Spielsucht Soforthilfe Forum (SSF)

Spieler & Angehörige => Allgemeines => Thema gestartet von: Marie_LSG am 04.07.2024 14:03:30

Titel: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: Marie_LSG am 04.07.2024 14:03:30
Hallo liebes Spielsucht-Soforthilfe-Forum,
ich bin Marie und arbeite als Suchtberaterin und Online-Streetworkerin bei der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG).
Wenn ihr ganz allgemein Fragen habt oder euch Sorgen um euer eigenes Glücksspielverhalten oder um das Glücksspielverhalten von jemand anderem habt, schreibt mir gerne.
Natürlich vertraulich und kostenlos!

Auch zu euren Beiträgen werde ich versuchen Hilfreiches beizutragen.

Ich freue mich auf die Gespräche mit euch!

Viele Grüße,
Marie
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: Jacky1 am 04.07.2024 20:03:36
Hallo Marie und herzlich Willkommen im Forum,

ein tolles Angebot vielen dank dafür und gespannt wie es sich entwickelt.
ich bin Jacky1 ein path. Spieler, nach über 30 Jahren exzessiven Spielen mit allem was leider so dazu gehörte, bin ich nun seit 8 Jahren spielfrei.
Nur falls du mal eine Frage hättest.  :)

Schön dass du da bist.

Liebe Grüße
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: Marie_LSG am 05.07.2024 09:25:14
Hallo,
ich kann absolut verstehen, warum "Online-Streetwork" verwirrend ist! Vielleicht erkläre ich das noch etwas weiter:

In der Landesstelle Glücksspielsucht haben wir viele verschiedene Angebote, von der "klassischen" Beratungstätigkeit in Suchtberatungsstellen, über (Präventions-)veranstaltungen oder die Online-Beratungsplattform PlayChange.
Uns ist aber aufgefallen, dass dabei ein sehr großer Bereich fehlt und zwar alles, was im Internet geschrieben wird. Dabei hatten wir uns gefragt, ob es auch sinnvoll wäre hier mehr tätig zu werden, um als Fachpersonal Fragen zu verschiedenen Glücksspielthemen zu beantworten. Wie ihr seht, haben wir uns dafür entschieden :)
Wir sind u.a. bei TikTok, Discord, GuteFrage und vielen weiteren Seiten unterwegs.
Der Begriff "Online-Streetwork" ist dadurch entstanden, da wir "aufsuchend" arbeiten, aber eben online.

War das so verständlicher? Wenn nicht frag gerne nochmal genauer nach.

Viele Grüße,
Marie
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: Fred am 05.07.2024 12:09:34
Moin Marie,

wirklich klasse, dass du dich hier opferst :-)
Ich finde die Idee an einem Forum teilzunehmen absolut genial.
Ehrlich gesagt hatten wir sowas die letzten 10 Jahre nicht.
Maximal halbgare Umfragen irgendwelcher "Studien" die sich um Spieler drehen.
Meist eher sinnfreies Gefrage.

 'Online-Streetworker' finde ich gut und auch total passend.
Unsere "Straßen" sind ja heutzutage dank überflutenden Online-Casinos halt "online" :-)

Jede Hilfe ist hier absolut willkommen und wird wertgeschätzt.

Wir haben auch Angehörige die in der Suchtberatung arbeiten und selbst "Opfer" eines Spielers wurden.
Also unsere Welt ist bunt. Aber das ist sicher nichts Neues für dich.

Hast du irgendeinen Spielsucht-Hintergrund ? ( Partner / Familie / Eltern / sonstwas )

Gruß aus dem Norden
Fred
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: Marie_LSG am 05.07.2024 12:48:42
Hallo Fred,
es freut mich sehr, dass ich hier gut aufgenommen werde und es für euch in Ordnung ist, bzw. ihr euch freut, dass ich mich hier beteilige!
Dass die Welt im Glücksspielbereich so bunt ist, ist auch genau der Grund, warum ich diese Arbeit gerne mache, der Bereich wird meiner Meinung nach insgesamt immer noch zu wenig gesehen.
Ich habe einen rein fachlichen Hintergrund, was Spielsucht angeht und bin selbst nicht in irgendeiner Art betroffen. In der Suchthilfe bin ich seit knapp zehn Jahren tätig und werde versuchen meine Erfahrung hier mit einzubringen.

Viele Grüße!
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: MiLu am 13.07.2024 23:30:06
Hey zusammen,

Aus meiner Erfahrung heraus, sowohl fachlich als auch betroffen, kann ich nach 12-jähriger Berufserfahrung nur bestätigen, dass gerade die vermeintlich niederschwelligen Angebote die wichtigsten Schritte sind! Häufig ist das der gewollte oder 'empfohlene' erste Gang zugleich aber, erfahrungsgemäß, auch der immer begleitende Schritt. Zum Thema Fachlichkeit: a.m.S. haben oftmals die sehr erfahrenen und oft weitergebildeten Sozialpädagogen den Zugang und die Authentizität. Nicht immer ist DER PSYCHOLOGE oder THERAPEUT der Weisende....vielmehr kommt es darauf an, wie ich ein Angebot betrachte und nutze und genau das ist ein Prozess!  Dieser kann länger, kürzer oder überhaupt nicht dauern. Bei jeder Form der Unterstützung kommt es auf die Selbstbeteiligung, dem eigenen Anliegen nach Veränderung an.... die Ursache kann gefunden werden, muss aber nicht! VT beinhaltet, das Schadende mittels eigenserworbener Skills zu reduzieren bzw. neue Methoden zur Selbstregulation anwenden zu können. Ich finde, dass der Berufsstand der Sozpäds wirklich mehr Beachtung bekommen sollte, weil viele Fachkräfte oft mit Lebenserfahrung und sehr guter Fachlichkeit überzeugen können, da diese dem Hilfesuchendem am Nächsten stehen.... aber das darf jeder für sich entscheiden!  Hauptsache nicht immer stehen bleiben, wenn es schwierig wird! Es gibt sehr viele Angebote, wenn man sie denn will.... freie Entscheidung und ja, auch trotz stoffgebundener- oder ungebundener Abhängigkeit...

LG MiLu
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: Marie_LSG am 15.07.2024 12:55:17
Lieber André,
danke für deinen Erfahrungsbericht aus der Suchtberatung, das ist für mich und meine Arbeit immer wahnsinnig hilfreich.

Ich kann total nachvollziehen, dass es für dich wenig gewinnbringend war in einer Gruppe oder in einem Einzelgespräch zu sitzen und nicht die Wahrheit über dein Spielverhalten sagen zu können. Das ist natürlich weder für dich, noch für die Gruppe zielführend.

In der Suchtberatung geht es mir tatsächlich in erster Linie um den Prozess. Für viele ist ja der Grund zu uns zu kommen, da sie nicht mit dem Spielen aufhören können. Ich arbeite dann mit ihnen daran, was es für Optionen gibt das Spielverhalten zu reduzieren. Sollte das im Alltag nicht funktionieren wäre dann eine stationäre Reha indiziert und sinnvoll. Trotzdem sehe ich meine Klienten auch vor der stationären Reha weiterhin im Einzel, da es ja auch hier verschiedenste Themen gibt (inhaltlich und organisatorisch).

War denn die Gruppe in der du warst eine Nachsorge-Gruppe oder eine offene Spieler-Gruppe? Oder etwas ganz Anderes?
Bei einer Reha- oder Nachsorge-Gruppe haben wir als Beratungsstelle leider Vorgaben durch die Deutsche Rentenversicherung (als Kostenträger), dass Personen in einer solchen Gruppen spielfrei sein sollen, ansonsten muss die Maßnahme beendet werden. Allerdings – und das möchte ich betonen – gibt es auch immer andere Optionen als gleich mit Rauswurf zu drohen.

Ein Rückfall ist Teil einer Suchterkrankung und als dieser wird er meistens gesehen. Wichtiger als der Rückfall ist mir wie einer Person damit umgeht. Spricht derjenige darüber? Nutzt er die Möglichkeit durch den Rückfall mehr über sein Spielverhalten zu lernen? Auch bei einem zweiten Rückfall kann ich damit arbeiten. Sollte eine Person aber immer wieder rückfällig werden, würde ich mit ihm ins Gespräch gehen, dass er dann vermutlich „mehr“ braucht als nur die Nachsorgegruppe. Evtl. wäre dann eine Auffangbehandlung in der Klinik sinnvoll, um nochmal intensiv daran zu arbeiten, warum die Spielfreiheit Zuhause nicht funktioniert hat.
In der Gruppe würde es mir bei einer spielenden Person auch darum gehen die anderen Spieler zu „schützen“. Wenn die Gruppe spielfrei angedacht ist, soll sie auch eine solche sein. Auch hier bedeutet das nicht, dass Rückfälle nicht passieren dürfen (die gehören ja wie gesagt zur Sucht dazu), aber dass wenn eine Person wieder sehr viel spielt ich sie aus der Gruppe herausnehmen müsste.
Hier würde ich aber auch versuchen die spielende Person in eine Selbsthilfegruppe zu „vermitteln“, da ich den Austausch unter Betroffenen als unglaublich hilfreich erlebe.

Für mich in der Suchtberatung besteht also ein Unterschied darin, ob jemand in Beratung ist oder in amb. Reha, bzw. Nachsorge. In der Beratung kann ich sehr flexibel und zieloffen agieren, die Maßnahmen der DRV unterliegen leider gewissen Voraussetzungen.

Aber auch ich als Beraterin kann natürlich nicht zaubern. Wenn mir Dinge verschwiegen werden, kann ich damit nicht arbeiten. Meine Arbeit funktioniert nicht gut, wenn ich nur ein Drittel an Informationen habe. Dann kann ich nicht spezifisch auf meine Klienten eingehen, bzw. auch keine guten Ratschläge geben oder an individuellen Themen arbeiten.

Es tut mir sehr leid, André, dass du keine gute Erfahrung mit der Suchtberatung gemacht hast. Umso schöner finde ich dein Fazit, dass dir trotzdem alles auf dem Weg in die Spielfreiheit geholfen hat!
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: MiLu am 15.07.2024 19:42:05
Hallo zusammen,

an dieser Stelle noch eine kleine Ergänzung zu meinem letzten Beitrag, welcher so unmittelbar hinzukam.

Vor Kurzem hatte ich erst einen Fall, bei dem ein jüngerer Mensch, der an einer bipolaren Störung und problematischen Trinkverhalten leidet, sehr verzweifelt um Rat bat. Hintergrund ist, dass dieser schon ziemlich lange auf einen Platz bei einem Therapeuten wartet und sich aus Frust und aufgrund des Leidensdrucks immer mehr isoliert hat und wieder verstärkt konsumiert. Auf Anraten besuchte er dann skeptisch die hiesige Beratungsstelle. Er besuchte,mit ein paar Motivationsstößchen von außen, nun immer regelmäßiger die dort angebotene Gruppe. In der Reflexion beschrieb er nun, dass er den Nutzen dieses Angbots zuvor immer unterschätzt hatte. Er war so fixiert darauf, diesen Platz im therapeutischen Setting zu erhalten, so dass er andere Angebote gar nicht zulassen wollte, nach dem Motto: 'ich bin so ein schwerer Fall, das bringt dort eh nichts. Ich brauche etwas intensives....'
Doch im Verlauf wurden dort mit ihm Ziele im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten erarbeitet, er tauschte sich angeregt mit weiteren Betroffenen aus, auch mit einigen Menschen, die schon sehr lange mit gewissen Problematiken gut leben können. Er fand einen Zugang zu seinen Gefühlen und Gedankengänge, schlichtweg, weil er sich öffnen konnte. So waren Fachleute, jedoch auch eigene Experten an seinem Prozess beteiligt, nicht zuletzt v.a. er selbst! Er war erleichtert, dass der bürokratische Kram so gering war. Natürlich kann eine intensive Therapie wirklich von Nutzen sein, jedoch zeigt dieser Fall auch, dass man die Flinte nicht ins Korn schmeißen und unmächtig auf einer Warteliste rumgammeln  muss. Wir haben echt tolle und effektive Angebote und v.a. die Beratungsstellen überzeugen häufig mit sehr kompetenten Fachleuten.

LIebe Grüße

MiLu
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: Jacky1 am 15.07.2024 22:07:16
Hallo,

in meinem Werdegang bin ich nun schon einigen begegnet, kaum wegen meiner Spielsucht sondern halt wegen anderen Dingen.
Psychologische Psychotherapeuten, Heilpraktiker, psychologische Berater, Fachärzte für psychotherapeutische Medizin..... 
Letztere mochte ich am liebsten, da gabs dann auch Medis die nicht in der Drogerie zu finden waren.
Es gab halt Geschichten in meinem Kopf die waren nicht wegzureden. 

Aber blieb mir auch keine andere Wahl, als jede Chance anzunehmen. Lösungswege zu entwickeln.
Hemmnisse erfahren und mit immer neuen Strategien zu überwinden. 
Dies war nicht möglich in kurzer Zeit und ich war ich froh über jeden der sich mit mir darüber austauschte.
Sich diese Zeit nahm und zwar konzentriert / kompetent Abläufe nicht nur zu hinterfragen, sondern selbst eine Meinung bildete.
Diagnosen dabei waren für mich weniger wichtig und dienten aus meiner Sicht "nur" zur genaueren Erörterung der jeweiligen Vorgehensweise.
Viel viel wichtiger war dabei mein gewonnenes Vertrauen, zum Therapeuten und dies parallel wachsend zu meinem eigenen.
Dabei hatte ich das Glück in der psychiatrischen Klinik Freiburg auf Menschen zu treffen, die sehr inspirierend auf mich eingingen.   

In diesen ganzen Jahren habe ich bei denen nicht einmal meine Spielsucht erwähnt  :).
Und von Anfang an ging es nur um mich selbst und nicht um eine gezieltere Aufarbeitung einer zusätzlichen Erkrankung.
Wo Faktoren sich dann eh überschnitten hätten und das Ganze sich viel zu Komplex steigerte.
Im Nachhinein muss ich aber zugeben, es war ein Fehler.

MiLu schrieb ja von niederschwelligen Angeboten und genau eines davon nahm ich dann im Zuge meiner Spielsucht gerne an.
Ich wollte nicht mehr diesen ganzen "aufwendigen" Weg gehen, den ich doch schon eh gegangen bin.
Eine Selbsthilfegruppe, nicht einmal eine für Spieler...sondern für Alkoholiker.
Diese Spielsucht nahm ich im Grunde nie ernst als eine in mir eigenständige Erkrankung.
Der einzig Kranke dabei war/bin ja ich selbst!

Es ist sicherlich nicht einfach einen pathologischen Spieler soweit zu begleiten, dass er eine Motivation entwickelt die ihn fern von Rückfällen hält.
Auch glaube ich dass es zeitlich nicht machbar ist, eine so intensive Betreuung außerhalb eines stationären Aufenthaltes zu bewerkstelligen.
Ich weiß hier von einigen wie lange sie überhaupt erstmal warten mussten, bis ein Erstgespräch mit einem Therapeuten zustande kam.
Suchtberatungsstellen verweisen den Fragesteller nach Hilfe mehr auf seine eigene Bereitschaft zur Veränderung, als zeitnah eine bieten zu können.
Dies ist absolut fern einer Kritik von mir, es zeigt nur auf wie stark auch ein Süchtiger selbst einwirken müsste um zurecht zu kommen.

Daher ist jedes Entgegenkommen eines Therapeuten ein Segen.

Liebe Grüße
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: Jacky1 am 22.07.2024 19:13:57
Hallo André,

ich ( der Esel zuerst  :) ) hätte schon einen Bedarf auf einiges zu antworten was du geschrieben hast.
Aber nur wenn ich nicht über die letzten Jahre, wohl schon auf jeden deiner Punkte gerne eingegangen wäre.  :)
Ist auch nicht " mein Thread ", ich glaube auch dass es kaum einen von mir hier gibt, wo ich es um mich geht und ich  nicht den letzten Beitrag geschrieben habe.  :)

Es war und ist mir halt auch immer wichtig, dies weißt du ja.

Grüß dich 

 


 
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: Marie_LSG am 02.08.2024 12:41:06
Hallo,
entschuldigt meine sehr verspätete Antwort!

André ich habe dich tatsächlich in manchen Dingen missverstanden, danke für deine Klarstellung. Du darfst immer gerne Sachen richtigstellen oder mich kritisieren, dafür sind wir ja hier :) Und ich bin absolut deiner Meinung, ich brauche immer Input von Spielern, um meine Arbeit gut machen zu können. Also wenn du Ideen oder Anregungen hast freue ich mich darüber.

Mir ist nur wichtig nochmal zu betonen, dass niemand in einer Beratungsstelle herausgeworfen wird, weil er spielt! Das gilt nur für die Angebote der Rentenversicherung, bzw. Krankenkassen.

@Jacky1 ich habe deinen Satz "Suchtberatungsstellen verweisen den Fragesteller nach Hilfe mehr auf seine eigene Bereitschaft zur Veränderung, als zeitnah eine bieten zu können. " nicht ganz verstanden. Kannst du mir erklären, was du damit meinst?

Liebe Grüße,
Marie
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: Jacky1 am 02.08.2024 15:43:20
Hallo Marie,

entschuldigt meine sehr verspätete Antwort!

Alles gut, bist ja wieder da.

@Jacky1 ich habe deinen Satz "Suchtberatungsstellen verweisen den Fragesteller nach Hilfe mehr auf seine eigene Bereitschaft zur Veränderung, als zeitnah eine bieten zu können. " nicht ganz verstanden. Kannst du mir erklären, was du damit meinst?

Der Hilfe Suchende ( Suchterkrankte ) wird event. soweit "abgehorcht" nach seinem Willen und seiner Bereitschaft,  um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Er steht theoretisch als Bewerber vor und je nach seiner dann erörterten Motivation werden dann auch weitere Maßnahmen abgewogen.
Zum Vergleich:
Wenn ich mit Zahnweh bei meinem Zahnarzt bin, ist es ihm egal wie weh es mir macht und sogar sicherlich bemerkt, dass ich seine Behandlungsmethoden abgründig hasse. So bin ich nur bei ihm dass mein Schmerz wieder weg geht.
Er diagnostiziert nur meinen schmerzenden Zahn und nicht was ich so denke dabei.

Ich behaupte also einmal und mit Verlaub bitte.
Bei einer Suchtberatung wird danach sondiert, wie und ob es überhaupt einen Sinn ergibt eine schnellst mögliche weitere
Behandlung ( Therapie) einzuleiten.
Zumal Kriterien des Kostenträgers ja auch dabei berücksichtigt werden müssten.
Obwohl es ja offensichtlich ist, dass eine Suchterkrankung vorläge.

Als Fazit wird also der Suchtkranke damit konfrontiert, auf jeden Fall zumindest den Eindruck zu erwecken, dass er sich alle Mühe gibt auch brav mitzuarbeiten. Was er wohl gerne auch machen wollte, in den Gedanken seiner Selbstlügen!
Nun habe ich diese Vermutung ja auch nicht erfunden, sondern wurde es mir so ähnlich auch berichtet.

Sollte nicht jedem gleich geholfen werden, egal ob er es auch schon begreifen kann oder halt auch nicht.
Dabei sollte ja schon eine Zeitspanne so kurz wie möglich auch angestrebt werden.

Irgendwie klingt es schon wieder so kompliziert, ich bin einfach zu blöd um "normal" zu schreiben. :)
Vielleicht kannst du es dennoch nachvollziehen.   

Liebe Grüße 
             
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: Apathetic am 02.08.2024 18:16:50
Genau, Jacky und André, euch versteht niemand mit euren Metaphern und Meta-Ebenen, zum Glück habe ich noch nie so geschrieben ;)

Spaß beiseite, als ich damals in die ambulante Reha ging, wurde auch von mir verlangt 14 Tage Abstinent zu sein, aber das war ja schon nachgelagert, nach der Beratung.
Für mich war das damals ein Ansporn und ich habe das auch durchgezogen. Diese 14 Tage finden ja auch nicht in einem luftleeren Raum statt, man kann ja weiterhin zur Beratungsstelle gehen, GA-Meetings usw.

Für Therapien (bzw. RV/KV finanzierte Angebote), finde ich diese Hürde auch sinnvoll, zum einen weil die Plätze und die m.M.n. auch Süchtigen zukommen sollten die zumindest schon etwas abstinent sind, für den initalen Ausstieg gibt es ja andere Kanäle. Eben z.B. Beratungsstellen.

Ich glaube hier wurden einfach zwei Dinge vermischt und dann gab es kollektive Verwirrung.

LG
Titel: Re: Spielsucht-Beratung auch hier
Beitrag von: Jacky1 am 03.08.2024 00:41:04
Hallo Apa,

Ich glaube hier wurden einfach zwei Dinge vermischt und dann gab es kollektive Verwirrung.

Ich ging alleinig von einer Suchtberatungsstelle aus, ein erster Anlaufpunkt für so viele.
Doch Regeln und zu erfüllende Kriterien sind überall zu finden, dies muss sicherlich auch so sein.
Wer sie bricht oder nicht erfüllt wird es natürlich schwerer haben direkte Hilfe weiterhin nutzen zu können.

Liebe Grüße