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Autor Thema: Highway to hell

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Highway to hell
OP: 28.11.2021 16:01:09
Guten Tag,

hiermit möchte ich mich diesem Forum öffnen, da ich Glückspielsüchtig bin.
Ich bin vor allem Sportwettensüchtig.
Durch die Sportwettenverluste und dem hinterherjammern habe ich zu Zeit echt konfuse Gedanken im Kopf, kann mich nicht sortieren und nicht meine Ziele verfolgen.
Ich habe wegen der Zockerei horende Kredite aufgenommen, welche ich nur bezahlen kann, da ich neben dem Studium noch 20 Stunden die Woche arbeiten gehe.
Es macht mich total fassungslos, dass ich es wieder geschafft habe, sehr viel Geld zu verzocken.
Eigentlich war ich Ende März spielfrei, bin seit dem bei OASISgesperrt, ging zur SHG und zur professionelllen Beratung.
All diese Hemmschwellen habe ich weggeworfen, bin Zocken gegangen und nun sitze ich hier wie ein Jammerlappen; und schäme mich vor mir selbst, vor meiner Freundin und vor meinen Taten.
Der Spielsuchtteufel hat mich metaophorisch gesehen wieder im Griff und ich bin wieder auf dem Highway to Hell.
Sorry, für den Pathos, aber mir fällt echt nichts mehr zu mir ein!
Zum Heulen ist das.
Hoffentlich baut sich zumindestens eine kleine Hemschwelle auf, dass ich hier in das Forum schreibe.

Recht herzlichen Dank fürs Lesen und einen schönen Advent.
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Re: Highway to hell
#1: 28.11.2021 18:11:40
Hallo "EchteScham",
Du schreibst, Du warst "im März" spielfrei. Wie lange warst Du spielfrei und wie lange hast Du davor schon gespielt?
Wenn Du bereits eine SHG hast (bzw. hattest), hast Du denn vor, dort wieder vorbeizuschauen? Wie waren Deine Erfahrungen damals?
Was hat Dir damals geholfen, nicht zu spielen?
Und wie ging es dann wieder los?
Wenn Du Lust hast, erzähle etwas mehr über Dich!!
Ich denke, hier bist Du richtig.  ;)
Viele liebe Menschen, die Dir Deine Fragen beantworten können!!
Ich selbst bin keine Spielerin, aber gebeutelt von dem Sch.... den mein Mann so baut. Weiß also auch, wie kaputt einen all das macht.
Ich drück Dir fest die Daumen, dass Du Dich wieder entscheidest spielfrei zu werden!!!

Viele Grüße
JJ
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Re: Highway to hell
#2: 28.11.2021 18:28:10
Guten Abend,

vlielen lieben Dank für eine so rasche Antwort. Ich weiß gerade wirklich nicht wo mir der Kopf steht.
Gern beantworte ich die Fragen, welche du gestellt hast.
Im März bin ich spielfrei geworden und hatte da 2 Jahre mit kleinen Pausen durchweg an Sportwetten gezockt.
Ich habe sogar beim Verfassen meiner Bachelorarbeit gezockt.
Die ganze Spielerei hat total mein emotionales Leben bestimmt und ich bin gerade an einem Punkt, wo ich echt nicht mehr kann.
Meine Vitalität ist am Ende; ich zittere während ich das schreibe.
Ich wurde spielfrei, weil ich endlich meine Freundin in den Mist eingeweiht habe, den ich bis dato gebaut habe.
Peux a peux kam meine Lebensfreude wieder.
Jetzt wo die Uni wieder begonnen hat, ist es bei mir wieder extrem ausgeartet.
Ich habe den Bezug um Geld total verloren.
Angefangen zu spielen habe ich durch ein Telefon, welches ich mir gekauft habe, wo ein Coupon von einem Sportwettenanbieter enthalten war.
Von dort aus ging es nur bergab.
Ich habe erst einen Kredit aufgenommen, dann einen zweiten, einen dritten und nun sind es vier.
Dabei habe ich mir eigentlich mehr für mein Leben vorgenommen.
Gerade habe ich das Gefühl, dass ich mir selbst den Boden unter den Füßen wegreiße.
Ab nun möchte ich mir wieder das Versprechen geben, spielfrei zu werden.

Beste Grüße
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Re: Highway to hell
#3: 28.11.2021 20:06:36
Lieber E.S.

gib Dir kein Versprechen. Aber arbeite in Ruhe dran!!
Denn wenn es gleich das Versprechen sein soll, dann kannst Du scheitern. Wenn Du in Ruhe daran arbeitest, dann arbeitest Du dran. Ein Tag der nicht so gut läuft, ist nicht gleich ein Versagen. Sondern Du bist auf einem Weg. Der ist nicht leicht und geht wahrscheinlich auch nicht gerade aus. Sondern über Stock und Stein und Du stolperst dahin. Aber solange Du auf diesem Weg bist, ist alles gut. Auch wenn es dich dabei ab und zu auf die Nase haut.
Geh auf Deine Freundin zu und sprich offen mit ihr (es gibt sie noch, oder?). Sag ihr ganz offen: "Du hast mir damals geholfen. Das war mir eine so große Unterstützung!!! Bitte hilf mir wieder!! Ich will so gerne mit der Zockerei aufhören."
Ich selbst wäre heil froh gewesen, mein Mann hätte das ein einziges mal von sich aus gesagt. Aber er hat nur vertuscht und gelogen. Alles war (angeblich!) immer toll und sssuuuuperklasse!!!
Es wird bestimmt ein Schock für sie. Und sie wird Zeit brauchen, es zu verdauen. Aber es ist nur fair ihr gegenüber und es ist für dich die einzige Chance, wieder ernsthaft an dir zu arbeiten. Und vor allem ist es die Chance, Eure Liebe über diese schreckliche Krise zu retten.
Aus Sicht einer Angehörigen kann ich Dir sagen: Offenheit und Authentizität ist das, was einem das Herz öffnet!!

JJ
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Re: Highway to hell
#4: 28.11.2021 21:02:00
Hallo EchteScham und auch von mir ein herzliches Willkommen,

so ganz "unwissend" bist Du ja nicht mehr, OASIS, warst in einer SHG und in professioneller Beratung.
Alles sinnvolle Maßnahmen die weit mehr als nur eine Hilfestellung sein könnten.
Gefruchtet hat es anscheinend nicht, dennoch war jeder dieser Schritte sicherlich nicht umsonst! 

Das Wichtigste dabei ist immer offen und ehrlich zu sein, für andere und vor allem zu Dir selbst.
Daher ist es klasse von Dir hier darüber zu schreiben, erneut zu berichten und diese Last zu teilen.
Damit bist Du nicht alleine, dies ist Dir aber sicherlich schon selbst klar geworden.

Doch wo bleibt ein beruhigendes zielorientierendes Resultat dabei ?
Da geht es nun auch weiter hin, etwas zu wollen reicht oftmals einfach nicht aus.
Prioritäten mein Freund, wahre Werte und ein wenig Idealismus könnten Wunder bewirken.  :)
Aber auf Wunder sollte man nicht hoffen oder bauen.
Denn es ist nicht der "Spielteufel" , sondern dies alles bist schon Du selbst.
Nutze Dein Potential, es ist doch für jeden Leser hier auch allemal spürbar..das ist ja schon da.
Aufgeben wäre eh keine Option und nun entwickelst Du, über eine Strategie hinaus, ein klares Bewusstsein.
Eine Scham entsteht hierbei eher aus dem Gefühl machtlos zu sein und halt immer wieder beim Spiel zu landen.
Doch wäre es nicht richtig, sich an einer psychischen Erkrankung zu schämen. 
Und ja, Du bist machtlos dem Glücksspiel gegenüber.
Aber sicherlich nicht, davon wegzukommen!

Also Kopf hoch und immer weiter, schön dass Du hier berichtest.

Liebe Grüße       
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« Letzte Änderung: 28.11.2021 23:05:34 von Jacky1 »
 

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Re: Highway to hell
#5: 28.11.2021 23:28:28
Guten Abend,

und nochmals recht herzlichen Dank für so viele schnellen Antworten.
Meiner Freundin habe ich es gebeichtet und sie ist "aus allen Wolken" sozusagen geflogen, aber meint zu mir stehen zu wollen.
Leider dachte sie, sowie ich auch, dass es vorbei ist.
Ich habe wirklich keine Erläuterungen, was mit mir in den letzten Tagen los gewesen ist.
Immer wieder verspürte ich den Drang in so eine Wettbude hinein zu gehen.
Die letzten Wetten hatten schon bei mir gar keine positiven Gefühle ausgelöst.
Ich war sogar froh zu verlieren.
Jetzt sitze ich hier als Verlierer.
Ich habe depressive Verstimmungen und kann mich nicht auf meinen Unikram konzentrieren.
Irgendwie muss ich aus dieser Gedankenschleife des Versagens wieder raus.
Das sind wirklich sorgfältig gewählte Worte, die du mir da vermittelt hast.
Ich versuche diese zu beherzigen; vor allem diese, dass ich sekbst daran schuld bin und auch selbst nur durch Proritätensetzungen wieder heraus kommen kann.
Aber momentan flippe ich innerlich aus, aber bin nach außen hin stoisch.
Ich habe keine Ahnung wie ich mit meinen Gefühlen wieder bergauf gehen kann.
Es hilft zumindestens etwas hier in einem Austausch zu sein.

Vielen lieben Dank für eure Rückmeldungen.
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Re: Highway to hell
#6: 29.11.2021 08:29:49
Guten Morgen Scham,

herzlich Willkommen hier bei uns im Forum, schön, dass du geschrieben hast.

Die Erkenntnis, dass du ein Spielproblem hast scheint ja jetzt nichts neues füt dich zu sein. Erste Maßnahmen für den Weg in die Abstinenz wurde ja bereits getroffen - gut so! Du bist nicht der erste Spieler, der einen Rückfall hatte. Der Rückfall zeigt dir, dass du nicht alle Weichen auf deinem Weg richtig gestellt hast und es zeigt auch, dass nur das Einleiten von Maßnahmen gegen die Sucht nicht ausreicht, um spielfrei zu bleiben. Keine Hilfestellung der Welt kann verhindern, dass du wieder am Zocken bist, nein, dies kannst nur du allein bewerkstelligen. Zu lernen mit der Sucht zu leben, sie als ein Teil von dir akzeptieren, ist ein Prozess, der oft ein Leben lang dauert. Der Spieler in dir verschwindet nicht, nein, er bleibt dir erhalten, es bist ja auch du - momentan fühlst du dich als Verlierer, aber das Leben besteht eben nicht nur aus Siegen.
Scham, du bist jung, sehr jung, das Leben liegt vor dir, schapp es dir, es werden auch wieder Siege kommen!

Grüße,
aT
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Sag "JA" zum Leben!
 
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Re: Highway to hell
#7: 29.11.2021 10:15:22
Hallo EchteScham,

Halbherzigkeiten bringen Dich nicht weiter!
Ja es ist nicht einfach, es nagt und zerrt und das Spiel mag wieder rufen.
Niemand sagt dass Du ein Versager bist, außer Du selbst.
Lasse es sein, Du hast halt gespielt und weißt dass es Dir zu schaffen macht.
Das Ziel wäre eigentlich so nah, entferne Dich nicht davon indem Du stehen bleibst.
Du unendlich wertvoller Mensch, es wäre viel zu schade.

Gefühle sind am besten zu steuern durch Taten...los los, warum nicht wieder in die SHG gehen ?
Etwas zu tun gegen dies was Dir alles antut und nicht dem Frust diese Genugtuung überlassen.

Grüß Dich     
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Re: Highway to hell
#8: 29.11.2021 17:38:10
Hallo,
zum einen vielen Dank für eure Ratschläge und Wort und zum anderen ist es doch etwas aufbauend hier Gehör zu erlangen.
Die Weichen, welche ich mir gestellt habe sind leider weg gebrochen, weil ich an einem Meeting, wo ich mittwochs teilnahm, nun immer arbeiten muss und jetzt im Endspurt meines Masters der Terminkalender durch Uni und Arbeit so voll gepackt ist, dass ich an keiner hier an diesem Ort eitlich regelmäßig teilnehmen kann.
Kommenden Samstag werde ich aber an einer mir schon bekannten Online-Gruppe teilnehmen.
Da habe ich den Leiter schon vorgewarnt und ihm von meinem Rückfall erzählt.
Heute hatte ich fast keine Gedanken, bis auf einen Kurzen; wer heute abend Football spielt, gehabt.
Ich werde mich erstmal demnächst von Sportnachrichten und dem Schauen davon distanzieren.
Stattdessen werde ich Sport treiben.
Die Frust sitzt immernoch situativ ganz tief drin und heute früh hatte ich wirklich beklemmende Gedanken wegen des verlorenen Geldes.
Auf jeden Fall versuche ich die Apelle zu dem, dass ich der Auslöser und womöglich auch der Beender des Spielens sein kann, anzunehmen.
Herzlichst und danke fürs Lesen!
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Re: Highway to hell
#9: 29.11.2021 18:02:48
Moin ...
du steckst ja noch eher in der Schock-Phase ob des verzockten Geldes.
Deine Gedanken drehen da noch zu viel herum.

Wäre es nicht wichtiger jetzt die Weichen zu stellen um deine gesamte Zukunft in gute Bahnen zu lenken ?
Keine Zeit, Uni, Master etc. .. . es gibt sooooo viele Ausreden für einen Spieler etwas nicht zu tun.

Ich unterstelle dir keine Absicht, sondern weise dich darauf hin, was dein "Suchthirn" bereits macht.
"Es" präsentiert dir Erklärungen warum du dich nicht so recht um deine Abstinenz kümmerst oder gekümmert hast.

Zitat
Ich werde mich erstmal demnächst von Sportnachrichten und dem Schauen davon distanzieren.
Merkst du die Einschläge noch ?
Erstmal = "später schaue ich es mir wieder an"
demnächst = "nicht heute ... lieber morgen."

Mensch Kerl ( oder Weib )
werde doch bitte mal wach und lies was du schreibst.
Lies wie dich deine Spielsucht jetzt schon wieder manipuliert.

Wie lange willste das denn aushalten ? Wie lange kannste dem mit "Verstand" entgegenhalten.

Ich hab so einige getroffen die abstinent werden wollten.
Da waren Umzüge und Arbeitsplatzwechsel dabei, um sich afu die Genesung konzentrieren zu können.

Ich sähe es wichtiger erst mal die Basis für deine Zukunft zu festigen, als jetzt deinen Master zu machen.
Setz doch eher ein Jahr aus und werde erstmal "gesund" / abstinent.
Beides gleichzeitig wirst du nicht bewerkstelligen.

Du kannst dir durch den Kopf gehen lassen was ich schreiben, oder es einfach vorbeirauschen lassen.
Ich kann hier nur reflektieren was du schreibst.


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Re: Highway to hell
#10: 29.11.2021 19:37:37
Moin!
Ich habe den Text zur Pflege der eigenen Psychohygiene schreiben und kurz berichten wollen, welche Gefühle und Gedanken noch in mir innewohnen.
Klar, habe ich wahrscheinlich affektiv den einen Satz falsch niedergeschrieben als ich ihn mir vorgstellt habe; oder ich habe ihn wirklich "a la Freud" richtig für meine Gefühlswelt repräsentiert.
Die Uni kann und mag ich nicht unterbrechen.
Genau so schaut es mit der Arbeit aus, weil irgendwo her muss ja das Geld für die viel zu hohen Raten kommen. Es ist aber auch gut, so eine harsche Antwort zu bekommen, die einem selbst reflektiert, wie gefährlich diese Zockerei ist.
Ich beachte die Warnungen und finde deinen Post (Fred) durchaus wirksam für meine Abstinenzansichten.
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Re: Highway to hell
#11: 30.11.2021 08:16:41
Klar, habe ich wahrscheinlich affektiv den einen Satz falsch niedergeschrieben als ich ihn mir vorgstellt habe
Wichtig ist: machen
Aktiv und jeden Tag. Vielleicht sogar den Rest unseres Lebens.
Nichts verschieben. Warum sollte man. Warum sollte jemand erst "morgen" mit etwas beginnen, was ihm heute bereits Leid ersparen würde.

Ankündigungen & Versprechen haben wir uns alle vermutlich bereits tausende gegeben.

Mir ist noch nicht klar, inweit du die Sucht für dich wirklich akzeptiert hast.
Wie kam es denn zur Spielpause ab März? Und für mich wichtiger, was war davor, was danach.
Erzähl von dir. Je mehr wir wissen, desto mehr können wir dich "verprügeln" :-) ... oder streicheln.

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Re: Highway to hell
#12: 08.12.2021 00:23:45
Guten Abend,

über mich kann ich erzählen, dass ich ein ziemlich sportaffiner Mensch bin und ich deshalb Sportwetten betrieb, um mir einen zusätzlichen "Kick" zu suchen. Leider, was zum Heulen ist, hat mich dieser sog. Kick zusätzlich finanziell ruiniert.
Zur Zeit studiere ich auf Lehramt und arbeite 20 Stunden die Woche als Sonderpädagoge mit geistig behinderten Menschen
Momentan spiele ich nicht und will mich unbedingt darauf fokussieren, es auch weiterhin nicht zu tun.
Ich empfinde es als total frustrierend wie sehr das Spielen meine Emotionen reguliert.
Es bestimmt, ob ich mich gut oder schlecht fühle.
Ich bin total süchtig.
Vor allem merke ich das, dass wenn ich verloren habe, ich sehr antriebslos bin und mich in depressiven Verstimmungen vertiefe.
So etwas will ich nicht mehr erleben. Aber weiterhin suggeriert mir mein Suchthirn, dass ich "Chasen" könnte, und zumindestens etwas Geld gewinnen könnte.
Das sind fatale Gedanken, welche ich unbedingt so schnell wie möglich aus meinem Kopf entfernen möchte.
Diese zwei Jahre waren emotional die Hölle und ich muss alles dafür tun, nicht wieder abzurutschen.
Eine SHG hilft dort, online bisher; wobei eine per Präsenz bestimmt besser wäre.
Mensch, was lamentiere ich Vollidiot wieder rum.
Ich kann mich mittlerweile immer weniger verstehen.
 Die Uni und die Arbeit laufen sogar gut, wenn ich nicht zocke.
Mensch, was hab ich verdaddelt.
Ich hoffe ihr verzeiht mir, dass ich gerade meine Gefühle so frei raus schreibe, aber ich kam gerade in diesen Fluss des Schreibvorgangs.

Danke fürs Lesen, Herzlichst!
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Re: Highway to hell
#13: 08.12.2021 09:48:33
Moin, echte Scham!
Es ist völlig in Ordnung hier alles frei raus zu schreiben. Dazu ist das Forum da, Du bist hier  unter Gleichgesinnten , die sicherlich auf die eine oder andere Art ähnliche Gedanken hatten. Alles mit sich selbst ausmachen, ist ja keine Lösung . 
Der Suchteufel ist  noch sehr präsent , ich wollte auch das gar nicht wahr haben … und alles so „ schnell“ wie möglich ausm Kopf haben .. am besten so,als ob es gar nicht passiert ist. Heute leite ich aus diesem Gedankengang von mir ab, das ich meine Sucht damals noch nicht akzeptiert hatte : So bin ich nicht , wieso mache ich das ? , geschworen nie wieder zu spielen , bin doch nicht blöd  usw.  als ich dann jeden Stein umgedreht hatte in meinem Leben , von allen losgelassen habe und endlich begriff das ich ggü. der Sucht machtlos bin ( nenne  immer das Beispiel um es wahrscheinlich drastisch, dramatisch , eher um es logischer zu erklären , das Beispiel : einmal noch ne Spritze in die Vene , dann hör ich auf )   Als ich das akzeptiert hatte , meine Sucht akzeptiert habe, dazu stand  ,ließ ich  los .  Es war dann ganz einfach , die Diskussion mit meiner Sucht hörte auf.( 20 Euro noch und dann gewinnst und hörst auf und bla , bla , bla )
Gut was ich hier so schreibe , hat 4 Jahre gedauert.  Also mache weiter, schreibe hier und sei ehrlich zu Dir selbst … lass das Zocken, lass das Leben kommen , je länger Du nicht spielst , je eher wirst Du erkennen .
Hm. Mir hat auch geholfen mit Zielsystemen für jeden einzelnen Tag zu arbeiten . Jeden Abend den nächsten Tag zu gestalten . Dann abends meine Liste mit Smileys bewertetet. Ich hatte ja alles meiner Sucht untergeordnet. Arbeiten , Zocken , verstecken das ich zocke , Geld , essen , Freundin belügen , Freundeskreis belügen , Authentizität vorgaukeln . Na und das brach ja alles weg , außer Arbeit . Das musste ich füllen . Auf der Liste stand auch sowas wie Gefühle zulassen , mich als Kind  beschützen ( innere Kind ) oder banale Sachen  wie kochen , Obst essen Whatever . Dabei fiel mir schon auf , was ich 30 Jahre überhaupt nicht gesehen habe , das  mein Gehirn alles , aber auch alles , dem  Spiel , meiner Sucht unterordnete, sie beschützte, bewahrte, verteidigte ….

Lieben Gruß
André
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« Letzte Änderung: 08.12.2021 10:27:00 von Andre12 »
Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe….
 

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Re: Highway to hell
#14: 09.12.2021 00:11:01
Guten Abend,
ich muss mir täglich vornehmen, dass ich nicht zocke. Trotzdem habe ich gefühlt jeden Tag den Gedanken Sportwetten zu tätigen. Gefühlt werde ich ständig mit Spielereignissen konfrontiert bzw. konfrontiere mich selbst mit diesen. Zudem mache ich mir ständig Gedanken um die aufgenommenen Kredite zu horenden Raten. Ich heule sozusagen dem Geld hinterher. Kommendes Wochenende werde ich einen guten Freund mal wieder besuchen und kann hoffentlich abschalten. Bei der Uni und auf der Arbeit kann ich das teilweise tun. Daheim lenkt zwar meine Freundin mich ab, aber wenn ich allein bin; juckt es irgendwie in den Fingern. Der Suchtteufel ist omnipräsent und ich belüge mich vor allem selbst, wenn ich Gedanken zum Zocken habe. Es tut gut hier Antworten und Ratschläge auf meine Beiträge zu bekommen. Also werde ich, verzeiht mir im voraus, weiterhin hier meine Gefühle und Gedanken preis geben.
Eine angenehme und spielfreie Restwoche!
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