Autor Thema: Jürgens Tagebuch  (Gelesen 21344 mal)

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Offline Anni

Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #30 am: 09.02.2017 18:06:18 »
Oh Jacky...., das ist heftig, tut mir saumäßig leid für euch.

Aber ich finde es ein tolles Zeichen für euren Familienzusammenhalt, dass er mit dir in die SHG geht. Ich denke und hoffe, dass euch dies noch mehr zusammenschweißt und die Perspektive des anderen noch besser aufzeigt. Toi toi toi......

Liebe Grüße
Anni
 

Offline Karo

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Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #31 am: 10.02.2017 01:36:09 »
Hallo Jacky,

ich befürchte mit SHG und Familienzusammenhalt ist es da nicht getan. Dein Sohn braucht fachmännische Hilfe ! Klinik ?? mit anschließender ambulanter Langzeittherapie ? Es wäre gut, wenn er sich darauf einlassen kann.

Auch fände ich es besser , wenn er...irgendwann mal eine eigene SHG ohne Vater besuchen könnte. Es geht darum, dass er sich auch ohne den Starken Halt von dir, selber zurecht finden lernt. Wenn du verstehst was ich meine ?

Durch gute gemeinsame Gespäche kannst du seine Motivation, sich helfen zu lassen, vielleicht fördern ?

ich wünsche euch eine heilsame Zeit

lg Karo
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Jacky1

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Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #32 am: 10.02.2017 13:25:09 »
Meine Freunde,

so etwas möchte ein Vater eigentlich nicht lesen,stattdessen würde er lieber lesen wollen:
"Hey,alles halb so wild.In jungen Jahren geht es halt etwas wilder zu,wir waren doch früher auch keine Engel.
Dies ist nur eine Phase,die geht schon wieder vorbei."

Doch wir wissen alle,dies wäre nur eine Illusion.

Schmerz,Leid und Sorgen sprechen hier eine ganz andere Sprache.
Einige Mütter von suchtkranken Kindern waren ja auch im alten Forum.
Hierbei war es sehr schwierig für sie,auf irgendeiner Weise loslassen zu können,wenn überhaupt möglich.
In dieser Verbindung an sich zu denken und derartige Konsequenzen aufzuzeigen/bewältigen,wie wir es teils nicht Blutsverwandten anraten,trägt hier ein ganz anderes Gewicht.
Ich denke einmal es nicht genauer erläutern zu müssen.

Eher steckt man seine ganze Energie in das kranke Kinde,als nur einen kleinsten Deut daran zu denken,sich selbst in eine gute Position zu bringen.
Aber selbst dies hat sicherlich Grenzen.
Auch davon wurde im Forum schon einiges berichtet.

"Dasein ist Pflicht,
und wär?s ein Augenblick!"

Sagte Faust zu Helena.

"Es wird schon werden,wir bewältigen auch das."
Sagte Jacky zu seiner Frau.

Liebe Grüße             
 
 
 

Offline MiLu

Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #33 am: 10.02.2017 13:47:05 »

Lieber Jackson,

leider sind uns hier echt die Hände gebunden - im Prinzip können wir dir nur zuhören und virtuell ein Stückchen mit dir gehen.

Ja, man fühlt sich machtlos, doch ihr hättet dies nicht verhindern können - keiner von uns ist davor geschützt. Doch manchmal verhält es sich für unser Empfinden zu paradox: durch das Loslassen, hält man in solchen Momenten am engsten fest ....

Es ist ein steiniger Weg - jemanden dabei zusehen zu müssen schmerzt häufig weit aus mehr als selbst in dieser Rolle zu sein.

Aber er ist jung, er hat eine starke Familie, die ihm Halt gibt! Es ist nichts verloren, so schaffen Einige wieder den Absprung. Aber hier gilt natürlich die gleiche Vorgehensweise wie bei allen Süchten ...

Wie könnte man sich einen Zugang zu ihm verschaffen?

Du bist nicht allein, Jacky!

Liebe Powergrüße

MiLu
.....continued.....
 

Blume

  • -
Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #34 am: 10.02.2017 14:30:54 »
Lieber Jacky,

ich finde es toll wie ihr deinem Sohn die Hand reicht. Ich weiß noch wie die Familie meines Exes dessen Drogen-/Alkoholsucht einfach ignorierte - als wäre sie nie da gewesen. Du benennst es und verschließt nicht die Augen. Respekt dafür dass ihr es nicht zum tabuthema macht. Ich wünsche euch wirklich alles gute lieber Jacky!

Vlg.
 

Jacky1

  • -
Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #35 am: 10.02.2017 19:16:38 »
MiLu,Anni,Karo und Blume,ein schönes Gefühl etwas zu erfahren was man auch immer geben möchte.

Danke dass Ihr da seit und euch auch diese Zeit nimmt.
 
Liebe Grüße   
   
 
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Offline Fred

Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #36 am: 12.02.2017 17:45:43 »
Ein kleiner Rücken der auch noch für andere mitträgt.
Gewaltig ...
Einer wird's verstehen !
Der Kreis schließt sich erst wenn er vollendet ist !
 

Jacky1

  • -
Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #37 am: 17.02.2017 13:57:00 »
Schmerz (Hurt)

Heute habe ich mich selbst verletzt, um zu sehen, ob ich noch fühlen kann.
Ich konzentriere mich auf den Schmerz - das einzige, das real ist.
Die Nadel reißt ein Loch, das alte vertraute Stechen.
Ich versuche, alles abzutöten, aber ich erinnere mich an alles.

Was ist aus mir geworden, mein liebster freund?
Jeder, den ich kenne, stirbt am Ende.
Und du könntest es haben - mein Reich des Drecks.
Ich werde dich im Stich lassen, ich werde dir weh tun.


Ich trage diesen Dornenkranz auf meinem Lügnerstuhl,
Voll von kaputten gedanken, die ich nicht reparieren kann.
Unter den Flecken der Zeit verblassen die Gefühle.
Du bist nun jemand anders - ich bin immer noch genau hier.

Was ist aus mir geworden, mein liebster freund?
Jeder, den ich kenne, stirbt am Ende.
Und du könntest es haben - mein Reich des Drecks.
Ich werde dich im Stich lassen, ich werde dir weh tun.

Wenn ich noch einmal von vorn anfangen könnte,
eine Million Kilometer weg, würde ich mir treu bleiben.
Ich würde einen Weg finden.

/ Trent Reznor  (J. Cash)


https://www.youtube.com/watch?v=FywSzjRq0e4
 

Offline MiLu

Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #38 am: 17.02.2017 18:06:24 »

..... der gute Johnny .....

Er besiegte seine Medikamentenabhängigkeit, traf währenddessen seine große Liebe, brach mit all seinen alten Lasten.

Er fand zu sich selbst - seine Lieder blieben bis zum Schluss authentisch und phänomenal ....

Leben für genau das, an was man glaubt!

Die Wege durch den Schmerz lohnten sich .....

Liebe Grüße

MiLu
.....continued.....
 

Blume

  • -
Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #39 am: 17.02.2017 18:53:05 »
Und jetzt naht das Ende,
Und vor mir liegt der letzte Vorhang.
Mein Freund, ich stelle klar,
Und lege meinen Fall, dessen ich mir sicher bin, dar:

Ich habe ein erfülltes Leben gelebt.
Ich habe so ziemlich jede Erfahrung gemacht,
Und mehr, viel mehr als das:
Ich hab's auf meine Art getan.

Bereut habe ich einiges -
Aber dann auch wieder zu wenig, um es zu erwähnen.
Ich tat, was ich tun musste,
Und habe alles, - ohne Ausnahme - , zu Ende gebracht.
Ich plante jedes Vorhaben
sorgfältig, bis ins Detail.
Und mehr, viel mehr als das:
Ich hab's auf meine Art getan.


Ja, es gab Zeiten -
Ich bin sicher, das hast du gemerkt -
Da habe ich mich übernommen.
Aber dennoch, wenn ich auch an manchem zweifelte -
Ich hab's geschluckt und dann ausgekotzt.
Ich habe mich allem gestellt,
Blieb standhaft,
Und tat es auf meine Art.

Ich habe geliebt, habe gelacht und habe geweint.
Ich hatte auch genug an Niederlagen wegzustecken.
Und jetzt, wo die Tränen verflogen sind,
Kann ich sogar darüber lachen.
Mir vorzustellen, dass ich all das getan habe -
Da sage ich - wenn ich darf - gar nicht mal schüchtern:
"Oh nein, oh nein, ich doch nicht.
Ich hab's auf meine Weise getan."

Denn: Was ist ein Mann, was hat er denn schon?
Wenn nicht sich selbst, so hat er nichts.
Das zu sagen, was er wirklich fühlt,
Und nicht mit den Worten eines dessen, der kniet.
Die Bilanz zeigt: Ich habe einstecken müssen -
Aber ich hab' es auf meine Weise getan.

Ja, auf meine Weise.

Frank Sinatra

 

Jacky1

  • -
Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #40 am: 21.02.2017 01:47:35 »
Hallo,

mal Tacheles!

Es ist mir absolut bewusst dass ich nicht das Maximum gegen meine Sucht unternehme.
Auch dass ich mir irgendwelche Hintertürchen offen halte.
Ich könnte viel mehr tun,mache es aber nicht.
Irgendwo entwickelte sich daraus selber ein Spiel.
Trotzdem denke ich mein mögliches Maximum erreicht zu haben,doch wird es reichen?
Klingt widersprüchlich,ist es aber nicht.

Es ist genau die Spanne,die mein eigentliches Dasein mit meinem Suchtleben verbindet.
Eine unüberwindbare Symbiose.....ein Spieler!
So fülle ich ja nur das Schema aus,was anderes ist ja nicht möglich.
Trennen kann ich es nicht,also nehme ich es an...mit allen Konsequenzen.

Was bliebe mir auch anderes übrig.
Außer noch mehr zu tun,und selbst auferlegte Grenzen zu überschreiten.  :)
Ich versuchte es mir diesem Beitrag.

Liebe Grüße               
 

Offline Karo

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Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #41 am: 21.02.2017 04:51:40 »
Hallo Jacky

es ist ja dein Tagebuch-Bereich und hier schreibst du für dich...du wirst verstehen, was gemeint ist...

doch ich... wenn ich manchmal lese...denke ich..mit viel Worten ...nichts gesagt..nichts, dass ich wirklich zusammen passend begreifen könnte :-)

ist es so zu verstehen, dass du mit dir bewusst und willendlich weiter spielst...und die Sucht nicht ernst genug nimmst...oder eher anders herum ?

Hast du im Moment als du geschrieben hast..den Wunsch zum Spielen gehabt und bist durch mitteilen im Forum dann damit umgegangen , um es zu verarbeiten?? oder wie ist es zu verstehen..klär mich mal bitte auf :-)

lg karo



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Jacky1

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Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #42 am: 22.02.2017 20:18:49 »
Hallo Karo,

stelle Dir vor wir beide tauchen,wenn man in der Nähe der Wasseroberfläche bleibt hat man noch genügend Sonnenlicht um alles zu sehen.
Man kann sich noch gut orientieren und weiß immer wo oben ist.
Es gibt einem Sicherheit und immer eine Bindung zur Oberfläche,man muss kaum auf den Sauerstoffverbrauch achten.
Wenn dieser zu Ende geht ist man in wenigen Augenblicken wieder an der rettenden Luft.
Alles hat seine Ordnung und man kann bei drohender Gefahr sofort gegenwirken.
Sicherheit!

Nun tauchen wir beide so tief wie nur möglich in die Dunkelheit.
Kaum noch Orientierung,keine Licht,kein oben und unten.
Ein schnelles Auftauchen ist nicht mehr möglich,Gefahren ist man viel mehr ausgeliefert.
Keine Bindung mehr zur rettenden Oberfläche.
Nur noch auf seine Sinne bedacht,die einem aber auch leicht täuschen könnten.
Wahrheit!

Hier unten würdest Du alles begreifen,was ich so schreibe.
Doch ob dies nun trügerisch ist oder auch nicht,bleibt weiterhin zu erkunden.
Und dies,ist eben nur in jenen Tiefen möglich,für mich.

Ja ich glaube es ist mir alles bewusst geworden was ich auch tue.
Meine Sucht nehme ich nicht auf die leichte Schulter,ich mache es mir sogar so schwer wie nur möglich.
Den Wunsch zu spielen verspürte ich nicht,als ich es geschrieben habe.

Ich bin mir sehr sicher,wenn ich noch nie gespielt hätte,wäre es halt etwas anderes gewesen.
Wenn ich nie gespielt hätte,wäre die Gefahr nun viel größer,damit erst anzufangen.
Als weiterhin etwas fortzusetzen,wo mir kein Sonnenlicht etwas aufzeigte,um mich wirklich davon abzuhalten. 

Liebe Karo,ich wünschte mir sehr,Du kannst es nun etwas verstehen.
Ein kleines bischen vielleicht.  :)

Liebe Grüße   
 
 

   
     
 
 
 

Jacky1

  • -
Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #43 am: 26.02.2017 01:39:09 »
Hallo,

Samstag Abend mit Junior 1 verbracht.
Am Ende eines solchen Tages zu hören dass man geliebt wird gab mir mehr,als es mir ein Spiel jemals hätte geben können.
Dies stand aber eh nie in Frage.

Der Rest...ja der wird sich noch zeigen.

Nicht ganz nüchtern,nicht ganz glücklich,nicht ganz traurig....besser geht es eh nie.

Was mich angeht,ich mach jetzt was ich schon längst mal hätte machen sollen.
Trinke die Flasche Ouzo die hier schon ewig rum steht und höre was Bob Dylan mir so zu erzählen hat.
Rules sucks.

Liebe Grüße   
 



 

 
 
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Offline MiLu

Re: Jürgens Tagebuch
« Antwort #44 am: 26.02.2017 08:15:33 »
Hey Jackson,

von jedem Gefühl etwas... ich lese so gerne darüber, wenn du Gefühle lernst zu fühlen! Irgendwann wird Dir, neben Deiner Familie, genau das Eigenregiment mit dem Durchbruch des Kennenlernens und Zulassens von jeglichen Emotionen die notwendige Sicherheit geben. Somit ist zufriedenes Voranschreiten gesichert, auch an sehr dunklen Tagen....

Ich hoffe, du konntest dein griechisches Kräutergetränk genießen! Wobei - wie ich Dich kenne,  wird es einer von jener Sorte sein, die mit Sicherheit keinen Schädelkater am nächsten Morgen verursacht  ;D

Salute, lieber Jacky!

Liebe Grüße

MiLu
.....continued.....