wahl und dies weiß er.

Sei für dein Kind da wenn es dich braucht, gebe ihm das Gefühl dich dabei nicht ausnützen zu lassen.
Versuche in vielen Situationen mehr ein Freund zu sein als ein Vater.
Es ist eine Pflicht seine Kinder auf vieles vorzubereiten was so kommt im Leben, dazu gehört auch Selbstverantwortung !
Mit einem Nabel aus Stahl keine Chance für die Eltern.
Dies ist alles nicht leicht....leider weiß ich dies nur zu gut.

Dein Kind ist noch jung und steht noch am Anfang, es wird noch vieles kommen an guten und auch schlechten Dingen.
Es soll sie alle erfahren, du kannst nicht alles leiten.
Ich weiß nicht ob dein Kind spielsüchtig ist, problematisch ist sein Verhalten aber allemal.

Kopf hoch und liebe Grüße   
       
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Theo am 20.08.2025 10:39:40
Hallo Jacky 1,
danke für die Antwort.

moin, solange du von "dem kind" und "es" schreibst, hast du offenbar das größere Problem von euch beiden.

Hallo Fred,
wie kann man nur einen ersten Beitrag so unqualifiziert kommentieren. Menschen wenden sich hilfesuchend an Foren und dann dein Kommentar? Eigentlich gehören solche Menschen wie du aus dem Forum ausgeschlossen...das Problem liegt bei dir.
Ich habe bewusst Kind/es geschrieben weil ich nicht möchte das er/sie in diesem Forum seine eigene Geschichte erkennt, weil das ein Vertrauensbruch darstellt und zu einer vollen Blockade führen würde. Davor habe ich Angst.

VG
Theo
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Wirbelwind am 20.08.2025 12:48:27
Grüß Dich Theo,

ein "mein Kind" währe schon ein Himmelweiter Unterschied in der Ausdrucksweise, allerdings seh ich das nicht so eng und erachte dieses "dem kind" als SCHUTZ für Dich selbst.

ICH schreibe Dir aus Sicht "des Kindes" mich betreffend.

Ich setze mal beim Schule schwäntzen an, wie oft hab ich vor,puh, 35 Jahren ca, die Schule geschwänzt und bei Karstadt Mario Bros gespielt. Zu der Zeit -und danach- war das alles noch nicht so präsent mit online und mit 18 war ich das erste mal in ner Spielhalle. Paralel hierzu Counter strike und all der Kram da konnte man aber noch nichts kaufen wie heutzutage.

Irgendwann kamen dann auch die Browsergames und ich kann aus meiner Sicht sagen das ich mir 100% sicher das das onlinewährungsbuchungen sind, diese 20 x 2 Euro sprechen klar für Lootboxen die man kaufen kann für "kleines geld" und mit "bischen glück" bekommt man Sachen die den wert von 2 Euro übersteigen, was abr sehr sehr selten vorkommt - daher die 20 "klicks"

Aus meiner "Legende" und Erfahrung die ich habe bzgl. Spielsucht (auch in dem Alter, incl. Schulden bezahlen von Mama) würde ICH Dir empfehlen, setz "das Kind mit 23<-! Jahren" nochmal auf den Pott rede Tacheless und dann lass es ZIEHEN, desto früher "es" auf die Schnauze fällt, um so besser.

Entgegen Jacky sag ich auch - geh nicht mal mit dem Einkaufen wenns nichts mehr im Kühlschrank hat. Hat meine Mutter jeden Freitag gemacht und ich hab ne Menge Geld "gespart" was ich verzocken konnte...

Ich kann nur von mir sprechen, ich weiß nicht wie schwer das sein muß für Eltern, ich "höre" das immer nur, vorallem aktuell in meiner ambulanten Suchtgruppe, allerdings sind da die Eltern die Suchtis, ist ja nochmal was anderes...

Jetzt droht es mir mit Fristsetzung zur Zahlung seines Geldes......Hilfe. Was ist da nur passiert?

"das kind" braucht schlichtweg Geld und geht über Leichen, völlig "normal"

Was ist da nur passiert ?

Da setz ich dann mal bei Fred an, er hat ein Stückweit recht wenn er schreibt "du hast n Problem" , Wer weiß warum ER nichts weiter dazu geschrieben hat, das weiß nur er.

Wenn dein Kind anfängt mit "ich verklag dich" im übertragenen Sinne, dann stimmt was nicht in EURER VATER KIND Bindung...
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Theo am 20.08.2025 14:39:34
Hallo Wirbelwind,
danke für die Antwort. Fred hat sich auf den Ausdruck "es" und "dem Kind" bezogen, ist vielleicht nicht besonders glücklich gewählt. Aber davon etwas abzuleiten ist wohl sehr vefrüht....egal. Ich kann meinem Kind sein gespartes ja nicht verwehren, es ist schließlich nicht mein Geld. Ich denke mein Kind wird sein Gespartes bekommen abzüglich der Summen die mein Kind schon von mir bekommen hat. Mit dem Hinweis, sollte es aufgebraucht sein, wird es keine finanzielle Unterstützung mehr geben. Diskussionen, laut und leise, gab es zu dem Thema ausreichend. Bei der letzten Kommunikation wollte mein Kind unter Tränen Geld geliehen haben weil mein Kind Angst hatte, weil einige Zahlungsaufforderungen und unbezahlte Rechnungen sich aufsummiert haben. Ich sagte, wir finden eine Lösung, lass uns heute Nachmittag darüber reden. Antwort "NEIN" "Ich möchte nicht darüber reden". Die Frage ist, was passiert wenn er die Rechnungen und Miete nicht mehr bezahlen kann und sich Unsummen an Inkasso und offenen Rechnungen auftürmen......Könnt ihr mir aus Erfahrung sagen wie das dann läuft?
VG
Theo
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Wirbelwind am 20.08.2025 14:57:40
Sicherlich ist es verfrüht "irgendetwas" her zu leiten, da geb ich Dir recht, andererseits haben wir hier, die aktiv sind seit langer, langer Zeit, grad fred und Jacky mit ihre 9 und 10 Jahren auch ne Menge erfahrung und schon viel gehört was am Ende immer das gleiche ist, nur andere Personen... Ich weiß auch ehrlich gesagt gar nicht warum ich neuerdings Fred in Schutz nehme  ::) ;D  ;D

SO zu Dir,..

aus MEINER Erfahrung läuft das ziemlich scheisse, ich hatte um die 25k dm damals schulden, mama hat bezahlt, neue schulden, privatinsolvenz( zu meiner zeit noch 6 Jahre), mehrere Wohnungsräumungen, "volles Programm" das einzige was ich mir IMMER bewahrt habe - ich wurde NIE straffällig.

Dein weg "des geldes" wie du Ihn gehen möchtest ist der einzig richtig.

Dein Kind wird ja kommen müssen um das Geld zu holen - bzw DAS ist die Vorraussetzung! - und dann gibt es eine KLARE Ansage, BITTE kümmer dich um Hilfe, gib das Geld raus und so hart es ist - dann kannst du nur noch zu schaun.

Ich sage HIER immer wieder, ich währe froh gewesen meine Mutter hätte nicht immer aus IHREM schlechten Gewissen - das war KEINE mutterliebe! andere geschichte- mir den Arsch gerettet, ich denke ich wäre FRÜHER WACH geworden als es der Fall war und hätte mir wahrscheinlich einiges erspart.

Man weiß es nicht und heute mit 50 nach über 10 Jahren Therapie kann ich halbwegs damit leben und halte mich DANN im hier und jetzt an meiner Frau fest die ich sonst auch nicht kennengelernt hätte, man weiß es nicht niemand kann die Zukunft vorher sagen Theo

Edit: im übrigen habe ich zum Vater seit ich 25 bin keinen Kontakt mehr und zu meiner Mutter seit ein paar Jahren nachdem ich ewig versucht habe mit IHR ins reine zu kommen und sie es einfach nicht lassen konnte mir JEDES Jahr 50 Euro zu Weihnachten zu schicken weil SIE das so will und sich aber sonst NIE gemeldet hat. ich bin 800 km weit weg von meinem "zu Hause" für mich das einzig richtige HINTER der Sucht...

PUH das triggert mich ganz schön, und ich bin STOLZ drauf das es ist wie es ist !
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Fred am 20.08.2025 18:48:33
moin, solange du von "dem kind" und "es" schreibst, hast du offenbar das größere Problem von euch beiden.

Hallo Fred,
wie kann man nur einen ersten Beitrag so unqualifiziert kommentieren. Menschen wenden sich hilfesuchend an Foren und dann dein Kommentar? Eigentlich gehören solche Menschen wie du aus dem Forum ausgeschlossen...das Problem liegt bei dir.
Das ist das schöne an so einem Forum. Man erhält Antworten die man ansonsten eher selten so direkt bekommt.
Dein Beitrag sprüht nur so vor Distanz zu deinem Sohn.
Das solltest du einfach mal zur Kenntnis nehmen.

Und deinem Wunsch dass die Schreiber unangenehmer Wahrheiten hier gelöscht gehören, spiegelt noch viel mehr von dir wieder als dir lieb ist.
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Theo am 21.08.2025 11:29:36
Guten Morgen Fred,
wenn du schon vorschnelle Rückschlüsse ziehst dann begründe wenigstens deine Aussagen. Oberflächliche unbegründete Aussagen kann ich nicht ernst nehmen. Wenn du etwas qualifiziertes beitragen kannst um mich zu unterstützen, dann bitte gerne, offensichtlich haben das die anderen schreibenden verstanden. Deine Aussagen sind keine Wahrheiten sondern Vermutungen, das solltest du einfach mal zur Kenntnis nehmen..........
VG
Theo
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Jacky1 am 21.08.2025 19:52:17
Hallo,

Entgegen Jacky sag ich auch - geh nicht mal mit dem Einkaufen wenns nichts mehr im Kühlschrank hat. Hat meine Mutter jeden Freitag gemacht und ich hab ne Menge Geld "gespart" was ich verzocken konnte...

Ich könnte gewaltig dagegen argumentieren wenn es darum geht seine spielsüchtigen Kinder nicht zu unterstützen auch finanziell.
Aber im Ergebnis alleinig auf emotionaler Ebene, die eh nur dazu dient Eltern zu beruhigen im falschen Glauben dass es nun alles besser wird.
Als Kind und auch Vater kann ich nur schreiben, alles was ich einst bekam an finanzieller Unterstützung und was ich auch gab an einen meiner Söhne......hat nichts geändert ..gar nichts und schlimmer konnte/könnte es kaum sein.

Daher bin ich froh dass Ralf es geschrieben hat.

Liebe Grüße   
   
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Fred am 21.08.2025 19:53:14
Wenn es dir Geld zur Aufbewahrung gegeben hat und du dieses nicht herausgibt, ist das ganz schlicht eine strafbare Unterschlagung. Du musst verstehen, dass dein 23jähriges es selbst für sich entscheiden darf, auch wenn dir das nicht schmeckt.
Mir tut "es" ehrlich gesagt leid.
Ich vermute mal,  dass es, würde es hier schreiben,  eine Menge zu seinem Vater zu sagen hätte.
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Theo am 25.08.2025 11:37:30
Hallo Fred, danke für die Antwort,
er hat sein Geld bekommen. Strafrechtlich mag das vielleicht so sein, wenn man so denkt braucht man sich allerdings keine Gedanken mehr über eine gemeinsame familiäre Zukunft zu machen.  Man muss dazu sagen, er hat mir das Geld vor vier Jahren gegeben weil er selbst eingesehen hat, dass er nicht damit umgehen kann. Ein Teil seines Geldes hat er mit 18 auch anvertraut bekommen. Der Rest war  mit 3% über mich angelegt, als Schutz, damit es nicht "verzockt wird". Sicherlich hast du Recht, wenn du sagst das es sein Geld ist. Allerdings ist es von den Eltern Großeltern angespart worden bzw. geschenkt worden um z.B. Führerschein Auto oder Wohnungseinrichtungen zu finanzieren, als Start ins Leben, nicht um es zu verzocken! Anders wäre es wenn er es sich über Ferienjobs oder Zeitung austragen selbst verdient hätte. Hätte er das Geld mit 18 gleich voll bekommen, wäre jetzt schon nichts mehr da gewesen um die Schulden zu tilgen.

JA ,es ist natürlich sein Geld!

Im übrigen sind auch Drogen im Spiel. Gibt man einem drogenabhängigen Sohn immer wieder Geld (auch wenn es sein eigenes ist) womit er sich dann weitere Drogen kauft und im schlimmsten Fall das Leben beendet??? Natürlich muss ich ihn irgendwann los lassen und ich verstehe auch das er sich nicht in seine Finanzen rein reden lassen will! Aber er hat es nicht im Griff und wer zahlt am Schluss die Zeche wenn er wieder am Abgrund steht???Dann lasse ich doch meinen Sohn nicht fallen?! Das würde man vom Kopf her vielleicht schon machen aber nicht vom Herz.

"Er hat bestimmt viel zu seinem Vater zu sagen"

Das ist offensichtlich so. Aktuell hat er mich beleidigt, erpresst, Schläge angedroht wenn ich nicht bis zum XXX das Geld überweise. Diese Form der Konversation ist völlig neu und kam überraschend, das musste ich erstmal verdauen. Unterstützung bekommt er in Zukunft gerne, wenn er fragt und Veränderung will. z.B. Schuldnerberatung oder Suchthilfe, aber weitere finanzielle Unterstützung wird es nicht mehr geben. (wenn ich stark bleibe)

Fred, wenn ich deine Sätze lese, meine ich, ich hätte meinen Sohn vor mir. Aussagen ohne Begründung, ohne konkret zu werden, lassen noch mehr Fragen offen. Es fühlt sich so an als siehst du in mir deinen Vater oder Familie die bei dir damals ähnliches Verhalten an den Tag gelegt haben. ER tut mir Leid... er hätte viel zu sagen.... ?Was soll ich mit diesen Aussagen anfangen? Das Forum bietet "Angehörigen" die Möglichkeit hier zu schreiben, das habe ich getan und um Rat gefragt.
Ich formuliere nochmal meine Frage. Ich möchte meinem Sohn helfen von der Sucht los zu kommen, seht ihr eine Möglichkeit?
Meine Rückschlüsse aus dem bisherigen Antworten sind. Als Ansprechpartner für ihn da sein - Unterstützung wenn gewünscht -keine finanzielle Unterstützung mehr auch wenn er "alles" verliert.

Ohne vernünftige Kommunikation kann man nicht reflektieren und Verhalten ändern. Verständnis dem anderen Gegenüber setzt "Verstehen" voraus.

VG Theo

Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Fred am 25.08.2025 13:03:39
Moin Theo
Das ist offensichtlich so. Aktuell hat er mich beleidigt, erpresst, Schläge angedroht wenn ich nicht bis zum XXX das Geld überweise. Diese Form der Konversation ist völlig neu und kam überraschend, das musste ich erstmal verdauen. Unterstützung bekommt er in Zukunft gerne, wenn er fragt und Veränderung will. z.B. Schuldnerberatung oder Suchthilfe, aber weitere finanzielle Unterstützung wird es nicht mehr geben. (wenn ich stark bleibe)

Ich gehe hier davon aus, dass dein Sohn finanziell in Bedrägnis ist und sein Geld benötigt. Wofür auch immer.
Dass zusätzlich auch Drogen noch im Spiel sind vereinfach das Ganze nicht besonders.
Das Verhalten deines Sohnes überfordert meine Kenntnisse. Hier muss ich passen.
Gerade im Umgang mit Drogen kann man das Verhalten eines Menschen nicht mehr rational einschätzen.
Da gibt es in der Tat Kinder die ihre Eltern krankenhausreif prügeln oder eine Wohnung zerlegen, wegen wenigen Euros.

Ich führe das mal nicht weiter aus, da ich hier mangels Erfahrungen wirklich kein Experte bin.

Nun zu Süchten allgemein, insbesondere die hier angeführte Spielsucht.

Generell ist JEGLICHE Unterstützung des Suchtverhaltens und der Auswirkungen daraus zu vermeiden.
Nahezu zu 100% verängert dies lediglich die Sucht und das Leiden aller Beteiligten, auch wenn dies zunächst als Hilfe gedacht ist.
Kein Geld, kein Darlehen, kein Überweisen der Miete, keine Tüte Lebensmittel.
Das klingt so unglaublich hart. Ist es auch. Aber es ist zu 99.9% die einzige Hilfe, die du zur Zeit geben  kannst.

Allgemein muss ein Süchtiger an seine Grenzen geraten bevor ein wirkliches Umdenken beginnt.
Dazu gehört nicht zuletzt auch mal eine gekündigte Wohnung, abgestellter Strom oder eine Zeit der reduzierten Nahrungsaufnahme.
Diese Grezen ist allerdings sehr variabel. Bei jedem Spieler unterschiedlich.
Dem einen genügt die Androhung der Scheidung seiner Frau, dem anderen erst die Obdachlosigkeit oder gar Gefängnisaufenthalte.

Ich weiß nicht, in wie weit dein Sohn für dich noch erreichbar ist.
Zur Zeit scheint das Verhältnis aber deutlich gestört zu sein.

Klar, wenn dein Sohn vor deiner Tür steht und sagt "ich habe Hunger", wirst du ihn reinlassen und was zu essen geben.
Wer würde das nicht. Mehr sollte es aber auch nicht geben, wenn du ihm wirklich helfen willst.

Unterstützung kann evt. sein ihn zu Terminen ( Suchthilfe / Caritas / Sebsthilfegruppe / Therapie ) zu begleiten oder zu ermuntern.
Keinesfalls solltest DU jedoch diese Termine für ihn organisieren, denn das ist einer der wichtigsten Schritte für ihn selbst.
Das Erkennen dass er Suchtkrank ist und sich eigenverantwortlich darum zu kümmern.

Wie Jacky schon sagte, ist das natürlich alles eine ganz schwierige Kiste, wenn es sich um die eigenen Kinder handelt.
Und ich kann Wirbelwind nur zustimmen, dass auch ich eher "dankbar" gewesen wäre, meine Eltern & mein Umfeld hätten mich finanziell weniger unterstützt, damit ich evt. früher die Chance gehabt hätte, auf den Arsch zu fallen.

Dann nochmal zu "unserem" Thema
Fred, wenn ich deine Sätze lese, meine ich, ich hätte meinen Sohn vor mir. Aussagen ohne Begründung, ohne konkret zu werden
Für mich wirken deine Beiträge deinem Sohn gegenüber extrem distanziert und gestelzt. Das ist für mich eine ganz konkrete Begründung.
Eine wissenschaftliche Ausarbeitung mit Beweisen wird es zu "meiner Meinung" nicht geben.
Ich denke, das ist genau der Knackpunkt den du nicht verstehst. Belassen wir es dabei.
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Wirbelwind am 25.08.2025 13:58:43
Ich formuliere nochmal meine Frage. Ich möchte meinem Sohn helfen von der Sucht los zu kommen, seht ihr eine Möglichkeit?

Auch wenn es im Herzen schmerzt und das letzte ist was "richtige eltern" hören wollen, lies dir den letzten Kommentar von Jacky nochmal durch.

Er MUSS lernen Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen ob DIR das nun passt oder nicht.

ICH denke, Dir bleibt nichts anderes übrig als zu zu schaun. Mit Zwang oder Druck wird es nicht besser - ganz im Gegenteil das macht es noch schlimmer und DU bist letzlich der "böse" ob du es gut meinst oder nicht, DAS intressiert einen Suchti nicht.

Aus SEINER Sicht willst Du ihm die Drogen und das Zocken weg nehmen das ist ein FAKT !

Schau mal, wir hatten letztens eine neue Patienten in der Suchtgruppe und Sie wurde gefragt ob Sie eine Idee hat oder was Sie von der Gruppe erwartet. Ein plumpes "hier wird rumgelabert" war die Antwort.

Ein kurzer Hinweis das wenn sie kein bock hat und wir nicht rumlabern kann sie gerne gehen, ca 10 Minuten später ist sie gegangen. Zur Aufklärung, meine Suchtgruppe ist in der Psychatrie wo Freitags auch Patienten von Station kommen und bei denen steht das auf dem Plan und sie "müssen" erstmal erscheinen...

Ich kenne das nicht wenn Eltern sich um Ihre Kinder "kümmern" wollen, was ich sagen kann aus der sicht des suchtis in dem Alter, lass Ihn fallen - so wie früh wie möglich. Vielleicht rappelt er sich auf - vielleicht auch nicht - DAS liegt aber nunmal nicht in DEINER Hand...
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Jacky1 am 25.08.2025 21:47:24
Hallo Theo,

natürlich, es muss doch Hilfe geben für deinen Sohn!
Und ganz sicher gibt es viele Menschen die dies gezielt und gerne geben und du gehörst auch dazu.
Bei allen Erkrankungen ist das so!
Dieser ganze zu gesundende Mechanismus entspringt auch nicht alleinig der Humanität, sondern ist finanziell und kompetent
organisiert.
Das wichtigste dabei ist die Selbsteinbringung des Patienten selbst, ohne diesem Drang auch Hilfe anzunehmen funktioniert gar nichts.
Darin sehe ich eine Chance für dich, einzuwirken wie ein guter Freund der bereit ist jeden Weg deines Sohnes in die Gesundung mitzugehen.
Aber sich auch zu schützen wenn sich nichts ändert !!!!

Du bist hier im Forum und nicht dein Sohn, alles schreiben wir dir und nicht ihm.
Deshalb begleiten wir dich sehr gerne, es geht zwangsläufig um dich Theo.
Wie du damit klar kommen könntest, rein emotional.

Ich und wohl auch andere waren viel schlimmer als er, haben in unserer Sucht enorm gewütet und auch Menschen verletzt.
Und auch wenn meine Familie und Freunde in dieser Zeit an meiner Seite waren und es damals absolut nichts geändert hat.
Kann ich heute schreiben, ohne sie hätte ich es auch nicht geschafft spielfrei zu werden.
Sie alle und auch viele hier im Forum sind ein Teil von mir, der ich nun einmal bin ....path. Spieler, Partner, Freund, Vater.

Niemand schreibt dass du einfach zuschauen sollst wie dein Sohn elend zu Grunde geht.
Dahin ist es doch auch noch weit, seine event. kommende Leidenszeit birgt auch neue Chancen.
Etwas zu begreifen, Konsequenzen zu tragen und irgend wann einmal bereit zu sein Hilfe annehmen zu können!
Und zu wissen ...seinem Vater dann als treuen Begleiter zu haben.

Diese Aufgabe alleine und die kommende Zeit, kann schon unglaublich schwer und belastend sein, Theo.
Vergesse dich nicht dabei, du bist auch das Kind von jemanden...wir alle sind dies.
Klammere dich nicht fest an etwas dass du nicht verändern kannst, versuche dabei eine Gelassenheit zu entwickeln.

ach...was könnte ich alles darüber schreiben...., schreiben .... blablabla.
Es ist für deine Augen, es ist für dich.

Grüß dich 
     

Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Wirbelwind am 25.08.2025 21:54:57
*big_hug* Jacky  :-*
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Theo am 26.08.2025 10:46:07
Hallo Wirbelwind, Fred und Jacky, danke für Eure Antworten,
sie geben mir Kraft und Hoffnung und helfen besser zu verstehen. Ich bleibe jetzt erstmal defensiv und dann schauen wir weiter. Vielleicht war das jetzt auch ein Moment der wach gerüttelt hat..... :)
VG
Theo
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Wirbelwind am 26.08.2025 11:22:30
immer wieder gerne und es wäre sooo wünschenswert, bleib Stark ! ;)
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Fred am 27.08.2025 10:28:18
Das blöde ist, dass man als Außenstehender nicht wirklich was machen kann.
Egal ob Freund, Partner oder Elternteil.

Wie wird es jetzt weitergehen ?
Kannst du das Gespräch mit deinem Filius suchen ?
Wie sieht er sich selbst, wie steht er zu seiner Krankheit / Sucht ?

Vielleicht vertraut er dir sein Geld ja auch erneut an, sofern noch etwas davon vorhanden ist.
Vielleicht kannst du generell seine Finanzen vorläufig managen.
Das wäre eine Hilfestellung die du leisten kannst.
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Wirbelwind am 27.08.2025 10:41:32
*ergänzung zu Fred und meinen Kommentaren die ja doch "heftig" sind Theo

Ich hab am Anfang ALLES an meine Frau "abgegeben" und bekam Taschengeld,

ABER und das ist wichtig : Es ging von MIR aus - nicht von Ihr, es war MEINE entscheidung...
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Theo am 28.08.2025 14:51:11
Hallo Fred und Wirbelwind,
ich kann gar nichts mehr machen, er hat klar und deutlich(untertrieben) zu verstehen gegeben das er nicht möchte das ich seine Finanzen verwalte. Er hat bisher noch nie eingesehen das er "Spielsüchtig " ist. Wenn er in in Vergangenheit Geld brauchte hab ich immer gesagt er bekommt nur Geld wenn er mir seine Kontoauszüge offenlegt und er selbst analysiert wo das Geld hin ist.....dadurch weiß ich ja erst sicher das es verzockt wird. Er selbst sagt : Er hasst Zahlen. Zwischendurch hat er bei sich selbst ADS diagnostiziert und seine unkontrollierten Ausgaben damit gerechtfertigt. Aktuell fragte er ob ich Mensa kennen würde, da hat er wohl einen IQ-Test ziemlich gut abgeschnitten den Zusammenhang zur Spielsucht hab ich noch nicht erkannt. Das Gespräch kann ich nicht suchen, er möchte das einfach nicht, er sieht sich selbst nicht als süchtig oder gibt es nicht zu. Er sagte mal zu jemanden, er wird damit "Niemals" aufhören. Das Geld ist definitiv Geschichte und er wird es mir bestimmt nicht nochmal geben.
Solange er nicht will, geht gar nichts und er bekommt keine finanzielle Unterstützung mehr egal was da noch kommt.
Ich bin immer noch hilflos, wütend und traurig zugleich über die Entwicklung, kann es aber nicht beeinflussen.
Danke für Eure Unterstützung
VG
Theo
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Wirbelwind am 28.08.2025 16:43:15
Hallo Theo, klingt ja nicht so prikelnd, wenngleich das ja absolut MEIN Thema ist.

Ich selbst bin diagnostizierter AdHsler - ist faaaaast das gleiche nur das Ads eben ohne H - Hyperaktivität ist.

Selbstdiagnosen sind da ziemlich "einfach" mtilerweile, Test gibt es wie Sand am Meer im Internet.

Sollte das stimmen das er ads haben könnte, so schau dich mal bei euch in der Familie um, "reines AdHs" wird meist verervt - ob das bei ads auch so ist weiß ich nicht, aber ich denke schon.

Gerade bei mir führt das in der Kommunikation mit anderen oft zu Problemen wenn es um "sucht" als solches geht da ich im Prinzip mit meiner Zockerei in Spielhallen keine Gefühle "kompensiert" habe, ich hatte STILLE im KOPF.
 
Als das soweit ging das ich irgendwann mal vor so ner Kiste gesessen habe und wie in dem Film Matrix auf DEM Bildschirm die Zahlen wie in dem Film gesehen habe ist mir ganz anders geworden und ich dachte wahrlich "ich bin im falschen Film". Hinzu kommt dennoch das es mir schon ein Gefühl von befriedigung gegeben hat wenn ich die Risikoleiter bis zum Ende hochgedrückt habe, ein kurzes "erfolgserlebnis" gewinne und geld hat mich dabei nie wirklich intressiert.

Aufgrund MEINES Adhs allerdings differenziere ich enorm was, wie, wo, wer, wen, warum; daher fällt es MIR selbst so enorm schwer MEINE Sucht die ja doch vorhanden ist als Krankheit zu akzeptieren.

Auch das "niemals aufhören" kommt mir sehr bekannt vor.

Ich gehe ja regelmäßig in eine Suchtberatungsstelle und nach langer langer Zeit, viel Reflektion und "Analyse" mit der Beraterin sagte Sie mal zu mir,

"Herr xx wenn sie es sich leisten können und es ihnen hilft wenn sie alle paar Monate mal geld verzocken, dann machen sie das es ist IHRE Entscheidung"

Das ist wahrhaftig so gewesen und einfach nur ehrlich, Ehrlichkeit die ja "normalerweise" Suchtis "aberkannt" wird, alle Suchtis lügen so sagt "man". Niemand hier oder sonstwo weiß im Umkehrschluß das diese Frau mich zu dem Zeitpunkt wo das Thema war bereits ca 8 Jahre kannte...

Ich bin den Weg über die Spielersperre gegangen OASIS, erst n Jahr, kaum vorbei direkter Rückfall, dann wieder ein Jahr. Beim zweiten mal allerdings als es dem Ende entgegen ging bin ich seeeeeehr unruhig geworden und hatte glaub ich HIER in dem Forum den Impuls;

Wenn ich mich jetzt nicht Lebenslang sperre dann wirds n Problem (so in der Art), bin SOFORT losgelaufen zu meiner Beratungsstelle, wurde von der "Rezeptionisten" nett begrüßt und sagte nur : Ich WILL JETZT SOFORT die Lebenslange Sperre ausfüllen, direkt fertig machen und abschicken. Es wurde etwas tummultig weil sie natürlich von mir überrannt wurde aber da sie mich DORT ebend alle seit Jahren kennen ging das dann Gott sei dank Ratz fatz.

Irgendwann letztes Jahr hab ich dann dennoch mal angefragt weil ich wohl "Suchtdruck" hatte und hab in Darmstadt mal angefragt wie es denn aussieht, Leider / und GOTT SEI DANK bekam ich dann zur Antwort, eine Sperre ist gelöscht und eine geht bis -ich glaube 2042- oder so.

Mittlerweile gehts mir gut, der letzte Lottoschein war nun am Mittwoch weil -ohne witz- in meinem Horoskop beim Neurologen stand "Mittwoch Glückstag" und DIREKT hat es gerattert wie blöd in meinem Kopf. Da ich keine Lust hatte mir den Streß anzutun wenn ich es nicht gemacht hätte habe ich wieder eine

KLARE ENTSCHEIDUNG getroffen

Ein letztes mal in unseren Postladen -der ebend auch Lotto macht- und habe unter Tränen den Frauen gesagt, so gern ich herkomme und so sehr ich euch mag ich komm nicht mehr hierher das triggert mich zu doll und damit ist das Thema für mich nun erledigt.

Nichtsdestotrotz bin ich NICHT gefeiht vor all den Versuchungen, es ist ein weiterer Schritt in meine vielleicht absolute Abstinenz, das steht in den Sternen...

Entschuldige, ich bin schon wieder abgeschweift.

Dein letzter Beitrag zeigt MIR, das mein erstes Bauchgefühl absolut richtig war und DU MUSST Ihn fallen lassen und kannst nur HOFFEN das er die Kurve bekommt.

Als Angehöriger könntest du Ihn wenigstens bei OASIS sperren, dann geht auch online einiges nicht mehr, ABER, ICH persönlich halte davon ABSOLUT nichts !!!

Es ist meiner Meinung nach "ein schwerer Eingriff" in das Leben eines anderen - selbst wenn es helfen "könnte" 
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Wirbelwind am 28.08.2025 16:46:29
ich kann gar nichts mehr machen, er hat klar und deutlich(untertrieben) zu verstehen gegeben das er nicht möchte das ich seine Finanzen verwalte.

selbstverständlich möchte er das nicht, erstens hast DU dann die KONTROLLE über IHN und zweitens hat er ( der suchti ) n Problem....
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Fred am 29.08.2025 07:51:59
Er hat bisher noch nie eingesehen das er "Spielsüchtig " ist.

Tja, das ist sehr schade und tut mir natürlich auch für dich leid.
Man kann da ehrlich gesagt nur noch "zuschauen" ...

Vielleicht kannst du ja nochmal ansetzen, wenn sich die Wellen ein wenig beruhigt haben.
So steter Tropfen höhlt ja bekanntlich den Stein.

Du musst dich natürlich auch emotional abgrenzen bzw. lernen damit umzugehen.
Das ist nicht einfach als Elternteil.

Es gibt Selbsthilfegruppen für Angehörige, bzw. gemischte Gruppen die auch Angehörige zulassen.
Dort bekommt man zumindest ein bisschen Infos und Anregungen um mit der Situation umzugehen.

Wahrscheinlich alles nur eine Frage der Zeit.
Hoffen wir mal, dass es keine Jahrzehnte sein werden.
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Fred am 29.08.2025 07:57:43
Als Angehöriger könntest du Ihn wenigstens bei OASIS sperren, dann geht auch online einiges nicht mehr, ABER, ICH persönlich halte davon ABSOLUT nichts !!!
Es ist meiner Meinung nach "ein schwerer Eingriff" in das Leben eines anderen - selbst wenn es helfen "könnte"

Diese Möglichkeit der Fremdsperre ist natürlich schon ein Geschoss, bedarf aber auch so einiger Unterlagen.
Ich bin da auch eher etwas zwiegespalten, ob sowas "ok" ist. Als betroffener "Lebenspartner" zum Beispiel würde ich da allerdings keine Sekunde zögern.

@Theo,
OASIS ist ein Sperrsystem, wo sich Spieler für ALLE in Deutschland legalen Spielmöglichkeiten sperren lassen können.
Die "illegalen" im Internet bleiben davon unberührt. Seit einiger Zeit kann diese Sperre auch von Dritten erwirkt werden.
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Theo am 13.10.2025 12:17:39
Hello an alle,
nachdem mein Sohn (seit der letzen Außeinandersetzung zum Thema Geld) sich über Wochen nicht bei mir gemeldet hat und ich mich auch nicht mehr bei ihm, viel mir auf das er seit fast vier Wochen nicht mehr zur Arbeit fährt....Erst dachte ich er hat Urlaub, jetzt hat sich herausgestellt das er gekündigt wurde.
Was soll ich sagen, jetzt kommt das was ich befürchtet hatte und voraus gesehen habe. Ich will auch nicht mehr helfen, kann auch nicht mehr, er muss jetzt die Konsequenzen seines handels tragen.
Ich glaube er versucht jeden Kontakt zu vermeiden auch zu seinem Vermieter, der ja fragen könnte, warum er nicht mehr zur Arbeit fährt. Aber wie hier schon mehrfach angedeutet wurde muss ich wohl die Umstände akzeptieren und zuschauen wie er "vor die Wand" fährt. Es ist die einzige Chance, einen anderen weg sehe ich nicht.
VG
Theo
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Jacky1 am 13.10.2025 21:58:20
Hallo Theo,

wenn ich mich umsehe hier und da, dann sehe ich zufriedene Menschen mit ihren Familien.
Sie leben gesund, drogenfrei und stehen finanziell fest auf eigenem Boden.
Im Vergleich wie sie früher waren und alles verspielten und verloren haben.
Auch in diesem Forum stehen ihre Geschichten!
Sie unterscheiden sich unwesentlich von der bisherigen Geschichte deines Sohnes.

Seine Zukunft mag nun in eine düstere Zeit blicken, ich weiß auch nicht wohin sie führen wird.
Es ist sowieso die Gegenwart die am meisten schmerzt, danach die Erinnerung daran.
Es ist leider nicht leicht für dich, auch nicht für ihn..ich weiß das schon ganz gut.

Konzentriere dich auf Dinge die du ändern kannst und frage niemanden etwas wo du eh schon vorher weißt, dann angelogen zu werden.
Es gäbe auch einige Anlaufstellen für dich Theo, um Linderung event. im Austausch mit anderen betroffenen Angehörigen zu erfahren.
Versuche eine Art Gelassenheit zu entwickeln, negative Emotionen nicht einfach freien Spielraum geben.
Erzähle doch einmal von dir, wer du bist...außer ein besorgter Vater.

Liebe Grüße   

               
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Theo am 14.10.2025 10:10:29
Hallo Jacky, danke für die Antwort.

"wenn ich mich umsehe hier und da, dann sehe ich zufriedene Menschen mit ihren Familien.
Sie leben gesund, drogenfrei und stehen finanziell fest auf eigenem Boden.
Im Vergleich wie sie früher waren und alles verspielten und verloren haben.
Auch in diesem Forum stehen ihre Geschichten!
Sie unterscheiden sich unwesentlich von der bisherigen Geschichte deines Sohnes"

"Ja, da ist was dran!" das hoffe ich natürlich auch für ihn. Ich denke es ist auch völlig normal das man sich als Elternteil Sorgen macht und das es ein gewissen Abnabelungsprozess zwischen Vater und Sohn gibt (nimmt nichts mehr an, weiß alles). War ja bei mir selbst nicht anders, allerdings mache ich mir schon große Sorgen wenn Drogen im Spiel sind und die sozialen Kontakte fast völlig abgebrochen werden. Es gibt auch immer mal wieder Junge Menschen die sich das Leben nehmen:-(

Zu mir, ich bin 51 Jahre alt, habe zwei Söhne und bin seit 3 Jahren geschieden. Habe aktuell eine sehr liebe fürsorgliche Partnerin mit der ich zusammen lebe. Mit der Exfrau gab 6 Jahre Rosenkrieg bis die Immobilienfrage im Rahmen der Trennung/Scheidung gelöst wurde, das heißt auch 6 Jahre getrennt unter einem Dach....das hat natürlich auch alles sehr negativ beeinflusst, ist mir klar. Im letzen Jahr hat meine EX-Frau das Haus übernommen und ich bin zu meiner Freundin gezogen, mein älterer Sohn wollte nicht bei meiner Ex-Frau bleiben und ist mitgegangen. Wir hatten lange überlegt ihn mit ins Haus der Freundin zu nehmen....ich war aber der Meinung das es unsere Beziehung belastet, weil die Probleme des Sohnes ja schon ausgeprägt waren.Deshalb hat er eine eigene Wohnung direkt gegenüber bekommen. Zu meinem jüngeren Sohn hab ich sehr guten Kontakt, zwar nicht oft aber das läuft gut. Meine Freundin hat zwei Erwachsene Töchter zu denen auch eine gute Beziehung da ist. In der Jugend würde ich mich selbst als" stinkend faul bezeichen", Ich bin in der Ausbildung tätig, jeden Tag mit Jungen Menschen im praktischen und theoretischen Bereich, das mache ich gerne. Einen zweiten Job habe ich schon sehr lange, mein ursprüngliches Hobby Musik wurde zum Nebenjob deshalb bin ich instrumentalisch und gesanglich oft am WE unterwegs. Mein Sohn sagte mir erst vor kurzem sinngemäß "wie kann man nur so viel Arbeiten" ich hätte nie Zeit....
Aktuell pflegen wir die Oma mit Pflegestufe 3 die mit im Haus wohnt. Ich habe immer für mein Ex-Haus gearbeitet, mit dem Ziel, es abzubezahlen, das Haus ist jetzt weg.... Mir fehlt ein neues Ziel, muss mich noch orientieren. Ich bin in einer Leistungsgesellschaft aufgewachsen, dementsprechend ehrgeizig bin ich auch. Ich bin insgesamt sehr geduldig, habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitsinn bin sehr hilfsbereit, großzügig, kommunikativ und offen. Die negativen Dinge sind Sturheit(hat mein Sohn geerbt;-) und wenn das Fass mal überläuft auch mal ein Wutanfall.(Zum Glück nicht so oft (3-4 Mal im Jahr).
Mir hilft das schreiben in Foren.
VG
Theo



Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Wirbelwind am 14.10.2025 11:49:01
Huhu Theo, schön das du mal ein wenig von dir erzählt hast :)

Du willst gar nicht wissen, was ich daraus nun alles raus analysieren könnten, lassen wir das  :D ;D

Ich HOFFE, das wir -trotz deiner Gegenwehr- ein wenig dazu beitragen konnten das es dich JETZT nun nicht völlig von den Socken gehaun hat mit Deinem Sohn; DAS ist leider eine "normale" Entwicklung und wenns ganz doof läuft fliegt er irgendwann aus seiner Wohnung,...

Auch ich kann Dir nur wie Jacky ans Herz legen das man da raus kommen kann; wenngleich du nur zuschaun kannst...

Ich hab ne üble Geschichte hinter mir und HEUTE mit 50  :o ::) gehts mir "eigentlich" richtig richtig riiiiichtig gut, jetzt ist es allerdings ein Problem das auch anzunehmen, aber wat will man machen  ;D
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Jacky1 am 14.10.2025 19:02:28
Hallo Theo,

dass ist doch alles nicht so schlecht, weil ganz sicher auch viele positive Ereignisse dein Leben begleitet haben.
Und wer flutscht schon einfach mal so durch ein ganzes Leben ohne Tränen und Kummer.
Ich mag deine Geschichte.....warum auch immer, definitiv authentisch und spürbar.
Und nun wissen wir auch etwas wer du bist, dies macht es wesentlich leichter zu antworten.
Lasse den Kopf nicht hängen dazu gibt es keinen Grund, im Gegenteil ...weil wir Eltern oft viel mehr Kraft mobilisieren
als notwendig wäre. Deine Sorgen habe ich auch und ja...sie sind immer da.
Es muss und darf aber weitergehen ...immer weiter...jeden Tag...für uns!

Grüß dich
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Theo am 16.10.2025 10:16:33
Hello, danke für Eure Antworten.
Ich bin Emotional hin und her gerissen. Er hat vor fast 8 Wochen seine von mir angelegten Ersparnisse abzüglich seinen Schulden bekommen. Seit diesem Zeitpunkt (ich hatte ja berichtet) gibt es keinen Kontakt mehr. Nicht das ich wütend wäre, aber ich sehe es auch nicht mehr ein ihm nachzulaufen und den Kontakt zu suchen. Auf der anderen Seite muss er ja schon (das denke ich mir) mächtig unter Druck stehen. Er rennt offensichtlich vom Auto zur Wohnung damit ihn niemand anspricht(Vermutung). Das er sich nach der Kündigung bei der Agentur gemeldet hat glaube ich auch nicht.Der TÜV ist abgelaufen und das Auto müsste dringend zur Reparatur. Es fällt mir schwer dabei zuzuschauen. Den Text den er mir geschrieben hat möchte ich hier nicht reinstellen, es würde mich aber mal interessieren wie Ihr das beurteilt. Geht das irgendwie über eine PN.
VG
Theo
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Fred am 21.10.2025 08:18:00
Moin Theo,

Ich bin Emotional hin und her gerissen.
Wer wäre das nicht. Man sitzt ja ziemlich hilftlos daneben.
Mir fiele nicht mal ein guter Rat ein, den ich im Moment geben könnten.
Die Dinge "laufen lassen" ist ja nun nichts was man hören  möchte.

Nachricht an andere Mitglieder ist jederzeit möglich.
Im Menü: Meine Mitteilungen -> Mitteilung senden, Namen eingeben, Text schreiben

Danke dass du uns auf dem Laufenden hälst.
Ich hoffe sehr, dass dein Sohn recht bald die Kurve kriegt.
Einziger Trost, irgendwann sind wir alle ansprechbar für größere Änderungen.
Deine "Tür" wird ja sicher für den Fall der Fälle offen sein.
Zumindest schätze ich dich so ein
Gruß aus dem Norden
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Theo am 28.10.2025 14:28:13
Hallo Fred,
danke für deine Antwort. Aktuell ist Funkstille, vielleicht kriegt er ja dieses Mal die Kurve, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Wenn er auf mich zu kommt und Hilfe braucht, bekommt er die gerne. Finanzielle Hilfe allerdings nur mit einem Therapieplatz in der Tasche. Er meldet sich nicht mehr.....tief durchatmen und los lassen. Er will sein eigenes Leben leben....dann beginnt das jetzt.Hoffentlich halte ich diese Einstellung durch.
VG
Theo
Titel: Re: Hat mein Kind eine Spielsucht? Wie soll ich damit umgehen?
Beitrag von: Fred am 02.11.2025 09:44:31
Theo, ich wollte mich mal bei dir bedanken, dass du immer noch hier bist und uns Feedback gibst.

Leider gibt es immer noch nichts, was man als Außenstehender so machen kann.
Wenn jemand "nicht will" ist es fast unmöglich helfend einzugreifen.

Ich war nie so "verbockt" und kann mich daher schwer in diese Situation versetzen.
Ansprechbar war ich immer. Und hatte immer irgendwie den Willen nicht mehr spielen zu müssen.
Ich kenne aber aus diversen "Leidenswegen" von Angehörigen, dass diese völlige Blockadehaltung auch nicht gerade selten ist.

Ich kann dir nur versichern, wenn das letzte Türchen geschlossen ist und einfach nichts mehr zum Verspielen da ist,
dann tritt doch irgendwie sehr oft ein Umdenken ein.
Es ist schwer die eigene Niederlage, das eigene Versagen einzugestehen. Den Eltern gegenüber noch viel schwieriger.
Da möchte man doch immer den Schein wahren.
Wir Spieler sowieso. Wir lügen uns ja selbst bis zu letzt in die Tasche. Bis alle anderen praktisch alles wissen, nur wir selbst nicht.

Halte uns bitte auf dem Laufenden wenn es etwas zu berichten gibt und löchere uns gern Fragen die dir auf dem Herzen liegen.
Da wird es sicher einige geben.

Gruß aus dem stürmischen Norden