Autor Thema: Mutter Spielsüchtig  (Gelesen 236 mal)

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Offline Mf2411

Mutter Spielsüchtig
« am: 14.02.2020 19:28:09 »
Hallo, ich weiß nicht wo ich anfangen soll.
Und weiß auch ehrlich gesagt nicht was ich hier mache.


Meine Mama hat ein paar Monate in einem Kasino gearbeitet. Nach dem sie dort gesehen hat was manche Menschen für Summen aus den Automaten holen hat sie angefangen im Online Casino ihre Kohle rauszuschleudern.


Jetzt zur Situation wir leben hier zu dritt. Mama, meine kleine Schwester und ich.
In einem Haus das monatlich abbezahlt werden muss.
Meine Schwester geht noch zur Schule und ich bin im ersten Lehrjahr.

Mama arbeitet inzwischen über eine Zeitarbeit in einer Fabrik.

Mama hat mir schon mehrfach versprochen dass sie aufhört mit dem Glücksspiel doch nachdem ich unmengen an Geld für Einkauf, Tanke usw. bezahlt habe war ich skeptisch und habe mich ohne ihres Wissens in ihr Casinoprofil eingeloggt. Ich weiß das ist absolut beschissen und nicht zu rechtfertigen.

Auf jeden Fall habe ich gesehen das sie innerhalb 3 Monaten ca. 4000 € verspielt hat. In dieser Zeit saßen wir daheim hatten meistens nicht mal Geld für Brot geschweige denn Holz zum Heizen.

Sie behaupte das der Vater kein Unterhalt zahlt, sie weniger Lohn bekommt usw.
Ausreden eben wie ich ja jetzt weiß.

Die Schulden stapeln sich, ich bin nervlich absolut am Ende und will eigentlich bloß noch alles hinschmeißen. Sie weiß aber nicht das ich weiß dass sie wieder spielt und ich weiß auch nicht wie ich es ihr erklären sollte, war ja ein enormer Vertrauensbruch.


Habt ihr irgendwelche Tipps für mich, irgendwas...
Ich hab auch leider niemanden dem ich mich in der Hinsicht anvertrauen könnte.


Danke fürs Lesen, das bedeutet mir viel.
 
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Offline Jacky1

Re: Mutter Spielsüchtig
« Antwort #1 am: 14.02.2020 23:02:45 »
Hallo Mf2411 und herzlich Willkommen im Forum,

nur eine Frage der Zeit, bis gar nichts mehr geht.
Wohl unwichtig ob Deine Mutter einmal etwas gewinnt und für einige Tage etwas mehr Geld hat...zum verspielen.
Nun bist Du hier und nicht sie, Ihr leidet alle unter dem Verhalten Deiner Mutter, sicherlich auch sie selbst.
Sie verspielt das Geld, dass man doch so dringend für andere Dinge brauchen könnte.
Sie lügt alle an, am meisten sich selbst.

Im Grunde verstehe ich sie besser als Dich, ich war da früher kaum anders.
Und ohne Konsequenzen erfahren zu haben, hätte ich mich schon längst ins Grab gespielt.
So hat es schon sein gutes, dass es Angehörige wie Dich gibt, die etwas tun.
Nicht wegschauen, sich sorgen und nachfragen.

So, genug blabla.
Du spioniertest Ihr nach und bist ja nicht auf eine Lüge gestoßen, sondern auf die Wahrheit!
Sicherlich gibt es für einen pathologischen Spieler nicht schlimmeres als enttarnt zu werden.
Da fällt das Lügen zukünftig schon schwerer.
Sie soll ihr Geld nicht verspielen, dadurch immer mehr in ein Loch fallen und alles verlieren, vor allem sich selbst.
Es soll ihr gut gehen, euch allen soll es gut gehen, eine Familie!
Da nehme ich Dich nun einfach einmal ein wenig in die Verantwortung, nicht dass Du es eventuell vermagst alles wieder zu ändern.
Sondern dass Du ihr aufzeigst, wie wichtig Deine Mama für Dich ist..zeige es Ihr.
Nicht nur mit einer Umarmung, sondern mit der Wahrheit!
Willst Du nun vorsichtig und behutsam an dieses Thema heran ?
Und wenn es Dir nicht gelingt an sie heran zu kommen, so ist es für Dich!
Dein Leben, Wünsche und Hoffnungen.

Du bist wichtig, unendlich wichtig...ihr alle seid es !
Sie muss erkennen erkrankt zu sein und dagegen etwas zu tun!
Unter Druck kannst Du sie kaum setzen, so bleibt erst einmal nur mit ihr darüber offen zu reden.
Ich kann Dir keinen Tipp geben wie Du es ihr beibringen kannst, ohne zu erwähnen dass Du Dich heimlich ins OC eingeloggt hast.
Dies würde auch allem widersprechen, was ich Dir hier schreibe.

Du bist zu jung und stehst am Anfang eines erfolgreichen Lebens.
Willst nicht mehr belogen werden, sage es ihr.
Hast Angst und willst sie unterstützen, sage es ihr.
Hilfe ist da, sage es ihr.
Wollt ihr Kontaktdaten für eine Suchtberatung oder ähnliches ? Kein Problem.
Ihr beide seid nicht alleine damit, niemals alleine.

Viel mehr kannst Du nicht tun, Sie aber schon! 

Ich kann kaum beschreiben, wie es sich anfühlt von Dir zu lesen und ich kenne viele Berichte wie Deinen.
Alles Gute von ganzem Herzen, berichte immer weiter und nicht schweigen!
Und auch ein Danke für Dein Schreiben hier, bedeutet uns auch sehr viel. 

Liebe Grüße     

 


       
       
             
« Letzte Änderung: 14.02.2020 23:49:21 von Jacky1 »
 

Offline Taro

Re: Mutter Spielsüchtig
« Antwort #2 am: 15.02.2020 12:03:39 »
Moin Mf241,

Kinder sind leider am meisten betroffen. Neben den Entbehrungen durch das fehlende Geld, kommen noch die emotionalen Entbehrungen dazu, weil bei Mama im Kopf sich alles nur um das Spielen und das fehlende Geld dreht.

Wenn ein Spieler am spielen ist, merkt man das als Angehöriger, genau aus dem Grund, weil sich bei Mama im Kopf alles nur um das eine Thema dreht. Darum musst Du Ihr nicht zwingend sagen, daß Du auf Ihrem Account warst. Du kannst Ihr auch sagen, Du spürst das Sie lügt 7nd noch spielt. Wenn Du Kontakt zum Papa hast, kann er euch auch helfen. Ich bin selber Spieler und vom ganzen Herzen überzeugt, daß Ihr von eurer Mutter weg müsst. Das würde Deine Mama auch schneller an Ihren Tiefpunkt bringen, das Sie aufhören kann.
Ich kenne eure Situation nicht. Bevor du Kontakt mit Papa aufnimmt kannst Du auch mit einer Beratungsstelle aufnehmen.
Das alles ist für eine junge Tochter unendlich schwer, aber Du tust es auch für Deine kleine Schwester, die dem noch länger ausgeliefert ist.

Ich schicke Dir viel Kraft.
Taro
 

Offline Lotte1

Re: Mutter Spielsüchtig
« Antwort #3 am: 29.03.2020 00:47:30 »
Hallo Mf241,

also erst einmal: Bitte habe kein schlechtes Gewissen. Ich finde es absolut verantwortungsvoll und richtig, wie du dich verhältst! Du sorgst dich um deine Familie, unterstützt, wo du kannst und suchst nach Hilfe. Das ist großartig!!!!

Der Rat, den ich dir ganz dringend gebe, erfordert womöglich etwas Mut. Aber du bist stark und mutig, das spüre ich aus deinen Worten: Bitte wende dich unbedingt an das zuständige Jugendamt oder den Kinder- / Jugendnotdienst. Je nach Bundesland gibt es Notfallnummern. Die findest du im Internet. Du kannst dort auch zunächst anonym anrufen. Ich weiß: Viele Menschen bekommen Angst, wenn sie den Begriff Jugendamt hören. Die Mitarbeiter reißen aber NICHT ohne weiteres Familien auseinander sondern versuchen erst einmal auf anderen Wegen zu helfen. Es gibt z. B. Familienhilfen.

Wenn ihr nichts mehr im Kühlschrank habt, ist das allein schon eine Kindeswohlgefährdung! Das Jugendamt ist in diesem Fall verpflichtet sofort zu helfen.  Du musst das auf keinen Fall allein stemmen. Bitte hab keine Angst und lass dir helfen!

Herzliche Grüße
Lotte