Autor Thema: Überfordert und hilflos  (Gelesen 520 mal)

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Offline Räubertochter

Re: Überfordert und hilflos
« Antwort #15 am: 27.02.2020 08:43:07 »
Ich befürchte ich habe mich unklar ausgedrückt. Mit zeitaufwändig meinte ich nicht, dass das ja ein mega Aufwand "dafür" ist. Es hört sich eben nach viel Arbeit an, weswegen ich mich fragte, ob ihr noch arbeiten konntet. Also die SGH, Familie, selbstfindung ... Das war nicht so gemeint, wie es möglicherweise ankam.
Er hat es bisher nur seinen Eltern gesagt . Meine Familie und unsere Freunde wissen noch nicht davon.

 

Offline amTiefpunkt

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Re: Überfordert und hilflos
« Antwort #16 am: 27.02.2020 08:55:17 »
Liebe Räubertochter!

Zitat
Mit zeitaufwändig meinte ich nicht, dass das ja ein mega Aufwand "dafür" ist

Dein "dafür" ist nicht weniger als das LEBEN. Und ja, der Weg in die Abstinenz erfordert viel Mut, Einsatz und Zeit, aber es lohnt sich....

aT
Sag "JA" zum Leben!
 

Offline Jacky1

Re: Überfordert und hilflos
« Antwort #17 am: 27.02.2020 10:14:20 »
Hallo Räubertochter,

nach dem Spielen entstand eine starke Motivation, eben nun sein Leben anzuzpacken.
Gerade die Familie und Beruf waren ein guter Antrieb, endlich wieder konzentriert an allem zu arbeiten.
Natürlich war es die ersten Wochen nicht so einfach und es gab schon kritische Momente in denen man stark sein musste, um nicht wieder im Casino zu landen.
In den letzten vier Jahren hatte ich zwei Rückfälle, nun im nachhinein empfinde ich diese sogar als wichtig für mich.

Diese Krankheit halten viele für unglaublich stark und grausam, aber doch nur weil sie es nicht schaffen oder sich extrem schwer taten, davon loszukommen.
Da muss sich jeder selbst hinterfragen, wie weit er Dinge geschehen ließ, die Sucht alleine vermag sicherlich nicht alles von dem.
Taro, amTiefpunkt und meine Wenigkeit spielen nicht mehr, da sind noch einige mehr hier im Forum und überall.
Unser aller Weg mag sich schon etwas zu unterscheiden, doch haben wir alle etwas dafür getan.

Liebe Räubertochter, Du machst Dir Sorgen und dies ist sehr spürbar.
Keiner hier vermag es diese zu nehmen, dies kann nur einer....Dein Mann!
Zu wünschen wäre es Dir von ganzem Herzen.
Es wird ihm schon bewusst werden an Deiner Seite, wenn er nicht wirklich versucht sein Verhalten zu ändern, bleibt er eines Tages alleine damit.
Und zwar so lange bis er sich eingesteht, Aufzugeben sich dauernd zu belügen und sich selbst zu vertrauen.
Machtlos sich und seine Familie zu opfern für ein Glücksspiel!
STOP!
Nicht stehen bleiben Räubertochter und von ihm einfach erwarten, sogar fordern es auch nicht zu tun.

Grüß Dich       
             
 

Offline Räubertochter

Re: Überfordert und hilflos
« Antwort #18 am: 02.03.2020 11:41:47 »
Hallo ihr Lieben.
Ich danke euch sehr für eure ehrlichen und netten Worte.
Die letzten Tage ware eine Katastrophe. Habe ihn am Freitag gebeten, wo anders zu schlafen, um etwas Luft zu bekommen. Das hat mich schon alles sehr erdrückt.
Obwohl wir einen guten Plan ausgearbeitet haben, war es trotzdem alles zum Kotzen, wenn ich das mal so sagen darf. :)
Es ist jetzt wieder gut . Am meisten ärgere ich mich darüber, dass ich in meiner Arbeit sehr gut und konstruktiv mit Menschen an ihren Problemen arbeiten kann, aber es mir in meiner eigenen Ehe nicht gelingt.

Wie war das bei euren Parnter*innen? Musstet ihr euch viel anhören, oder habt ihr bedingungslose Unterstützung erhalten?
Liebste und sonnige Grüße
 

Offline Jacky1

Re: Überfordert und hilflos
« Antwort #19 am: 02.03.2020 19:21:55 »
Hallo Räubertochter,

Wi1e war das bei euren Parnter*innen? Musstet ihr euch viel anhören, oder habt ihr bedingungslose Unterstützung erhalten?

Tolle und auch wegweisende Frage.
Am Ende meiner 30 jährigen aktiven Suchtausübung habe ich erst darüber gesprochen.
Nicht gerade erfreulich für einen Lebenspartner/Familie solches dann zu erfahren.

Meine Familie kannte mich sonst ja ganz gut, sie wussten wie sehr ich engagiert an Dinge heran gehen kann.
Sie umsetzte und für jedes Problem eine Lösung finde und bewältige, mal abgesehen vom Zwischenmenschlichen. 
Dass ich aber so lange machtlos und emotional gefangen ausharrte, glaubten sie mir eigentlich kaum.
Keiner ging mit mir Händchen haltend zur SHG und keiner fragte mich, ob ich wieder gespielt habe, bis heute nicht...
Sie vertrauten alleinig darauf, dass ich es schaffe und alles mögliche dafür tue.
Da gab es kein aber!
Denn wie auch in anderen kränklichen Seiten an mir wussten sie ganz genau, wenn sie mich wie einen Kranken behandeln, gebe ich ihnen diesen auch.
Wenn ich ihnen alles nur vorgegaukelt hätte und weiterhin gespielt hätte....würde eine Berufung auf ja diese "Wahnsinns" Sucht nichts mehr ändern.
Da gibt es kein Nachspionieren und wie schon geschrieben, kein Nachfragen.
Denn wie früher sage ich allen wo ich hingehe, mit einem wichtigen Unterschied....es ist nicht gelogen!

Und speziell auf Deine Frage hin, in allen Dingen bekomme ich vollste Unterstützung, wenn ich mich damit und anderen nicht schade.
Wenn jemand aus meiner Familie mit in die SHG möchte,wäre kein Problem.
Alle wollen , eben wie Du doch auch, ein gesundes Familienleben führen!
Ich bemühe mich sehr es ihnen auch zu geben.

Die 30 Jahre zuvor, war ich so wie Dein Mann halt auch immer war.
Eine Leine würde nichts ändern, Du könntest aber dadurch etwas finden, was nicht Deiner Wahrheit entspricht.
Spielsucht hin oder her und sogar viel Verständnis für jeden aktiven Betroffenen von mir...mehr aber auch nicht.
Liebe Räubertochter, man muss sich entscheiden.
Kaum einer brauchte da länger als ich, vielleicht sogar weil alle mir immer vertrauten.
Ich kann nicht schreiben , ob ich es wieder einmal breche, ich kann nur an mich glauben, es nie mehr zu tun.
Lebenspartner und Kinder, Schwester, Mama und einige Freunde glauben an mich!
Nicht weil ich es halt nur versprach, sondern sie bekamen mit dass ich etwas dafür getan habe und tue.

Etwas schade dass gerade keine Angehörigen aktiv im Forum schreiben, doch Du hast ja event. schon manches von ihnen gelesen.

Liebe Grüße