Autor Thema: Mein Mann ist spielsüchtig...  (Gelesen 1724 mal)

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Mia009

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Mein Mann ist spielsüchtig...
« am: 21.02.2019 15:09:22 »
Hallo ihr Lieben,
Ich möchte einfach meine Gedanken abtippen und viell. hat der Eine oder Anderen ein paar liebe Tipps für mich:
Mein Mann ist Automatenspielsüchtig und seit einem halben Jahr auch in Therapie. Für mich war es ein absoluter Schock, da ich zwar gemerkt habe, dass wir immer weniger Geld zur Verfügung hatten aber dass er es verspielt hätte ich im Traum nicht gedacht. Unsere kleine Tochter verlangte meine komplette Aufmerksamkeit vielleicht hätte ich sonst eher etwas gemerkt.
Wie dem auch sei, hatte er jetzt einen Rückfall und hat wieder gespielt. Da ich merkte, dass er seit einigen Tagen wieder vermehrt nervös war, sprach ich ihn darauf an und fragte ob er wieder spiele. Dies verneinte er.
Vor einigen Tagen erwischt ihn die Freundin seines Vaters beim spielen und er beichtete mir den Rückfall.
Sein Therapeut meinte, dass die problematischen Arbeitsverhältnisse mitverantwortlich seien.
Mein Mann arbeitet bei seinem Vater (das Verhältnis ist sehr sehr unterkühlt und eigen) im Betrieb.
Leider haben auch sie im Betrieb Spielautomaten, somit wird er ständig getriggert. Hat den Reiz aber 6 Monate standgehalten. Sein Therapeut rät zum Arbeitsplatzwechsel, aufgrund des offensichtlichen Triggers aber auch wegen des schwierigen Verhältnisses zum Vater.
So das zu meinem Mann und irgendwo da bin auch ich mit unserer Tochter der dieser Rückfall wirklich zu schaffen macht. Insgeheim denke ich mir “wie kann man nur ao dämlich sein”.
Ich mache ihm Vorwürfe ohne es zu wollen, sie sprudeln aus meiner enttäuschten Seele heraus.
Wird mein Leben jetzt für immer so sein? In Angst leben? Einem 36jährigen Mann sein Geld einteilen müssen? Nie wieder Vertrauen können?
Mein Mann ist ein liebevoller Partner und ein wahnsinnig guter Vater. Er wäre perfekt wäre da nicht diese Sucht. Das klingt blöd oder? So als wäre ich perfekt, das bin ich natürlich auch nicht.
Wie sieht das Leben aus mit einem Partner, der sich wirklich  helfen lassen will? Ich meine muss ich jetzt mein Leben lang Angst haben vor dem nächsten Rückfall?

Wie sieht euer Leben aus?

Seid alle lieb gegrüßt eine durcheinandere

Mia
 
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Olli

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Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #1 am: 21.02.2019 16:02:57 »
Hi Mia!

Herzlich willkommen!

Bevor ich auf Deinen Beitrag eingehe ...
Hast Du Dir selber einmal Hilfe organisiert?
Es gibt vereinzelt Angehörigen-SHGs ... viele Spieler-SHGs bieten einmal im Monat offene Meetings - also auch für Angehörige an.
Suchtberatungsstellen helfen liebend gerne auch Angehörigen - Therapeuten ebenso.

Du trägst nämlich auch eine schwere Last und die möchte auch gerne geteilt werden.
Außerdem bekommst Du nicht nur etliche Informationen, sondern auch einen anderen Blickwinkel als Deinen eigenen präsentiert.

Tja ... wo fange ich an ...
Rückfälle ... so mancher behauptet, dass sie zum Genesungsweg dazu gehören.
Jedoch muss auch eine Einsicht beim Süchtigen eintreten und die Bereitschaft an sich zu arbeiten.
Denkst Du, dass Dein Mann diese Einsicht bereits in sich trägt?
Oder macht er die Therapie eher Dir und Eurem Kind zuliebe?

Nun hat er gespielt und Dich belogen. Was für Konsequenzen erfährt er durch Dich?
Gut - Du bist wütend und enttäuscht und knallst ihm hier und da ein paar böse Worte um die Ohren.
Gleichzeitig ziehst Du Dich zurück und willst ihn fair behandeln.
Hast Du ihm mal gesagt, was Deine Wünsche und Ziele sind und eben ganz klare Konsequenzen angedroht, wenn er sich nicht daran hält?
Anmerkung: Die müssen bei Bedarf dann auch konsequent durchgezogen werden. Also sollten sie im Vorfeld wohl überlegt sein.
Das könnte sein: Auf der Couch schlafen ... seine Wäsche selber machen lassen ... sein Essen selber kochen lassen ... mit dem Kind alleine etwas unternehmen ...
Die Konsequenzen sollen schon weh tun, damit sie bei ihm auch etwas bewirken.

Zur Arbeitstelle: Da gebe ich dem Therapeuten recht - ein Wechsel des Arbeitsplatzes scheint angebracht.
Ich selbst habe jetzt seit 6 Jahren keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern - und es geht mir so gut wie nie zuvor.
Ich kenne die Rollen nicht bei Deinem Mann und seinem Vater, daher muss ja nicht gleich eine Trennung stattfinden.
Doch vielleicht hilft in der Beziehung der Wechsel des Arbeitsplatzes.

Zitat
Einem 36jährigen Mann sein Geld einteilen müssen?

Du scheinst nicht glücklich damit zu sein.
Wahrscheinlich, weil das Geldmanagement noch zu oberflächlich gehandhabt wird?
Ein Geldmanagement ist eine zeitlich befristete Hilfe, um den Spielsüchtigen und seine Angehörigen vor finanziellem Schaden zu bewahren.
Es ist aber auch ein Werkzeug Geld nicht mehr nur als Suchtmittel, sondern als gesetzliches Zahlungsmittel anzusehen. Es soll also einen Lernprozess unterstützen.
Wenn Du ihm nur das Geld "einteilst", dann ist das nicht nur weit entfernt von einem Geldmanagement - es macht Euch beide unzufrieden.
Du hast das Gefühl zu bemuttern - und er bemuttert zu werden.
Bevor ich das weiter ausführe ... erzähle doch mal, wie es bei Euch ist.

Zitat
Insgeheim denke ich mir “wie kann man nur ao dämlich sein”.
Da muss ich Dir ein paar Sachen herunterbeten, die Du vielleicht schon kennst.
Zum Einen ist Spielsucht eine anerkannte Krankheit, die Menschen jedweder Intelligenzcouleur treffen kann.
Ich hatte schon mehrfach Therapeuten und Psychologen in SHFs, die es eigentlich ja erst recht besser wissen sollten.
Spielen wird angesehen als ein Symptom eines tiefer liegenden Defizites (z.B. das Verhältnis zum Vater).
Von daher ist is von Vorteil, dass sich Dein Mann in Therapie begeben hat - dort wird versucht die Defizite aufzudecken und sie entweder abzustellen oder den Umgang damit zu verändern.
Eine weitere Ansicht: Spielen ist ein Selbstheilungsversuch der Seele.
Hast Du Deinen Mann mal gefragt, wieso er spielt? Sicherlich ... Und die Antwort, so denn überhaupt eine gekommen ist, wird gelautet haben: Ich weiss es nicht ...
Egal wer - wir alle haben unsere eigenen individuellen Lebenserfahrungen.
Gewisse Punkte erlernen wir aus der Erfahrung - andere wiederum nicht.
Wenn ich an Deinen Mann denke, so wird er vielleicht nie den Umgang mit seinen Gefühlen rund um seinen Vater gelernt haben.
Als er dann das Spielen entdeckte, da fühlte er sich besser. Er konnte vergessen und abschalten.
So hat das Spielen kurzfristig also einen positiven Effekt auf ihn gehabt - er fühlte sich "geheilt".
Wer nun logisch das ganze betrachten kann, der erkennt jedoch die destruktive Komponente dieses Selbstheilungsversuches.
Als Spieler ist Dir das egal - es zählt nur dieser Moment. Daher auch die Lügen - weil "Du es nicht verstehst", wie Dein Spieler dies wohl formulieren könnte.
Durch den emotionalen positiven Effekt des Spielens haben wir auch das Bedürfnis es nicht aufgeben zu wollen.

Da können Deine o.g. Konsequenzen aber wieder den Spieler zum Umdenken bewegen.
Denn auch ein Spieler sucht Harmonie und Ruhe - und er kann erkennen lernen, dass er da einen Einfluss drauf hat, indem er sich gegen das Spiel entscheidet.

LG
Olaf
 
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Jacky1

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Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #2 am: 21.02.2019 20:37:36 »
Hallo Mia und herzlich Willkommen im Forum,

Olli hat Dir ja schon sehr intensiv geantwortet, daher kann ich es nun etwas "schleifen" lassen.  :)

Ein liebevoller Partner und wahnsinnig guter Vater.
Geht heimlich spielen und schweigt auch nachdem er nach Hause kommt, um eben Deine angeführten positiven Eigenschaften auch weiterhin im Glauben zu lassen ?
Und eben sogar, seit einem halben Jahr in einer Therapie zu sein, um den Rückfall nun irgendeinem unangenehmen Merkmal zuzuschreiben ?
Ok, warum auch nicht.

In einer Umgebung zu arbeiten mit Spielautomaten ist sicherlich nicht förderlich für einen spielsüchtigen Menschen, der gerade eine Abstinenz anstrebt.
Nun gut, eine gewisse "Dämlichkeit" könnte man durchaus dahinter vermuten.
Doch ich kenne ja nicht die ganzen Umstände dahinter.

Aus meiner aktiven Zeit sehe ich mich Rückwirkend schon als perfekt an, der perfekte Spieler.
Selbst absolut sichtbare Verhaltensweisen konnte ich glaubhaft rechtfertigen, ohne Mühen und alle haben es "gefressen".
Da ich ja eh noch weitere "Frakturen" im Oberstübchen habe, von denen alle wussten...kein Problem.
So ging es nur über meinen Willen und zahlreiche Unterstützung um damit endlich aufzuhören.

Wenn ein pathologischer Spieler in Spielfreiheit Sorgen hat oder enorme Stresssituationen durchlebt, rennt er ja nicht in die Spielo um Spiel und Spaß zu erleben und sich bereichern zu wollen.
Er fällt alleinig in alt bekannte und noch aktive Muster zurück.

Liebe Mia, warum fragst Du:" Wie sieht das Leben aus mit einem Partner, der sich wirklich  helfen lassen will?"
Wenn es denn wirklich so sein sollte, wäre ja jeder Vorwurf von Dir auch mehr als nur gerechtfertigt.
Andererseits, kann ein Angehöriger auch jemals sicher sein ?

Ja, kann er! Denn nur so lebt auch Vertrauen und ein Rückfall wäre kein neuer Start, sondern nur eine Etappe.
Es ist eine Krankheit und von mir aus auch unheilbar.
Führt zu Chaos, Verschuldung, Trennung, weckt Aggressionen, kann zum Tote führen usw.....
Doch ab dem Punkt wo der "Sklave" erkennt dass er sein eigener ist, weiß er ja wem er nicht trauen sollte...sich selbst!
In kritischen Momenten sich dann zu besinnen und sich mitzuteilen, an all die lieben Menschen herum.
So stark ist diese Sucht alleine niemals, dass nicht noch andere Faktoren beeinflussend sind.
'Was ich zu vermitteln versuche, als ehemals "perfekter Spieler" musste ich erst mit mir selbst brechen.
Dies ging nicht von heute auf Morgen und auch ich hatte Rückfälle, diese Drecksspiele gaben mir im Grunde nichts!
Nur Isolierung vor meiner Umwelt!
So hatte ich nur zwei Möglichkeiten, entweder meine Umwelt zu verändern oder mich selbst.
'Und selbst noch heute erwische ich mich noch manchmal dabei, es entgegen zu versuchen.
Dann breche ich wieder mit mir und erzähle davon, hier oder Familie und Freunden!

Und genau so könnte es dann sein :
Mit einem Menschen zusammenzuleben, der spielsüchtig und sich wirklich helfen lassen will.
Und mit mir ist es nicht so leicht. :)

Kopf hoch Mia, nichts wird einfach so zugelassen ohne Konsequenz.
Schön dass Du nun hier bist, er wird es sich auch immer denken.
Er soll es nur nicht versauen, zeig es ihm.
Krankheit hin oder her.

Liebe Grüße von ganzem Herzen   

 
   
     

   
                 


 
 
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Mia009

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Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #3 am: 21.02.2019 20:41:51 »
Vielen lieben Dank, für deine liebe Antwort.
Zu deiner ersten Frage: Ich weiß natürlich um das umfangreiche Angebot der Angehörigenarbeit, freue mich auch sehr, dass es dies gibt. Für mich ist es im Moment allerdings noch kein Thema, nicht weil ich mich schämen würde bzw scheu davor hätte. Ich fühle mich im Moment nicht danach.
Ich habe meine Familie und eine Freundin mit der ich darüber offen und ehrlich sprechen darf/kann. Das erleichtert
Vom fachlichen bzw von Süchten im Allgemeinen, weiss ich durch meine Berufsausbildung viel, tatsächlich könnte ich sogar mit Menschen mit Suchterkrankungen arbeiten, trotzdem nützt es einem relativ wenig, wenn man dann in der Sitaution ist.
Ich weiss natürlich auch, dass es er Süchtig ist, dass er es nicht mit Absicht macht, dass es eine Flucht ist etc. aber in dem Moment in dem er mir sagte "du ich hab dich belogen" regiert keine Logik. Da griff nur noch mein Instinkt, eine unbändige Wut und gaanz hinten klopfte die Verzweiflung an.
Mein Mann hat Einsicht, da bin ich mir sicher..sehr sicher sogar und nicht wegen mir oder unserem Kind.
Ich rechne es ihm hoch an, dass er in 6 Monaten trotz ständiger Anwesenheit der Automaten nicht rangeganen ist. Find ich toll, trotzdem bin ich enttäuscht.

Vielleicht eine kurze Vorgeschichte (du hast es eh schon wahnsinnig gut getroffen Olli):
Als wir uns kennengelernt haben, arbeitete mein Mann in einer tollen Firma. Er liebte seine Arbeit und ja, er hat ab und an Mal ein Rubbellos gekauft oder Mal 3€ in einen Automaten gesteckt. Ich würde jetzt Mal behaupten, es war nichts pathologisches.
Nach unserer Hochzeit überredete ein Freund ihn, in seine Firma einzusteigen. Trotz meines wahnsinnigen Dagegenhaltens, stieg er ein. Ab hier begann unser Leidensweg.. Mein Mann hatte sich verrannt, die Firma ging pleite und mein Mann stand da mit 3 Krediten, die er heute noch abbezahlt. Er hatte fest an dieses Konzept geglaubt, hatte sich blind auf diesen Freund verlassen.
Von der Geldnot in die hinterste Ecke getrieben und aus Scham begann das Spielen. Er wollte die Kredite abbezahlen bzw. ablösen.

Als er dann bei seinem Vater im Betrieb einstieg, ging es richtig los. Auch hier kreisen ständig die Pleitegeier über den Betrieb. Mittlerweile seit einem Jahrzehnt.
Was mein Mann also in den letzten Jahren immer und immer wieder hört ist "kein Geld". Ich bin da auch keine große Hilfe, wir hatten als Kinder, durch einen nie anwesenden Vater, ständige Geldsorgen. Das hat mich gebrägt und macht mir wahnsinnige Angst.
Ich hab also auch noch Druck ausgeübt bzw. mach es manchmal noch heute, wenn wiedermal sein Lohn den wir so dringend brauchen zu spät kommt, weil sein Papa das Geld grad nicht flüssig hat.

Das Klima dem er sich jeden Tag aussetzt, ist richtiges Gift für seine Seele und für seine Abstinenz.
Wie du bereits richtig geschrieben hast, wollte mein Mann sein Leben lang die Liebe seines Vaters gewinnen. Als er dort begann zu Arbeiten verlor er aber irgendwie alles.

Meine Konsequenzen weiss er, ich kann nicht leben mit einem Spieler. Da schütze ich mich und vor allem unsere Tochter. Er weiss dass ich bei erneutem Vertrauensbruch gehe. Ist das zu hart? Als ich deine Beispiele las, fand ich mich schon hart.

Mit dem Geld einteilen wurde ich in den letzten Wochen nachlässig bzw. ich sah es nicht so eng. Wir haben zu hause Bargeld, das ich jeden Monat wegpacke. Davon gehen wir einkaufen, sparen eine kleine Summe und sein Monatsbudget sind darin auch enthalten.
Davon hat er sich 50€ genommen (wusste ich aber) und hat eben 4€ Wechselgeld verspielt.
Wie dem auch sei, habe ich es jetzt versteckt. Möchte ihm einfach keinen Anreiz geben.
Verwaltung des Geldes ist für mich ok, denke mir nur abund an dass es etwas entwürdigends hat.

Im allgemeinen find ich das etwas entwürdigend und frage mich ob ich ihn jeh wieder so sehenkann, wie vor dem ganzen Sch****?
Ich liebe ihn und trotzdem frage ich mich, wieviel hält Liebe aus? Wir haben einige schwere Zeiten hinter uns und manchmal hab ich Angst, dass es nie wieder gut wird.
Es muss nicht perfekt sein nur gut.

Danke fürs lesen...das tat sooooooooo gut

Lg

Mia

Ps: Jacky deine Nachricht hab ich erst jetzt gelesen, fand sie unglaublich toll und ich musste ein Tränchen verdrücken. Vielen lieben Dank dafür
 
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Offline Hestia

Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #4 am: 21.02.2019 22:15:27 »
Liebe Mia,

auch ich möchte dir Antworten.
Ich finde es gut das du deinem Mann Konsequenzen aufzeigen möchtest, aber hier möchte ich gerne nochmal an der Aussage von Oli anknüpfen und auch aus eigener Erfahrung sagen das nur Konsequenzen "angedroht" werden sollten welche auch letztendlich durchgezogen werden.
Wie oft habe ich anfangs gesagt "nur noch 1 Rückfall, dann gehe ich". Irgendwann habe ich mir selber nicht mehr geglaubt und dies nicht mehr ausgesprochen. Und wie man an den letzen Wochen erkennen kann, hat er mir auch nicht mehr geglaubt...

Ich finde nicht dass deine Aussage zu hart ist. Es ist DEINE Grenze, und du entscheidest wie weit es geht, niemand sonst. Und selber wenn du irgendwann gehen solltest, könnte dies ja auch dazu führen das es ihm die Augen öffnet und dies dann erstmal eine Trennung auf Zeit wäre oder so.

Ich wünsche dir viel Glück und Kraft. Und bitte vergiss nicht auf dich zu Achten. Man selber "übersieht" sich so schnell durch das was um einen herum geschieht. Erlaube dir auch Auszeiten, um zur Ruhe zu kommen, deine Gedanken zu sammeln und Kraft zu schöpfen.

Alles Liebe Hestia.
 
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Offline amTiefpunkt

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Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #5 am: 22.02.2019 07:05:50 »
Guten Morgen Mia,

ein herzliches Willkommen auch von mir hier im Forum!

Dein Beitrag hat mich persönlich sehr berührt, da ich selbst Spieler und Familienvater bin. Es war damals auch ein familiäres Erdbeben als meine Sucht aufgeflogen ist und dennoch haben es meine Frau und ich gemeinsam geschafft eine Zukunft aufzubauen. Für mich war es damals nicht entwürdigend meine Bankkarte und sämtliche Finanzen abzugeben, im Gegenteil, es war eine Befreiung, eine Last, die mir in meinem Weg in die Abstinenz nur im Wege gelegen wäre. Erst Jahre später habe ich wieder eine Bankkarte bekommen (ohne sie einzufordern), ein Zeichen, dass verlorenes Vertrauen zurückkommt. Vertrauen ist die Basis einer Beziehung, sie lebt davon. Mia, wenn er tatsächlich abstinent wird, dann wird die Zeit Wunden heilen und es wird gut werden, nicht perfekt, aber wirklich gut. Das Leben schenkt uns niemals Perfektion, warum auch, es ist ja das Leben!

Die vergangenen 6 Monate haben gezeigt, dass dein Mann auch ohne Spielen kann, ein Rückfall ist kein Beinbruch, aber sollte schon herangezogen werden, um etwaige Schwachstellen aufzudecken. Der Knackpunkt aus meiner Sicht ist, wie Olli es bereits geschrieben hat, ob er die Therapie für euch macht oder für sich selber. Es ist aus meiner Sichtweise heraus bedenklich, dass er seinen Rückfall nicht sofort gebeichtet hat (weder dir, noch dem Therapeuten), sondern erst aufgrund der Tatsache, dass er erwischt worden ist! Was wäre geschehen, wenn er nicht erwischt worden wäre? Hier ist Handlungsbedarf, ein Rückfall kann passieren, aber solange er nicht ehrlich zu dir und der Umwelt und vor allem zu sich selber ist, wird es schwer werden.
Die Arbeitsbedingungen sind natürlich Gift für einen Weg in die Abstinenz, hier ist natürlich auch Handlungsbedarf. Dies muss allerdings auch er erkennen und ändern, er muss wissen, was ihm gut tut und was nicht! Nicht halbherzig, sondern volle Kraft voraus!!!
Ich rate jedem nassen Spieler zu einem Besuch in einer Selbsthilfegruppe, dort ist es wesentlich einfacher initial seine Last loszuwerden.

Zitat
Wie sieht das Leben aus mit einem Partner, der sich wirklich  helfen lassen will?


Ein Spieler der sich helfen lassen will und trotzdem spielt ist kein Partner fürs Leben. Lippenbekenntnisse und guter Willen sind hinreichende Bedingungen, aber notwendig sind Taten seinerseits! Hat er sich schon mal nach einer neuen Arbeit umgesehen? Spricht er mit dir über seine Probleme? Hat er sich um die Therapie bemüht oder du? Hat er Freunde, die über sein Problem bescheid wissen? HAt er andere Hilfestellungen gesucht (Online, Selbsthilfegruppen, o.ä.)? Es müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um aus dem Loch herauszukommen! Und zwar nicht als Alibi, sondern aus Überzeugung!

Mia, leider liegt es nicht in deiner Hand, wie er mit seiner Sucht umgeht, das macht es als Angehörige nochmals schwerer. Klar kannst du Hilfestellungen geben, aber entscheidend wird sein, was er macht. Rede mit ihm über deine Gefühle, deine Ängste über deine Vorstellung von einer gemeinsamen Zukunft ohne Spielen und Lügen. Zeig ihm, dass er dich verletzt mit seinem Verhalten und gib ihm zu verstehen, dass DEIN Leben so nicht weitergeht! Die Konsequenz ihn zu verlassen (evtl auch temporär) halte ich keineswegs für zu hart, es ist auch dein Leben und das deiner Tochter die hier auf dem Spiel steht. Das muss auch er verstehen! Stehe ihm nicht mehr bei, wenn er spielt, setzte klare Grenzen. Unterstütze ihn, wenn er den Weg in die Abstinenz tatsächlich beschreiten möchte!
Mia, Kopf hoch, niemand weiß was die Zukunft für euch als Familie bringt, entscheidend wird sein, dass du selbst über deine Zukunft entscheiden kannst und wirst!

aT
Sag "JA" zum Leben!
 

Olli

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Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #6 am: 22.02.2019 11:36:41 »
Hi Mia!

Vor vielen Jahren schon habe ich eine Dokumentation gesehen, in der eine Psychologin folgendes sagte:

Es ist von einer Angehörigen nicht zu viel verlangt sich zu trennen!

Du bestimmst, wo Deine Grenzen liegen. Und wenn Du Dir ein Leben mit einem Spieler, der Dich belügt und damit auch betrügt, nicht vorstellen kannst, dann ist das keinesfalls zu "hart" von Dir Dich ggf. zu trennen.

Noch mal zum Geldmanagement:
Es sollte ein Haushaltsbuch geführt werden.
Dort hinein schreibt Ihr beide - gemeinsam - alle Einnahmen und Ausgaben.
Da Dein Mann sich auch nicht scheut Kleinstbeträge zu verspielen, sollte er für jede seine Ausgaben auch Belege vorlegen und mit abheften.
Wenn abzusehen ist, dass Geld "übrig" bleibt, dann ist dieses auch gemeinsam zu verplanen.
Auf diese Art und Weise "lernt" Dein Mann wieder was Geld bedeutet.
Mit dem übrig gebliebenen Geld könnt Ihr Beide Euch oder jeder für sich mit alltäglichen oder weniger alltäglichen Dingen belohnen und auch Eure Freude über die Anschaffung teilen.
 

Mia009

  • -
Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #7 am: 22.02.2019 13:35:50 »
Vielen lieben Dank für eure lieben Worte.

Für mich ist es schon so, dass ich gehen würde. Ich könnte mich selber nicht mehr ansehen im Spiegel, wenn ich mich dahingehend betrügen würde. Ich hoffe (da kann ich mir natürlich nich zu 100% sicher sein) er hat verstanden, was auf dem Spiel steht.
@am Tiefpunkt: Deine Nachricht, hat mich heute Vormittag sehr beschäftigt. Was wäre wohl geschehn, wenn er nicht erwischt worden wäre?! Ich kann es nicht genau beantworten. Laut seiner Aussage, hat er sofort nach dem 1. Mal seinen Therapeuten angerufen, dieser war aber gerade in einer Sitzung. Dann verging eine Woche und er hat eben das Wechselgeld wieder verzockt. Warscheinlich wäre es weiter gegangen, wie lange kA.
Diese Lügerei ist das schlimmste für mich, alles wäre halb so schlimm hätte er es mir gesagt ohne erwischt worden zu sein. So war es auch als alles aufflog. Er saß komlett in der Klemme und hat mich auch da noch belogen, obwohl er absolut nicht mehr rauskam und wusste es wird jetzt alles auffliegen. Nie die komplette Warheit immer nur so viel, wie ich wissen muss. Das macht mich wahnsinnig wütend.
Er redet mit seinem Therapeuten und das wars eigentlich. Einige Freunde wissen zwar bescheid aber darüber reden möchte er auch mit ihnen nicht.
Mein Mann steckt dann halt den Kopf in den Sand und ich glaube irgendwie er möchte das ganze aussitzen, nach dem Motto kommt Zeit kommt Rat.
Ich kann jetzt aber auch nicht sagen, dass er es nicht wirklich versucht, das wäre unfair. Es ist halt eine Art und Weise mit der ich es nie versuchen würde. Ich bin eine "Macherin" er lässt sich lieber Treiben.
Da liegt auch der Hund begraben: Ich kann praktisch nur zuschauen und warten?! Das wird auch für mich sehr schwer werden.
Irgendwo habe ich Angst, dass es wieder passiert. Kann ich mir jeh wieder sicher sein?
Ich werde heute nochmal ruhig mit ihm sprechen, werde nochmal klar sagen wie die Sachen stehen.
denkt sich eigentlich ein Spieler: "Das kriegt eh keiner raus "? Also in eine akuten "Spielerzustand"?

Zu letzt würde mich noch intressieren: Was hat euch geholfen? Welcher Gedanke hielt euch vom Spielen ab?

LG

Mia
 

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Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #8 am: 22.02.2019 14:05:49 »
Huhu Mia,

ich nochmal!  8)

Für mich klingt das alles sehr fadenscheinig! Hast du selbst mal mit dem Therapeuten gesprochen? Es wäre doch sehr interessant eine aktuelle Einschätzung der Situation von einem Spezialisten zu bekommen, oder? Kannst du sicher sein, dass dein Mann dort regelmäßig aufkreuzt, bzw überhaupt hingeht? Glaubst du wirklich, dein Mann hat dort angerufen und der Therapeut war gerade in einer Sitzung?

Sorry, dass ich da so misstrauisch bin, aber ich kenne mittlerweile sehr viele Spieler und ich kenne mich! Ein nasser Spieler erzählt dir das blaue vom Himmel, um sein Spielen zu rechtfertigen. Mag sein, dass ich deinem Mann unrecht tue, aber ich habe kein gutes Gefühl....Halt die Augen offen und vertraue nur dir selbst!

Ich wünsche ein schönes Wochenende und bis Montag (oder heute Abend um 20h im Haus-chat  :))!
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Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #9 am: 22.02.2019 14:38:56 »
Zitat
Was hat euch geholfen? Welcher Gedanke hielt euch vom Spielen ab?

Es gibt kein Rezept nach dem du als Spieler vorgehen kannst, um spielfrei zu werden. Grundvoraussetzung ist auf jeden Fall immer, die Akzeptanz der Sucht, also das Erkennen, das man selbst Spielkrank ist und Willens ist, alles erdenkliche dafür zu tun, um Abstinent zu werden.
Folgende Dinge waren essentiell auf meinem Genesungsweg:
Anfangs:
-> Suchtberatung zusammen mit meiner Frau
-> Wöchentlicher Besuch einer SHG
-> Die Familie als Rückhalt
-> Abgabe der Finanzen
-> Kleine Ziele (ich erlaube mir für heute spielfrei zu sein und am nächsten Tag wieder)
-> Meidung von Gefahrenstellen

Natürlich meide ich auch heute noch Gefahrenstellen und setze mich mit meiner Sucht auseinander, aber im Grunde genommen begrüße ich (fast) jeden Tag mit einem lächeln und freue mich, dass auch dies wieder ein spielfreier Tag werden wird!

aT
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Mia009

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Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #10 am: 22.02.2019 14:41:29 »
Mein Mann ist ein mießerabler Lügner, da hab ich ihm einiges Voraus  8)..Spaß beiseite..
Also das hat schon so seine Richtigkeit, dass er hingeht etc stimmt schon. Er sagt auch, dass es ihm guttut und er erzählt mir danach auch was der Therapeut detailliert gesagt hat.
Wie gesagt mein Mann kann gsd wirklich mieß lügen und er würde bei Gegenfragen sofort wackeln bzw sich in ämmms verlieren.
Was mich unsichert macht sind das Vertuschen, wenns passiert. Ich erkenne eine Lügengeschichte aber Schweigen zu beurteilen ist natürlich schwer.

Lg

Ps: Hauschat klingt toll, habe mich allerdings mit einer Freundin verabredet. Mal was anderes reden. :)
 

Offline Jkler

Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #11 am: 22.02.2019 21:25:59 »
Mein Mann ist ein mießerabler Lügner, da hab ich ihm einiges Voraus  8)..Spaß beiseite.....
Wie gesagt mein Mann kann gsd wirklich mieß lügen....
Ich erkenne eine Lügengeschichte......

Hallo und herzlich willkommen auch von mir.

Sei bitte vorsichtig beim Lügen eines Spielers, weil selbst das er nicht lügen kann, hätte ich dir ohne Probleme vorspielen können wenn es meiner Sucht genutzt hätte. Ich habe mich gerne immer als Opfer dargestellt. Manchmal denke ich daß einige Filmautoren Spieler sind. Um sich teilweise so irre Geschichten auszudenken.

Deswegen, sei vorsichtig aber gibt ihm auch eine Chance. Ich bin meiner Frau bis heute dafür dankbar und sage es ihr auch.

Kopf hoch, Gruss Jkler
Wer Rechtschreibfehler oder ähnliches findet, darf sie behalten.🙈
 

Mia009

  • -
Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #12 am: 01.03.2019 14:19:40 »
So, da melde ich mich wieder:)
Heute hatte ich ein doch sehr merkwürdiges Erlebnis: Eine Angestellte im Betreib meines Schwiegervaters, meinte Sie müsse mich aufklären über meinen Mann.
Sie selbst hat einen Spielsüchtigen Sohn, daher mag die emotionale Komponente kommen, trotzdem wars schon Rotzfrech. Mein Mann sei ein Lügner, den wir alle fallen lassen sollten. Er lüge uns alle ins Gesicht. Aös ich fragte ob etwas vorgefallen sei (abgesehen von dem Rückfall) meinte sie „Nein ich mische mich da nicht mehr ein“. 8)
Dann gings noch weiter, dass er nichts Wert sei und nur faul. Zitat:“ Wenn das mein Sohn wäre, hätte ich ihn rausgeschmissen“. Ähhhm ja?! Ich saß da, wortlos (das passiert selten) und wirklich baff.
Auch seine Schwester ( die mit ihm im Betrieb arbeitet) hat mir vor einigen Tagen gesagt, dass sie so enttäuscht sei und bei ihr sei auch eine Tür zugegangen und wieso lügt er uns an usw.
 
Fands unverschämt und auch irgendwie ungerecht. Er hatte eben einen Rückfall und nein es war für keinen schön. Fands aber schon wirklich sehr übertrieben.

Das als kurzes Update

Lg
 
 

Offline Fred

Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #13 am: 01.03.2019 16:24:21 »
Fands unverschämt und auch irgendwie ungerecht. Er hatte eben einen Rückfall und nein es war für keinen schön. Fands aber schon wirklich sehr übertrieben.

Zu einem späteren Zeitpunkt wirst du feststellen, dass die Kollegin dir den vermutlich besten Ratschlag gegeben hat, den du bekommen kannst.
Rotzfrech ist das nicht, sie scheint einfach mehr "Wissen" in Bezug auf Suchtkranke haben.

Und jeder hat das Recht irgendwann "die Schnauze voll" zu haben.
Du bist einfach nur noch emotional zu gebunden um dir das Gleiche zu erlauben.

Als "Spieler" haben wir unser komplettes Umfeld in aller Regel über Jahre oder Jahrzehnte nach Strich und Faden belogen unde betrogen.
Wer ausser einem "Eheweib" sollte dies über längere Zeit ertragen wollen.
Und "ungerecht" ist daran gar nichts.

Ungerecht ist der Spieler, der dich belügt, betrügt, bestiehlt, dein Leben ruiniert, das Leben seiner Kinder ruiniert etc. ... kann endlos weitergeführt werden.
( Nicht alles muss auf dich zutreffen )

Ich hatte mich hier mangels Zeit noch nicht eingeklinkt.
Bin Fred aus Hamburg, habe ca. 30 Jahre gespielt und als Vater von 4 Kindern und Partner von 3 Ehefrauen ( nacheinander ) eine Menge Scherben in meinem Leben hinterlassen :)
Aber es gibt auch ein durchaus schönes Leben nach dem Scherbenhaufen.
Zum Beispiel meins !

Mia, ein langer Weg liegt vor dir ... denke da in Jahren und nicht in Monaten.
Vielleicht ist diese genannte Kollegin sogar ein guter Ansprechpartner ?

Auf jeden Fall hat die Zeit begonnen, in der du an DICH denken musst.
Aber du bist nicht allein, hier gibt es eine Gruppe von Menschen die genau wissen, wie du fühlst und dir bei dir sind.
Der Kreis schließt sich erst wenn er vollendet ist !
 

Mia009

  • -
Re: Mein Mann ist spielsüchtig...
« Antwort #14 am: 01.03.2019 21:31:02 »
Ich weiss dass mein Mann gelogen hat, ich weiss dass Rückfälle immer möglich sind und ich weiss wie weh es tut, wenn man vor einem Scherbenhaufen steht. Trotzdem verbiete ich mir eine ungefragte Moralpredigt von einer Kollegin.
Nur weil ich Erfahrung mit Suchtkranken habe kann ich nicht alle über einen Kamm scheren. Immerhin steckt hinter dieser Sucht ein Mensch.
Die Schnauze voll? Von was denn? Sie arbeitet 2 Mal in der Woche mit meinem Mann und das wars. Von was sollte sie da die Schnauze voll haben? Sie verkehren rein beruflich miteinander. Sich in privates einzumischen halte ich persönlich schon für "Rotzfrech".

Natürlich bin ich emotional gebunden, trotzdem bin ich nich blöd. Wie bereits geschrieben, habe ich auch meinem Mann klare Konsequenzen bei erneutem Spielen angedroht.
Du, das sage ich net nur so. Ich drohe nur wenn ich dies auch durchziehen kann.
Emotional gebunden ja aber nicht blöd  ;)
Hätte er mir oder unserer Tochter  Geld gestohlen, vorenthalten etc. wäre ich ohne Drohung längst über alle Berge.
Ich liebe meinen Mann aber ich liebe mich dann doch noch mehr (darf man so was egoistisches schreiben?) 
8) und natürlich unsere Tochter.
Mein Mann ist krank, wird dies auch sein Leben lang bleiben aber er lässt sich helfen und er versucht es jeden Tag aufs Neue.
Trotz ständigem direkten Kontakt mit den Maschinen, blieb er 6 Monate spielfrei. Das rechne ich ihm schon hoch an. Auch sein Therapeut fand das bemerkenswert und hätte mit einem früheren Rückfall gerechnet.
Damit will ich ihn nicht in Schutz nehmen, hätte ihn an die Wand klatschen können als ich davon erfuhr, sondern lediglich aufzeigen, wie es aktuell aussieht.
Ich denke auch, dass Mitleid und Selbstkasteiung fehl am Platz sind, egal bei welcher Sucht aber als Frau/ Mensch  lasse ich mir solche Sachen von "nicht Familienmitgliedern" nicht sagen. Das war eine Übertretung meines persönlichen Bereiches.

Fred, ich hoffe doch auf einen laaaangen Weg, schliesslich bin ich noch jung ;) Immer geradeaus ist ja auch langweilig ;)

Lg

Mia

Habt ein schönes Weekend