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Autor Thema: Ehemann Spielsüchtig, bevorstehende Therapie, gemeinsame Kinder

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K
Hallo am Tiefpunkt,

Gestern kam endlich die Antragsbestätigung. Ich weiß nicht wie die Bestätigungen sonst so aussehen, aber es wurden 12 Wochen stationäre Therapie und 12 Monate ambulante Therapie genehmigt. Eigentlich hatten wir aber nur 6 Wochen stationäre Therapie beantragt um dann im Anschluss mit der ambulanten weiter zu machen (so war das mit unserer Beraterin, die sich um den Antrag gekümmert hat, abgesprochen). Sie meinte eben auch das jede Klinik eine teilstationäre Therapie anbietet und sie hatte im Vorfeld auch mit der Klinik telefoniert (mein Mann hatte ja auch vorher mit denen telefoniert). Naja mein Mann hat dann direkt in der Klinik angerufen um zu fragen ob denen der Antrag schon vorliegt und die was zum Eintrittstermin sagen können. Die meinten aber das die noch nichts vorliegen haben und er soll morgen nochmal anrufen. Das hat er heute auch getan. Die Dame meinte nun das er 12 Wochen machen müsste. Unabhängig davon was unsere Beraterin gesagt hat. Leider ist unsere Beraterin im Urlaub und nicht zu erreichen. Wir hatten uns extra für eine teilstationäre Therapie entschieden damit eben nicht 12 Wochen in der Klinik ist. Ich meine so wurde es uns auch empfohlen. Deswegen verstehe ich gerade nicht wieso es jetzt so ist.

Ich bin gerade etwas überfordert. Die meinten er könnte entweder in 3 Wochen, 5 Wochen oder Anfang September anfangen. Uns solle aber klar sein das wenn er in 3 oder 5 Wochen anfängt er definitiv nicht bei der Einschulung seines Kindes dabei sein werde. Gestern hieß es noch er könnte für den Tag nachhause. Heute aber nicht mehr weil der Weg zu weit wäre. Er könnte erst nach 9 Wochen über Nacht nach Hause kommen und die 9 Wochen wären dann noch nicht erreicht. Ich meine man redet ja nicht von einem Geburtstag der jedes Jahr stattfindet..... Sondern von einer Einschulung.

Ich bin gerade sauer und traurig!!! Demnach geht es mir aktuell nicht so gut. Aber das legt sich bestimmt und wir finden eine Lösung. Nur gerade in diesem Moment ist es etwas viel. Der zweite Anruf kam ja auch erst vor einer Stunde.

ich hoffe euch allen geht es gut?
Liebe Grüße Katie
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Hallo Katie,

danke für deinen aktuellen Bericht!

Zur Therapie selber und deren (mindest) Länge kann ich dir leider nichts sagen, da ich selbst nie eine gemacht habe.
Ich denke, es ist wichtig, dass ihr, speziell dein Mann, sondiert, was aktuell das Wichtigste ist. Und ich denke, ihr werdet schnell zu der Entscheidung kommen, der der Weg in die Abstinenz deines Mannes eine sehr sehr hohe Priorität hat.
Mein Sohn wurde letztes Jahr eingeschult, es gab keine Feier, es durfte nur eine Person mit in die Turnhalle kommen und dennoch kam mein Sohn sehr gut damit klar. Für die Erwachsenen sind solche Einschnitte meist schlimmer. Zum Schuljahresbeginn durfte er 4 Wochen hin, danach war Homeschooling angesagt, er kennt nach dem ersten Schuljahr die Schule gar nicht - verkehrte Welt!
Dein Mann ist krank und diese Krankheit muss behandelt werden, damit er zukünftig damit Leben kann. Diese Behandlung sollte besser gestern gestartet sein, als heute oder morgen. So eine Therapie ist schwer planbar, sie muss eben gemacht werden und wenn er nicht bei der Einschulung dabei sein kann, dann ist dies nunmal so. Wenn ich das mal so rechne: in 3 Wochen beginn, 9 Wochen dazu, das wäre knappe 3 Monate, also Anfang September, das könnte auch zur Einschulung reichen. Zumindest bei uns in BW.
Wer weiß, was passiert, ggf bricht er die Therapie auch ab, er wäre nicht der einzige, der so einen Entschluss fasst. Wenn er die Therapie nur wegen dir macht, ist sie eh von vorne weg zum Scheitern verurteilt. Wenn dein Mann noch nicht beschlossen hat, mit der Sucht zu brechen, dann wird auch die Therapie nichts daran ändern. Das Sucht-Problem und die damit verbundene Lösung liegt nur in deinem Mann. Natürlich gibt es Hilfestellungen wie Therapie, Psychologe, Familie, Freunde oder Selbsthilfegruppen, die Unterstützung geben, aber die eigentliche Arbeit, den Weg der Abstinenz zu gehen, obliegt nur ihm allleine.
Es bleibt zu Hoffen, dass er tatsächlich den richtigen Entschluss bereits gefasst hat!?
Grüße,
aT
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Moinmoin,
ihr könnt so froh sein 12 Wochen Therapie bekommen zu haben, das ist ein guter Start.

Würde Dein Mann mit gerade überstanden Herzinfakt den ersten Tag auf sein Zimmer liegen. Würde er dann zur Einschulung kommen? Vermutlich nicht. Nur ist die Spielsucht für sein Leben und seine Familie eine viel schlimmere Bedrohung als ein Herzinfakt. Das ist bei etwas nach außen unsichtbareb wie eine Sucht schwer zu verstehen, es ist aber so.
Euer Kind kann sich auf einen Papa freuen den es hinterher wieder besser geht.

Taro
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K
Hallo,

vielen Dank für die schnellen Antworten.

Absolut. Wie genau die Einschulung zwecks Corona abläuft ist ja ohnehin noch fraglich. Sie ist am 31.08

Eigentlich ist auch nicht die Einschulung das Hauptproblem sondern das die Therapie mal eben verdoppelt wurde. Naja was soll’s. Im „schlimmsten“ Fall ist das so. Allerdings hat die Beraterin eben angerufen und meinte das es ein „Fehler“ wäre. Die würden 12 Wochen genehmigen weil die meisten neben einer Spielsucht wohl oft noch andere Süchte oder Probleme“ haben z.B. wohnungslos, arbeitslos etc.  Wir sollen mal bei der Rentenversicherung anrufen und es nochmal erklären und dann würden die 6 Wochen genehmigen.. Das wird er jetzt tun.

Mir wurde ja von einigen geraten auf mein Gefühl zu hören bezgl. der Ernsthaftigkeit meines Mannes mit dem spielen aufhören zu wollen. Mein Gefühl dazu ist doch ganz gut. Ich bin da zuversichtlich. Die 12 Wochen lassen mich schlucken. Ihr habt da natürlich recht. Was sind am Ende schon 12 Wochen wenn’s der Anfang vom Ende sein kann. Was sind schon 12 Wochen wenn man überlegt das eine Trennung anstehen müsste wenn er seine Sucht nicht in den Griff bekommt. 12 Wochen sind nichts & trotzdem kommt es mir wie eine Ewigkeit vor im Gegensatz zu 6 Wochen.

Wir werden sehen. Ich werde berichten wenn der Einstiegstermin feststeht. Wir schaffen das.

Liebe Grüße
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Hi Katie,

wichtig ist, dass du wachsam bleibst und vor allem auf dich und deinen Nachwuchs schaust. Du musst verstehen, dass du sein Problem nicht lösen kannst, unter keinen Umständen.
Aus eigener Erfahrung kann ich dir mitteilen, dass Spieler auch ausgezeichnete Schauspieler sind. Auf dein Gefühl hören ist gut, Katie, aber lasse dich von Bildern und Versprechen nicht blenden, sondern bewerte die Taten!
Und überlege dir schonmal im voraus, was du machen möchtest, wenn er weiterspielt....

Ich drücke die Daumen!!!

aT
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Ich bin wirklich fest davon überzeugt, 6 Wochen ist viel zu kurz! Da hat man sich gerade eingelebt und fängt an sich zu öffnen.
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Hallo Katie,
wenn ich mich recht entsinne hatte die Rentenkasse  einen stationären Platz (Oktober 2017 ) für einen Standort meiner Wahl für 6 Wochen genehmigt. Wenn nötig  mit Verlängerung max eben diese 12 Wochen. (Das hatten einige gemacht, mussten dann während der Therapie einige zusätzliche Formulare ausfüllen, ging hierbei auch um Lohnfortzahlung etc. je nach persönlichem Fall. Ich konnte frei wählen diese 6 Wochen auch zu bleiben. Ich bin nach 4 Wochen gegangen. Das ging ohne Probleme und konnte dann gleich wieder meine Arbeit aufnehmen. Unserer Gruppe (  Spielsucht) wurden 2 Therapeuten zugeteilt. Jeder von uns war dann  eben Therapeut a oder b zugeordnet. Es gibt Gruppensitzungen, Einzelgespräche (eben mir dem zugeteilten Therapeuten) und gemischte Gruppen ohne Therapeuten gemischt aus Gruppe a) Spielsucht und Gruppe b) Betroffene mit Polysüchten hier Alkohol, Drogen, Spielsucht.  Ich hatte nach 3 Wochen meinem Therapeuten gesagt, ich denke ich hab´s für mich, ich möchte nächste Woche gehen, wie sehen Sie das? Er hat dann geantwortet: Ok, das kann ich nicht für Sie beantworten, wenn Sie das wünschen und meinen für sich alles geklärt zu haben, mache ich Ihnen die Entlassungspapiere für nächsten Freitag fertig.
Ich konnte also jederzeit "frei" entscheiden, es wurde keiner gezwungen seine genehmigte Zeit dazubleiben. Im Nachhinein wünschte ich mir, mich hätte man gezwungen.... hätte bestimmt noch einiges mehr mitgenommen, leider war ich der Meinung ( also ehrlich selbst überzeugt) das ich spielfrei bleibe, nach 2 Wochen Alltag hat es mich wieder eingeholt, trotzdem war es ein wichtiger Schritt für mich, denn ich habe da mal gelernt auf mich zu schauen und andere Fragen zu stellen als ich es bis dato tat.

Alles Gute für Euch und ich hoffe Dein Mann kommt ins "tun"

Lg André

Kleiner Nachtrag: Für mich war gerade die stationäre Therapie wichtig, da es so "nur" meine Krankheit und mich gab. Dieser Umstand brachte mich ja eben genau dahin ,losgelöst von allen, auf meine Probleme zu schauen ich wurde nicht abgelenkt bzw. konnte mich nicht in den Alltag flüchten.
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« Letzte Änderung: 08.06.2021 15:05:33 von Andre12 »
Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe….
 

Gestern kam endlich die Antragsbestätigung. Ich weiß nicht wie die Bestätigungen sonst so aussehen, aber es wurden 12 Wochen stationäre Therapie und 12 Monate ambulante Therapie genehmigt.

Mensch sei froh um jede Woche. Selbst 12 Wochen sind noch kurz bemessen.
Was ist da ein verpasstes Event gegen ein "normales" Leben.

Ich denke es ist klar, in welche Richtung deine Waagschale gehen sollte .

Sieh es doch bitte als die Chance eures Lebens und nicht als Störfaktor.
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Der Kreis schließt sich erst wenn er vollendet ist !
 

K
Hallo an alle :)

Sooo, die Therapie startet am 28.06.
Das ging jetzt doch fix.

Hoffen wir das beste.

Liebe Grüße
Katie
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Hallo Katie,

wie geht es dir mittlerweile? Hat er die Therapie gestartet!?

Grüße, aT
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Hallo @Tiefpunkt,

lieb das du nachfragst ☺️

Ja, er hat die Therapie am 28.06 gestartet. Ist also seid ca 1 1/2 Wochen dort.

Ich muss sagen das es momentan sehr anstrengend ist. Die Kids merken doch arg das Papa nicht da ist & dementsprechend ist hier die Laune. Die Kinder sind sehr anstrengend. Das raubt mir tatsächlich zusätzlich die Nerven. Aber er durfte sein Smartphone behalten, sodass die Mäuse manchmal mit Papa Facetimen können. Tja und ich bin froh das sich endlich was tut & er die Sache ernsthaft angeht. Bei mir hat sich aber eine gewisse Wut eingestellt. Also ich bin zeitweise wütend was alles passieren musste bis er nun endlich dorthin ist. Manchmal fühle ich mich alleingelassen. Ich denke aber so dürfte es einigen Angehörigen gehen. Ich denke dadurch das er nun wirklich weg ist kriegt man nochmal ein anderes Bild von der ganzen Sache. Man denkt über vieles nach. Also emotional manchmal wirklich eine Achterbahnfahrt. Mal sehen wie es weiter geht.

Liebe Grüße
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Hallo Katie,

schönen Dank für Dein Feedback. Ist ja erstmal gut, das er da ist. Alles weitere wird sich zeigen. Ja, und ich kann mir grob vorstellen was jetzt so in Dir vorgeht... Deine Wut, Deine Enttäuschung,  Deine Angst, aber auch Deine Hoffnung, wirst nicht richtig wissen was Du denken, fühlen sollst. Nutze die Zeit, so schwer es auch ist, für Deine Kinder, sei für Sie da. Kümmere Dich auch um Dich selbst. Schütze Dich selbst, Du kannst nicht viel ändern an seiner Situation, aber  Du kannst auf Dich und Deine Kinder aufpassen, kannst Dir Gedanken machen wie weit Du mitgehst.

Ich drücke Dir/Euch die Daumen

Lieben Gruß
André
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Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe….
 

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Hi Katie,
Wieder ist ein Monat rum…kommst du klar?
Wie geht es dir?? Sehe dich immer mal wieder, dass du online bist!?
Grüße, aT
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