Autor Thema: Medeas Tagebuch  (Gelesen 8347 mal)

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Offline JJ

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Re: Medeas Tagebuch
« Antwort #90 am: 15.10.2021 12:11:48 »
Liebe Medea,

nun bin ich durch durch dein Tagebuch. Die zweite Hälfte liest sich anders als die erste Hälfte. Ich habe das Gefühl, Dich als Person jetzt besser greifen/verstehen zu können. Ich denke, das liegt daran, dass Du Dich dort auf die Reise in dein Inneres eingelassen hast und uns (Leser) ein Stück weit hast teilhaben lassen. Ich lese unendlich gerne Deine Beiträge. Das ist die Art wie Du schreibst. Und am Ende der meisten Beiträge ein kleiner Wunsch an den Leser: Habt schöne 24 h.

Ich freue mich, wenn ich mehr von Dir lesen darf!!

Und was ich Dir auch sagen will: Wenn im November wieder die Trauer um Deinen Vater hochkommt, dann sei Dir einfach gewiss: Es ist die pure Liebe, die Du da spürst.  :-*

JJ
 
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Offline medea888

Re: Medeas Tagebuch
« Antwort #91 am: 15.10.2021 17:07:36 »
Hallo liebes Tagebuch,

dann nehme ich den sehr lieben Beitrag von JJ mal zum Anlass hier wieder zu berichten.
5 Wochen sind seit dem letzten Eintrag vergangen.
Bisher meine Schwierigsten glaube ich, vielleicht aber die Produktivsten auf meinem Weg.
Im Grunde hatte es sich schon etwas angekündigt, dass mir ein wenig die Lust/Kraft am emotionalen Auseinandersetzen ausging. Aber anstatt mir dann einfach die Zeit und Ruhe zu nehmen, habe ich mich mit sehr viel Arbeit betäubt, ähnlich wie beim Spielen löst das für mich im Grunde das Gleiche Problem, ich drücke Dinge damit weg, Arbeit steht dann an absolut erster Stelle und hat vor allem Vorrang egal, ob privat Leben oder auch Gesundheit.
Ich glaube es kam dazu, weil ich das Gefühl hatte ich stecke in eine Sackgasse: Ok ja, super spielfrei: check weniger Stressen lasse: Check Therapie weitermachen : check...
aber dennoch ist da immer noch eine innere Unruhe, die mich nicht loslässt. Hinzu kamen einige andere emotionale Momente, alles zusammen führte dann eben zu einem Rückschritt, zumindest habe ich es so empfunden.
Glück war, dass dann ein sehr schöner Urlaub folgte in dem ich gezwungen war nicht zu arbeiten.
Und da kamen dann irgendwie Dinge hoch, die mir gut taten. Besonders faszinierend für mich waren einige wenige Momente in denen ich es schaffte im Hier und Jetzt zu sein, voll und ganz. Wenige Minuten nur, aber für mich schon sensationell, weil ich sonst mit meinen Gedanken immer überall gleichzeitig sein muss...

Dennoch war ich auch enttäuscht von mir, dass ich mich wieder in alte Verhaltensweisen gestürzt habe....
Spielen kam mir übrigens in keinem Moment in den Sinn, das war keine Option.
Zurück aus dem Urlaub, hatte ich mir fest vorgenommen, nicht wieder so stumpf zu werden und mehr wieder im bewussten zu sein.
Ist mir ganz gut gelungen.
Dienstag hatte ich dann meine Therapiesitzung. Und offenbar habe ich zumindest meine Therapeutin sehr happy gemacht, weil ich ziemlich dolle zusammengebrochen bin, irgendwie kamen da ganz komische Dinge hoch und Sie wollte,, dass ich versuche diese zu erfühlen und nicht rational zu bewerten. Etwas was mir als Dauer Zerdenkerin ja unglaublich schwer fällt. Aber gut ich dachte was solls Du machst das ja um was zu ändern und ließ mich drauf ein.
War super schmerzlich, viele Kindheitssachen, Verlustängste, Alleinsseingefühle von damals kamen hoch und sind auch drei Tage danach alle noch da. Das wird mich wohl noch ne Weile Nachts wachhalten...
Jetzt fühle ich mich gerade als hätte ich Dienstag im Feuer gestanden und mein Körper ist von kleinen blutigen Wunden übersät.
Dennoch hat meine Therapeutin gesagt, das wäre eine ganz tolle Sache und Sie würde sich sehr für mich freuen, denn darauf können wir nun aufbauen und weitermachen. (offenbar hatte Sie nach einem Jahr schon fast die Hoffnung aufgeben bei mir tiefer zu kommen....( hui ich mag das nicht, wenn Sie dann sagt, ich müsste verstehe, dass ich nun mal stark disfunktional agiere, da komme ich mir immer so kaputt vor, beruhigend ist nur, dass Sie sagt, da würde in der heutigen Zeit sehr vielen so gehen.. bin also nicht die einzig Kaputte.)

Alles noch sehr konfus für mich.

Wie immer habe ich auch dazu ein passendes Lied gefunden.
In diesem Sinne war´s das erstmal liebes Tagebuch, danke fürs Zuhören und allen schöne 24 Stunden

besonderen Gruß an JJ ;)


Eure Medea


Jupiter Jones: Warten
hier der Link und der Anfang vom  Text
https://www.youtube.com/watch?v=Csy66mF5lSw

Um das hier zu versteh'n
Braucht es Hirne und Herzen
Von nie da gewesener Größe,
Braucht es Tränen und Schmerzen.
Ich müsst' es selber seh'n,
um das hier zu versteh'n.
Um das hier zu versteh'n,
braucht es Arme und Hände
Von nie da gewesener Stärke,
braucht es Fäuste, braucht es Wände.
Und dann nach Hause geh'n,
um das hier zu versteh'n.
Und was nützt uns uns're Weisheit in 'ner ausgemachten Scheißzeit?
Und was nützt uns die Erkenntnis, dass was Heimat war jetzt fremd ist?
Wenn wir trotzdem niemals lernen, was es heißt sich zu entfernen
ohne jemals ganz zu geh'n
Wenn's das gäbe, wär das schön.
Ich hab' den Verstand verloren.
Blinde Augen,
Taube Ohren,
Stumme Lieder,
Leere Bücher,
Pfeifen, Flaschen, Taschentücher
Und wir rennen um unser Leben
…….
Quelle: LyricFind
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