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Autor Thema: Vorstellung AlexandraX

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Vorstellung AlexandraX
OP: 07.12.2022 10:31:07
Moin,
mein Sohn ist spielsüchtig (und Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom u.a.), heraus kam es im Sommer diesen Jahres. Kredite, die er nicht bedienen konnte, führten zu Inkassoverfahren, fast zum Verlust seiner Wohnung, zur fristlosen Kündigung des Arbeitsplatzes wegen Diebstahl. Dann verstarb sein Vater überraschend und vererbte einiges. Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht. Seitdem versuche ich, ihn "in die Spur" zu bringen. Dh Arbeitslosengeld beantragen, Suchttherapie, Sperre OASIS, Schuldenberatung , Behandlung+ Medikament (ADS), Schulden + laufende Fixkosten vom Erbe bezahlen. Das alles weil die beantragte Betreuung (Vermögen+Gesundheit) ewig dauert. Ich wusste damals schon, daß mich das aushebelt, weil ich selbst krank bin. Ich habe keine Kraft mehr. Und nun dachte ich, es tut vielleicht gut, sich hier mitzuteilen...
Liebe Grüße AlexandraX
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Re: Vorstellung AlexandraX
#1: 07.12.2022 13:39:40
Hallo Alexandra,

herzlich willkommen hier bei uns im Forum, unfassbar wichtig, dass du dich endlich mitteilst.

Aus deinem Text und deinem Tagebuch geht nicht hervor, wie alt dein Sohn ist, aber ich denke, dass er bereits volljährig sein wird? Warum erbt er und nicht du? Sorry, wenn ich blöd Nachfrage, hab bei diesem Thema keine blasse Ahnung.
Dass er ein Spielproblem hat steht hier wohl außer Frage. Hat er dieses Problem bereits selbst erkannt und für sich wahrgenommen?
Zitat
Seitdem versuche ich, ihn "in die Spur" zu bringen. Dh Arbeitslosengeld beantragen, Suchttherapie, Sperre OASIS, Schuldenberatung , Behandlung+ Medikament (ADS), Schulden + laufende Fixkosten vom Erbe bezahlen
An dieser Stelle muss ich zunächst einmal STOPP sagen. Alle deine Mühen werden vergeblich sein, wenn er sein Problem selbst nicht angehen möchte. Mach sein Problem nicht zu deinem Problem, an dem du zugrunde gehst. Natürlich, es ist dein Sohn, aber er ist Spielkrank und im gegensatz zu ADS gibt es hier kein pauschales Medikament, dass das Krankheitssymptom lindert oder gar die Ursache beseitigt.
Er selbst kann seine Spielkrankheit zum Stillstand bringen, lernen mit ihr zu Leben, aber hier ist der einzige Weg, dass er selbst beginnt sich zu bewegen, ehrlich zu sein und sich Hilfe holt. Jede Therapie, die du oder sonst wer ihm aufoktruiert, wird seine Wirkung verfehlen. Das erbe natürlich wird ihm weiter schaden, wenn er hier Zugriff drauf hat!
Erzähle doch ein wenig mehr über die Situation....
Grüße, aT
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Re: Vorstellung AlexandraX
#2: 07.12.2022 19:04:17
Hallo amTiefpunkt,
Danke für Deine Antwort.
Mein Sohn ist 23 Jahre, mit seinem Vater war ich nicht verheiratet.
Ich weiß nicht, ob mein Sohn wirklich verinnerlicht hat, daß er spielsüchtig ist. Er kann sehr gut verdrängen.
Sein Arzt hat gemeint, ADSler sind besonders häufig von Spielsucht betroffen, weil sie sich damit den Kick holen, das nehme ich mal so hin. Seitdem er das Medikament nimmt ist er einigermaßen aufgeräumt im Kopf. Vor ein paar Monaten war er noch völlig desorientiert, hat einfache Sätze nicht erfassen können. Der Tod seines Vaters hat ihm den Boden unter den Füßen weggezogen.
Ich hoffe sehr, daß er in der ambulanten Suchttherapie aufgefangen wird; er fühlt sich gut aufgehoben bei der Psychologin. Und die andere Suchttherapie scheint ihm gut zu tun. Ich beobachte das aus der Ferne. Er muss lernen, sein Leben selbst in den Griff zu bekommen. Mit verwirrten Gedanken gelingt es kaum.
Seit Mai habe ich (von des Vaters Geld) die Mieten übernommen, Ratenzahlung hatte er vereinbart und nicht bedient. Genauso wie alle anderen Kosten, Inkasso etc.- es war furchtbar, ein riesiger Berg an ungelösten Verpflichtungen. Aus Geldmangel hat er gehungert und schwarzt gearbeitet, war nicht versichert und hat das nicht verstanden. All das hat er damals nicht realisiert. Er versuchte sein Gesicht zu wahren. Sagen wir mal so: ich habe ihn "unter meine Flügel" genommen, damit er erstmal sortieren konnte. Schließlich musste sein Vater beerdigt werden, was angesichts der hohen Schulden kaum möglich war, zu finanzieren.
Wir haben 3,5 Stunden gebraucht, den ALG Antrag zu stellen, weil seine Konzentration nicht funktionierte und er alles falsch oder gar nicht verstanden hat. Das kann man auch verstehen, da half ich ihm so gut ich konnte. Und an diesem Beispiel sieht man, wie schwierig das Leben mit ADS sein kann. Chaos in der Wohnung, genau wie im Kopf.
Ich habe einen Anwalt eingeschaltet, damit sein Diebstahl geklärt wird, das kann ich nicht.
Die ganze Zeit habe ich mir große Mühe gegeben, ihm keine Vorhaltungen gemacht. Dann hätte er sich nämlich noch mehr verschlossen. Ich denke, nur so konnte er sich sein Problem überhaupt ansatzweise angucken. Er hat bislang niemandem, dem er sich anvertrauen mag (außer den Therapeuten).
Es ist klar, daß Einsicht der erste Schritt sein muss, damit er mit seiner Sucht zu leben lernt.
Und er weiß, daß mich die ganze Aktion (es war noch soviel mehr) wahnsinnig viel Kraft gekostet hat und ich bin mehrfach an meine Grenzen gekommen. Aber mein Kind fallen lassen? Nein. Jetzt müssen Bedinungen geschaffen werden. Und ich hoffe inständig, daß Donnerstag eine Bestätigung seiner Betreuung folgt und sie endlich losgeht. Das ganze Vorabprocedere ist schon gelaufen. Jetzt muss das Geld gesichert werden, damit er noch eine Zukunft haben kann. Inzwischen geht er zu den Therapien und ich habe das Gefühl, es dämmert ihm allmählich, wei tief der Sumpf ist -mal gehts besser, mal schlechter.
Liebe Grüße Alexandrax

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Re: Vorstellung AlexandraX
#3: 07.12.2022 20:38:09
Hallo AlexandraX und herzlich Willkommen im Forum,

schön dass es nun ja geklappt hat.

Du bist sehr besorgt und aufgewühlt, Dein 'Befinden ist eng verbunden mit dem Deines Sohnes.
Da gibt es kein weglaufen oder ignorieren für eine Mutter.
Dein Sohn steckt nun auch in einer schwierigen Phase seines Lebens, in schon so jungen Jahren.
ADS und er verspielt gerade sein ganze Zukunft, jene wird von Tag zu Tag schwieriger werden, wenn es so weiter geht.
Es wäre nun um ein vielfaches leichter er würde hier schreiben und nicht Du, dann hätte sich aber auch etwas getan bei ihm.
Ist nicht so und Du bist nun hier, ein toller Schritt von Dir.

Du musst es verstehen, es ist eine psychische Krankheit die sich nährt an Verdrängung und Lügen.
Unersättlich um das Suchtverhalten auch zu schützen um immerzu in dieses "Koma" flüchten zu können.
Ich würde nicht schreiben dass Du nun zum zuschauen verdammt wärst.
Sei für Deinen Sohn immer da, wenn er Dich auch wirklich braucht.
Es ist doch ein gutes Zeichen dass er sich wohlfühlt in psychologischer Behandlung.
Weiterhin wäre es Super würde er in eine Suchttherapie gehen .
Dies würde Dich sicherlich sehr beruhigen und könntest wieder besser durchatmen.

Es geht hier hauptsächlich um Dich Alexandra, Dir soll es unbedingt wieder besser gehen.
Unabhängig aber vom Werdegang Deines Sohnes, dies ist aber eine Illusion...ich weiß das selbst als Vater.

Schön dass Du hier bist, bleibe etwas länger....

Liebe Grüße         
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Re: Vorstellung AlexandraX
#4: 07.12.2022 22:13:31
Lieber Jacky1
Deine Antwort tut so gut, herzlichen Dank! Ja, ich bin zutiefst beunruhigt, besorgt, hilflos und erschöpft. Und ich weiß, daß ich loslassen muss, aber ohne ihn fallen zu lassen. Wie das gelingen kann? Keine Ahnung, ich versuche trotzdem immer etwas für mich zu tun, aber das reicht (noch) nicht.
Mein Sohn hat schon eine Suchttherapie begonnen bei dieser besagten Psychologin. Und Gottseidank macht er momentan Termine mit ihr.
Liebe Grüße AlexandraX
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Re: Vorstellung AlexandraX
#5: 08.12.2022 07:50:46
Moin Alexandra,

herzlich willkommen.


All das hat er damals nicht realisiert. Er versuchte sein Gesicht zu wahren.

Zu Deinen genannten Punkten außerhalb der Spielsucht kann ich nicht viel sagen. Er zeigt viele Facetten eines Spielsüchtigen, wie Du selbst ja gut reflektierst hast. Abnehmen sich das einzugestehen und  zu ändern kannst Du leider nicht. Was Du aber machen kannst, ist ihm zu zeigen das er dafür die Verantwortung trägt und tragen muss. Anders lernt er und seine Sucht ja nicht, dass alles Konsequenzen hat. Ich halte auch immer nichts von Drohungen nach dem Motto wenn... dann... Aber vielleicht kannst Du mit ihm zusammen zukünftige kurzfristige und erreichbare  Ziele , vielleicht auch langfristige Ziele für ihn herausarbeiten. Das gibt ihm Halt und eventuell eine Richtung vor, vielleicht auch einen Sinn.Die erste Zeit würde ich die auch zusammen abgleichen.  So blöd es klingt, aber eine tägliche to-do Liste, mit kleinen Dingen gibt jedem eine Struktur. Der nette Nebeneffekt ist automatische  Steigerung des Selbstwertgefühl, Stolz und zu lernen sich um sich selbst zu kümmern, nicht irgendwas von Außen zu erfüllen, sondern schlicht und einfach seine eignen Belange; Bedürfnisse zu decken. Vielleicht dadurch überhaupt zu kennen, zu wissen.
Wichtig ist nicht Ziele  wie  : Job mit 10000 €, ab jetzt kein Spieldruck mehr usw.da fehlen ihm alle Zwischenschritte, wirkt kontraproduktiv und triggert.
eher erstmal Dinge wie zeitliche Einnahme und  Menge der Tabletten oder 7.30 Frühstück  usw. SHG -Besuch  ( Struktur im Alltag)

Positiv ist doch, dass er versucht alles zu Kaschieren. Daran siehst Du das er sehr wohl weiß, das er falsch handelt, nur nicht warum. Da kann er doch schon mal gut ansetzten

Und Du, passt dabei auf Dich auf.

Lieben Gruß

André
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« Letzte Änderung: 08.12.2022 08:10:31 von Andre12 »
Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe….
 
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Re: Vorstellung AlexandraX
#6: 09.12.2022 17:17:59
Moin Andre12
 danke für Deine Willkommensgrüße.
Was Du aber machen kannst, ist ihm zu zeigen das er dafür die Verantwortung trägt und tragen muss. Anders lernt er und seine Sucht ja nicht, dass alles Konsequenzen hat.
Langsam komme ich mir auf die Schliche: ich habe ihm zuviel abgenommen. Ich bot ihm an, gemeinsam mit ihm Ziele zu formulieren, die sein Wohlbefinden verbessern helfen. Deinen genannten  Aspekt der Zielsetzung spricht mich total an ;D, und ich denke das passt. Selbst erreichte Ziele, geschaffte Kleinigkeiten könnten helfen, daß er die Erfahrung macht: ich kann etwas bewirken.
Und ich habe ihm gestern diesen Link geschickt.
Liebe Grüße Alexandra
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Re: Vorstellung AlexandraX
#7: 16.12.2022 22:45:10
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    Der Beitrag wurde vom Verfasser oder auf Wunsch des Verfassers gesperrt, oder
    der Beitrag verletzte die Nutzungsbedingungen für unsere Diskussionsforen, oder
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Re: Vorstellung AlexandraX
#8: 16.12.2022 23:57:23
Hallo deinstransformierer,


Dieser Beitrag wird aus einem der folgenden Gründe nicht angezeigt:

    Der Beitrag wurde vom Verfasser oder auf Wunsch des Verfassers gesperrt, oder
    der Beitrag verletzte die Nutzungsbedingungen für unsere Diskussionsforen, oder
    wir waren rechtlich verpflichtet, die Veröffentlichung zu unterlassen.

Kannst Du Ihr nur helfen  wenn Sie sich bei Dir meldet ?
Geht es denn nicht hier ?
Sogar ohne ein Chiffre anzugeben ......

Liebe Grüße
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Re: Vorstellung AlexandraX
#9: 17.12.2022 09:41:12
Aber vielleicht kannst Du mit ihm zusammen zukünftige kurzfristige und erreichbare  Ziele , vielleicht auch langfristige Ziele für ihn herausarbeiten. Das gibt ihm Halt und eventuell eine Richtung vor, vielleicht auch einen Sinn.Die erste Zeit würde ich die auch zusammen abgleichen.  So blöd es klingt, aber eine tägliche to-do Liste, mit kleinen Dingen gibt jedem eine Struktur. Der nette Nebeneffekt ist automatische  Steigerung des Selbstwertgefühl, Stolz


Das ist eine gute Idee. Ich bin unsicher, ob er das wirklich möchte. Ich muss an mir arbeiten, daß ich ihn nicht überfordere mit meinen Ideen und mich zurückhalten. Ansonsten zieht er sich wieder in sich zurück- und ich komme gar nicht mehr an ihn ran.
Wir haben vor vielen Wochen angefangen mit einem Wochenplan, da ging es um Erledigungen, die ihn völlig überfordert hatten. Das macht er inzwischen manchmal allein und er meint, es tut ihm gut. Weitere Fragen zu den Inhalten schreibt er sich dort auf und Erledigtes hakt er ab. Dadurch sieht er, was er allein schafft. Und es tut gut, jederzeit nachlesen zu können, was anliegt. Mit Chaos im Kopf lernt man sowas nur unter erschwerten Bedingungen.
Ich überlege mal, wie die von Dir beschriebene Hilfe aussehen kann:
Ich helfe Dir, die Dinge selbst zu schaffen und unterstütze dich dabei. Was ist dir jetzt am wichtigsten? Was möchtest Du in naher Zukunft erreichen? Zum Beispiel deine Freizeit mit Positivem  gestalten, wie regelmäßig Kontakt zu Freunden halten, telefonieren und treffen.
Und/ oder dich besser organisieren im Haushalt und mit den FiInanzen, vielleicht ein gemeinsames Telefonat mit dem Kreditgeber, um die Ratenhöhe zu reduzieren. Und und und, da gibt es viel Vorstellbares. Die Zielformulierung gefällt mir...
Liebe Grüße AlexandraX
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Re: Vorstellung AlexandraX
#10: 17.12.2022 09:48:52
Moin aus dem Norden,

ich bezeichne mich mal als (ehemaliger) Hardcore-Zocker :-)
Moin,
mein Sohn ist spielsüchtig (bla bla entfernt)
 Seitdem versuche ich, ihn "in die Spur" zu bringen.
(weiteres bla bla entfernt)

Auch wenn ich deine Motivationen durchaus verstehe, habe ich keinerlei Verständnis dafür, was du dir "anmaßt" "für" deinen Sohn zu erledigen / in die Wege zu leiten.

Dein Sohn wird "notgedrungen" das machen was du für richtig hälst,
für seine "Genesung" ist das allerdings alles mehr als Kontrakproduktiv.
Genau genommen unterstützt du seine Sucht indem du ihm die nötigen Konsequenzen vorenthälst.

Ich frage mich ganz ehrlich:
Geht um deinen Sohn oder um die Kohle ???

Für mich als Außenstehender ist das keine Frage - in deinem Kopf rotiert das Geld.
Und dein Sohn funktioniert nicht so wie du es willst.

Pass auf, dass er unter deinem Egoismus und Besitzansprüchen nicht zerbricht !
Mir tut er ehrlich gesagt sehr leid.



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Re: Vorstellung AlexandraX
#11: 17.12.2022 12:41:16
Moin Alexandra,

ich kenne narürlich weder Dich noch Deinen Sohn, wie er tickt weißt Du selbst am besten.Denooch ist genaus das ja die Krux, oft ist das genau nur eine Annahme.

Ich schreibe hier immer von meinen Erfahrungen, von meinem Weg und der war vorher   30 Jahre mit Zocken geebenet. Die Angehörigen bei mir konnten nicht viel machen, ich hätte wahrscheinlich sowieso nix angenommen. Die Frage stellt sich aber auch nicht,  weil  keiner davon wußte, nicht wahr haben wollte, hilflos waren oder einfach sagten, da muss er selbst raus, oder von sich weg schoben : "nicht mein Problem", ich weiß es gar nicht genau.

Alles was ich dann für meine Abstinenz getan habe, kam von mir selbst. Ich zeige Dir nur Punkte auf, was ein Betroffener tun kann, wenn er es selbst denn will. Das ist ja genau die Schwierigkeit für Dich als Angehörige. Es wird zu ihm nix durchdringen, wenn er es nicht selbst zulässt.
Wichtig war auch immer eine Zeit des "sacken" lassen. Und das schon wenn ich selbst aktiv wurde. Meine Systemaufstellerin sagte immer zu mir: André Du wirst es nicht sofort verstehen, was wir heute genacht habe. Warte ab. Wenn Du nächste Woche Fragen hast dazu, rufe mich an, wir reden nochmal drüber. Es dauerte einfach seine Zeit.

Ich denke oder ich meine mit Hilfestellungen geben, da zu sein, wenn er selbst reden will, dosiert wie z.B. to do Liste, Zielssysteme etc. anregen. Auf keinen Fall vorkauen, was "seine " Ziele sein könnten. ( Freunde treffen,  oder z.B. lecker essen gehen, ich bekomme immer das spucken wenn ich sowas lese, "lecker" essen gehen, ja wer will denn auch "ranzig" essen gehen ? :D ) Lass ihn da machen, lass ihn wenn er denn will, selbst agieren, denn nur so fängt er an zu reflektieren.
So läufst Du auch nicht Gefahr, dass er Deine Wünsche erfüllen will, wird, nur um Ruhe zu haben, aber nicht wirklich bei sich was zu ändern.

Du informierst Dich überall, es brennt Dir unter den Nägeln in ihn das ein zu trichtern. Da  nimmst Du Dich  etwas zurück, auch in Deiner Erwartungshaltung, wenn er denn kommt kannst Du dann ja antworten oder Anregungen geben.

Wie auch immer, Du bist die Mutter, Du machst nichts falsch. Wie ich neulich schon schrieb, lasse ihn die Konsequenzen tragen und die Verantwortung für sein Handeln selbst tragen. Wenn er alles macht was Du ihm vorgibst, ist in seinen Augen die Verantwortung bei DIr, weil er ja das macht was Du ihm sagst und es doch keine Veränderung bringt.  No way aus der Sucht.

Hab Vertrauen,  wenn es auch noch so schwer ist. Lass ihn machen.
Behandele ihn als selbstständigen Menschen, lass ihn spüren, dass Du ihn als vollwertige Person siehst. Begegne ihm auf Augenhöhe. Automatisch spürt er doch die Tragweite seines Handelns und fühlt sich verantwortlich für sich selbst.

ich hoffe Du weißt worauf ich hinaus will ?

Viel Kraft für Euch

Lieben Gruß

André
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Re: Vorstellung AlexandraX
#12: 17.12.2022 16:40:02
Moin Andre12,
das Problem mit dem Loslassen ist ziemlich verzwickt. Mein Sohn war sehr krank (von Geburt an), brauchte jahrelang viele Behandlungen. Dazu kamen unter anderem Gewalterfahrungen, was zum Überbehüten geführt hat.
Ich habe immer wieder schlechte Erfahrungen mit machen lassen gehabt, deshalb bin ich grundsätzlich alarmiert. Das letzte Beispiel war sein exzessives Spielen vor fast einem Jahr bis zum fast Verlust seiner Wohnung, nichts mehr essen, Diebstahl, Inkassostapel usw. Er hat von sich aus nichts erzählt. Erst durch den Vermieter kam alles nach und nach ans Tageslicht. Das macht das Loslassen oder auch in den Abgrund stürzen lassen (?) fast unmöglich. Dazu musste alles geregelt werden, damit er wieder auf die Beine kommt: Einkommen, Essen, Wohnung, Anwalt, Tod des Vaters realisieren, furchtbar. Was  er dazu tun muss, hat er überhaupt nicht verstanden, völlig verwirrt. 
Natürlich hast Du Recht, man muss seine Erfahrungen selbst machen. Bloß was ist, wenn sich jemand immer wieder in schwierige Situationen hinein manövriert und nichts unternimmt, das zu ändern? Was rätst Du so jemandem? Es fühlt sich für mich wie fallen lassen an. Und ich bin gerade dabei, einen anderen Weg zu finden. Hilfe anbieten, wenn sie gewünscht wird und dann in der Form, daß er seinen Weg findet, den ich nicht vorzeichnen will und darf. Und ich hatte furchtbare Angst um ihn, daß er völlig abstürzt... Nun muss ich mich wieder beruhigen, ihm vertrauen, wie Du sagst. Und das ist wohl der Knackpunkt: das Zutrauen ihn ihn, Vertrauen, daß er es alleine schafft.
Deswegen ist mir der Austausch hier so wichtig.
Ich finde es gut, wenn Menschen Geduld mit mir haben, sich die Mühe machen zu verstehen und zu antworten. Das eröffnet eine andere Perspektive!
Und es stimmt: mehr Geduld ist nötig ;D Immerhin habe ich es geschafft, ihn zwei Wochen nicht zu fragen, wie es ihm geht. Ich bin nur froh, daß er sich am neuen Arbeitsplatz wohlfühlt, sich wieder verabredet und aus der Einsamkeit rauskommt. Das ist ein guter Anfang.
Liebe Grüße AlexandraX
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Re: Vorstellung AlexandraX
#13: 17.12.2022 16:43:41
Moin aus dem Norden,

ich bezeichne mich mal als (ehemaliger) Hardcore-Zocker :-)
Auch wenn ich deine Motivationen durchaus verstehe, habe ich keinerlei Verständnis dafür, was du dir "anmaßt" "für" deinen Sohn zu erledigen / in die Wege zu leiten.

Dein Sohn wird "notgedrungen" das machen was du für richtig hälst,
für seine "Genesung" ist das allerdings alles mehr als Kontrakproduktiv.
Genau genommen unterstützt du seine Sucht indem du ihm die nötigen Konsequenzen vorenthälst.

Ich frage mich ganz ehrlich:
Geht um deinen Sohn oder um die Kohle ???

Für mich als Außenstehender ist das keine Frage - in deinem Kopf rotiert das Geld.
Und dein Sohn funktioniert nicht so wie du es willst.

Pass auf, dass er unter deinem Egoismus und Besitzansprüchen nicht zerbricht !
Mir tut er ehrlich gesagt sehr leid.

Moin Fred,
es ist eher die Angst um ihn, die Blüten treibt. Meine Angst, die ich ihm übertrage; bin gerade dabei, das zu ändern.

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Re: Vorstellung AlexandraX
#14: 17.12.2022 16:53:40
Bloß was ist, wenn sich jemand immer wieder in schwierige Situationen hinein manövriert und nichts unternimmt, das zu ändern?

Du musst lernen, dass der Sohn ein eigener Mensch mit eigenen Rechten ist.
Vor allem ist es sein gutes Recht, Dinge falsch zu machen.
Das ist ein notwendiger Lernprozess.
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