Autor Thema: Grün ist nicht immer grün  (Gelesen 4535 mal)

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Offline Andre12

Re: Grün ist nicht immer grün
« Antwort #30 am: 03.05.2021 10:11:12 »
Moin,

hab gerade nochmal meinen  Thread " Wie lange dauert die Nachsorge ? " gelesen. Mein Leben lang! Das Thema ist also geklärt. ;). Es bezog sich da rein auf meine Spielsucht. Jetzt, heute losgelöst von meiner Spielsucht, würde ich diese Frage anders formulieren :" Wie lange muss ich auf mich achtgeben ? Auch hier : "Für immer "  Mein Acht geben auf mich, teilweise auf andere, meine Selbstreflektion und überhaupt die Betrachtung meines ganzen kleinen Lebens rückt immer mehr in den Vordergrund. Ich erwische mich oft bei Gedanken die sich im Kreis drehen, früher wäre ich weggelaufen ( Zocken, oder Fußball, hier war aber eher wichtiger, das eine  ;D Bier danach) Am nächsten Tag ging die gleiche leier wieder los. Heute lasse ich meine Gedanken kommen, bewerte sie kurz und wenn ich merke es wird zur gedanklichen Schleife, kümmere ich mich sofort darum. Ich kenn mich jetzt ja, weiß wie ich funktioniere. z.B. ich hatte einen sehr schönen Samstagabend, Sonntag morgen saß ich bei mir allein in der Küche. Sinnierte vor mir hin, beim Café. Gedanken wie: und heute ?, jetzt sitzt hier wieder, toll. Also Zettel raus: Liste erstellen Aufgaben für Sonntag. Fing an alles zu erledigen. Mittag gegessen und dachte so Couch fernsehen und gut. Im Hinterkopf schwirrte mir aber von meiner Liste  " Auto von innen putzen " rum. Ich raffte mich wieder auf und tat es einfach. Kam dann noch mit den Nachbarn ins Gespräch und das war auch nett.  Für mich ist es einfach verbindlicher, wenn ich meine Belange niederschreib. Erst Gedanken machen, dann aufschreiben, dann tun und machen. Klar habe ich das alles im Hinterkopf , was ich will und wollte, aber meine Synapsen und Automatismen im Kopf  sind die Spielergewohnheiten, das zurücklehnen, in Lethargie fallen, mich grämen, mich von schuld frei zu sprechen, was weiß ich, aber alles Dinge die mich vom tun abhalten und runterziehen. Vor allen Dingen halten sie mich ab, von mir selbst.  Der wichtigste Punkt hier ist für mich, das Gedanken machen, was will ich, was hab ich vor, was stört mich, was möchte ich ändern ? Das hilft mir ungemein und macht mich innerlich zufriedener, ( allein das Gedanken machen und das reflektieren) Nach der Erledigung sowieso.
Bei all meinen Tun und diese komische Coronazeit, schätze ich  heute  auch einfach ein Wort mit den Nachbarn oder ich trinke mit einem Kumpel (in)/ Freund (in) 3 Bier oder nur Café und tauschen uns einfach aus, das reicht mir und beschwingt mich und ich kann mich trotzdem um meine Belange oder gerade deswegen kümmern, das Extreme von früher fällt langsam weg. Alles was ich tat, war immer extrem. Schwarz oder weiß, hopp oder top..... usw.  Selbst meine Emotionen, Gefühle waren extrem: himmelhoch jauchzend, zu tode betrübt...
Das so meine Gedanken vom Wochenende. Also passt auf Euch auf.

Liebe Grüße  ( heute mal so )

André   
« Letzte Änderung: 03.05.2021 10:26:27 von Andre12 »
 
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Offline Andre12

Re: Grün ist nicht immer grün
« Antwort #31 am: 02.06.2021 10:43:02 »
Moin,

hatte mich, wie letztes Jahr berichtet, um eine freie SHG bemüht und auch gefunden. Nach 10 monatiger Verzögerung (C -Zeit ) fand sie nun statt. Mein erster Besuch stimmt mich sehr nachdenklich, eigentlich macht er mich wütend und unterm Strich würde ich behaupten es triggert mich an. Es wurde meiner Meinung nach widersprüchliche Aussagen getätigt, trotz langer Abstinenz (Ein Rückfall gab es kürzlich ), war so gut wie gar nichts schlüssig und sich mit Massnahmen beschäftigt wie nach 3 Tagen Spielfreiheit. Bin bei mir geblieben, merke aber heute extrem wie unruhig ich bin. Was steckt dahinter ?: Denke meine Angst, dass ich auch so bin, halt auf meine Art, ich mich in meiner Wahrnehmung befinde, wo ich denke ok, ich hab es ich konnte ja loslassen, bin mit mir im reinen oder nicht ? War es jetzt doch alles zu einfach ? Hört mein Spielerhirn nur : Guck André früher oder später hängste wieder vorm Automaten!!! Kannst auch heute schon aufgeben.... Oder ist es eher die persönliche  Konfrontation mit der Spielsucht? Oder einfach das ich dachte es ist weit weg ?  Oder das ich denke, es gibt welche die kapieren es nie und gehöre ich auch dazu ? Ich hatte vor Wochen ein Online-Meeting gehabt , das tat mir gut, da war das überhaupt nicht so wie heute oder wie direkt nach dem Besuch der SHG.
Nee ich laufe jetzt nicht zum Automaten oder sonstiges, bin gefestigt und für mich hab ich einfach fertig, stand heute, jetzt....   oder nicht ?
Ok, das stimmt mich alles nachdenklich, fast demütig.... bin froh das ich zur Zeit mich nicht mehr mit meinem Problemen von früher auseinander setzten muss, vor allen Dingen das ich eigenverantwortlich handeln kann  und eben nicht Dinge tue oder unterlasse weil ich mir selbst nicht vertraue...trotzdem habe ich ein beklemmendes Gefühl im Bauch.

LG
André

 
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Offline Jacky1

Re: Grün ist nicht immer grün
« Antwort #32 am: 02.06.2021 23:06:32 »
Hallo André ,

der einzige Grund warum Du wieder spielen würdest wäre Deine Suchterkrankung.
Ohne jetzt irgendjemanden abzuwerten, keine Ahnung warum man sonst in eine Spielhalle gehen sollte.
Als würde ein "Nichtalkoholiker" in eine Trinkhalle gehen um ein Glas Milch zu trinken.
In eine SHG geht auch keiner der mit der Spielsucht nicht konfrontiert ist.
Wenn Du Dich dort nicht wohl fühlst und es dazu führt in der Entwicklung stehen zu bleiben oder sogar zurück zu fallen, machte es keinen Sinn.
Eventuell ist es aber beim Erstbesuch noch nicht abzusehen und muss sich erst entwickeln.

Wie zu erkennen in Deinem Beitrag setzt Du Dich mit Dir auseinander....gut lieber  André.
Manchmal ist es nicht so schlecht, gefühlt wieder näher dran zu sein.
Da wird das Hirn nochmal geschüttelt und es ist einem dadurch etwas bewusster, wo die Reise nicht mehr enden sollte.

Was denkst Du warum ich hier im Forum jeden Tag bin?
Ich habe unglaublich viel zu tun und dennoch nehme ich mir diese Zeit.
Denn früher hatte ich auch unglaublich viel zu tun und fand immer etliche Stunden ...jeden verdammten Tag zum spielen.
Daher ist einer der Gründe, weil ich dadurch nicht entfernt werde, von der Materie und von mir selbst.
Ich habe keine Lust mich davon entfernen zu wollen, dieser Draht ist immer unter Strom.

Dein beklemmendes Bauchgefühl entsteht aus der Erinnerung, wem würde es auch nicht schmerzen bei einem solchen Vorleben.
Dahin möchte man nicht mehr zurück, früher oder später ?
So bleibt es alleinig der Kontrollverlust, der dies wieder ermöglichen könnte.
Du weißt wie er entstehen würde, somit ist zumindest diese Gefahr ja absolut kalkulierbar.
Willst Du Dich verbrennen, dann halte Deine Hand ins Feuer.

Nun könnten ja einmal Situationen entstehen, wobei es einem etwas stärker in das ehemalige Verhalten zieht.
Daraus resultiert ja auch eine Angst, wie eben wenn man daran denkt sich einmal zu verbrennen.

Darum ist es schon wichtig, weiter an sich zu arbeiten.
Und wie ja gut zu erkennen, bist Du voll dabei.
Falls Du Dich einmal in einer Halle wiederfinden solltest, wird es Dir schon klar, was Du da machst.
Denkst Du dann ist alles wieder verloren?
Doch nur dann, wenn Du es zulässt....als würde jemand in ein Feuer springen um zu verbrennen.

Für Dich lege ich meine Hand immer ins Wasser.  :)
Denn es kühlt und sorgt dafür, keine Brandblasen zu bekommen.
Demut, ja die ist wichtig, dadurch überschätzt man sich selbst nicht zu sehr.

Angst hingegen, entsteht in unserem Fall aus vergangener Erfahrung.
Ich habe keine Angst wieder einmal zu spielen, denn Angst sollten wir dabei nur vor uns selbst haben.
Auch habe ich keine Angst vor Feuer, ich weiß schon wie nahe ich dem kommen darf.
Und DU weißt es auch...

Grüß Dich


   
 
 
   
   
   
 
 
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Offline Andre12

Re: Grün ist nicht immer grün
« Antwort #33 am: 03.06.2021 10:01:28 »


Angst hingegen, entsteht in unserem Fall aus vergangener Erfahrung.
Ich habe keine Angst wieder einmal zu spielen, denn Angst sollten wir dabei nur vor uns selbst haben.
Auch habe ich keine Angst vor Feuer, ich weiß schon wie nahe ich dem kommen darf.
Und DU weißt es auch...




 

Moin, danke für Deine Worte. Es ist nicht die Angst wieder  zu spielen, oberflächlich mag es so erscheinen. Ich hab für mich soweit alles aufgelöst, ich habe für mich plausibel meinen unweigerlichen Weg in die Sucht erklären können, d.h. ich habe mir verziehen, losgelöst von allen etwaigen anderen "Schuldigen", die, wenn auch  mit Sicherheit  ungewollt, mich in die Sucht trieben, zumindest daran beteiligt waren, das ich da gelandet bin. Das ist so, alle gut. Letzen Endes trage ich alles in mir, ich bin es der empfindet, der bewertet, der oft auch verurteilt, so  beruht meine Angst auch auf : das ich, so wie ich bin, das alles was ich erreiche oder erreicht habe, nie genug ist..  das ich nie tief in mir glücklich werde, Liebe erfahre, gebe, geschweige annehmen kann. Genug, was ist denn für mich genug ? Weiß nicht ob ich das verständlich erklären konnte. Das Ich in mir, was mich in die Sucht trieb, das " Ich", das Ich nicht aushielt....macht mir Angst. Das Spielen loszulassen das habe ich und mache mir da tatsächlich nicht all zu viele Sorgen, das sich das jemals wieder ändern wird, ich bin ja hier oder kümmere mich anders das meine Krankheit nicht wieder ausbricht. Hm klingt wirr, ist wirr
Ok, ich buddele noch nen bißchen im Bauch. Versteht mich bitte nicht falsch, mir geht es richtig gut, im Gegensatz zu all den Jahren davor, ich freue mich jeden Tag wenn ich zu meiner Haustür reinkomme, auch wenn keiner da ist, ich richte mich da so ein wie ich es mag.. Ich habe ein privates Umfeld, mir sind ganz andere Dinge wichtig geworden, dennoch brachte mich dieser SHG-Besuch in die Situation nochmal genauer hinzuschauen.. Vielleicht habe ich auch einfach vergessen mich abzugrenzen und nahm alles als meins...  :)
 
Lieben Gruß

André
« Letzte Änderung: 03.06.2021 10:25:16 von Andre12 »
 
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Offline Jacky1

Re: Grün ist nicht immer grün
« Antwort #34 am: 03.06.2021 17:24:09 »
Hallo André,

Das Ich in mir, was mich in die Sucht trieb, das " Ich", das Ich nicht aushielt....macht mir Angst.

Irgendetwas muss halt auch geschrieben werden, zwischen den Zeilen meiner Antwort steht eh schon alles gut lesbar.
Die ersten 12 Bände "Psychologie  für Anfänger" eh inbegriffen.  :)
Schon klar das es um Momente geht, die einem erst dazu verleiten könnten, was auch immer dann kommen mag.
Das Gute daran hier zu schreiben, dass meist der interessierte Leser nur zustimmen kann.
Emotionale Steuerung eh der Ursprung unseres Verhalten.

.....oberflächlich mag es so erscheinen ....
Egal welche Wörter vorne oder hinten auch kommen mögen...
Unterschätz da mal nicht die Gemeinde, welche hier zu genüge vertreten ist.

Grüß Dich   

 
« Letzte Änderung: 03.06.2021 23:31:37 von Jacky1 »
 
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Offline Andre12

Re: Grün ist nicht immer grün
« Antwort #35 am: 03.06.2021 18:54:42 »
Moin Jacky, mein Freund ,
Ich schrieb über meine Oberflächlichkeit, falls es das war was Dich störte ..
Ich bin immer froh über jeglichen Austausch unserer Gedanken , über neue Ansätze ... von jedem hier!
Lieben  Gruß
André
 
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Offline Jacky1

Re: Grün ist nicht immer grün
« Antwort #36 am: 03.06.2021 19:04:29 »
Wollt halt auch einmal kurz zünden.  :)

Alles gut und bestens.

Grüß Dich
 
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Offline Taro

Re: Grün ist nicht immer grün
« Antwort #37 am: 03.06.2021 23:40:09 »
Moinmoin,

Wichtig finde ich,  dass ich ich mich in der SHG zeige.  Was auch immer mich stört, ich bemühe mich es zu kommunizieren.  Im Meeting zu sitzen, genervt oder wütend zu werden was ältere Freunde da reden (früher)  oder neuere Freunde die plötzlich stinksauer auf mich sind, genau das hat einen hohen Wert. Da genau findet nämlich in mir eine wertvolle Entwicklung statt. Wichtig ist nur, nicht wegzulaufen und wieder zu kommen.
Taro
 
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Online Fred

Re: Grün ist nicht immer grün
« Antwort #38 am: 05.06.2021 09:09:03 »
Moin Andre ... wollte das ja nicht unkommentiert lassen.

Mein erster Besuch stimmt mich sehr nachdenklich, eigentlich macht er mich wütend und unterm Strich würde ich behaupten es triggert mich an.


Wütend ist für mich ein Trigger .. es triggert mich die Leute daran zu erinnern, dass man nie auf jemanden wütend sein kann, oder von jemandem enttäuscht sein kann. Auslöser ist hier immer die eigene Erwartung.
Wenn die nicht erfüllt wird, sind wir wütend oder enttäuscht.
Passe deine Erwartungen an und du wirst eher befreit an weiteren Meetings teilnehmen können.

Es wurde meiner Meinung nach widersprüchliche Aussagen getätigt, trotz langer Abstinenz (Ein Rückfall gab es kürzlich ), war so gut wie gar nichts schlüssig und sich mit Massnahmen beschäftigt wie nach 3 Tagen Spielfreiheit.

Warum regt es dich so auf, was andere sagen ? Oder wieviele Tage diese spielfrei sind.
Ich behauptete von mir selbst bereits am 1. Tag, dass ich jetzt "spiefrei bin" und nie wieder spielen werde.
Auch dass wurde natürlich gelegentlich zerrissen.

Bin bei mir geblieben, merke aber heute extrem wie unruhig ich bin. Was steckt dahinter ?:

Andre, ganz wichtig für dich an diesem Punkt. Stelle und beantworte diese Fragen für dich selbst.
Warum bin ich wütend ?
Was habe ich erwartet ?
Warum beunruhigt es mich ?

Ich kann dir schon einen Tipp geben. Bisher war alles "weit weit weg" ... in deinem Kopf.
"Einfach" nicht gespielt ... man ist ein Nichtspieler.

So einfach ist es nicht und deine Reaktionen zeigen dir das ganz deutlich.
Konfrontiert mit der Realität willst du weder dazugehören, wirst unruhig, wütend und weiß der Teufel was noch.

Andre, für mich ist das ein ganz deutliches Alarmzeichen.
Mehr als dich darauf hinzuweisen kann ich nicht tun.
Der Kreis schließt sich erst wenn er vollendet ist !
 
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Offline Andre12

Re: Grün ist nicht immer grün
« Antwort #39 am: 05.06.2021 09:32:07 »
Moin Fred,
viele Punkte die Du ansprichst, sehe ich genauso ...oder ähnlich.
Denke das ich nicht soweit bin, wie ich gedacht habe. In der Halle sehe ich mich nicht, und tue alles dafür das es auch so bleibt.
Denke aber auch, das trotz 14 monatiger Abstinenz, ich mich , wie soll ich sagen?  „auf dünnen Eis“ bewege.
Danke nochmal für Deinen Hinweis.ja mehr kannst nicht machen .. aber auch das ist schon ein Menge .

Hm, es war schon eine Menge Aufarbeiten, Steine umdrehen ..bis ich loslassen konnte und „ einfach nicht gespielt habe“ 😉
Denke das ich genau das gesehen habe in der SHG, den Ansatz einfach nicht zu spielen und das machte mich wütend, da ich das a. So nicht konnte und b. das als nichts dauerhaftes halte ...

Schönes Wochenende

Lieben Gruß

André
 
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Offline Andre12

Re: Grün ist nicht immer grün
« Antwort #40 am: 02.07.2021 08:42:44 »
Moin,

meine SHG ist 14 tägig und jetzt 2 mal hintereinander ausgefallen... ich konnte mich bis jetzt also nicht nochmal in die Situation begeben.

Die lieben Erwartungshaltungen scheinen oder sind ein Problem von mir. Ich denke da nicht genug drüber nach, sondern handel und denke oft situationsbedingt, impulsiv. Sehe immer viele Dinge nicht oder will sie auch nicht sehen. Denke ich hab mein Schema im Kopf und sobald von außen anders gehandelt oder geredet wird, werde ich unruhig, merke dann auch, dass ich innerlich noch lange nicht so gefestigt bin, wie ich denke und nehme viele Sachen gar nicht  wahr, positive wie negative.
Merke an mir selbst das ich noch zu wenig bewusst lebe, sondern immer noch oft im Strom schwimme..... damit meine ich noch zu viel bei anderen bin, nicht bei mir selbst. Diese Denkweise zu ändern fällt mir auch schwer, also es wird schon alles besser und ich lege nicht so Wert drauf überall  "dazuzugehören" aber merke ich möchte noch mehr bei mir sein. Ich bekomme aus meinen Freundeskreis ungefragt positive Rückmeldungen, ( von denen die von meiner Spielsucht wissen) sagen mir auch das ich mich verändert habe. Ich selbst merke das ich Aussagen impulsiv tätige und im nächsten Atemzug gleich revidiere.  Wenn ich ehrlich bin, ist alles viel einfacher, die Schwierigkeit für mich ist das zu automatisieren, zu erkennen.. aber es wird.
Auch Dinge anzunehmen, Komplimente aber auch Kritik fällt mir immer noch schwer.
Gestern Couch endlich bekommen. Montag kam Schreiben von der Firma "bitte halten Sie den 4 stelligen Betrag bereit oder zahlen Sie bequem mit Karte beim Fahrer". Ja, vor 2 Jahren hätte ich  keine Couch bestellt, oder nur auf Druck von Freundin, wäre dann 2 Tage beschäftigt gewesen das Geld unentdeckt aufzutreiben oder wäre jetzt Pleite für den Monat, oder, oder, oder . Ich habe dann gestern einfach meine Karte genommen emotionslos bezahlt und gut.... Erst heute morgen konnte ich das wenigstens etwas wertschätzen.....  auch das zeigt mir, das ich noch nicht ganz bei mir bin, wenn jdm von außen sagen würde , eh wie geil ist das denn, das Du das kannst... hätte ich mich gefreut über die Aussage, aber auch nicht über die Couch  ;) Der Drang nach äußere Anerkennung ist immer noch ausgeprägt.  Hier setzte ich weiter an und versuche mich noch mehr davon frei zu machen.

Ich wollte das mal so loswerden, was mir manchmal durch den Kopf schwirrt.

Ein schönes Wochenende

André
 
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Offline Andre12

Re: Grün ist nicht immer grün
« Antwort #41 am: 21.07.2021 09:58:58 »
Moin,

so wohne jetzt 3,5 Monate in meinem neuem Zuhause. Ist ja nur ein paar Kilometer entfernt vom alten, habe mich gut eingelebt. Mein Fußballverein ist im selben Ort und kenne  hier viele. Deko fehlt noch ohne Ende ( dezenter Hinweis von allen weiblichen Personen ) und  ein paar Möbel. Beruflich läuft es auch soweit ganz gut. Mit meinem Privatleben bin ich noch nicht ganz zufrieden, fehlt mir noch so ein bisschen Struktur. Gerade  am Wochenende fehlt mir irgendwie die Richtung oder Ziel, da möchte ich noch was finden was mich persönlich ausfüllt. Fußballtraining habe ich auch wieder aufgenommen.

Zwischenfazit meiner Vorsätze 2021 ( siehe Allg.Diskussion, was nimmst Dir fürs nächste Jahr vor ? )
1.Für meine Gesundheit habe ich das Rauchen reduziert, habe mein Rehasport gemacht sind jetzt 46 Einheiten um. Achte mehr auf meine Ernährung (Obst, Wasser statt Café )  wieder aktiv Fussball
2 Für meine innere Zufriedenheit, achte ich extrem drauf ehrlich zu sein, habe überhaupt keinen Kontakt zur Ex, gönne mir eine  komplette neue Wohnungseinrichtung, unterstützte neben  Unterhalt meine Tochter  ( Laptop, wegen HS, Fernseher, Klamotten, Urlaub )

Hier gibt es noch genug Punkte die ich angehen kann: Ich komme nicht mehr so richtig emotional an meine Tochter ( 14 ) ran, mag am Alter liegen ist , denke aber auch oft, das es an mir liegt, mache ich was falsch? Hat sie Angst mich zu enttäuschen, bin ich so wie meine Eltern???? Hilfe ???  Auch mein Freundeskreis beläuft sich viel auf Treffen und Bier trinken .... was auch mal schön ist, aber nicht befriedigend. Wie oben erwähnt,  Dinge die ich nur für mich mache, gehe ich noch zu wenig an. Bzw. finde ich nicht so richtig, da schaue ich derzeit genauer hin.

Dann hatte ich ja das letzte mal meinen Besuch in meiner neuen SHG angesprochen. Die 2 war jetzt immer noch nicht. Das sie immer wieder ausgefallen ist und nur 14 tägig stattfindet. Ich fühlte mich da  überhaupt nicht wohl, ging  meiner Meinung nach um die Aussagen, die Handhabung der Sucht von den beteiligten Personen what ever.....  Mit einem bisschen Abstand ist mir aufgefallen, das die SHG 300 Meter von meiner Stammhalle stattfindet und 1 km von allen anderen in der ich regelmäßig Gast war, auch bin ich früher oft direkt von der SHG ( die war damals von der ATS organisiert und 40 km entfernt) oder vor der SHG in meine Stammhalle gefahren. Im Unterbewusstsein hat sich mein Zockerhirn mit den Aussagen, die meinen von früher ähnelten oder auch 1 zu 1 , wohl daran erinnert und triggerte mich, auch das mir dadurch bewusst wurde, wie nah ich immer noch dran bin... ich denke das spielt zusammen betrachtet  eine Rolle. Ich bin gespannt wie ich damit umgehen kann, wenn ich mir dessen bewusst bin. Bei meiner Auswahl der SHG habe ich nicht eine einzige Sekunde da drüber nachgedacht und auch nicht als ich da saß, ich wollte auch nicht zocken gehen danach. Dieses Thema werde ich beim nächsten Mal ansprechen und sonst suche ich mir eine neue freie SHG.


P.S. Beim Durchlesen fällt mir auf: Beim Punkt 2 Innere Zufriedenheit habe ich was vergessen: Ich spiele nicht mehr.

LG
André



« Letzte Änderung: 21.07.2021 10:52:20 von Andre12 »
 
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