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Autor Thema: Re: Spielsucht Hilfe und Ratschlag immer neuer Rückfall

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J
Hallo Ihr Lieben,

3 Wochen stehen nun noch für mich stationär an.

Dann heißt es für mich, wieder Nach Hause zu kommen und das reale Leben zu meistern!!

Mein Bezugs und Verhaltenstherapeut, ist sehr zufrieden mit meiner Entwicklung hier.

In 3 Wochen geht es aber direkt positiv und zielführend für mich weiter, denn ich habe schon eine Zusage für eine ambulante Therapie plus Nachsorge. Die ich mit vollem Elan und Energie die ich hier schon sammeln konnte. Angehen und meinen Weg in ein Spielfreies Leben gehen möchte.

Desweiteren konnte ich über meinen Anwalt einen gerichtlichen Beschluss erwirken das ich nun in allen Spielhallen deutschlandweit nun sofort gesperrt bin. Weil Oasis bzw die Dreckshöllen damit ja Zeit lassen. ( wollte das nur nebenbei erwähnen. Da ich mich mit diesem Thema nicht groß für meine Zukunft befassen will.)
Denn ich entscheide für mich alleine selbst welchen Weg ich einschlage!!

Durch die Zeit hier habe ich auch angefangen, den Menschen, wie meine Familie, Partner und wichtigen Freunden.

Wieder vertrauen zu schenken, mich zu öffnen und Einfach wieder Ich zu sein, es wird seine Zeit brauchen. Jedoch nähern wir uns alle wieder sehr an. Was ein unglaubliches Gefühl ist.

Was ich mit meiner Sucht in der Vergangenheit kaputt gemacht habe.


Ich will mein neues Leben leben. Träume und Ziele verfolgen.
Denn Träume setzen Ziele, und diese kann man erreichen.

Liebe Grüße euer Joshi :)
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J
Hallo Ihr Lieben.

Ich bin nun seit 9 Tagen wieder Zuhause.
Es ist schön seine Liebsten wieder um sich herum zu haben und wieder zuhause zu meistern.

Allerdings stehe ich erst am Anfang meines Weges, in ein Abstinenz frei Leben!

Die Realität ist dann erstmal wie ein unerwarteter Schlag ins Gesicht! Sich erstmal daran zu gewöhnen das man nun sein zukünftiges Leben alleine bewältigen muss.
Dort war ich ja wieder unter einer Käseglocke.

Trotz allem waren diese 10 Wochen sehr intensiv und lehrreich für mich. Dort im realen Leben anzusetzen und meinen Weg zu gehen.

Ich hätte sogar gerne noch länger dort weiter gemacht, jedoch hat die Rentenversicherung nur 10 Wochen bewilligt, aber dafür geht es nun ein halbes Jahr mit der ambulanten weiterbehandlung weiter.

Jetzt geht der Wahre Weg für mich los mein Leben zu meistern und meine Ziele und Träume zu verfolgen.

Und das ganze hoffentlich suchtfrei und abstinent.

Lg euer Joshi
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Moin Joshi,
nun bist schon fast 12 Tage in einer ungewohnten  und doch so bekannten Freiheit und in dem allseits ach so geliebten Alltag. :)
Wie ist es Dir ergangen ? Konntest Du Dein Wissen anwenden, leben ?

Die Realität ist dann erstmal wie ein unerwarteter Schlag ins Gesicht! Sich erstmal daran zu gewöhnen das man nun sein zukünftiges Leben alleine bewältigen muss.

Ich hätte meinen Bezugstherapeuten am liebsten mitgenommen und ihn auf meinen Beifahrersitz geparkt. Prasselte doch alles wieder auf mir ein und ich musste leider erkennen dass ich noch gar nicht so weit war. Gerade der familiäre Umgang empfand ich schwer, äugten sie ja auch immer auf mein Verhalten. Erklärungen konnte ich immer noch nicht so richtig geben, es war noch überhaupt nicht greifbar für mich selbst.Ich habe eher drauf gepocht das ich es begriffen hab. Ich habe mir auch das mal wieder nicht selbst eingestanden und war schnell wieder im alten Raster.
Du bist nicht alleine, Du schreibst von neu gewonnenes Vertrauen an und in Deinem Umfeld, zeige es Ihnen. Vertraue Dir selbst, tue was dafür, das du es auch kannst.

Lieben Gruß
André
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Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe….
 
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A
Moin Joshi,

Du antwortest ja gar nicht. Was los ?
Ich hoffe es zu halten wie mit den Kindern: Wenn man nix hört ist alles gut ?  ::)

Mich würde das schon interessieren, wie es Dir nun die ersten 2 Monaten nach der stationären Therapie ergangen ist. Wie sind Deine Tagesabläufe ? Gibt es Schwierigkeiten, die Du während der Therapie nicht berücksichtigt hast, geschweige gesehen und Dir jetzt vor die Füße fallen ?
Auch wenn ich mich wiederhole : Bei mir war es damals tatsächlich der banale Alltag, der mich wieder in den alten Strudel zog. Arbeit, Freundin, mein Empfinden, meine Sorglosigkeit und meine Unachtsamkeit in allen Punkten  die unsere Sucht mit sich bringt. Ich gestand mir und schon gar nicht meinem wissenden Umfeld ein, dass ich noch überhaupt nicht so weit war, wie ich dachte und vorgab. Aus heutiger Sicht wäre es sinniger gewesen auch das zu zugeben. Konnte ich nicht, da ich noch gefangen in meiner Denkweise war. Bei mir dauerte es noch 2 oder 3 Jahre Reflexion meiner selbst und einiges Versenken unseres Suchtmittel. Gehörte wohl bei mir dazu, um es endlich zu begreifen.
Meiner Erfahrung nach, kann man da offen, ehrlich und problemlos drüber reden, wenn man tatsächlich damit durch ist, wobei es wichtiger ist, auch in kritischen Phasen, in welcher Form auch immer die auftreten, sich zu äußern und mitzuteilen. Es hilft und löst, genauso wie beim ersten Bericht von seiner Sucht.

Also, egal was ist, lass mal von Dir hören!!!

Lieben Gruß
André
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J
Hallo André und ihr anderen Lieben,

Mir persönlich geht es aktuell gut, allerdings auch letzten Freitag schlecht.

Um auf deine Fragen einzugehen, wie es mir nun nach der 2 monatigen Stationären Therapie geht?

Besser als vor der Therapie, Bzw als die ganzen letzten Jahre!! Jedoch fehlen mir die Menschen die ich in der Zeit da oben kennengelernt habe und die 9 Wochen waren einfach aus meiner Sicht zu kurz.


Vieles hat sich bei mir privat seit der stationären Therapie geändert und meine ambulante weiterbehandlung läuft auch super.

Ich achte seit dem ich wieder in meiner gewohnten Umgebung bin, so extrem auf mich. Was mir gut tut, welchen Weg ich gehen möchte.
Das ich gut bin so wie ich bin. Und mich in keine alten Muster wieder ziehen lasse.
Besonders fällt mir auf, das seit der Therapie das Verhältnis zu meiner Familie ( Geschwister, Eltern Verwandtschaft) inzwischen wirklich gut ist. Kaum vorstellbar nachdem was ich mir und meinen Angehörigen den letzten Jahren für ein leid angetan habe.
Wo einem aber auch wieder klar wird, die Familie war immer da, nur habe ich sie durch meine Sucht, nicht wahrgenommen Bzw von mir weggedrängt.


Kommen wir zu letzten Freitag, Den Tag den ich bereue, weil ich nämlich meinen ersten Rückfall hatte….. auf den ich nicht stolz bin und mich auch geschämt habe.

Ich möchte garnicht groß erzählen was ich verspielt habe… sondern eher…. Was es ausgelöst hat.

Und zwar war es mal wieder die Kommunikation mit meiner Partnerin auf Beziehungsebene…
Dinge die ich in ihren auch nicht richtig gemacht habe… Bzw ich nicht so kommuniziert habe wie sich es sich gewünscht hätte.

Als meine Grenze erreicht war…. Nach langen Diskussionen… war ich eigentlich stolz das ich nach Hause zu meinen Eltern fahren wollte.
Jedoch habe ich meine eigene Grenze übergangen…. Und bin geblieben. Woraufhin ich den ganzen Tag über die Situation nachgedacht habe und ich somit nicht zur Ruhe kam. Und den Tag darauf dann spielen war.

Weil ich nicht rechtzeitig die reisleine gezogen habe.
Jedoch bin ich froh, dass ich über alles heute in der Einzel und Gruppentherapie besprechen konnte. Um es für mich zu reflektieren und in Zukunft besser zu machen!

Es war ein Rückfall ja…. Allerdings möchte ich daraus lernen und nach vorne schauen.
Die Schlüsse aus meinem handeln ziehen. Um unserer Krankheit die wir alle haben.
Mehr vorzubeugen.

Jedoch achte ich einfach inzwischen sehr viel mehr auf mich und habe in meinen Augen schon viel gelernt und mitnehmen können.


Ich bin erst am Anfang, des Weges raus aus der Sucht, für ein spielfreies leben.

Gute Nacht und liebe grüße
Euer Joshi 🥺
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Moin Joshi,

schön dass Du Dich meldest.Alles was Du schreibst, unterschreibe ich Dir... Kommt mir bekannt vor. Gut , meine Mitpatienten haben mir jetzt nicht so gefehlt, dass ich es erwähnen würde.
Schön zu erkennen, wie wir Spieler die Sucht nutzen. Wir flüchten. Meine damalige Freundin war  sehr argwöhnisch, mich triggerte das  an, hatte ich selbst doch soviel angst in mir es nicht zu schaffen. Ich konnte mich nicht auf meine Abstinenz konzentrieren, ich war damit beschäftigt, sie und mich zu überzeugen. Leider von außen, nicht von mir innen heraus. Kann ich gerade nicht besser erklären. Ich bin so aber schnell in alte Denkmuster gefallen und wieder spielen gegangen, nicht in dem Ausmaß wie einst, aber so dass ich bei mir nicht von einem Rückfall, eher von  längeren Spielpausen sprechen musste.
Die Situation mit meiner Partnerin, brachte mich an meine Grenzen, nicht dass ich Ihr die Schuld dafür gab, sondern es zeigte mir deutlich, das ich meine innere Mitte noch überhaupt nicht gefunden hatte. Ich eher damit beschäftigt, sie zu überzeugen. Ich wollte das es so war, wie bevor sie von meiner Sucht wusste. Meine Grenzen hatte ich, aber nicht danach gelebt. Meine Partnerin und ich konnten uns nicht auf Augenhöhe treffen, alle Gespräche drehten sich im Kreis, implizierten immer unausgesprochene Vorwürfe. Das alles konnte ich nicht erkennen, wollte ich wohl auch nicht, dann hätte ich keinen Grund mehr gefunden zum Spielen. ( Sehe ich heute so, damals nicht) Ich hatte auch hier angst vor den Konsequenzen, wenn ich meine Werte durchziehe.Unterm Strich wurde ich nicht mehr akzeptiert und ich ließ mir das gefallen. Wie gesagt, ich stelle mich nicht als Opfer hin, geschweige machte ihr Vorwürfe. Dennoch war es für mich wie Treibsand, da ich versuchte Ihrem Weltbild zu genügen, mein eignes hatte, dieses aber ignorierte. Ich selbst hatte erst als Single es geschafft spielfrei zu werden.
Aus heutiger Sicht relativiert sich alles, wir haben wieder guten Kontakt und zeigen uns eine gegenseitige Wertschätzung. ( Zeigt mir ja auch, dass es vieles anders war, wie ich damals empfunden hatte). Es war vieles der damaligen Situation geschuldet.

Wie gesagt ein Rückfall ist kein Beinbruch. Du fängst nicht von vorne an, sondern nutzt diesen zu reflektieren. Wichtig ist  dann aber auch was zu ändern. Nicht sich selbst was vormachen, sich selbst es schön zu reden, warum man wieder gespielt hat.Das ist so ein Weg, der einem selbst Sicherheit vorgaukelt, die wir als Suchtmensch ja eben immer nur gehabt haben, wenn wir eben unsere Sucht ausübten. Weißt Du wie ich meine ?  Wir werden oft von der Sucht gelenkt, ohne es selbst zu merken.Das ist die krux einer Sucht.

Bei der Familie bekommt man oft einen Vertrauensvorschuß, bei der Partnerin oftmals nicht. Das so nochmal als  Gedankenansatz

Lieben Gruß
André
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Hallo Joshi,

für unsere Spielsucht ist jede stressige Situation, jeder Streit, jede Sorge ein willkommener Anlass.
Ab einem gewissen Zeitpunkt spielte ja anscheinend keiner mehr von uns wegen des Spielens Willen.
Wenn  es also Gründe gäbe, wieder zu spielen für uns, wir es ja im Vorfeld wissen........
Mag es oberflächlich eine Ausrede sein, eine Schuldzuweisung auf unser dann negatives Verhalten.

Jeder hat einmal einen schlechten Moment oder Tag, geht event. dann in eine Kneipe um etwas davon abzubauen.
Oder rennt einen Berg hoch, schreit oder macht eine Arschbombe vom Fünfer....
Wir sind ja hier unter uns und ich muss nichts davon wirklich erklären.
Was Auslöser so alles bewirken können für einen Spielsüchtigen.
Dieses VerhaltensImplantat welches uns anscheinend in eine frühere Gewohnheit zurück versetzen könnte.
Wir wappnen uns dagegen und sind meist vorbereitet, arbeiten an uns intensiv usw....

Wir schieben damit doch nur etwas vor, als Erklärung, Rechtfertigung  und Begründung warum man dann wieder spielen wird oder spielte.
Es bleibt somit immer eine Ausrede!
Ich glaube nicht dass wir Schläfer sind und es käme nur auf eine entsprechend gewichtige Alltagsituation an um Rückfällig zu werden.
Was aber nichts daran ändert auch immer wachsam zu bleiben.
Ein pathologischer Spieler muss sich auf seine Krankheit einstellen.

Ja Andrè, kein Beinbruch und absolut kann ein Rückfall wieder etwas davon stärken, wo es sich noch zu festigen gilt.
Da bin ich einer Meinung.

...der Weg raus aus der Sucht in ein spielfreies Leben.
Liebe Grüße
   


   

 
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