Autor Thema: Kontrolliertes spielen?  (Gelesen 1225 mal)

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Offline kelly

Kontrolliertes spielen?
« am: 22.11.2020 20:46:38 »
Hallo zusammen,

Ich wollte mal ein Thema aufmachen worüber ich gelesen habe.... Oft hört man bei spielsucht... Sei sei nicht heilbar man könnte sie nur zum stillstand bringen. Oder man soll versuchen sie so weit es geht zu kontrollieren... Um sie in den Griff zu bekommen

In diesem Zusammenhang gibt es den therapeutischen Ansatz des kontrollierten Spielens
Wie unter dem folgenden link
https://fidair.wordpress.com/2015/07/09/kontrollfreaks/amp/

Ich wollte eure Meinung dazu hören.. Also ich finde es ist kh keine gute Idee.. Weil ich denke es ist immer eine Gratwanderung...

Anderseits ist jeder Mensch anders und auch jeder Süchtige anders.. Manche haben poker gespielt.. Andere Automaten.. Andere online etc.
Andere sind süchtig nach Playstation und haben nie Geld verloren aber den Bezug zur Realität

Deswegen finde ich es es so schwer dort Abgrenzungen vorzunehmen... Darf man Brettspiele spielen?
Darf jemand der 20 Jahre trocken ist.. Und süchtig nach poker war.. Nie eine Sportwetten machen oder mal lotto spielen?

Ich habe das Gefühl an irgendeiner Form von Spiel kommt man nicht vorbei... Es ist überall..

Und wenn man spielsucht mit anderen süchten vergleicht.... Wie Alkohol oder esssucht...
Dann gibt es trockene Alkoholiker die trotzdem alkoholfreies Bier trinken aber es ist Bier.. Riecht so und Flasche sieht gleich aus etc.
Und bei Menschen mit esssucht, die über 300 kg wiegen.. Die können nicht aufhören zu essen, weil man essen muss um zu überleben.... Dahingehend muss es ja auch wege geben nicht auf alles zu verzichten aber trotzdem die sucht unter Kontrolle zu bringen

Bin gespannt auf eure Ansichten dahingehend.. Schönen Sonntagabend

 

Offline Jacky1

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #1 am: 22.11.2020 22:04:43 »
Hallo Kelly,

Meinungen und Standpunkte können schon auseinandergehen, unabhängig ob fundiert oder auch nicht.
Sicherlich bin ich nicht verschlossen gegenüber therapeutischer "Innovation", ganz im Gegenteil.
Doch für mich überwiegt meine finale Entscheidung nicht mehr spielen zu wollen.

So stellt sich mir nicht die Frage einmal ein Tombolalos oder ein Rubbellos zu kaufen.
Warum sollte ich es auch tun ?
     

Deswegen finde ich es es so schwer dort Abgrenzungen vorzunehmen... Darf man Brettspiele spielen?
Darf jemand der 20 Jahre trocken ist.. Und süchtig nach poker war.. Nie eine Sportwetten machen oder mal lotto spielen?

Und warum sollte es jemand machen der niemals sein Geld vorher verspielt hat ?
Weil die Quoten auf seiner Seite sind ?
Schlangen vor Lottoannahmestellen Samstags Morgen ist der Spiegel jener Gesellschaft, welche ansteht für einen Geldgewinn.
Tausendmal gefragt worden "was würdest Du tun mit einem Millionengewinn" ?
Grundsätzliche Träume und Bedürfnisse...... :)

Zurück zur Spielsucht:
Ausgegangen von einer Erkrankung, ein kontrolliertes Spielen wäre nur eine kontrollierte Suchtausübung.
Man würde also regelmäßig spielen, aber in """vernünftigen""" Maßen.  :)
Mit sozusagen leichtem Krankheitsverlauf.......

Wege zu suchen bei denen man seinen Trieb weiterleben kann ohne sich und anderen zu schaden, als pathologischer Spieler wäre dies sicherlich irgendwo ein Wunsch.
Und genau dieser Wunsch treibt einen Keil in unsere Seelen,  eine Illusion die weniger Hoffnung macht als sie je versprechen könnte.

Aber, aber.... ich spiele auch noch Spiele, manchmal auch Brettspiele ...und je nachdem mit wem, macht es mir auch Freude.  :)
Dann mache ich es gerne und möchte es auch, es erinnert mich in keiner Weise an meine Suchterkrankung.
Es berührt nicht meine Abstinenz und mein Versprechen, es geht nicht um Geld oder  sonstiges.
Es geht dabei nur um eines.....Freude zu empfinden in gesunder Gesellschaft.
Genau so wie bei vielen anderen Menschen und warum sollte ich es noch aus anderen Gründen tun ?

Weil ich es nicht möchte, nicht mehr brauche und vor allem nicht mehr davon fliehen muss! 
Glücksspiele um Geld sind überall und ich kann endlich frei entscheiden, ob ich daran teilnehmen möchte.
Ich spiele kein Lotto und mache keine Sportwetten und ich kenne unzählige Menschen die es auch nicht machen.
Unsere Träume mögen die gleichen sein als von Lottospielern und Wettern...und so ist es auch gut!

Danke für Deinen Beitrag Kelly und schreibe ruhig noch mehr davon.


Grüß Dich   
 

Offline Taro

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #2 am: 22.11.2020 22:52:37 »
Moin Kelly,

schon vor 30 Jahren hat in Hamburg am UKE ein Prof. Ivan Hand probiert ob er Spielern die Kontrolle wiedergeben kann. Mag sein das es gut für die Karriere des Profs und seiner Schüler war, für die Spieler und das weiss ich sicher war es nicht gut.
Als ich mein Fachabi nach machte musste ständig wegen irgendwelcher Aufgaben Streichhölzer gezogen werden. Da ich zu dem Zeitpunkt um garnichts spielte, verweigerte ich es.
Also bekam ich immer die A Karte. Ich hätte auch "mitspielen" können, hätte dann aber nicht die interessante Erfahrung gemacht. Ich nahm also die erste Zeit immer die A Karte, dann passierte es plötzlich das Mitschüler es ungerecht fanden das ich immer das Loser Los bekam, nur weil ich nicht Mitspielte. Noch besser, ein Lehrer nahm mich ganz raus aus Verlosungen für unangenehme Aufgaben. Unterm Strich hatte ich es besser als wenn ich gelost hätte. Und ich habe mein Suchthirn trainiert, das es keinen Grund gibt nicht zu widerstehen.
Alkoholfreies Bier für Alkoholiker, oder wie es ei  SpielerFreund machte, ein Hochzeitsreise nach Las Vegas, kann man machen, nur warum?
Ein Alkoholiker muss nicht rückfällig werden, nur weil er versehentlich Alkohol zu sich nimmt, er will ja nicht saufen. Eine Gefahr ist es auf jeden Fall.
Klar kann ich Lotto spielen  das wäre sicher nicht das Problem. Der Gewinn von ein paar Tausend Euro, die können jedoch das Problem sein, habe ich bei einem Freund erlebt.

Immer wenn ich mir die Frage stelle, "darf ich oder darf ich nicht". Ist die Antwort nicht. Ein nichtspieler stellt sich diese Frage nie.

Taro
 
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Offline Darksoul

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #3 am: 22.11.2020 22:54:58 »
Ich bin der Meinung, dass was einmal exzessiv betrieben wurde, komplett unterbunden werden sollte. Aber vielleicht bin ich da auch nicht objektiv genug. Ich weiß nur bei meinem Freund würde das nicht klappen, wir haben das schon einmal probiert, es ist komplett nach hinten los gegangen. Das war der ausschlaggebende Punkt für ihn sich Hilfe zu suchen, da merkte er, dass er eben keine Kontrolle hat.

Es gibt ein gutes Buch, wo der ehemalige Spielsüchtige Autor von seinen Erfahrungen berichtet, dort hat er sich auch auf den natürlichen Spieltrieb des Menschen bezogen und ist der Meinung, dass nicht alles Spielen unterbunden werden sollte. Ich weiß leider nicht mehr ganz genau, was er dazu geschrieben hat.

Außerdem denke ich, dass eine Spielsucht die nicht therapiert wird, oftmals zu einer Suchtverlagerung führt, beispielsweise zu exzessivem Playstation spielen, welches auch nicht normal und gesund ist. Finde es schwierig eine Spielsucht mit anderem Spielen gleichzusetzen, es ist eher mit einer Drogen- oder Alkoholsucht vergleichbar. Ein bisschen Drogen geht auch nicht, es würde direkt weder abhängig machen, ein bisschen Alkohol sollte man nach einer erfolgreich therapierten Alkoholahängigkeit auch nicht konsumieren. Mal Playstation oder ein Brettspiel finde ich "normal".

Kennt jemand jemanden, der tatsächlich "kontrolliert" spielt und funktioniert dies überhaupt bei bereits diagnostizierter pathologischer Spielsucht? Oder geht das eher bei den Anfängen eines Spielers. Wobei auch dazu hat sich der Autor des zuvor erwähnten Buches geäußert und gemeint, dass früher oder später jeder der in eine Spielothek geht oder online Casino spielt süchtig wird, denn der Suchtfaktor ist einfach zu groß.
 

Offline kelly

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #4 am: 23.11.2020 06:39:48 »
Ich glaube kontrolliert spielen funktioniert wenn man nicht an patholgischer spielsucht leidet. Gibt ja Menschen die 1 mal im Jahr ins Casino gehen.. Als Silvester Event oder zum Junggesellenabschied.

Die Geschichte mit den streichhölzern finde ich extrem interessant und zeigt extrem viel selbstkontrolle... Hätte sowas jetzt nie als Gefahr/trigger eingestuft

Ich finde es schon mal spannend dass wir scheinbar alle einer Meinung sind... Aber ist der Versuch es zu kontrollieren.. Nicht ein Schritt in die richtige Richtung?

Bekanntlich heißt es ja.. Erkenntnis ist der erste Schritt zur Heilung.. Wenn man merkt man k
Hat die Kontrolle verloren... Und gibt sogar seine Finanzen ab... Denn wie in dem link beschrieben.. Führt dieses kontrollierte spielen oft eher zur Abstinenz Entscheidung.. Und die Therapie ist laut Statistik ja nicht schlechter als andere therapien

Ich hab letztens mit einem von der selbsthilfe Gruppe gesprochen.. Der geht da schon 30 Jahre hin.. Trocken ist er aber nicht so lange.. Somit hat ihm die Gruppe geholfen aber nicht sofort.. Es hat gedauert
 

Offline amTiefpunkt

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Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #5 am: 23.11.2020 09:13:33 »
Hi Kelly,

jeder kann kontrolliert Spielen, auch ein pathologischer Spieler, nur eben nicht auf Dauer. Der eine mag es mehrere Tage können, der andere keine 10 Minuten. Wir Spieler haben es schon gefühlt 1000 Mal versucht mit dem kontollierten Spielen, landeten jedoch immer wieder im sogenannten Kontrollverlust, dem Wahn in dem wir nichts mehr steuern können - ein Realitätsverlust.
Deshalb ist es wichtig, sich selbst kennen zu lernen, tagtäglich in sich heineinzuhören, zu entscheiden was tut mir gut und was schadet mir. Hier können allegemeine Regeln eine Struktur vorgeben, jedoch liegt die Lösung in jedem selbst und kann variieren (Strategie). Wer ehrlich zu sich selbst und seinen Liebsten bleibt, wird seinen (spielfreien) Weg gehen. Warum sollte ich ein Risiko eingehen, wenn es um meine Gesundheit und der meiner Familie geht? Ich spiele heute nach wie vor gerne Karten oder auch mit meinen Kids vor der Switch, ungezwungen und mit gutem Gewissen, weil ich weiß, dass mir nicht schadet. Dies geht aber einher mit ständiger Selbstreflexion, um auch das kleinste Anzeichen eines Triggers zu entlarven.
Der Weg in die Abstinenz führt nicht über die Selbstisolation und das Ausgrenzen des Lebens und seiner Gefahren...sondern über das Erkennen der Schönheit des Lebens mit seiner Vielfalt und der Freude über die Kleinen Dinge. Leben mit der Spielsucht und die Akzeptanz, dass wir diese Krankheit in uns tragen, muss das Ziel sein.

aT
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Offline Andre12

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #6 am: 23.11.2020 09:33:41 »
Moin Kelly,
ich bin der Meinung das ein pathologischer Automatenspieler, alles vielleicht kann, aber nicht kontrolliert am Automaten spielen. Wie AT schon sagte, ich würde so schnell wieder in den Suchtstrudel fallen. Wie oft, hatte ich mir gesagt, ach komm 2o Euro und dann raus. Und da hatte ich schon eine stationäre Therapie hinter mir. Wenn ich mit diesen 20 Euro so gar nix hatte, kamen schnell die nächsten rein usw. Das beste war, ich hatte bereits 3-4 Wochen nicht gespielt, und zog dann im Anflug geistiger Umnachtung los. Spielte mit 20 Euro 2-4 Stunden, dann raus und war auch noch stolz auf mich, hat ja gut geklappt. Beim nächsten Mal,  waren die 20 Euro nach 5 Min weg ,meine Sucht war total unbefriedigt und es kam wie oben beschrieben. Irgendwann standen die 20 Euro gar nicht mehr zur Debatte, ich war wieder voll drauf. Ich hatte für mich alles aufgearbeitet, war mir im klaren wie ich in die Sucht reingerutscht bin, leider total vergessen : Es ist eine "Sucht ", die auch bleibt wenn ich alles "verstanden" habe. Warum sollte ich mich bewußt in so eine Situation begeben ? Wem soll ich beweisen, dass ich kontrolliert spielen kann? Mir selbst ? Der Aussenwelt ? Hallo ? Ich hab es 1000 Mal bewiesen, das ich es eben nicht kann. Macht also mit Sicherheit keinen Sinn , sich als Spieler überhaupt mit den Gedanken zu befassen ob ich es kann oder nicht. Ich kann es nicht. Punkt.

LG  André
 
 
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Offline Allesaufanfang

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #7 am: 23.11.2020 16:40:11 »
Hallo Kelly,
ich habe irgendwann festgestellt dass ich nicht nur nicht kontrolliert spielen kann, sondern dass ich auch nicht mehr gewinnen kann. Es gibt keinen Gewinn der groß genug wäre, der Versuchung zu widerstehen ihn noch größer zu machen.
Ich habe schon einmal 24.000 € gewonnen, auf einen Schlag! Aber als Spieler hab ich erst drei, dann fünf und zum Schluss die ganzen 24K wieder verzockt.
Ich glaube das hat damals zwei Tage gedauert. Kontrolliert spielen könnte ich nur wenn ich nicht süchtig wäre. Bin ich aber ;-)
deshalb wird das nichts, hab ich mir selbst schon 1000 mal bewiesen.
VG
 

Offline Fred

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #8 am: 23.11.2020 17:24:23 »
Kontrolliertes Spielen ist absolut möglich !

Ich selbst habe die letzten 10 Jahre meiner "Karriere" mehr oder weniger "kontrolliert" gespielt.
Monat für Monat wanderte alles "verfügbare" Geld in die Automaten.
Niemand musste Not leiden, "neue" Schulden gab es keine .. waren halt über die Jahre immer gleich hoch !

Ich selbst machte in den 90ern bei Prof. Iver Hand im UKE Eppendorf eine ambulante Therapie.
Die gesamte Suchtstation wurde vom Automatenhersteller finanziert.
Nur zu gern verfiel ich dem Gedanken, dass ich ein bisschen weiter spielen dürfte. Ganz offiziell, ganz legal.

Nun ... letzten Endes stellt sich die Frage, was ein "kontrolliertes" Spielen bringen soll.
Ich zweige mir am Monatsanfang eine Summe "x" ab um diese zu verspielen.

NORMAL ist das noch lange nicht ... für niemandem außer dem Zocker selbst.

Ich trinke NUR noch eine Flasche Vodaka am Wochenende, ich spritze nur einmal am Tag Heroin.
Mein Koks gönne ich mir nur Samstags. Ich kaue meine Näge nur noch, wenn sie lang genug sind.
Ich putze nur noch 2 mal die Woche meine Fenster.

Ich glaub' man sieht worauf ich hinaus will.
Es ist einfach absoluter Schwachsinn etwas selbstzerstörerisches nur etwas weniger auszuüben.

Kontrolliert etwas zu "tun" bedarf einer pedantischen und konsequenten Planung.
Ich kenne einige "Quartals Trinker/Raucher/Spieler etc ".
Das gesamte Leben dreht sich nur noch um das "nächste Mal"

Das Gefühl etwas nicht (mehr) tun zu müssen, ist dagegen ganz unbeschreiblich.
Nicht spielen (müssen), nicht rauchen (müssen) ... war für mich das einzig Wahre.
Nicht "fressen" geht leider nicht, daher muss ich kontrolliert "fressen".

Obwohl ich wirklich eine mentale Naturgewalt bin, schaffe ich es nicht dauerhaft abzunehmen.
Da müsste ich "kontrolliert" essen. Ich schaffe das nur mit mäßigem Erfolg.

Ich hoffe ich konnte was Brauchbares zur Fragestellung beitragen,.



Der Kreis schließt sich erst wenn er vollendet ist !
 
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Offline Jacky1

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #9 am: 23.11.2020 22:10:02 »
Hallo,

ich sollte da noch etwas loswerden.

Was auch immer in den Medien oder in manchen Kreisen des Volkesmund propagiert wird.
Ein Wettbewerb bei dem sehr viele ihr Geld verlieren und ganz wenige gewinnen, bedarf keine Kontrolle.
Wie verwegen doch manche sind und manchmal ihr Geld bei irgendwelchen Glücksspielen einsetzen, um hinterher eh wieder zu sagen, dazu ist mein erarbeitetes Geld eigentlich zu schade!
Kontrolliertes Glücksspiel ?
Diese Definition setzt ja schon ein Krankheitsbild voraus, so könnte ich es verstehen wenn jemand spielt zum Zeitvertreib ohne große Ambitionen etwas zu gewinnen.
Etwas Spannung in einem konservativen Alltagsleben, mal etwas "verruchtes"  tun.
Eine Prise Casino Royal mit einem Martini in der Hand oder halt etwas "Assi" in einer Automatenspielunke.

Glücksspiel um Geld mag event, Gesellschaftsfähig sein...in den gierigen Köpfen, doch aber nicht in den treuen Herzen.
Glücksspiel kann süchtig machen...alles kann süchtig machen.
Hier sind wir ja sozusagen Lobbyisten in dieser Thematik der Spielsucht und natürlich etwas voreingenommen.  :)
So erfuhren wir alle jene Schattenseiten dieser Erkrankung, welche eh schon auf einer krankhaften Basis verankert ist.

Geld verspielen......ist niemals kontrolliert, nicht in jener Humanität von der doch alle gerne reden.
Bevor sie ihre Kreuze machen.

Na klar, alles gut und ich bin auch kein "Hassprediger", meine es doch wirklich nur gut.  :) :)
Und ich sehe darin etwas sehr positives, wie sich meine Abstinenz immer weiter festigt.
Fast, aber nur fast könnte ich behaupten, eine kontrollierte Abstinenz zu bewerkstelligen.
Aber mache es nicht..kenne mich ja schon ganz gut, den unkontrollierten Spieler in mir .

Liebe Grüße         
   
 
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Offline Darksoul

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #10 am: 23.11.2020 22:33:14 »
Genau das ist eben das Problem. Ich würde auch mal behaupten, dass jeder Spieler es mit einem gewissen Grad an Kontrolle versucht hat. Eben weil er gemerkt hat, dass er schnell die Kontrolle verliert, aber das Spielen nicht aufgeben möchte und so quasi sich selbst versucht zu belügen, um weiter spielen zu können und eine Rechtfertigung dafür zu haben.

Früher oder später kommt der Kontrollverlust und der Wahn zurück..

Ich möchte das echt keinem madig reden, bei dem es "funktioniert", aber ich bin der Meinung, dass es bei einem pathologischen Spieler nicht funktionieren kann und zum Scheitern verurteilt ist, bei einem nicht süchtigen, der eben nur einmal im Jahr ins Casino geht, sind es ja völlig andere Voraussetzungen.. Das ist nicht vergleichbar, meiner Meinung nach.

Aus nur mal eben 20 Euro, werden schnell wieder Hunderte Euro und aus nur eben ne halbe Stunde zocken zum abschalten, werden 9 stunden täglich und der tägliche verzweifelte Versuch immer mehr und mehr Geld zu beschaffen, um spielen zu können.
 

Offline Andre12

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #11 am: 23.11.2020 22:57:13 »
Zitat Darkseol

Aus nur mal eben 20 Euro, werden schnell wieder Hunderte Euro und aus nur eben ne halbe Stunde zocken zum abschalten, werden 9 stunden täglich und der tägliche verzweifelte Versuch immer mehr und mehr Geld zu beschaffen, um spielen zu können.
[/quote]

Also, ja es kommt oft zum Kontrollverlust, aber das heißt nicht das ein Zocker sich automatisch Geld „beschafft“ zum Spielen. Für mich hieß es einfach , ich war pleite. Hatte aber auch oft, das Geld für Rechnungen, für essen und trinken sowieso verspielt. Das ging 30 Jahre, unerkannt und unerwischt .. so oder so kein schönes Leben .

André
 

Offline kelly

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #12 am: 24.11.2020 11:11:47 »
Danke für den regen Austausch  ;D

Wow Fred... Beeindruckend.. Dass du es so lange quasi kontrolliert geschafft hast

Und ja André ich stimme dir zu dass nicht jeder Zocker gleich ist... Manche werden kriminell andere auch nicht... Und manche sehen es sehr schnell ein

Mein Freund hat von der Therapie erzählt.. Da war einer in der stationären therspie mit dem Anfang 20 und hatte nur 3000 Euro Schulden.. Das ist echt schnell abbezahlt und wenn man dann die Finger davon lässt ist es ein kurzes dunkles Kapitel...
 

Offline Taro

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #13 am: 24.11.2020 14:38:16 »
Moin Fred,

das Du an Prof. Hand geraten bist  wusste ich nicht. Das tut mir Leid. Ich selbst bin nur durch Zufall nicht an Ihn geraten. Das UKE hat ja ansonsten einen tadellosen Ruf. Den Preis den die meisten Teilnehmer zahlen mussten war sehr hoch.
Wie Du schon schreibst, warum nur.

Taro
 

Offline Fred

Re: Kontrolliertes spielen?
« Antwort #14 am: 24.11.2020 15:49:15 »
Wow Fred... Beeindruckend.. Dass du es so lange quasi kontrolliert geschafft hast

Ich hätte deutlicher machen sollen, dass es die schlimmsten Jahre meiner Sucht waren.  8)
Der Kreis schließt sich erst wenn er vollendet ist !