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Autor Thema: Die ewige Suche nach dem Kick

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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#45: 29.12.2021 09:56:04
Moin Tobi,

schön das Du hier immer schreibst, da gehört Mut zu. Es ist gerade Deine Welt, Deine Wahrnehmung, die  unserer Sucht geschuldet ist. Ich habe da natürlich einen anderen Blick drauf, der mich  innerlich aufschreien lässt, aber eben nur weil  ich seit ein paar Monaten spielfrei bin. Ich hoffe Du wirst Dir in 2 Jahren oder so Deine Beiträge durchlesen und denken was habe ich da bloß von mir gegeben...... Wenn dem dann so ist, hast Du alles richtig gemacht.

So und nun zu dem Rest.
Klar solltest Du langfristig wieder überall "frei" bewegen können. Kurzfristig ist das so eine Sache.... Ich denke Du warst stolz, das Du in der Kneipe warst, mit Automaten und so weiter und hast selbst nicht gespielt. Wolltest vielleicht nen Lob haben ....  Aber a) war er besetzt und b) war Dein bester Freund mit und c)  Dein Suchthirn gaukelt Dir Abstinenz/Sicherheit vor, macht Dir aber nicht klar, beim nächsten Mal bist Du vielleicht alleine da, der Automaten ist frei und dann ??
Dein Freund hat vielleicht ernsthafte Probleme und Du hast nur den Automaten im Kopf........
Ich weiss ebenfalls nicht ob es sinnig ist in der einzigen Kneipe im Dorf über Eheprobleme zu reden..... Ich komme auch vom Dorf. Hätte nen Vorschlag : Hängt das doch gleich ans schwarze Brett... ;)
Tobi eine zeitlang wirst Du bewußt durchs Leben gehen müssen, vorher Dir zu überlegen was Sinn macht und was nicht, in hinsicht Deiner Sucht. Es ist ein Prozeß und den gehst Du hoffentlich gerade... Stück für Stück.

Was macht Dein Geldmanagement ?
Wie läuft es in Deiner Partnerschaft ?
Führst Du noch andere Gespräche außer die mit Deinem Freund , was ja einmal die Woche schnell   "abgehakt" ist?
Shg ?
Suchtberatung ?
LIest Du hier im Forum ??
Schaust Du in welchen Situationen spielen warst. ?
Hast Du / Ihr private Ziele ? Arbeitest Du daran ?
Wie nutzt Du die neu gewonnene Zeit, in der Du eben nicht mehr spielst ?
Was machst Du bei Suchtdruck ? Wartest Du bis Dienstag ist? und Du mit Deinem Freund reden kannst ??? 

Brauchst nicht beantworten, sollen nur Denkanstöße sein. Handeln musst Du eh selber.

Habe weiter den Mut hier zu schreiben, je offener und ehrlicher Du über Dich und Deine Gedanken schreibst, ist der Gegenwind vielleicht groß, doch langfristig bringt Dich das schneller und eher weiter... hier sitzen 1000 Jahre Zocker-erfahrungen  vor den Bildschirmen, die es auch geschafft haben abstinent zu leben, nutze das.

Eins noch : Mich brauchst Du nicht überzeugen das Du spielfrei bist/wirst. Du machst es für Dich!

Lieben Gruß
André


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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#46: 30.12.2021 18:01:35
Vielleicht rede ich Schwachsinn, vielleicht redet mein Suchthirn.
Vielleicht war es aber auch einfacher für den einen oder anderen von Euch, welcher "nur" Automatenspieler war. Mein Suchtmittel war (in den letzten Jahren) zu 90% entweder mein PC auf der Arbeit oder mein Handy und mit diesen werde ich täglich konfrontiert.
Für einige von Euch war es vielleicht leichter, einfach direkt nach Hause fahren und nirgends rumgammeln.
Die Automaten haben durch die angepasste Verordnung schon länger den Reiz für mich verloren.
Ich muss für mich Wege finden und Methoden entwickeln absitend zu werden, während die Suchtmittel für mich zur Verfügung stehen. Sonst müsste ich mein Beruf wechseln und das kann nicht die Lösung sein. Daher muss ich auch lernen, ein Bier in der Kneipe zu trinken ohne zocken zu wollen, auch wenn ich früher sehr viel gedrückt habe. Die größte, meine größere Gefahr, liegt an anderen Orten. Denn wenn daran die Definition von Abstinenz geknüpft ist, dann hab ich noch größere Probleme als jetzt schon.

Ich bin dennoch äußerst gespannt auf das heutige Gespräch, mit meiner Frau und der Suchtberatung, meine Spielanalyse und welche weitere Vorgehensweise mir da vorgeschlagen wird.

Tobi
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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#47: 30.12.2021 18:12:14
Hey Tobi,

ich finde es gut, wie Du das alles für Dich analysierst. Und auch, dass Du Dich nicht gleich umwehen lässt von der Kritik hier im Forum. Letztendlich bringt einen jeder kritische Hinweis und die Auseinandersetzung damit ja ein Stückchen weiter!!

Für Dein Gespräch bei der Beratung mit Deiner Frau wünsche ich Dir alles Gute!! Es ist gut, dass Ihr das noch in diesem Jahr habt. Je mehr ihr Eure Gefühle noch sortiert vor dem Jahreswechsel, desto leichter ist es an Silvester gemeinsam ins neue Jahr zu starten.

Sei Du jeden Tag stolz auf die Tage, die Du schon in der Erfolgstabelle stehen hast. Du hast Dich doch bisher gut geschlagen. :-)

JJ
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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#48: 30.12.2021 18:33:42
Du solltest die Konfrontation mit dem Spielen jedoch nicht gleich am Anfang "gewinnen" wollen.
Das alte Sprichwort "Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um" bewahrheitet sich bei Suchtkranken leider ganz besonders oft.

Deine steten Begründungen etwas nicht zu ändern, beunruhigen mich ein wenig.
Begründet doch eine grundlegende Verhaltensänderung erst die Abstinenz.

Aber die ersten Schritt sind schon mal absolut gut und richtig.
Bleib dabei
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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#49: 03.01.2022 19:22:11
Hi zusammen,

das Zweitgespräch bei der Diakonie hat leider nicht stattgefunden. Ich bin innerlich sehr gestresst, angespannt und nervös mit meiner Frau dorthin gegangen.
An der Eingangstür sahen wir einen Zettel mit der Aufschrift: "Leider müssen wir die Sprechstunde für Glücksspiel unter Internet bei Herrn XXXXX heute kurzfristig absagen. Weiß gar nicht was ich dazu sagen soll. Sehr schade und enttäuschend.
Ich habe mir dann das positive herausgezogen, dass meine Frau mit mir den Weg dort hin gegangen ist und auch wieder gehen wird.
Zudem habe ich Sie ein Thema hier im Forum lesen lassen um sich noch mehr mit dieser Krankheit vertraut zu machen. War ganz gut für uns beide als Alternative zum ausgefallenen Gespräch.
Heute habe ich einen neuen Termin bekommen, der allerdings erst in 2 1/2 Wochen stattfindet.
Um die Zeit bis dahin intensiver an mir arbeiten zu können, werde ich mich morgen um eine weitere/andere SHG bemühen, da diese dort, aufgrund der Pandemie, momentan jetzt nicht mehr stattfindet.

Jetzt ruft mich gestern ein Freund an, ob ich abends zum Pokern komme. Ich sagte, ich überlege es mir und melde mich. Meine Frau hingegen meinte, klar mach doch Ihr schaut ja auch Football zusammen. Das tut dir bestimmt gut mal wieder rauszukommen. Sie weiß noch nicht richtig, wie Sie mit mir umgehen soll. Das erhoffe ich mir von dem gemeinsamen Therapiegespräch.

Diese Pokerrunden waren in meiner Vergangenheit nie ein weiterer Auslöser für einen Rückfall. Oder ein leichter Kick der mich wieder angefixt hatte. Denn es ging ja eh um Peanuts. Obwohl ich mit mir haderte, denn ich hatte eigentlich gar keine Lust. Ich hatte direkt nach dem Anruf nicht das Gefühl, wow nice klar voll Bock, sowie noch vor ein paar Wochen. Nein. Ich wollte eigentlich gar nicht. Ich wünschte er hätte mich nicht angerufen, so dass ich jetzt in dieser Lage bin. Dennoch sagte ich eine Stunde später zu...

...und eine weitere später wieder ab. Denn da war sie wieder diese Machtlosigkeit. Ich will eigentlich nicht, aber ich mache es trotzdem? - Nein Junge, das muss ein Ende haben. Das muss aufhören! Es war so schwierig und immer weder redete ich mir ein, du gehst ja nicht wegen dem Spiel, sondern der Geselligkeit dort hin. Dann ich es ja ok. F*** nein ist es nicht!

So habe ich mich an Eure vorherigen Posts erinnert. Ich muss was ändern. Ich darf nicht wöchentlich in diese Situationen kommen. Mit der einen komme ich vielleicht klar und ich denke sie macht mich stärker, mit der anderen vielleicht nicht. Schon gar nicht jetzt wo ich noch soweit am Anfang stehe. Ich bin noch zu tief drin und wenn ich mich weiter ständig auf diesem dünnen Eis bewege, breche ich irgendwann ein.

Vielen Dank für die Denkanstöße und klaren Worte. Auch mit Verzögerung sind wieder ein paar durchgekommen. Danke!

Und natürlich Euch allen einen tollen Start in das neue Jahr!

Tobi
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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#50: 04.01.2022 14:39:46
Hallo Tobi,

so, nachdem ik nach de Sylvester-Umtrunk wieder nüchtern bin, muss ik mir mal wieder zu Wort melden

Menerener fällt auf, das de ständig über et spielen redest: Wetten hier, Automaten da, Poker dort, gehste ? Ja - Nein - Vielleicht ja, vielleicht nein, rumgeiere ;D

Als "Alternative" dann hochprozentiges, du det haben wir gemeinsam ;), mehr aber auch nicht, also de Phrase "War ik denn anders?", die woanders gern benutzt wird, trifft schonmal überhaupt nicht zu.

Was bei dir schon mal anders ist, ist dene Tochter, über die du hier kaum ein Wort verlierst, und sei es als Grund dafür aufzuhören.

Du, Spieler verlieren nicht nur Geld, sondern:
-Zeit
-Gesundheit
-Familie
-ihren guten Ruf,
manche sogar das Leben  >:(

Und zu de "Statussymbolen": Wenn ik jetzt sagen wir mal, en Haus erben würde, weste was mein krankes Suchthirn mir sofort einreden würde?

"Mach de Hütte zu Geld, und geh zocken, hast doch sowieso nich mehr lange, wat willste denn noch damit"

Traurig aber wahr, :(

Harald J., off sene Spaziergang us Berlin!
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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#51: 12.01.2022 11:37:28
Wenn dein halbes Leben, wie in meinem Fall, aus Zocken bestand ist es natürlich das Hauptthema in meinem Leben. Deshalb bin ich hier. Es soll aber auch ein großes Thema in meinem Leben bleiben. Nicht das zocken, sondern die Abstinenz.

Natürlich sollte die Zeit, die Gesundheit und meine Familie eigentlich genug Grund sein damit aufzuhören, aber das reicht mir leider nicht. Ich denke aber auch, dass dies ein großes Merkmal eines pathologischen Spielers ist.

Gestern hatte ich ein großes Problem auf der Arbeit, welches ich nicht einfach lösen konnte. Ich wurde nervös und unruhig. Und es kam natürlich wieder der Gedanke ans Zocken. Nur ein wenig zum Entspannen. Und nach einem Monat, seitdem ich nicht mehr gezockt habe, kam ich genau wieder an den Punkt, an die Situation, wo es eigentlich wieder los ging. Daraufhin habe ich sofort eine SHG kontaktiert und mich übermorgen zu dem Termin angemeldet.

Ich habe auch seit 1 1/2 Wochen meinen Alkoholkonsum drastisch reduziert und fühle mich gut, als weitere Säule gegen meine Sucht. Da ich natürlich auch stark alkoholisiert viele Rückfälle hatte. Aber auch um mein Leben wieder in den Griff zu bekommen, denn es bringt herzlich wenig, wenn ich nicht mehr spiele, aber mich dafür gleichzeitig totsaufe. Es erfordert doch aber auch viel Kraft und Energie. Dadurch geriet meine Spielsucht in den letzten Tagen in den Hintergrund und schon kam des Teufele wieder raus. Das ist wirklich der blanke Wahnsinn, dass ich mich nicht mal eine Woche auf meine Fitness, auf den Alkoholverzicht, auf meine Gesundheit fokussieren kann, ohne dass mein Suchthirn das sofort erkennt und wieder rauskriecht.

Ich muss mich täglich damit auseinander setzen.

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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#52: 12.01.2022 13:12:00
Moin Tobi,

als ich nach 6 Jahren nach meinem ersten SHG Besuch mit meinem Studium anfangen brauchte ich einen PC und einen Programierbaren Taschenrechner. Für beide Geräte gab es Spiele ohne Ende. Für mich als Spieler ziemlich viel auf einmal. Ich sprach viel in der SHG darüber. Hätte ich das nicht kurzfristig für mich in geordnete Bahnen lenken können, hätte ich mein Studium beendet. Thema war das durchaus für mich.

Ich war bereit, jeden Preis den das Spielen fordert zu zahlen. Ich wollte um jeden Preis nicht zurück zum Spielen. Ich war bereit dafür alles zu tun, was immer erforderlich ist.

Pokern ist für mich das Spiel der Spiele für einen Süchtigen. Das Du ernsthaft überlegst zu einem Pokerabend mit Freunden zu gehen, läßt mich an Deiner Ernsthaftigkeit zweifeln.

Taro
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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#53: 12.01.2022 15:49:22
Pokern ist für mich das Spiel der Spiele für einen Süchtigen. Das Du ernsthaft überlegst zu einem Pokerabend mit Freunden zu gehen, läßt mich an Deiner Ernsthaftigkeit zweifeln.

Für mich nicht. Beim Pokern unter Freunden ging es nie um den Kick oder das große Geld. Da hatte ich für mich andere Spiele und Quellen. Daher kam mir die Überlegung. Ich denke auch, dass ein reiner Automatenspieler nach so kurzer Zeit einen Moment überlegt, ob eine Teilnahme an einer 4aus49-Spielgemeinschaft teilnimmt oder ein Los bei der Weihnachtsfeiertombola der Jugend kauft.

Meine Ernsthaftigkeit hat mir für mich gezeigt, dass ich diese Einladung sofort hinterfragt habe, dass ich meiner Frau meine Gefühle mitgeteilt und meine Bedenken geäußert habe und schlussendlich nicht hingegangen bin und froh war mit meiner Entscheidung.

Danke, vielen Dank für deinen Kommentar, Taro. Aber was soll ich von mir Verlangen? Das ich nach einem Monat Spielfreiheit keine Gedanken mehr haben soll? Ich soll mich doch damit beschäftigen?! Dann muss ich doch meine Gedanken analysieren und hinterfragen?!
Meine ich es nur Ernst, wenn ich mir die Ohren zuhalte, Scheuklappen aufziehe und durchs Leben renne. Ich will doch mein Verhalten, Gründe und Situationen erkennen um diese dann bewusst zu vermeiden.
Nur weil ich kurz überlege, eine Runde Bierpong mitzuspielen, oder wer den Ball am kürzesten schlägt holt Bier. Ich muss doch erstmal herausfinden, was zu meiner Sucht gehört und/oder diese triggert, oder verstehen wir uns da falsch?

Tobi
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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#54: 12.01.2022 16:18:36
Für mich nicht. Beim Pokern unter Freunden ging es nie um den Kick oder das große Geld. Da hatte ich für mich andere Spiele und Quellen. Daher kam mir die Überlegung.
Bin hier auf der Arbeit echt fast aus meinem neuen Bürostuhl gefallen.

Du unterliegst hier einem RIESIGEN Irrtum.
Du bist nicht von einem Spieltyp abhängig, du bist generell spielsüchtig von allem was irgendwie Gewinne/Siege ( nicht nur Geld ) verspricht.

Jedes Spiel, selbst in weitestem Sinne gesehen, ist ein potenzielles Risiko für einen Spieler.
Und mit Geld hat unsere Krankheit sowieso nur sekundär zu tun.

Ich dreh das mal ein bisschen in ein Bespiel was du vielleicht besser "annehmen" kannst.

Ein Alkoholiker sagt: Eine Fläschchen Wein mit Kumpels geht ok, denn ich bin ja nur vom Bier alkoholabhängig.
Ich glaub ich muss das nicht weiter erläutern, oder ?
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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#55: 12.01.2022 16:28:06
Moin Tobi,

Meine Kommentare kommen oft sehr hart rüber, so war es nicht gemeint. Was für Spiele Dich triggern oder nicht, damit kannst Du Dich doch in ein paar Jahren beschäftigen. Bis dahin gilt, spiele um garnichts. Das alleine führt schon wieder zu anderen Erfahrungen. Nämlich immer dann, wenn es etwas zu verschenken gibt, oder Du Dir durch ein Spiel eine bessere Position verschaffen kannst und Du verzichtet. Ich habe davon schon ab und an berichtet.
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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#56: 17.01.2022 16:51:30
Letzen Freitag war ich bei einer SHG. Ich kann nicht viel drüber berichten, da ich eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben habe und an die möchte ich mich auch halten. Was mir die Gruppe bringt, denke ich wird sich erst nach ein paar Meetings zeigen und dann kann ich es auch besser einschätzen. Im Großen und Ganzen war es doch recht gut und ich freue mich auf das nächste Treffen. Ist wirklich was anderes beim Erzählen der eigenen Geschichte in verständnisvolle Gesichter zu blicken. Das Wichtigste ist denke ich momentan für mich einen festen wöchentlichen Termin zur Selbsthilfe / Suchtbekämpfung zu haben. Da ich gerade zusätzlich an meinem Alkoholproblem und an meiner Fitness arbeite und ich schnell Gefahr laufe, meine Krankheit kurzzeitig nach hinten zu schieben.

Tobi
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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#57: 17.01.2022 18:31:16
Moin Tobi,
schön das Du berichtest. Ja , die Shg ist doch eine gute Sache. Dort ist man unter Gleichgesinnten. Das Verständnis ist wie hier im Forum groß, doch live in einer Runde zu sitzen, ist nochmal was anderes. Nutze dies. Mache Dir Gedanken über Deine Themen, spreche sie da offen an. Oft gibt es bei einem selbst Themen die man nicht unbedingt mit seiner Sucht in Verbindung bringt. Viele Faktoren haben mich selbst ja süchtig werden lassen, bzw kamen zusammen, die ich dann nur in einer Form von Flucht aushalten konnte. Ich wollte schon letzte Woche bei Deinem Beitrag mal drauf hinweisen : Du schreibst von großen Alkoholkonsum, den Du jetzt drastisch verringert hast. Es waren 4 Wochen spielfrei und 2,5 haben Wochen "erhöhten" Alkoholkonsum...... Richtig erkannt hast Du , das es ja nix nützt , Dich tot zu saufen. Dennoch konntest Du Dein NIchtspielen ja anscheinend nur mit Alkohol kompensieren.Heute schreibst Du zusätzlich Alkoholproblem. Ich denke, nach meiner Meinung, das Du da nicht zwingend Unterschiede machen solltest. Behalte das beides mal als Sucht im Auge.... Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will Dir nix unterstellen, aber aushalten ist betäubt einfacher und nächsten Tag kommt alles doppelt zurück.Viele Spieler, die ich kenne habe gerade in der Anfangszeit auf Alkohol verzichtet, um sich Ihre Gefühle, Emotionen bei vollem Verstand stellen zu können. Auch das Risiko einer Suchtverlagerung ist nicht zu unterschätzen. Wenn Du  Deine Spielsucht aufarbeitest und Du für Dich im klaren bist, wirst Du ja feststellen das alles irgendwie zusammenhängt. Ich gehe da jetzt nur näher drauf ein, weil Du eben oft von Alkohol schreibst. So wie Du schreibst musst Du Dich auf das nichtzocken konzentrieren, wenn Du dann stattdessen Alkohol trinkst, ist es "mogeln" :), dann hast Du Dich weder mit dem  Nichtzocken noch mit dem Nichttrinken beschäftigt.
Meine Meinung jedenfalls. Bleib am Ball, lieber Tobi 

André
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Re: Die ewige Suche nach dem Kick
#58: Gestern um 13:10:31
Hi Andre,

"Erhöhten" Alkoholkonsum habe ich schon seit Jahren. Dieser hat sich jetzt nicht zwingend mit meiner spielfreien Zeit erhöht oder verlagert. Die beiden gehen schon eine ganze Weile Hand in Hand. Dennoch habe ich natürlich auch nachgeschenkt, nach einem zwischenzeitlich kurzfristigen Gewinn, aber auch nach einem großen Verlust. Suchtverlagerung ist mir ein sehr großes Thema. Da muss ich sehr aufpassen. Das hast du absolut recht. Es gab auch schon Zeiten in denen ich weniger getrunken habe, dafür aber zu anderen Betäubungsmitteln griff um meine Leber zu schonen.  ::)
Es war immer die Flucht und das Betäuben. Wovor und weshalb hoffe ich bald herauszubekommen.

Auch gehe ich den Schritt vom Alkohol weg, da es auch da Situationen gab, wo ich wieder angefangen habe zu spielen. Klar, haste 10 Kolben im Gesicht, geht alles natürlich lockerer zu. Lockerer auch seine Vorhaben wieder über Bord zu werfen. Ich möchte bewusst sein. Den kommenden Suchdruck verstehen, analysieren und aufarbeiten. Ich kann mich auch nicht konzentrieren und mein Suchtverhalten analysieren, wenn ich nicht bewusst und klar in der Birne bin.

Daher geht es mir momentan auch relativ gut und ich fühl mich wacher, konzentrierter und gewappneter.
Fit im Körper und Geist 😉  Jetzt kann ich an mir arbeiten!
Andre, du triffst es auf den Punkt. Ich wünsche mir nicht nur ein spielfreies Leben.
Ich wünsche mir ein suchtfreies Leben!
Und daran arbeite ich. Vielen Dank für deine Worte. Einfach klasse! Ich bleib dran  ;)

LG Tobi!
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