Autor Thema: Therapie/Reha  (Gelesen 1991 mal)

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Offline amTiefpunkt

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Re: Therapie/Reha
« Antwort #15 am: 05.10.2020 11:51:06 »
Hi André,

darf ich Fragen, wie die Therapie verlaufen ist? Geht es dir wieder besser??

Grüße, aT
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Offline Schowski81

Re: Therapie/Reha
« Antwort #16 am: 06.10.2020 09:19:51 »
Hey @ all

Da bin ich wieder!

Gerne möchte ich meine Erfahrungen bezügl. der Reha mit Euch teilen.
Leider war es für mich das genaue Gegenteil von dem, was ich mir erhofft habe. Als aller erstes, geplant waren 5 Wochen, ich habe aber aus Gründen die Reha nach nur 3 Wochen abgebrochen bzw. abbrechen müssen. Ich hatte starke körperliche Symptome (morgens mit Durchfall und Magenschmerzen/Krämpfen aufgewacht) und habe mich dann auch noch tagsüber zu den Anwendungen "gequält", was nicht wirklich toll für mich war. Zudem habe ich in der Reha weiter an Gewicht verloren (4,5 kg in den 3 Wochen), eigentlich wollte ich in der Reha das genaue Gegenteil erreichen, und zwar zunehmen. Ich habe natürlich auch gehofft, das sich meine Symptome in der Reha etwas "beruhigen" und mein Körper mal auf den Normalmodus fährt. Aber wie gesagt, dem war leider überhaupt nicht so.
Was mich weiter gestört hat war der Fakt, das man dort lediglich ein mal in der Woche die Chance hatte ein psychologisches Einzelgespräch zu führen. Positiv jedoch ist, das mir dort eine sehr gute Psychologin an die Seite gestellt wurde, schnell konnte sie mir genau sagen was ich habe. Nennt man "Somatisierungsstörung", verbunden mit einer Angststörung, die sich dadurch immer weiter aufgebaut bzw. entwickelt hat. Dadurch habe ich halt auch diese körperlichen Symptome und das Gefühl, chronisch krank zu sein. Für diejenigen die es interessiert, googelt es doch gerne mal!

Zusammenfassend kann man also sagen, das ich jetzt wenigstens durch die Reha genauer weiß, welches Krankheitsbild ich habe und das ich dieses in Zukunft durch psychotherapeutische Verhaltenstherapie behandeln lassen muss/werde. Für mich geht nämlich insgesamt durch diese Störung ein großer Anteil am sozialen Leben verloren.
Aber ich habe mal gelesen, das man sein Leben lang an sich arbeiten muss bzw. solte, egal ob man krank ist oder auch nicht. Das beherzige ich und bin guter Hoffnung, das ich irgendwann wieder einigermaßen mit dieser Störung leben kann.

Habt´s Euch gut Ihr Lieben ;)
Ich bin so wie ich bin und lasse mich nicht verbiegen!!

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Vergleiche Dich niemals mit anderen und sei immer Du selbst!
 

Offline Schowski81

Re: Therapie/Reha
« Antwort #17 am: 06.10.2020 09:21:04 »
Nachtrag/Erklärung;

Zu aller erst; Ich habe mich komplett auf die Reha eingelassen, so gut es mir eben möglich war. Und nein, die Entscheidung, die Reha abzubrechen, habe ich mir reiflich überlegt, bevor ich mich dort im Haus mit der Psychologin und dem Arzt darüber unterhalten ab, um eben zu erörtern was diese Menschen vom Fach zu der Situation sagen.
Der Hauptgrund für den Abbruch bestand einfach darin, das es mir wirklich schlecht ging. Schlecht bedeutet halt eben, das ich morgens nach dem Aufstehen schon total "down" war, ich hatte starke Durchfälle und extreme Krämpfe im Magen, schon bevor meine Anwendungen tagsüber begonnen. Diese Beschwerden wurden zunehmend extremer, einhergehend mit dem starken Gewichtsverlust. Bei meinem Abschlußgespräch redete die Psychologin von "Reizüberflutung" bzw. Überforderung, dies führt dann wohl letztendlich zu einer "Symptomexplosion."
Ich hatte ja glaube ich schon mal erwähnt das ich auch mit der Erwartung in die Reha gefahren bin, das sich meine Symptome mildern und mein Körper mal in einen absoluten Ruhezustand gelangt. Leider war halt das genaue Gegenteil der Fall. Trotz allem bin ich aber jetzt um ein paar Erfahrungen reicher, vor allem das ich weiß was mich belastet und wir das in der Reha erörtern konnten. Nun sieht es so aus, das ich hier vor Ort (zu Hause) eine Psychotherapie beginne bei einer sehr guten Verhaltenstherapeutin, wo ich auch schon ein erstes Gespräch hatte. Das geht jetzt zeitnah Mitte Oktober los.

Also sorry, nur meckern wollte ich eigentlich nicht. Aber zum jetzigen Zeitpunkt bzw. in der jetzigen Situation war die Reha eventuell einfach nicht das richtige?

So das war´s erst mal, melde mich gerne später noch mal zurück!
Ich bin so wie ich bin und lasse mich nicht verbiegen!!

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Offline Taro

Re: Therapie/Reha
« Antwort #18 am: 06.10.2020 18:11:27 »
Moin Schowski,

freut mich von Dir zu hören. Schade das Du die Therapie abbrechen musstest! Vergebens muss sie deshalb nicht sein.
Es sind ja gerade die Dinge die ich nicht fassen kann die mich steuern. Mit bloßen Willen kann ich da nichts steuern. Sonst wäre ich ja niemals süchtig geworden. Mit der Klarheit die ich fast zwangsläufig durch den regelmäßigen Besuch in der SHG erhalten habe und dadurch die Möglichkeit mich angstfrei selbst betrachten zu können konnte ich viele Dinge "begreifen" und in meine Bahnen lenken. Aber da sind dann trotzdem noch die Dinge auf die ich keinen Zugang habe, die meinen Körper oder mich Dinge tun lassen, die ich bei Licht betrachtet nicht tun will.
Auch darauf bekomme ich jetzt Zugriff. Tatsächlich setze ich mich nicht aus Jux 2 mal in der Woche in Eiswasser, sondern weil ich für mich deutlich einen Zugang zu den sonst verschlossen Teil öffne.
Meinen Zuständen einen Namen zu geben ist toll, hilft mir aber nicht weiter. Nur der Name verspricht noch lange keine Heilung.

Ich wünsche Dir das Du Deinen Weg findest  ich bin mir sicher die Antwort liegt in Dir.

LG
Taro
 
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