Autor Thema: Ich bin verantwortlich  (Gelesen 9591 mal)

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Offline haraldjunki

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #150 am: 27.03.2021 14:57:09 »
Hallo Jacky!
Ja! und Klamotten, Gürtel, Sonnenbrillen, elektronik, im Grunde detselbe wat auch de ganze Shoppingsender mit de bekannte Namen, verkoffen, nur mene Ware ist bessere Qualität ;)

De Witz is och der, ik broch "Google" oder "Youtube" nur aufzumachen und werd mit de neuesten Angebote von "Alie...., Am..., Wi..., eB..." per "ADs" regelrecht überhäuft, darunter Voll-Blender Ware, teure Elite-Fakes, "Hommagen", man globt et nicht, de scheinen es ja alle mit Datenschutz und Legalität nicht so genau zu nehmen ;D De letzte paar Dutzend Warenposten hab ik dann och os Solidarität, wenn et ging, mit PP bezahlt, hab nix gegen de Leute, oder soll ik wie früher zu Fuss laufen um de Ware zu bezahlen :o

Damals de Grundidee für de Blender, wann war det noch? ik men 1984, war übrigens nicht ne Geschäft dami offzubauen, sondern Gläubiger zu beruhigen, weste, dem drück ik dann de Uhr in de Hand, "nimm erst ma die, ne Rolly, det Geld hab ik nächste Woche!" ;D

Det ik dann später bei jeder sich bietende Möglichkeit versucht hab, ne Uhr zu verkoffen, det is natürlich klar ;D Gekofft hab ik de Ware damals vor allem in Holland, de Mutter hab ik dann wat von "Geschäftsreise" oder halt enfach ne Urlaub erzählt, war och immer ne schöne Gelegenheit en paar Wochen us Berlin roszukommen.

Tja, de Mutter hat bis zum Tod gedacht, ik ging jeden Tag arbeiten  ::) Hab ihr nie was von Arbeitslosigkeit oder gar Spielsucht erzählt, de "Sauferei" konnt ik aber nicht verheimlichen  ;)

Als mene Mutter dann gestorben war, ik hab mir direkt nach de Beerdigungsfeier erstmal fast ins Koma gesoffen >:( zwe Wochen ging det so, de Rechnungen lagen übersll off de Küchentisch herum :(, bis ik mir dann erstmal verdrückt ham ;)

schönet Wetter heut, hoffentlich blebt es so,

Servus wa! Harald J.von ne Parkbank us Berlin!
 
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Offline Taro

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #151 am: 28.03.2021 11:27:15 »
Moinmoin,

schön von Dir zu lesen Harald!
Kurze Zeit vergangen, der Kopf ist wieder mit dem Leben beschäftigt. Ich weiß und fühl genau, in meinem Leben würde sich auch mit einer grossen Menge Geld nichts ändern. Ich muss nie für etwas sparen, habe genug Geld mir meine Wünsche zu erfüllen. Es gibt soviel wichtigeres als Geld. Die Liebe zu Menschen, und dem Leben, in der Regel sind die wirklichen Abenteuer immer kostenlos. Lediglich an und Abtransport muss finanziert werden.
Meine regelmäßigen Bäder im See genieße ich nach wie vor sehr. Die Temperaturen steigen langsam.
Der Ideale Ausgleich zum Corona Stress. Meine Kinder fordern mir viel ab, ich bemühe mich den gerecht zu werden.
Homeoffice genieße ich sehr, kann ich da doch auch in der Mittagspause schwimmen gehen. Nur mit dem abnehmen, da komme ich nicht richtig ran. Aber alles hat seine Zeit, irgendwann wird das auch kommen.

Taro
 
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Offline Allesaufanfang

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #152 am: 28.03.2021 20:50:10 »
Hey Taro,

meine Kinder verlangen mir auch viel ab. Ich denke jeden Tag was für ein Glück ich hab.. alles richtig gemacht! Egal wie anstrengend es ist. Und wie du genieße ich die freie Zeit. Nicht mit Baden im See sondern mit Feuer im Garten. Gerade sitze ich hier.. das Leben ist gut. Ich bin Spielfrei und bin sehr glücklich darüber. Ich wage nicht zu sagen ob ich über den Berg bin, aber der Moment ist toll.
LG
 

Offline Jacky1

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #153 am: 30.03.2021 01:18:14 »
Hallo,

im Grunde verliert Geld an Gewicht wenn man genug davon hat und die Konzentration kann sich dann auf wesentlichere Dinge richten.
Absolut gibt es wichtigere Dinge als Geld, doch der Alltag gestaltet sich ja schon anders.
Wahre Werte wie Familie, Liebe , Freundschaft usw...haben durchaus einen enorm höheren Stellenwert.
Dies weiß aber auch der Bettler in der Fußgängerzone und bei jedem Euro mehr im Hut ändert dies auch nichts.
Arm zu sein ist keine Schande, doch es würde mich schon sehr wundern, wenn man dies auch immer bleiben möchte.
Wahre Werte hängen nicht am Reichtum, reich zu sein bedeutet auch nicht ein kaltes Herz zu haben.

Geld ist wichtig für mich, nicht so wichtig wie andere Dinge, doch stehe ich jeden Tag auf um welches zu verdienen.
Als pathologischer Spieler in meiner aktiven Zeit war Geld nur das Benzin für meine Sucht.
Dennoch brauchte ich es auch für andere Dinge!

Heute könnte ich schon damit zurecht kommen meine Kleidung im Takko und meine Lebensmittel in einer Tafel zu kaufen.
Dies ist aber nicht die Frage, eher was kann ich tun um dies zu verhindern ?
Und solange mir dies auch möglich, werde ich es vermeiden.
Natürlich ist dies nicht jedem möglich, warum auch immer.

Reiche Säcke sind nicht alle dekadent.
Aktive Spieler...kaum könnte sich jemand dekadenter verhalten als sie.
Aber es war nie das Geld, dass "uns" krank machte!
Doch eher Mängel in eben jenen Werten, die viel wichtiger sind als Geld.

Jeder kann mein Geld haben...mir egal, ich gebs aber nicht her!
Machen "wir" uns doch nichts vor , ein freundliches Wort ist leichter zu geben als ein paar Euros für einen Armen.
Sicherlich spenden "wir" sind Paten und sorgen auch für finanzielle Nachhaltigkeit.
Aber niemals soweit dass wir dadurch nur annähernd in jene finanzielle Not kommen.
Auch kenne ich einige, die liebende Menschen häufiger wechseln als ihre Hausbank.
Oder... 3 mal geschieden, in jedem Hafen eine Braut aber immer noch bei der Sparkasse.  :)

Liebe Grüße 
   
 
 
   
 
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Offline Taro

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #154 am: 31.03.2021 00:09:39 »
Moin moin,

was für ein schöner Beitrag Jacky. Geld ist bei weitem nicht das wichtigste und doch gebe ich dafür oft viel zu viel Aufmerksamkeit. Ich liebe meine Frau und doch bekommen wir immer wieder Streit weil Sie auch nach 16 Jahren noch immer nicht die Zahnpastertube aufrollt. Oder andere Themen auf einem mit der Tube vergleichbaren Niveau. Letztlich muss ich hinterher immer wieder darüber lachen das ich kurz vor dem Auszug erst bemerke das es nur um eine Zahnpastertube geht und Sie sie schon immer so ausgedrückt hat. Und das verückteste, seit 30 Jahren kommt in der ein oder anderen Form das Thema Zahnpsta immer wieder auf den Tisch in der SHG. Wie einfältig ich doch bin.

Ich glaube Petrus war gerade beim Netze knüpfen als Jesus Ihn aufforderte Ihn zu folgen und er folgte. Er fragte nicht nach finanzieller Sicherheit. Würde ich das auch tun? Puh, Gebe ich soviel das ich in finanzielle Not komme? Nein.
Genau das ist etwas was ich mir öfters anschaue und ich bin tatsächlich ziemlich feige. Ich bin mir sicher, es wäre gut meine Netze Netze sein zu lassen und den für mich richtigen Weg zu gehen.

Als ich aufhörte mit dem Spielen, versprach ich mir nicht mehr wegzulaufen. Das bedeutet das ich Menschen die mir lieb und wichtig sind eben nicht mehr Wechsel. Weder wegen einer Zahnpastertube, noch wegen persönlicher Angriffe. Mein Problem zu meiner Spielerzeit, als ich gerne weggelaufen bin war ja genau, egal wo ich auch immer hingelaufen bin ICH war trotzdem dabei. Das größte Problem in Konflikten bin ja geraden bei mir lieben Menschen immer ich und nicht mein Gegenüber.

Vieles meines Handeln ist so widersprüchlich, ich kann es sehen und doch kann ich es nur ganz langsam ändern. Dafür besuche ich die SHG und auch einen Bibelkreis um mich immer ein Stück mehr zu trauen.

Taro
 
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Offline Andre12

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #155 am: 01.04.2021 22:11:00 »
Moin,
na, ja zum Thema Geld .... es ist schwierig für mich, mich darüber zu äußern, versuche mal meine Gedanken dazu zu schreiben : ja,  Geld ist nicht alles : Freundschaft , Liebe , Halt , Erfahrungen kann ich nicht mit Geld bezahlen , oder ernsthaft bekommen . Doch ist es wichtig für mich es zu haben : ich kann meine Miete bezahlen , ich kann mich und meine Tochter ernähren , ich kann ich selbst sein, muss mich nicht anpassen und jdm mehr Aufmerksamkeit schenken weil er mehr Geld hat oder weil er Geld hat , ich kann mich selbst versorgen , brauche keinen anbetteln ( unseren sozialen Staat oder wen auch immer ) es gibt mir Freiheit , befreit mich einerseits von gesellschaftlichen Zwängen und anderseits eben genau nicht. Erst wenn ich Geld habe, kann ich mich  auf die wichtigen Dinge konzentrieren und mich entwickeln . Ich denke die Wertschätzung des Geldes zu erlernen , war für mich sehr wichtig , zu wissen ein Millionär ist nicht automatisch glücklich ,aber  zu sehen
das ein gewisser Grad an Geld zu haben , mich das erst erkennen lies...

Lg André
 
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Offline Fred

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #156 am: 02.04.2021 10:09:36 »
im Grunde verliert Geld an Gewicht wenn man genug davon hat und die Konzentration kann sich dann auf wesentlichere Dinge richten.

Ich kenne beide Seiten und kann dem nur zustimmen.

Die Zeiten in denen wir nachrechnen mussten, ob wir uns Lachs oder Nordseekrabben leisten können, sind lange vorbei.
Die Erinnerung daran verblasst zusehends.
Das Gefühl, dass sich der gesamte Alltag darum dreht, wie man den Monat über die Runden kommt, allerdings nicht.

Daher bin ich dankbar in der Komfortsituation zu sein, dass ich darüber nicht mehr nachdenken muss.
Und wenn man es nicht mehr muss, widmet man sich in der Tat völlig anderen DIngen im Leben.

Dies sind Erfahrungen, die viele Menschen nicht erleben können. Ein finanziell mehr oder weniger entspanntes Dasein.
Daher wäre ich für ein pauschales Grundeinkommen, aber das ist ein anderes Thema.

---

Dieses "Geld ist nicht alles"-Mantra will ich allerdings nicht so unterschreiben.
In dieser (westlichen) Welt in der wir aufgewachsen sind ist Geld einfach unabdingbar.
Das gesamte soziale Leben ist darauf ausgerichtet Geld zu haben.
Hat jemand dies nicht, ist er auch gleichzeitig von unserem ach so tollen sozialen Leben ausgeschlossen. Zumindest in weiten Teilen.

Meine Frau stammt ja aus einem anderen Kulturkreis. Die Menschlichkeit, die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt ist dort sowas von anders als bei uns, dass ich es nicht einmal versuche zu beschreiben.
Da wird einem (leider) so krass vor Augen geführt, wie abgefuckt abhängig vom Geld wir im "tollen Westen" unsere Zeit verbringen (oder gar verschwenden ?)

Es wäre schon schön, wenn "wir" dem Geld nicht mehr diese Wertigkeit geben würden
Aber ich hätte nicht mal eine Idee wie man das anpassen könnte
Der Kreis schließt sich erst wenn er vollendet ist !
 
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Offline medea888

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #157 am: 02.04.2021 13:11:11 »
Moin,

Also ich habe sowohl in meiner Familie als auch in meinem Beruf erfahren können, dass auch zuviel Geld den Menschen negativ verändert. Ich reagiere schon immer auf Geiz und Gier extrem ungehalten und halte mich selbst für einen großzügigen Menschen. Ich denke Geld sollte einfach keinen zu großen Stellenwert einnehmen, dennoch ist es so, dass bei Armen und bei Reichen Menschen Geld immer mehr Mittelpunkt hat.
Für mich stand Geld in meiner aktiven Zocker Zeit Geld im Mittelpunkt, aber nicht das Geld selbst, sondern die Beschaffung des Suchtmittels und das Verstecken des Mangels war Mittelpunkt.
Heute, wo ich die Geldsorgen hinter mir habe achte ich gar nicht mehr darauf, ich schaue kaum auf mein Konto und habe immer wenig Bargeld bei mir. Im Grunde müsste ich mich längst darum kümmern, wie ich Geld anlegen sollte, aber das Kümmern um Geld erscheint mir Zeitverschwendung, wie absurd hat sich doch noch bis vor 1,4 Jahren alles darum gedreht...

Ich merke dennoch, dass etwas zu besitzen mir immer weniger wichtig wird, ich brauche keine neuen Klamotten oder Handys oder einen neuen Fernseher. Zu wissen, dass ich alles ohne Probleme kaufen könnte beruhigt mich dennoch unterschwellig.
Aber ich bin froh, dass Liebe, Freundschaft, Kultur, Musik, Natur nun Mittelpunkt meines Lebens sein können.
Und Fred muss ich zustimmen, ich wünschte unser Land wäre nicht so stark Geld geprägt und andere Werte würden wieder mehr im Mittelpunkt stehen.
Allen einen ruhigen schönen Karfreitag
Eure Medea
 
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Offline Taro

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #158 am: 03.04.2021 20:13:11 »
Moin moin,

vielen Dank für eure Beiträge. Vor vielen Jahren fragte ich einen Freund nach einem gemeinsamen Abend, er antwortete, er hätte gerade kein "Actionpapier". Ist es so? Kein Geld kein Action? Mein Kopf will es mir erzählen, meine Erfahrung sagt mir aber genau das Gegenteil. Meine besten Urlaube waren die mit fast kein Geld. Zelten auf Fehmarn ganz ohne Geld, nur einen Becher dabei usw,. Zur Zeit sind Kulturelle Veranstaltungen kaum möglich, richtiges Leben ist aber immer das äquivalent zur Bezahl Veranstaltung. Klettergarten gegen Bezahlung oder im Wald alleine in die Bäume. Es gibt soviele Beispiele, ich habe es nur noch immer so im Kopf das ich für Action Papier auf der Bank brauche.
Selbst mit Harz IV kann man gut leben, wenn man es denn nicht für alk und Zigaretten verwendet.
Nichts desto trotz fühlt es sich gut an immer ausreichend Geld zu haben. Ich habe da sogar einen ausgesprochenen hau weg. Wenn es mehr wird dann wird das automatisch zum neuen Standard als mindestreserve. Ich habe gerade heute meine Frau gefragt was Sie meint wieviel Geld wir haben, Geldanlage ist meine Aufgabe. Sie hat mächtig daneben gelegen, es interessiert Sie einfach nicht. Das könnte mir nie passieren.

Taro
 

Offline TAL

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #159 am: 04.04.2021 21:44:33 »
Hoi,

ich las eben einen der letzten Sätze im Chat. Geld, Beziehungen, Liebe, Zugehörigkeit und Abgrenzung sind auch bei mir Themen, bei denen ich oft genug wieder über mich selbst und meine Wand im Kopf falle. Hinzu kommen noch die hier thematisierten Dinge wie Demut, Dekadenz und Menschlichkeit. Und die Suche nach den 'wahren Werten' (wo liegen die überhaupt? Eine interessante Frage).

Mhh. Ja. Je weniger man sich über Geld Gedanken machen muß, desto besser. Ich tue das auch nicht (mehr). Medea hat das ganz gut beschrieben, so geht es mir auch. Ironischerweise bin ich bei uns zu Hause auch derjenige mit den Ersparnissen, und meine bessere Hälfte weiß nichtmal, wieviel es ist. Bei mir ist es aber kein Anlegen, sondern eher 'Weglegen'. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Als Kind konnte ich sehr lange überhaupt nichts damit anfangen. Andere kauften sich Süßigkeiten, Sammelkarten oder irgendwelche Plastikfiguren. Ich packte mein vergleichsweise schmales Taschengeld dann einfach in eine schöne Kiste, bei der ich immer genau wußte, was drin ist. Das hatte mehr mit Ordnung und Übersicht zu tun, als mit dem Gedanken an die Kaufkraft. Hab's halt irgendwie 'gesammelt', wie so viele andere Dinge damals auch. Meine Mutter fand diese Kiste eines Tages, das war mir extrem unangenehm. Sie war erstaunt darüber, und sagte, das solle nicht rumliegen. Dann wollte sie es mir wegnehmen. Sowas täte man auf ein Sparbuch. Am nächsten Tag ging sie mit mir zur Bank. Ich wollte das nicht, habe nicht verstanden, wie und warum man Geld in ein Buch tun sollte, das fällt doch raus... so eine Kiste ist doch viel praktischer. Hinterher hatte ich dann ein kleines rotes Büchlein mit Zahlen drin. Das war doof, unsinnig und uninteressant. Ich mußte das zukünftig also besser verstecken.

Irgendwann in meiner Jugend dachte ich dann auch, finanziell 'mithalten' zu müssen, bei Dingen, die mir eigentlich zuwider waren. Aber so ist das eben. Das nennt sich 'normal'. Dafür brauchte ich dann doch Geld.
Was das 'Sozialleben' angeht, stimme ich Fred also zu. Dafür ist Geld unabdingbar.
Eine Zeitlang dachte ich das zumindest. Und selbst heute empfinde ich es als beruhigend, zu wissen, daß ich könnte, aber nicht muß. Etwas nicht zu tun ist meine freie Entscheidung, und keine Frage des Geldes mehr. Die Zeiten, wo ich Geld 'organisieren' mußte, um den Schein zu wahren, sind vorbei.

Ich bin nicht in Reichtum aufgewachsen - ganz im Gegenteil. Das Ganze war etwas kompliziert, aber ich glaube, darüber habe ich schonmal geschrieben.
Bei mir begann es also erst vor ein paar Jahren, finanziell bergauf zu gehen. Vorher kannte ich so etwas wie 'Überschuß' gar nicht... auch wenn ich es mein Leben lang Anderen vorgespielt habe. Für mich war es beruhigend und gefährlich zugleich, besonders am Anfang. In gewisser Weise war es gut, daß ich zu dem Zeitpunkt schon eine Weile spielfrei war. Davor hatte ich mich lange gefürchtet. Zurecht.
Nun ja. Ein vergleichsweise langer Weg bis dahin. Andere schaffen es gar nie, obwohl sie deutlich mehr dafür getan haben als ich, und es sich verdient hätten. Mit Gerechtigkeit hat das nicht viel zu tun.

Wenn mich das Verhalten (oder besser gesagt die Reaktionen) Anderer verwirrt, sagt meine bessere Hälfte manchmal augenzwinkernd zu mir: "Eigen- und Fremdwahrnehmung differieren da womöglich?!". Ja, das stimmt. Außenwirkung spielt auch beim Thema Geld eine große Rolle. Bezeichnend ist es, wenn wir zu einer Wohnungsbesichtigung gehen. Meine bessere Hälfte direkt von der Arbeit im Casual-Look... und dann noch ich. Das ist schon ziemlich witzig, wenn wir erst so abgefertigt werden, verglichen mit der plötzlich auftretenden Freundlichkeit, sobald wir den Zettel mit den Angaben zum Einkommen ausgefüllt haben. Das ist nicht immer so, aber schon recht häufig. Wir sind auch schonmal eine halbe Stunde in einem Autohaus komplett ignoriert worden, weil man uns wahrscheinlich für Gaffer hielt. Meine bessere Hälfte sprach den Verkäufer schließlich an, welcher darauf pampig und lustlos reagierte, einen kurzen Standarttext zum Aufbau des Schauraums runterratterte, dann behauptete, er hätte jetzt einen Termin und deshalb keine Zeit, sich demonstrativ wieder hinter sein Pult stellte, in die andere Richtung sah, und einen Tratsch mit seiner Kollegin anfing. Wir sind dann gegangen. Okay dann eben nicht. Ich finde sowas immer sehr lustig und durchaus interessant.
Geld und Oberflächlichkeit macht schon viel aus, auch in der Art und Weise, wie man behandelt wird. Ich habe das nur eben überhaupt nicht drauf, und es gibt wichtigeres im Leben, als Leuten, die man gar nicht kennt, den 'richtigen' Eindruck zu vermitteln. Das habe ich schon lange aufgegeben... ich bekomme es sowieso nicht hin.
Ich brauche auch nicht ständig neue Dinge.
Mir ist das ganz einfach egal, weil es keinen Sinn macht, dennoch wird meine Einstellung gerne mit 'Geiz' oder zumindest Knauserigkeit verwechselt. Das ist aber Unsinn. Jeder kann machen, was er will, auch innerhalb der Beziehung. Daß ich etwas nicht nachvollziehen kann, heißt ja nicht, daß ich dagegen bin, wenn es andere tun. Besonders dann nicht, wenn es mich überhaupt nichts angeht. Da muß sich doch keiner rechtfertigen.
Bei größeren Anschaffungen liegt das Problem für mich auch oft darin, daß ich ewig für eine Entscheidung brauche.
Ich brauche nicht viel (Aber ja, es beruhigt mich ebenfalls, zu wissen, daß ich jederzeit genug hätte). Meine Ausgaben ändern sich nicht, auch wenn die Einnahmen steigen. Meine nach außen komische Einstellung zu (und Handhabung von) Geld erscheint für Andere oft irritierend und sinnlos - gerade zu Hause. Auf der anderen Seite sind die Schlüsse, die Andere daraus ziehen, für mich schon sehr abstrus und befremdlich - und ziemlich weit gefehlt.

Mich stört sowas aber auch eher weniger, denn ich hatte (und habe) etwas anderes, von dem ich heute weiß, daß es für mich unbezahlbar wertvoll ist - die Menschen in meinem näheren Umfeld. Ich kann mich auch sehr gut an Kleinigkeiten 'aufhängen', die mich wahnsinnig machen. Ganz besonders, wenn ich dann hinterher auch noch erkenne, daß jemand es bewußt mit Absicht gemacht hat, um mich zu ärgern. Sofern man mir das sofort sagt, kann ich dann nach anfänglichem Ärger sogar ganz gut über mich selbst lachen. Meist ist es aber keine Absicht - von beiden Seiten. Und so sehr es mich auch 'nerven' kann, die positiven Dinge überwiegen. Deshalb bleibe ich dabei, auch wenn es mal eine zeitlang mal mehr negative sind. Das hängt dann ja auch zu einem großen Teil mit mir selbst zusammen. Komplette Harmonie gibt es eh nur im Märchen. Und meine negativen Seiten sind doch deutlich mehr als die aller anderen zusammen. Das sollte ich auch nicht vergessen.

Ohne diese Leute wäre für mich also vieles anders, auch wenn sie sich dessen nichtmal bewußt sind. Das war mit einigen wenigen (phasenweisen) Ausnahmen schon immer etwas, mit dem ich unsagbares Glück hatte.
Ich kenne zwar auch die andere Seite, also Ablehnung und Ausgrenzung, aber bei mir liefen solche Dinge immer im Verborgenen ab, und es immer zwei oder drei einzelne Personen, die irgendwann keinen Bock mehr darauf hatten (und dies auch nur taten, wenn es keiner sah), und nicht mein gesamtes Umfeld. Ich mußte also nur zusehen, diesen Leuten aus dem Weg zu gehen. Ich weiß heute auch, daß ich damals etwas hätte sagen können, und man hätte mir geholfen - und nicht umgekehrt - und die wußten das offenbar ja auch, sonst wären sie nicht so bedacht darauf gewesen, daß es keiner mitbekam. Es waren also Ausnahmen, und nicht die Regel, und hörte mit dem Wegzug der 'Hauptperson' dann auch fast komplett auf.
Kollektives offenes 'Wegsehen' habe ich nur ein einziges Mal erleben müssen, als ich in der zwölften Klasse war. Und ja, ich kann mich nicht erinnern, daß jemals etwas so wehgetan hat wie die die Tatsache, daß Leute, von denen ich dachte, sie wären meine Freunde, auf diesen Zug mit aufsprangen. Nicht aktiv, nein, aber passiv. Die vorangegangenen Vorfälle waren das Eine; aber fast noch schwerer wog das kollektive Wegsehen und die abstrusen (ungefragten) Rechtfertigungen des eigenen Verhaltens unter vier Augen, was letztlich nur zeigte, daß sie ein schlechtes Gewissen hatten, weil sie es eigentlich besser wußten; und bei mir die Haltung unterstrich, weniger wert zu sein als Andere. Eben da diese Leute sonst die ersten waren, die derartiges Verhalten verurteilten, wenn sie Publikum hatten. Die Entschuldigungen und Rechtfertigungen zeigten mir ja, daß sie sehr wohl wußten, was passiert war (obwohl ich gar nichts gesagt hatte), bei mir schien es aber trotzdem okay zu sein, denn da sagte keiner offen etwas zu. Sowas ist fast noch demütigender als Schläge oder Tritte es je sein könnten.
Ich habe es im Kopf durchgespielt. Tausendmal. Doch noch heute frage ich mich, was ich falschgemacht habe, obwohl ich vom Verstand her inzwischen weiß, daß ich nichts davon hätte ändern können.

Ich möchte kein Opfer sein, weil Hilflosigkeit ein schreckliches Gefühl ist. Deshalb verstehe ich nicht, wie sich jemand freiwillig diese Rolle aufsetzt. Sie verbaut einem so vieles und lähmt das Denken und die Entscheidungen... und damit auch den Weg 'da raus'.
Das ist etwas, was ich nicht vermitteln kann. Wenn ich das regelmäßige 'Gejammer' bestimmter Personen in meinem Umfeld höre, und nicht auf den Mitleidszug aufspringe, ist das kein Zeichen von Ignoranz oder mangelnder Empathie, sondern aus der Tatsache heraus, daß ich weiß, daß dieser vermeintlich 'bequeme' Weg der Person selbst nur schadet.
Weil ich selbst oft genug damit kämpfe, und diese Gedanken hasse.
Wie kann man sich das freiwillig antun?

Im Laufe meines Lebens bin ich oft in derartige Situationen geraten, auch wenn es mit zunehmendem Alter immer weniger wurde. Aber ich habe Menschen um mich, die mir zeigen, daß es auch anders geht. Die Geduld mit mir haben, und bei denen ich nichts falschmachen kann. Und wenn doch, dann sagen sie es mir. Unter vier Augen.

Wahre Werte sind wohl für jeden etwas Anderes. Für mich hat Geld auch keinen sehr hohen Stellenwert. Diese Einstellung an sich ist aber eine Art Luxus, den ich mir heute leisten kann - eben weil ich genug davon habe. Ich möchte auch nicht arm sein. Natürlich nicht. Der Weg aus der Armut ist aber ähnlich schwer wie der aus der Opferposition. Beides hängt viel mit Bestreben zusammen, ist aber nicht zuletzt auch von äußeren Faktoren und einem günstigen Umfeld abhängig. Denn um eine Chance ergreifen zu können, muß man sie erst einmal bekommen - und auch als solche wahrnehmen.

Ich hatte in meinem Leben viele Chancen, weit mehr, als mir zustehen. Doch die meisten davon habe ich entweder nicht ergriffen, oder nicht gesehen. Glück hatte ich immer, ich habe es nur selten als solches erkannt - oder eben erst viel später.
Heute weiß ich das. Ich muß es nicht mehr herausfordern. Es ist mir wichtig, bequem leben zu können ohne Sorgen. Alles darüber hinaus kommt auf die Machbarkeit an. Wenn ich morgens aufstehe, möchte ich mich nie wieder fragen, wozu ich das tue... und ich möchte nie wieder ein negatives Gefühl dabei haben. Ich habe auch schon mehrmals berufliche Beförderungen abgelehnt, weil ich meine Grenzen besser kenne als jeder Andere, und mir mein persönliches Befinden deutlich wichtiger ist als Geld oder Status. Niemand versteht das, weder auf der Arbeit, noch zu Hause. Aber das muß ja auch keiner. Akzeptieren tun sie es trotzdem.

Ich bin nicht arm, dafür bin ich sehr dankbar.
Ich könnte trotzdem mehr für Andere tun, denen es schlechter geht, gerade weil ich ein Stückweit weiß, wie das ist, wenngleich es bei mir selbstverschuldet war.
Das tue ich aber nicht, zumindest nicht in dem Umfang, indem es mir theoretisch möglich wäre. Ich bleibe weitestgehend bei mir selbst. Da habe ich genug zu tun.
Das macht mich dann sicher nicht zu einem besseren Menschen. Eher im Gegenteil.

Die Dekadenz ist vorbei. Egoistisch bin ich aber heute noch.

Sorry, das waren mal wieder recht wirre Gedankengänge.

Ich wünsche Frohe Ostern.
 
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Offline Taro

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #160 am: 30.04.2021 22:55:10 »
Als ich aufhörte zu spielen war ich ein Beziehungskrüppel. Das war irre ersten Jahre mein größtes Thema. Ich baute mir 2 Jahre einen neuen Freundeskreis auf, und erkannte das ich mich leider wieder nicht getraut habe mich zu zeigen. Also noch mal von vorne. Meine erste Partnerschaft in der Spielfreiheit war eine Katastrophe, doch nicht ganz, ich habe da viele Dinge kennengelernt die ich nie wieder in einer Beziehung will. Ist ja schon mal ein Anfang zu wissen was man nicht will. Dann wurde es sowohl in der Partnerschaft als auch im Freundeskreis deutlich besser.
Heute habe ich Familie, langjährige Freunde drei pubertierende Jungs, eine tolle Frau.

Besonders meine Jungs zeigen mir in letzter Zeit sehr deutlich, daß ich in Beziehungen noch deutliche Mängel habe. Kann sein, dass ich übertreibe, und es völlig normal ist. Und doch habe ich das Gefühl dass ich oft kein guter Vater bin.

Meine Schwäche mich sprachlich richtig auszudrücken kann ich durch meine Mimik und Gestik im realen Leben ausgleichen. In Foren geht das natürlich nicht. Im Nachbarforum habe ich gelesen das ein Mitglied gestorben ist. Wegen seines Kampfes gegen die Zahlungsdienstleister war er soetwas wie der Star dort. Ich bin von der Nachricht sehr getroffen. Ich hatte lange PN Kontakt zu Ihm, er war kurz hier. Vieles was ich Ihm sagte war meine Überzeugung, aber sicher nicht sehr empatisch. Vielleicht fühlte er sich hier vertrieben durch meine Worte. So das er garnicht erfahren konnte wieviel mehr das Leben zu bieten hat als der Kampf gegen Zahlungsdienstleister.

Taro
 
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Offline Nutella

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #161 am: 01.05.2021 06:45:27 »
Hallo Taro..

hab lange nicht mehr im anderen Forum gelesen und bin gerade etwas geschockt über die Nachricht vom Tod Borns..

Er war noch recht jung.. Erinnert es mich auch gleich wieder an Ivan an dem ich doch oft denken muss..

Zwei Menschen, welche auf ihre unterschiedlichen Art und Weise gegen die Sucht und ihre Folgen angegangen sind.. Zeigt es aber auf, wie schnell es vorbei sein kann ohne das eigentliche Leben zurück zu gewinnen mit all dem schönen was es wirklich zu bieten hat konzentriert man sich auf die wirklich wichtigen Dinge..

2019 und 20 habe ich selbst diese Momente zweimal erleben dürfen, daß Leben und Tod nur ein Wimpernschlag ist, lässt das erwachen danach einem nochmal Raum und Zeit zu erkennen daß alles Leben nur geschenkt wird und wir, jeder einzelne für sich die Zeit so gut wie möglich auskosten dürfen..

Bleibt gesund und LG..
 
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Offline Jacky1

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #162 am: 01.05.2021 11:18:39 »
Hallo,

Danke Taro für Deinen Beitrag und diese traurige Nachricht.
An anderer Stelle habe ich es schon so ähnlich geschrieben, es ist halt jenes was in mir gerade so vorgeht.

Als wir kleine Kinder waren, unbefangen und frei in unseren Gedanken.
Im Sandkasten zu spielen, vor dem Einschlafen spannenden Märchen zu lauschen, behütet von seelischen Schmerzen.
Lachen und weinen im Wechsel ohne eine Last dabei ertragen zu müssen.
Unwissend und herrlich naiv durch das Gras zu rennen.
Doch wir mussten ja unbedingt erwachsen werden....

Und es ist mehr als nur ein Wunsch, wenn wir eines Tages das Lichte sehen...wissen wir das es Liebe war.
Wie damals, als wir noch kleine Kinder waren .

Mein Mitgefühl für seine Familie und Freunde und tiefe Trauer.

Liebe Grüße
« Letzte Änderung: 01.05.2021 12:24:23 von Jacky1 »
 
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Offline haraldjunki

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #163 am: 02.05.2021 01:06:01 »
Hallo zusammen!
et is mal wieder ne ganze Wele her, det menerener wat in de Netz abgesondert hat (jaja, allen Unkenrufen zum Trotz, de Harald ist weniger in de Internetz  ;), als so manch andere),
Nur soviel:

Über de Ostertage hab ik mir de Ratschlag mit de Waldspaziergang, de woanders immer empfohlen wird, zu herzen genommen, und bin zu ne Waldstück gefahren, wo wir als Kind ab und an gespielt haben (Busausflüge mit de Schulklasse), det is jetzt 50 Jahre her, wat soll ik sagen? Als ik da in de Wald gegangen bin (oder was noch von ihn übriggeblieben is :-X ), da is mir de Schreck in de Glieder gefahren: wo früher dichte Wald war is jetzt... fast nichts mehr, verfaultes Unterholz, ne Handvoll kranke Bäume, man konnte problemlos auf de dahinterliegenden Häuser gucken, also wo de früher nur Bäume gesehen hast.

Und wiedereinnal hat ik so ne "Erleuchtung": So sieht et also aus, wenn Wunschdenken auf Realität trifft...
Et is wi et is, en Zeitabschnitt ist am Sterben, und de Vergangenheit..., det kommt allet niemals wieder, letztes Jahr wär menerener och fast weg gewesen  :-[ (Unkraut vergeht aber nicht, wenigstens nicht so einfach  ;) ), genauso stirbt wahrscheinlich auch det "grosse Spiel", früher oder später, und damit och wieder ener der wenigen positiven Aspekte des Glücksspiels, det sich mal alle sozialen Bevölkerungsgruppen an ene "grüne Tisch" versammelt ham, am Automaten spielen se doch mest allein (paar Zuschauer osgenommen  ;) ).

Man spricht ja von "7 fetten", und "7 schlechten" Jahren, wir hatten, hier in Europa de 7 fetten jetzt mehrmals hinterenander, für de mesten, kene Ahnung ob jetzt de 7 schlechten konmen...

zu de Verstorbene, ik geb hier zu det ik ihm seine Geschichten nur zum Teil abgekofft hab, er wird sene Probleme gehabt haben, och weit über de Spielsucht hinaus, so kam et mir immer vor, naja, wenigstens hat er mir enmal, wet hest enmal, sogar mehrmals zum Lachen gebracht (de Vergleiche mit den vergew.Frauen), also hat ja gepasst ja wie de Faust aufs Auge  ;), und was zum Lachen, det bekomt man heute immer weniger, wat zu lachen, trau mir ja gar nicht mehr de Nachrichten anzuschauen  :(, sollte es wahr sein, det er verstorben ist (im internet is ja nicht alles wahr  :) ), so hinterlässt er durchaus eine nichtwiederzufüllende Lücke...

Oh 1 Uhr, mus in de Bette, traurig aber wahr :(

Servus wa, (en etwas trauriger Harald)
 
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Offline Taro

Re: Ich bin verantwortlich
« Antwort #164 am: 02.05.2021 23:59:46 »
Ich bin dem Spielen gegenüber machtlos, meinem Gegenüber und dem anderer.
Ich habe in den 32 Jahren in dem ich die SHG insbesondere die GA Gemeinschaft kennengelernt habe, einige Freunde gehen sehen. Krankheit, Selbstmord und auch ein Mord war dabei. Selbstmord und Krankheit hält sich etwa die Waage.
Ich bin immer ein Sensibelchen gewesen, oder besser ich bin es noch. Notfallkoffer werden die Hilfsmaßnahmen gegen die Spielsucht oft genannt. Ich habe sowas wohl auch. Das gleiche habe ich auch gegen meine Depressionen oder meinem Weltschmerz. So wirke ich zumindest außerhalb der Familie und von Freunden als Taff, ohne das da irgendwas gespielt ist. Gutes Training in den Jahren.

Ich habe ein ähnliches Gefühl wie Du Harald gehabt. Ich habe grundsätzlich allen Spielern gegenüber ein Gefühl weit über das geschriebene oder gesprochene hinaus.

Nur was nützt all das Wissen. Frei aus einem Lied übertragen. Was nützt mir der Lastwagen von Wissen wenn die Einfahrt zum Herzen zu schmal des Gegenübers zu schmal ist.

Diese Machtlosigkeit ist für mich bis heute schwer zu akzeptieren.

Taro
 
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