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Autor Thema: Schockstarre

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N
Re: Schockstarre
#15: 10.07.2024 09:48:30
Heute ist der 29. Tag nach der ersten Schockstarre. Es ist alles immer noch sehr schlimm, aber das eine oder andere ist ein bisschen besser geworden. Ich habe es beispielsweise geschafft, mehr auf meine Gesundheit zu achten. Jedenfalls ein bisschen. Es ist schwer, diesen Teufelskreis aus Gefühlen, sinnlos kreisenden Gedanken und Ängsten zu durchbrechen. Gelingt mir auch immer nur für kurze Zeit.

Mein Mann hatte ja versprochen, es meinen beiden Tanten zu erzählen. Das hatte er immer wieder mit verschiedenen Erklärungen hinausgezögert ("Ich bin grad nicht gut drauf", "Ich mache das schon noch") und dann zum Schluss sein Versprechen gebrochen ("Meine Therapeutin hat mir davon abgeraten", "Nicht ich bin die richtige Person, sondern du"). Ich habe es deshalb einer meiner Tanten heute selbst erzählt. Obwohl ich sie gut kenne und es eigentlich hätte wissen müssen, hatte ich Angst, Vorwürfe zu hören. Aber die kamen nicht. Es stellte sich heraus, dass sie selbst vor langer Zeit einmal 15 Jahre lang mit einem Spielsüchtigen verheiratet war. Ich wusste das zwar, aber ich kannte bis heute nicht viele Details. Diese Details beschreiben das Verhalten meines Mannes auf das i-Tüpfelchen: "Ich habe es nur für uns gemacht." "Ich habe mir das Geld nur kurz geliehen." "Du bist schuld." "Ich werde das nie wieder tun - versprochen!"

Eigentlich bin ich immer noch fassunglos.
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Re: Schockstarre
#16: Gestern um 00:00:26
Hallo Neukäfer,

ich kann und möchte nicht schreiben, wir Spieler sind der letzte Dreck.
In erster Linie ist die Spielsucht eine Krankheit!
Und alles was darauf folgt sind meist kausale Abläufe in solch einem Werdegang.
Näher komme aber auch ich nicht an diese Begründung heran.

Aus deiner Sicht hast du es halt selbst erfahren müssen wie so etwas leider sein kann.
Nun befindest du dich immer noch in diesem emotionalen Kreislauf, es wird wieder besser werden.
Du wirst deinen Frieden damit finden, halte nicht zu lange an geplatzten Träumen fest.
Emotionales loslassen und nichts mehr suchen, wo es nichts mehr zu suchen gäbe. 
Dann nämlich, wird auch wieder Platz frei. 

Grüß dich         
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Re: Schockstarre
#17: Gestern um 00:04:26
Hey Neukäfer,

Das hatte er immer wieder mit verschiedenen Erklärungen hinausgezögert ("Ich bin grad nicht gut drauf", "Ich mache das schon noch") und dann zum Schluss sein Versprechen gebrochen ("Meine Therapeutin hat mir davon abgeraten", "Nicht ich bin die richtige Person, sondern du"). Ich habe es deshalb einer meiner Tanten heute selbst erzählt.

Wie du selbst schmerzlich erfahren durftest sind nasse Spieler sich keiner Ausrede zu schade. Das Verhalten zielt oft einfach auf Schadensbegrenzung ab, du scheinst wachsam zu sein das gut zu durchschauen. Bitte achte weiterhin darauf kritisch zu hinterfragen.
Wichtig ist, dass du jetzt das tust, was für dich das beste ist.

In deiner Tante hast du eine nahe Angehörige die durch das gleiche Tal gegangen ist wie du, sie weiß wie du dich fühlst. Ich kenne euer persönliches Verhältnis ist, aber deine Tante könnte ein guter Anker für dich sein

Du hast viel zu verarbeiten, sich fassungslos zu fühlen ist normal. Ein Monat ist keine lange Zeit, wichtig ist das du weiter gehst, es kommen wieder sonnigere Zeiten.

LG
Apa
 
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Wenn die meisten sich schon armseliger Kleider und Möbel schämen, wie viel mehr sollten wir uns da erst armseliger Ideen und Weltanschauungen schämen.
 

 
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