Spielsucht Soforthilfe Forum (SSF)
Spieler & Angehörige => Angehörige => Thema gestartet von: Lotus am 11.04.2025 03:51:02
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Hallo Ihr Lieben,
soeben im Live Chat habe ich meine Geschichte angerissen.
Für die, die mich noch nicht kennen: Ich habe eine 3jährige (ich glaube es zumindest, hatte es noch nie mit Zeiten) Beziehung mit M.geführt.
Vor 1 1/2 Jahren war ich das erste Mal im Forum hier.
Habe unglaublich viel mitgenommen, habe zuletzt hier psychotisch geschrieben und jetzt wieder.
Damals war Schluss zwischen M. und mir. Allerdings hat er mich mit endlosen E Mails bombadiert und mich ständig auf der geschlossenen angerufen.
In der Psychose dachte ich er ist mein Prinz und wir schaffen das zusammen.
Jetzt nach den weiteren 1 1/2 Jahren bin ich am Ende der Beziehung.
M. weiß es noch nicht das die Beziehung im Aus ist. Ich habe es als Auszeit deklariert. Was es auch war. Doch mir ist jetzt in der Psychose (in der man Dinge verstärkt wahrnimmt) klar geworden das ich nicht mehr weiter machen kann und will.
Ich fühle mich wie ausgesaugt, ausgepresst und leergefegt.
Was so eine Sucht (egal in welcher Form, ist doch vom Prinzip wohl fast das gleich, außer das Du mit nem Spieler nie Geld hast) alles für Ausmaße annehmen kann war mir am Anfang nicht klar.
Ich hatte immer Hoffnung. Hoffnung das er für sich kämpft, für mich und für uns als Paar.
Aber ich habe so die Schnauze voll. Ich kann nicht mehr.
Ich war und bin immer noch Co abhängig.
3 Jahre meines Lebens, einfach so verspielt.
3 Jahre ist keine lange Zeit für eine Beziehung, aber ich würde sagen das waren mit die 3 härtesten Jahre meines Lebens.
Ein großer Anteil liegt bei mir Selbst. Das weiß ich schon lange.
Doch wer kann schon einen Menschen verstoßen, der keinen Cent in der Tasche hat und seit 8 Monaten krank geschrieben ist (angeblich Depression, das ist wohl nur der Ausläufer der Spielsucht).
Ich glaube ich selbst habe mich mehr mit der Sucht auseinandergesetzt als er.
Er spielt seit 12 oder 14 Jahren und immer waren und sind die anderen Schuld. Er war noch nie in stationärer Psychotherapeutischer Glücksspielsuch-Behandlung.
Ne da fahren wir noch zusammen in die Klinik (angedacht war eigentlich eine Auszeit eine Nacht spontan wo hin zu fahren und einfach mal den Alltag vergessen), schauen diese an. So ein Glück das die Rezeptionistin sich spontan für unseren unangemeldeten Besuch Zeit nahm (mir war das echt peinlich).
Er spricht mit anderen Spielsüchtigen, die Zufällig im Gelände sitzen qualmen und reden über die Sucht. Alles prima.
Wir verlassen das Gelände und er sackt in sich zusammen.
Was hat er denn erwartet das Paradies???
Es war eine verdammt lange und anstrengende Heimfahrt. Erholung Pur :o
Nach einiger Zeit später kommt dann die Bombe.
Im Beisein von zwei Freunden erfahre ich dann, dass er sich jetzt nicht sicher ist ob er die Therapie beginnen will, weil er muss ja schließlich auch einmal wieder arbeiten gehen.
Ich bin aus allen Wolken gefallen. Sagte das war einmal ein anderer Plan und das es essentiell ist da hin zu gehen ob er will oder nicht.
Dann die Auszeit.
Wie tief muss ein Mensch fallen um endlich zu Handeln?
Jeder ist sein eigener Herr und jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich.
M. ist wohl als Kind stecken geblieben. Deshalb ist es für mich nicht mehr möglich endlich eine Zukunft aufzubauen, die wir nie hatten.
Wie kann es sein, dass ich seit 14 Jahren spiele und einfach fast nix dagegen tu.
Nur weil er ambulant in die Suchttherapie bei der Diakonie geht und ein bisschen Ergotherapie macht, bei der lernt seinen Alltag 1.Klasse zu meistern.
Der stationäre Aufenthalt im Mai (wenn er jetzt nun geht oder auch nicht) ist der 2. kleine Schritt.
Verdammt da werden wohl noch so viele Schritte folgen müssen und er steht schon in der Mitte seines Lebens.
Ich habe mit der Psychose mit 21 Jahren meine erste stationäre Langzeittherapie gemacht, war lange Zeit in ambulanter Psychotherapeutischer Behandlung, bin es wieder usw.
Er verspielt sein Leben und ich will nicht länger am Schauplatz sein. Will endlich wieder Spaß haben, mir reicht.
So jetzt erst mal genug. Muss mich sammeln, muss um 7 Uhr zu meinem Neurologen fahren.
Wünscht mir Glück, das wäre das erste mal das ich die 8. oder 9. Psychose zu Hause und nicht stationär ausheilen kann.
Seid ganz lieb gegrüßt, schön wieder hier sein zu dürfen.
Lotus
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Guten Morgen Lotus,
Schön und traurig zu gleich dich hier wieder zu lesen.
Ich hoffe für dich du schaffst es ohne los zu lassen und dich endlich un dich zu kümmern. Denn für Dich kannst du sorgen.
Für einen spielsüchtigen Menschen der nicht wirklich bereit ist etwas zu tun, kannst du überhaupt nichts tun!!
Also kümmere dich um dich!
LG Medea
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Hallo Lotus,
auch aus eigener Erfahrung kann ich berichten.
Wenn es die Möglichkeit gibt sich von jemanden zu trennen und getrennte Wege zu gehen,
ohne dass man selbst an der Trennung emotional zerbricht oder in einer abhängigen Verantwortung steht.
Es klar sichtbar ist wie man ansonsten sein eigenes Leben verbaut und es freudlos und krank täglich gestaltet......
wäre es weit mehr als nur anzuraten ....getrennte Wege zu gehen.
Schön dass du wieder hier berichtest.
Liebe Grüße