Autor Thema: Resilienz  (Gelesen 852 mal)

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Offline Taro

Resilienz
« am: 06.09.2020 23:45:54 »
Vor einiger Zeit nahm ich an einem Seminar mit dem Thema Resilienz teil. Resilienz ist die Fähigkeit mit schwierigen Lebenssituationen ohne bleibende Beeinträchtigungen heraus zu kommen. Eine Rednerin war als Kind innerhalb eines Jahres Vollweise, weil beide Eltern verstorben waren. Heute arbeitet Sie mit Kindern in der Traumaverarbeitung. Kurz vor dem Seminar war auch Ihre Tante verstorben, von der Sie mit Ihren Bruder aufgenommen wurde. Die Frau ist der wahre Sonnenschein, immer am Lächeln. Der Bruder hat starke Psychische Schwierigkeiten, er ist über den Tod der Eltern nicht hinweg gekommen.

Bei mir war es so, daß ich mich immer als Opfer gesehen habe, ein selbständiger Ausstieg aus der Spielsucht oder den Depressionen, mir ist noch nicht mal der Gedanke gekommen.
Auch alle anderen Dinge die mir widerfahren sind, war ich hilflos ausgeliefert. "Immer mir passiert sowas..." war als Gedanke ein ständiger Begleiter.
Durch den Besuch der SHG habe ich meine Resilienz entdecken und immer weiter ausbauen können. Der Glaube ist hier natürlich ein unglaublich mächtiges Mittel, oder besser, die beste Medizin.

Taro
 
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Offline Jacky1

Re: Resilienz
« Antwort #1 am: 08.09.2020 21:02:38 »
Hallo Taro,

ich bin immer unangenehmen Dingen aus dem Weg gegangen, die mich selbst betrafen.
Wenn jemand anders mit so etwas zu mir kam, war ich immer gerne da.
Versuchte dann zu helfen oder Wege aufzuzeigen, etwas dass ich für mich selbst kaum schaffte.
Und erst dann bewältigte, wenn ich keine andere Wahl mehr hatte...was allerdings selten vorkam, ich "magischer Illusionist".

Dadurch entstand ein Konstrukt, so sehr verwinkelt und mit tausenden dunklen Kammern, kein Überblick mehr.
Und wenn auch dieses Konstrukt meiner Spielsucht frönte, da war schon noch so viel mehr.

Lange habe ich gebraucht für mich zu lernen und anzuwenden:
Nicht nur meine positiven Dinge ( Vorkommnisse, Eigenschaften, Vorlieben...) zu manifestieren, was ja auch recht einfach fällt.
Sondern es mit negativen/unangenehmen Dingen in mir gleich zu tun. 


ich stellte mich mir selbst und gab es auch an andere weiter.
Absolut spielte mein Glaube dabei eine Rolle, er ist ja auch ein Teil von mir.
Das Ergebnis oder eher Zwischenergebnis heute, ich empfinde immer etwas mehr Ruhe in mir.
Mich freut es, langsam so zu sein wie ich es immer wollte und nie getan habe.
Das könnte doch tatsächlich noch etwas werden mit mir.
Dem einstigen abgefuckten Spieler!

Liebe Grüße


   

 
 
   

 
 
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Offline Andre12

Re: Resilienz
« Antwort #2 am: 07.04.2021 08:39:37 »
Moin,
Resilienz finde ich ein  sehr interessantes Thema. Habe mich damit ebenfalls beschäftigt. Wird gerade ein kostenloses Webseminar angeboten.   https://wifisteiermark.com/2017/02/27/resilienz-die-7-saeulen-der-resilienz-und-deren-wirkungsweisen/  Habe  mir noch nicht die Geschäftsbedingungen angeschaut. Weiß also nicht ob daran irgendwelche Bedingungen geknüpft sind. Finde mich aber in den Ansätzen der da erwähnten  7 Säulen wieder.

Vor einiger Zeit nahm ich an einem Seminar mit dem Thema Resilienz teil. Resilienz ist die Fähigkeit mit schwierigen Lebenssituationen ohne bleibende Beeinträchtigungen heraus zu kommen.

Ich denke durch meine Spielsucht habe ich schon bleibende Beeinträchtigungen,   die ich heute aber nicht nur  als  negativ empfinde, sondern viele Dinge  positiv. ( häufige Selbstreflexion, Ziele und durch die Spielsucht und den Willen abstinent zu sein, habe ich mich eben genau mit allen diesen Dingen dieser 7 Säulen auseinandergesetzt ) Kurz gesagt, aus vielen Beeinträchtigungen einen Nutzen für mich selbst gezogen. Sagte ja schon mal, das ich versuche viele Dinge sportlich zu nehmen, als Herausforderung anzunehmen und zu lernen.
Eine Säule ist Optimismus den Spruch dazu finde ich gut: " Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende "  :)

LG   André
« Letzte Änderung: 07.04.2021 14:42:31 von Andre12 »
 
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Offline medea888

Re: Resilienz
« Antwort #3 am: 13.04.2021 13:19:48 »
Hallo,
Irgendwie stimmt es schon, die schlechten Dinge im Leben formen einen mit am stärksten. Diese anzunehmen und auch zu ertragen und Sie nicht wegzudrücken, macht einen ausgeglichen Menschen aus.
Von mir sagen alle immer ich sei ein positiver Mensch, ich habe das wenig in meinem Leben hinterfragt, ich weiß, ich bin kein Pessimist und kann auch viel ertragen ohne zu klagen, aber ich würde mich nicht als Optimist betrachten.
Dennoch glaube ich schon, dass ich durch die schlimmen Dinge in meinem Leben anders bin, also Menschen die keine großen Schicksalsschläge hatten. Macht mich das zu einem besseren Menschen? glaube nicht, aber vielleicht zu einem tiefgründigeren.
Was mich aber eben auch oft aufhält auf dem Weg zu mir selbst ist das tiefgründigere .
Dennoch nach jetzt über einem Jahr spielfrei und viel mit mir selbst beschäftigen, sehe ich auch den positiven Aspekt meiner Sucht, denn Sie führte mich einen Schritt näher zu mir selbst.
Ein wirrer Beitrag, sorry
Eure Medea

 
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Offline Andre12

Re: Resilienz
« Antwort #4 am: 13.04.2021 13:52:20 »
Moin,
ach watt, was heisst schon wirr ?, Medea. Bin ich  immer, wenn ich Dinge nicht so greifen kann. Die Dinge laut auszusprechen/schreiben hilft mir dann immer beim Sortieren meiner Gedanken. Ich bin auch ganz viele Sachen nicht, denke aber genau darum geht es ja. Zu lernen, zu erlernen , sich Dinge bewußt zu machen. Situationen zu reflektieren. Schauen zu können, was macht diese Situation gerade mit mir. Seine Gedanken bewußt zu lenken. In der Lage zu sein alles Erlebte einzusortieren, zu verarbeiten ,damit umzugehen.  Auch das ist meiner Meinung nach ein Lernprozess und bestimmt nicht angeboren. Bei den einem scheint diese Umsetzung besser zu funktionieren, mehr aber auch nicht. Ich persönlich stelle aber oft fest, wenn ich Menschen darauf anspreche, wie gut sie mit negativen Ereignissen umgehen, das Ihre Antworten eine Beschäftigung mit diesem Thema implizieren. Bei anderen wiederum bemerke ich dementsprechend, das das negative Ereignis einfach ausgeblendet wird. Keiner von beiden ist jetzt besser oder schlechter in meinen Augen.

LG
André
 
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Offline Cassie

Re: Resilienz
« Antwort #5 am: 21.05.2021 20:22:22 »
Ich lese momentan viele eurer Beiträge, weil es mir in der Auseinandersetzung mit meinen Problemen gut tut. Der Begriff der Resilienz ist mir aus meiner pädagogischen Arbeit mit den Kindern bekannt. Da geht es ja auch oft darum zu schauen, wie gut die Kinder mit Niederlagen oder schwierigen Situationen umgehen. Stellt sich ja auch die Frage, wie sie dass schaffen oder wie sie sind. Sie brauchen verlässliche Erwachsene, die ihnen eine Umgebung bieten, in denen sich ein positives Selbstkonzept entwickeln kann. Dazu gehört unter anderem auch das Erlernen von Verantwortung für sich selbst übernehmen. Dazu gehört auch die Entwicklung für das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Vieles erlernen wir davon im Kindesalter und hilft uns durch die vielen Erfahrungen des Lebens auch mit negativen Ereignissen umzugehen. Da es ja auch viele schöne Momente oder Situationen im Leben gibt, sind Kinder und auch Erwachsene dazu in der Lage ihre Widerstandsfähigkeit weiter zu entwickeln. Dass ist eine wirklich gute Voraussetzung, um der Sucht zu entkommen.
Wir haben im Leben unterschiedliche Erfahrungen gemacht, positiv sowie negativ. Die Spielsucht gehört auch dazu. Um zu Lernen damit umzugehen, braucht es Ressourcen, auf die wir/ich zurückgreifen können. Ich bin grundsätzlich positiv eingestellt, habe aber in den vergangenen Jahren viel in mich rein gefressen und nicht auf mich geachtet. Dass möchte ich jetzt ändern und jeden ermutigen, dem es auch so geht.
Lieben Gruß
Cassie
 
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