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Autor Thema: Autopilot

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Re: Autopilot
#75: 27.01.2022 09:00:23

Moin Marcello,
ich lese auch nur eine Ausrede nach der anderen bei Dir . Unfassbar ! Was willst Du denn ?  In Selbstmitleid  baden ?  Es gibt keine Therapie in der Nähe, Du brauchst  eine die weiter weg ist … woher weißt Du das ? Hast Du überhaupt mal nen Hörer zur Hand genommen ? ich schreibe das jetzt mal genauer , bevor Du Dich da  wieder raus zu winden versuchst , also Hörer in die Hand , gewählt , mit jdm an der anderen Leitung tatsächlich gesprochen , ach ja vorher die Nummer einer Suchtberatung /  Psychiater oder ähnlichen ,rausgesucht und diese  gewählt …   Ist albern es so zu schreiben , oder ?  Wie mit einem Kind , was nicht bereit ist irgendwann mal erwachsen zu werden .
Ich würde ausflippen  :)


Und mal ein paar Stunden von Deiner geliebten Familie weg zu sein , muss ja möglich sein . Es ging ja auch beim Spiel , wenn Du zur Arbeit musst … oder lieber nur nah neben Deiner Frau und doch so fern .

Also
Lieber Marcello, Hacken in den Teer und los gehts .

Ich bin gespannt  und hoffe Du findest Deinen Weg.

Lieben Gruß
André

P.S. Und wehe bei Deiner Antwort, wenn Du denn antworten magst , steht irgendwas von Blechtrommel!
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Re: Autopilot
#76: 27.01.2022 11:33:29
Gudai,

danke für Eure Beiträge. Heute war ich wieder voll drin in diesem Autopilotmodus. Geholfen hat mir, dass ich gesperrt bin und ich kein Auto zur Verfügung hatte.

Marcello

Hallo Marcello,
es haben ja jetzt schon mehrfach hier welche darauf hingewiesen, dass du alleine da nicht durchkommen wirst, so wie du schreibst, klingt das auch eher nach Depressionen oder manischen Stimmungsschwankungen, aber auch da kann man sich beraten lassen und an sich arbeiten.
Die Spielsucht ist nur ein Verstecken vor diesen Stimmungen, ich kann das sehr gut nachvollziehen.
Dennoch so wie es oben klingt, bist du bisher alleine nicht weitergekommen, deine Frau wird auf Dauer auch nicht immer so stark sein können - hilf Ihr und Dir doch mit ein wenig Hilfe von Außen. Einer Gesprächstherapie, einer Suchtberatung, eine SHG es gibt soviel, wo du Deine Familie nicht verlassen musst.
Ich bin sicher, dass wenn du aktiv wirst, dann kommt auch dein Wille gesund zu werden stärker durch.
Tu was für DICH und dein Familie, HEUTE nicht wenn der nächste oder übernächste Rückfall kommt.
LG Medea
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Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.

Aristoteles
 
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Re: Autopilot
#77: 27.01.2022 12:39:03
Hey Marcello,

als allerersten Ansprechpartner fände ich ja auch Deinen Hausarzt gar nicht schlecht. Denn im Gegensatz zu uns allen hier weiß der 1. wo Du wohnst und 2. wer in Eurem Umkreis dir evtl. Unterstützung geben kann.

Ansonsten hilft auch:
- Deine Krankenkasse anrufen oder:
- Kassenärztliche Vereinigung Deines Bundeslandes.

Die bieten auch den Service, dass sie Dir Kontakte geben.

Erster Anruf ist Sch.... ich weiß. Aber wenn Du es ins Rollen gebracht hast, geht der Rest viel einfacher.

Viele Grüße
JJ
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Marcello

Re: Autopilot
#78: 27.01.2022 23:28:24
Gudai,
danke für Eure Grüße. Danke, dass es dieses Forum gibt und ihr Euch kümmert. Vorgestern hat es mich gerettet, nicht durchzudrehen. Nichts habe ich ausgehalten. Keine Ahnung weshalb es so war. Dieser Tage erlebe ich eine Anfechtung am laufebnden Band. Als würde mich dieser Dämon nicht loslassen wollen. 

Nicht zu zocken, reicht nicht. Gesund werden. Therapie, in irgend einer Form. Die Familie verlassen. Alleine nicht durchkommen. Stimmungsschwankungen. Selbstmitleid. Suchberatung. Hausarzt. Ich kann es nicht hören. Wann hört die Welt auf um meinen Arsch zu kreisen?
Herzlich Marco
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Re: Autopilot
#79: 28.01.2022 08:26:12
Nicht zu zocken, reicht nicht. Gesund werden. Therapie, in irgend einer Form. Die Familie verlassen. Alleine nicht durchkommen. Stimmungsschwankungen. Selbstmitleid. Suchberatung. Hausarzt. Ich kann es nicht hören. Wann hört die Welt auf um meinen Arsch zu kreisen?

Gleich der erste Punkt auf der Liste dürfte dich aktuell am meisten beschäftigen.
https://www.spielsucht-soforthilfe.de/index.php?topic=15.msg25#msg25

Einfach mal "glauben" was andere sagen/schreiben.
Die Erfahrungen der Gleichgesinnten nutzen.
Ungeprüft und unkommentiert etwas annehmen.
Nur in diesem einen Fall.
Man will dir ja kein Monatsabo für Waschmaschinen unterjubeln.

Da rumort es doch in fast jedem, wenn jemand soetwas sagt.

Was hat denn "der Spieler" in aller Regel mit seiner Cleverness, seiner Macht, seiner Intelligenz, seiner Meinung, seinem WIssen, seinem Besserwissen etc. erreicht ?
Er landet mit einer kaputten Lebensgeschichte in einem Suchtforum / Klinik / Therapie oder im Suizid weil er nicht mehr weiterweiß.

Ich habe mich seinerzeit zu dem Abenteuer entschieden, einfach mal auf Leute zu hören, die es besser wissen "müssten" als ich.
Die Erfahrungen damit haben. Deren Lebenssinn es teilweise ist, mit diesem Wissen anderen zu helfen.

Ich habe versucht wirklich alles zu ignorieren, was mein selbstherrliches "Hirn" mir vorgaukeln wollte.
Mein Spielerbewusstsein war das einzige was ich hatte. Da war ansonsten nichts. Gar nichts.
Ohne zu hinterfragen akzeptiere ich alles, was man mir "empfahl". Wie ein kleines Kind.
Ich nutzte alles, was mir angeboten wurde. ( Die einzige Abwägung bestand darin, ob es mir schaden könnte oder nicht. )

Schon nach kurzer Zeit der "Öffnung" zeichnete sich ab, dass da wohl noch ein weiteres "Bewusstsein" in mir schlummerte.
Klein, schwach, untrainiert. Fast unwirklich. Aber kampfbereit.
"Ich will leben" sagte "es" laut und deutlich zu mir.

Über die Jahre ist es groß und stark geworden. Sehr groß und sehr stark.
Das Spieler-Hirn ... nunja ... ist es weg ? Vermutlich nicht !
Aber es ist:
Klein, schwach, untrainiert. Fast unwirklich.
 
Ich weiß ja, dass es da ist und ich habe gelernt, wie ich es klein halten kann.
Und da es ein Teil von mir ist, weiß ich, dass es nur auf seine Chance lautert mich reinzulegen.

Auf dem Jahrmarkt gibt es diese "Hau-Buden" ... man haut mit einem dicken Hammer auf Köpfe / Figuren die zufällig auftauchen.
Wenn mein Spieler-Ich mal aus seiner Luke schaut, gibt es sofort was mit dem dicken Hammer.

Darum muss ich den Rest meines Lebens mti dem Hammer da stehen und aufpassen.
Und darum weiß ich so sicher wie nichts anderes in meinem Leben, dass ich nicht mehr spielen werde.
Nicht heute und an keinem anderem Tag in meinem Leben.

Und alles fing an, mit einer ganz einfachen Erkenntnis:
Ich gab zu, daß ich dem Spielen gegenüber machtlos bin - und mein Leben nicht mehr meistern konnte.

Eigentlich war es ganz einfach. Und uneigentlich auch.
Man muss nur über ein paar innere Schweinehunde hüpfen.

https://www.spielsucht-soforthilfe.de/index.php?topic=15.msg25#msg25
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Re: Autopilot
#80: 28.01.2022 09:19:29

Nicht zu zocken, reicht nicht. Gesund werden. Therapie, in irgend einer Form. Die Familie verlassen. Alleine nicht durchkommen. Stimmungsschwankungen. Selbstmitleid. Suchberatung. Hausarzt. Ich kann es nicht hören. Wann hört die Welt auf um meinen Arsch zu kreisen?
Herzlich Marco

Moin Marcello,
ich weiß Dich nochmal darauf hin, keiner sagt Du sollst Deine Familie verlassen , es  ist  eine Möglichkeit eine stationäre Therapie zu machen , Du liest unsere Beiträge mit Deinen voreingenommen Rasterdenken. Darum geht es ja eben , das Du lernst mit einen anderen Blickwickel auf Dich zu schauen , losgelöst von  Deinen jetzigen Autopilot . Es sind nur Wege , wie man es erreichen kann . Wie Du das letzten Endes machst , bleibt ja Dir überlassen.  Ich für mich hab ganz alleine viel zuhause gemacht, doch bekam ich viele Ansätze / Input von außen , bzw. habe ich mir geholt , habe ich bezahlt . Die alleine hätten mir nix gebracht , aber im Zusammenarbeit mit meinem Zutun zuhause kam ich  vorwärts. Heute bin ich immer noch nicht fertig , aber ich falle nicht mehr in  Spiralen, in eine Flucht vor meiner Realität oder in emotionale Abgründe. Ich halte es einfach aus und kann viel Einfluss nehmen, gerade auf meine innere Einstellung . Und ich konnte von meiner Sucht loslassen , nur so konnte ich es erreichen. 

Lieben Gruß
André
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Marcello

Re: Autopilot
#81: 29.01.2022 07:38:45
Gudai,
danke für Eure Grüße, die ich gern erwidern möchte. "Und da es ein Teil von mir ist, weiß ich, dass es nur auf seine Chance lautert mich reinzulegen." Dieser Teil versuchte es in der letzten Woche auf besondere niederträchtige Art und Weise. Weshalb mit Zocken aufhören? Es ändert nichts, versuchte es mir zu suggerieren. Verarsch mich nicht - es hat sich schon was geändert. Ich habe Zeit gewonnen. Zeit mit der ich nicht gleich etwas anzufangen weiß aber ich arbeite dran. Gestern nach der Arbeit wollte ich noch ein Stück laufen und musste an den ***buden vorbei (liegt immer auf dem Weg). Die Gründe da nicht reinzugehen fielen mir nicht mehr ein. Aber ich wollte heim und bin es auch.

"Ich halte es einfach aus ... " Diesen Vorsatz versuche ich mir oben auf zu legen. Aushalten möchte ich wohl auch die ganzen nicht weitergedachten Ansätze aus diesem Verlauf. Aushalten möchten mich auch die andern, wenn ich übel gelaunt durch ihr Bild laufe.

Herzlich Marcello

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Re: Autopilot
#82: 29.01.2022 09:18:06
wollte ich noch ein Stück laufen und musste an den ***buden vorbei (liegt immer auf dem Weg).
Du musstest da vorbei ... soso
3 Möglichkeiten gibt es
1) andere Weg nehmen
2) nicht laufen
3) irgendwann da reingehen "müssen"

Deine Antworten werden sein:
zu 1) Warum sollte ich mir einen Umweg aufzwingen lassen
zu 2) Wenn ich nie wieder laufen kann, werde ich krank und dick. Ich ruiniere dafür mich nicht meine Gesundheit
zu 3) mein Autopilot wird mich daran vorbeiführen
Nicht wortwörtlich, aber sinngemäß passend.

Die Gründe da nicht reinzugehen fielen mir nicht mehr ein. Aber ich wollte heim und bin es auch.
"Ich halte es einfach aus ... "

Soso ... es gab keinen Grund da nicht reinzugehen
Hörst du mein Lachen ? Es war schon relativ laut.
Du wolltest nicht da rein ... was meinst du, wie lange dein "Wollte" das durchhält.
Einfach aushalten und es ist vorbei ... Augen zu und durch

Eine Sucht beizulegen, in dem man mit Willensstärke dagegen steuert ist noch niemandem geglückt.
Denn niemand ist 24/7 willensstark. Vielleicht ein paar Tage, Wochen oder Monate.

Kleine Anekdote.
Die letzten 10 Jahre meiner Spielsucht wollte ich kontrolliert spielen / aufhören.
Ich bezeichnete mich schon als sehr willensstark und hatte beruflich quasi alles erreicht, was ich mir vornahm.
Mit einem Lächeln begrüßte ich "Freunde" in diversen Spielhallen und verließ diese wieder.
Fuhr dutzende Male an meinem Stammlokal vorbei ohne dass dies mir Probleme bereitet hätte.
Mit einer gewissen Verachtung strafte ich die Spielkranken, an denen ich vorbeifuhr.
Ich wollte nicht spielen und konnte dies gut durchhalten.

Eins war blöde daran.
Ganz plötzlich so alle 1-2 Monate wollte ich spielen.
Ich wollte es. Ganz einfach mit meiner kompletten WIllenskraft.
Alles in mir wollte spielen. Wer sollte mich denn jetzt noch aufhalten ?
Irgendein "Mini-Pieps-Stimmchen" in meinem tiefsten Inneren ?
Die besten Argumente tischte ich mir selbst auf.
Nach einigen Sekunden waren meine "Ichs" sich einig.
WIR WOLLEN ZOCKEN ! hehe

Sucht ist nix, was mit Willenskraft "gebrochen" werden kann.
Da bin ich mir ganz sicher.
Ich behaupte sogar, dass es schwieriger ist, je mehr Willenskraft jemand aufbringen kann.

Und da kommt irgendwie dieser blöde 1. Schritt zum tragen
Die Kapitualtion vor der eigenen Krankheit.
Die Einsicht, diese eben nicht beherrschen zu können.

Kann man auch nochmal nachschlagen.
https://www.spielsucht-soforthilfe.de/index.php?topic=15.msg25#msg25

---------
Falls ein Angehöriger
( nein ich Gender nicht mehr, seit an einem Kindergarten ein Schild hing: "Lieber Kinder und Kinderinnen" )
/ eine Angehörige hier mitliest:
Vielleicht wird durch meine Schilderungen ein wenig deutlich, wie krank diese Krankheit wirklich ist.
Und wie wenig ein "Versprechen" eines Spielers wert ist, solange es nur sein Verstand ist, der mit dem Spielen aufhören möchte.

Liest noch jemand mit ?
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Re: Autopilot
#83: 29.01.2022 09:33:43
Moin Marcello,
als ich mit dem Spielen aufhörte war ich so nahe am Tod, daß ich es mir absolut nicht mehr leisten konnte noch Bedingungen zu stellen. Ich habe in der SHG Dinge gehört und es ausprobiert, ohne mich vorher zu fragen ob es Sinnvoll sei oder nicht.
Und doch habe ich damals trotz der Dringenden Empfehlung keine Therapie gemacht. Anders als Du, hatte ich einen ganz einfachen Grund, ich hatte zuviel Schiss. Ich wäre lieber gestorben als da hin. Aber auch anders als Du, habe ich zumindest in der Klinik ein erstgespräch geführt. Ich habe eben immer das getan was ging.
Nun ich hatte Glück, ich wohne in Hamburg. Hier gab es damals täglich eine GA Gruppe. Also bin ich statt Therapie die ersten zwei Jahre täglich in eine Gruppe.
Dann berichtest Du von der Leere. Hört sich verrückt am, aber letztlich kommt Sie immer wieder, wenn ich nicht aktiv was dagegen mache. So habe ich immer ein "Projekt" am laufen, wo ich mache was ich noch nie gemacht habe. Neben dem ausführen gehört auch die vor und Nachbereitung dazu. Wenn ich das mache, ohne mir vorher zu denken wie es wohl wird, fühle ich mich lebendig. Für leere ist da kein Platz.
Gerade in der Anfangszeit habe ich alleine und auch in der Gruppe viele so lustige und verrückte Sachen gemacht, da lache ich heute noch mit meiner Familie und Freunden drüber.
Der Spieler in mir, ich nenne Ihn "Eugen" ist auch nach über 30 Jahren noch da. Nur er bekommt von mir kein "Futter" mehr. Du hast Glück, Du erkennst sofort wenn Dein Eugen Dich "verarschen" will. Meiner ist da raffinierter, zum Glück ist er Mittlerweile so schwach das er nur noch selten hervorkommt. Wenn ich Ihn erkenne, mache ich es wie Fred. Ich haue sofort mit dem Knüppel drauf, keine Diskussionen.

Taro
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Re: Autopilot
#84: 29.01.2022 13:46:42
Hallo Marcello,

unsere Antworten sollen Dir natürlich helfen weiterhin in eine gefestigte Entwicklung zu kommen.
Das Ganze ist schon ein Weg und Du solltest ihn unbedingt gerne gehen.
Wie Du Dich hier reflektierst ist wunderbar und es ist spürbar eine Anstrengung für Dich.   

"Ich halte es einfach aus ... "

Einen Cold turkey gibt es bei einer Suchterkrankung ohne einzunehmende Substanzen eigentlich nicht.
Ansonsten sicherlich aber immer der Anfang in eine angestrebte Therapie.
Wenn ich mich nun zurück erinnere gab es schon Momente, wo ich sozusagen stark sein musste, um nicht in mein altes Suchtverhalten zu fallen.
Und ohne tief in mir wirklichen Werte hätte ich nachgegeben, denn es einfach nur auszuhalten wäre ja eh die gleiche Last,
als wäre ich wieder spielen gegangen.
Wo ist Deine grundlegende Motivation und ich meine nicht irgendwelche "Standartstatuten" .
Unsere Sucht war doch noch nie so eigenständig als wären wir verlorene Zombies.
Deshalb, wäre es nicht eigentlich so, dass Du Dich momentan aushalten musst und nicht Deinen Suchttrieb?
Und ich weiß wie es sich anfühlte und wie machtlos man sich oft wiederfand in der seelischen Gosse.
Aber ich weigere mich zu schreiben, dass diese Sucht stärker scheint als jeder Träger selbst es auch einfach halt zulässt.
Würde eventuell überheblich scheinen aber sicherlich nicht, wenn es ein Spielsüchtiger selbst schreibt.

Freue mich immer wenn Du hier berichtest, auch spannend in Deiner Entwicklung.

Liebe Grüße     

   
 
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Marcello

Re: Autopilot
#85: 03.02.2022 22:08:21
Gudai, ich danke Euch von Herzen für den Zuspruch.
Eigentlich schleppe ich mich von einem Tag zum Anderen. Es ist arschglatt. Die Erinnerung, dass Zocken Scheiße ist, liegt inzwwischen so fern, dass mir die Gründe ausgehen, da nicht hinzugehen. Der Grund, weshalb ich noch nicht wieder da war, ist schlicht die gewonnene Zeit. Plötzlich habe ich Zeit mit den Kindern zu blödeln, auf Arbeit bin ich nicht mehr so getrieben, sitze mit meiner Frau, schreibe hier im Forum, habe dieses Jahr schon so viele analoge Briefe geschrieben wie in den letzten 20 Jahren nicht und koche, backe Kuchen und pflege meinen Wein. Kurz eigentlich nicht schlecht. Aber ich habe richtig körperliche Schwerzen. Mein Rücken, nie hat mir an diesen *** irgendwas wehgetan. Ja, mir war manchmal hundeelend schlecht aber da wusste ich wenigsten, wo es herkam. Aber jetzt, mir jucken die Unterarme, mein unterer Rücken, der Puls im Oberschenkel, das Auge zuckt und ständig muss ich Menschen nachschauen, wenn ich sie schön oder interessant finde. Einfach ist das nicht.
Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir noch ein Grund ein: Ich lerne mich gerade neu kennen und höre auf, ständig wegzurennen. Es ist wie Amerika entdecken. Ja, und da spüre ich den Abenteurer in mir. Mache ich gerne. Aber ansonsten guckt mich schon früh aus dem Spiegel ein übel gelaunter Typ an. "... wäre ja eh die gleiche Last, ..." genau da liegt der Hund begraben. Es fühlt sich eigentlich jetzt nicht besser an. (Außer das es wesentlich billiger ist.)
Danke Taro, Du hast recht. Besser wir haben den Prügel dabei und dann keine Pardon. Die innere Dikussion ist völlig überflüssig und was hat mal einer gesagt, ich glaube es war Lenin: Mit Terroristen wird nicht verhandelt!
Dort , wo ich wohne gibt es wirklich nur einen Weg oder du musst richtig durch den Schlamm. Auto habe ich keins mehr, ist besser so, weil dann bleibe ich abends wenigstens Zuhause und muss nicht noch mal weg. Neulich hatte ich doch wirklich die geniale Idee in die letzte Spielo noch mal reinzugehen um mich zu verabschieden. Also ich hatte den Gedanken, ich gehe da rein und sage, dass ich nun wirklich nie wieder komme. Als ich es gemerkt hatte, musste ich darüber auch laut lachen.
Mit der "Kapitualtion", das habe ich noch nicht verstanden.
Euch eine gute Nacht!
Marcello
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Re: Autopilot
#86: 03.02.2022 23:32:04
Hallo Marcello,

...und was hat mal einer gesagt, ich glaube es war Lenin: Mit Terroristen wird nicht verhandelt!
 

Das war Helmut Schmidt, der sagte aber so vieles. 

Mit der "Kapitualtion", das habe ich noch nicht verstanden.

Wenn man sich in einer chancenlosen Situation befindet, machtlos dem gegenüber und darin auch keine Hilfe zu erwarten wäre.
Sondern nur der stetige Untergang, Verlust und ein seelisches Begräbnis.
Dann könnte man ja darauf kommen aufzugeben und sich nicht mehr in diese Situation zu begeben.
Wo man alles verliert, dieses dann zu erkennen ist ein wahrlich guter erster Schritt ohne ihn bräuchte man doch nicht einmal an einen zweiten zu denken.

Das Glücksspiel hat mir viel geraubt, ich habe es aber immer zugelassen.
Ich weiß dass ich dort absolut machtlos bin, meinem Spielverhalten gegenüber.
Ich bin ein pathologischer Spieler und habe kapituliert, ich kann nicht gewinnen/ kontrollieren/maßhalten beim Glücksspiel!
Dort gibt es für mich kein alles...sondern es gäbe nur nichts.
Mit dieser Basis konnte ich mich eines Tages auch Entscheiden, spielfrei zu bleiben... abstinent zu sein.   
   
Grüß Dich 



   
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Re: Autopilot
#87: 04.02.2022 07:11:49
Das Glücksspiel hat mir viel geraubt, ich habe es aber immer zugelassen.
Ich weiß dass ich dort absolut machtlos bin, meinem Spielverhalten gegenüber.
Ich bin ein pathologischer Spieler und habe kapituliert, ich kann nicht gewinnen/ kontrollieren/maßhalten beim Glücksspiel!
Dort gibt es für mich kein alles...sondern es gäbe nur nichts.
Mit dieser Basis konnte ich mich eines Tages auch Entscheiden, spielfrei zu bleiben... abstinent zu sein.
   

Einfach mal hervorgehoben ...
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Re: Autopilot
#88: 04.02.2022 18:34:35
Hi Marcello,
was hast Du denn eigentlich für ein Thema damit, Menschen die Du schön oder interessant findest "nachzuschauen", wie Du es nennst? Gehört sich das nicht?  :D Kannst sie ja natürlich auch direkt anschauen, anstatt hinterher. Ich finde gar nichts schlechtes daran. Ich schaue Menschen auch sehr gerne sehr genau an: schöne, hässliche, dicke, dünne, interessante und langweilige, Männer und Frauen. Ist doch ein schönes Hobby. Gibt vieles dabei zu entdecken.  ;)
Irgendwie scheinst Du etwas unterdrücken zu wollen, was in dir einfach drin ist.
Wir hatten das Thema in ähnlicher Form schonmal.
Vielleicht hört Dein Auge auch endlich auf zu zuclen, wenn Du ihm erlaubst, überall hinzuschauen.
Ansonsten lese ich aus Deinen Beiträge neben all der Unruhe, die Du hast, ja immer auch gerne die schönen Dinge raus. Und von denen erzählst Du in Deinen Beiträgen immer auch!!
Sehr lebendig wie Du schreibst!!
Mit vielen Höhen und Tiefen.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.
JJ

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Marcello

Re: Autopilot
#89: 10.02.2022 21:27:25
Gudai,
danke für Eure Beiträge. An dieser Stelle einen herzlichen Gruß. Ich möchte noch abwaschen und dann in meinem Tyll, von Daniel Kehlmann, weiterlesen. Eine ganz großes Buch, möchte ich empfehlen.
Euch eine behütete Nacht und bis nächste Woche. Ich bin dann mal 3 Tage außerhalb.
Marcello
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