Autor Thema: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit  (Gelesen 3708 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Hestia

Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #15 am: 05.12.2018 06:26:49 »
Guten morgen ihr Lieben,

Danke der Nachfrage Milu, es geht ganz okay würde ich sagen.

Die letzten 2-3 Tage war es ruhig, keine Streiterein oder Diskussionen. Die Abende verlaufen ruhig und das tut mir gut. Ja wir können sogar auf der Couch liegen und zusammen Fernseh schauen.
Der eine Teil von mir genießt das, denkt es sei doch alles in Ordnung, bekommt den Rückfall gar nicht zu spüren (damals Schmerz, Enttäuschung etc.). Sorgen sind teilweise noch vorhanden, aber ich weiß das ich mich da nicht zu sehr "reinleben" darf, denn ist das nicht der "trigger" der Angehörigen"?!
Der andere Teil von mir versucht rational zu bleiben und weiß warum es Zeit ist zu gehen.

Habt's fein und liebe Grüße
 

Offline Mo von Glückszone

Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #16 am: 05.12.2018 22:21:38 »
Hallo an alle und besonders an Hestia,

als Süchtiger, der vor der gleichen Situation stand wie Dein jetzt Ex-Freund, kann ich sagen, dass Du Dich richtig entschieden hast. Wenn ihn die Trennung nicht aufrüttelt, bist Du ihm meines Erachtens nicht wichtig genug. Zumindest nicht wichtiger als die Sucht. Ich stand vor knapp vier Jahren auch vor dieser Entscheidung. Entscheide ich mich für die Spielsucht oder entscheide ich mich für meine Partnerin. Ich habe mich für Zweiteres entschieden. Für mich war das damals die nötige Motivation. Die extrinsische Motivation, die dann intrinsisch wurde.

Es gibt für jeden Spieler die richtige Motivation, die muss aber erst gefunden werden!

Bau Dir jetzt selbst wieder Dein Leben auf.

Alles Gute!

LG
Mo von Glückszone
LG
Mo von Glückszone
 

Offline MiLu

Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #17 am: 08.12.2018 00:20:04 »
Hallo Hestia,

mit Sicherheit gibt es Ursachen für all das, was geschieht. Auch die Stigmatisierungen entstanden nicht grundlos, weder bei Suchterkrankten noch bei deren Angehörigen. Ich habe für mich beschlossen, mir selbst wieder zu vertrauen und somit Frieden zu schließen. Manchmal kann man nichts retten - objektiv gesehen .... subjektiv jedoch schon: der Weg geht weiter. So habe ich mich aus der Stigmatisierung gelöst, die mir von außen wie Fußfesseln angehaftet wurden. Wir sollten uns nicht in zwei Lager aufteilen, denn letztendlich suchen wir doch alle das Gleiche! Um das zu erreichen, sollte jeder seinen eigenen Weg finden, wenn eine gemeinsame Strategie nicht zu entwickeln ist.... manche Dinge sind eben nicht kompatibel. Also legte ich kapitulierend die 'Waffen' nieder, welche mir selbst schadeten, um die Hände frei zu haben für machbare Dinge, die notwendig für meinen Fortbestand sind.

Nein, das macht mich zu keinen herzlosen, egoistischen oder schwachen Menschen! Sondern zu einer akzeptierenden und somit stärkeren Person!

Um das so zu empfinden, dauert es womöglich seine Zeit, jedoch wünsche ich Dir das von ganzem Herzen!

Das ist ein gutes Gefühl...

Liebe Grüße

MiLu
.....continued.....
 

Offline Hestia

Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #18 am: 11.12.2018 10:57:16 »
Hallo ihr Lieben,

Wollte mich nur kurz melden, ich bin noch da.
Diese Woche steht der Umzug an (Hallo Achterbahn der Gefühle)daher habe ich leider nicht viel Zeit mich hier zu melden.

Bis demnächst.
Habt's fein ihr Lieben.
 

Blume

  • -
Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #19 am: 11.12.2018 17:04:20 »
Hallo Hestia,

ein herzliches willkommen auch von mir.:)

Du schaffst das! Ganz ganz ehrlich, großartig wie Du es bisher gemeistert hast. Ohne die Forumgemeinde hätte ich die erste Trennung nicht so einfach geschafft und du hast es ganz allein angepackt 👍🏼💪🏻

Wenn ich deine Beiträge lese so kommt es mir vor als würde ich mein Tagebuch lesen. Schon gruselig irgendwie... Ich denk am Wochenende ganz fest an dich!

Viele Grüße

Blume 💮
 

Offline Hestia

Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #20 am: 15.12.2018 08:13:58 »
Und nun sitze ich hier, in unserer Wohnung, muss heute den Rest in die neue Wohnung bringen und könnte einfach nur weinen.
Mein Herz schreit ich will das nicht und mein Kopf sagt es ist jetzt wie es ist.
Ich habe so so Angst, morgen ist sein Geburtstag und der Gedanke das ich heute das 1. mal in meiner neuen Wohnung schlafen soll jagt mir eine sch*** Angst ein.
Seit gestern muss ich immer wieder weinen.
Wie kann das sein? Ich war mir doch so sicher und jetzt?

Selbst seinen letzten Rückfall vor 2 Wochen kann mein Kopf nicht realisieren, irgendwie als hätte er gar nicht stattgefunden, wie kann das sein???
 

Offline MiLu

Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #21 am: 15.12.2018 10:04:09 »
Hey Hestia,

das ist ein normaler Prozess, der bei Dir gerade stattfindet. Man neigt in Krisensituationen zum Verdrängen, das ist ein Schutzmechanismus. Es wäre weitaus fragwürdiger, wenn Dir die Veränderung leicht fallen würde. Nun ist es wichtig, die Krise durchzustehen. Gönne Dir die Zeit, um Dich daran zu gewöhnen. Es werden noch etliche durchweinte Nächte folgen. Aber es wird wirklich leichter! Suche Dir Unterstützung und gehe offen mit Deinen Gefühlen um. Du packst das!

Und eines Tages wird es Dir mit dieser Entscheidung rückblickend richtig gut gehen!

Schön, dass Du hier bist!

Liebe Grüße

MiLu
.....continued.....
 

Offline Hestia

Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #22 am: 16.12.2018 10:11:05 »
Hallo ihr Lieben,

danke dir für deine Worte MiLu.

So, die erste Nacht liegt hinter mir. Ich muss sagen Sie war besser als gedacht.
Es war der Tag gestern welcher eher schlimm war. Es lief zwar alles besser als gedacht, aber auf einmal stand ich da, alleine in der Wohnung, Kisten überall. Küche noch nicht ganz fertig aufgebaut, Kleiderschrank gar nicht aufgebaut und überall um's Bett herum nur Kisten.

Mir standen die Tränen in den Augen. Ich fuhr zu einer Freundin welche nun bei mir um die Ecke wohnt. Als sie mich sah wollte sie mir helfen, mich aufmuntern, mir das Gefühl geben das ich nicht alleine dort stehe. Also fuhr Sie mit mir in den Baumarkt noch einige Sachen besorgen und wir fuhren zurück zur Wohnung.

In der Zwischenzeit, machte sich meine Beste Freundin solche Sorgen da sie mich nicht erreicht hat, packte Ihren Freund ein und stand auf einmal an der Tür gegen 21h00. Sie sagte sie hätte gefühlt das es mir nicht gut ginge und würde jetzt den Schrank mit Ihrem Freund aufbauen.

Leute ich sag's euch. Solche Freunde sind unbezahlbar. Nicht nur das ich Sie Tag und Nacht anrufen kann, aber auch das Sie gestern noch vorbei kam obwohl sie krank ist und ich ihr noch gesagt hatte das sie nicht kommen braucht.

Überhaupt bin ich sehr dankbar über alle Menschen welche mir in den letzten Tagen / Wochen zur Seite standen.
Auch bin ich froh hier im Forum zu sein und ihr euch die Mühe macht mir zu Antworten, das ist schön.

Grade ist es etwas komisch, auch wenn die Nacht okay war, ist es dennoch komisch zu wissen das ich heute an seinem Geburtstag und überhaupt, nicht an seiner Seite bin.

Ich dachte ich hätte akzeptiert, aber habe ich das wirklich?


Ich versuche nun, die Wohnung soweit es geht herzurichten, etwas wohnlicher zu machen. Und so schlimm dieses Jahr auch war, oder noch sein wird, bin dennoch gespannt was das Leben noch so für mich bereit hält.

Ich halte euch auf dem Laufenden und wünsche euch einen schönen 3. Advent.

Habt's fein
 
Folgende Mitglieder bedankten sich: amTiefpunkt

Offline Hestia

Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #23 am: 18.12.2018 18:50:27 »
Hallo ihr Lieben,

nun liegen die ersten Tage, alleine in der Wohnung, hinter mir.
Ich muss sagen, bis auf Samstag,/Sonntag waren die Tage eigentlich ganz okay.
Ich weiß nicht ob es daran liegt das nun die räumliche Trennung da ist oder ich dennoch sehr vieles zu erledigen habe. Ich kann's euch nicht genau sagen.

Ich weiß gar nicht so genau was ich erzählen soll. Ich nehme die momentane Situation einfach an wie sie ist und versuche das Beste daraus zu machen.

Ich hoffe euch da draußen geht's gut?

Habt's fein ihr Lieben :)
 

Offline amTiefpunkt

  • Spender
  • Senior-Mitglied
  • ****
  • Beiträge: 509
  • Dankeschön: 253 mal
  • Sternchen: 15
  • Spielfrei seit Oktober 2012
Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #24 am: 18.12.2018 21:20:11 »
Guten Abend Hestia,

Danke für dein Update, das klingt doch alles schon sehr gut! Du machst das großartig!

Und ja, gute Freunde sind sind nicht zu ersetzen!

Grüße, aT
Sag "JA" zum Leben!
 

Offline Mo von Glückszone

Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #25 am: 22.12.2018 15:33:32 »
Halo Hestia,

eine Trennung ist immer schwer. Eine intensive Zeit miteinander vergisst man nicht innerhalb von ein paar Tagen. Das wird dauern... Die meisten Menschen haben bereits eine Trennung hinter sich, also kann jeder irgendwie mitreden. Ich finde es schön, dass es Dir soweit gut geht! Hast Du noch Kontakt zu Deinem Ex-Freund? Irgendwann wäre das durchaus wieder denkbar, vielleicht wenn Du ihn auch mit einer gewissen Distanz noch unterstützen möchtest. Nur nicht zu schnell! Das habe ich bereits in meinem Freundeskreis erlebt. Das führt meistens in die falsche Richtung.

LG
Mo von Glückszone
LG
Mo von Glückszone
 

Offline Hestia

Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #26 am: 23.12.2018 08:53:36 »
Guten morgen ihr Lieben,

Weihnachten steht vor der Tür, wie gehts euch? Habt ihr schon alle Geschenke oder müsst ihr morgen nochmal los?
Ich bin gestern durch die Stadt gehetzt und habe wieder mal alles auf den letzten Drücker besorgt, aber auf Grund des Umzugs war das dieses Jahr auch nicht anders möglich, und bis auf 1 Geschenk (da muss nun gebastelt werden) habe ich alles bekommen  :)

Die erste Woche in meiner eigenen Wohnung und einer dicken Erkältung  :'( liegen hinter mir.
Auf der einen Seite habe ich das Gefühl es geht mir unverändert, ich bin nach wie vor relativ leer.
Auf der anderen Seite setzt jedoch etwas die Verarbeitung ein. Hier und da flimmern Situationen mit all den dazugehörigen Emotionen auf.
Aushalten und zulassen, ein lächeln verspüren wenn man an schöne Momente denkt und Trauer, Wut oder Enttäuschung wenn die nicht-schönen Situationen in den Kopf kommen.


Danke Mo, ja wir haben noch Kontakt da ich noch ein paar Sachen in der Wohnung habe und meine Post noch dorthin kommt (werde zwischen den Tagen mal die verschiedenen Stellen kontaktieren bzgl neuer Adresse).
Momentan kann ich nicht drüber nachdenken wie der Kontakt in Zukunft sein wird. Wie soll ich ihn als Freundin unterstützen können wenn ich dies als Partnerin nicht geschafft habe? Ich müsste mich emotional viel zu sehr darauf einlassen um zu sehen / lesen ob er die Wahrheit spricht oder nur eine Geschichte.
Es ist wie es ist, und alles weitere wird sich zeigen.

Lasst euch nicht unterkriegen "a bad day only lasts for 24h" oder wie ich mir immer sage wenn ich einen schlechten Tag habe "morgen kommt ein neuer Himmel".

Ich wünsche euch allen schöne Feiertage.

Habt's fein und genießt die Zeit  :)
 

Offline Mo von Glückszone

Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #27 am: 23.12.2018 23:15:27 »
Hallo Hestia,

es scheint ja doch vorwärts zu gehen. Es geht immer irgendwie vorwärts...

Ich schrieb ja mit der nötigen Distanz. Damit meinte ich eine zeitliche und auch emotionale Distanz. Einfach so, dass Du Dich selbst nicht von seinen Problemen vereinnahmen lässt, wie früher aber ihm eventuell auch unterstützend zur Seite stehst.  Wie und ob das geschehen soll, wäre dann natürlich eure Sache. Das war nur so ein Gedanke, den ich hatte.

Nun ja, ich wünsche euch allen frohe Weihnachten! Genießt die besinnliche Zeit.

LG
Mo von Glückszone
LG
Mo von Glückszone
 

Offline Hestia

Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #28 am: 28.12.2018 22:26:21 »
Guten Abend ihr Lieben,

und auf die positiven Tage folgen negative Tage.
Negativ weil ich ihn vermisse, bei ihm sein möchte, möchte das er mich in den Arm nimmt und mir sagt das alles gut wird, mich tröstet und aufmuntert und mich in den Arm nimmt und ich diese Geborgenheit spüre die nur er mir geben kann.
Ja all das wünsche ich mir grade, denn nicht alles ist Sonnenschein. Nicht immer ist es einfach stark zu sein und stark zu bleiben, nein, grade fühle ich mich alleine und würde am liebsten einfach nur in seine Arme flüchten wollen. Er fehlt mir einfach unheimlich extrem grade :(

Morgen kommt ein neuer Himmel

Wie war euer Weihnachten? Ich hoffe doch nicht zu stressig.

Ich schrieb ja mit der nötigen Distanz. Damit meinte ich eine zeitliche und auch emotionale Distanz. Einfach so, dass Du Dich selbst nicht von seinen Problemen vereinnahmen lässt, wie früher aber ihm eventuell auch unterstützend zur Seite stehst.  Wie und ob das geschehen soll, wäre dann natürlich eure Sache. Das war nur so ein Gedanke, den ich hatte.

Muss man sehen, wer weiß schon was die Zukunft bringt.

Macht's gut und habt's fein.
 

Jacky1

  • -
Re: Meine Geschichte / Ich spiele nicht mehr mit
« Antwort #29 am: 29.12.2018 17:35:11 »
Hallo Hestia,

und auf die positiven Tage folgen negative Tage.
Negativ weil ich ihn vermisse, bei ihm sein möchte, möchte das er mich in den Arm nimmt und mir sagt das alles gut wird, mich tröstet und aufmuntert und mich in den Arm nimmt und ich diese Geborgenheit spüre die nur er mir geben kann.
Ja all das wünsche ich mir grade, denn nicht alles ist Sonnenschein. Nicht immer ist es einfach stark zu sein und stark zu bleiben, nein, grade fühle ich mich alleine und würde am liebsten einfach nur in seine Arme flüchten wollen. Er fehlt mir einfach unheimlich extrem grade :(

Das wusstest Du doch schon vorher und ja, es ist gerade diese Angst.
Was die Trennung von einem Partner verhindert, egal was jener auch treibt.
So aber ist es nicht dem Spielkranken vorbehalten, diese Liebe zu erlöschen.
Misstrauen, Lügen und immer wiederkehrende Enttäuschungen hätten dies doch eh erreicht.

Du kannst jederzeit wieder zu Ihm gehen, warum machst Du es nicht ?
Ich will es Dir sagen:
" Weil Du genau weißt dass ich recht habe, mit dem was ich im letzten Absatz geschrieben habe." 

Es ist eine Chance liebe Hestia, nun habt Ihr beide endlich eine.
Dies alles ist nicht leicht, für keinen.

Man wird sehen, ob diese Liebe bricht.
Morgen.... bei einem neuen Himmel.

Liebe Grüße von ganzem Herzen