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Neueste Beiträge

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Sternstunden / Re: Erfolgstabelle
« Zuletzt von Jacky1 am Heute um 13:27:47 »
Spielfrei
NameAbstinent seitTage
________________________________________
Andre12 02.03.20201593
Medea 23.12.20191663
Jacky 15.08.20162888
Fred15.08.20153254
amTiefpunkt10.10.20124293

Details zur Tabelle


Rauchfrei
NameNichraucher seitTage
________________________________________
Fred 23.12.20153124
amTiefpunkt 26.02.20018537
Erstellt: 12.07.2024 00:01:43
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Tagebuch / Re: Diktat der Apathie
« Zuletzt von Apathetic am Gestern um 23:38:35 »
Hey ihr lieben,

Ich bin jetzt schon viele Jahre spielfrei, wenn ich heute zurückblicke, an meine aktive Zeit fühlt es sich in etwa so an, als würde ich einen Film sehen. Ich fühle nichts dabei, keine Scham, keine Reue, kein Bedauern. Einfach Gleichgültigkeit, ob das gut oder schlecht ist, ist wohl eine Frage der Perspektive.

Achja, die Gleichgültigkeit, mein ständiger Begleiter. Irgendwie lässt sie mich nicht los, ich habe in den letzten Jahren wichtige persönliche Meilensteine erreicht, in mir stieg ein sanftes Gefühl der Erleichterung auf, kaum Freude, kaum Stolz. Erleichterung.
Als mich meine Eltern fragten ob ich froh darüber sei, sagte ich Ja und fragte mich warum es nicht so ist.

Ich bin nicht depressiv, nicht antriebslos, nicht müde, einfach Gleichgültig.
Es gibt auch Momente da empfinde ich Freude oder Trauer, nur irgendwie nicht im Bezug auf mich selbst.

Fragt ihr euch wie es mir damit geht? Die Antwort wisst ihr ;)

LG
3
Hallo,
nun würde ich auch gerne noch etwas zu diesem Thema beitragen. Ich finde die Frage von dir, Apathetic, sehr spannend!

Bei einer Abhängigkeit steht zu Beginn immer erstmal die Wiederholung. Ich tue etwas/ich spiele, finde das gut, mir gefällt das, also mache ich das öfter. Das ist erstmal etwas ganz Normales und kennt jeder sicher auch aus anderen Lebensbereichen.

Spielsüchtige Personen haben dann aber das Problem nicht mehr damit aufhören zu können, bzw. das Spielverhalten nicht mehr steuern zu können. Die Gründe hierfür sind wahnsinnig vielfältig.

An diesem Punkt schließt sich eure Diskussion zu dem Punkt „ehrlich mit sich selbst sein“ an, da es hier den Schritt braucht selbst etwas verändern zu wollen. Dazu stimme ich dir, Andre, zu, dass es überhaupt nicht einfach ist ehrlich zu sich zu sein. Niemand will sich eingestehen ein Problem mit dem Spielen zu haben oder gar spielsüchtig zu sein, auch wenn man meistens schon weiß, dass man zu viel spielt.
Mir persönlich ist egal ob jemand in die Beratung kommt mit einer Auflage oder freiwillig, Hauptsache die Person kommt mit einer offenen Grundhaltung in den Termin, dann kann ich gemeinsam mit der Person daran arbeiten ehrlich zu sich zu werden (wenn sie das möchte). 

In einer Beratung geht es dann immer erst einmal darum das eigene Spielverhalten zu verändern, bevor es auch nur ansatzweise möglich ist an weiteren Themen zu arbeiten. Um psychotherapeutisch/biografisch zu arbeiten ist eine stabile Spielfreiheit die Voraussetzung, da sonst immer die Gefahr eines Rückfalls besteht, wenn schwierige Themen angesprochen werden. Deshalb ist mir persönlich in meiner Arbeit die „tieferliegende Ursache“ zu Beginn erstmal zweitrangig.

Sobald sich jemand für eine Therapie entscheidet, wird darin sicherlich an vielen individuellen Themen gearbeitet. Häufig geht es darum neu zu lernen mit Situationen umgehen zu lernen, die vorher immer mit dem Spielen bewältigt oder begleitet wurden. Sicherlich ist auch Rückfallprophylaxe oder der Umgang mit Emotionen immer ein Teil der Therapie. Hier kann es dann gut sein, dass die Antwort auf das „Wieso“ gefunden wird!

Ich halte eine Therapie für jeden mit einem Spielproblem absolut empfehlenswert, da es immer wichtig ist sich kennenzulernen und Zusammenhänge zwischen den eigenen Gedanken, Gefühlen und Verhalten herstellen zu können und eben Antworten auf Fragen über sich finden zu können. Daher kann ich absolut jeden verstehen, der wissen möchte wieso er in die Spielsucht reingerutscht ist. Das hat ja häufig auch mit dem Wunsch zu tun nicht mehr rückfällig werden zu wollen. Außerdem ist es immer gut zu wissen, warum man was genau macht!


Ich würde also zusammenfassend deine Frage, Apathetic, umformulieren. Nicht: Wieso bin ich süchtig? Sondern: Welche Faktoren haben meine Spielsucht begünstigt? Das hält jede Person in der Verantwortung, nimmt aber nicht weg, dass Spielsucht eine Krankheit ist

Aus meiner Erfahrung kann ich dir sagen, dass es Spieler gibt, die die Antwort auf das „Wieso“ finden, andere aber nicht. An der Spielfreiheit/dem Spielverhalten ändert das aber nichts.



Zu meiner Antwort eine kurze Info: Ich habe eine verhaltenstherapeutische Suchttherapieausbildung, weshalb sich meine Aussagen auch daran orientieren.
4
Guten Morgen,
.hab die letzten Tage über die Beiträge hier nachgedacht und natürlich über meinen eigenen Werdegang...
Ich hatte ja eine lange ( heute würde ich sie so nennen) Spielpause von fast 10 Jahren.
Denn tatsächlich hatte ich beim ersten Mal trocken werden zwar auch eine Therapie gemacht und auch viel an meinen Leben verändert ( Firma geschlossen, Burnout  lange Pause)
Aber rückblickend bin ich nie wirklich in die Tiefe des Problems gegangen, hab nicht versucht mich wirklich kennenzulernen und meine Sucht wirklich als Teil von mir zu akzeptieren.
Das konnte ich dann erst nach meiner zweiten schlimmen Spielphase und meinem echten Willen und Wunsch rauszufinden, warum ich süchtig bin und immer gefährdet bleiben werden.
Heute kenne ich mich selbst viel besser, mag mich auch viel lieber und lebe ganz anders ohne äußerlich wahnsinnig viel geändert zu haben.
Ich habe gefühlt ein anderes Bewusstsein für mich selbst.
Hoffe das klingt nicht zu esoterisch 😂🙈🙈
Achtsamkeit ist hier mein Credo und es ist immer noch manchmal nicht leicht auf mich aufzupassen. Nicht in Verzug aufs spielen aber auf manch anderes  "Verstecken".
Ich bin fest überzeugt, ohne sich selbst ehrlich zu hinterfragen und kennenzulernen gibt es keine dauerhafte Ruhe in der Sucht.
LG und tolle 24 Stunden an alle
Medea

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Sternstunden / Re: Erfolgstabelle
« Zuletzt von medea888 am Gestern um 08:16:07 »
Spielfrei
NameAbstinent seitTage
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Andre12 02.03.20201591
Medea 23.12.20191661
Jacky 15.08.20162886
Fred15.08.20153252
amTiefpunkt10.10.20124291

Details zur Tabelle


Rauchfrei
NameNichraucher seitTage
________________________________________
Fred 23.12.20153122
amTiefpunkt 26.02.20018535
Erstellt: 10.07.2024 00:00:58
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Allgemeine Diskussion / Re: UEFA EM / Fifa WM Talkrunde
« Zuletzt von Jacky1 am Gestern um 00:08:04 »
Hallo,

noch ein Spiel und dann ist auch schon wieder Ruhe in diesem Thread.  :)
Im Viertelfinale ausgeschieden und abgesehen dieser Tatsache, sind ja alle anscheinend zufrieden mit unserem Team.
Gabs so ja auch noch nie.

Es ist eine Differenz weiterkommen zu wollen in solch einem Turnier oder nicht auszuscheiden.
Im Finale ist ja nun beides anzutreffen.

Liebe Grüße
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Angehörige / Re: Schockstarre
« Zuletzt von Apathetic am Gestern um 00:04:26 »
Hey Neukäfer,

Das hatte er immer wieder mit verschiedenen Erklärungen hinausgezögert ("Ich bin grad nicht gut drauf", "Ich mache das schon noch") und dann zum Schluss sein Versprechen gebrochen ("Meine Therapeutin hat mir davon abgeraten", "Nicht ich bin die richtige Person, sondern du"). Ich habe es deshalb einer meiner Tanten heute selbst erzählt.

Wie du selbst schmerzlich erfahren durftest sind nasse Spieler sich keiner Ausrede zu schade. Das Verhalten zielt oft einfach auf Schadensbegrenzung ab, du scheinst wachsam zu sein das gut zu durchschauen. Bitte achte weiterhin darauf kritisch zu hinterfragen.
Wichtig ist, dass du jetzt das tust, was für dich das beste ist.

In deiner Tante hast du eine nahe Angehörige die durch das gleiche Tal gegangen ist wie du, sie weiß wie du dich fühlst. Ich kenne euer persönliches Verhältnis ist, aber deine Tante könnte ein guter Anker für dich sein

Du hast viel zu verarbeiten, sich fassungslos zu fühlen ist normal. Ein Monat ist keine lange Zeit, wichtig ist das du weiter gehst, es kommen wieder sonnigere Zeiten.

LG
Apa
 
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Angehörige / Re: Schockstarre
« Zuletzt von Jacky1 am Gestern um 00:00:26 »
Hallo Neukäfer,

ich kann und möchte nicht schreiben, wir Spieler sind der letzte Dreck.
In erster Linie ist die Spielsucht eine Krankheit!
Und alles was darauf folgt sind meist kausale Abläufe in solch einem Werdegang.
Näher komme aber auch ich nicht an diese Begründung heran.

Aus deiner Sicht hast du es halt selbst erfahren müssen wie so etwas leider sein kann.
Nun befindest du dich immer noch in diesem emotionalen Kreislauf, es wird wieder besser werden.
Du wirst deinen Frieden damit finden, halte nicht zu lange an geplatzten Träumen fest.
Emotionales loslassen und nichts mehr suchen, wo es nichts mehr zu suchen gäbe. 
Dann nämlich, wird auch wieder Platz frei. 

Grüß dich         
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Angehörige / Re: Man darf sich erlauben glücklich zu sein
« Zuletzt von Jacky1 am 10.07.2024 23:45:55 »
Hallo Blume,

Wir Spieler sind wie die Pest, verbergen unsere wahren Interessen und stecken jeden an der uns zu nahe kommt.

Ich hab nen schönen „Schaden“ aus der Beziehung mitgenommen. Ich vertraue nicht mehr, ich lasse mich bewusst auf Typen ein, mit denen ich mir keine Beziehung vorstellen kann nur um am Ende nicht verletzt zu werden. Zu tief war die Verletzung jemanden vertraut zu haben dem ich am Ende, oder all die Zeit, egal war.

Aber die sind ja da, Menschen die halt nicht jenes halten können was du von ihnen erhoffst oder erwartet hättest.
Dein Schicksal war es halt solch einen an deiner Seite gehabt zu haben.
Es ändert aber nichts ....außer dass du diese Erfahrung nun als Grundlage pauschalisierst.
Willkommen im Zombieland,

Aber es geht mir in vielen Dingen so wie dir auch, jeder dem es wichtig ist mein Vertrauen zu bekommen und er dies auch
nachhaltig immer wieder gerne unter Beweis stellt. Und ich finde es nun schon auch traurig so etwas zu schreiben.
Niemals ohne einen Fallschirm und ich würde es auch niemals erwähnen oder schreiben  :) weil ich  niemanden damit verletzen wollte.
Und es ist tief in mir, nicht weil ich die Menschen ja so gut kenne....ich kenne mich!

Aber liebe Blume, ist es nicht das Risiko wert ?
Eins weitere Narbe mehr, ein erneut gebrochenes Herz und event. weniger Geld auf dem Konto....und noch weniger Vertrauen.
Geht ja noch...

Ausschlaggebend , du hast geschrieben glücklich zu sein und deinen Seelenfrieden zu haben!
Und solange es so bleibt...hallo, ist es doch sehr gut.

Grüß dich   

       
       
 
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Angehörige / Re: Man darf sich erlauben glücklich zu sein
« Zuletzt von Blume am 10.07.2024 19:41:11 »
Hallo Zusammen,

mal ein Update:)

Trennung vor 6 Jahren von meiner vermeintlichen so wunderbaren Beziehung mit gelegentlichem Stress durch die Spielsucht meines Exfreundes.

Ich fragte mich ob ich mir soviel schön geredet habe an und mit ihm, aber konnte erst durch MEINE Therapie erkennen, dass das einfach die Hoffnung ( wer kennt se noch, die Hoffnungsblume;) und Sehnsucht meines „inneren Kindes“ in mir ist und ich mich weiterhin geliebt fühlen wollte. Auch wenn die Konflikte meist glimpflich für mich liefen und wenn er unter die Gürtellinie ging, entschuldigte ich es dass er ja gerade im Suchtdruck war und wollte es ja nicht an mich lassen. Fatal! Auch wenn ich final seine Sucht nicht aktiv unterstützt habe, nicht gelogen habe, kein Geld verliehen habe, so habe ich die Realität nicht komplett angenommen.

Wie komme ich dazu mal wieder zu schreiben:

Seine Exfreundin hat mit ihm ein Kind und er scheint komplett zu eskalieren. Es gab wohl unterirdische Konflikte bzw. noch immer und Unterhalt gibt’s aktuell nicht.

Das hätte ich sein können. Er ist zu dem fähig von dem ich immer gelesen habe und es mir nicht vorstellen konnte. Er ist soviel mehr psychisch krank als ich es nur ahnen konnte. Andere Lebenssituation, andere Masken.

Für mich ist er der Spieler für seine Ex der Narzisst.

Ich hab nen schönen „Schaden“ aus der Beziehung mitgenommen. Ich vertraue nicht mehr, ich lasse mich bewusst auf Typen ein, mit denen ich mir keine Beziehung vorstellen kann nur um am Ende nicht verletzt zu werden. Zu tief war die Verletzung jemanden vertraut zu haben dem ich am Ende, oder all die Zeit, egal war.

Ihr lieben Angehörige, seid euch mehr wert als zu hoffen und zu bangen dass ihr euer Happyend in einer Beziehung zu einem Spieler bekommt. Euer Leben, eure Hauptrolle- macht euch nicht zum Nebendarsteller eures Films.

Liebe Grüße, Blume 😘

(Noch immer glücklich als Single - noch immer dankbar für mein Seelenfrieden den ich mir nicht nehmen lassen möchte)
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