Autor Thema: Wie geht’s weiter?  (Gelesen 561 mal)

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Offline Turnschuh

Wie geht’s weiter?
« am: 03.07.2020 21:55:21 »

Lang habe ich überlegt ob ich wirklich mit einem Tagebuch beginnen sollte. Letztendlich habe ich mich doch dazu entschieden da ich merke das mir das Schreiben gut tut. Ich weiß das der nächste Schritt sein sollte unsere Wohnung zu kündigen, allerdings fällt mir dies schwer. War es nicht die Wohnung in der wir als Familie leben wollten, aber genau in der Wohnung ist alles aufgeflogen... all die Lügen...der Vertrauensverlust ...
Kann ich hier wieder glücklich werden? Auch wenn alles wieder gut wird? Ich denke nein... und nein ich glaube aktuell auch nicht mehr das alles gut wird. Aber warum fällt es mir dann so schwer?
Ich glaube, ich bin mit meinem denken weiter als er...
Es fängt schon beim erstgespräch an... ich frage, weil es mich interessiert, wie es mir handyspielen aussieht... die Dame die das Gespräch führt erklärt das dies schon suchtnahes verhalten sei... anstatt dies einzusehen wird abgelenkt, erst das es nicht oft und lang sei und dann meinte er das ich ja auch lang am Handy sitzen würde.
Nach dem Gespräch sowie in den darauffolgenden Gesprächen (ja ich denke irgendwie kann ich da was neues erfahren) merke ich das er sich vllt doch nicht ganz auf die Therapie einlassen will... er findet ich wollte ihn im Gespräch in die „Pfanne“ hauen 🤔... auch redet er von Hauskauf (dies war immer mein Wunsch, er sagte er brauch so was nicht), Urlauben (ich musste ihn immer überreden) und sogar von einem Computer, nicht zum spielen sondern (später, als ich meinte hier kommt kein pc mehr hin,  wurde ergänzt irgendwann mal) zum Musikhören und YouTube... ich habe noch einen Laptop an dem er dies machen könnte... ne der ist zu langsam ... dann meint er unser Kind bräuchte ja auch irgendwann einen pc... ähm der ist noch kein Jahr alt 🤔
Oft bittet er mich auch an die schöne Zeit zu denken und fragt ob ich nichts mehr fühle .. aber war viel davon nicht auf lügen aufgebaut? Wir sind lange zusammen, gelogen wurde von Beginn an (er sagt immer, nur über das finanzielle)beim ersten Mal habe ich ihm verziehen und mich selber nicht so wirklich mit dem Thema befasst... jetzt einige Jahre später ... das gleiche ... lügen und noch mehr Schulden wie damals.
Meine Naivität wäre gut für ihn gewesen, er meinte in Zukunft wäre ich ja aufmerksamer... dachte ich das nicht damals schon ... will und muss ich mich überhaupt verändern, ist nicht er der das machen muss?
Er meint ich sollte mal 2-3 Monate warten wenn er Therapie macht (alle 14 Tage Einzel, wöchentlich Gruppe), dann würde ich vllt wieder anfangen ihm zu vertrauen, wenn ich sehe wie er sich verändert und ihn mal ne Nacht oder so nach Hause bitten... will er mich nicht nur hinhalten? Wie wäre es mit einer Stationären Therapie wo auch Angehörigen Arbeit gemacht wird...Schließlich macht er schon seit über 2 Monaten  Gespräche mit der Caritas und einer shg und es hat sich wenig bis nichts geändert.
War ich auch die Person die ihm erklären musste das er in seiner spielfreienzeit „trocken“ war und nicht „gesund“... hat er sich wirklich nicht damit befasst? Das spielen sei ja nur phasenweise gewesen, aber in diesen heftig ... mit meiner Ansicht nach hohen Schulden.

Ich denke immer noch das er sich ändern will, aber insgeheim merke ich das er sich selber nicht eingesteht das er süchtig ist... also warum fällt es mir so schwer?
Vllt war auch ich nicht immer die beste Freundin, ich hab ihm öfters die Wahl gelassen mich zu verlassen... aber nein er hat mich geheiratet... ist das nicht nur eine Ausrede das ich zu ihm halten muss so wie er es auch getan hat... aber mache ich das nicht und er ist derjenige der sich nicht ändern will... obwohl er sagt er will es?
 
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