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Autor Thema: Ich bin verantwortlich

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A
Re: Ich bin verantwortlich
#195: 13.09.2022 10:35:47
Moin,

für mich ging es ja genau darum, alle Bereiche in meine Leben zu hinterfragen, gerade die zwischenmenschlichen Dinge sind mir heute manchmal noch "suspekt". Liegt aber in der Natur der Dinge und denke auch das es vielen Menschen, süchtig hin oder her, so geht. Mal inne zu halten, in sich reinzuhören schadet nicht. Ggf stelle ich es richtig. Für mich ist aber klar, wenn ich selbst, meine Gefühle nicht definieren oder einordnen kann, wie will ich es jdm. dann erklären? Entweder ich sag es dann einfach oder ich durchdenke es für mich nochmal. Es gibt Situationen, in denen ich direkt warte, dass gleich irgendwas in mir passiert, kommt aber nicht. Ich erkläre mir das damit, dass ich was geändert habe, dass meine alten Automatismen nicht mehr greifen. Ich rede jetzt nicht von den Suchtgedanken, sondern ich warte drauf, dass das was mich in die Sucht trieb, hochkommt. Es ist aber einfach weg, ich lerne also mir selbst weiter zu vertrauen, scheine aber noch nicht zu glauben, dass ich es kann. Es ist ein schönes und sicheres Gefühl das es so ist.

Normalerweise versuche ich hier im Forum meine Worte überlegt zu wählen, wenn ich dann doch mal impulsiv antworte  ( Umfrage Paul), reflektiere ich das am nächsten Tag nochmal. Ich ließ es so stehen, weil ich meine Kernaussage immer noch so sehe,  die Art und Weise meines Beitrages gefällt mir zwar nicht, weiß aber worauf ich das zurückführen kann. Damit ist es dann auch gut für mich, alle anderen Empfindungen liegen nicht in meiner Hand. Das so zu sehen, gelang mir früher nicht.


Als nasser Spieler hätte ich jede  legale Möglichkeit genutzt um an mein Suchtmittel zu gelangen, auch wenn ich dafür Spielfreiheit vortäuschen müsste. Das hat dann aber rein gar nix mit Akzeptanz, geschweige Abstinenzwillen zu tun. Dies kann ich  auch nur so  als abstinenter Spieler  einschätzen. Damals nicht. Dann schließt sich wieder der Kreislauf und ich komme auf mein Eingangssatz zurück. Die Bewertung von Situationen als nasser und als trockner Spieler, einfach 2 paar Schuhe. 

Lieben Gruß

André
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Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe….
 
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TAL

Re: Ich bin verantwortlich
#196: 19.09.2022 00:46:40
Guten Abend,

das hat mich die letzten Tage zum Nachdenken gebracht.

Eigentlich wollte ich schreiben "Das stimmt so nicht.", denn ich 'konnte' das noch nie - aber andersrum stimmt es doch irgendwie. Denn ich habe ja mit allen Mitteln versucht, im Ist-Zustand zu verharren, und nicht hinsehen zu müssen. Auch wenn ich immernoch nicht viel 'sehe', war mein Umgang damit ein gänzlich Anderer.

Du hast im Kern daher absolut Recht, meine Schwierigkeiten bestehen weiter (und es gab sie auch vorher schon), sie haben aber gar nichts mit meiner Sucht zu tun. Vielmehr gehören sie eher zu dem 'Gesamtpaket', das mich als Person überhaupt erst 'suchtaffin' macht (und dafür sorgt, daß ich immer lange genug 'bleibe', um süchtig zu werden). Denn das bin ich definitiv - schon immer gewesen, auch wenn es nur wenige Leute gibt, die mir das glauben würden. Spielen war eine Flucht vor mir selbst, aber statt es für mich besser und 'erträglicher' zu machen, hat es alles nur verstärkt - was ich lange nicht sah. Und gleichzeitig hat es hat mich daran gehindert, das zu akzeptieren, indem es mich 'kleinhielt', damit ich schön dort bleibe, wo ich bin - in meinem Schneckenhaus.

Heute versuche ich nicht mehr, vorzugeben, etwas zu sein, das ich nicht bin - zumindest nicht dann, wenn ich es nicht muß (manchmal läßt es sich aber dennoch nicht vermeiden, denn die Gesellschaft hat nunmal gewisse 'Standards'). Das kann ich mittlerweile ganz gut differenzieren, zumindest theoretisch, und lange bekomme ich diese Schauspielerei ohnehin nicht hin. Auch wenn ich das immernoch sehr oft ganz 'automatisch' tue - das abzulegen ist schwierig - weiß ich, daß ich das meistens eigentlich gar nicht müßte. Das war eine sehr schmerzliche Erkenntnis, aber gleichzeitig auch ein sehr befreiendes Gefühl.
Was mir geholfen hat dabei, ist Input von Außen - und damit die Erklärung, worin die Unterschiede bestehen (auf dieser Basis kann ich es heute zumindest theoretisch 'verstehen', seitdem ich weiß, was genau es eigentlich ist, das bei mir nicht so gut funktioniert), und daß ich trotzdem okay so bin, wie ich bin.

Wäre schön, wenn ich das Gegenteil behaupten könnte, aber bei mir kommt das, was mich in die Sucht trieb, leider immernoch manchmal 'hoch'. Wobei ich das anders nennen würde, denn so das klingt das, als wäre ich eine passive Marionette. Es hat mich nicht in die Sucht getrieben, das war ich schon selber - aber es hat mich dort 'festgehalten' - ich habe mich dort festgehalten. Alles, was ich im Umgang damit tun kann, ist, zu akzeptieren, daß ich das nicht ändern kann. Ich kann die Leute nicht ändern - und mich auch nicht. Aber da kann keiner etwas dafür, und niemand macht das absichtlich.
Was mein Inneres angeht, kann ich mir nicht vertrauen. Ich kann aber darauf vertrauen, daß, was auch immer passiert, es wieder vorbeigeht. Ich durchdenke sowas hinterher trotzdem auch immer, manchmal noch Tage oder Wochen später. Gelegentlich kommt das dabei wieder 'hoch'. So ist das aber nunmal. Ich denke, die Wenigsten sind Herr über das, was in ihnen vorgeht. Bei dem Meisten ist das letztlich aber egal. Nur bei mir kann das eben sehr 'gefährlich' werden. Das ist der einzige Unterschied.

Also ja, heute kann ich die Dinge von 'Außen' betrachten und reflektieren. Reflektiert habe ich zwar immer schon, nur der Ansatz war falsch. Denn da hast du recht. Niemand kann mich verstehen, wenn ich es nichtmal selbst tue, bzw. wenn ich mich nicht verständlich mitteile. Diese Erkenntnis hilft nicht gegen die Frustration, aber wenigstens dagegen, daß sie in einer Flucht endet.

Ich wollte erst noch etwas in Mami's Thread schreiben, aber das steht mir nicht zu. Von daher gehe ich jetzt ins Bett.

Gute Nacht. : )
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Re: Ich bin verantwortlich
#197: 19.09.2022 19:37:36
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Re: Ich bin verantwortlich
#198: 27.09.2022 23:22:09
Als ich noch spielte, war der Schritt in die Spielfreiheit das Ende. Nach dem erreichen der Spielfreiheit ist es der Anfang. Wohl einer der Gründe, warum ich mich so schwer tat den ersten Schritt in die SHG zu gehen. Erst mit der Spielfreiheit ist ein Weg in ein seelisches und geistiges Wachstum erst möglich, ein Weg der immer neue Türen öffnet und einige Geschenke parat hat.
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Re: Ich bin verantwortlich
#199: 28.09.2022 00:04:15
Hallo,

als ich noch spielte habe ich mich niemals wirklich hinterfragt, ich gehorchte nur Befehlen meiner Sucht.
Es wäre sinnlos gewesen irgendetwas dagegen zu tun und ich wäre nur zum Schein darauf eingegangen.
Eines Tages kam ich an einem Punkt an, da ging es nicht mehr. Es war alles so viel geworden.
Ich begriff dass ich Hilfe benötigte.
In einer SHG konnte ich mich davon lösen, obwohl ich da schon länger spielfrei war.
Dort wurde ich erwachsen, etwas was ich vorher immer verdrängte.
Und was vorher viel zu wenig war, kann mir heute nicht genug sein.

Liebe Grüße   


 
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Re: Ich bin verantwortlich
#200: 28.09.2022 12:47:41
Hallo alle,
Beim Thema Verantwortung möchte menerener mal einwerfen ob man überhaupt ständig irgendwelche feste  Glaubensgrundsätze haben muss, wenn ik genauer nachdenke kann ik einfach viele Phrasen aus de Suchthilfe nicht  nachvollziehen, nehmen wir z.B. "Ein bisschen schwanger gibts nicht"

- wenn de Satz stimmen würde, wär ik dann nicht auch "scharf" uff de Groschengräber gewesen?!? Ne du, übrigens galten se nach de alter Spielverordnung gar nicht als Glückspiel, sondern als Unterhaltungsgerät (sonst müssten se ja Gewinnautomat hessen ;) ) und so hab icke es jahrelang och gehalten: von 1982-1989 wo ik jeden Tag so getan hab, als ob ik "zur Arbeit" gehe würde war ik jede Tag in ne Café-Bude und hab andere beim Spiel zugekickt, manchmal kamen, wenn se NICHT süchtig waren ;), sogar interessante Gespräche zustande  :D

Süchtig war ik nach de "richtige" Glücksspiele (richtig bedeutet dat man zwischendurch och mal richtig gewinnen kann, was de Sache insgesamt natürlich sogar noch schlimmer macht  ;D )

Jaja, genau de Clientel von de Harald: Arbeitslose und Rentner (die als Kunden), bis heute, ik sortier de Leute nicht nach Berufsgruppen: Was se beruflich machen oder besser gemacht hatten, interessiert mir nicht, interessiert mir nur inso weit, det ik manchmal ne Gesprächsebene hatte..

Nehmen wir "Kapieren oder Krepieren": du , aus oben erwähnte Personenkreis hamse ALLE kapiert det es so nicht weitergeht, det es nur in de Psychatrie, de Knast oder manchmal och im Sarg enden wird...

..de wachen dann in DER ECHTEN REALITÄT de "freien Wirtschaft" uff ;) ;D
Wo NUR NOCH Arbeitsleistung zählt  ;D

Und das iset wahre Problem de Haralds dieser Welt: Arbeitsleistung kann man auf Dauer nicht vortäuschen, simulieren oder auswendig lernen, det macht man oder macht man nicht ;D

Ik mach et kurz: nach ne Woche sind de mesten wieder hier ;)

Und so liegt Verantwortung och darin, Dinge zu hinterfragen, und wenn ener irgendwat behauptet zu wissen,  zu fragen "woher weis de dat eigentlich alles?!?"

-Nur ik bin für mene Leben verantwortlich, et is so einfach de Schuld uff de GI, uff de Spielautomaten, uff de Casinos (zeitweise mene "Wohnzimmer"  :D ) abzuschieben, anzufangen se infernalisch zu hassen, weil ik selber versagt hab :-X, nachher hauen se noch mit de Faust uff de Automaten, allet schon erlebt  :D

Ne du, Schuld bin ik nur selber  ;D

Servus wa!
Harald J. von sene Parkbank, de letzte Sonne tanken  ;D

Se
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TAL

Re: Ich bin verantwortlich
#201: 01.11.2022 04:52:46
N'Abend allen,

ich habe vorgestern den Vorschlag eines Kasinobesuchs abgelehnt. Das war tatsächlich das erste Mal überhaupt, daß sowas mal kam, und ergab sich aus einer Diskussion mit meiner besseren Hälfte über Wahrscheinlichkeiten. Habe auch nichtmal drüber nachdenken müssen, Nein zu sagen. Es war ganz automatisch, ohne jegliche weiteren Gedanken. Glücklicherweise verwundert es auch keinen, wenn ich solche Dinge weiß - eben weil es um Zahlen geht. Und es war wohl auch ausnahmsweise mal hilfreich, generell als 'stur', übermäßig rational und 'Spaßbremse' zu gelten. Kurze Erleichterung, daß da nicht nachgebohrt wurde, und das Ganze war für mich ziemlich schnell wieder vergessen, das Thema drumherum an sich viel interessanter. Wir waren dann später stattdessen bei meinen Schwiegereltern.
Jedenfalls habe ich letzte Nacht, fast zwei Tage später, nach etwas zuviel Wein, doch noch einmal darüber nachgedacht, und mich für einen kurzen Augenblick gefragt, warum ich nicht einfach Ja gesagt habe. Wäre doch nichts dabei gewesen...
Ähm ja... guten Morgen. Hast du noch was Konstruktives zu sagen? Wenn nicht, dann zieh doch bitte wieder Leine.
Noch ein Grund, das Trinken seinzulassen.

Na, egal. Zum Thema...
Vieles ist einfach kompliziert und schwer greifbar. So wie jetzt, denn irgendwie bin ich gerade seltsam drauf. Naja, was heißt hier 'gerade'? - eigentlich geht das schon ein paar Wochen so. Eben habe ich kurz gedacht "Wäre schön, mal mit jemandem reden zu können."... nur, um mich gleich darauf zu fragen, worüber eigentlich?
Aber ich weiß immer gar nicht, was ich sagen soll. Das endet dann eh nur in absurden Interpretationen, die keiner braucht. Nein, mag ich nicht.
Dennoch ist da eine merkwürdige Grundstimmung, ich kann sie aber nicht so recht fassen. Irgendwas scheint mich jedenfalls zu betrüben.
Und das, obwohl ich einige Hürden erfolgreich beseitigt habe. Davor war es deutlich schlimmer. Eine Verbesserung hat sich also eingestellt, aber eben anscheinend noch nicht komplett, denn irgendwas muß da offenbar noch sein.
Das ist sehr zermürbend gerade.
Ich stehe immernoch vor einer eigentlich recht banalen Entscheidung, die ich schon recht lange 'vor mir herschiebe'. Ist es das?
Könnte sein. Oder eben auch nicht. Denn das würde ja an der Gesamtsituation nichts ändern.
Ich sollte wohl einfach aufhören, Dinge zu hinterfragen. 'Einfach machen' schaffe ich aber, wenn überhaupt, irgendwie nur im äußersten Notfall.

Ich habe mich jedenfalls früher eher selten hinterfragt, zumindest nicht mein Spielverhalten. Es war eben so. Andere sammeln halt Briefmarken oder gehen Angeln. Mich selbst, bzw. meine 'Daseinsberechtigung', habe ich hingegen schon oft angezweifelt.
Bei mir hat es dann auch noch eine ganze Weile gedauert, bis sich etwas Positives einstellen wollte. Die Lebensqualität hat sich zwar auch bei mir ziemlich schnell verbessert, doch realisiert habe ich das erst später. Dazu war ich noch viel zu sehr in meinem 'Tunnel' gefangen. Erst mußte aus einem 'Ich darf nicht' ein 'Ich möchte das gar nicht' werden. Glücklicherweise war das dann irgendwann auch so, sonst wäre ich ja nicht hier.
Heute wundere ich mich nur noch manchmal darüber, was ich alles erreicht habe, auch wenn es außer mir gar keiner sieht. Diese kleinen Ziele nur für mich selbst. Sowas gibt Selbstwert. Und dieser (in meinem Fall sogar gleich doppelte) langfristige 'Sieg' gegen die Wahrscheinlichkeit ist viel wertvoller, als jeder materielle Gewinn der Welt.

Da ist aber auch so ein typischer Gedanke bei mir vorhanden...  früher wäre ich froh gewesen, wenn ich gewußt hätte, daß man mir helfen kann, ich nicht allein bin, und mein Verhalten absolut nicht ungewöhnlich ist für Menschen wie mich. Aber heute? Mir geht es doch gut. Da sollte ich die Hilfe lieber Menschen überlassen, die sie jetzt dringender brauchen.
Nein, so altruistisch bin ich nun auch wieder nicht, und zumindest in diesem Fall ist das in Wirklichkeit bloß 'vorgeschoben', eine billige Ausrede.
Weil es eben Sachen gibt, die möchte ich nicht sehen... und Fragen, die ich nicht stellen möchte, weil die Antworten unangenehm sein könnten.

Eine wirklich hohe Meinung von mir habe ich nach wie vor nicht, und der Glaube an mich selbst ist jetzt auch nicht wirklich vorhanden.
Und ob ich nun aus Langeweile gespielt habe, wegen des 'Kicks', des Abschaltens und Vergessens, um mich zu 'spüren', oder weil ich insgeheim verlieren wollte, ist auch eher sekundär. Fakt ist, daß irgendwas bei mir nicht stimmte, und ich keine Möglichkeit sah, mit meinem 'Inneren' umzugehen.
Und genau das muß ich ändern, nur ist es dafür eben mit einer oberflächlichen Draufsicht nicht getan.

Nun ja... -.-

Mit dem ersten Schritt ist es jedenfalls noch lange nicht erledigt. Er ist erst der Beginn, gelegentlich kann der Weg doch immer mal wieder sehr anstrengend werden.
Und manchmal denke ich mir "Ich mag das Alles nicht mehr."... wenn auch nur für einen ganz kleinen Moment.
Nein. Ich habe sehr viel 'zu verlieren', wahnsinniges Glück in so vieler Hinsicht, und ich bin mehr wert als dieser Dreck.
Oder, um es für mich akzeptabler zu formulieren: Absolut jeder Mensch ist mehr wert als dieser Dreck - selbst ich.

Es ist nur manchmal ungeheuer anstrengend, wenn das Grübelchaos einfach nicht aufhört. Aber keine Sorge, es ist alles in Ordnung. Das kommt nicht in Frage. Ich bin stabil genug, um damit umzugehen. Und mich zu 'betäuben' hat nie funktioniert, jedenfalls nicht auf Dauer.

Es bedarf also gar keiner Antwort. Im Grunde genommen bedarf es nichtmal wirklich eines Lesers. Das waren nur ein paar Gedanken, die ich irgendwie 'ordnen' wollte. Also besser, sie formuliert zu kriegen, zu strukturieren, und irgendwo zu lassen, als wenn sie ungeordnet in meinem Kopf rumschwirren.

Ich werde dann wohl am Besten gleich mal aufstehen. Wünsche einen schönen Tag und eine angenehme Woche. : )

TAL

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Re: Ich bin verantwortlich
#202: 01.11.2022 09:01:53
Guten Morgen TAL,

das Schöne ist ja, dass Gedanken im Kopf sich manchmal ganz alleine ordnen. Erst sind es ganz viele und man kriegt sie nicht sortiert. Irgendwann, auch wenn man sich nicht anstrengt, kristallisiert sich der eine wichtige heraus.

Dann hast Du ihn. Und kannst ganz in Ruhe überlegen, was du damit machst. Hast ja keine Eile. In Deinem Kopf arbeitet es und irgendetwas geht voran. Das ist immer gut!!

Vielleicht ist es bei Dir auch anders? Lass und daran bitte weiter teilhaben.

Du bist ein ganz besonderer Mensch, TAL. Und zwar im pooositiven Sinn!!!

JJ
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TAL

Re: Ich bin verantwortlich
#203: 05.11.2022 15:03:41
Ja, manche Dinge brauchen Zeit, und dann muß man ihnen diese Zeit auch geben. Und bei Dingen, die wie eine Lebensaufgabe erscheinen, ist der Weg dann eben das Ziel. Wichtig ist, sich von einem 'Unmöglich' nicht entmutigen zu lassen. Immerhin habe ich ja auch schon viele Dinge geschafft, die man (naja, im Nachhinein betrachtet hauptsächlich ich selbst) mir nie zugetraut hätte. Und auch wo keine 'Perfektion' erreichbar ist, ist es immernoch möglich, es zumindest etwas besser hinzubekommen. Schritt für Schritt.
Der Teil davon, den ich nicht alleine schaffen kann - der ist das, was mich verunsichert. Sowas mag ich nicht. Aber es geht nunmal nicht anders.
Da wird dann aus ewiger Prokrastination leider irgendwann Resignation.

Ich habe im Laufe meiner spielfreien Zeit viel (über mich) gelernt, und einiges umgesetzt. Das mußte ich auch. Aber irgendwo ist da immernoch eine 'innere Grenze'. Sie beginnt genau da, wo ich offen auf Andere zugehen muß.
Initiative ist nicht so meins, das Kommunizieren (inklusive meiner Schwierigkeiten und 'Bedürfnisse') auch nicht. Eine Kombination aus beidem ist somit ein unüberwindbares Hindernis.
Wenn ich dann beispielsweise mal endlich schaffe, eine Email zu schreiben, und als Antwort bekomme "Rufen Sie uns zur besseren Abstimmung am besten an", dann ist das für mich sowas wie eine Betonwand.
Resignation.

Mir ist klar, daß das jetzt wahrscheinlich kindisch klingt, aber genau sowas ist eben das Problem. Ich brauche unter ungünstigen Umständen gewissermaßen schon Hilfe, um mir überhaupt helfen lassen zu können. Aber da rebellieren dann Scham, persönlicher Stolz, mein Wunsch nach Eigenständigkeit, die Angst vor Ablehnung, und meine Abneigung, etwas erklären zu müssen, und dann wahrscheinlich eh völlig falsch verstanden zu werden. Es 'arbeitet' dann da oben... das damit einhergehende Gedankenkarussell ist so unglaublich anstrengend.
Aber wie so oft in meinem Leben dauert es manchmal eben, zu erkennen, daß es nur eine Lösung gibt: Ich muß da durch. So oder so.

Am Anfang ist es immer katastrophal, aber kommunikativer Schiffbruch endet nicht zwangsläufig in einem Desaster. Manchmal wird es dann auch besser. Das weiß man vorher nur nie. Sicher ist nur, daß der Start nie einfach ist.
Ich muß es nur erstmal schaffen, zu verinnerlichen, daß ich das nie erfahren werde, wenn ich es nicht einfach mal 'tue'.

Tja... 'besonders' bin ich wahrscheinlich tatsächlich irgendwie. Aber ob das positiv ist?
Danke daher für deinen Beitrag, und damit für die Erinnerung daran, daß ich zumindest nicht unbedingt der Richtige bin, um das objektiv beurteilen zu können.  : )
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