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Allgemeines / Re: Spielsucht-Beratung auch hier
« Zuletzt von Fred am 05.07.2024 12:09:34 »
Moin Marie,

wirklich klasse, dass du dich hier opferst :-)
Ich finde die Idee an einem Forum teilzunehmen absolut genial.
Ehrlich gesagt hatten wir sowas die letzten 10 Jahre nicht.
Maximal halbgare Umfragen irgendwelcher "Studien" die sich um Spieler drehen.
Meist eher sinnfreies Gefrage.

 'Online-Streetworker' finde ich gut und auch total passend.
Unsere "Straßen" sind ja heutzutage dank überflutenden Online-Casinos halt "online" :-)

Jede Hilfe ist hier absolut willkommen und wird wertgeschätzt.

Wir haben auch Angehörige die in der Suchtberatung arbeiten und selbst "Opfer" eines Spielers wurden.
Also unsere Welt ist bunt. Aber das ist sicher nichts Neues für dich.

Hast du irgendeinen Spielsucht-Hintergrund ? ( Partner / Familie / Eltern / sonstwas )

Gruß aus dem Norden
Fred
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Spieler / Re: Grün ist nicht immer grün
« Zuletzt von Fred am 05.07.2024 12:01:52 »
Mal mit lockerer Zunge gesprochen.
Du jammerst in letzter Zeit recht viel.
Üblicherweise jammen Leute, wenn sie unzufrieden sind.

Warum bist du zur Zeit unzufrieden ?
Wir kennen dich doch ganz anders.

Ganz positiv  :D
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Angehörige / Re: Trennung oder letzte Chance?
« Zuletzt von Marie_LSG am 05.07.2024 09:49:57 »
Hallo Anna,
ich würde dir auch gerne noch schreiben.
Zum einen finde ich es total beeindruckend, was du letzte Woche geschafft hast! Es war bestimmt unglaublich schwer einen so klaren Schlussstrich zu ziehen, trotzdem hast du es gemacht. Du hast für dich gesorgt und das ist absolut bewundernswert!

Natürlich ist Spielsucht eine Krankheit, aber das entbindet niemanden von der Verantwortung die er für sein Leben hat. Dein Ex-Partner hat das aber scheinbar nicht so gesehen.

Vermutlich werden die nächsten Wochen für dich trotzdem hart werden, wenn bei dir das Verarbeiten und Realisieren der Ereignisse beginnt. Ich finde die Idee toll, dass du dir Hilfe holen möchtest, da ich dir das auch empfehlen würde.
Du kannst dir bspw. Unterstützung in einer Suchtberatungsstelle oder bei einem Psychotherapeuten suchen. Gerne biete ich dir auch an, dass du mir schreiben kannst (egal ob in diesem Beitrag oder als Nachricht), ich arbeite als Suchtberaterin der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern.

Erstmal wünsche ich dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit! Aber nach allem was du bisher geleistet hast, habe ich keine Sorge, dass du das gut hinbekommen wirst :)

Liebe Grüße,
Marie
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Allgemeines / Re: Spielsucht-Beratung auch hier
« Zuletzt von Marie_LSG am 05.07.2024 09:25:14 »
Hallo,
ich kann absolut verstehen, warum "Online-Streetwork" verwirrend ist! Vielleicht erkläre ich das noch etwas weiter:

In der Landesstelle Glücksspielsucht haben wir viele verschiedene Angebote, von der "klassischen" Beratungstätigkeit in Suchtberatungsstellen, über (Präventions-)veranstaltungen oder die Online-Beratungsplattform PlayChange.
Uns ist aber aufgefallen, dass dabei ein sehr großer Bereich fehlt und zwar alles, was im Internet geschrieben wird. Dabei hatten wir uns gefragt, ob es auch sinnvoll wäre hier mehr tätig zu werden, um als Fachpersonal Fragen zu verschiedenen Glücksspielthemen zu beantworten. Wie ihr seht, haben wir uns dafür entschieden :)
Wir sind u.a. bei TikTok, Discord, GuteFrage und vielen weiteren Seiten unterwegs.
Der Begriff "Online-Streetwork" ist dadurch entstanden, da wir "aufsuchend" arbeiten, aber eben online.

War das so verständlicher? Wenn nicht frag gerne nochmal genauer nach.

Viele Grüße,
Marie
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Spieler / Re: Grün ist nicht immer grün
« Zuletzt von Andre12 am 05.07.2024 08:31:41 »
Moin,

he, he. Nun muss ich ja noch antworten.
Die Konsequenz ist es einen Arzt zu finden , der nicht nur diagnostiziert ( wenn er richtig diagnostiziert, ist es ja schon mal was ) sondern  auch Hilfe leistet, jenseits der Kassen.

Ich habe nächste Woche Termin zum Röntgen. Ich habe aufgedröselt, was immer wieder zu den verschiedenen Beschwerden führt.

Auch hier gilt die richtigen Fragen zu stellen.
Wie verhindere ich zukünftig die  Fehlstellung der Hüfte ?  Der Körper hat ein Gedächtnis und fällt immer wieder, für mich nicht merklich , in die Schieflage zurück. Entstanden durch ein Trauma. Der Rücken gleicht das aus, weil der Kopf gerade gucken will. Dadurch ist eine Seilte im Rücken verhärtet und die Bandscheiben werden mit zu wenig Flüssigkeit versorgt- Bandscheiben-Vorfall .
Unterschiedliche Belastungen der Gelenke und so weiter. Das ist der Moment, wo der Arzt Dir erzählt , Du hast auf einmal mit 30 Jahren unterschiedlich lange Beine. Jupp ist klar. Die Hüfte war schief, aber gut lassen wir das . By the way 99,9 % der Menschen kommen mit 2 gleich langen Beinen auf die Welt.

Rehabilitation-Sport 100 Einheiten a 45 min
Einrenken lassen , tapen . Das  hilft,aber es ist nicht weg. Lach

Nun schaue ich erstmal das ich die Gelenke in den Füßen unterm Fuß, Kreuzband wieder hinbekomme.
Lasse mich gerade stellen ( am Halswirbel drückt der Doc da rum und dann kommt die Hüfte wieder gerade ) dann tapen.
Danach  werde ich wohl oder übel Übungen machen müssen. ( da muss ich was finden , was ich eben umsetzen kann . Alleine jeden Tag 20 min Verrenkungen machen, werde ich sowieso nicht machen.)
Dann geht es wieder an den Sport .

Oder wenn, ich nix finde , werde ich wohl keinen Sport mehr machen können.  So sieht es aus.

André


P.S. 5 min am Tag aushängen, am besten Klimmzüge machen, da soll sich der Körper auch wieder hin ziehen. Mit meinem 1,90 werde ich schon was finden . Ich hatte die Reckststangen auf dem Schulhof so hoch hin Erinnerung. War ein Irrtum.
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Spieler / Re: Grün ist nicht immer grün
« Zuletzt von Jacky1 am 04.07.2024 23:41:34 »
Hallo André,

so einfach möchte ich dich da nicht durchwinken, weil du mir schon wichtig bist.

Tatsächlich ist das schon so, das ich mit meinem Körper wohl sehr rücksichtslos umgegangen bin.

Manchmal hattest du wahrscheinlich nicht mal eine andere Wahl.
Viele Faktoren aus der Vergangenheit waren sicherlich belastend dabei.
Nicht um es jetzt auf die Ernährung alleinig einzuschränken....auf dem Grill liegt wohl selten etwas was deinem Körper wirklich gut tut.  :)   
Dein Lieblingswort : Konsequenz, dahinter verbirgt sich schon ein guter Ansatz.
Konsequent mit deinem Körper nun mit viel Rücksicht umzugehen.
..es wäre zu erwarten, denkst du nicht ?

Grüß dich   
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Hallo Apa,

bevor ich spielte .....
eine drecks Kindheit, ich war nur das Muli nur halt schlechter behandelt daheim.     
Mit meiner Traurigkeit und meinem Verhalten war ich alleine in meiner Welt, außen wurde halt nur auf mich reagiert dabei.
Als Jugendlicher hatte ich dann alles besser im Griff und konnte mir viele Freiräume schaffen.
Tja und dann wurde ich 18 und an diesem Tag war ich zum ersten mal in einer Spielo.
Da war kein 50 Pfennig in den Automaten und gleich gewonnen, damit mein Suchtgedächtnis gleich ein gutes Start-up  als Justierung bekommt.
Was weiß ich wann der Zeitpunkt da war an dem ich süchtig wurde, und nichts hat sich gesteigert..von da ab ging ich halt immer spielen ...überall.
Da zog es mich immer hin und ich habe quasi nur darauf gewartet mein Geld endlich zu verspielen.
Vorher hatte ich es auch schon getan ..in Kneipen bei jeder Gelegenheit.

Dies ist meine Geschichte und alles was ich erlebte , als Kind, Jugendlicher oder später war ja da.
Wie meine Gedanken, Emotionen und Wünsche, ein Teil von mir und es gehörte zu meinem Gesamtpaket.
Wäre ich im Iran geboren mit noch "strengeren" Eltern oder in einer freien Hippie Kommune groß geworden ...was weiß ich was dann gewesen wäre. Es spielt auch gar keine Rolle für mich !

Die Gründe warum ich spielte haben sich parallel mit dieser Suchtausübung von ganz alleine addiert.
Dies hat mich natürlich auch geprägt und kam zum Gesamtpaket Jacky1 einfach dazu.
Spiele nicht mehr und alles wird gut ?
Kam ich als Spielsüchtiger eigentlich schon auf die Welt ?
Ist wirklich meine Sucht nur ein Symptom eines Warums ?

Das Eine konnte ich nicht verändern über 30 Jahre lang, auch meine Vergangenheit konnte ich nicht ändern.
Aber ich habe etwas verändert...meine tägliche Zukunft.
Akzeptiert warum ich so bin wie ich bin und es nicht mehr sein wollte.
Da gab es viele  metaphorische Big Bang´s  :) , keine Schlüsselmomente aber viele Schlüssel die einfach nicht passten.
Es hatte nichts mit meinem Leben vor dem 18 Lebensjahr zu tun, ich war und bin dies selbst.
Und zwar so geworden beim Spielen
Meine Sucht war nie eigenständig, ich nur zu schwach, labil, blind, krank  ...im Umgang mit mir selbst.

Ohne einen Ansatz außerhalb meiner Suchtausübung, hätte ich nichts gefunden warum ich aufhören sollte.
Ich musste nicht meinen freien Handlungsspielraum nutzen um mein Suchtverhalten zu verstehen.
Klingt verrückt ..es war eher umgekehrt.

Wie ist es dir so ergangen Apa und geht es dir gut ?   

Grüß dich
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Allgemeines / Re: Spielsucht-Beratung auch hier
« Zuletzt von Jacky1 am 04.07.2024 20:03:36 »
Hallo Marie und herzlich Willkommen im Forum,

ein tolles Angebot vielen dank dafür und gespannt wie es sich entwickelt.
ich bin Jacky1 ein path. Spieler, nach über 30 Jahren exzessiven Spielen mit allem was leider so dazu gehörte, bin ich nun seit 8 Jahren spielfrei.
Nur falls du mal eine Frage hättest.  :)

Schön dass du da bist.

Liebe Grüße
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Moin

Wie ist es Dir denn ergangen die letzten Jahre ?

Auf jeden Fall mal einen Beitrag zum Austausch, super.


Ich hatte während meiner Zeit als aktiver Spieler keinen klaren Blick auf mein Verhalten oder meine Motive, da diese immer durch die Suchtausübung getrübt waren.


Ich fange mal hinten an. Das ist der Punkt, wo ich Dir zustimme.


I
Warum ist das so?

Ich bin der Meinung, dass die Frage "Warum bin ich süchtig geworden?", oft einen Selbstzweck erfüllt und nicht zwangsläufig dafür da ist das eigene Suchtverhalten zu verstehen. So wird diese Frage, vor allem bei nassen Spielern, dafür genutzt eine künstliche Trennlinie zwischen dem Suchtverhalten und dem eigenen Handlungsspielraum zu schaffen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, meinst Du, wenn jdm. sagt er braucht die Ursache, das er diese Aussage nutzt, da er sie nicht findet, um weiter zu spielen. Er schiebt damit die Verantwortung ab, weg.  Richtig ?

Ist es denn nicht so, dass auf dem Weg in die Abstinenz ich, der Spieler, erkennt, dass die Ursache (im ersten Schritt  ich, der Verursacher) er selbst ist ?




Wieso das wieso nicht wichtig ist

Unabhängig von der Ursache der eigenen Sucht, bleiben die Schritte aus der Sucht hinaus die gleichen. Es beginnt immer mit dem festen und ehrlichen Entschluss abstinent zu werden.


Ja, das wird so gesagt. Im Allgemeinen, im Buch Seite 7 Absatz 5. Da steht es.

Wille und Kampf alleine reicht nicht, wird im Widerspruch dazu, ebenfalls gesagt, wahrscheinlich im gleichen Buch. He,he

Wie oft habe ich mir gesagt : nun ist Schluss, voller Inbrunst, voller Überzeugung, um was zu tun ? Genau das gleiche wieder.

Bis es dann wirklich soweit war, musste bei mir im Kopf ja was passiert sein. Ich nenne das mal Verständnis.

Ich komme mal auf die Ursache zurück. Jetzt geht es in der Aufarbeitung weiter, also a. ich bin die Ursache; b. welche Ursachen, welche Auslöser haben mich zum Verursacher  werden  lassen ? Zu verstehen, egal aus welchen Grund, ich selbst stehe da vor dem Automaten, das ist der Anfang. Das zu erkennen das im ersten Stepp ich, der Spieler es bin. Der Spieler bin ich.  Damit bin ich angefangen und konnte noch lange nicht aufhören.
Dazu musste ich tiefer in b. eintauchen.

Dann schaute ich genauer, immer noch mit gelegentlichen Spiel, aber ich holte mir Verständnis für mich selbst und dann kam der Tag, da war es vorbei, ich musste nicht mehr los. Richtig begriffen hatte ich immer noch nicht, aber das wesentliche. Das dauerte 2-3 Jahre.

Und dann erst, ohne Spiel, ohne alles, konnte ich alle Puzzleteile zusammenpacken und es erkennen. Dann flutschte es. Das war wichtig, um die Abstinenz langfristig , bis heute zu leben. Dann konnte ich mich auch erst auf meine Gefühle, Emotionen einlassen, spüren und aushalten, an mir arbeiten, bewusst, ohne Flucht.

Es gibt kein goldenes Buch. Befolge das und dann wirst abstinent. Es gibt Anleitungen, Hilfe jeglicher Art, nur handeln und anwenden muss der Süchtige selbst. Den Weg für sich selbst, sollte der Spieler für sich selbst finden.

Ich bin jedenfalls kein Verfechter iwelcher Begrifflichkeiten, da sie mich, gerade als Süchtiger, doch einzwängen. Zwänge habe ich aber schon genug, als Süchtiger, oder ?

Von daher ist die Einsicht, die Akzeptanz und was weiß ich noch alles sehr wichtig, wie der Süchtige da nun hin kommt, das zu erkennen, das ist für jeden selbst der erste Schritt in die Abstinenz.

Es ist halt alles komplex. Wir fangen oder die Theoretiker/Fachleute fangen mit dem Ergebnis an:
Ihr müsst ehrlich wollen, ehrlich zu sich selbst usw.
Ja, klar wenn ich das könnte, hätte ich das Ganze doch nicht.

Dann wird dem Spieler unterstellt, siehe Punkt Ursache Selbstzweck. Also er ist nun nachweislich nicht ehrlich, also kommt er auch da nicht raus, ach was , er will gar nicht. Genau, das wird der richtige Weg sein einem nassen Spieler aus der Sucht zu helfen. (Sarkasmus, Sheldon)


Damals als nasser Spieler: Ja, bin ich doch. Es ist halt alles schwer. Meine Freundin macht gerade Stress, der AG ist scheiße. usw. Mal ehrlich, wo ist das denn auf den ersten Blick pauschal eine Lüge, für den Spieler, in seiner derzeitigen Verfassung ?
Dahinter zu kommen, das ist der Weg, raus aus seiner Blase. Seine Lügen für sich selbst  aufzudecken, um überhaupt ehrlich sein zu können. Das wird nicht vom Spieler einfach beschlossen: So jetzt bin ich aber wirklich, wirklich ehrlich ! Und zack ist das Spiel vorbei.

So betrachte ich das.

Lieben Gruß

André
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Allgemeines / Re: Spielsucht-Beratung auch hier
« Zuletzt von TAL am 04.07.2024 16:31:50 »
Hallo Marie,

herzlich Willkommen bei uns.

Aber ist der Begriff 'Online-Streetworker' nicht ein Widerspruch in sich?
Irgendwie verwirrt mich das gerade.
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